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Tierethik weiterdenken
Tierethik weiterdenken
Author: Hilal Sezgin
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© Hilal Sezgin
Description
Tierethik im engeren Sinne befasst sich mit konkreten moralischen Fragen wie: “Dürfen wir Tiere nutzen? Einsperren? Manipulieren? Schlachten?” Wem nicht-menschliche Tiere umfassend wichtig sind, wird aber oft auch bei viel weiteren, offeneren Fragen landen: Was können wir über entfernt verwandte Tiere wissen? Wie verstehen Tiere Freude, Nähe, Tod? Gehören Tiere zur Natur? Bilden Tiere politische Gemeinschaften?
Auch diese und viele weitere Fragen sind ethisch relevant, und für sie soll in diesem Podcast Raum sein. Er präsentiert Euch Ideen, Menschen und Bücher, die über die vielen Facetten unseres Multispezies-Zusammenlebens nachdenken.
Auch diese und viele weitere Fragen sind ethisch relevant, und für sie soll in diesem Podcast Raum sein. Er präsentiert Euch Ideen, Menschen und Bücher, die über die vielen Facetten unseres Multispezies-Zusammenlebens nachdenken.
27 Episodes
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Tierethik weiterdenken
Ein Podcast zu Tieren, Natur, Menschen und Büchern
Folge 4: Tiere im Kapitalismus
Gegen „Massentierhaltung“ ist beinah jede:r, dennoch produzieren Tierfabriken wie am Fließband. Wir sehen hier die völlig entfesselte, gleichzeitig minutiös durchgetaktete Ausbeutung von Tieren im Kapitalismus. Der australische politische Philosoph Dinesh Wadiwel analysiert dieses Phänomen in seinem Buch „Animals and Capital“ (2023) mit marxistischem, postmarxistischem und poststrukturalistischem Werkzeug und fragt nach den Grenzen veganen Konsumierens.
Ab 28:40 diskutiere ich mit dem Soziologen Wolfgang Knöbl über Wadiwels Buch und seine Thesen.
Und ab 1:00:27 stelle ich Euch einen Roman vor, der in diesem Kontext vielleicht etwas überraschen wird: “Der Astronaut” von Andy Weir (2021). Es handelt sich um einen Science-Fiction, der zwar nicht ganz “vegan” ist, der aber dennoch viel Freude bereiten kann, viel Spannung bietet und von einer tollen Freundschaft zwischen Spezies erzählt.
Dieser Podcast wird gefördert von der Bastet Stiftung Hamburg.
Produktion: Ariane Evertz
Bild: Hartmut Kiewert
Musik: mobygratis
Tierethik weiterdenken
Ein Podcast zu Tieren, Natur, Menschen und Büchern
Folge 3: Was Tiere vom Tod wissen
Die meisten Menschen sind zwar inzwischen der Ansicht, dass Tiere gerne gut, unbehelligt oder glücklich leben wollen – aber was der Tod für sie bedeutet, darüber gehen die Meinungen auseinander. Viele Menschen scheinen zu glauben, dass Tiere vom Tod gar nichts wissen.
Das ist falsch, argumentiert die spanische Philosophin Susana Monsó in ihrem analytisch sehr klaren Buch “Das Schweigen der Schimpansen”. (Insel Verlag 2025)
Zunächst stelle ich Euch dieses Buch vor, dann spreche ich darüber mit der Philosophin und Theologin Simone Horstmann.
Im dritten Teil geht es um den Roman “Pearly Everlasting” (Diogenes Verlag 2025) von der kanadischen Autorin Tammy Armstrong. Sie erzählt eine Art winterliche Abenteuergeschichte von einem Mädchen und einem Bären, die als Geschwister aufwuchsen.
Dieser Podcast wird gefördert von der Bastet Stiftung Hamburg.
Produktion: Ariane Evertz
Bild: Hartmut Kiewert
Musik: mobygratis
In dieser Folge stelle ich Euch ab 00:40 zunächst das neue Buch des Bestseller-Autors Robert Macfarlane vor, der fast die gesamte Welt bereist hat, um mit Umweltaktivist:innen zusprechen, und der Frage nachgeht, ob auch Flüsse Lebewesen sind. – “Sind Flüsse Lebewesen?” Aus dem Englischen von Frank Sievers und Andreas Jandl. Ullstein Verlag 2025.
Ab 17:00 spreche ich mit der Philosophin Leonie Bossert über die Gemeinsamkeiten, aber auch Konflikte zwischen Umweltethik und Tierethik. Sie erzählt auch ein wenig von ihrer aktuellen Forschung zum Thema Künstliche Intelligenz (und Tiere). – Hier ein aktueller Artikel von ihr: https://psyche.co/ideas/even-if-we-could-speak-to-animals-should-we
Ab 43.40 geht es um ein Büchlein mit tierethischen Texten von Albert Schweitzer – der wegen seiner Formel “Ehrfurcht vor dem Leben” von vielen verehrt und von anderen belächelt wird. – Erich Gräßer (Hg.): “Ehrfurcht vor den Tieren.” Neuauflage, C.H. Beck 2022.
Dieser Podcast wird gefördert von der Bastet Stiftung Hamburg.
Produktion: Ariane Evertz
Bild: Hartmut Kiewert
Musik: mobygratis
Diese erste Folge beginnt mit einem kurzen Impuls, warum wir Tierethik nicht auf die Problematik des Fleisch(nicht)essens beschränken, sondern auch weitere Aspekte tierlichen Lebens in den Blick nehmen sollten.
6:20 folgt die Vorstellung des aktuellen Buchs von Carlo Salzani: “Animals, Empathy, and Anthropomorphism. The Limits of Imagination”. Palgrave Macmillan 2025.
19:50 spreche ich mit dem italienischen Philosophen Carlo Salzani über die Themen Empathie, Anthropomorphismus und Geschichtenerzählen
44:45 stelle ich Euch einen spannenden historischen Fund vor, herausgegeben von Eva Gritzmann und Denis Scheck: “Kafkas Kochbuch. Franz Kafkas vegetarische Verwandlung in 544 Rezepten.” Klett-Cotta Verlag 2025.
Salzanis Buch lässt sich hier kostenlos downloaden Animals, Empathy, and Anthropomorphism: The Limits of Imagination | SpringerLink
Außerdem erwähnen wir “Elizabeth Costello: Acht Lehrstücke” von J.M Coetzee.
Dieser Podcast wird gefördert von der Bastet Stiftung Hamburg.
Produktion: Ariane Evertz
Bild: Hartmut Kiewert
Musik: mobygratis
Solidarität ist doch eigentlich ein so geläufiger Begriff - dennoch gibt es bislang kaum Publikationen zu Solidarität mit Tieren.
Umso wichtiger, dass Alasdair Cochrane und Mara-Daria Cojocaru nun diesen Sammelband herausgegeben haben: "Solidarity with Animals. Promises, Pitfalls, and Potential." Oxford University Press, Oxford 2024, 224 Seiten, ca. 95 Euro.
Außerdem spreche ich über ein frei zugängliches Paper der beiden: "Veganism as political solidarity: Beyond ‘ethical veganism’" abzurufen unter https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/josp.12460
Bild: Hartmut Kiewert
Trotz großen Engagements und aller Argumente hat die Klimabewegung ihr wichtigstes Ziel nicht erreicht: Die Mehrheit für effektiven Klimaschutz zu gewinnen. Was also, wenn der Kollaps unaufhaltsam kommt - oder bereits da ist? Der Klimaaktivist und Blogger Tadzio Müller sucht in seinem Buch nach Erklärungen für das kollektive Verharren in der Verdrängung und plädiert für Solidarität im Kollaps.
Tadzio Müller: Zwischen friedlicher Sabotage und Kollaps. Wie ich lernte, die Zukunft wieder zu lieben. Mandelbaum Verlag, Wien 2024, 316 Seiten, 20 Euro.
In dieser dissens-Podcastfolge spricht Tadzio Müller mit Lukas Ondreka: https://podcast.dissenspodcast.de/275-klima
Bild: Hartmut Kiewert
Für mich eins der spannendsten Bücher 2023:
Miranda Fricker: Epistemische Ungerechtigkeit. Macht und die Ethik des Wissens. Aus dem Englischen von Antje Korsmeier. Mit einer Einführung von Christine Bratu und Aline Dammel. Verlag C.H.Beck, München 2023, 278 Seiten, 34 Euro.
Dieses einflussreiche Buch der britischen Philosophin Miranda Fricker erschien im Original bereits 2007, wurde aber erstmals 2023 ins Deutsche übertragen - und ich finde, es hat überhaupt nichts an Bedeutung verloren, im Gegenteil. Es ist sehr hilfreich für die aktuellen Debatten um Rassismus und Sexismus und kann m.E. auch für die Tierrechtsidee fruchtbar gemacht werden, wenn man die von Fricker vorgeschlagenen Begriffe ein wenig weiterdenkt.
Bild: Hartmut Kiewert
In dieser Folge stelle ich drei ganz unterschiedliche aktuelle Bücher vor, die dafür plädieren, der Natur verfassungsmäßig Rechte zu verleihen. Kann das funktionieren? Und falls ja: Inwiefern sind Tiere bei „Natur“ eigentlich mitgemeint?
Tilo Wesche: Die Rechte der Natur. suhrkamp taschenbuch wissenschaft, Berlin 2023, 347 Seiten, 22 Euro.
Elisabeth Weydt: Die Natur hat Recht. Wenn Tiere, Wälder und Flüsse vor Gericht ziehen – für ein radikales Umdenken im Miteinander von Mensch und Natur. Knesebeck Stories, München 2023, 271 Seiten, 20 Euro.
Jens Kersten: Das ökologische Grundgesetz. Verlag C.H. Beck, München 2022, 241 Seiten, 34,95 Euro.
Bild: Hartmut Kiewert
Diese Buchbesprechung ist etwas persönlicher als sonst, zum einen, weil das Buch persönliche Elemente enthält, zum anderen, weil ich - wie vermutlich viele von Euch - von den schwierigen politischen Umständen sehr "angefasst" bin. Worüber lohnt es sich derzeit nachzudenken - und "was dürfen wir hoffen"? Dazu ein Buch der französischen Philosophin und Tierrechtlerin Corine Pelluchon.
Corine Pelluchon: Die Durchquerung des Unmöglichen. Hoffnung in Zeiten der Klimakatastrophe. Aus dem Französischen von Grit Fröhlich. Verlag C.H. Beck, München 2023, 153 Seiten, 22 Euro.
Bild: Hartmut Kiewert
Immer wieder werden Tierethiker*innen nach der ethischen Bedeutung von Pflanzen gefragt (oder sie fragen es sich gleich selbst). Die französische Philosophin Florence Burgat legt nun eine dichte Beschreibung des pflanzlichen Lebens vor, das erklärt, was Tiere und Pflanzen gänzlich unterscheidet. Und das ist nicht etwa das Einzelmerkmal Empfindungsfähigkeit.
Florence Burgat: Was ist eine Pflanze? Versuch über das pflanzliche Leben. Aus dem Französischen von Brita Pohl. Verlag Turia + Kant, Wien 2022, 187 Seiten, 24 Euro.
Bild: Hartmut Kiewert
Zugegeben, es fiel mir etwas schwer, einen Titel für diese Folge zu machen, denn es geht um zwei recht unterschiedliche Bücher. Das eine befasst sich damit, was vermeintlicher, von Deutschland mitfinanzierter Artenschutz in Zentralafrika anrichtet; das andere mit indigenem Wissen (auch: TEK -traditional ecological knowledge) in Mittel- und Nordamerika. Der rote Faden sind Fragen, die ich schon in früheren Folgen angesprochen habe - wie lässt sich Naturschutz denken, ohne die "Art" auf Kosten von Individuen zu fetischisieren? Was richtet herkömmliches ökologisches Denken und Handeln vielleicht negativ an? Und wie sieht das derzeitige ökologische Schlamassel aus, wenn wir es einmal mit außereuropäischen Augen betrachten?
Simone Schlindwein: Der grüne Krieg. Wie in Afrika die Natur auf Kosten der Menschen geschützt wird - und was der Westen damit zu tun hat. Ch.Links Verlag, Berlin 2023, 256 Seiten, 20. Euro.
Jessica Hernandez: Fresh Banana Leaves. Healing Indigenous Landscapes Through Indigenous Science. North Atlantic Books, Berkeley 2022, 260 Seiten.
Bild: Hartmut Kiewert
Am 8. Juni 2023 erschien eine gänzlich überarbeitete und auch mit neuem Titel versehene Ausgabe des Klassikers von 1975, dessen Einfluss auf Tierethik und Tierrechtsbewegung gar nicht zu überschätzen ist; ich vergleiche diese neue Version mit der von vor 48 (!) Jahren.
Außerdem erwähne ich Peter Singer (Hrsg.): Verteidigt die Tiere. Überlegungen für eine neue Menschlichkeit. Übersetzt von Kurt Simon. Ullstein Sachbuch, Frankfurt am Main1988 (erstmals 1986 im Paul Neff Verlag, Wien – englisches Original: 1985)
Peter Singer: Praktische Ethik. Aus dem Englischen übersetzt von Jean-Claude Wolff. Philipp Reclam junior, Stuttgart 1984 (englisch: 1979)
sowie Ursula Wolf: Das Tier in der Moral. Vittorio Klostermann, Frankfurt am Main 1990.
Es wird Bezug genommen auf die Podcastfolgen
12 Christine Korsgaard
17 Sunaura Taylor
23 Martha Nussbaum
und, nur bei Youtube: 3 Clare Palmer (Stichwort: Wild Animal Ethics)
Bild: Hartmut Kiewert
In dieser Folge schaue ich mir den Gewinner des Deutschen Sachbuchpreises 2023 an: Ewald Frie: Ein Hof und elf Geschwister. Der stille Abschied vom bäuerlichen Leben in Deutschland. Verlag C.H.Beck, München 2023, 191 Seiten, 23 Euro.
Außerdem wird kurz erwähnt: Veronika Settele: Deutsche Fleischarbeit. Geschichte der Massentierhaltung von den Anfängen bis heute. Verlag C.H.Beck, München 2022, 240 Seiten, 18 Euro.
(Kleiner Nachtrag: Während der Preisverleihung sagte Frie laut NDR: "Der heutige Abend ist der zweite Teil eines Doppelsiegs, denn 'Wolke zwei', der erste Star der Kuh-Herde meines Vaters, gewinnt heute zum zweiten Mal."
Coverbild: Hartmut Kiewert
In dieser Folge denke ich mal nicht über Sachbücher, sondern über Romane nach. Wie ergeht es Tieren in Romanen, beziehungsweise wie geht es tiersensitiven Menschen beim Lesen von Romanen? Mir hat es schon manche Lektüre vergällt, dass der Story allzu lässig ein Schaf, ein Hund oder ein Drache geopfert wurde...
Coverbild: Hartmut Kiewert
Die einflussreiche amerikanische Philosophin Martha Nussbaum stellt in ihrem aktuellen Buch vor, wie der von ihr vorgeschlagene "Fähigkeitenansatz" die Rechte der Tiere moralisch begründet - in der Hoffnung, dass sie dann endlich auch politisch, in realen Verfassungen, verankert werden. Dabei legt sie viel Wert darauf zu zeigen, dass Tiere nicht sozusagen kleinere und unvollständige Versionen von Menschen sind, die immerhin "ein wenig" von dem können, was wir vermögen, und daher auch "ein wenig" beachtet werden müssen. Sondern Menschen und andere Tiere sind für sie gleichermaßen in die Welt geworfene Wesen, die verletzlich sind und handeln und nach dem streben, was für sie gut ist.
Martha Nussbaum: Gerechtigkeit für Tiere. Unsere kollektive Verantwortung. Aus dem Englischen von Manfred Weltecke. wbg Theiss, Darmstadt 2023, 415 Seiten, 35 Euro.
(Coverbild: Hartmut Kiewert)
Wieso machen Leute immer so ein Spektakel, wenn ein Fuchs oder Wildschwein diesseits der gelben Ortsschilder auftaucht? Wieso denken Menschen, ihre eigene Anwesenheit im Stadtgebiet sei selbstverständlich, die von Tauben oder Ratten aber nicht? In dieser Podcastfolge stelle ich Euch zwei Bücher zum Thema vor und skizziere im Anschluss einige eigenen tierethische Überlegungen. Insgesamt plädiere ich für viel mehr Rücksicht auf die nichtmenschlichen Bewohner:innen der Stadt.
Die vorgestellten Bücher sind:
Nigel Thrift: Killer Cities. SAGE Publications, London 2021, 251 Seiten.
Johan Eklöf: Das Verschwinden der Nacht. Wie künstliches Licht die uralten Rhythmen unserer Umwelt zerstört. Aus dem Schwedischen von Ulrike Strerath-Bolz. Droemer Verlag, München 2022, 237 Seiten, 22 Euro.
(Coverbild: Hartmut Kiewert)
So wichtig der Kampf gegen Klimawandel und ökologische Verwüstungen auch ist - der gängige Naturschutzdiskurs kann eine:n bisweilen ziemlich verzweifeln lassen. Denn fast immer geht es auch um Tiere als Hauptleidtragende, aber fast nie um tierliche Individuen, sondern um Arten, um "Populationen", um "Vorkommen" oder "Bestände".
Für diesen Podcast habe ich mir drei Bücher angeschaut, die auf unterschiedliche Weise Informationen und Anregungen geben, wie es Tieren inmitten von Dürre, Erderwärmung, Landzerstörung und -zersiedlung ergeht.
Chris D. Thomas: Inheritors of the Earth. How Nature is thriving in an Age of Extinction. Penguin Books 2017, 300 Seiten.
Bernhard Kegel: Die Natur der Zukunft. Tier- und Pflanzenwelt in Zeiten des Klimawandels. Im DuMont Buchverlag als Hardcover 2021, als Taschenbuch 2022, 382 Seiten. (Tb 14 Euro.)
Leonie Bossert: Gemeinsame Zukunft für Mensch und Tier. Tiere in der Nachhaltigen Entwicklung. Verlag Karl Alber, Freiburg 2022, 322 Seiten, 59 Euro.
(Bild: Hartmut Kiewert)
In dieser Folge spreche ich über ein Buch des britischen Umweltschützers George Monbiot, der für eine (Rück)Verwilderung sowohl von Natur als auch von uns Menschen eintritt. Dieses Buch kann als ein Beispiel des seit einigen Jahren sehr beliebten Genres „Nature Writing“ angesehen werden, das ich hier sozusagen aus tierlicher Perspektive betrachte. Dabei spielt das Prinzip des Fressens und Gefressen-Werdens keine geringe Rolle, weswegen ich im Anschluss über ein Buch der Ökofeministin Val Plumwood vorstelle, die zu den wenigen Menschen zählte, die eine Krokodilattacke überlebte. Beide Autor:innen sehen uns Menschen als Teil der Natur, aber diese Einsicht speist sich bei beiden aus denkbar unterschiedlichen Erfahrungen, und sie ziehen recht unterschiedliche Konsequenzen.
George Monbiot: Verwildert. Die Wiederherstellung unserer Ökosysteme und die Zukunft der Natur. Aus dem Englischen von Dirk Höfer. Matthes & Seitz Berlin Verlagsgesellschaft mbH, Berlin 2021, 430 Seiten, 28 Euro.
Val Plumwood: In ther Eye of the Crocodle. Edited by Lorraine Shannon. Australian National University E Press, Canberra 2021, 99 Seiten.
(Bild: Hartmut Kiewert)
„Jedes Leben“ Zählt – Lebenshöfe in der Theorie
Auf Lebenshöfen versuchen wir Tierrechtler:innen, Tieren unabhängig von ihrer Spezies und ihrer „Nützlichkeit“ für den Menschen einen Platz zum möglichst selbstbestimmten Leben zu bieten.
Ich stelle Euch hier ein Buch des Kulturanthropologen Elan Abrell vor sowie einen Aufsatz der Philosoph:innen Sue Donaldson und Will Kymlicka vor, die den ethischen und politischen Zweck von Lebenshöfen diskutieren und dabei übliche Wertkonflikte thematisieren.
Elan Abrell: Saving Animals. Multispecies Ecologies of Rescue and Care. University of Minnesota Press, Minneapolis 2021, 260 Seiten. Ca. 30 Euro.
Sue Donaldson/Will Kymlicka: „Farmed Animal Sanctuaries: The Heart of the Movement? A Socio-Political Perspective“. Politics and Animals, Volume 1, FALL 2015, S. 50-74. (Lässt sich leicht downloaden.)
(Bild: Hartmut Kiewert)
In nahezu allen Medien wird derzeit viel über Tierqual und Tierwohl berichtet, gelegentlich gar über Tierrechte - aber damit ist nicht unbedingt das gemeint, was die Tierrechtsbewegung im Sinn hat. Denn es ist zwar Dynamik in der Tier-Debatte, aber sie sucht sich zur Entlastung auch ungünstige Ventile.
(Wandgemälde "Jana" von Helen Macfarlane 2009)





















