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Man Glaubt Es Nicht!
Man Glaubt Es Nicht!
Author: MGEN Blog-Podcast
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Description
Podcast zu Religion und anderer Esoterik, über gesellschaftliche und politische Themen aus atheistischer und humanistischer Sicht – Schwerpunkte: Atheismus, Humanismus, Säkularismus, Laizismus, Trennung von Staat und Kirche, Religionskritik, Gesellschaft, Politik, Kritik
MGEN
https://manglaubtesnicht.wordpress.com
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Emergenz bezeichnet das selbstorganisierte Entstehen neuer, höherer Eigenschaften eines Systems durch das Zusammenwirken von einfachen Bestandteilen — ohne, dass diese höheren Eigenschaften offensichtlich in den Einzelteilen angelegt sind. So wird der Himmel blau, obwohl die einzelnen Luftmoleküle nicht blau sind. Wasser wird nass, obwohl die Eigenschaften einer Flüssigkeit in einzelnen H2O-Molekülen nicht zu finden sind.
Till schaut sich für uns das Phänomen der Emergenz an, erklärt uns die Zusammenhänge und zeigt uns Beispiele. Nasses Wasser und blauer Himmel gut und schön – aber richtig wach werden Martina und Oliver, als es um emergente Systeme wie Conway’s Game of Life geht oder Emergenz bei großen KI-Sprachmodellen. Wir sollten dringend eine öffentliche Diskussion führen, was wir tun, wenn wir die einfach Frage nicht mehr mit einem überzeugten „Nein“ beantworten können: Ist da außer uns selbst noch jemand?
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Seit Jahrtausenden gilt die Heilige Bundeslade als mächtiges, zauberkräftiges Symbol für die Verbindung von Gott Jahwe zum Volk der Israeliten. Schon in der Bibel liest man Geschichten über die wundersame Macht der Lade – und noch im 21. Jahrhundert suchen Menschen nach dem Versteck dieses goldenen Kastens, sei es im Jerusalem, im Palast von Versailles, in der Gegend um Rennes-le-Chateau in Südfrankreich oder auf Oak Island in Kanada.
In diesem Ultradickschiffpodcast führt uns Oliver durch die Geschichte der Bundeslade. Er beginnt mit einer Zusammenfassung der biblischen Erzählungen um die Lade Gottes, und zeigt uns dann den historischen Hintergrund der Levante in der frühen Eisenzeit – also die Zeit der Ethnogenese der biblischen Israeliten. Darauf aufbauend können wir abschätzen, welche Teile der Lade-Erzählung zu welcher Zeit geschrieben wurden, und welche politischen Zwecke sie jeweils erfüllen sollten. Zum Schluss versucht Oliver die Fragen zu beantworten, die Schatzjäger sich seit Jahrhunderten stellen: Gab es die Bundeslade wirklich? Und, falls ja, wo ist sie jetzt?
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Viele Leute meinen: Das Ausmaß an irrationalem Quatsch, der uns aus Politik, Medien und Kirchen entgegenschlägt, wird seit Jahren größer und größer. In den USA brüllt Donald Trump hasserfüllten Unsinn in das größte Megaphon der Welt, in Ostdeutschland eilt die AfD mit ihren absurden Plänen und bösartigen Verschwörungserzählungen von einem Wahlsieg zum anderen, und auch anderen europäischen Ländern droht eine neofaschistische Phase. Systematisch wird Angst und Hass verbreitet, über allem steht immer die Suche nach den Schuldigen: Abwechselnd sind es Transleute, Juden, Westdeutsche oder Muslime, die an meinem persönlichen Unglück schuld sind – dunkle Kräfte, die von außen kommen und uns „unsere Arbeit“, „unser Geld“ oder „unsere Frauen“ wegnehmen. Sie selbst, so sagen die Jammerlappen, sind niemals für ihre eigenen Fehlentscheidungen verantwortlich.
Martina leitet die Diskussion ein mit einem Artikel in der taz https://taz.de/Tucker-Carlson-Neuerdings-finden-sogar-Linke-manche-seiner-Positionen-gut-was-ist-da-los/!6192629/ zum US-amerikanischen Medienentertainer und Wahnwichtel Tucker Carlson. Wir fragen uns, wie so eine Person derart erfolgreich sein kann, und vergleichen die MAGA-Bewegung aus den USA mit den AfD-Wählern in Ostdeutschland. Wir denken über die Landtagswahlen im Osten nach, über das Versagen konservativer Ideologien und über die Suche nach Sündenböcken für eigene Fehlentscheidungen.
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Wer hätte das nur ahnen können?! Es stellt sich heraus, dass der Massenmissbrauch durch die Kirche in Deutschland deutlich größere Dimensionen hatte als bislang öffentlich bekannt. Journalist:innen der ARD haben bei den katholischen Bistümern recherchiert und sind in Summe auf mindestens 6.529 Opfer von mindestens 2.848 Missbrauchspriestern gekommen. Legt man das übliche Hellfeld-Dunkelfeld-Verhältnis an, können wir also mit real etwa 130.000 Opfern rechnen.
Der Autor dieser Zeilen entschuldigt sich für seinen zynischen Tonfall: Natürlich weiß ich, dass jeder einzelne Missbrauchsfall im Leben des Opfers unendlich schwer wiegt. Was mich darüber hinaus aber wirklich ärgert, ist, dass viele Christ:innen – und natürlich die Kirchenfürsten – immer noch so tun, als wäre der Massenmissbrauch völlig neu, überraschend und unerklärlich. Dabei wissen wir seit Jahrzehnten: Die Kirche ist eine Missbrauchsorganisation, die Kirche züchtet systematisch Missbrauchspriester heran, die Strukturen, die jahrzehntelange Missbrauchskarrieren erst möglich machen, sind seit Jahrzehnten vorhanden und unverändert. Da diese Strukturen zum Wesenskern der Kirche gehören, kann und will sie den Massenmissbrauch nicht abstellen. Und trotzdem: Bei der nächsten Meldung sind alle wieder komplett überrascht! Wer hätte da nur ahnen können!?
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Im Januar 2024 wird die NYPD, also die New Yorker Polizei, zu einem ungewöhnlichen Einsatz gerufen: Vor der Synagoge im Haus 770 Eastern Parkway in Brooklyn steht ein Zement-LKW quer, dessen Besatzung verzweifelt versucht zu verhindern, dass junge, offensichtlich jüdische Männer Teile davon abmontieren und damit weglaufen. Diese Jungs werden von anderen jüdischen Männern aus dem Nachbarhaus wütend beschimpft. Zudem, findet die Polizei, gibt es eine amtliche Schlägerei am Eingang zum Keller.
Oliver erzählt uns die etwas absonderliche Geschichte, die sich im Winter 2023 / 2024 im Hauptquartier der Chabad-Lubawitsch-Gemeinde in Brooklyn abspielt. Es geht um den Wahren Messias, das Reich Gottes auf der Erde (oder zumindest in Brooklyn), eifrige Studenten in religiöser Extase – und um einen selbstgebuddelten Tunnel durch den New Yorker Untergrund. Wir könnten alle darüber lachen — wenn nicht auch hier der Geist des Antisemitismus seine widerliche Fratze zeigen würde.
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