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Kreisky Forum Talks
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Author: Kreiskyforum
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Das Bruno Kreisky Forum für internationalen Dialog ist ein Ort des europäischen und globalen Denkens, der Solidarität und Zusammenarbeit.
Namhafte Kurator*innen sprechen mit unseren Gästen über politisch brisante Themen unserer Zeit und unserer Gesellschaften.
Der Podcast zur Stunde.
Alle Informationen zum Kreisky Forum sowie das Programm finden Sie hier: https://www.kreisky-forum.org/
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360 Episodes
Reverse
Vedran Dzihic im Gespräch mit Krsto Lazarević, Franziska Tschinderle und Danijel MajićDER WESTBALKANIm Wartezimmer der EU Seit dem Krieg in der Ukraine wird wieder über etwas diskutiert, das schon fast für tot erklärt wurde: Die Erweiterung. Die EU will wieder neue Mitglieder aufnehmen, zumindest signalisiert das die Kommission in Brüssel. Aber kann das gelingen? Eine Union, die von Helsinki bis Tirana, von Lissabon bis nach Chisinau reicht?Sicher ist: Noch nie in der Geschichte der EU gab es so lange keine Erweiterung. Fast ein Vierteljahrhundert schon warten sechs Staaten auf dem so genannten Westbalkan auf ihre Mitgliedschaft. Ein neues Buch beleuchtet ihr Schicksal im Warteraum der EU. Wird Montenegro das 28. Mitglied der EU? Kann man ein Land wie Serbien, wo Präsident Vučić zunehmend autoritär regiert und historisch enge Verbindungen zu Russland bestehen, wirklich aufnehmen? Und warum gilt das kleine Albanien plötzlich als neuer Frontrunner?Die Journalistin Franziska Tschinderle sowie die Journalisten Krsto Lazarević und Danijel Majić berichten seit Jahren aus der Region. In ihrem Buch lassen sie vielfältige Perspektiven zu Wort kommen und analysieren die zentralen politischen Konflikte und Akteure. Den Namensstreit um Nordmazedonien, die politische Blockade in Bosnien-Herzegowina, die jüngsten Korruptionsaffären in Albanien sowie die Massenproteste in Serbien. Vor allem aber die große Frage, die über der Erweiterung schwebt: Müssen wir wieder wachsen, um ein geopolitischer Akteur zu werden? Oder könnten wir am Ende daran zerbrechen?Darum und um vieles mehr wird es bei der Diskussion im Kreisky Forum gehen. Krsto Lazarević, geboren 1989, ist Journalist. Er berichtete für deutschsprachige Medien aus Belgrad, Sarajevo und Wien über Südosteuropa. Außerdem arbeitete er im Europäischen Parlament und für die europäische Presseschau euro|topics. Er ist neben Danijel Majic´ einer der beiden Hosts des Podcasts „Neues vom Balla-balla-Balkan“.Franziska Tschinderle, geboren 1994, ist Journalistin mit dem Schwerpunkt Süd-osteuropa. Sie schreibt für das Außenpolitik-Ressort des österreichischen Nachrichtenmagazins profil. Seit 2022 lebt sie in der albanischen Hauptstadt Tirana und berichtet von dort für diverse deutschsprachige Medien.Danijel Majić, geboren 1981, arbeitet als freier Journalist vor allem für den Hessischen Rundfunk. Zuvor war er lange Jahre Redakteur der Frankfurter Rundschau. Zusammen mit Krsto Lazarevic´ produziert und moderiert er den Podcast „Neues vom Ballaballa-Balkan“.Moderation:Vedran Dzihic, Senior Researcher am Österreichischen Institut für Internationale Politik (oiip); unterrichtet an der Universität Wien und an der Universität für Angewandte Kunst Wien; Leiter des Center of Advanced Studies Southeastern Europe an der Universität Rijeka, Mitglied von „Balkans in Europe Policy Advisory Group“ (BiEPAG); er koordiniert gemeinsam mit Partnern die Engaged Democracy Intitative (EDI) des European Fund for the Balkans.
Robert Misik im Gespräch mit Linda Kreuzer und Wolfgang PalaverDONALD TRUMP UND DIE GOTTESKRIEGERPolitische Theologie 2.0„Trumps Gotteskrieger“ titelte der „Spiegel“ vor einigen Wochen. Tatsächlich bildet sich in den USA eine eigentümliche neue Allianz aus High-Tech und einem neuen christlichen Fundamentalismus, der nicht nur die üblichen evangelikalen Milieus umfasst, sondern auch den Neo-Katholiken und Vizepräsidenten J. D. Vance. Der Tech-Milliardär Peter Thiel wiederum beschäftigt sich im Nachklang an Carl Schmitts „politische Theologie“ und andere Quellen zunehmend mit Apokalyptik und spricht vom „Katechon“, der den „Antichristen“ aufhält.Wolfgang Palaver, Innsbrucker Theologe, ist als ebenso kritischer wie intensiver Gesprächspartner Thiels bekannt – und ein guter Kenner des neuen „Denkens des Silicon Valley“.Linda Kreuzer wiederum beschäftigt sich mit der Ästhetisierung des Ideologischen, insbesondere etwa am Beispiel der „US-amerikanischen katholischen Trad-Wives“, also Frauen, die auf moderne Weise einen traditionellen, frommen Lebensstil propagieren.Geht das alles über die gewohnte „Religiösisierung“ der US-Politik hinaus? Welche Bedeutung haben autoritäre Ideologien, welches Gewicht ihre theologische Grundierung? Was hat es mit dem christlichen Fundamentalismus auf sich? Und wie denkt das Valley? Linda Kreuzer, Universitätsassistentin an der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Wien, Fachbereich SozialethikWolfgang Palaver, Professor em. für Christliche Gesellschaftslehre an der Universität Innsbruck und Präsident von Pax Christi Österreich; als Lehrbeauftragter an der PTH Brixen in den theologischen und religionspädagogischen Studiengängen sowie im USG Angewandte Ethik tätig; seit April 2025 Sonderbeauftragten gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE).Moderation:Robert Misik, Autor und Journalist
ONLINE EVENT via Zoom on 24 March 2026Gudrun Harrer in conversation with Mehrzad Boroujerdi, Danny Citrinowicz and Walter FeichtingerTHE IRAN WAR: FROM REGIONAL CONFLICT TO GLOBAL CONSEQUENCESThe Iran war and its political and economic repercussions in the region – even if eventually it should be halted – carry the danger to evolve into one of the most consequential geopolitical crises in recent years. The conflict began on 28 February 2026, when coordinated airstrikes by the United States and Israel targeted sites across Iran, triggering a wave of Iranian retaliatory missile and drone attacks against Israel and Arab countries. What US president Donald Trump thought to be a limited strategic military operation against the Iranian regime has since expanded into a wider confrontation affecting multiple countries, global energy markets, and international security.This panel discussion will examine the causes, escalation dynamics, and potential outcomes of the conflict. We will react to latest developments.Mehrzad Boroujerdi, Vice Provost and Dean of College of Arts, Sciences, and Education at Missouri University of Science and Technology.Danny Citrinowicz, nonresident fellow with the Atlantic Council’s Middle East Programs, fellow at the Institute for National Security Studies. Previously, he was senior fellow at the Institute of Policy and Strategy (IPS) and the Abba Eban institute at Reichman University.Walter Feichtinger, former Austrian brigadier in the Austrian Armed Forces and a political scientist. From 2002 to 2020, he was Director of the Institute for Peacekeeping and Conflict Management at the National Defence Academy in Vienna.Moderation:Gudrun Harrer, Lecturer in Modern History and Politics of the Near and Middle East at the University of Vienna and the Diplomatic Academy of Vienna; former Senior Editor at Der Standard (until 2025).
Buchpräsentation & PodiumsdiskussionDie Kunst des WiderstandsVon Marx bis Kafka, von Orwell bis ButlerAngesichts einer Welt, die in Tyrannei und neuem Autoritarismus zu versinken droht, heißt die Kunst der Stunde Widerstand. Es gilt, der Versuchung zu trotzen, eine komplexe Welt in lächerliche Eindeutigkeiten aufzulösen, und die Falle übergroßer Gemäßigtheit zu vermeiden.Radikal in Ambition, vernünftig in Stil und Ton, gewinnend und den Menschen zugewandt – diese Richtschnur zieht sich wie ein roter Faden durch die preisgekrönten Essays von Robert Misik.Mit Verve setzt sich der Autor zwischen alle Stühle. Misik stemmt sich gegen die »Zerstörung der Vernunft« durch den neuen Faschismus und nimmt zugleich manche Verrücktheiten der heutigen Linken aufs Korn. Die politischen Verwüstungen unserer Zeit beschreibt er mit kulturellem Tiefgang, so wie er die politische Radikalität von Künstlern wie Annie Ernaux, Franz Kafka, Pier Paolo Pasolini oder George Orwell für unsere Zeit freilegt.Zeynep Buyraç, Schauspielerin, Burgtheater-Ensemble-Mitglied und Vorsitzende von SOS MitmenschJens Kastner, Soziologe und Kunsthistoriker und unterrichtet an der Akademie der bildenden Künste WienRobert Misik, Autor und JournalistModeration:Jutta Bichl, Politikwissenschafterin und Mitarbeiterin des Bruno Kreisky Forumsl
Robert Misik im Gespräch mit Wolfgang SchmidtWIE KANN MAN HEUTE NOCH REGIEREN, HERR SCHMIDT?Aus dem Maschinenraum der MachtRegieren heute: Schwierigkeiten, Kompliziertheiten und Dilemmata. In welches Land man blickt, frustrierte Wähler und Kommentatoren in den Medien sind sich einig: Die Regierenden bringen nichts zuwege, sie verkeilen sich in Konflikte, alles geht zu langsam. Zugleich setzen sich die Parlamente zunehmend aus einer Vielzahl von Mittel- und Kleinparteien zusammen, die in der Folge in komplizierte Koalitionen gezwungen sind, die andauernd Kompromisse erfordern – was dann die Frustration erst recht erhöht.Wie ist in einer solchen Szenerie Regieren überhaupt noch möglich – und wie können Erwartungshaltungen der Bevölkerung erfüllt werden? Wie hält man im Maschinenraum von Regierungen die Partner zusammen und sorgt dafür, dass geräuschlos etwas weiter geht? Wie verfolgt man langfristige Pläne, deren Früchte dann allenfalls Nachfolgeregierungen ernten?Und nicht zuletzt: Wie ist progressives Regieren im 21. Jahrhundert möglich – und wie bringt man die europäischen Sozialdemokratien wieder nach vorne.Es gibt wahrscheinlich kaum einen besseren Gesprächspartner für all diese Themen als Wolfgang Schmidt, dem Weggefährten von Olaf Scholz, Kanzleramtsminister der Ampelkoalition und vormaligen Staatssekretär im deutschen Bundesfinanzministerium.Wolfgang Schmidt (* 23. September 1970 in Hamburg) ist ein deutscher Politiker (SPD). Von 2021 bis 2025 war er Bundesminister für besondere Aufgaben und als solcher Chef des Bundeskanzleramtes im Kabinett Scholz. In dieser Funktion war er außerdem Beauftragter für die Nachrichtendienste des Bundes. Von März 2011 bis März 2018 war Schmidt Staatsrat der Senatskanzlei Hamburg und Bevollmächtigter der Freien und Hansestadt Hamburg beim Bund, bei der Europäischen Union und für Auswärtige Angelegenheiten und im Anschluss bis Dezember 2021 Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen.Moderation:Robert Misik, Autor und Journalist
Irene Horejs in conversation with Mariano de Alba, Feliciano Reyna-Ganteaume, Roxanna Virgil WHAT NEXT FOR VENEZUELA UNDER THE “DONROE DOCTRINE”?In cooperation with the Reseach Group Latin America/University of Vienna and Österreichisches Lateinamerika InstitutOn January 3rd 2026, the US launched a military attack against Venezuela´s capital Caracas and captured president Nicolas Maduro and his wife. Little later, US President Trump announced the detention of Maduro for his alleged involvement in “narco-terrorism”. Underlining somehow the renewed US aspiration for hegemony in the region, he also announced the US would “run” Venezuela, seize its oil exports and manage oil revenues “for the good of the American and the Venezuelan people”.Although clearly in breach of international law, critique of the US attack was rather timid both within the US and among the international community. The EU issued a flaw statement reinstating the need for respect to international law in very general terms and Latin-American countries remained divided on the issue.Many Venezuelans living outside the country reacted joyful in hope for regime change and the end of political repression and the deep humanitarian crisis in the country which had pushed 8 million Venezuelan into exile, mostly in neighboring countries and the US.Yet, President Trump sidelined Peace Nobel Prize winner Maria Corina Machado and Delcy Rodriguez, Vicepresident of Nicolas Maduro was sworn as Venezuela’s new president leaving the government of the country largely unchanged and many questions about the US plans for Venezuela so far without clear answers. What comes next for Venezuela – is there any hope for regime change, for political prisoners, for humanitarian relief and economic recovery? What does this renewed hegemonic US policy – called by some “the Donroe-doctorine” mean for the region, in particular for “Venezuela´s allied like Cuba and Nicaragua?Panelists: Roxana Vigil, international affairs fellow at the Council on Foreign Relations, former director for Andean affairs at the National Security Council, Washington, online Mariano de Alba, Venezuelan lawyer specialized in international law Associate Fellow at the International Institute for Strategic Studies, London; former expert on Venezuela for the International Crisis Group.Feliciano Reyna-Ganteaume, Venezuelan human rights activist, member of the coordination platform of humanitarian NGOs and co-author of various reports on the human rights situation in Venezuela for the UN Human Rights CouncilModerator:Irene Horejs, Former EU Ambassador, curator at the Bruno Kreisky Forum specialized on Africa and Latinamerica as well as development and humanitarian policy
Cathrin Kahlweit in conversation with Zsófia Bán and Zoltán ÁdámHUNGARY: LAST CALL FOR THE ELECTORAL AUTOCRACY? On the evening of April 12th Viktor Orbán will know whether he won the parliamentary elections in Hungary for the fifth time in a row. Although the polls show his main challenger Péter Magyar in the lead, many foreign experts and Hungarians themselves are sceptical: Orbán has changed the country into an electoral autocracy which makes it extremely hard to beat his party, Fidesz, legally. And then: legality is not a moral issue that is on the top of Orbán’s mind. His campaign is based on threats, money and fake news, his opponents speak of blackmail and pressure. Will the Hungarian voters end the era of the long time prime minister? And how are the chances of the country to return to the rule of law, given that Fidesz changed the texture of society, the juridical system, media and science to stay in power? Zsófia Bán, appraised writer, scholar and critic, and Zoltán Ádám, political economist at ELTE university with an expertise in regime change and authoritarian populism will talk about the elections and their consequences with Cathrin Kahlweit, specialist on Eastern Europe and long-time Hungary correspondent. Zsófia Bán, Hungarian writer, essayist, and literary and art criticZoltán Ádám,political economist with an interest in regime change, democratic backsliding and authoritarian populism; senior research fellow at ELTE Centre for Social Sciences in Budapest, in Sep. 2025 – Feb. 2026 fellow at WIKO BerlinCathrin Kahlweit, langjährige SZ-Korrespondentin, Publizistin und Moderatorin
Tessa Szyszkowitz im Gespräch mit Erich FollathMIT DIKTATOREN REDENErich Follath über seine Treffen mit Gewaltherrschern und die Hintergründe ihres Aufstiegs und Falls.Kann man Tyrannei und Mordlust beschreiben? Ihre Ursachen erklären? Erich Follath, fast fünf Jahrzehnte lang Reporter und Auslandskorrespondent von STERN, SPIEGEL und ZEIT, erzählt in seinem neuen Buch von ungewöhnlichen Begegnungen und kontroversen Gesprächen mit einigen der schlimmsten Politikern unserer Zeit. Und auch von den Folgen, mit denen er bei seinen Recherchen persönlich konfrontiert war. So heißt es schon im Vorwort: „Wie ich einmal zum Tode verurteilt wurde – und dreizehn Jahre später mit dem dafür verantwortlichen Tyrannen ein Interview führen konnte.“ Der Täter war Mobutu Sese Seko, der ehemalige Präsident des Kongo.Follath hat Muammar al-Gaddafi in seinem Wüstenzelt besucht, er lauschte einer privaten Gesangseinlage von Imelda Marcos, spielte Schach mit Menachem Begin und erlebte einen Blackout mit Jassir Arafat. Pol Pots Privatsekretär erzählte ihm beim Tee, warum er die Witwe des Massenmörders ehelichte und dessen Tochter großzog. Aber „Alle meine Mörder“ ist weit mehr als eine Aneinanderreihung von verblüffenden Treffen. Der Autor hat sich auch intensiv mit den Auswirkungen der Tyrannen beschäftigt und hat sich auf die Spuren von Angehörigen der Täter, Weggefährten und Opfern begeben. Erich Follath war Journalist beim Stern, erlebte als Reporter 1979 den Umsturz im Iran. 1994 wechselte er zum Spiegel, hat 20 Jahre beim STERN und 22 Jahre für den SPIEGEL gearbeitet, seit 2017 schreibt er für DIE ZEIT. Der promovierte Politologe ist Autor zahlreicher Sachbücher, die zu Bestsellern wurden, so „Das Vermächtnis des Dalai Lama“, „Die neuen Großmächte“ und „Jenseits aller Grenzen“. Sein Buch „Alle meine Mörder“ ist soeben im Picus Verlag erschienen.Tessa Szyszkowitz ist Journalistin und Autorin, sie schreibt aus London für den Falter, Tagesspiegel and NZZ am Sonntag. Ihr jüngstes Buch: “Echte Engländer – Britannien und der Brexit” (Picus Verlag, 2018). Sie ist Distinguished Fellow of Rusi, the Royal United Services Institute. Sie wurde mit dem FPA Media Award for Best Story of the Year 2025 ausgezeichnet.
Robert Misik im Gespräch Markus Brunner und Hans-Jürgen WirthSOZIALPSYCHOLOGIE DES AUTORITÄRENWas macht rechte Narrative für viele Menschen attraktiv?In atemberaubender Rasanz kippen die USA über den Abgrund, und auch in Europa werden autoritäre und neu-faschistische Bewegungen tonangebend. Sehr viele Analysen beschäftigen sich mit politikwissenschaftlichen und insbesondere auch mit ökonomischen Ursachen für den Aufstieg dieser Neuen Rechten. Dabei gibt es eine Vielzahl wichtiger sozialpsychologischen Faktoren, die selbst seit Jahrzehnten schon erforscht sind: Warum Menschen für autoritäre Botschaften empfänglich sind; welche Dynamiken die Selbstradikalisierung entfacht, wenn rechte Agitation auf Gesellschaften einwirkt; wie sich Menschen selbst verändern, wenn autoritäre Anlagen wachgerufen werden.Markus Brunner, Sozialpsychologe und Soziologe, untersucht in seinem Buch „Sozialpsychologie des Autoritären“ insbesondere die Autoritarismusforschung des Frankfurter Instituts für Sozialforschung und neuere Studien darüber, wie ein „rebellisch-autoritärer Charaktertyp“ entsteht und in „autoritäre Aggression“ umschlägt, und was es mit Menschen macht, wenn ein „paranoides Denken immer mehr zunimmt“.Eine massenpsychologische Perspektive ist unumgänglich, wenn man die Pathologien unserer Zeit verstehen will. Der Psychoanalytiker Hans-Jürgen Wirth untersucht seit vielen Jahren die „emotionalen Leitmotive“, die rechtspopulistische Einstellungen begünstigen wie „Wut, Hass, Rachsucht, Empörung, Ekel, Neid, Ressentiments, Verbitterung, Sarkasmus, Zynismus, Destruktivität, Empathie-Verweigerung, Feindseligkeit“. Mangelnde Anerkennung mag dazu besonders beitragen, ebenso eine „misstrauische Grundhaltung zur Welt“, die oft schon im Kindesalter genährt wird.Markus Brunner,Sozialpsychologe und Soziologe; wissenschaftlicher Leiter des Master-Studienschwerpunktes “Sozialpsychologie/Klinische Psychologie” an der Sigmund Freud Privat Universität (SFU) WienHans Jürgen Wirth, Psychoanalytiker, psychologischer Psychotherapeut und Verleger des Psychosozial-Verlages; Professor für psychoanalytische Sozialpsychologie an der Goethe-Universität in Frankfurt am MainModeration:Robert Misik, Autor und Journalist
Solmaz Khorsand in conversation with Friederike Frieß, Amb. Alexander Kmentt and Nikolai SokovARE WE READY FOR THE NEW NUCLEAR AGE? The world has entered a dangerous new phase in dealing with nuclear risks, “the third nuclear age” driven by an often referenced and poorly defined “great power competition” as Alexandra Bell, President and CEO of the Bulletin of the Atomic Scientists put it. There are persistent nuclear threats from Putin’s regime and by North Korean dictator Kim Jong-un’s alarming missile tests. Furthermore, US President Donald Trump is calling for renewed testing of America’s nuclear infrastructure.What will the world look like when, as IAEA Director General Rafael Grossi predicts, there are 20 to 25 nuclear-armed states instead of the current nine, and they flex their muscles more and more?What cards do the proponents of a rule-based world order still have to convince nuclear-hungry leaders of the threat posed by these weapons, which they brandish like toys? What is the future of non-proliferation treaties and diplomacy?Friederike Frieß, physicist and senior researcher at BOKU’s Institute for Safety and Risk Sciences and member of the UN Scientific Panel on the Effects of Nuclear WarAmb. Alexander Kmentt, Permanent Representative of Austria to the United Nations Office and International Organisations in Geneva Nikolai Sokov, Senior Fellow at the Vienna Center for Disarmament and Non – Proliferation and former Soviet and Russian arms control negotiatorModerator:Solmaz Khorsand, independent journalist, podcaster, and award-winning author focusing on socio-political issues
Cathrin Kahlweit im Gespräch mit Franziska Davies und Gerhard MangottDAS FÜNFTE JAHR: DIE UKRAINE IM KRIEGRusslands Krieg gegen die Ukraine geht im Februar 2026 ins fünfte Jahr – und ungeachtet aller internationaler Bemühungen um einen Waffenstillstand besteht derzeit wenig Hoffnung auf ein Einlenken des Kreml. Nach wie vor beharrt Wladimir Putin ebenso darauf, dass ein Sieg mit militärischen Mitteln möglich sei, wie auf seine Maximalforderungen. Dazu gehören unter anderem eine Abtretung des gesamten Donbass, eine Verkleinerung der ukrainischen Armee sowie die Installierung einer Russland-freundlichen Regierung in Kiew.Trotz aller vorläufigen Erfolgsmeldungen der „Koalition der Willigen“ und einer vagen Einbindung der USA ist daher unklar, wie ein Schweigen der Waffen oder gar ein Wiederaufbau des in Teilen zerstörten Landes möglich sein soll. Die Osteuropa-Historikerin und Gründerin der Deutsch-Ukrainischen Gesellschaft, Franziska Davies, forscht zur modernen Geschichte der Ukraine und Russland und kennt sich daher in beiden Regionen hervorragend aus. Gleiches gilt für Gerhard Mangott, Professor für Politikwissenschaft und Experte für Sicherheitsforschung im post-sowjetischen Raum an der Universität Innsbruck. Davies und Mangott debattieren mit Osteuropa-Expertin Cathrin Kahlweit darüber, wie Russland zum Einlenken gedrängt und die Existenz der Ukraine gerettet werden kann.Franziska Davies, deutsche Osteuropa-Historikerin, Schwerpunkte: die moderne Geschichte der Ukraine, Polens und Russlands, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung (ZZF) Potsdam, Mitbegründerin und Co-Präsidentin der Deutsch-Ukrainischen GesellschaftGerhard Mangott, österreichischer Politikwissenschaftler und Professor für Politikwissenschaft mit der Spezialisierung auf Internationale Beziehungen und Sicherheitsforschung im post-sowjetischen Raum an der Universität Innsbruck. Forschungsschwerpunkte: Innen- und Außenpolitik Russlands, Außenpolitik der USA, Großmächtebeziehungen, strategische Rüstungskontrolle und nukleare ProliferationCathrin Kahlweit, langjährige SZ-Korrespondentin, Publizistin und Moderatorin
VICTOR ADLERWas sagt uns dieser Baumeister der Republik Österreich heute?Victor Adler war einer der bedeutendsten „Baumeister der Republik“, porträtiert in einer neuen ORF-III-Dokumentation der gleichnamigen Reihe. Vor der ORF-III Erstausstrahlung veranstaltet das Bruno Kreisky Forum am Montag, den 16. Februar ein pre-screening, sowie eine hochkarätige Diskussionsrunde zu Victor Adler, den Begründer der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Österreichs.Michael Ludwig, Bürgermeister der Stadt Wien und Historiker, diskutiert mit ExpertInnen die Rolle und Perspektiven des Ausnahmepolitikers Adler. Er gilt als Symbol für soziale Gerechtigkeit, Solidarität und den Einigungsprozess der Sozialdemokratie in dramatischen Zeiten des Umbruchs in Österreich, Europa und global. Die Sozialdemokratie als demokratische Emanzipationsbewegung im Vielvölkerstaat, als Vorkämpferin zur Lösung der sozialen Frage und zur Bekämpfung der Armut, als politische Kraft der Frauenemanzipation und Gleichbehandlung, ihre Friedenspolitik und Perspektiven für einen europäischen Einigungsprozess – diese und weitere Themen, die uns und die Sozialdemokratie bis heute beschäftigen, werden von der hochkarätigen Runde aufgeworfen.Adler starb einen Tag vor Ausrufung der Ersten Republik, doch er blieb Vorbild für viele, auch für Bruno Kreisky. Was hat er uns heute zu sagen? Michael Ludwig, Historiker, Bürgermeister und Landeshauptmann von WienGabriella Hauch, Historikerin, Professorin für Geschichte der Neuzeit mit dem Schwerpunkt Frauen- und Geschlechtergeschichte.Wolfgang Maderthaner, Historiker, Präsident des Vereins Geschichte der ArbeiterbewegungRobert Misik, Autor und Journalist, Adler BiografModeration:Renata Schmidtkunz, Journalistin
We are not our regimes.De-escalation, Peace and Freedom in the Middle East: Iranian and Israeli Voices. Archenemies. This is the term commonly used to describe the relationship between Israel and Iran. An enmity that will ultimately lead to war, as it did in June 2025.Was war between these two states something that had to happen?No, said a group of Iranian and Israeli scholars and artists, that were worrying together since November 2024 about the hostile relationship of their respective countries.Three days after the breakout of the 12-day-war they published a statement in Hebrew, Farsi and English, urging for a ceasefire and diplomacy. And they stated: “We refuse to accept the inevitability of violent conflict as the only way forward between our nations, Israel and Iran, or their positioning as eternal arch-enemies.” Within a few days over 2400 people signed the open letter, from within Iran and Israel, along with many intellectuals from the Iranian diaspora.This represents a significant milestone in Israeli–Iranian relations, as it is the first time that intellectuals, artists, academics, filmmakers, and human rights activists have attempted to establish dialogue between two nations whose populations have been pitted against each other for decades.What are the chances and the challenges of this ambitious project? Human rights lawyer Mehrangiz Kar, editor of the Palestine – Israel Journal Susie Becher, publisher Hillel Schenker, political scientist Mehrzad Boroujerdi and the two historians Lior Sternfeld and Touraj Atabaki will join journalist Solmaz Khorsand February 12 on a conversation about crossing a supposedly insurmountable ditch.Touraj Atabaki, Emeritus Professor by special appointment of Social History of the Middle East and Central AsiaSusie Becher, Communications Director of the Policy Working Group and Managing Editor of the Palestine – Israel JournalMehrzad Boroujerdi, Vice Provost and Dean of College of Arts, Sciences, and Education at Missouri University of Science and TechnologyMehrangiz Kar, Iranian human rights lawyer and an internationally recognized writerHillel Schenker, Israeli journalist and co-editor of the Palestine-Israel JournalLior Sternfeld, Professor of history and Jewish Studies and Social Historian of the modern Middle EastModerator:Solmaz Khorsand, independent journalist, podcaster, and award-winning author focusing on socio-political issues
COURAGE! PART 4Tessa Szyszkowitz in conversation with Leonid VolkovHOW TO FIGHT AGAINST PUTIN AND HIS WAR FROM EXILEAfter Alexej Navalny’s death in a Russian prison camp in 2024 his Anti Corruption Foundation continues its work against dictatorship from outside the country. Their political lives are closely intertwined: Leonid Volkov was the chief of staff to the leader of the Russian opposition Alexej Navalny. When Navalny died in February 2024 his wife Yulia took over his role to speak up against Putin’s dictatorship. Her right hand man, again, is Leonid Volkov, who already managed Navalny’s political campaigns at the beginning of the 2010s.Almost four years after the war against Ukraine started Volkov will explain how the Anti-Corruption Foundation continues to influence the Russian public from abroad. How do you conduct opinion polls about Putin’s popularity or the support for his war without endangering the Russian respondents? And: How many Russians really support Putin? Spoiler: 10 Percent. 30 Percent are actively against him and the vast majority watches silently until this regime falls. Leonid Volkov will explain the Russian mindset, the scenario for a possible end of Putin’s war and his regime.Leonid Volkov is the political director of the Anti-Corruption Foundation, the leading organisation of Russian anti-Putin and anti-war resistance movement, founded by the late Alexei Navalny. Volkov also serves as chief of staff for Yulia Navalnaya, who took over the leadership after her husband was murdered by Vladimir Putin. He was campaign manager and chief of staff for Navalny’s Moscow mayoral campaign of 2013 and presidential campaign of 2018. Since 2019 he has to reside outside of Russia. There are 11 politically motivated criminal cases against him initiated by Putin’s regime; he’s sentenced to 18 years behind bar in absentia.Tessa Szyszkowitz, is an award winning Austrian journalist and author living in London. She writes regularly for Falter, Tagesspiegel and NZZ am Sonntag. Her last book so far was “Echte Engländer – Britain and Brexit” (2018). She is a curator at Kreiskyforum and Distinguished Fellow of Rusi, the Royal United Services Institute. She received a FPA Media Award for Best Story of the Year 2025.
In cooperation with friedensinitiative jemenYEMEN: BACKGROUND TO THE CONFLICT AND CURRENT PATHS TO PEACEWith Arabic-German translationThe crisis in Yemen is the result of long-standing political tensions, weakened state institutions, and a complex regional environment. Despite numerous international initiatives, the peace process remains fragile and sustainable progress has so far failed to materialize.On this evening, we would like to explore together how this complex situation came about, which political and social factors are hindering the path to peace, and which Yemeni approaches are opening up new perspectives today.We cordially invite you to join us in discussing possible future paths for Yemen and to reflect together on how political rapprochement, stability, and an inclusive, civil state can be promoted. Our guests will provide a variety of insights from the worlds of politics, culture, and peace work:Abu Bakr Al-Qirbi, Foreign Minister of Yemen 2001–2014 and 2016. Muscat, Oman (online)Nooh Al-Jaseri, Chairman of the Preparatory Committee of the Yemeni Peace Initiative. SalzburgMohammed Al-Salahi, Professor of Oriental Languages and Culture at the National Institute for Oriental Languages and Civilizations (INALCO, Institut national des langues et civilisations orientales), ParisAdel Al-Shugaa, Professor of Political Science at the University of Sanaa, Yemen. SpainNadia Al-Naggar, Executive Director of German Yemen Centre for peace and Development e.V., BerlinModeration: Basheer Al-Tashi, Long-standing involvement in the Yemeni community and social organizations, works in quality management in civilian life. Munich
Robert Misik und Helmut LethenSTOISCHE GANGARTENWas ist vom wirkmächtigen, bis in die Antike zurückreichenden Ideal einer stoischen Lebensführung heute noch geblieben? Ist in Zeiten zunehmender Extreme und Katastrophen ein ausgewogenes, auf Vermittlung bedachtes Leben überhaupt möglich, oder bleibt uns nur, den Verlust der Gelassenheit zu verzeichnen, den Absturz in die Unversöhnlichkeit, in gleichgültige, lähmende Vereinzelung?In einer faszinierenden Tour de Force beschreibt Helmut Lethen die Suche nach Möglichkeiten der Gelassenheit, von der Kältewelt des Barock bis zu den Kriegen der Gegenwart, zeigt dabei aber auch, wie stoische Prinzipien Schiffbruch erlitten haben und die Parole «Du musst dein Leben führen!» heute kaum mehr eine Chance hat. Die Forderung nach «Wehrtüchtigkeit» trifft auf Körper, die dazu nicht taugen. Die Spannung von Empathie und sachlicher Distanzierung überfordert die Menschen schon vor dem Fernseher. Wie ist eine Lebenspraxis des Ausgleichs heute möglich?Immer wieder kehrt Helmut Lethen dabei zu eigenen Erfahrungen und Beobachtungen unserer Gegenwart zurück – was diesen eindringlichen, gedankenfunkelnden Essay nicht zuletzt zu einem sehr persönlichen Lebensbuch macht. Helmut Lethen, geboren 1939, lehrte von 1977 bis 1996 an der Universität Utrecht, anschließend übernahm er den Lehrstuhl für Neueste Deutsche Literatur in Rostock. Von 2007 bis 2016 leitete er das Internationale Forschungszentrum Kulturwissenschaften in Wien. Sein Buch «Verhaltenslehren der Kälte» (1994) gilt als Standardwerk, «Der Schatten des Fotografen» (2014) wurde mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet. Zuletzt erschienen die vielbeachtete Autobiographie «Denn für dieses Leben ist der Mensch nicht schlau genug» (2020) und «Der Sommer des Großinquisitors. Über die Faszination des Bösen» (2022). Moderation:Robert Misik, Autor und Journalist
Zum 115. Geburtstag von Bruno Kreisky/ Honoring the 115th Birthday of Bruno KreiskyDer Mut zum Unvollendeten/ The Courage to Embrace the UnfinishedCorinna Milborn in conversation with Mohammad Anwar Esmat Sadat, Mkhaimar Abusada, Wolfgang Petritsch and Tobias LangBRUNO KREISKY AND THE MIDDLE EASTBUILDING DIPLOMACY AND RECONSTRUCTING PEACEPeace and security in the Middle East, that was Bruno Kreisky’s conviction in the light of the challenges of the 1960s and 1970s, could not be reached without a Two-State-Solution, the negotiation between and coexistence of the State of Israel and Palestine. After decades of efforts to build relations, many chances and opportunities for such a solution have been missed or sabotaged on various sides. We take the opportunity to look into the past as well as into the future!In a first part, we look at Kreisky’s relations with Egypt, a crucialplayer when it comes to the Middle East’s peace and security arrangements. Due to Kreisky’s close relationship and friendship with Mohammad Anwar SADAT (1918-1981), he supported him on his path to the Camp David Agreement. Here, we explore “Sadat’s Austrian road to Jerusalem” and what strategic interests Austria and Egypt do also share today in the Middle East. In a second part, the panel will look into Gaza and the Middle East after October 7. Despite a “Trump Deal Peace Plan”, perspectives for peace seem unclear. The challenges for overcoming trauma and re-building trust, a two-state solution and reconstruction are enormous. What role could Austria play in this multilevel re-construction process?Opening:Andreas Babler, Head of the Social Democratic Party of AustriaPanelists:Mohammad Anwar Esmat Sadat: Leader of the Reform and Development Party in Egypt and a founding member of the Arab Council for Regional Integration, nephew of former Egyptian President M. Anwar SadatMkhaimar Abusada, Associate Professor for Political Science, Al-Azhar University Gaza, expert on Palestinian political development, Palestinian Youth, peace-educationWolfgang Petritsch, Ambassador, former political advisor to Bruno Kreisky, President of the Austrian Institute for International Politics, President of the Austrian Marshall Plan Foundation; board member of the Bruno Kreisky Forum.Tobias Lang, Director of the Austrian Centre for Peace, expert on Bruno Kreisky’s relations to the Middle EastModerator:Corinna Milborn, journalist and author, Head of News at ProSieben, Sat1, PULS 4. Hosts political TV debates
Helfried Carl im Gespräch mit Franz Cede und Ralph JanikAUSLAUFMODELL NEUTRALITÄT?Geschichte und Gegenwart eines österreichischen Mythos Die Neutralität: auch ein Stück österreichische Identität. Aber ist sie noch zeitgemäß?Ein österreichisches Modell, neu beleuchtetDie Neutralität Österreichs: Sie ist eng verknüpft mit dem Staatsvertrag 1955 sowie dem EU-Beitritt 1995 und wird bis heute emotional aufgeladen und diskutiert. Damit ist sie ein Thema, das uns alle angeht. Immerhin regelt dieses Konzept durchaus heiße außenpolitische Eisen: Von Waffenlieferungen in Kriegsgebiete bis hin zur Frage, ob Österreich ein anderes EU-Land im Falle eines Angriffs verteidigen würde. Sie definiert Österreichs Position in der internationalen Staatengemeinschaft in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts bis heute. Die Entwicklung dieses österreichischen Modells wird sichtbar, wenn der Diplomat und Rechtswissenschaftler Franz Cede und der Politik- und Rechtswissenschaftler Ralph Janik durch die Schlüsselmomente in der Geschichte der Neutralität, beginnend bei den Verhandlungen zum österreichischen Staatsvertrag, führen.Ob in Form eines persönlichen Briefes oder als Dialog zwischen den Autoren: Die Entwicklung und Gegenwart dieser Institution wird in diesem Buch von verschiedenen Seiten beleuchtet. Franz Cede und Ralph Janik erklären einen wichtigen Teil der politischen Geschichte Österreichs zugänglich und lebendig; gegenwärtige Debatten zu diesem Thema fassen die Autoren verständlich zusammen. Dabei stehen die handelnden Personen im Fokus: Wer waren die Menschen, die die Neutralität gestalteten und diskutierten? Was bedeutet sie für uns alle?Franz Cede und Ralph Janik liefern in diesem Buch neue Ansatzpunkte für die Diskussion, ob die Neutralität als politisches Modell noch zeitgemäß ist.Franz Cede, Botschafter i.R., ehemals Leiter des Völkerrechtsbüros im Außenministerium (1993 – 1999), Botschafter in Russland (1999 – 2003), Botschafter in Belgien und bei der NATO (2003 – 2007). Dr. Cede ist Autor und Herausgeber einer Vielzahl von Publikationen mit den Schwerpunktbereichen – österreichische Außenpolitik, Völkerrecht, österreichisch – russische Beziehungen. Dr. Cede blickt auf eine rege Lehrtätigkeit an in- und ausländischen Universitäten zurück.Ralph Janik, Assistenzprofessor an der Sigmund Freud Privatuniversität, Forschungsschwerpunkte internationales Recht, Menschenrechte, bewaffnete Konflikte und internationale Beziehungen.Moderation:Helfried Carl, ehemaliger Büroleiter der Nationalratspräsidentin und ehemaliger österreichischer Botschafter in der Slowakei, seit 2019 Partner des von ihm mitbegründeten Innovation in Politics Institute in Wien und Gründer der Initiative European Capital of Democracy
Helfried Carl im Gespräch mit Judith Kohlenberger und Michael SoderHITZIGE DEBATTENMigrationspanik und KlimakriseBei den Themen Migration und Klima dauert es nie lange, bis die nächste Debatte losbricht. Aus Ideen werden Vorwürfe, aus Diskussionen endlose Grabenkämpfe. Am Ende bleibt oft nur eine Unübersichtlichkeit, wie gesellschaftliche Ziele erreicht werden könnten.Die renommierte Migrationsforscherin Judith Kohlenberger und der Sozioökonom Michael Soder analysieren in ihren aktuellen Büchern „Migrationspanik“ und „Hitzige Debatten“ die aktuellen Entwicklungen eines Diskurses, der in eine beginnende und in Teilen schon vollzogene autoritäre Wende, die auch das bürgerliche Milieu ergriffen hat, zu münden scheint. Und beide zeichnen nach, wie der Blick von Gesellschaft und Politik wieder auf das Wesentliche gerichtet werden kann.Judith Kohlenberger leitet das Forschungsinstitut für Migrations- und Fluchtforschung und -management (FORM) an der WU Wien, ist Senior Researcher am Österreichischen Institut für Internationale Politik (oiip) und in Berlin am Jacques Delors Centre sowie am Einstein Center Digital Future assoziiert. Ihre Arbeit wurde mit dem Kurt-Rothschild-Preis und dem Anas-Schakfeh-Preis für Verdienste im Bereich der Menschenrechte, der Demokratie und der Förderung der Rechtsstaatlichkeit ausgezeichnet. Sie ist Mitglied des Integrationsrats der Stadt Wien und Mitherausgeberin der Zeitschrift für Flucht- und Flüchtlingsforschung. Ihr Buch Das Fluchtparadox (2022) war österreichisches Wissenschaftsbuch des Jahres 2023 und für den Deutschen Sachbuchpreis nominiert.Michael Soder studierte Wirtschafts- und Sozialwissenschaften und Sozioökonomie an der Wirtschaftsuniversität Wien und promovierte zur politischen Ökonomie der sozial-ökologischen Transformation. Aktuell arbeitet er in der Abteilung Wirtschaftspolitik der Arbeiterkammer Wien zu den Themen des grünen Strukturwandels, der grünen Industriepolitik, der Gestaltung eines gerechten Übergangs (Just Transition) sowie zu Forschung, Innovation und Technologie. Außerdem lehrt er an der Wirtschaftsuniversität Wien und der Hochschule Campus Wien sowie der FH des BFI Wien.Moderation:Helfried Carl, österreichischer Diplomat; 2014 bis 2019 österreichischer Botschafter in der Slowakei und ehemaliger Büroleiter der Nationalratspräsidentin Barbara Prammer; seit 2019 Partner des von ihm mitbegründeten Innovation in Politics Institute in Wien und Gründer der Initiative European Capital of Democracy. Carl ist Vorstandsmitglied im Bruno Kreisky Forum und in der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik ÖGFE.
DOPPELTE HEIMAT, DOPPELTES EXILSie stammen aus dem gleichen Land, ja, demselben Staat: Israel. Doch die eine ist israelische Palästinenserin, der andere jüdischer Israeli. Alena Jabarine ist in Hamburg geboren, Tomer Dotan-Dreyfus in Haifa. Beide leben heute in Deutschland. Ist die zweite Heimat wichtiger als die erste? Wieso hat der eine im Nahen Osten einen Staat, mit dem er sich kritisch auseinandersetzen kann. Und die andere nicht? Wo fühlt man sich seit dem 7. Oktober 2023 und dem Krieg in Gaza einheimisch?Alena Jabarine und Tomer Dotan-Dreyfus erörtern im Gespräch mit Tessa Szyszkowitz, wie es ist, heute in Deutschland als Palästinenserin oder als Israeli wahrgenommen zu werden. Und wie schwierig es, in zwei Heimaten (nicht) richtig zu Hause zu sein. Alena Jabarine, geb 1985 in Hamburg, ist Deutsche und Palästinenserin mit deutscher und israelischer Staatsbürgerschaft. Sie arbeitete als Journalistin in Deutschland bevor sie 2020 nach Ramallah zog und dort zwei Jahre lang für eine Stiftung arbeitete. Ihr Buch Der letzte Himmel erschien im Mai 2025 bei Ullstein.Tomer Dotan-Dreyfus, geb 1987, ist in Haifa in Israel aufgewachsen. Seit 2011 lebt er als Autor und Übersetzer in Berlin. Seine Artikel erscheinen in Sueddeutscher Zeitung und taz. Sein erster Roman Birobidschan stand auf der Longlist zum deutschen Buchpreis 2023. Sein neuer Roman Keinheimisch erschien im September 2025 bei Ullstein.Tessa Szyszkowitz, geb 1967, in Stuttgart, ist eine österreichische Autorin und Journalistin, die in London lebt. Sie arbeitet für den Falter, ihre Artikel erscheinen auch im Tagesspiegel und der NZZamSonntag. Ihr jüngstes Buch: “Echte Engländer – Britain and Brexit” (2018). Sie erhielt im November 2025 den britischen FPA Media Award for Best Story of the Year.




