DiscoverFuß in der Tür - Der Podcast für Urbane Praktiker*innen
Fuß in der Tür - Der Podcast für Urbane Praktiker*innen

Fuß in der Tür - Der Podcast für Urbane Praktiker*innen

Author: Freies Radio Berlin Brandenburg, [audiokombinat]

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Description

Der Rat für die Künste hat mit seiner Arbeitsgruppe Urbane Praxis eine Initiative gestartet, die 2021 mit Berliner Akteur*innen in einem Verbund von stadtweiten Campusprojekten das Kooperations- und Aktionsfeld »Urbane Praxis« aufzeigt.An Beispielen diverser Praktiken, auch über Berlin hinaus, erörtern dieser Podcast Perspektiven und Potentiale der Urbanen Praxis und warum jetzt ein guter Zeitpunkt ist, darüber zu reden. //

"Fuß in der Tür“ ist eine Produktion der Initiative Urbane Praxis und wird von der Senatsverwaltung für Kultur und Europa gefördert. //
Recherche und Moderation: Heimo Lattner und Rebecca Wall /
Produktion: Swantje Reuter [audiokombinat] //

Weitere Informationen zur Initiative findet ihr auf http://www.urbanepraxis.berlin/
36 Episodes
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In dieser Sonderfolge von „Fuß in der Tür" sprechen Heimo Lattner und Rebecca Wall anlässlich der Berlin-Wahl am 20. September 2026 mit drei Gäst:innen über zivilgesellschaftliche Strategien für eine sozial- und klimagerechte Stadtentwicklung. Amelie Cassada (Kampagne „Wählen gegen Leerstand") fordert die systematische Erfassung und Vergesellschaftung leerstehender Gewerbe- und Büroflächen, Jacques Chlopczyk (BerlinZusammen) stellt die fünf transformativen Forderungen der Kampagne zu Mieten, ÖPNV, Bildung und Teilhabe sowie die parteiübergreifende Ansprache von Direktkandidierenden und Wähler*innen vor und Emiko Gejic (Urbane Praxis e.V.) plädiert für die politische Anerkennung urbaner Praxis als eigenständiges Planungsinstrument. Im Gespräch wird deutlich, wie eng Leerstand, Mietenkrise und der Zustand der Demokratie zusammenhängen, und warum Beteiligung, Vertrauen und langfristige, von Fördermitteln unabhängige Strukturen als Schlüssel gegen wachsenden Rechtsruck und Politikverdrossenheit gesehen werden. Die drei Gäste sind sich einig: Die Wahl ist ein wichtiger Wendepunkt, doch die eigentliche Arbeit – Haustürgespräche, runde Tische, die Aktivierung leerstehender Räume – geht unabhängig vom Wahlausgang weiter.
In dieser Folge sprechen wir mit Anuscheh Amir-Khalili vom Flamingo e.V.Wer hat das Recht, einen Ort zu gestalten – und wer das Recht, in ihm zu trauern? Urbane Räume sind nie neutral: Sie spiegeln wider, wessen Bedürfnisse zählen, wessen Wissen sichtbar wird und wessen Verluste kollektiv anerkannt werden. Seit 2019 betreut Flamingo den transkulturellen Gemeinschaftsgarten „Hevrîn Xelef" in Berlin-Neukölln. Benannt nach der 2019 ermordeten kurdischen Politikerin und Frauenrechtlerin Hevrin Khalaf, ist er ein Ort zum gemeinsamen Gärtnern, zum Trauern in Gemeinschaft und zur Selbstorganisation – und ein Ort, an dem Wissen über Heilkräuter geteilt wird: von und mit Frauen, die dieses Wissen aus allen Teilen der Welt mitgebracht haben.Mit Anuscheh sprechen wir darüber, wie ein Garten mitten in der Stadt zum Schutzraum, Gedenkort und Ort feministischen Widerstands geworden ist.
Gäste: Poligonal (Christian Haid und Lukas Staudinger)Wer welche Geschichte(n) wem erzählt, ist eine Frage von (politischer) Macht und Hegemonie. Welche Geschichten werden tradiert, welche gelöscht? Wie wird alternatives Wissen über Stadt produziert und politisch wirksam? Wie formen hegemoniale Narrative unser Verständnis von Raum, und wie lassen sich queere, feministische und nicht-normative Perspektiven als gestaltende Raumpraktiken sichtbar machen? Wie kann das lustvolle und emotionale Potential von Räumen bestehende Stadtentwicklungs- und Erinnerungspraktiken irritieren, öffnen und transformieren und welches Demokratisierungspotenzial tragen Gegen-Erzählungen in sich?
Gäst*innen: Folke KöbberlingJakob Margit Wirth Der französische Philosoph Michel Serres nannte die Störung als künstlerische und politische Strategie den Parasiten: ein Drittes, ein produktives Rauschen im System, als Unterbrechung, die unsere Aufmerksamkeit umlenkt und Ordnungen sichtbar macht, die wir im Alltag kaum mehr wahrnehmen. Der Parasit ist nicht destruktiv, er verlangsamt, irritiert, decodiert und schafft damit etwas Neues. Aber wie lassen sich Ordnungen irritieren, ohne sie zu zerstören? Wie lässt sich das Vorhandene umleiten, transformieren und befragen? Und wie kann daraus gesellschaftliche Bewegung entstehen – vielleicht sogar demokratische Energie?
Gast: Alexander Koch (Neue Auftraggeber)Sollte in einer lebendigen Demokratie nicht jede Bürgerin und jeder Bürger von herausgehobener Bedeutung sein? Müsste gerade in Sachen Kultur nicht mehr gesellschaftliche Kommunikation, mehr Dialogfähigkeit, mehr Aushandlung zwischen verschiedenen Stimmen und Interessen möglich sein? Sollten Bürgerinnen und Bürger nicht proaktiver mitentscheiden können – besser noch: miteinander entscheiden können, welche Kunst ihr Lebensumfeld prägt? Aber wie werden Bürger:innen zu Auftraggeber:innen? Die Antwort liegt in der Methode der Neuen Auftraggeber, dem ersten Programm für zeitgenössische Kunst im Bürgerauftrag, das 1992 in Frankreich begründet wurde. Heute, über 30 Jahre später, hat diese Idee zehntausende von Menschen zusammengebracht.
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