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Die fünfte Schweiz
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Die fünfte Schweiz

Author: Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)

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Über 800'000 Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer haben ihren festen Wohnsitz im Ausland. Sie leben in über 65 Ländern.
In dieser Sendung geben sie Auskunft über ihren Alltag. Es sind Menschen aus Schweizer Familien, Vereinen, Firmenvertreter, Mitarbeiterinnen von Hilfswerken, Angehörige von Botschaften und Konsulaten
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Seit zwanzig Jahren lebt Massimo Biondi im Herzen der japanischen Hauptstadt Tokio. Mit seiner Frau Natsue wohnt er in einem traditionellen Quartier und pendelt zwischen IT-Job, Schauspielrollen und seinem Amt als Präsident des Schweizer Clubs. Massimo Biondi hat sich in Tokio ein Leben aufgebaut, das abwechslungsreicher kaum sein könnte. Der 54-jährige Zürcher arbeitet als IT-Spezialist, steht aber immer wieder auch als Schauspieler vor der Kamera und spielte bereits in verschiedenen japanischen Produktionen mit. Gemeinsam mit seiner Frau Natsue lebt er im Herzen der Millionenstadt. In einem Viertel, das bis heute seinen traditionellen Charme bewahrt. Und als Präsident des Schweizer Clubs in Tokio, pflegt er zudem die Verbindung zur Heimat: «Wir haben einmal im Monat unseren Stammtisch. Es tut gut, sich mit Menschen aus demselben Kulturkreis auszutauschen.» Besonders fasziniert Massimo Biondi die kulinarische Vielfalt in Japan. In Tokio gibt es über 100'000 Restaurants von Sushi Bars bis zum Italiener findet man alles: «In der Sake-Bar um die Ecke, habe ich sogar schon mal ein Raclette-Essen organisiert.» Ungeschriebene Regeln in Japan In Japan gibt es viele ungeschriebene Regeln, die Besuchende oft erst auf den zweiten Blick erkennen. Zum Beispiel beim Essen: Stäbchen stellt man nie senkrecht in den Reis, sagt Massimo Biondi: «Das ist Teil eines Trauerrituals und gilt im Alltag als tabu.» Auch im öffentlichen Verkehr läuft vieles anders: In Zügen und Aufzügen spricht man nicht, Ruhe wird als Zeichen von Respekt verstanden. Und generell gilt im öffentlichen Raum eine Kultur der Zurückhaltung. Lautes Auftreten oder auffälliges Verhalten wird schnell als unhöflich empfunden.
Die Bernerin Mirjam Zehnder lebt seit 2018 in Südschweden und hat sich dort als Volleyball-Scout einen Namen gemacht. Für die Volleyballmannschaft von Lund analysiert sie Spiele und schreibt Statistiken. Daneben engagiert sie sich seit vielen Jahren mit Herzblut für ein Kinderhilfswerk in Äthiopien. Mirjam Zehnder ist auf einem Bauernhof in Eriswil (BE) aufgewachsen. Seit 2018 lebt sie in der Stadt Lund im Süden von Schweden. Eine lebendige Studentenstadt nahe Malmö. Dort arbeitet sie als Scout im Trainerteam des Volleyballclubs von Lund. Bereits seit sie zwölf Jahre alt ist, spielt Mirjam mit Leidenschaft Volleyball und hat im schwedischen Volleyballverband längst einen festen Platz gefunden. Als Scout analysiert sie Spiele, Spielerinnen und gegnerische Teams: «Ich zeichne Ballkontakte auf, führe detaillierte Statistiken darüber, was auf dem Spielfeld passiert, und erstelle Videoanalysen für taktische Entscheidungen.» Nach ihrem Bachelor in Germanistik und Politikwissenschaften in Bern und einem Zwischenjahr bei einem Radiosender zog Mirjam für ihren Master in Medien- und Kommunikationswissenschaften nach Schweden. Kinderhilfswerk in Äthiopien Neben dem Volleyball schlägt Mirjams Herz seit vielen Jahren für ein Kinderhilfswerk in Äthiopien. Bereits mit 19 war sie drei Monate in Addis Abeba und arbeitete dort bei einer regionalen Zeitung. Seither kehrt die 35-Jährige immer wieder für einige Wochen zurück. Ihr Engagement für die Kinder begleitet sie bis heute genauso wie der Volleyball, der sie in Schweden heimisch gemacht hat.
Georgia Begbie ist in Ittigen (BE) aufgewachsen, hat irisch-schottische Wurzeln und lebt heute als Profitänzerin in Mannheim. Beim Tanzfestival «Steps» steht sie dieses Jahr erstmals selbst auf der Bühne. Ein lang gehegter Traum. Die 31-jährige Georgia Begbie entdeckte das Tanzen mit vierzehn Jahren. Nach ersten Jazzdance-Stunden in Ostermundigen führte sie ihr Weg nach Dublin und später an die renommierte Fontys-Tanzschule in Tilburg in den Niederlanden. Dort fand sie ihre künstlerische Heimat im zeitgenössischen Tanz: «Ich habe relativ spät mit dem Tanzen begonnen, aber ich wusste von Anfang an, ich will Tänzerin werden.» Dieses Jahr tritt sie erstmals beim renommierten Migros-Kulturprozent Tanzfestival Steps auf. Mit der belgischen Dance Company «Circumstances» und dem Stück «Beyond». Ein besonderer Moment in ihrer tänzerischen Laufbahn: «Früher sass ich im Publikum, heute darf ich mein Können auf der Bühne zeigen.» «Mannheim wirkt industriell aber dahinter pulsiert eine lebendige Subkultur.» Seit sieben Jahren lebt die Bernerin Georgia Begbie in Mannheim (D). Dort hat sie ihren Lebensmittelpunkt gefunden und in zahlreichen Tanzprojekten mitgewirkt. Auf den ersten Blick wirke die Stadt unscheinbar, doch ihr Charme zeigt sich schnell. Mannheim biete einiges. Eine kreative Szene, offene Menschen und mit dem Louisenpark am Neckarufer sogar ein idyllisches Naherholungsgebiet: «Wie wir hier zu sagen pflegen: Man weint zweimal in Mannheim. Wenn man ankommt und wenn man wieder gehen muss.»
In Wakefield auf Neuseelands Südinsel hat die Baselbieterin Christine Grieder ein kleines Freilichtmuseum geschaffen, das an Pionierzeiten erinnert. Zwischen historischen Gebäuden pflegt sie einen üppigen Garten und züchtet Monarch-Schmetterlinge. Christine Grieder wanderte vor 34 Jahren von Sissach (BL) nach Neuseeland aus. In Willow Bank bei Wakefield baute sie auf ihrem Grundstück über die Jahre ein kleines Dorf auf, das die Zeit vor über hundert Jahren lebendig macht. Mit Bäckerei, Post, alter Kirche und Cottages, in denen Gäste sogar übernachten können. «Es kommen auch viele Schulklassen zu Besuch und versetzen sich in die damalige Zeit.» Christine selbst lebt in einem historischen Haus aus dem Jahr 1879. Früher etablierte sie sich als Antiquitätenhändlerin und verschiffte 18 Container voller Möbel und anderer europäischer Stücke nach Neuseeland: «Dann kam das digitale Zeitalter mit Onlineplattformen.» Viele dieser antiken Gegenstände finden heute ihren Platz im Freilichtmuseum Willow Bank. Dank zahlreichen freiwilligen Helferinnen und Helfern hält Christine die Geschichte Neuseelands lebendig: «Hier kann man Geschichte anfassen!» Ihr kleines Dorf lässt Besucherinnen und Besucher in die Pionierzeit eintauchen. Grosser Garten und Schmetterlinge In ihrem Selbstversorgergarten wachsen Tomaten, Kartoffeln, Beeren, Bohnen, Chilis, Pflaumen und Rüebli. Fast alles, was man sich vorstellen kann. Daneben züchtet Christine Grieder mit viel Passion Schmetterlinge für die Natur. Mit grosser Geduld zieht sie Monarch-Schmetterlinge auf und lässt die prachtvollen Falter später in die wilde Natur Neuseelands ausfliegen.
Richy Hafner ist mit seiner Familie nach Wellington ausgewandert in Neuseelands Filmhochburg, wo Filme wie «Herr der Ringe» und «Avatar» entstanden. Jetzt will der Filmemacher aus Horgen (ZH) dort Fuss fassen. Richy Hafner ist Filmemacher, Storyteller und Regisseur. Der 51-Jährige hat letzten Oktober mit seiner Familie den Zürichsee gegen die windige Hauptstadt Neuseelands getauscht. Wellington gilt als Zentrum der neuseeländischen Filmindustrie. Die spektakuläre Natur dient als Kulisse für Grossproduktionen wie «Herr der Ringe» und in den Filmstudios entstehen Blockbuster wie «Avatar». Regisseur James Cameron liess sich sogar einbürgern und ist jetzt ein Neuseeländer. Genau hier im kreativen Schmelztiegel der Hauptstadt will Richy als Filmemacher Fuss fassen und seine neue Chance nutzen: «Die Filmindustrie ist hier viel offener und neugieriger für Ideen.» Haus am Meer Richy und Carly Hafner leben mit ihren beiden Kindern Riley und Jonah in Eastbourne, einem kleinen Vorort in der Bucht von Wellington. Ihr Haus liegt am Ende der Strasse, wo der Leuchtturm steht und nur paar Gehminuten vom Strand entfernt: «Hier ist es ruhig. Es gibt einen Metzger, einen Supermarkt und ein Café», sagt Richy. Mit der Fähre kann man gemütlich nach Wellington City, auf die Seite von Downtown fahren. Richy Hafner hat einen 25-jährigen Sohn aus erster Ehe. Iain plant bereits, ihnen nach Neuseeland zu folgen.
Seit acht Jahren leben Urs und Minda Grünig ohne feste Adresse in ihrem kleinen VW-Bus mit Anhänger und Motorrad. Zwischen Tasmanien und dem australischen Festland erleben sie Natur, Freiheit und pures Abenteuer. Der Berner Urs Grünig, einst selbständiger Kameramann und Cutter für Film- und Fernseh- Produktionen, kehrte nach Jahren in Australien zurück in die Schweiz. Doch vor acht Jahren, zog es ihn erneut nach Down Under. Mit 70 lebt er heute zusammen mit seiner Frau Minda als moderner Nomade im VW-Bus. Besitz verkauft, Adresse aufgegeben, Freiheit gewonnen. «Warum soll ich im Alter in einer Wohnung sitzen und Däumchen drehen. Der VW-Bus ist unsere Altersresidenz auf vier Rädern», sagt Urs Grünig. Das Leben in der Freiheit sei immer wieder aufs Neue ein Abenteuer: «Jeder Tag ist anders, wir treffen auf die verschiedensten Menschen und erleben Momente, die man nie vergisst!» Tasmanien als Homebase Urs und Minda Grünig pendeln regelmässig zwischen dem australischen Festland und Tasmanien. Tasmanien sei ihre «Fluchtinsel», sagt Urs: «Hier ist alles ruhiger, die Menschen sind herzlich und das Klima deutlich angenehmer als auf dem Festland.» Was er aus seiner Schweizer Heimat am meisten vermisst, sind seine Familie, die Berge und richtig gutes Brot. «Darum backe ich mein eigenes, direkt aus der Backstube in unserem kleinen Zuhause auf vier Rädern».
Seit 15 Jahren wohnt der Basler Urs Gysin im Schleusenwärterhaus Nr. 34S am Canal de Bourgogne. Zwischen vorbeiziehenden Hausbooten erfüllt er sich nach der Pensionierung einen Traum: Ein Leben am Wasser, das ihn seit Jahren unterwegs als Freizeitkapitän auf Europas Binnengewässern fasziniert. Als Urs Gysin vor rund 17 Jahren das verlassene Schleusenwärterhaus Nr. 34S in Gissey-sur-Ouche entdeckte, wusste er sofort: Hier beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Das Haus am Canal de Bourgogne, nur 25 Kilometer südlich von Dijon, stand damals leer, heute ist es sein Lebensmittelpunkt. Mit viel Geduld konnte er die Behörden von seinem Projekt überzeugen und hat mit handwerklichem Geschick das Schleusenwärterhaus renoviert und zu neuem Leben erweckt. Der frühere Werber ist seit jeher von der Binnenschifffahrt begeistert und befuhr praktisch alle schiffbaren Flüsse und Kanäle in unserem westlichen Nachbarland: «Die Wasserstrassen kenne ich wie andere Strassenkarten. Jede Schleuse, jede Abzweigung, jede Passage.» Viele Jahre lang tuckerte er im Urlaub auf der Fracht-Péniche «Baron de l’Écluse», die er gemeinsam mit Freunden besass und zu einem Wohnschiff umbauen liess. Quer durch Frankreichs Gewässer, bis nach Deutschland, Holland und Belgien. Canal de Bourgogne Der Canal de Bourgogne mit seinen 242 Kilometern und 189 Schleusen ist Teil der Verbindung zwischen dem mediterranen und dem atlantischen Becken und war einst eine wichtige Verkehrsader im kontinentalen und lokalen Güterverkehr. Bis zu 30 Frachtschiffe pro Tag wurden an der «Ecluse 34S Moulin du Banet» hinauf oder hinuntergeschleust. Heute ziehen von April bis Oktober pro Tag noch etwa ein Dutzend Privat- und Hotelboote vorbei.
Seit bald anderthalb Jahren reisen Franz und Pia Feldmann mit ihrem Wohnmobil-Truck um die Welt. «Wir nehmen jeden Tag, wie er kommt, haben keinen genauen Plan», so Franz. Die Spontanität gebe viel Freiheit. Momentan weilt das Paar im Oman im Südosten der arabischen Halbinsel. Franz und Pia Feldmann leben ihren Traum. Ihren Job als Lehrerin und Sportjournalist haben die beiden an den Nagel gehängt und entdecken die Welt. Seit September 2024 reisen die Abenteurer mit ihrem umgebauten Bundeswehr-Lastwagen um den Globus, so lange, wie es sich richtig anfühlt. Begonnen hat ihre Reise in Wangen (SZ): «Wir dachten, wir fahren mal Richtung Ostsee, mit der Idee, wieder heimzukehren und erste Reparaturen zu erledigen. Doch wir kamen noch nie zurück», sagt der ehemalige Oberstufenlehrer und Sportjournalist. Stattdessen fuhren sie quer durch Europa. Über Schweden und Finnland bis nach Griechenland, wo sie den Winter verbracht haben. Danach reisten die Glarner weiter nach Armenien und Georgien und schliesslich durch den Irak in den Oman, wo sie derzeit mit ihrem Camper unterwegs sind und eine neue, fremde Welt entdecken. «Eine schier grenzenlose Gastfreundschaft» Mit ihrem umgebauten Truck sorgen Franz und Pia Feldmann fast überall für Aufsehen. Ihr Camper sei eigentlich ein Tiny House auf Rädern, erklärt Franz. Oft werde gehupt, fotografiert oder gewinkt, wenn sie Halt machen. Kein Wunder bei diesem rollenden Zuhause. Besonders beeindruckt sind die beiden von der teilweise grenzenlosen Gastfreundschaft unterwegs: «Die Leute sind unglaublich herzlich, laden uns ein und helfen uns jederzeit weiter.»
Claudia Moustaquim aus Pfungen (ZH) hat ihr Leben neu aufgebaut fern der Schweiz, direkt am Atlantik. Gemeinsam mit ihrem Mann Mehdi lebt sie in Marokko, umgeben von Meer, Kultur und Gastfreundschaft. Seit fünf Jahren lebt Claudia Moustaquim mit ihrem Mann Mehdi in Marokko. Aktuell wohnt das Paar in Aglou, einer kleinen Ortschaft rund eineinhalb Stunden von der Hafenstadt Agadir entfernt. In ihrer Villa mit Meerblick bauen sie ihr Maison d'Hôtes auf – ein kleines, privat geführtes Gästehaus, in dem Begegnungen und Gastfreundschaft im Mittelpunkt stehen. «Wir lieben Menschen und möchten zurück zu den Wurzeln der Gastfreundschaft», sagt Claudia. Mehdi bringt jahrelange Erfahrung aus der Tourismusbranche mit: Als Tourguide kennt er Marokko in all seinen Facetten, er hat Rundreisen geleitet, Events organisiert und als Maître de Cabine bei einer Fluggesellschaft gearbeitet. Seine marokkanische Kochkunst und sein Insider-Wissen begeistern die Gäste. Claudia ist im Online-Marketing tätig, dieses Know-how nutzt sie auch für ihr Maison d'Hôtes. Die Hotelfachfrau HF verbindet ihre digitale Kompetenz mit ihrer Leidenschaft für Gastfreundschaft und sorgt dafür, dass sich die Gäste rundum wohlfühlen. Kennengelernt haben sich die beiden über eine Freundin während einer Marokko-Rundreise. «Marokko ist reich an Kultur» Claudia ist fasziniert von Marokkos kultureller Vielfalt, wo Berge, Schnee und Meer nah beieinanderliegen. Vor allem ist die 42-Jährige aber von der Offenheit und Gastfreundschaft der Leute beeindruckt. In Mehdis Familie fühlt sich Claudia Moustaquim zuhause: «Mehdis Eltern haben mich sehr herzlich aufgenommen. Es ist eine gläubige und gleichzeitig weltoffene Familie.» Auch die Mehrsprachigkeit der Schweiz half ihr, sich rasch zu integrieren.
Nicolas Kreutter machte in Berlin als Radiomoderator Karriere, war Entwickler von TV-Formaten und Kreativberater. Heute lebt der gebürtige Basler mit seiner Familie im Südosten von Irland, betreibt Deutschlands grössten Auswanderer-Podcast und geniesst die Ruhe fernab vom Grossstadtrummel. Achtzehn Jahre Berlin, acht davon als «DER SCHWEIZER» im härtesten Radiomarkt Europas. So kennt man Nicolas Kreutter. Vor vier Jahren zog der Basler mit seiner Familie in den Südosten Irlands. In einem hundertjährigen ehemaligen Farmhaus in New Ross, in der Grafschaft Wexford. Dort geniesst er die Ruhe und die atemberaubende Natur. Neben seiner Arbeit als Autor für Sender und Verlage ist er hauptsächlich Podcaster: Seit über fünf Jahren erzählt er inspirierende Geschichten von Menschen, die den Schritt ins Ausland gewagt haben: «Ich bin selbst zweimal ausgewandert und weiss, wie gross die Herausforderungen sind», sagt Nicolas. Hundertjähriges Farmhaus Das Haus der Familie Kreutter ist ein hundertjähriges irisches Farmhaus mit viel Umschwung: «Es hat viel Land und kaum Leute.» Mit viel Herzblut hat die junge Familie das Anwesen renoviert. Wer Irland entdecken will, kann sogar im traditionellen Gästehaus Urlaub machen.
Ruth und Andreas Perracini haben sich in Costa Rica ihren Lebenstraum erfüllt. Im Bergdorf Navarro del Socorro führen sie ein kleines Bed & Breakfast. Mitten in üppiger Natur und fest verankert in der Dorfgemeinschaft. Ruth und Andreas Perracini haben ihren Traum verwirklicht. Die Liebe zu Costa Rica begann 1996 in den Flitterwochen und liess sie nie mehr los. «Wir wussten von Anfang an, das ist unser Land, wo wir einmal leben möchten.» Nach unzähligen Reisen durch Costa Rica haben sie ihr Anwesen mit viel Umschwung im Bergdorf Navarro del Socorro, in der Provinz Cartago gefunden. Seit drei Jahren führt das Paar ein Bed & Breakfast mit schmucken Bungalows inmitten der Natur: «Wir haben mit viel Herzblut ein kleines Paradies erschaffen,» sagt Ruth Perracini: «Ich habe noch nie so eine üppige Vegetation und so viele Vogelarten, wie hier gesehen.» Soziales Engagement wichtig Ruth und Andreas Perracini engagieren sich auch ehrenamtlich in der Dorfgemeinde. Andreas hilft beim Müll einsammeln am Strassenrand, Ruth backt Kuchen für Schulfeste und gibt kostenlos Englischunterricht. Sich sozial zu engagieren sei enorm wichtig, sagt Ruth: «Wir möchten Teil der Gemeinde sein. Die Einheimischen schätzen das sehr.»
Der Zürcher Candid Aeby lebt seit sieben Jahren im thailändischen Ubon Ratchathani, unmittelbar an der kambodschanischen Grenze. Mit seiner Frau, der bekannten Sängerin Vacharaporn Somsuk, hat er sich ein neues Leben zwischen Musik, Alltag und Familienkultur aufgebaut. Candid Aeby aus Zürich hat sein Leben in den Nordosten Thailands verlegt. In der Provinz Ubon Ratchathani, nahe der kambodschanischen Grenze, lebt er mit seiner Frau Vacharaporn Somsuk, einer in Nordost Thailand bekannten Sängerin. Kennengelernt haben sich die beiden in Bangkok: «Ich begleite sie oft auf ihren Konzert Tourneen quer durch Thailand.» Abseits der Öffentlichkeit lebt das Paar bewusst zurückgezogen. Sie bewohnen ein grosses Haus mit Garten, in dem Papayas, Mangos und Bananen wachsen. Zwei Fischteiche gehören ebenfalls dazu. Der ehemalige IT-Spezialist schätzt die ruhige Lebensweise und die familiäre Verbundenheit: «Die Warmherzigkeit der Menschen und die Kultur beeindrucken mich bis heute.» Die Region ist geprägt von Mischwäldern, Savannen und weiten Reisfeldern. Eine Landschaft, die Candid seit seiner ersten Thailandreise vor 25 Jahren fasziniert. Der einzige Schweizer weit und breit Ubon Ratchathani ist die grösste Provinz Thailands und doch ist es weniger touristisch als in den klassischen Hotspots. Candid Aeby ist in unter 12’000 Einwohnern der einzige offiziell registrierte Ausländer: «Es ist authentischer und ruhiger hier. Die Gegend zieht Reisende an, die Thailand abseits des Massentourismus erleben wollen.»
Seit 2007 lebt Barbara El Nimra Gerber in Kairo, wo sie Bauchtanz und Kunst frei auslebt und ihre neue Heimat sie täglich inspiriert. El-Nimra bedeutet «Kleiner Tiger», sagt die 72-Jährige: «Der Name passt zu mir, ich war schon immer eine Kämpferin!» Als Barbara Gerber 2007 in ein altes Stadtviertel von Kairo zog, fand sie endlich den Raum, den sie suchte. Einen Ort, an dem sie sich ganz ihrer Kunst widmen konnte. Seit 1993 prägt der Bauchtanz ihr Leben, später kamen Malerei und das kunstvolle Verarbeiten von Materialien aus den Basaren hinzu. Bevor sie in Ägypten heimisch wurde, reiste sie durch Europa, lebte in Nidau am Bielersee und wurde erst sesshaft, als ihre Kinder zur Schule gingen. Doch als diese ausflogen, kehrte das Gefühl der Enge zurück. «Es hat mich fast erdrückt», sagt sie. Auf der Suche nach authentischem ägyptischem Bauchtanz führte ihr Weg sie nach Kairo, wo sie sich sofort willkommen fühlte und sogar eine Wohnung angeboten bekam. Für Ausländer ein seltenes Privileg: «Hier fühle ich mich frei und kann tun und lassen, was ich will.» Zwischen zwei Kulturen leben Barbara Gerber beachtet die gesellschaftlichen Regeln des muslimisch geprägten Landes doch ihre farbigen Fingernägel, Kettchen und Ringe liess sie sich nie nehmen. «Künstlerinnen und Künstler haben in der arabischen Welt einen hohen Stellenwert. Darum akzeptieren mich die Einheimischen so wie ich bin.»
Rafael Mosberger aus Luzern lebt seit fünfzehn Jahren in Schweden. Mit seinem Startup entwickelt er Sensoren und Software für mobile Maschinen, die autonom in Minen und Tunneln fahren und Menschen vor gefährlicher Arbeit schützen. Die ETH-Lausanne führte Rafael Mosberger damals nach Schweden. Heute lebt er in Örebro: «Eigentlich wollte ich nur sechs Monate bleiben und in Schweden meine Masterarbeit schreiben.» Aus der Forschung an der Universität entstand die Idee für ein eigenes Unternehmen. Gemeinsam mit Kollegen gründete Rafael Mosberger ein Robotik-Startup, das Sensorsysteme und Navigierungssoftware für autonome Maschinen entwickelt. Viele dieser Fahrzeuge bewegen sich selbstständig durch grosse, weitläufige Untergrundminen ohne Fahrer und ohne Risiko für Menschen. Die Sensorik liefert die Daten, damit die Maschinen sicher und präzise arbeiten können. Rafael Mosberger lebt mit seiner Partnerin im Zentrum von Örebro. Die Stadt mit rund 160'000 Einwohnern, liegt zwei Stunden westlich von Stockholm. Weihnachten auf Schwedisch Statt Samichlaus feiert man in Schweden am 13. Dezember das Luciafest. Ein wichtiges Lichterfest, das Licht in die dunkle Winterzeit bringt, die Heilige Lucia ehrt und die Weihnachtszeit einläutet: «In den Wintermonaten ist es früh am Nachmittag bereits dunkel.» Am Heiligabend gehört das «Julbord» dazu. Ein üppiges Weihnachts-Buffet mit unter anderem eingelegtem Hering, den berühmten Fleischbällchen «Köttbullar» und Kartoffelauflauf.
Meret Räber lebt mit ihrem Mann Bernardo im Rio Hurtado Tal im Norden von Chile. In Seron betreiben die beiden ihre eigene grosse Farm. Mit Pferden führen sie Gäste durch die wilde Landschaft der Anden und lassen sie die chilenische Kultur hautnah erleben. Aufgewachsen in Oberburg im Kanton Bern, entdeckte Meret Räber in Südamerika ihre zweite Heimat. Nach Stationen in Argentinien, Ecuador und Chile entschied sie sich, ihr Leben den Anden zu widmen. Meret Räber kennt das Rio Hurtado Tal schon seit vielen Jahren. 2009 war sie Touren-Guide auf einer Hazienda im Tal und machte auch Führungen in der zur Anlage gehörenden Sternwarte. Im Rio Hurtado Tal befinden sich zahlreiche bedeutende Sternwarten: «Der Norden Chiles ist weltbekannt für seinen klaren Sternenhimmel.» Bei der Arbeit lernte sie damals ihren chilenischen Mann Bernardo kennen, mit dem sie nach der Heirat ihr eigenes Projekt startete. Meret und Bernardo – Ein starkes Team Meret Räber und ihr Mann Bernardo Rojas haben im Rio Hurtado Tal, im Dorf Seron, ihre eigene Farm aufgebaut. Beide sind handwerklich begabt und haben mit viel Einsatz und Kreativität ein Zuhause geschaffen, das zugleich Ausgangspunkt für ihre Arbeit ist. Auf der Farm organisieren sie Reitausflüge und lassen Gäste die Natur und Tradition der Anden hautnah erleben.
Vom Tösstal in die Welt: Marvin Guggisberg lebt in der Millionenmetropole Singapur und bringt als HR-Manager der Lufthansa Group Menschen zusammen und ein Stück Schweiz nach Südostasien. Seit Anfang des Jahres arbeitet Marvin Guggisberg für die Lufthansa Group in Singapur und rekrutiert als HR-Manager Personal, treibt Transformationsprojekte voran und ist für die Personalentwicklung verantwortlich: «Internationale Teams bringen Vielfalt und genau das macht die Zusammenarbeit so spannend.» Singapur fasziniert mit seiner Skyline, seiner Mischung aus Moderne und Natur und der Vielfalt an Kulturen: «Ich war neugierig und wollte meinen Horizont erweitern», sagt Marvin. In der multikulturellen Metropole trifft er täglich auf Menschen aus aller Welt: «In Singapur kommt keine Langeweile auf. Die Stadt hält täglich neue Überraschungen bereit.»
Seit 15 Jahren lebt Ursula Schläppi in der Hafenstadt Cartagena in Kolumbien. Als Direktorin einer gemeinnützigen Organisation setzt sie sich für Kinder und Erwachsene mit kognitiven und mehrfachen Behinderungen ein. Mitten in einer Stadt, in der die soziale Kluft besonders sichtbar ist. Vor 19 Jahren entdeckte Ursula Schläppi ein Stelleninserat, in dem eine Fachperson gesucht wurde, um die heilpädagogische Früherziehung in einem Zentrum in Cartagena, Kolumbien, aufzubauen: «Ich kannte die Stadt von einer früheren Reise und habe mich auf das Inserat gemeldet.» Am Anfang waren es jeweils ein paar Monate, daraus wurden viele Jahre. Ursula Schläppi hat das Zentrum mit viel Herzblut mit aufgebaut. Mittlerweile werden dort über 1400 Kleinkinder, Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Behinderungen betreut, gefördert und geschult. Besonders wichtig sei die Arbeit mit den Familien: «Wir bilden Mütter aus, damit sie ihren Kindern im Alltag Unterstützung in deren Entwicklung geben können.» Gemeinsam mit ihrem Team besucht Ursula Schläppi regelmässig Familien in den Armenvierteln Cartagenas: «Viele Familien können sich eine Reise zu uns ins Zentrum nicht leisten. Umso wichtiger ist es, dass die Hilfe direkt zu ihnen nach Hause kommt.» «Die Menschen sind offen für Inklusion» Tief beeindruckt ist Ursula Schläppi von der Haltung der Menschen, die trotz Armut und schwieriger Lebensumstände mit dem Thema Behinderung konfrontiert sind: «Gerade sie sind es, die eine grosse Offenheit für Inklusion zeigen. Trotz ihrer schwierigen Lebensumstände bewahren die Menschen ihre Fröhlichkeit und schöpfen das Beste daraus.»
Seit vier Jahren lebt der Basler Serge Policky in der kleinen Gemeinde Loxahatchee im Palm Beach County, Florida. Mitten im Naturschutzgebiet kaufte sich der 59-Jährige ein Haus mit viel Umschwung. Umgeben von Pferden und Kühen. Ab und zu lassen sich auch Alligatoren und Schildkröten blicken. Serge Policky hat eine bewegte Karriere hinter sich. Der Basler war viele Jahre Radiomacher mit Herzblut, hatte sein eigenes Schreibbüro und arbeitete für eine amerikanische Fernsehproduktionsfirma in Virginia. Zurück in der Schweiz bildete er sich zum Fitness Instruktor und Hypnosetherapeuten aus. Weil er in der Schweiz keine Familie mehr hat, zog es Serge Policky vor vier Jahren zu seiner Schwester nach Florida: «Meine Schwester lebt schon dreissig Jahre hier. Zudem sind ältere Menschen in Amerika auf dem Arbeitsmarkt sehr willkommen.» Heute führt der 59-Jährige mit Erfolg sein eigenes Gesundheitszentrum in Boca Raton, Palm Beach County. Jede Woche 800 Kilometer Pendeln In Amerika ist es normal, lange Strecken mit dem Auto zu fahren. Mittlerweile auch für Serge Policky. Sein Gesundheitszentrum befindet sich in Boca Raton, etwa zwei Autostunden von Loxahatchee entfernt: «Pro Woche lege ich ganze 800 Kilometer mit dem Auto zurück!» Der Basler nimmt es aber gelassen: «Wenn ich im Auto sitze, dann höre ich regelmässig SRF 4 News und SRF 1. So bleibt mir ein Stück Heimat.»
Alexandra Toftmark lebt ihren Traum in Schweden. Die Bernerin hat ihre Karriere als Rechtsanwältin für die Liebe eingetauscht und ist vor zwei Jahren nach Schweden gezogen. Mit ihrem schwedischen Mann lebt sie in der kleinen Stadt Ulricehamn und engagiert sich mit Herzblut als Seeretterin. Schon als kleines Mädchen träumte Alexandra Toftmark davon, irgendwann Mal nach Schweden auszuwandern. Inspiriert wurde sie von Astrid Lindgrens Kinderserie «Wir Kinder aus Bullerbü»: «Ich war fasziniert von den Kindern, die ihre langen Sommerferien auf dem idyllischen Land verbringen.» Nach ihrem Jurastudium an der Universität Bern machte Alexandra Karriere bei der Berner und Stadtzürcher Polizei – doch Schweden blieb stets in ihrem Herzen. Sie lernte die Sprache, reiste immer wieder quer durch Skandinavien und vertiefte ihre Verbindung zum Norden. Ihren schwedischen Mann Anders lernte sie bei einem Besuch bei Schweizer Freunden kennen, die ein Ferienhaus in Varberg besitzen. «Er war ihr Nachbar und ein guter Freund.» Vor zwei Jahren ist Alexandra Toftmark zu ihm nach Schweden ausgewandert. Mit dem Landeswechsel kam auch ein Berufswechsel. Heute arbeitet Alexandra als Deutschlehrerin und ist mit Herzblut Seeretterin der Swedish Sea Rescue Society. «Die Seenotrettung ist tief verankert in der schwedischen Kultur» Alexandra Toftmark liess sich in Schweden zur Seeretterin ausbilden. Seither rettet sie Menschen, die in Seenot geraten sind: «Das Gewässer hier wird oft unterschätzt.» In Schweden ist die Seenotrettung tief verankert: «Es ist wie die Rega in der Schweiz und wird von Spendengeldern finanziert.»
Von der Lehre im Service zum Hoteldirektor eines Fünf-Sterne-Ressorts in Vietnam. Die Karriere von Claudio Schibli führt steil nach oben. Seit 18 Jahren lebt der Aargauer in Asien und kennt die Hotelbranche in der asiatischen Kultur durch und durch. Claudio Schibli aus Dottiken (AG) hat sich in Vietnam seinen Traum verwirklicht. Auf der Insel Phu Quoc führt der 47-Jährige seit über sechs Jahren ein Luxushotel mit über siebenhundert Zimmern. Claudio Schibli absolvierte die Hotelfachschule Belvoirpark in Zürich und wagte 2008 den Schritt nach Asien. Seither arbeitet er in der Hotellerie und lernte, dass beruflicher Erfolg in Asien nicht nur Fachwissen ist, sondern auch kulturelles Feingefühl verlangt: «Die grösste Herausforderung war, lokale Gewohnheiten und Denkweisen zu verstehen und vor allem zu respektieren.» Risotto auf Vietnamesisch Claudio Schibli steht als Hoteldirektor an vorderster Front. Oft auch in der Küche. Dort bringt er seinen Köchen die europäische Esskultur näher: «Sie sind sehr offen, neues auszuprobieren. Ich habe zwei Köche, die sich besonders für europäische Küche interessieren.»
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