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Das Wort und das Fleisch
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Das Wort und das Fleisch

Author: Worthaus

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Die Christenheit ist ein sehr heterogenes Gebilde. Das war sie eigentlich schon immer, aber nachdem sich über die Jahrhunderte verschiedene Konfessionen und Abgrenzungen etabliert und verfestigt haben, erleben wir heute eine epochale Verschiebung des christlichen Feldes. Die bisherigen Grenzen werden undeutlich, neue Strömungen und Stile durchbrechen konfessionellen Grenzen.

Prof. Dr. Thorsten Dietz und Martin Hünerhoff reden darüber, was aus der »frohen Botschaft« geworden ist: Was ist in den letzten 50 Jahren im und mit dem »Leib Christi« passiert? Wie sieht es in den verschiedenen Kirchen aus? Welche relevanten Strömungen, Bewegungen und Akteure gibt es aktuell? Welche Themen und welche Interessen werden von wem verfolgt?

Diese Entwicklungen versteht man nicht für sich allein. Nur vor dem Hintergrund des Wandels der modernen Gesellschaft. Und in Bezogenheit aufeinander. Dietz und Hünerhoff erklären Grundbegriffe, Meilensteine und sprechen über Schlüsselfiguren mit einem Ziel: Mehr Kenntnis, mehr Respekt, mehr fundierte Kritik.
27 Episodes
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Der Methodismus

Der Methodismus

2026-10-0202:28:43

Der Methodismus ist neben den lutherischen, reformierten, anglikanischen und baptistischen Kirchen und Gemeinschaften die fünfte grosse Konfessionsfamilie des Protestantismus. Im 18. Jahrhundert entstanden, verbindet sich bei ihm Reformation und Moderne konsequenter als bei allen anderen. Der Methodismus entstand im 18. Jahrhundert in England. John Wesley und seine Mitstreiter wollten die Kirche erneuern und Menschen erreichen, die in ihr kaum einen Platz fanden. Sie predigten unter freiem Himmel, trafen sich in kleinen Gruppen und kümmerten sich um Arme und Kranke. Aus dieser Bewegung gingen Kirchen hervor, die sich weit über England hinaus verbreiteten. Für die methodistische Bewegung gehören Glaube und Lebensveränderung eng zusammen. Das gilt in zweierlei Hinsicht: Glaube selbst wurzelt in persönlicher Erfahrung der Liebe Gottes. Und zugleich ist der Methodismus von der Überzeugung geprägt, dass der Glaube in tätiger Nächstenliebe Gestalt gewinnt. Methodismus ist Protestantismus der Liebe. Zugleich ist seine Geschichte voller Spannungen: zwischen Erweckung und kirchlicher Ordnung, zwischen unterschiedlichen Vorstellungen davon, wie Christinnen und Christen zusammenleben sollen. Wie wurde aus einer Erneuerungsbewegung eine weltweite Kirchenfamilie? Was hält sie zusammen, und woran entzünden sich heute Spannungen und Spaltungen? Und nicht zuletzt? Was verdanken alle anderen kirchlichen Gruppierungen dem Methodismus?
Täufer und Baptisten

Täufer und Baptisten

2026-04-1702:40:20

Täufer und Baptisten prägen das Bild des protestantischen Christentums bis heute. Und möglicherweise zeigt sich bei ihnen mit all ihrer Vielfalt schon etwas von der Zukunft des Protestantismus insgesamt. Die Täuferbewegung entstand um 1525 in Zürich. Im Gegensatz zu Luther und Zwingli forderten Täufer eine konsequente Trennung von Kirche und Staat sowie eine freiwillige Glaubenstaufe (Erwachsenentaufe). Sie bildeten sehr unterschiedliche Gruppen, darunter friedensorientierte Gemeinschaften wie die Mennoniten, aber auch radikalere Strömungen. Wegen ihrer Ablehnung der Kindertaufe und staatlicher Kirchen wurden sie vielerorts verfolgt. Im 17. Jahrhundert entwickelte sich aus ähnlichen reformatorischen Impulsen in England und den Niederlanden der Baptismus. Er übernahm zentrale täuferische Ideen wie die Gläubigentaufe und die Selbstständigkeit der Ortsgemeinde („Gemeindekirche“), entstand jedoch unabhängig und in einem anderen politischen Umfeld. Im 18. und 19. Jahrhundert verbreiteten sich baptistische Gemeinden weltweit, besonders durch Missions- und Erweckungsbewegungen Dadurch wurden Baptisten zu einer der größten protestantischen Freikirchen weltweit. Heute ist das Spektrum dieser Gruppen und Gläubigen verwirrend breit. Es reicht von Martin Luther King bis Billy Graham, von liberal bis fundamentalistisch, von historischen Friedenskirchen wie den Mennoniten, die Gewaltlosigkeit und soziale Gerechtigkeit betonen, bis hin zu missionarischen oder vom christlichen Nationalismus geprägten Strömungen wie den Southern Baptists in den USA.
Circa 2,5 Millionen Russlanddeutsche sind in den letzten Jahren aus der früheren Sowjetunion nach Deutschland zurückgekehrt. Nachdem diese Menschen für lange Zeit entweder ignoriert (»die werden sich schon anpassen«) oder skandalisiert (»die bleiben nur unter sich, werden kriminell oder rechts«) wurden, werden sie erst in jüngster Zeit öffentlich differenzierter wahrgenommen. »Die« Russlanddeutschen gibt es nicht. Ihre Erfahrungen und vor allem ihre Entwicklung in den letzten Jahrzehnten sind sehr vielfältig. Für die allermeisten von ihnen war neben ihrer einzigartigen Migrationsgeschichte der christliche Glaube eine verbindende Prägung und das in ziemlicher Vielfalt: lutherisch oder katholisch, pfingstkirchlich, baptistisch oder mennonitisch. Vor welchen Herausforderungen haben Menschen gestanden, die durch Verfolgung und Vertreibung in einer totalitären Gesellschaft schweres Leid erfahren haben? Wie verändert sich der Glaube von Menschen, die von einer religionsfeindlichen Diktatur in eine Gesellschaft kommen, in der Religion frei gelebt werden darf, deren Vielfalt und Freiheit aber auch als Überforderung erlebt werden kann? Wie gehen wir mit Entwicklungen um, wo sich einige von ihnen sehr kritisch von einer liberalen und pluralen Gesellschaft (beziehungsweise ihren Kirchen) absetzen? Und wie können wir lernen, ihre Erfahrungen als Bereicherung unserer Gesellschaft und unserer Kirchen wahrzunehmen?
Nach dem stürmischen Beginn der zweiten Amtszeit von Donald Trump ist es Zeit für eine erste Bilanz: Handelt es sich bei der gegenwärtigen Politik um einen Bruch mit dem liberalen Westen? Oder sehen wir eine Radikalisierung von Motiven, die sich schon länger durch die US-Politik ziehen? Wie sind die quasi-religiösen Selbststilisierungen Trumps einzuordnen? Welchen Einfluss hat die vielschichtige Strömung des christlichen Nationalismus auf die gegenwärtige Politik? Und wie radikal verändert sich die konservative Christenheit (vor allem der Evangelikalismus) unter den neuen weltpolitischen Bedingungen in den USA, aber auch in Deutschland?
Der christliche Zionismus

Der christliche Zionismus

2024-05-1702:14:291

Insbesondere in der evangelikalen Christenheit gibt es heute eine breite Strömung, für die die Solidarität mit dem Staat Israel keine politische Option, sondern eine religiöse Notwendigkeit ist. Christliche Zionisten sind überzeugt, dass die Gründung des Staates Israel kein Zufall ist, sondern göttliche Führung. Und mehr: der heutige jüdische Staat müsse das ganze biblische Land Israel umfassen ohne Kompromisse mit Palästinensern – um dann in der «Endzeit», den letzten Jahren der Menschheit vor der Wiederkunft Jesu, eine weltgeschichtlich entscheidende Rolle zu spielen. Wo kommt diese Ideenwelt her? Wie hat man versucht, sie biblisch zu begründen und welche politischen Probleme hat ein solches Denken?
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