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Author: Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)
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© 2026 SRG SSR
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Im «Forum» diskutieren Fachleute mit Hörerinnen und Hörern brennende aktuelle Themen aus Gesellschaft, Politik, Wirtschaft, Kultur oder Sport. Das «Forum» ist live.
Der Hörer- und Usereinbezug ist das Markenzeichen der Sendung «Forum». Die Hörerinnen und Hörer sind entweder live im Studio oder aber sie beteiligen sich per Telefon oder an der Online-Diskussion auf srf1.ch.
Der Hörer- und Usereinbezug ist das Markenzeichen der Sendung «Forum». Die Hörerinnen und Hörer sind entweder live im Studio oder aber sie beteiligen sich per Telefon oder an der Online-Diskussion auf srf1.ch.
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Wer ohne Ambulanz oder Überweisung von Arzt auf den Notfall geht, soll neu 50 Franken Gebühr bezahlen. Ja oder nein?
Überlastete und überfüllte Notfallaufnahmen in den Spitälern sorgen seit Jahren für Schlagzeilen. Die Rede ist von langen Wartezeiten und überlastetem Personal. Mit ein Grund: Viele Patientinnen und Patienten suchen auch wegen Bagatellen oder einer simplen Grippe direkt den Notfall auf. Ein Vorstoss der GLP will Abhilfe schaffen.
In der aktuellen Frühlingssession diskutiert der Nationalrat über einen Vorschlag seiner Gesundheitskommission: Wer in der Schweiz eine Notfallstation beansprucht, soll pauschal 50 Franken zusätzlich zum Selbstbehalt bezahlen. Die Gebühr soll Patientinnen und Patienten abschrecken, wegen Kleinigkeiten in eine Notaufnahme zu gehen – und so die Stationen entlasten. Die Gebühr wäre allerdings nicht obligatorisch für die ganze Schweiz. Die Kantone könnten freiwillig über eine Einführung entscheiden.
Was sagen Befürworter des Vorstosses?
Die Notfallstation zähle zu den teuersten Einrichtungen unseres Gesundheitswesens. Sie sollte nur bei schweren Verletzungen und Erkrankungen aufgesucht werden – nicht bei jedem «Bobo». Die Gebühr solle Betroffene auf die Frage sensibilisieren, ob der Notfall für ihr medizinisches Problem wirklich die richtige Adresse ist. So könnten jene Patientinnen schneller behandelt werden, die den Notfall wirklich dringend brauchen.
Was sagen die Gegner?
Aus der Gesundheitsbranche kommt breiter Widerstand. Die Gebühr verursache mehr Bürokratie und administrativen Aufwand und sei unfair gegenüber chronisch Kranken. Zudem zeige eine Erhebung der Krankenkasse Helsana: Der Anteil unnötiger Konsultationen sank von rund 10 Prozent im Jahr 2014 auf 6,4 Prozent im Jahr 2024. Viele Versicherte hätten zudem ein alternatives Versicherungsmodell (Telemedizin, Hausarzt etc.) gewählt und dürften mit Bagatellen gar nicht direkt ins Spital.
Debatte im «Forum»
Braucht es eine 50-Franken-Notfall-Gebühr, um die Notfallstationen zu entlasten? Oder ist das unnötige «Pflästerlipolitik»? In der Diskussionssendung «Forum» debattieren:
• Patrick Hässig, GLP-Nationalrat und Pflegefachmann im Kindernotfall des Stadtspitals Zürich Triemli
• Thomas Müller, Vorstandsmitglied der Schweizerischen Gesellschaft für Notfall- und Rettungsmedizin (SGNOR) und Chefarzt Notfallmedizin am Kantonsspital Graubünden
Vor vier Jahren hat Russland die Ukraine angegriffen. Der Krieg hat die grösste Flüchtlingswelle in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg ausgelöst. Aktuell halten sich 70'000 Geflüchtete aus der Ukraine in der Schweiz auf. Doch offen ist, wie lange sie hierbleiben dürfen.
Nach dem Ausbruch des Krieges hat die Schweiz den Menschen aus der Ukraine kollektiv den Schutzstatus S gewährt. Dieser bietet unbürokratisch Schutz, ohne dass die Zehntausenden von Geflüchteten einzeln ein Asylverfahren durchlaufen mussten. Der Status S ist aber ausdrücklich ein vorübergehender Schutzstatus, er ist auf die Rückkehr ins Heimatland ausgerichtet.
Unklar ist aber, wie es weitergeht. Nach fünf Jahren Aufenthalt haben die Betroffenen ein Anrecht auf eine Aufenthaltsbewilligung (eine so genannte B-Bewilligung).
Sollen die Flüchtlinge dennoch in die Ukraine zurückkehren müssen, sobald eine Rückkehr zumutbar ist? Oder sollen sie in der Schweiz bleiben dürfen, sofern sie eine Arbeit gefunden haben und die Kinder die Schule besuchen?
Debatte im «Forum»
In der Live-Diskussionssendung «Forum» diskutieren:
- Konstanze Burkard, Leiterin Kommunikation der Schweizerischen Flüchtlingshilfe. Sie fordert, dass die Geflüchteten eine Bleibeperspektive erhalten sollen.
- Walter Gartmann, SVP-Nationalrat aus dem Kanton St. Gallen. Er verlangt, dass die Geflüchteten nur solange in der Schweiz bleiben dürfen, so lange sie in Gefahr sind.
Privileg oder Notwendigkeit: Muss die 1. Klasse in unseren Zügen verschwinden? Das fordert der junge Verkehrs-Club der Schweiz mit einer Petition.
In der 2. Klasse drängen sich Pendlerinnen und Pendler oft dicht an dicht. Sitzplätze sind knapp. Nur eine Glastür weiter gibt es viel Platz, mehr Ruhe und mehr Komfort. Die 1. Klasse kostet deutlich mehr, ist aber häufig spürbar weniger ausgelastet. Ist das ein fairer Ausgleich beim Preis oder eine Zweiklassengesellschaft?
Der junge Verkehrs-Club der Schweiz (jungVCS) möchte die Klassentrennung abschaffen und hat dafür mit einer Petition 12.500 Unterschriften gesammelt. Die Unterstützung stammt aus der jüngeren Generation: Einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Demoscope zufolge befürworten 60 Prozent der 15- bis 34-Jährigen das Ende der Klassentrennung. Die Petition besagt, dass der öffentliche Verkehr für alle gleich zugänglich sein muss, öffentliche Gelder sinnvoll eingesetzt werden sollen und Solidarität anstelle von Abgrenzung gefördert werden soll.
Im Mittelpunkt der Kritik steht die wirtschaftliche Bilanz der Wagenklassen. Die Petitionäre stützen sich auf interne SBB-Unterlagen, wonach die 2. Klasse pro Nutzfläche 1,7-mal mehr Erlös erziele als die 1. Klasse. Der Vorwurf: Die Pendler in der 2. Klasse würden den Luxus der ersten Klasse faktisch quersubventionieren.
Die Branchenorganisation Alliance SwissPass weist dies entschieden zurück. Zwar sei ein Erstklass-Billett rund 70 Prozent teurer, doch eine Quersubventionierung lasse sich nicht belegen. Vielmehr sei die tiefere Auslastung genau das Produkt, für das die Kundschaft bezahle. Eine Garantie auf Ruhe und einen freien Sitzplatz. Die SBB teilt mit, dass sie Verkaufszahlen nicht nach 1. und 2. Klasse getrennt veröffentlicht, weshalb derzeit keine unabhängige Einschätzung zur Rentabilität der einzelnen Klassen möglich ist.
Bringt eine Einheitsklasse mehr Gleichheit und mehr Platz für alle? Oder schwächt sie ein bewährtes System, das Komfort bietet und wichtige Einnahmen generiert?
Im FORUM diskutieren Gäste mit Hörerinnen und Hörern:
Loa Wild, Vizepräsidentin Junge Grünliberale Schweiz (JGLP) ist gegen eine Abschaffung der Klassen im ÖV
Nicolas Eichenberger, Vorstandsmitglied VCS beider Basel möchte keine Zweiklassen-Gesellschaft und ist für die Abschaffung der 1. Klasse.
Moderation: Sandra Schiess
Online: Pascale Folke
Am 8. März entscheidet die Schweiz über die Einführung der Individualbesteuerung, welche die Heiratsstrafe abschaffen soll. Befürworter sprechen von mehr Gerechtigkeit, Gegner warnen vor neuen Ungleichheiten und zusätzlicher Bürokratie.
Seit Jahrzehnten wird in der Schweiz über die sogenannte Heiratsstrafe gestritten: Verheiratete Doppelverdiener, zahlen bei der direkten Bundessteuer häufig mehr als unverheiratete Paare.
1984 hielt das Bundesgericht fest, dass Ehepaare steuerlich nicht benachteiligt werden dürfen. Viele Kantone schafften danach mit Splittingmodellen die Heiratsstrafe ab. Beim Vollsplitting wird das Gesamteinkommen halbiert und zu diesem Satz (50%) besteuert. Beim Teilsplitting gilt ein höherer Prozentsatz.
Bundesgesetz über die Individualbesteuerung
2021 lancierten die FDP-Frauen Schweiz die «Steuergerechtigkeits-Initiative». Das Ziel: eine individuelle Besteuerung auf allen Steuerebenen (Bund, Kanton, Gemeinde). Bundesrat und Parlament einigten sich auf einen indirekten Gegenvorschlag. Zehn Kantone sowie SVP, Die Mitte, EVP und EDU haben je das Referendum ergriffen, weshalb nun das Volk entscheidet.
Wer profitiert?
Die Individualbesteuerung beseitigt die Heiratsstrafe. Entlastet würden tendenziell Ehepaare mit ähnlich hohem Einkommen sowie viele Rentnerpaare. Die Reform soll – so die Hoffnung vom Bund - mehr Menschen zu zusätzlicher Erwerbsarbeit motivieren und damit den Fachkräftemangel lindern.
Wer verliert?
Mehr bezahlen könnten Ehepaare im traditionellen Einverdiener-Modell oder mit stark ungleichem Einkommen, sowie unverheiratete Paare mit Kindern und mittleren bis höheren Einkommen. Zudem wird mit jährlich rund 600 Millionen Franken Steuerausfällen gerechnet, der grösste Teil beim Bund.
Politische Debatte
FDP, SP, Grüne und Grünliberale unterstützen die Vorlage. Sie sie ein guter Kompromiss und schaffe die Heiratsstrafe ab. Die meisten Haushalte würden profitieren.
SVP, die Mitte, EVP und EDU lehnen die Reform ab. Sie sprechen von einem Bürokratiemonster, welches zu rund 1,7 Millionen zusätzlichen Steuererklärungen führe. Mehrere Kantone kritisieren, dass ihnen ein Systemwechsel aufgezwungen wird, welcher grossen Aufwand, Kosten und Steuerausfälle mit sich bringt. Der Bund sollte bei der Korrektur der Heiratsstrafe dem Vorbild der Kantone folgen.
Die Mitte lancierte 2024 ihrerseits die «Fairness-Initiative». Diese will die gemeinsame Besteuerung behalten, aber die Heiratsstrafe über Splitting oder Zweiverdiener-Abzüge beseitigen, so wie es viele Kantone bereits anwenden.
Sendung
Bringt die Individualbesteuerung mehr Gerechtigkeit und entlastet den Arbeitsmarkt? Oder schafft sie neue Ungleichheiten und zusätzlichen Aufwand? Darüber diskutieren im Forum:
Pro Individualbesteuerung: Christa Markwalder, Vorstandsmitglied FDP-Frauen Schweiz
Contra Individualbesteuerung: Marianne Binder-Keller, Ständerätin Die Mitte, Kanton Aargau
Bei der Abstimmung über die SRG-Initiative am 8. März geht es darum, wie viel Geld die SRG in Zukunft erhält. Rechts-Bürgerliche stehen dabei Mitte-Links gegenüber.
Die SRG sei zu gross und verdränge die privaten Medienhäuser. Diese Ansicht vertritt ein Komitee aus Vertretern von SVP, Jungfreisinn und Gewerbeverband. Mit der SRG-Initiative soll die Radio- und Fernsehabgabe von heute 335 Franken im Jahr auf 200 Franken gesenkt werden. Ausserdem sollen alle Firmen von der Abgabe befreit werden.
Gegen die Initiative wenden sich die Parteien des Mitte-links-Lagers und zahlreiche Sport- und Kulturverbände. Die SRG sei wichtig für den Service Public und dürfe nicht geschwächt werden, so die Argumentation der Initiativ-Gegner. Auch die Konferenz der Kantonsregierungen lehnt die SRG-Initiative ab. Die Berichterstattung aus allen Regionen sei wichtig.
Gäste im «Forum»
In der Diskussionssendung «Forum» debattieren am Donnerstag, 29. Januar 2026 über die SRG-Initiative:
- Jonas Lüthy, Co-Präsident des Initiativkomitees «200 Franken sind genug!»
- Amélie Galladé, Vorstandsmitglied des Komitees «Nein zur Halbierungsinitiative»
Die Schweiz stimmt am 8. März 2026 über die «Klimafonds-Initiative» ab. Braucht es mehr Geld für den Klimaschutz? Oder tut die Schweiz bereits genug?
Am 8. März 2026 stimmt die Schweiz über die «Klimafonds-Initiative» ab. Bei einem Ja müsste der Bund bis 2050 jährlich 0.5 bis 1 Prozent der Schweizer Wirtschaftsleistung in einen neu geschaffenen Klimafonds einzahlen. Im Jahr 2024 wären das vier bis acht Milliarden Franken gewesen.
Ohne diese zusätzlichen Mittel werde die Schweiz ihre Klimaziele –
das gesetzlich verankerte Netto-Null-Ziel zum Ausstoss von Treibhausgasen bis 2050 – deutlich verfehlen, sagen SP und Grüne, welche die Initiative lanciert haben. Der Klimafonds diene der Umsetzung des Volkswillens, so die Initianten.
Mit diesem Fonds sollen mehr Gebäude isoliert, alte Heizungen durch Wärmepumpen ersetzt und mehr Solarpanels auf Dächer gebaut werden. Gleichzeitig sollen mehr Fachkräfte in diesen Bereichen ausgebildet werden. Aber auch der öffentliche Verkehr und die Biodiversität sollen von diesem Geld profitieren.
Die bürgerlichen Parteien Mitte, FDP und SVP sind gegen die Initiative. Auch der Bundesrat lehnt sie ab. Klimaminister Albert Rösti sagte in der Pressekonferenz vom 20. Januar, dass bereits viel für den Klimaschutz getan werde. Rund zweieinhalb Milliarden Franken jährlich gebe der Bund aktuell für Klima und Schutz der Biodiversität aus. Ein Klimafonds würde den angespannten Bundeshaushalt mit Mehrausgaben in Milliardenhöhe belasten, argumentiert der Bundesrat. Die Gegnerinnen und Gegner der Initiative kritisieren zudem, dass der Fonds nicht der Schuldenbremse unterstehen würde. Unklar ist auch, woher die Zusatzmilliarden stammen sollen.
Tut die Schweiz bereits genug für den Klimaschutz? Oder braucht es einen Klimafonds?
In der Sendung «Forum» diskutieren Gäste mit Hörerinnen und Hörern:
· Beatrice Borio, Präsidentin Mitte-Frauen Basel-Landschaft und im Präsidium Mitte-Frauen Schweiz
· Tobias Frehner, Wahlkampfleiter bei der FDP Kanton Bern und ehemaliger Präsident Jungfreisinnige Kanton Bern
Empfehlungen zum Alkoholkonsum sollen Orientierung geben. Aktuell steht ihre Anpassung zur Diskussion.
Auslöser für die Anpassungen ist die neue Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation WHO. Sie hält fest, dass es keinen gesundheitlich unbedenklichen Alkoholkonsum gibt und dass bereits kleine Mengen mit Risiken verbunden sind.
Der Bundesrat prüft deshalb eine Anpassung seiner Empfehlungen. Im Parlament regt sich dagegen Widerstand. Der Ständerat möchte verhindern, dass sich der Bund an der WHO orientiert und verweist auf laufende Studien sowie auf widersprüchliche Forschungsergebnisse. Kritiker befürchten eine Bevormundung der Bevölkerung und negative Folgen für Wirtschaft und Genusskultur.
Befürworter einer Anpassung halten dagegen: Es gehe nicht um Verbote, sondern um transparente Information auf Basis des aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstands. Nur wer über Risiken informiert sei, könne eigenverantwortliche Entscheidungen treffen. Besonders wichtig sei dies für Jugendliche und andere vulnerable Gruppen.
Die Diskussion fällt in eine Zeit, in der viele Menschen ihren Alkoholkonsum bewusst hinterfragen. Der sogenannte «Dry January», bei dem im Januar freiwillig auf Alkohol verzichtet wird. Er macht das Thema auch im Alltag sichtbar, unabhängig von politischen Debatten.
Damit stellt sich eine grundsätzliche Frage:
Braucht es angepasste Alkohol-Empfehlungen des Bundes oder genügt Eigenverantwortung?
Im FORUM diskutieren Gäste mit Hörerinnen und Hörern:
· Philip Bruggmann, Co-Chefarzt Innere Medizin, Suchtzentrum Arud, Zürich
· Philipp Schwander, Mitinitiator Gaudium Suisse, «Genuss mit Haltung» und Master of Wine
Die Brandkatastrophe in Crans-Montana hat sehr viele Opfer gefordert und das Land erschüttert. In der Bevölkerung sind die Betroffenheit und die Anteilnahme gross. Eine Woche nach dem schrecklichen Ereignis sprechen wir im «Forum» über die kollektive Verarbeitung des Unglücks.
Der Brand in der Bar «Le Constellation» in der Silvesternacht war ein riesiger Schock – für Crans-Montana, aber auch für die Schweiz. 40 Tote und über 100 Verletzte! Wie konnte das nur passieren in unserem Land, das so viel Wert auf Regeln, Kontrollen und Sicherheit legt?
Der Jahresanfang sollte ein verheissungsvoller Moment sein, der Auftakt zu etwas Neuem, Vielversprechendem. Doch die Wunderkerzen auf den Champagnerflaschen haben zur Katastrophe geführt und den Jahresauftakt verdunkelt.
Im «Forum» vom Donnerstag, 8. Januar 2026, sprechen Fachleute darüber, wie den Betroffenen geholfen werden kann und wie wir als Gesellschaft dieses Unglück verarbeiten können – damit wir unsere Hoffnung und Zuversicht nicht verlieren.
Gäste im «Forum»
- Stina Schwarzenbach, reformierte Pfarrerin in der Stadt Winterthur
- Urs Braun, Notfallpsychologe, Präsident des Vereins Notfallpsychologie
An Feiertagen wie Silvester und Neujahr leiden Tiere und lärmempfindliche Menschen unter lautem Feuerwerk. Braucht es Beschränkungen für Feuerwerk? Oder ist ein Verbot unnötig und übertrieben?
An Silvester und Neujahr wird in der Schweiz traditionell heftig geknallt –
zum Leidwesen von Tierfreunden, Lärmempfindlichen und Umweltschützern. Lärm, Abfall, Feinstaub und panische Tiere seien die Folge, sagen Feuerwerks-Gegner.
Am Donnerstag, 11. Dezember 2025, debattiert der Nationalrat in der Wintersession über die «Feuerwerks-Initiative». Diese fordert ein schweizweites Verbot von privatem, lautem Feuerwerk. Erlaubt sein soll nur noch leises Feuerwerk wie Vulkane oder Wunderkerzen. Sowie ein paar wenige grosse, öffentliche Feuerwerke.
Die Idee stösst auf viel Sympathie in der Bevölkerung. Im Parlament wächst die Sorge, dass diese Initiative an der Urne durchkommen könnte. Der Nationalrat diskutiert deshalb auch über einen indirekten Gegenvorschlag.
Braucht es Einschränkungen für Feuerwerk? Soll die private Knallerei verboten werden? Oder wäre ein Verbot unnötig und übertrieben?
Im FORUM diskutieren Gäste mit Hörerinnen und Hörern:
· Daniel Bussmann, Inhaber der Bugano AG, grösster Feuerwerkshersteller der Schweiz, er ist gegen die Initiative
· Felix Wirz, Verein für eine Einschränkung von Feuerwerk, er ist für die Initiative
Basel-Stadt will zehn Prozent vom Einkommen automatisch dem Steueramt überweisen. Damit könnten Steuerschulden vermieden werden. Eine Lösung für die ganze Schweiz?
Gemäss einer Erhebung des Bundes, waren 2020 fast zehn Prozent der Bevölkerung bei den Steuern in Verzug. Über 80% der Personen, welche sich 2024 bei der Schuldenberatung Schweiz gemeldet haben, hatten Steuerschulden. Allein die Basler Steuerverwaltung muss jährlich über 5000 Betreibungen einleiten. Damit soll nun Schluss sein.
Der Grosse Rat des Kantons Basel-Stadt hat kürzlich einem Gegenvorschlag zu einer SP-Initiative zugestimmt. Vorgesehen ist ein pauschaler Lohnabzug von 10% (bzw. 5% in Riehen und Bettingen), der direkt dem Steueramt überwiesen wird. Der Lohnabzug ist für Unternehmen ab 50 Mitarbeitenden verpflichtend. Kleinere Unternehmen können freiwillig mitmachen. Mitarbeitende die den Direktabzug nicht wollen, müssen sich aktiv dagegen aussprechen (Opt-out-Lösung). Eine Steuererklärung muss weiterhin ausgefüllt werden.
Der Arbeitgeberverband Region Basel, der Gewerbeverband Basel-Stadt und die Handelskammer beider Basel haben das Referendum ergriffen. Die Vorlage kommt damit voraussichtlich vors Volk. Bei einer Annahme könnte Basel-Stadt zum Vorbild für andere Kantone werden.
Argumente der Gegner
Der direkte Lohnabzug wird als Entmündigung der Bürger kritisiert, die für ihre Finanzen selbst verantwortlich sein sollten. Befürchtet wird zudem eine Schuldenverlagerung, da das Geld besonders bei knappen Budgets an anderer Stelle fehlen könnte. Da weiterhin eine Steuererklärung nötig ist, entfällt eine Entlastung für Steuerpflichtige. Für Unternehmen bedeutet der Direktabzug hingegen einen grossen bürokratischen Aufwand, obwohl nur rund ein Drittel der Arbeitnehmenden - die auch im Kanton wohnen - überhaupt betroffen wären.
Argumente der Befürworter
Die jährliche Steuerrechnung als hohe Einmalzahlung stellt für viele eine finanzielle Herausforderung dar und kann zu Verschuldung führen. Ein automatischer Direktabzug vom Lohn soll dieses Risiko senken. Eine Reduktion der Betreibungen ist auch im Interesse des Kantons, da sie hohen Aufwand und Steuerausfälle verursachen.
Wie sinnvoll ist ein Lohnabzug für Steuern? Wer profitiert davon? Löst er das Schuldenproblem oder schafft er neue Probleme?
Im FORUM diskutieren Gäste mit Hörerinnen und Hörern:
· Ja zum Direktabzug: Pascal Pfister, Geschäftsleiter Schuldenberatung Schweiz / Grossrat SP/Basel-Stadt
· Nein zum Direktabzug: Dominik Marbet, Direktor Arbeitgeberverband Region Basel
Redaktion/Moderation: Stefan Flury
Onlineredaktion: Angela Wagner
Weiterarbeiten nach 65 – freiwillig, offen, ohne starre Grenzen.
So sieht die Zukunft aus, die Publizist Felix Müller in seiner neuen Streitschrift skizziert.
Doch passt dieses Modell zu den unterschiedlichen Lebensläufen?
Und wer gewinnt oder verliert mit völliger Flexibilität?
Der Publizist und ehemalige Chefredaktor der NZZ am Sonntag, Felix E. Müller fordert in seinem neuen Buch einen radikalen Umbau der Altersvorsorge. Er will das fixe Rentenalter aufheben und die Pensionierung ganz abschaffen. Menschen sollen selbst entscheiden können, wie lange sie arbeiten. Müller argumentiert, das heutige System sei nicht mehr zeitgemäss und volkswirtschaftlich schädlich, weil gesunde und arbeitsfähige Personen unabhängig von ihrer Situation mit 65 aus dem Erwerbsleben gedrängt würden.
Auf der anderen Seite stehen Stimmen, die vor einer solchen Liberalisierung warnen. SP-Nationalrätin Barbara Gysi beschäftigt sich seit Jahren in der nationalen Sozialkommission mit der Altersvorsorge. Sie betont, dass Reformen die unterschiedlichen Belastungen der Berufsgruppen berücksichtigen müssen. Viele Menschen – etwa in körperlich anspruchsvollen oder tief entlöhnten Berufen, hätten schon heute Mühe, überhaupt bis 65 durchzuhalten. Für sie wäre ein flexibles Rentenalter ohne Schutzmechanismen ein zusätzliches Risiko.
Gäste in der Sendung "Forum" über die Zukunft der Pensionierung und die Frage: "Sollen alle selbst bestimmen, wie lange sie arbeiten?" diskutieren
- Felix E. Müller, Publizist und Autor
- Barbara Gysi, Nationalrätin SP
Redaktion: Sandra Schiess
Online: Mark Schindler
Die Jungen zahlen die Renten der Senioren, bei Abstimmungen werden sie von den Älteren überstimmt – und die Boomer überlassen ihnen einen Planeten am Hitze-Limit. Bleiben die Jungen in der Schweiz auf der Strecke?
Die Abstimmung über die 13. AHV-Rente hat es gezeigt: Die Jungen ticken politisch bei manchen Abstimmungen anders als die Senioren, aber sie müssen am Ende die Rechnung bezahlen. Auch bei den Pensionskassen werden jedes Jahr Milliarden von den Jungen zu den Älteren umverteilt.
Ähnlich ist die Situation beim Klimawandel: Über Jahrzehnte haben die Boomer-Generationen viele Ressourcen verbraucht und die Umwelt stark belastet. Sie übergeben den Jüngeren eine zunehmend überlastete Erde.
Hinzu kommt eine Wirtschaft, die nicht mehr rund läuft. Damit verbunden sind unsichere Aussichten für den Berufseinstieg. Im «Forum» wollen wir wissen, wie Jugendliche mit diesen Unsicherheiten umgehen. Zu Gast ist eine 5. Klasse der Kantonsschule Zürich-Nord.
Diese Woche hat in Brasilien die Uno-Klimakonferenz COP30 begonnen. Die Länder der Erde wollen sich auf das weitere Vorgehen gegen die Erderwärmung einigen – doch wie sieht es mit der Schweiz aus?
In Belém im Amazonasgebiet treffen sich aktuell mehr als 190 Länder, um darüber zu diskutieren, wie die Klimaerwärmung begrenzt werden kann. Mit dabei ist die Schweiz. Sie darf sich allerdings nicht allzu sehr selbst auf die Schulter klopfen, denn sie ist nicht auf Kurs, die Klimaziele zu erreichen, die sie sich selbst gesteckt hat. Dies zeigen die Klimaszenarien, die der Bund Anfang November präsentiert hat.
Die Grünen fordern deshalb – parallel zur internationalen Klimakonferenz – eine nationale Klimakonferenz. Daran sollen auch Gemeinden und Kantone, Wissenschaft und Wirtschaft teilnehmen und gemeinsam neue Massnahmen für den Klimaschutz beschliessen. Doch die bürgerlichen Parteien winken ab: Eine solche Konferenz sei nicht nötig, die Schweiz sei beim Klimaschutz gut unterwegs.
Gäste im «Forum»
In der Live-Diskussionssendung «Forum» diskutieren am Donnerstag, 13. November, folgende Gäste:
Marionna Schlatter, Nationalrätin der Grünen aus dem Kanton Zürich. Sie plädiert vehement für mehr Klimaschutzmassnahmen.
Monika Rüegger, SVP-Nationalrätin aus dem Kanton Obwalden. Sie sagt, die Schweiz dürfe beim Klimaschutz nicht vorpreschen, sonst schade sie ihrer Wirtschaft.
Alle jungen Frauen und Männer in der Schweiz sollen einen Einsatz für die Allgemeinheit leisten. Im Militär, Zivilschutz oder für die Umwelt. Die Service Citoyen Initiative will den Gemeinsinn stärken, Kritiker warnen vor Mehrkosten. Bürgerdienst für alle – was halten Sie von der Idee?
Die Schweiz stimmt am 30. November 2025 über die Initiative «für eine engagierte Schweiz (Service-citoyen-Initiative)» ab. Die Initiative verlangt, dass alle jungen Schweizerinnen und Schweizer einen Dienst zugunsten der Allgemeinheit leisten - also auch Frauen. Wer keinen Dienst leistet, soll eine Ersatzabgabe zahlen.
Dieser Dienst ist in der Armee, im Zivilschutz oder in einem gleichwertigen Milizdienst zu leisten – zum Beispiel im Klima- oder Umweltschutz, in der Landwirtschaft oder in der Betreuung. Damit würden der gesellschaftliche Zusammenhalt sowie die Sicherheit des Landes gestärkt. Die Bestände von Armee und Zivilschutz sollen dabei garantiert bleiben.
Argumente der Befürworterinnen und Befürworter
Die Initiantinnen sehen im Bürgerdienst eine Chance, die Solidarität und das Verantwortungsbewusstsein gegenüber der Gemeinschaft zu fördern. Zudem wäre die Dienstpflicht für alle ein Schritt in Richtung Gleichstellung. Gleichzeitig würde die Sicherheit der Schweiz erhöht, weil Armee und Zivilschutz langfristig über genügend Personal verfügten, so die Befürworter.
Argumente der Gegnerinnen und Gegner
Die Gegner warnen vor negativen Folgen für die Wirtschaft. Eine allgemeine Dienstpflicht würde die Zahl der Rekrutierten gegenüber heute verdoppeln – mit erheblichen Mehrkosten für Administration und Wirtschaft. Zudem stelle die Dienstpflicht für Frauen keinen Fortschritt in Sachen Gleichstellung dar. Der Bürgerdienst würde die Belastung vieler Frauen zusätzlich erhöhen, weil sie einen Grossteil der unbezahlten Arbeit leisten.
Sollen alle jungen Frauen und Männer künftig einen Bürgerdienst leisten? Braucht es einen obligatorischen Einsatz für die Umwelt und die Stärkung des Gemeinwohls? Oder wäre eine Dienstpflicht für alle teuer und bringt nichts? Darüber diskutieren im Forum am Donnerstag, 6. November 2025:
• Pro: Noémie Roten, Präsidentin Initiativkomitee «Service Citoyen», Soldatin und Militärrichterin.
• Kontra: Anja Gada, Kampagnenleiterin SP Zürich und Vorstandsmitglied GSoA.
Eine Volksinitiative der Juso verlangt, dass Erbschaften ab 50 Millionen Franken besteuert werden. Damit sollen Klimaschutzmassnahmen finanziert werden. Doch Unternehmerinnen und Unternehmer befürchten, die Initiative könnte negative Auswirkungen auf KMU haben.
Die Jungsozialistinnen und Jungsozialisten Juso wollen mehr Geld in den Klimaschutz investieren. Geld, das aus einer nationalen Erbschaftssteuer auf hohe Vermögen kommen soll. Wird ihre Initiative am 30. November angenommen, soll der Bund eine Steuer von 50 Prozent auf den Nachlass und die Schenkungen einer Person erheben, wobei die ersten 50 Millionen Franken nicht besteuert werden.
Die linken Parteien unterstützen das Anliegen, doch der Bundesrat, die bürgerlichen Parteien und Wirtschaftsverbände bezeichnen die Volksinitiative als schädlich. Etwa bei der Nachfolgeregelung von KMU-Betrieben würden die hohen Steuern anfallen. Die Erben könnten gezwungen sein, die Firma zu verkaufen, um die Steuer zu bezahlen. Die Konsequenz: Um die Erbschaftssteuer zu umgehen, könnten Wohlhabende aus der Schweiz wegziehen, so die Befürchtung.
Gäste im «Forum»
Über die Vor- und Nachteile der Juso-Erbschaftssteuer-Initiative diskutieren am Donnerstag, 30. Oktober, die folgenden Gäste:
- Mirjam Hostetmann, Präsidentin der Jungsozialistinnen und Jungsozialisten Juso. Sie setzt sich für die Initiative ein.
- Silvan Wildhaber, Textilunternehmer im Kanton St. Gallen und FDP-Mitglied. Er bekämpft die Initiative.
In der Baubranche tobt ein harter Arbeitskampf. Baumeister und Bauarbeiter können sich nicht auf einen gemeinsamen Landesmantelvertag einigen. Es droht ein landesweiter Streik.
In der Schweiz arbeiten rund 80'000 Menschen im Bauhauptgewerbe. Dazu gehören alle Berufe, welche direkt mit dem Bau von Gebäuden, Straßen und Infrastruktur zu tun haben. Der bestehende Landesmantelvertag regelt die Löhne und Arbeitsbedingungen der Beschäftigten. Er läuft Ende Jahr aus und wird deshalb neu verhandelt. Eine Einigung scheint schwierig.
Was fordern die Gewerkschaften?
Das Baugewerbe ist unter Druck. In den letzten 30 Jahren sank die Zahl der Bauarbeiter von 130'000 auf 80'000 Personen. Mit ein Grund seien laut der Gewerkschaft Unia die langen Arbeitstage, die ein normales Familien- und Privatleben erschweren. Die Forderungen:
· Maximal 8-Stunden-Tage
· Bezahlte Znüni-Pause
· Garantierter Teuerungsausgleich
· Bezahlte Reisezeit zur Baustelle (heute erst ab 30 Minuten vergütet)
Was will der Baumeisterverband?
Der Verband verweist auf die europaweit höchsten Mindestlöhne im Schweizer Baugewerbe. Er will:
· Den Mindestlohn weiterhin der Teuerung anpassen
· Die durchschnittliche Jahresarbeitszeit (40,5 Std./Woche) beibehalten
· Flexiblere Arbeitszeiten bei Schlechtwetter oder Hitze
· Begrenzte Samstagsarbeit ohne Lohnzuschlag (aktuell 25%)
· Mehr Gleitzeitstunden mit Freizeitkompensation
· Kürzere Kündigungsfristen ab 55 Jahren
Streitpunkte
Die Gewerkschaften warnen: Die aktuellen Vorschläge würden längere Arbeitswochen (bis zu 50 Std.) und mehr Überstunden ohne Zuschlag ermöglichen. Das Risiko bei Auftragsmangel würde auf die Arbeiter abgewälzt. Zudem könnten ältere Bauarbeiter (55+) leichter entlassen werden.
Der Baumeisterverband kontert: Die Gewerkschaftsforderungen würden die Löhne um 12–15 % erhöhen. Dies sei überrissen und unrealistisch. Die Ansprüche würden die Baukosten in die Höhe treiben und die Branche gefährden.
Sind die Streiks legitim?
90 % von 20'000 befragten Bauarbeitern haben sich für einen Streik im 2026 ausgesprochen, falls keine Einigung erzielt wird. Aus Sicht der Gewerkschaften geht es zu wenig schnell voran, deshalb finden bereits diesen Herbst Protesttage statt.
Der Baumeisterverband kritisiert die Proteste als Verstoss gegen die «Friedenspflicht» des GAV. Die Gewerkschaften widersprechen: Die Arbeitgeber seien informiert, und die Proteste würden durch Überzeitkompensation gedeckt – es handle sich demnach nicht um Streiks.
Sind die Proteste der Bauarbeiter berechtigt oder nicht? Welche Forderungen stehen im Raum? Und was gibt es für Lösungsansätze? Darüber diskutieren im Forum:
· Bernhard Salzmann, Direktor Schweizerischer Baumeisterverband
· Nico Lutz, Geschäftsleitung Unia
Ältere Menschen beteiligen sich deutlich häufiger an Abstimmungen als Jüngere. Gleichzeitig nimmt ihr Anteil an der Bevölkerung stetig zu, wie Daten des Bundesamts für Statistik zeigen. Diese demografische Entwicklung verstärkt den Einfluss der älteren Generation auf politische Entscheide.
Ältere dominieren an der Urne
Der Generationenkonflikt rückt in der Schweiz immer wieder ins Zentrum, wenn über politische Entscheide diskutiert wird. Eine Tatsache ist klar: Jüngere Stimmberechtigte gehen deutlich seltener an die Urne als Ältere. Während bei den über 60-Jährigen oft mehr als 60 Prozent abstimmen, liegt die Beteiligung bei den unter 30-Jährigen meist unter 35 Prozent. Damit bestimmen die Älteren zunehmend über politische Fragen, deren Folgen vor allem die Jüngeren betreffen. Doch geht es dabei nicht um Schuldzuweisungen. Wichtiger ist die Frage nach den Ursachen: Warum verzichten so viele Junge auf ihr Stimmrecht? Und welche Schritte müsste die Politik unternehmen, damit klar wird, dass politische Entscheide alle betreffen?
Debatte über Fairness
Politologinnen und Politologen beobachten seit Jahren einen wachsenden Generationengraben, etwa bei der Altersvorsorge oder Klimapolitik. Während die Älteren ihre Erfahrung einbringen und die Schweiz mit aufgebaut haben, stellen sich Junge die Frage, ob ihre Anliegen genügend Gewicht erhalten.
Was tun gegen das Ungleichgewicht?
Wir diskutieren in der Sendung Forum, ob es Massnahmen braucht: von gezielten Programmen zur Mobilisierung der Jungen bis hin zu kontroversen Ideen wie einer Alterslimite beim Stimmrecht. Klar ist: Die demografische Entwicklung verstärkt den Einfluss der Älteren weiter.
Wenn die Alten abstimmen und die Jungen fernbleiben, braucht es Massnahmen?
Darüber diskutieren im Forum:
• Laurin Hoppler, Grossrat (Grüne, BS)
• Reto Cavegn, Copräsident Schweizerischer Seniorenrat (SVS)
Europa meldet vermehrt Drohnenalarme. München, Dänemark, Polen.
Drohnen dringen in den Luftraum ein. Die Schweiz steht unter Druck und priorisiert die Abwehr.
Reagiert die Schweiz rechtzeitig – oder zu spät?
Drohnen sorgen in Europa immer öfter für Unterbrüche und Abklärungen. Es gab Drohnenalarm in Polen, dazu drangen drei russische Kampfjets 12 Minuten in estnisches Territorium vor. Wegen Drohnensichtungen musste auch der Flughafen München zweimal geschlossen werden. Flüge wurden gestrichen und Passagiere strandeten. Auch über Meiringen habe es mehr Drohnenflüge gegeben als bisher angenommen. Europäische Länder investieren jetzt gezielt in Systeme gegen Drohnen. Geplant ist ein abgestimmtes Schutznetz an der Ostflanke. Die Ukraine gilt als wichtiger Praxispartner, weil sie mit schnellen Innovationszyklen im Drohnenbereich arbeitet.
Auch die Schweiz reagiert und priorisiert die Drohnenabwehr. Armeechef Thomas Süssli will sichtbare Schritte noch dieses Jahr. Am Freitag teilte die Armee mit, dass das Bundesamt für Rüstung neue Drohnenabwehrsysteme beschaffen soll.
Reagiert die Schweiz rechtzeitig oder zu spät?
Darüber diskutieren im Forum:
· Georg Häsler, Militärexperte bei der NZZ und Oberst in der Armee
· Andrea Zryd, SP Nationalrätin und Mitglied der Sicherheitspolitischen Kommission
Vergangene Woche raste ein 19-Jähriger in Zürich mit einem BMW mit über 400 PS in eine Fussgängergruppe und tötete zwei Menschen. Nur drei Tage später verlor ein weiterer 19-Jähriger die Kontrolle über einen Porsche. Bereits Ende März hatte ein 18-Jähriger mit einem 600-PS-Mercedes in Zürich eine Seniorin schwer verletzt.
Raserunfälle mit stark motorisierten Autos nehmen zu
Im Kanton Zürich stieg die Zahl der registrierten Raserfälle seit 2020 um 45 Prozent. Schweizweit wurden im vergangenen Jahr über 500 Raser rechtskräftig verurteilt, verglichen mit knapp 300 Fällen zehn Jahre zuvor. Meist sitzen junge Männer am Steuer, oft in geliehenen oder geleasten Autos.
Politik sah bisher wenig Handlungsbedarf
Eine 2020 eingereichte Motion zur PS-Beschränkung für Junglenker scheiterte im Nationalrat. Der Bundesrat argumentierte, dass nur ein kleiner Prozentsatz der Unfälle von Neulenkenden mit leistungsstarken Fahrzeugen verursacht wird. Dennoch fordert die Strassenopfer-Organisation Road Cross PS-Limiten für unter 25-Jährige. Junge Politiker sehen eine PS-Beschränkung als diskriminierend und plädieren stattdessen für eine verstärkte Sensibilisierung und Ausbildung in Fahrkursen.
Braucht es eine PS-Beschränkung für Neulenker? Oder wäre das unfair und diskriminierend für Junge?
Darüber diskutieren im Forum:
• Benedikt Schmid, Präsident Junge Mitte Schweiz
• Willi Wismer, Präsident Stiftung Road Cross Schweiz
Mehrere Kantone wollen Frühfranzösisch abschaffen und Französisch erst ab der Oberstufe einführen. Das sorgt für heftige Reaktionen in der Romandie – und auch der Bund ist alarmiert. Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider nennt den Entscheid aus Zürich einen «Affront» und prüft ein Eingreifen.
Die geplante Abschaffung des Frühfranzösisch in Zürich löst heftige Reaktionen aus. FDP-Nationalrat Damien Cottier fordert eine gesetzliche Verankerung der zweiten Landessprache. Mit einer parlamentarischen Initiative fordert er, dass der Unterreicht der zweien Landessprache in der Primarschule gesetzlich verankert wird. Seit 2004 gilt in der Schweiz die
Sprachenstrategie der Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK). Kinder sollen in der Primarschule zwei Fremdsprachen lernen, eine Landessprache und Englisch.
Dank des HarmoS-Konkordat lernen heute die meisten Kinder in der Unterstufe französisch. Ausnahme sind die Kantone Uri und Appenzell Innerhoden. Zahlreiche weitere Kantone haben Vorstösse hängig. Bundesrätin Elisabeth-Baume Schneider beobachtet die Entwicklung mit grosser Besorgnis. Entscheidet sich der Kanton Zürich definitiv gegen das HarmoS-Konkordat, erwägt die Bundesrätin sogar ein nationales Sprachengesetz.
Soll der Bund vorschreiben, dass alle Kinder in der Primarschule Frühfranzösisch lernen, oder ist das Sache der Kantone? Darüber diskutieren im Forum:
Res Schmid
Regierungsrat Nidwalden, Bildungsdirektor (SVP)
Susanne Hänni
Präsidentin Primarschule, Stadträtin Dübendorf (GLP)
Moderation/Redaktion: Sandra Schiess
Online: Eric Dauer



