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Berichte aus Panoptopia
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Berichte aus Panoptopia

Author: Nils Zurawski

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Die Berichte aus Panoptopia versammeln Interviews, Essays, Kommentare und gegebenenfalls auch Vorträge aus dem Themensprektrum Überwachung, Kontrolle, Technologie und den Verknüpfungen dieser Aspekte und Phänome mit Gesellschaft.
34 Episodes
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Mit "Wunschland" hat der Soziologie Stefan Selke ein Buch über Utopien geschrieben, in dem er sich mit den sehr unterschiedlichen Vorstellungen von zukünftigen Welten beschäftigt hat. Elsa konnte mit ihm ein Interview machen und für den Friedenspodcasat wichtige Erkenntnisse zum Thema Frieden einholen. Sie erzählt Dominik, Elmar, Emma und Rieke in der dritten Folge von dem Interview und warum Utopien immer mit Frieden zu tun haben – so schwierig das in der Praxis auch zu sein scheint.
Hermann Sörgel, ein deutscher Ingenieur war besessen von seiner Idee, das Mittelmeer trocken zu legen. Unter anderem wollte er damit Frieden zwischen den Völkern stiften, die Energieversorgung Europas und Afrikas lösen und gleichzeitig für genug Nahrung für alle zur Verfügung haben. Dass dieses alles auch heute elementare Aspekte für Frieden sind, wissen wir inzwischen alle. Wie die Idee genau aussah und warum sie letztlich scheitern musste, erzählen euch Dominik, Elmar, Elsa, Emma und Rieke in Teil 2 ihres Podcasts.
Der Friedenspodcast ist aus einem Projektseminar an der Uni Hamburg im Wintersemester 2022-23 hervorgegangen. Die Student:innen Dominik, Elmar, Elsa, Emma und Rieke haben 3 Folgen produziert, die hier im Podcast eine Plattform zur Veröffentlichung gefunden haben. Das Seminar hat allen, mir (Nils Zurawski) eingeschlossen, sehr viel Spaß gemacht und ist, wie ich finde, sehr hörenswert. Die 3 Teile behandeln unterschiedliche Aspekte von Frieden und erzählen ganz verschiedene Geschichten.
Im Gespräch mit den diesjährigen Preisträger:innen des Journalismuspreises, unterhalten wir uns über die vielfältige Arbeit im Bereich Überwachung, Kontrolle, Datenschutz, warum Technikjournalismus wichtig, aber so speziell auch immer noch ein Randthema ist, warum die Luca-App so schlecht war, aber dennoch ein Erfolg, wie es um die Datensicherheit in Westafrika bestellt ist und wie man mit Near-Future-Krimis möglicherweise mehr Menschen erreicht um die Themen an die Leser:innen zu bringen. Zwei gestandere Journalistinnen und ein Nachwuchsteam tauschen sich aus und zeigen bespielhaft wieso der Preis wichtig ist und das Thema auf jeden Fall auch weiterhin interessant bleiben wird.
Mit den Autor:innen von "Die Gesellschaft der Wearbles" unterhalte ich mich über die Entwicklung des Internets von einer Utopie zu einem neoliberalen Kontrollinstrument, über die Kontrolle von Infrastrukturen, die Digitalisierung des Gesundheitssektors und den Zugriff der Internetkonzerne auf diesen und andere Bereiche. Schließlich geht es um die Frage, was in solchermaßen gestalteten Gesellschaften noch souverän bedeutet und wer die Souveränität besitzt und worüber sie sich ausdrücken könnte. Wir reden auch, aber ungern, über Carl Schmitt, vor allem aber den Konsum der Überwachung, die digitale Verführung und das, was die beiden die "programmierte Alternativlosigkeit" nennen. Außerdem gewähren die beiden Autor:innen einen Einblick in ihre gemeinsame Schreibpraxis und was es heißt gemeinsamk wissenschaftlich und publizistisch aktiv zu sein.
Mit Martin Kohler vom Creative Space for Technical Innovations an der HAW Hamburg erkunde ich Stadtutopien der Moderne und was aus ihnen geworden ist, wie neue Utopien von smarten und vor allem nachhaltigen Städten aussehen können, welche Rolle Technologie dabei spielen sollte – und häufig es bisher noch nicht tut – warum auch ein kleines Projekt wie "Klimafreundliches Lokstedt" eine Bedeutung über den Stadtteil hinaus hat, und inwiefern der Begriff der Smart City viel zu eng gedacht wird und die Kulturtechnik des Tauschens noch ganz am Anfang steht – trotz vieler Apps und Startup-Ideen dazu.
Im zweiten Teil des Gesprächs unterhalten wir uns über die industrielle Expansionspolitiks Chinas, warum sie wachsen müssen, welchee Motivation die Führung antreibt, wie ein konsumistischer Kommunismus funktioniert und welczhe Zukunft so ein Modell haben könnte. Außerdem frage ich Christoph Giesen, ob der Korrespondentenjob in China ein Traumjob ist – und erhalte eine sehr differenzierte Antwort. Christoph Giesen ist China-Korrepondent der Süddeutschen Zeitung und Preisträger des Surveillance Studies-Preises 2021. Anlässlich seines prämierten Artikel habe ich mit ihm ein Gespräch über Chinas industriellen Polizei- und Kontrollstaat geführt.
Christoph Giesen ist China-Korrepondent der Süddeutschen Zeitung und Preisträger des Surveillance Studies-Preises 2021. Anlässlich seines prämierten Artikel habe ich mit ihm ein Gespräch über China, den Irr- und Unsinn der Überwachung im Land, die digitalen Strategie Chinas, das Ringen um Kontrolle seitens der KP und die geopolitischen Bedeutungen der wirtschaftlichen Expansion Chinas auf globaler Ebene geführt. Im ersten Teil des Gespräches erörtern wir das chinesische Kontrollsystem, vor allem im Zuge der Corona-Krise und was es für einen Journalisten bedeutet unter solchen Bedingungen zu arbeiten.
"See something, say something", wäre eine eigentlich ungenügende Zusamenfassung des Gespräches und schon gar der Arbeit des SFB. Im Gespräch berühren wir auch nur einige Aspekte dieser Forschungen, auch, aber nicht nur solche, die an die Überwachung anschließen. Wir sprechen über Whistleblowing, die verschiedenen Sinne der Aufmerksamkeit, Vigilanz als mögliche Form anti-herrschaftlicher Kontrolle, den Denunzianten, das Recht, neue und alte Formen von Wachsamkeit auch in pandemischen Zeiten. Wir spannen dabei einen weiten Bogen und es wird klar, dass menschliche Aufmerksamkeit zu überindividuellen Zielen eine lange Geschichte hat und dabei immer von den kulturellen Gegebenheiten geprägt wurde. Für die Surveillance Studies liegen hier viele Erkenntnisse bereit, die sie theoretisch bestimmt bereichern können.
Eine EU-Direktive und in der Folge auch die DGSVO erlauben es Individuen Unternehmen und staatliche Stellen nach den über sie erhoben Daten anzufragen und darüber Auskunft zu erhalten. In einem Forschungsprojekt (EU, IRISS, 2012-2015, also noch vor der DGSVO) haben wir davon im Selbstversuch Gebrauch gemacht. Eine interessante Übung, die durchaus Fragen offen lässt. Für den HAW HH Science Slam habe ich dazu eine kurze Notiz gefertigt, die kurz und knapp davon erzählt – und gezeigt, wieso eine solche Forschung vor allem zum Nachdenken über Verschwörung anregen kann.
"Die Wache" ist eine dokumentarische Langzeitbeobachtung auf einer Polizeiwache in Münster. Er zeigt den Alltag der Polizei, oft sehr unspektakulär, manchmal langweilit. Gespräche der Beamt:innen während der Schichten, Reflexionen und das Normale kennzeichnen den Film. Im Gespräch mit Eva Wolf spreche ich über mögliche Kritik an dieser Darstellung, denn es geht nicht um Rassismus oder Gewalt, was die Dreharbeiten besonders macht, wie es ist im Feld Polizei als Filmemacherein oder Forscher zu arbeiten und warum auch solche Darstellungen nicht nur ihre Berechtigung haben, sondern für eine kritische Auseinandersetzung mit der Polizei wichtig sind.
Macht Staat Disziplin, so betitelte Adrian Lobe in der Taz vom 16.11. einen Artikel, in dem er sich Gedanken darüber macht, wie diszipliniert wir doch alle in der Corona-Krise sind. Ob das gut ist und der Staat hier mit einen Forderungen übergriffig agiert, oder warum die eigentlichen Technologien der Macht nicht länger in staatlichem Handeln, sondern in den Formen der Digitalisierung stecken, darüber geht unser Gespräch. Was hat also das Virus mit autonomen Fahren, die Politik des Neoliberalismus mit der Pandemie, die Disziplin mit unseren demokratischen Freiheiten zu tun? Zwischen diesen Polen erstreckt sich unser Diskurs über Disziplin, Demokratie und die digitale Zukunft.
Gefängnisse machen die meisten Menschen nicht besser, im Zweifel schlechter. Auf jeden Fall verfehlen sie ihren eigentlichen Zweck, nämlich den einer Besserung der Inhaftierten. Mit dem Rechtsanwalt, Kriminologen und ehemaligen Gefängnisdirektor Thomas Galli spreche ich über das Gefängnis als Idee, die Utopie einer gefängnislosen Welt, warum dieses eine Herausforderung für Gesellschaft wäre und was sich generell ändern müsste, damit so eine Idee überhaupt umsetzbar wäre. Das Gefängnis ist eine Erfindung der Moderne, Haftstrafen nicht der einzige Weg mit Delinquenz umzugehen, die letztlich auch nur ein Ausdruck einer gesellschaftlichen Lage ist. Diese Folge beschäftgit sich so mit die beiden Namensgebern des Podcast, dem Panoptikum und der Utopie. Wir diskutieren daran die Folgen für die Gesellschaft und welche Alternativen zur klassischen Gefängnisstrafe es möglicherweise geben kann oder bereits gibt.
Von E.A. Poe bis Paul Austers und mit vielen Stationen dazwischen – die Liste, in der Überwachung ein zentrales Thema ist oder auch nur angeschnitten wird in der Literatur der Welt ist groß. Mit der Anglistin Nicole Falkenhayner und dem Amerikanisten Florian Zappe spreche ich über dominante Narrative, mögliche Alternativen, alte und neue Bilder der Überwachung, über die Magie der KI, aufdringliche Erzählungen im allgemeinen und Überwachungsmotive bei Charles Dickens. Wir erörtern die Möglichkeiten von literarischen Erzählungen in Literatur und Film und wollen so der Disskussion eine weitere, oft vergessene Dimension hinzufügen.
Im Interview mit dem Medien- und Kulturwissenschaftler Roberto Simanowski sprechen wir über sein Buch Todesalgorithmus, über autonomes Fahren und warum damit allein keine Verkehrswende zu schaffen ist, welche Form der Ethik zur Beurteilung angemessen ist, den Unfall als Logik von Technologie, künstliche Intelligenz und ihre Rolle in einer Demokratie, die Konsequenzen von Technologie und den Algorithmus als Medium sowie dessen Ästhetik. Wir erörtern auch die Frage, ob KI träumen kann und wieso möglicherweise ein wichtiger Aspekt die Emotionen sind, die einer KI zu ihrer vermeintlichen Vollkommenheit fehlen.
Im Gespräch mit dem Philosophen Michael Nagenborg von der Universität Twente in den Niederlanden, spreche ich über Roboter als materielle Formen künstlicher Intelligenzen. Sie sehen möglicherweise so aus wie wir, so stellen wir uns Roboter auf jeden Fall vor. Aber warum eigentlich und wem hilft oder nützt das? Wir sprechen über denkende Brücken und warum 3D-Drucker auch Roboter sein können, warum Autos noch Lenkräder haben, was den Terminator mit dem Übermenschen verbindet und warum wir glauben oder befürchten der Mensch würde durch Roboter ersetzt. Verlieren wir die Kontrolle oder behaupten wir unsere Stellung auf dieser Erde? Und wann sind Roboter eigentlich wie Menschen und kann man sie dann auch diskriminieren? Wichtige Fragen für ein uraltes Thema der Menscheit: der künstliche Mensch mit einer künstlichen Intelligenz. Aber was wäre gewonnen und wovon reden wir eigentlich wirklich – das ergünden wir in dem Gespräch.
Mit der Soziologin Susanne Draheim und dem Informatiker Kai von Luck, beide vom Creative Space for Technical Innovations an der HAW in Hamburg, rede ich im zweiten Teil unseres Gespräches über die Angst von Künstlicher Intelligenz ersetzt zu werden, über Informatiker und ihre Weltsicht, die Möglichkeit neuer Utopien, die sich aus und durch neue Technologien ergeben, welche neuen Gesellschaftsmodelle wir für die Zukunft entwickeln müssen und warum es sich lohnt über seine eigene Arbeit und deren Wirkung in der Welt nachzudenken. Beim letzten Punkt sprechen wir vor allem über die Konsequenzen, welche die Entwicklung von Technik haben kann, was Dual Use damit zu tun hat und wie man mit welchen Argumenten umgehen kann. Ein lustvoll-provokanter Austausch von drei sehr gut aufgelegten WissenschaftlerInnen.
Im Gespräch mit der Soziologin Susanne Draheim und dem Informatiker Kai von Luck, beide von der HAW Hamburg erörtern wir wie die Informatik als generelle "problem solving mashine" an Lösungen arbeit, was die Soziologie damit zu tun hat, warum Informatikstudenten sich möglicherweise einen KI-Gott wünschen und welche Metaphern von Computern sinnvoll und welche für eine weiterführende Analyse von der technisierten Welt, in der wir leben, eher hinderlich sind. Kontrovers und provoktiv streiten sich zwei SoziologInnen und ein Informatiker über KI und warum wir keine Angst vor ihr haben sollten, auch wenn sie droht menschliche Aufgaben zu ersetzen und Menschen in vielen Bereichen überflüssig zu machen. Es gibt eine Kultur der KI, die es unbedingt zu beachten gilt. Sie nur als Technologien zu sehen, verleitet zu falschen Schlüssen und Hoffnungen. Technik ist auch Kultur und somit Symbol, Bedeutung und somit eine gesellschaftliche Tatsache.
Kevin Hall, Biochemiker, Soziologe und Kulturanthropologe hat zu Überwachung und Sichtbarkeitsregimen anhand von Influenzapandemien geforscht und promoviert. An Corona hat er bei Abgabe im letzten Jahr dabei nicht gedacht. Mit vielen seiner Erkenntnisse allerdings lassen sich auch Entwicklungen in der gegenwärigen Corona-Krise beleuchten. Wir unterhalten uns über Pandemiepläne, Überwachung von Krankheiten, Gesundheit und Sicherheit, wie man als Verantwortliche besten darüber kommuniziert und darüber welche Vorteile es bringt wirklich interdisziplinär zu arbeiten und zu denken. Übersetzungsleistungen zwischen Natur- und Sozial/Geisteswissenschaften sind in einer Situation wie der jetzigen wichtiger denn je – leider noch viel zu wenig verbreitet.
"Wäre jetzt nicht die perfekte Zeit um zu Dopen?" Marcel Scharf, Mitherausgeber des Sammelbandes "Kritik des Anti-Doping" und ich unterhalten uns über die Konsequenzen für den Anti-Doping-Kampf anlässlich der gegenwärtigen Situation mitten in der Corona-Pandemie. Was bedeutet das für die Kontrollpraktiken, was für Lücken ergeben sich im System, und wie stehen die Sportler ganz allgemein momentan da – das sind die Fragen mit denen wir uns u.a. beschäftigen. Aber auch mit dem Umgang des IOC hinsichtlich der (mittlerweile abgesagten) Olympischen Spiele, der Notwendigkeit mündiger Athleten, Möglichkeiten ihrer Unabhängigkeit im System, eine klügere Finanzierung der Athlet*innen durch ein bedindgungsloses Grundeinkommen und die Chancen, die sich aus der jetzigen Absage und den Diskussionen ergeben könnten. Nur einen Rücktritt von Thomas Bach sehen wir beide nicht. Die Beharrungskräfte im organisierten Sport auf dieser Ebene sind zu groß … noch.
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