Discover
vertikal horizontal. Glaubens- und Gewissensfragen
vertikal horizontal. Glaubens- und Gewissensfragen
Author: NDR Info
Subscribed: 98Played: 2,092Subscribe
Share
© Copyright Norddeutscher Rundfunk
Description
Der Podcast greift spannende Glaubens- und Gewissensfragen aus Religion und Gesellschaft auf. Unsere Reporter*innen liefern Analysen, bieten Orientierung und erhellen Hintergründe. Was macht gute Pflege aus? Ist Religion für junge Menschen unattraktiv? Muss ich jemandem verzeihen, wenn er seine Schuld eingesteht? Unsere Reporter*innen spüren wöchentlich spannenden Glaubens- und Gewissensfragen nach: erhellend, überraschend, lebensnah. Themen auf den Grund gehen, den Horizont erweitern: "vertikal horizontal. Glaubens- und Gewissensfragen" ist der Religions-Podcast von NDR Info. Anregungen, Hinweise und Kritik gern an: vertikalhorizontal@ndr.de
463 Episodes
Reverse
Umwelt- und Ernährungsexperten fordern eine radikale Ernährungswende. Sie sagen: Wir müssen anders produzieren und konsumieren, weil unsere Art der Ernährung schädlich ist für die Umwelt, das Klima und unsere Gesundheit. Ein Hebel zur Wende könnte die so genannte Gemeinschaftsverpflegung sein, also das Essen in Betriebskantinen, in Uni- und Schulmensen oder in Pflegeheimen. Auch viele kirchliche Einrichtungen verpflegen täglich Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Wie umweltverträglich und gesundheitsfördernd wird dort eingekauft und gekocht? Wir fragen nach in einem Krankenhaus, einer Schule und einer Kita.
Innerer Frieden: das beschreibt eine große Sehnsucht. Bei sich ankommen, in sich ruhen, gelassen mit sein, ein ruhiges Herz bekommen. Aber dieser innere Frieden muss oft hart erkämpft werden. Manchmal im Angesicht einer lebensverkürzenden Krankheit, die die körperliche Autonomie beendet und zum Leben in wenig selbstbestimmten Pflegeeinrichtungen zwingt. Manchmal in Überwindung eines Traumas, das von Flucht oder menschenunwürdigen Lebensbedingungen erzeugt wurde. Und manchmal führt ausgerechnet der Kampf zum inneren Frieden. Dann nämlich, wenn Kampfsport über körperliches Training und Disziplin auch zu Gelassenheit der Seele führt. Wir begleiten Menschen auf der Suche nach ihrem inneren Frieden.
Frauen, die für ihre Rechte, sei es im Alltag oder im Glauben, arbeiten und sich auf unterschiedliche Weise engagieren, stehen im Mittelpunt dieser Folge von Vertikal Horizontal. Anlässlich des internationalen Frauentages am 08. März fragen wir: Was sagen Koran und Bibel über die Frauen und inwiefern hallt das bis heute nach? Welche Erfahrungen machen Frauen auf dem Land? Und welche Bedeutung haben Frauennetzwerke?
Die jüdische Gemeinschaft in Deutschland ist stolz: Die neue Bundesbildungs- und Familienministerin Karin Prien ist jüdischer Herkunft. Und sie bekennt sich dazu. Sie war nicht immer so offen. Lange hielt sich die CDU-Politikerin an die Mahnung ihrer Mutter, ihr Jüdischsein in der Öffentlichkeit lieber zu verschweigen. Seitdem die ehemalige schleswig-holsteinische Bildungsministerin zum Bundeskabinett gehört, erhält sie aufgrund ihrer Positionen vermehrt Hassnachrichten. Prien vertritt entschieden ihre Standpunkte. Die Ministerin will den Kampf gegen Antisemitismus verstärken. Zudem wirbt sie für eine differenziertere Israel-Debatte. Karin Prien bringt eine neue Note ins Bundeskabinett. Wie stehen die jüdische Community, Weggefährten und Kritiker dazu?
In früheren Zeiten verzichteten Christinnen und Christen in der vorösterlichen Fastenzeit konsequent auf Fleisch und andere tierische Produkte wie Eier. Die Tradition des Verzichts praktizieren viele heute noch. Auch im Islam wird gefastet. Im Ramadan wird darauf geachtet, erst nach Sonnenuntergang Speisen und Getränke zu sich zu nehmen. Beide Fastenzeiten finden in diesem Jahr praktisch zeitgleich statt. Was ist der Kern dieser Wochen des Verzichts? Wie will man seinem Gott näher sein? Geht es um eine spirituelle Reise?
Was Krieg bedeutet, das haben bisher nur wenige am eigenen Leib erfahren. Von denen, die als junge Soldaten aktiv am Krieg teilgenommen haben, leben nur noch sehr wenige. Doch oft wirkt Tod, Trauer, Angst, Hunger, Zerstörung weiter, weit über das eigene Leben hinaus. Therapeuten wissen inzwischen: Was die Vorfahren erlitten haben, kann bei Kriegskindern, Kriegsenkeln und -urenkeln weiterwirken. Transgenerationale Traumata werden auf den ersten Blick häufig als unerklärliche Ängste, Aggressionen und Verhaltensweisen erlebt. Auch viele Soldaten im Auslandseinsatz leiden unter Depressionen und Angststörungen.
„Wie man Feindbilder schafft“ erzählt von der Entstehung der Propaganda aus dem Geist der Inquisition. Was einst in Rom begann, findet heute seine Fortsetzung in den sozialen Medien. Christfluencerinnen predigen eine Weltsicht von „Licht“ gegen „Dunkel“, sie beschwören einen heiligen Kampf von „Gut gegen Böse“. Auch islamistische Influencerinnen erreichen Hunderttausende mit radikalen Botschaften und stacheln zum Dschihad auf. Propaganda funktioniert längst nicht mehr nur über Kanzeln, sondern über Feeds, Reels und Hashtags. Wie wird dieser Krieg um die Köpfe in der Religion geführt – und wer stemmt sich dagegen? Der Islamwissenschaftler Eren Güvercin und die Juristin Liane Bednarz analysieren die Propaganda und zeigen auf, wie gefährlich digitale Heilsbotschaften heute geworden sind.
Mit Beginn des Jahres 2026 ist das neue Wehrdienstgesetz in Kraft getreten. Gleichzeitig hat die Bundesregierung die Finanzierung der Freiwilligendienste verbessert. Aber reicht das aus? Oder wäre es sinnvoller, mit einem Wehrdienst auch einen Sozialen Pflichtdienst einzuführen? Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier fordert schon länger die Einführung eines Gesellschaftsjahres. Gleichzeitig gibt es daran Kritik - und einen Gegenvorschlag. Wir schauen auf die aktuelle Situation der Freiwilligendienste und diskutieren über das Modell eines Sozialen Pflichtdienstes.
Vor zwei Jahren wurde die sogenannte ForuM Studie veröffentlicht. Ein unabhängiger Forschungsverband hatte sich intensiv mit dem Thema Sexualisierte Gewalt in der evangelischen Kirche beschäftigt. Darin wurden auch Empfehlungen ausgesprochen, die unter anderem einheitliche Standards bei den Anerkennungsleistungen für das erlittene Leid und bei der Aufarbeitung vorsahen. Wir blicken in unserem Podcast nach Niedersachsen. Denn dort gilt wie auch bundesweit seit dem 1. Januar eine neue Ordnung für die Anerkennungsverfahren in den evangelischen Kirchen. Und wir schauen auf das Projekt der URAK, der Unabhängigen Regionalen Aufarbeitungskommission, eine Kommission, deren Arbeit eigentlich schon im vergangen März starten sollte, aber dazu kam bislang nicht. Warum eigentlich?
Vielerorts zeigt sich: Die Gesellschaft in Deutschland ist polarisiert. Das gilt auch für das Thema Krieg und Frieden. Nicht selten ist der Ton rau. Positionen prallen scheinbar unversöhnlich aufeinander. Gegen diese Entwicklungen versuchen zahlreiche Gruppen anzugehen: Sie wollen Brücken bauen, anstatt Gräben zu vertiefen. So wie die Initiative „Verständigungsorte“ der evangelischen Kirche, wo kultivierter Streit erwünscht ist, um gemeinsam nach Lösungen zu suchen. So wie die Initiative „Kurve Wustrow“, die im niedersächsischen Wendland trainiert, wie man Konflikte gewaltfrei löst.
Seit mehr als 14 Jahren ist die Wehrpflicht in Deutschland ausgesetzt. Seit 2011 mussten sich daher junge Männer nicht mehr mit der Gewissensfrage auseinandersetzen, ob sie bereit sind zum Dienst an der Waffe oder nicht. Das Thema Krieg und Frieden war aus den Familien und aus der Öffentlichkeit verschwunden. Mit Beginn des Ukraine-Kriegs hat sich das geändert. Die aktuelle Diskussion um die Einführung einer neuen Wehrpflicht ist auch wieder bei den Jugendlichen angekommen. Frieden erhalten – aber wie? Was will die junge Generation verteidigen und was denkt sie über die Wehrdienstdebatte?
Schon immer waren die Sterne und Sternbilder Orientierungspunkte für die Menschen. Frühere Kulturen erzählten sich ihre Schöpfungsmythen anhand der Sternbilder, die den nächtlichen Himmel erleuchteten. Für islamische Gelehrte waren die Sterne Fixpunkte, um Mekka zu finden. Und das christliche Bild des Sternes über Bethlehem, dem die Magier, oder Könige folgen, um den neugeborenen Jesus zu ehren, hat bis heute nichts an seiner Strahlkraft verloren. Warum verbinden wir so viel mit den Sternen? Wo verläuft die Trennlinie zwischen Glauben und Wissenschaft? Wie festigten islamische Herrscher ihren politischen Einfluss mithilfe der Sterne? Und was war das eigentlich genau für ein Stern, der die drei Weisen geleitet hat?
Das Jahr ist fast zu Ende. Wir stecken kalendarisch mittendrin, in der Zeit zwischen den Jahren. Was geht, was kommt? Klar ist, damit etwas Neues anfangen kann, muss häufig erst etwas enden. Das aber muss dann keineswegs ein Endpunkt oder eine Art Sackgasse sein. In dieser Folge geht es deshalb um das Aufhören und um Wege, die sich dann erst zeigen.
Hoffnung ist immer eine Option, sagt die Benediktinerin Schwester Philippa Rath. Was aber, wenn die Hoffnung schwerfällt? Was, wenn die Angst übermächtig wird? Was, wenn man nicht weiß, was die ureigenste Aufgabe im Leben sein könnte? Vielen Menschen gehen in diesen eher ruhigen Weihnachtstagen Fragen durch den Kopf. Über Ängste, über Hoffnung und das Kreisen der Gedanken spricht Martina Kothe mit der Ordensschwester Philippa Rath in dieser Folge von Vertikal Horizontal, dem Podcast aus der NDR Redaktion Religion und Gesellschaft.
Frieden schaffen – ohne Waffen. Anfang der 1980er Jahre demonstrierten in der Bundesrepublik Hunderttausende gegen den Nato-Doppelbeschluss. Auch in der DDR regte sich Protest gegen die zunehmende Aufrüstung. Unter dem Dach der Kirche warnten nicht nur Christen vor der Gefahr eines Atomkriegs. Gut 40 Jahre später ist die Diskussion um Aufrüstung und Atomwaffen nicht beendet, doch seit dem Überfall Russlands auf die Ukraine hat sich die Stimmung in Deutschland geändert. Die Aufrufe der Friedensbewegung verfangen deutlich weniger. Viele Menschen bezweifeln, dass sich die angegriffene Ukraine ohne Waffen wehren kann. Müssen die Grenzen der Gewaltfreiheit neu verhandelt werden?
Mehmet Akif Dökmetas hat es geschafft: Nach seiner Ausbildung am Islamkolleg Deutschland wurde er als Gefängnisseelsorger angestellt. Bisher haben jedoch nur wenige Absolventen der staatlich geförderten Imamausbildung einen gut bezahlten Job als Geistlicher gefunden. Die Frage der Finanzierung ist nach wie vor ungeklärt. Dabei sollen die deutschen Moscheen schrittweise unabhängig werden von ausländischen Geldgebern wie der türkischen Regierung und ihrem Einfluss. Doch in Zusammenarbeit mit dem Osnabrücker Islamkolleg bildet nun auch der umstrittene Islamverband DITIB mehr Imame in Deutschland aus. Rund 50 islamische Theologen aus der Türkei sind bereits eingetroffen und lernen Deutsch. Welches Islambild vertreten die neuen Imame? Und welche Rolle können sie als Brückenbauer spielen?
Luft – sie ist unsichtbar und doch überall. Sie trägt uns, verbindet uns, und ohne sie gäbe es kein Leben. Erst wenn sie fehlt, merken wir, wie wesentlich sie ist. Doch Luft ist nicht nur ein physisches Element – sie hat auch eine tiefe spirituelle Dimension. In allen drei großen Religionen spielt der Atem eine zentrale Rolle: als Lebenshauch, als Zeichen göttlicher Gegenwart, als Brücke zwischen Himmel und Erde. Was bedeutet dieser göttliche Atem im Judentum, im Christentum und im Islam?
Ohne ehrenamtlich Engagierte würde in den christlichen Kirchen nicht viel laufen. Das ist unstrittig. Je mehr den Kirchen aber die Mitglieder abhandenkommen, desto wichtiger ist es, Jugendliche und junge Erwachsener fürs Ehrenamt zu motivieren. Denn sie sind die Zukunft. Wie müssen die Rahmenbindungen sein, damit die nachwachsenden Generationen zum Engagement bereit sind? Wir stellen Beispiele vor, wie es den Kirchen und ihren Wohlfahrtsverbänden gelingen kann, auf Jugendliche und junge Erwachsene zuzugehen.
Eine Flussbestattung, die Aufbewahrung der Urne zuhause, die Weiterverarbeitung eines Teils der Asche zum künstlichen Diamanten, das Verstreuen der Asche im eigenen Garten, Tuchbestattung auch aus nichtreligiösen Gründen: Dies alles ist seit kurzem in Rheinland-Pfalz möglich. Doch am liberalsten Bestattungsgesetz Deutschlands scheiden sich auch die Geister. Zu den Kritikern gehören die christlichen Kirchen. Aus ihrer Sicht sind einige der neuen Bestattungsformen nicht mit der Würde Verstorbener vereinbar. Und das Gesetz trage dazu bei, den Tod weiter aus der Gesellschaft zu verdrängen.
Immer wieder sorgen Kunstwerke, die Glaube und Religion thematisieren, für Konflikte. Die Podcastfolge unternimmt eine Zeitreise und beleuchtet unterschiedliche Fälle in der Geschichte der Bundesrepublik. Vom Schwarzweißfilm „Das Gespenst“ über eine Bombendrohung am Theater Heilbronn bis zu einem gelben Fleck auf der Soutane von Papst Benedikt XVI.. Und auch in der Gegenwart bleibt das Thema relevant, wurde doch im Sommer erst am Theater Osnabrück ein Stück über den Missbrauchsskandal der katholischen Kirche abgesagt. Warum kommt es zum Konflikt? Und welche Folgen hatten Kritik und Boykott für die Kunstwerke und Ihre Schöpfer*innen?


















