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Arkham Insiders
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Mit „The Dark Brotherhood“ („Die dunkle Brüderschaft“) nehmen wir uns eine der ungewöhnlichsten Zusammenarbeiten zwischen H. P. Lovecraft und August Derleth vor. Die Quellen zu der Story liegen einigermaßen im Dunklen, dürfte aber einerseits in Einträgen in Lovecrafts Notizbuch (Commonplace Book), andererseits in dessen jubelnder Begeisterung für Edgar Allan Poe liegen.
Worum geht es? Die neue Bekanntschaft der beiden Nachtschwärmer Arthur Phillips und Rose Dexter ist ein gewisser Mr. Allan. Der Mann hat frappante Ähnlichkeit mit Edgar Allan Poe – und ist offenbar nicht allein. Mehrere Inkarnationen des Mr. Allan tauchen plötzlich auf den Straßen von Providence auf. Doch was suchen die merkwürdigen Brüder hier? Was wie ein interessantes literarisches Rätsel beginnt, entfaltet sich zu einer klassischen paranoiden SF-Story um Wesen von einem anderen Stern, die menschliche Körper rauben und klonen, um so unentdeckt unter uns wandeln zu können: sogenannte Body Snatchers (zu deutsch etwa „Körperfresser“).
Der Erzählung wohnt wegen der gehäuften Anzahl des Mr. Allan ein gewisser Humor inne; darüber hinaus regt sie dazu an, sich mit Lovecrafts Heimatstadt Providence zu beschäftigen. Markante Orte – z. Bsp. die Benefit Street und das hier gelegene Providence Athenæum – spielen eine wichtige Rolle. Alles in allem eine der besseren Derleth-Lovecraft-Kollaborationen, die wir euch ans Herz legen können. Zuerst erschien „The Dark Brotherhood“ 1966 in der Arkham House-Sammlung The Dark Brotherhood and Other Pieces, auf Deutsch findet sich das gute Stück in dem Band „Die dunkle Brüderschaft“ des Suhrkamp Verlags aus dem Jahr 1987.
Mit The Shadow in the Attic (Der Schatten in der Dachkammer) unternimmt August Derleth den Versuch einer Lovecraft-Ironie. Das sagen nicht die Arkham Insiders – das sagt er selbst. Hauptmerkmal der Story ist eine entscheidende Frauen-Rolle, die dem männlichen Protagonisten überlegen ist und diesen aus einer äußerst brenzligen Situation rettet … Wir beleuchten vor allem diesen Aspekt, spüren jedoch auch Lovecrafts Notizen im Commonplace Book nach und stellen – gemeinsam mit Derleth – fest, dass diese Art von posthumer Kollaboration an einen Endpunkt (oder Tiefpunkt?!) gelangt ist. Doch hört selbst!
Wie so oft, basiert auch die Geschichte, der wir uns diesmal widmen, auf einer oder besser gesagt: auf zwei recht kurzen Notizen von H. P. Lovecraft. Diese nutzte August Derleth, um daraus die Story Witches’ Hollow (dt. Übersetzung: Das Hexenloch) zu fabrizieren. Sie erschien zuerst 1962 in der Arkham House-Sammlung Dark Mind, Dark Heart. Was es mit diesem Buch – und vor allem dem sogenannten Hexenloch in der Nähe von Arkham und seinen merkwürdigen Bewohnern auf sich hat, – erfahrt ihr in diesem 222. Podcast der Arkham Insiders.




