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Author: Tobias Faix & Thorsten Dietz

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Ethik zum Selberdenken
61 Episodes
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Nach zwei Jahren im „Keller“ haben sich Tobias Faix und Thorsten Dietz ans Licht getraut und haben auf dem Kirchentag ihren ersten Livepodcast gewagt. Dabei ging es um die Frage: Wie gehen wir in einer Kirche oder Gemeinde mit unterschiedlichen ethischen Erkenntnissen um? Kann man Differenzen in versöhnter Verschiedenheit aushalten? Kann es ein "good disagreement" geben, bei dem man trotzdem einander den Glauben glaubt? Aber was soll man machen, wenn für manche an solchen Fragen das ganze Bibelverständnis hängt? Und andere Kirche nicht mehr als safe space für sich empfinden können, wenn alle möglichen Meinungen toleriert werden? Kann es so etwas wie einen "protestantischen Korridor" von Meinungen geben, der Grenzen hat, aber Unterschiede erlaubt? Dies wurde dann am Beispiel mit dem ethischen Umgang mit der "Letzten Generation" und ihren Protestformen durchdiskutiert.
Was bedeutet Freiheit heute? Und wie wird diese in einem politischen bzw. auch in einem christlichen Liberalismus verantwortet? Tobias Faix und Thorsten Dietz sind im dritten Teil der politischen Karte dem Liberalismus auf der Spur. So zeichnen sie die Geschichte des Freiheitsgedankens in der Moderne nach: Von den Anfängen verschiedener liberaler Strömungen wie dem Sozialliberalismus, dem Nationalliberalismus und dem Neoliberalismus bis hin zur Krise der Liberalen in der Gegenwart und auch aktuellen libertären Radikalisierungen. Im Zentrum stehen Fragen nach Markt und Wirtschaft, sozialer Verantwortung, und demokratischem Gemeinwohl. Mit Friedrich Naumann kommt ein protestantischer Denker in den Blick, der in besonderer Weise für die Verbindung von Christentum und Liberalismus steht. Das Ringen mit der Freiheit und ihren Ambivalenzen hat schon immer dazu geführt, dass Christen sowohl bei den Freunden wie bei den Gegnern des Liberalismus zu finden waren und sind.
In dieser Folge geht es um Christ:innen und die politische Linke. Was bedeutet „links“ eigentlich – historisch, politisch und theologisch? Tobias Faix und Thorsten Dietz zeichnen die zunächst die Anfänge nach, von der sozialen Frage des 19. Jahrhunderts über Marx, die Arbeiterbewegung und die Sozialdemokratie, bis hin zu den Verzweigungen des 20. und 21. Jahrhunderts, der demokratischen Linken, der grün-alternativen Bewegung und der neuen Linken. Dabei zeigt sich: „Links“ ist keine einheitliche Haltung, sondern ein breites Spektrum von Reformpolitik bis radikale Systemkritik. Sie diskutieren einige Schattenseiten, wie die Ideologieanfälligkeit und die Versuchlichkeit zu totalitären Systemen wie Kommunismus und Sozialismus. Zu fragen ist aber auch: Welche Anknüpfungspunkte gibt es zwischen linken Ideen von Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung und dem Evangelium von Jesus Christus?
In Zeiten der Krise wächst der Bedarf nach Hoffnung. Doch was ist Hoffnung eigentlich? Tobias Faix und Thorsten Dietz machen sich auf die Suche nach der Möglichkeit des Hoffens in unruhigen Zeiten. Hoffnung ist kein Trostpflaster. Ausgehend von Jürgen Moltmann zeigen sie, dass christliche Hoffnung immer schon „nach der Katastrophe“ des Kreuz entsteht; und dank der Erfahrung die Kraft hat, Leben zu verwandeln. Dieses Hoffnungsverständnis wird anschließend mit der Hoffnungskritik von Friedrich Nietzsche ins Gespräch gebracht. Doch wie sieht eine Hoffnung aus, die „vor der Katastrophe“ steht, mitten in der Erwartung, dass das Schlimmste noch kommen kann? Gerade heute bleibt Hoffnung persönlich wie politisch unverzichtbar. Abschließend werden Kriterien für eine gemeinschaftlich getragene Hoffnung entwickelt.
Der lange Weg zur Demokratie und wieder zurück?!Parallel zur Entwicklung der Menschenrechte hat sich in der Moderne die Demokratie als Staatsform etabliert. Von der griechischen Antike über die Unabhängigkeitserklärung der USA und der Französischen Revolution begann ein langer, oft mühsamer Weg hin zu unterschiedlichen demokratischen Modellen. Kirche und Theologie hatten zu dieser Entwicklung von Anfang an unterschiedliche und oft ambivalente Haltungen. In Deutschland haben die Kirchen demokratische Entwicklungen lange Zeit ablehnend bzw. skeptisch beurteilt und erst im Nachhinein anerkannt. So stabil die Demokratie in Deutschland in den letzten Jahrzehnten erschien, so stark wächst weltweit der Druck auf demokratische Systeme. Inzwischen lebt die Mehrheit der Weltbevölkerung unter autokratischen Regimen, mit steigender Tendenz. Wie sollen Kirche und Theologie im Westen darauf reagieren?Weiterführende Links:https://www.v-dem.net/documents/60/V-dem-dr__2025_lowres.pdfhttps://www.chbeck.de/richter-demokratie/product/30917915https://www.soziopolis.de/gefuehlte-geschichte.htmlhttps://www.ekd.de/ekd_de/ds_doc/evangelische_kirche_und_freiheitliche_demokratie_1985.pdfhttps://open.spotify.com/episode/5V1MwxitSe3VjJoh4StzCs
Die Rede von der Würde des Menschen ist allgegenwärtig und zugleich auch immer wieder strittig, wie zuletzt die Auseinandersetzungen um die Nominierung von Brosius-Gersdorf als Verfassungsrichterin gezeigt haben. In welchem Verhältnis stehen Menschenwürde und Menschrechte? Wie wurden bzw. werden sie begründet? Und wer oder was garantiert ihre Geltung?Tobias Faix und Thorsten Dietz begeben sich auf eine spannende Erkundungsreise zu den Ursprüngen der Menschenrechte und der zunehmenden Betonung der Menschenwürde. Und sie stellen sich der irritierenden Frage: Warum finden fast alle Menschenwürde gut – ohne dass darunter jeweils dasselbe verstanden und ihr Anspruch konsequent ernstgenommen wird?
Im Rückblick auf 2000 Jahre Christentumsgeschichte führen sich Tobias Faix und Thorsten Dietz die Gegensätze der Epochen vor Augen. Jahrhunderte lang litt die frühen Gemeinden an Ausgrenzung, ja Verfolgung. Kaum kommen sie selbst zu Macht und Einfluss, werden sie aus einer verfolgten Kirche zu einer verfolgenden Kirche. Ist die Konstantinische Wende der Sündenfall der Christentumsgeschichte? Im Mittelalter entstehen Formen der Unterscheidung von Staat und Kirche, wie sie es so noch nicht gab. In der Reformationszeit brechen neue Gegensätze auf, die zu furchtbaren Religionskriegen führen. Was lässt sich lernen aus dieser Geschichte für unsere Situation heute? Welche Kriterien für eine politische Ethik lassen sich ableiten und welche Fehler sollten Kirche nicht mehr wiederholen?
Lange Zeit galt das Pauluszitat "Seid untertan der Obrigkeit" (Röm 13) als Schlüsselsatz der politischen Ethik. Wollte Paulus die Gläubigen zu gehorsamen Untertanen machen? Tatsächlich war Paulus alles andere als unpolitisch: Er nutzte die Infrastruktur des Imperiums, benutzte seine Sprache und Denkwelt und gründete in vielen Städten gegenkulturelle Gemeinden mit grosser Anziehungskraft. In dieser Folge zeigen Tobias Faix und Thorsten Dietz, wie seine Gemeinden als „ekklesia“ und „Leib Christi“ inklusive, statuskritische und zugleich in die Ordnung eingebettete Gemeinschaften bildeten. Und zugleich werfen wir einen Blick auf eine andere politische Theologie des Neuen Testaments, auf Offenbarung 13 (Staat als Bestie). Das Spannungsfeld zwischen dem Staat als Gottes Diener und als Werkzeug des Teufels, zwischen Kooperation und Widerstand ist für jede politische Ethik grundlegend und lehrreich bis heute.
Zwischen Kaiser und Königreich, Rom und Reich Gottes: Jesus lebte inmitten einer Welt politischer Spannungen – und seine Botschaft vom Reich Gottes war mehr als Politik - und sie war auch zutiefst politisch. Tobias Faix und Thorsten Dietz gehen in dieser Folge der Frage nach, wie politisch Jesus war – und was sich daraus für uns heute lernen lässt. Jesus konfrontierte Ungerechtigkeit, lebte Gewaltfreiheit und rief zur sozialen Umkehr auf, stellte aber keine irdische Machtordnung auf. Das Reich Gottes entlarvt menschliche Macht als vorläufig, widerspricht totalitären Ansprüchen und eröffnet eine andere Logik – die der Liebe, Gerechtigkeit und Hingabe.
Unsere Welt steht unter Spannung: Autokratische Tendenzen in den USA, Krieg und Spannungen in Europa, politische Polarisierung auch in Deutschland. Wo steht der christliche Glaube inmitten dieser Entwicklungen? Wie politisch darf – oder muss – Glaube überhaupt politisch sein? In der ersten Folge unserer neuen Staffel diskutieren Tobias Faix & Thorsten Dietz die Brisanz dieser Fragen für uns alle. Sie sprechen über aktuelle Beispiele und geben einen ersten Überblick zu Zielen und Hoffnungen für die neue Staffel. Außerdem wagen sie eine erste Annäherung: Was ist eigentlich politische Ethik? Und schließlich wagen sie einen Ausblick auf die Staffel: Was haben Jesus, Paulus und die frühe Kirche mit politischer Ethik zu tun? Wie kann Glaube ein Korrektiv gegenüber Macht, Ideologien und Angst werden?
Was passiert, wenn zwei sehr unterschiedliche Podcast-Welten aufeinandertreffen und über ein Thema sprechen: Sex? Wenn wir als Ethikpodcast „Karte und Gebiet“ auf den Praxispodaast „Liebesäpfel“ trifft? In dieser Live-Session vom RefLap Festival wird’s experimentell und spannend. Wie verändert sich unsere Meinung, wenn Liebe, Scham, Freiheit oder Treue einmal durchs Lust und Feuchtgebiet der Sexualethik wandern? Ein ehrliches, respektvolles und neugieriges Gespräch über Körper, Moral und die Kunst, im Denken zu begehren.
Zur 50. Folge ziehen Tobias Faix und Thorsten Dietz ein kleines Fazit – zu Karte und Gebiet sowie zu ihrer neu erschienenen Sexualethik. Was ist besonders gelungen? Worüber haben sie und andere sich geärgert? Dabei gehen sie auch auf die am häufigsten gestellten kritischen Fragen ein und stellen sich – gerade in dieser Jubiläumsfolge – der Kritik. Am Ende gibt es einen Ausblick auf die nächste Staffel zum Thema Politische Ethik sowie eine Einladung an die Hörenden, sich mit eigenen Fragen an der Staffel zu beteiligen.
Dass die Teilnahme am klassischen Konfirmandenunterricht vielfach rückläufig ist, spürt man auch in der kirchlichen Jugendarbeit. Was ist die Lösung: Mehr missionieren? Tobias Faix und Thorsten Dietz diskutieren auf dem Kirchentag in Hannover 2025 diese und andere aktuelle Herausforderung der kirchlichen Jugendarbeit. Welche ethischen Leitsätze sind dabei zu beachten, wenn man junge Menschen nicht manipulieren will? Wie gelingt der Kirche ein Aufbruch, bei dem die Menschen im Mittelpunkt bleiben und nicht der Selbsterhaltungswille der kirchlichen Institution?
Die einen halten Empathie für „die Schwäche des Westens“ – die anderen sehen in ihr die Basis jeder Menschlichkeit. In dieser Folge fragen Tobias Faix und Thorsten Dietz: Ist Empathie wirklich gefährlich? Ist die theologisch sogar eine Sünde bzw. eine Versuchung dazu? Oder ist sie nicht nur unersetzliche Grundlage der Menschlichkeit, sondern auch ein zentrales Element christlicher Ethik? Im Spannungsfeld von christlicher Barmherzigkeit, politischer Verantwortung und gesellschaftlicher Polarisierung beleuchten sie, warum Empathie fasziniert, irritiert und herausfordert ist. Ein Gespräch über Gefühl, Ethik und die Zukunft unseres Miteinanders.Cover: Jordan Peterson und Mariann Edgar Budde
Trump, Musk & Co erklärt der „Wokeness“ den Krieg: In seiner zweiten Amtszeit greifen sie gezielt Diversity-Programme, Gender-Debatten und kritische Bildungsinhalte an – in Regierung, Militär, Wirtschaft und Universitäten. Tobias Faix und Thorsten Dietz analysieren einige der Maßnahmen, sprechen über die Instrumentalisierung des Begriffs „woke“ und fragen wo dieser Begriff eigentlich herkommt. Sie diskutieren über rechte Kulturkämpfe, moralische Sensibilisierung, linke Übertreibungen und fragen: Was bedeuten diese Entwicklung für Deutschland?
Das Thema Schwangerschaftsabbruch bewegt offensichtlich viele Menschen: Die Zahl der Rückmeldungen auf unseren ersten Teil war enorm. Neben Zustimmung gab es auch Widerspruch und wichtige Ergänzungen. In der zweiten Folge gehen Tobias Faix und Thorsten Dietz ausführlich auf die zahlreichen Rückmeldungen ein und diskutieren die entscheidenden Argumente für und gegen eine Liberalisierung von Gesetzgebung und Moral. Am Ende überlegen sie, wie ein evangelischer Korridor möglicher Antworten aussieht und welche Schritte wirklich dem Schutz des Lebens dienen; im Mutterleib und darüber hinaus.
Kein anderes Thema wurde sich in unserem Podcast so oft gewünscht wie Schwangerschaftsabbruch. Und gerade weil in dieser Frage viel zu oft vor allem von Männern entschieden und diskutiert wird, diskutieren Tobias und Thorsten dieses Thema gemeinsam mit Mira Ungewitter, freikirchliche Theologin aus Wien. Welche Rolle spielt es für dieses Thema, ob Frauen oder Männer sich damit auseinandersetzen? Geht es wirklich um einen Konflikt zwischen Selbstbestimmung der Frau und Lebensschutz des ungeborenen Lebens? Oder auch um Machtkonflikte? Was heißt es überhaupt, Leben effektiv zu schützen? Welche Rolle spielen Männer bei diesem Thema? Wie immer geht es in dieser Folge darum, zum Selberdenken einzuladen.Foto: Jana Mack
Manche beklagen, dass es in einer leistungsorientierten Welt Regeln für fast alles gibt – aber kaum Raum für Lust, Genuss und Sinnlichkeit. Andere hingegen kritisieren die heutige Gesellschaft als hedonistisch und orientierungslos. Wie ist es denn jetzt? Ist Lust heute schambehaftet oder omnipräsent? Leben wir in einer lustfeindlichen oder hedonistischen Zeit? Und was bedeutet all das für Ethik und Moral? In Folge 43 sprechen Tobias Faix und Thorsten Dietz über die Geschichte der Ethik der Lust. Wie können wir Lust verantwortungsvoll gestalten? Und brauchen wir eine neue Ethik des Genießens?
Ehrfurcht vor dem Leben - auf die Formel brachte Albert Schweitzer seine ethische Weltanschauung. Tobias Faix und Thorsten Dietz erinnern an die vielfältigen Begabungen und Leistungen des berühmten Theologen, Orgelvirtuosen, Urwalddoktors und Friedensnobelpreisträger. Sie setzen sich mit dem berechtigten Einwurf auseinander, dass Schweitzers teils koloniale Haltung eines White Saviorism heute nicht mehr ignoriert werden kann. Und sie tragen zusammen, warum Schweitzers frühe Verknüpfung von Glaube, Ethik, Umweltbewusstsein und Menschheitsethos heute vielleicht wichtiger ist als je zuvor.
Wie können wir gerecht leben in einer Welt, die an ihre planetarischen Grenzen kommt? Wie bleiben wir dran an einem Thema, an dem die Politik zu scheitern droht? Wie können wir in einer Wachstumsgesellschaft neu lernen, dass Verzicht nicht Verlust, sondern Befreiung sein kann? Tobias Faix und Thorsten Dietz diskutieren die Grundzüge einer „Ethik des Genug“ und fragen, wie unsere ethischen Entscheidungen und unser Lebensstil zu einer sozial-ökologischen Transformation beitragen können.
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Comments (1)

Tobi Fluri

"Hermenutisches Wächteramt": Wer definiert hier die Grenzen, welcher Hermeneutik, Theologie ist dieses verpflichtet?

Nov 1st
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