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"Feel Hamburg"
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"Feel Hamburg"

Author: NDR 90,3

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Wie fühlt sich Hamburg an, wie erleben wir Hamburg? Das sind Fragen, denen wir in unserem Podcast "Feel Hamburg" nachgehen. Host Daniel Kaiser spricht mit Persönlichkeiten aus der Stadt - mit Menschen, die eine Geschichte zu erzählen haben. Das können Prominente sein aber auch Nachbarinnen und Nachbarn. Alle Gäste haben eines gemeinsam: Hamburg. Unser Podcast will das Lebensgefühl in dieser Stadt hörbar machen: Feel Hamburg.
203 Episodes
Reverse
Ben Westphal ist Hamburger Drogenfahnder und erfolgreicher Krimiautor zugleich. Im Podcast Feel Hamburg spricht er über seinen Arbeitsalltag im Rauschgiftdezernat, über organisierte Kriminalität in Hamburg und darüber, wie aus echten Ermittlungen spannende Kriminalromane entstehen.Seit rund zwanzig Jahren arbeitet Westphal bei der Polizei und ermittelt im Kilogramm- bis Tonnenbereich. Im Fokus stehen große Drogenimporte über den Hamburger Hafen sowie komplexe Strukturen der organisierten Kriminalität. Er erklärt, wie sich der Drogenmarkt in den vergangenen Jahren verändert hat, etwa durch höhere Wirkstoffgehalte bei Cannabis, neue internationale Lieferwege und verschlüsselte Kommunikation. Auch die Auswirkungen der Cannabis Legalisierung auf die Polizeiarbeit werden thematisiert.Neben seinem Beruf schreibt Westphal eine erfolgreiche Krimireihe rund um die Figur Gerd Selig. Die Romane spielen in Hamburg und greifen reale Ermittlungsabläufe auf, ohne konkrete Fälle abzubilden. Viele Figuren sind von echten Typen inspiriert, die Täter hingegen sind fiktiv. Seine Nähe zur Praxis verleiht den Büchern eine besondere Authentizität.Im Gespräch geht es außerdem um Hamburg als Schauplatz von Kriminalität, um Drogentaxis, Telefonüberwachung, Ermittlungsstrategien und die Frage, wie realistisch Fernsehkrimis tatsächlich sind. Westphal beschreibt die Balance zwischen Teamarbeit, Verantwortung und Intuition im Polizeialltag sowie seine Motivation, beide Berufe parallel auszuüben.Die Podcastfolge bietet einen seltenen Einblick in die Arbeit eines Drogenfahnders in Hamburg und zeigt, wie eng Realität und Kriminalliteratur miteinander verbunden sein können.Hier geht es zu Daniel Kaisers Podcastempfehlung in der ARD Audiothek "True Crime Hamburg": https://www.ardaudiothek.de/sendung/true-crime-hamburg-der-polizei-podcast/urn:ard:show:3c3311290ecbada3/
Giovanni Weiss ist wahrscheinlich Hamburgs bester Gitarrist. Schon zweimal wurde er mit dem ECHO Jazz ausgezeichnet. Im Podcast "Feel Hamburg" erzählt Weiss von seinen musikalischen Wurzeln, vom Leben in der großen Wilhelmsburger Sinti-Familie Weiss und von seinem Traum eines eigenen Jazzclubs auf der Elbinsel.Die Gitarre begleitet ihn schon fast sein ganzes Leben lang. Als Kind geht er nur drei Jahre zur Schule und ist mit seiner Familie im Wohnwagen auf Reisen. Wegen seines herausragenden Talents erhält er aber dennoch die Zulassung zum Studium an der Hochschule für Musik und Theater. Dort knüpft er Kontakte fürs Leben. Lange hat Giovanni Weiss im Hauptberuf auf einem Schrottplatz der Familie gearbeitet. Dort hat er auch mit seiner Familienband Django Deluxe das Debüt-Album "Wilhelmsburg" entwickelt.Dass Giovanni Weiss gleich zweimal mit dem renommierten ECHO Jazz ausgezeichnet wurde und die damit einhergehende Anerkennung und Wertschätzung aus der Mehrheitsgesellschaft, war ein Wendepunkt. Musik erlebt er seit jeher als Schlüssel der Verständigung. Er träumt von einem Jazz-Club in Wilhelmsburg - am liebsten mit einem Info- und Kulturzentrum, in dem man sich über Geschichte und Geschichten der Sinti informieren kann. Hier geht es zu Daniel Kaisers Podcastempfehlung in der ARD Audiothek: https://1.ard.de/eltern-ohne-filter-1
Im Podcast spricht Maike Werkmeister offen über ihren Weg von der Journalistin zur erfolgreichen Bestsellerautorin. Bekannt wurde sie zunächst durch ihre Arbeit für die BRAVO, wo sie Popstars interviewte und ein Leben zwischen Redaktionen, Tourneen und Großveranstaltungen führte. Diese Zeit war prägend, aber auch extrem fordernd. Der Wunsch, eigene Geschichten zu erzählen, begleitete sie jedoch schon damals und wurde langfristig zum entscheidenden Wendepunkt ihrer Karriere.Der Durchbruch als Autorin kam nach mehreren unveröffentlichten Romanprojekten. Mit ihrem Debüt gelang ihr der Einstieg in den Publikumsverlag, gefolgt von einer Reihe erfolgreicher Romane, die regelmäßig Bestsellerlisten erreichten. Im Gespräch macht sie deutlich, dass literarischer Erfolg kein Zufallsprodukt ist, sondern das Zusammenspiel aus Text, Timing, Verlag, Marketing und Ausdauer erfordert. Gleichzeitig betont sie die Unsicherheiten des Marktes und den hohen Erwartungsdruck, der mit kommerziellem Erfolg einhergeht.Werkmeister beschreibt ihren Schreiballtag als strukturiert, aber auch einsam. Viele Stunden verbringt sie allein am Schreibtisch, fernab der Öffentlichkeit, mit der kontinuierlichen Herausforderung, neue Stoffe zu entwickeln. Nach mehreren Büchern in engem Veröffentlichungsrhythmus entschied sie sich bewusst für eine kreative Pause, um Qualität, Lebenserfahrung und persönliche Balance nicht zu verlieren.Ein weiteres Thema des Gesprächs ist ihre enge Beziehung zu Orten, insbesondere zu Hamburg und Norderney, die in ihrem Leben und in ihren Romanen eine wichtige Rolle spielen. Städte, Landschaften und Alltagsbeobachtungen dienen ihr als emotionale Anker und Inspirationsquellen. Dabei geht es weniger um Kulissen als um Stimmungen und Lebensgefühle, die sie literarisch übersetzt.Der Podcast zeigt Maike Werkmeister als reflektierte Autorin, die Erfolg nüchtern einordnet, kreative Prozesse transparent macht und den Beruf des Schreibens jenseits von Klischees beschreibt. Im Mittelpunkt stehen nicht Glamour oder Selbstinszenierung, sondern die kontinuierliche Arbeit am Erzählen von Geschichten, die Leserinnen begleiten, unterhalten und emotional erreichen.Hier geht es zu Daniel Kaisers Podcastempfehlung in der ARD Audiothek: https://www.ardaudiothek.de/sendung/barmbek-bump-prange-vs-rohde/urn:ard:show:f477382001b93bef/
Bettina Schliephake ist eine der bekanntesten Tortendesignerinnen Deutschlands und fester Bestandteil der TV-Backwelt. Die in Peru geborene, in Hamburg aufgewachsene Konditormeisterin verbindet handwerkliche Präzision mit internationaler Cake-Design-Erfahrung. Ihre Karriere begann ungewöhnlich: Statt geplanter Bürolaufbahn führte ein Zufall in die Konditorei. Dort entwickelte sie früh ein Gespür für kreative Tortengestaltung, das sie später zur gefragten Expertin machte.Schliephake betreibt seit den 1990er-Jahren ein eigenes Cake-Design-Unternehmen, war prägend für die frühe deutsche Tortenszene und trug durch Workshops, Messen und Online-Foren zur Professionalisierung des Themas bei. Fernsehzuschauer kennen sie vor allem aus „Das große Backen“, wo sie seit Jahren als Jurorin für Klarheit, Genauigkeit und Humor steht. Ihre Rolle besteht darin, handwerkliche Qualität einzuschätzen, Fehler zu erklären und Kandidatinnen und Kandidaten konstruktiv zu begleiten.In ihrem beruflichen Alltag engagiert sie sich stark für das Konditor*innenhandwerk. Als Obermeisterin der Hamburger Innung und Präsidentin des Deutschen Konditorenbundes setzt sie sich für Nachwuchsförderung, Qualitätsstandards und faire politische Rahmenbedingungen ein. Besonders wichtig sind ihr Themen wie Fachkräftemangel, bessere Sichtbarkeit des Berufs und die Auswirkungen neuer EU-Vorgaben auf kleine Betriebe.
Eva Habermann spricht im Podcast "Feel Hamburg" über ihre Verbindung zu Hamburg, ihren beruflichen Werdegang und persönliche Themen wie Lampenfieber, psychische Gesundheit und familiäre Prägungen. Sie beschreibt ihre Kindheit im Alstertal, geprägt durch Fantasie, Sensibilität und den Umgang mit Ängsten. Ihr kürzlicher Umzug nach Berlin begründet sich durch berufliche Möglichkeiten im Bereich Film, Theater und Medien, während Hamburg für sie weiterhin ein zentraler Bezugspunkt bleibt.Ein Schwerpunkt des Gesprächs ist das Buch "Lampenfieber lieben lernen", das Habermann gemeinsam mit Ida von Wegen veröffentlicht hat. Darin geht es um Mechanismen der Auftrittsangst, körperliche Reaktionen, mentale Vorbereitung und Wege, Nervosität handhabbar zu machen. Sie erklärt, wie Aufregung entsteht, welche Rolle Evolutionsmechanismen spielen und weshalb Vorbereitung und Achtsamkeit zentral sind. Habermann beschreibt ihren eigenen Umgang mit Nervosität vor Kamera und Publikum, etwa durch Struktur, Atemtechniken oder kurze Ablenkungen.Im Podcast spricht sie ebenfalls über psychische Belastungen, Phasen depressiver Symptome und die familiäre Veranlagung. Sie thematisiert, wie stark emotionale Zustände schwanken können und wie wichtig es ist, Grenzen zu erkennen, Belastungen zu reduzieren und regulierende Routinen zu entwickeln. Ein weiterer Teil des Gesprächs behandelt das Thema Sucht. Habermann berichtet über die Suchterkrankungen ihrer Eltern und den Einfluss dieser Erfahrungen auf ihre eigenen Verhaltensmuster. Sie beschreibt, wie sie Anzeichen möglicher Abhängigkeit beobachtet und welche Rolle Selbstkontrolle für sie spielt.Die Schauspielerin erläutert zudem, wie berufliche Anforderungen im öffentlichen Umfeld funktionieren, darunter rote Teppiche, Medienanfragen und der Umgang mit Drucksituationen. Sie spricht über Rollenarbeit, Perspektivwechsel im Schauspiel und die Verbindung zwischen psychologischen Prozessen und künstlerischer Arbeit. Daneben berichtet sie über Schulzeit, das Überspringen einer Klassenstufe sowie die sozialen Folgen dieser Entscheidung.Im weiteren Verlauf geht es um aktuelle Projekte wie Theaterproduktionen und einen neuen Kinofilm mit Hape Kerkeling - "Horst Schlämmer sucht das Glück", in dem Eva Habermann eine superreiche Frau spielt.Hier geht es zu Daniel Kaisers Podcastempfehlung in der ARD-Audiothek - Süchtig nach Alles: https://www.ardaudiothek.de/sendung/suechtig-nach-alles/urn:ard:show:7640c8e22f3ac1f1/
Daniel Kaiser spricht mit Dirk Kowalke, der das traditionsreiche Fischereihafen-Restaurant in Hamburg in zweiter Generation führt. Er berichtet über den Alltag eines großen Gastronomiebetriebs direkt an der Elbe, über die Bedeutung zuverlässiger Fischlieferungen aus der Umgebung und über Klassiker wie Steinbutt, Seezunge oder Scholle, die bei Gästen besonders beliebt sind. Kowalke beschreibt, wie er und sein Team mit Veränderungen im Angebot umgehen, etwa wenn bestimmte Fischarten saisonal nicht verfügbar sind.Im Gespräch geht es auch um die besondere Lage im Hafen, die gemischte Gästestruktur und den Anspruch, ein Restaurant für jeden zu sein - unabhängig davon, ob Familien, Touristinnen und Touristen, Geschäftsleute oder öffentliche Personen wie Angela Merkel, Dua Lipa oder Herbert Grönemeyer zu Besuch sind. Kowalke stellt klar, dass prominente Gäste den Betrieb nicht anders verlaufen lassen als an jedem anderen Tag.Ein weiterer Fokus liegt auf den Entwicklungen des Restaurants seit der Gründung durch seinen Vater. Kowalke schildert, wie sich der Standort vom eher rauen Hafenumfeld zu einer gefragten gastronomischen Gegend gewandelt hat. Er spricht über den Einstieg in den Familienbetrieb nach Ausbildungen in Bank und Gastronomie, seine Arbeitserfahrung in verschiedenen Küchenbereichen und seine Führungsphilosophie, die eher auf Ruhe und Struktur setzt.Auch Herausforderungen kommen zur Sprache: steigende Kosten, verändertes Konsumverhalten, die Auswirkungen der Corona-Pandemie und die Verantwortung gegenüber den Mitarbeitenden. Kowalke beschreibt, wie belastend besonders der erste Lockdown war und wie schnell sich der Betrieb nach den Einschränkungen wieder erholt hat.Zudem gibt er Einblicke in sein privates Leben - seine Verbundenheit zu Hamburg, seine Besuche anderer Restaurants und seine Begeisterung für Fußball und Skatabende. Abschließend erzählt er von den Karrierewegen seiner erwachsenen Kinder, die beide gastronomische Erfahrungen sammeln und perspektivisch in den Familienbetrieb einsteigen könnten.Hier geht es zu Daniel Kaisers Podcastempfehlung "Die Ernährungs-Docs in der Audiothek: https://www.ardaudiothek.de/sendung/die-ernaehrungs-docs-essen-als-medizin/urn:ard:show:c9684369f9824d59/
Marek Erhardt ist Schauspieler, Moderator, Synchronsprecher, Ehrenkommissar der Hamburger Polizei und Host des Podcasts True Crime Hamburg. Der Enkel des legendären Komikers Heinz Erhardt gehört seit Jahrzehnten zu den bekannten Stimmen und Gesichtern Deutschlands. In seiner Laufbahn hat er vieles ausprobiert – vom TV-Set über das Radiostudio bis zum Fußballstadion. Heute steht für ihn das Erzählen echter Geschichten im Mittelpunkt.Seine Begeisterung für Polizeiarbeit begleitet ihn schon lange. 2012 wurde er zum Ehrenkommissar der Hamburger Polizei ernannt und engagiert sich seitdem für Präventionsarbeit, vor allem gegen sogenannte Schockanrufe. Im Podcast True Crime Hamburg, den er gemeinsam mit dem ehemaligen Polizeipräsidenten Ralf Martin Meyer produziert, verbindet er seine mediale Erfahrung mit echtem Interesse an Aufklärung. Dabei geht es ihm nicht um Sensation, sondern um Verständnis: um die Menschen hinter den Fällen und um die Frage, was Täter und Opfer bewegt.Hamburg ist dabei der feste Ankerpunkt in seinem Leben. Hier ist Marek Erhardt aufgewachsen, hier lebt er bis heute. Auch wenn er beruflich viel gereist ist, bleibt die Stadt für ihn ein Ort mit Charakter, Wasserblick und klarer Sprache. Sie prägt seinen Ton, seinen Humor und seine Haltung. Zugleich beobachtet er gesellschaftliche Themen mit wachem Blick – von Verkehr und Zusammenleben bis zum respektvollen Umgang in einer vielfältigen Stadt.Der Name Erhardt begleitet ihn seit seiner Kindheit. Den berühmten Großvater hat er nur krank erlebt, doch dessen Sprachgefühl und Musikalität haben Spuren hinterlassen. Trotzdem wollte Marek Erhardt immer eigene Wege gehen. Nach der Schule ging er nach New York, studierte Schauspiel und arbeitete sich Schritt für Schritt in der Branche nach oben. Sein Durchbruch kam mit der ZDF-Serie Freunde fürs Leben, später folgten zahlreiche TV-Produktionen, Radiomoderationen und Werbesprechertätigkeiten.Heute beschreibt Marek Erhardt sich als dankbaren, neugierigen Menschen, der gern neue Perspektiven einnimmt. Ob als Schauspieler, Podcaster oder Ehrenkommissar – er sucht die Geschichten, die etwas bewegen. True Crime Hamburg ist für ihn kein Wechsel des Genres, sondern eine Fortsetzung seines roten Fadens: Menschen zuzuhören, Erlebtes zu erzählen und dabei Haltung zu zeigen. Marek Erhardt verbindet Unterhaltung mit Verantwortung – und bleibt dabei ganz er selbst.Hier geht es direkt zu Marek Erhardts Podcast "True Crime Hamburg" in der ARD-Audiothek:https://1.ard.de/truecrimehh?cp=feelhh
Hier geht es direkt zu Daniel Kaisers Podcastempfehlung in der ARD-Audiothek: Zehn Minuten Wirtschaft: https://www.ardaudiothek.de/sendung/zehn-minuten-wirtschaft/urn:ard:show:51cde07e2fa19d86/Jochen Spethmann, Unternehmer, Teekenner und Vorsitzender der Versammlung Ehrbarer Kaufleute, war zu Gast im Podcast Feel Hamburg und sprach über Werte, Wirtschaft und das Leben in der Hansestadt. Das Gespräch zeigt einen Mann, der hanseatische Traditionen mit moderner Verantwortung verbindet und dabei immer neugierig auf die Zukunft bleibt.Spethmann führt seit vielen Jahren die traditionsreiche Ostfriesische Tee Gesellschaft, bekannt für Marken wie Meßmer und Milford. Das Familienunternehmen blickt auf eine über hundertjährige Geschichte zurück und steht für Qualität und Nachhaltigkeit. Spethmann selbst lernte in England das Handwerk des Teeverkostens, probierte täglich Hunderte Tassen und entwickelte ein feines Gespür für Aromen, Herkunft und Qualität. Kaffee trinkt er längst nicht mehr – Tee ist für ihn Lebensgefühl und Leidenschaft.Im Mittelpunkt des Gesprächs stand jedoch nicht nur die Teekultur, sondern vor allem das Leitbild des ehrbaren Kaufmanns. Als Vorsitzender der Versammlung Ehrbarer Kaufleute vertritt Spethmann die Werte Anstand, Redlichkeit, Respekt und Verlässlichkeit. Er versteht sie als moralische Grundlage wirtschaftlichen Handelns und als Gegenpol zu reiner Regelbefolgung. Für ihn ist Ehrbarkeit kein altertümlicher Begriff, sondern eine Haltung, die in Zeiten von Digitalisierung, Globalisierung und Künstlicher Intelligenz aktueller ist denn je.Die Versammlung Ehrbarer Kaufleute, kurz VEK, zählt rund tausend Mitglieder aus unterschiedlichen Branchen. Spethmann möchte sie jünger, vielfältiger und weiblicher machen. Etwa 15 Prozent der Mitglieder sind heute Frauen, und die Zahl wächst. Auch kulturelle und kreative Berufe sind willkommen, denn Spethmann betrachtet Kultur als wichtigen Teil der Wirtschaft.Persönlich beschreibt er sich als hanseatisch bodenständig. Er lebt in Eppendorf, liebt den Isemarkt, fährt Fahrrad und läuft regelmäßig um die Alster. Sport ist für ihn Ausgleich und Inspiration. Mehrfach hat er den Hamburg-Marathon absolviert, den er als Sinnbild für Unternehmertum sieht: Durchhalten, Rückschläge überwinden und am Ende das Ziel im Blick behalten.In seiner Unternehmerkarriere setzt Spethmann auf Verantwortung und Weitblick. Als er und sein Bruder 1985 das Familienunternehmen übernahmen, kauften sie es den Eltern ab - eine bewusste Entscheidung, um Verantwortung und Unternehmergeist zu verinnerlichen. Heute ist die vierte Generation im Betrieb aktiv, unter anderem in der Teeproduktion und im E-Commerce.Auch gesellschaftliche Themen treiben Spethmann um. Er fordert weniger Bürokratie, mehr Vertrauen in die Eigenverantwortung von Unternehmen und Verwaltung sowie effizientere Entscheidungsprozesse. Für ihn steht fest, dass wirtschaftliche Freiheit und moralische Integrität zusammengehören.
Hier geht es direkt zu Daniels Podcastempfehlung in der ARD-Audiothek: https://www.ardaudiothek.de/sendung/lost-sheroes-frauen-die-in-den-geschichtsbuechern-fehlen/urn:ard:show:396e3ec5bdc8c7af/Björn Voss, Leiter des Planetariums Hamburg, spricht im Interview über seine Leidenschaft für Astronomie, seinen Werdegang und seine Vision für Wissenschaftsvermittlung. Der gebürtige Lübecker entdeckte seine Faszination für das Weltall bereits als Kind - ausgelöst durch ein Buch des damaligen Planetariumsdirektors Erich Übelacker. Nach Stationen in Kiel, Heidelberg und Münster erfüllte sich für ihn mit der Leitung des Hamburger Planetariums ein Kindheitstraum.Voss versteht das Planetarium nicht nur als Ort für Sternenkunde, sondern als Raum zum Staunen und Lernen. Seine Mission ist es, Menschen für das Universum und die Wissenschaft zu begeistern. Er sieht seine Arbeit als Verbindung von Forschung, Bildung und künstlerischer Inszenierung: Der Sternensaal sei ein immersives Theater, in dem Wissenschaft emotional erfahrbar werde. Neben astronomischen Programmen finden dort auch Musik- und Kulturveranstaltungen statt.Besonders wichtig ist ihm die Vermittlung an junge Menschen. Begeisterung, sagt er, sei der Schlüssel zu Bildung – nicht trockene Theorie. Wissenschaft solle zeigen, wie außergewöhnlich die Erde ist und wie wertvoll ihr Erhalt. Raumfahrt betrachtet er als sinnvoll, um unseren Planeten besser zu verstehen, nicht um andere zu besiedeln.Voss lebt in Winterhude, nahe seines Arbeitsplatzes, und schätzt die Mischung aus Natur und Kultur in Hamburg, das er augenzwinkernd als "schönste Stadt des Universums" bezeichnet. Für die Zukunft wünscht er sich mehr wissenschaftliche und kulturelle Angebote in allen Stadtteilen - am liebsten kleine Planetarien überall in Hamburg, um möglichst vielen Menschen den Blick zu den Sternen zu öffnen.
Im Podcast Feel Hamburg spricht Daniel Kaiser mit dem Lehrer Hédi Bouden vom Helmut-Schmidt-Gymnasium in Wilhelmsburg. Bouden ist nicht nur Deutsch-, Geschichts- und Kunstlehrer, sondern auch Kulturbeauftragter und Initiator zahlreicher Projekte zur Verständigung zwischen Jugendlichen aus Israel, Palästina und Deutschland. Für seine Arbeit wurde er mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Margot-Friedländer-Preis.Ein Schwerpunkt des Gesprächs ist das Projekt "Architecture of Hope", das Jugendliche verschiedener Herkunft zusammenbringt und ihnen Räume für Austausch und Hoffnung eröffnet. Der Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober 2023 hat die Arbeit verändert, da viele der beteiligten Jugendlichen direkt betroffen waren. Bouden betont, wie wichtig es ist, trotz Krieg und Polarisierung Orte der Begegnung zu schaffen.Er schildert die schwierige Situation an Schulen: über Krieg, Antisemitismus und Rassismus werde oft geschwiegen, aus Unsicherheit oder Angst vor Überforderung. Dabei müssten gerade Lehrkräfte Jugendlichen Orientierung bieten. Bouden berichtet auch von Anfeindungen, Missverständnissen und persönlichen Belastungen, die ihn zeitweise zweifeln ließen. Halt geben ihm seine Tochter sowie die positiven Entwicklungen seiner Schüler*innen.Das Gespräch beleuchtet außerdem seine Biografie: als Sohn tunesischer Gastarbeiter in Hamburg aufgewachsen, früh mit Rassismus konfrontiert, geprägt von 9/11 und der Erfahrung, zwischen Kulturen und Religionen vermitteln zu müssen. Religion spielt für ihn eine wichtige Rolle, zugleich empfindet er seine Position oft als "Pufferzone" zwischen unterschiedlichen Fronten.Neben ernsten Themen geht es auch um Hamburg und speziell Wilhelmsburg, das Bouden als "Herz der Stadt" beschreibt. Er zeigt sich als engagierter Pädagoge, der Schule als Berufung versteht und Bildung als zentralen Schlüssel für die Zukunft sieht. Sein Wunsch: mehr Gesprächsbereitschaft, Zuhören und echte Begegnung in einer zunehmend polarisierten Gesellschaft
Hendrik Lünenborg hat sein neues Amt als Intendant des Norddeutschen Rundfunks (NDR) angetreten – und gibt im Podcast "Feel Hamburg" einen sehr persönlichen Einblick in seinen Werdegang, seine Motivation und die Herausforderungen, die ihn erwarten.Aufgewachsen in dem Ort Weseke nahe der niederländischen Grenze und mit einer niederländischen Mutter, schlagen zwei Herzen in der Brust des frischgebackenen Intendanten. Heimatgefühl empfindet er für Deutschland genauso wie für die Niederlande. Er hat sogar eine Zeitlang für eine holländische Radiostation gearbeitet. Hendrik Lünenborg erzählt von seinem Werdegang, seinem ersten Besuch in Hamburg, wo er als Teenager in einem Second-Hand-Geschäft eingekauft und und verrät, dass sein großes Vorbild der Journalist Tim aus den "Tim und Struppi" Comics des belgischen Comic-Zeichners Hergé gewesen sei. Auch wenn die Arbeit als Journalist später nicht ganz so romantisch war, wie vorgestellt, ist Lünenborg ein Journalist aus Leidenschaft geworden. Sein Ziel für den NDR: Dass Journalisten auch in Zukunft frei von politischen Einflüssen arbeiten können und der Öffentlich-rechtliche Rundfunk weiterhin das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger genießt.Hier geht es zur Podcastempfehlung in der ARD Mediathek: https://www.ardaudiothek.de/sendung/gerichtssaal-237-true-crime-aus-dem-strafgericht/urn:ard:show:722317e115768541/
Kapitän zur See Kurt Leonards, Kommandeur des Landeskommandos Hamburg, ist zu Gast im Podcast "Feel Hamburg". Thema war die Militärübung "Red Storm Bravo", die Ende September in der Hansestadt stattfindet. Hintergrund ist die veränderte Sicherheitslage in Europa seit dem russischen Angriff auf die Ukraine. Für Leonards bedeutet das, Vorsorge zu treffen und die Zusammenarbeit von Bundeswehr, Polizei, Feuerwehr, THW, Hilfsorganisationen und zivilen Partnern einzuüben.Die Hamburger Bevölkerung soll die Übung nur in begrenztem Umfang bemerken. In der ersten Nacht werden Militär-Lkw durch die Stadt fahren, tagsüber sind vereinzelt Hubschrauberflüge geplant. Panzer kommen nicht zum Einsatz. Ziel ist es, militärische Abläufe mit zivilen Behörden realitätsnah zu trainieren, ohne das städtische Leben spürbar einzuschränken.Leonards sprach auch über seinen Alltag als Soldat, der von militärischer Ordnung und Kameradschaft geprägt ist, privat aber einen normalen Rahmen hat. Er betont, dass die NATO auf Abschreckung setzt, um Frieden zu sichern. Nach dem Bruch mit Russland 2022 sei es notwendig, die Verteidigungsfähigkeit und die Resilienz der gesamten Gesellschaft zu stärken.
Volkan Baydar und Vince Bahrdt hatten mit dem Duo Orange Blue vor 25 Jahren einen Riesenhit: "She's Got That Light" machte die Band über Nacht bekannt. Obwohl es sich um eine Ballade handelte und Balladen zu jener Zeit nicht besonders gefragt waren, trauten sie sich, das Lied zu veröffentlichen. Einen besonderen Schub erhielt ihr Hit dadurch, dass der Refrain jedesmal, wenn in der Daily Talkshow "Arabella Kiesbauer" ein Gast auftrat, gespielt wurde. Das brannte den Song nicht nur ins Gehirn ein, sondern sorgte auch für einen überraschend großen Geldsegen, der es den beiden Musikern ermöglichte, ihre Jobs, mit denen sie sich bis dahin über Wasser gehalten hatten, aufzugeben und forthin von der Musik zu leben. Nach Orange Blue widmete sich Volkan Baydar auch anderen spannenden Projekten, er arbeitete als Schauspieler, komponierte für Walt Disney und und trat mit kleinen, aber feinen Solokonzerten in die Öffentlichkeit.Im Gespräch mit Daniel Kaiser erzählt der Tausendsassa von seinem Aufwachsen im Hamburger Stadtteil Hamm, wie er mit Vorurteilen fertig wurde und wie er Vince Bahrdt kennenlernte. Volkan Baydar zeigt sich bei "Feel Hamburg" sehr offen und ehrlich, spricht über die Höhen und Tiefen seines Lebens und gibt einen Einblick in das nicht immer einfache Leben zwischen zwei Welten.
Gerade hat sie sich ihren fünften Weltmeister-Titel im Tischfußball erkämpft und hat ihren dreißigsten Geburtstag gefeiert. Im Podcast "Feel Hamburg" erzählt die sympathische Ausnahmeathletin von ihrem Weg an die Spitze.Ihre Geschichte alles andere als gewöhnlich: "Ich komme aus einem kleinen Ort in Südhessen. Und ich wusste, ich gehöre woanders hin", sagt Linh. Ein Gefühl, das sie lange begleitete - bis sie, gerade volljährig geworden, beschloss, ihrer Intuition zu folgen: "Ich hab schon immer gedacht, wenn ich 18 bin, zieh ich aus." Ihr Weg führte sie aber nicht auf direktem Weg in die Kicker-Hallen dieser Welt, sondern zunächst in ein Hamburger Kulturzentrum: "Als ich dann nach Hamburg gezogen bin, um ein FSJ im Kulturzentrum 'Brakula' zu machen, da wusste ich auch, das ist der Ort, wo ich sein möchte."Wenn Linh über ihren Sport spricht, leuchten ihre Augen - aber sie bleibt dabei stets analytisch. Tischfußball ist für sie kein Kneipensport, sondern Strategie in Reinform: "Die Deutschen sind bekannt dafür, dass sie sehr strukturiert sind. Mega das Klischee, aber wir spielen sehr strukturiert, strategisch, sehr clean aufgebaut." Und sie ergänzt mit einem Augenzwinkern: "Das ist ein bisschen, ich lehne mich jetzt nicht so weit aus dem Fenster, beim Fußball auch ähnlich, dass man sagt, dass man viel nach Spielzügen spielt und so." Was sich locker anhört, ist harte Arbeit: vier bis sechs Trainings pro Woche, dazu Shows und Firmen-Events, in denen sie entweder die Weltmeisterin gibt ("Schlag die Weltmeisterin") oder inspirierende Keynotes hält. Auch hier gilt: Ohne Struktur geht nichts. Seit August 2022 ist Linh selbstständig, arbeitet mit zwei Sponsoren – und lebt, was sie liebt: "Ich habe jetzt wirklich ein privilegiertes Leben, wo ich selber meine Zeit bestimmen kann, wo ich wirklich selbstbestimmt leben kann."Als Frau in einer Männerdomäne musste Linh sich ihren Platz erst erkämpfen. Und sie tat es mit Stil - und Biss: "Es war für mich immer ein total krasser Motivationsschub, wenn ich das Gefühl hatte, der Mann denkt jetzt, ich kann das nicht oder unterschätzt mich total." Ihre Strategie? Die eigene Unterschätzung bewusst zu nutzen: "Dann kann ich natürlich in bestimmten Situationen zuschlagen und du bist dann überrascht."Doch der Respekt kam nicht über Nacht. "Männer haben halt mehr Testosteron, die haben mehr Ego, dieses, ich sage mal, Alpha am Tisch. Und das merkt man als Frau dann schon sehr stark." Im Gespräch mit "Feel Hamburg" Host Daniel Kaiser erinnert sich die Weltmeisterin auch an das Gefühl, als sie ihren ersten Titel gewann, gibt Tipps, wo man in Hamburg gut kickern kann und verrät, was Tischfußball und das Schachspielen gemeinsam haben.Hier geht es direkt zur Podcastempfehlung in der ARD Audiothek: https://www.ardaudiothek.de/sendung/sportschau-f-inspirierende-frauen-aus-dem-sport/urn:ard:show:d694e266bb3efcc0/
Eva Almstädt hat inzwischen mehr als zwanzig Krimis geschrieben, in denen ihre Ermittlerin, die Kommissarin Pia Korritki die Hauptrolle spielt. Ihre Krimis heißen Ostseefeuer oder Ostseefluch und das zeigt schon, dass diese Geschichten nicht in Hamburg, sondern auf dem Land, an der Küste verortet sind. Diese Mord-Orte denkt sich die Autorin allerdings aus und greift nicht auf real existierende Gemeinden zurück. Dass bestimmte Szenarien aber der Wirklichkeit entlehnt sind, ist für Eva Almstädt wichtig. Sie sucht ihre Schauplätze im wahren Leben und passt sie dann an ihre Geschichten an.Im Gespräch mit Daniel Kaiser verrät die Autorin auch, warum sie so gerne in Hamburg - Eimsbüttel lebt und dass sie eine abgeschlossene Ausbildung zur Raumausstatterin vorweisen kann. Noch heute könnte sie Sofas polstern und Rollos nähen. Und dass sie schon selbst Teppiche in ihrer Wohnung verlegt hat, versteht sich da von selbst. Eva Almstädt erzählt, wie sie arbeitet, wer sie inspiriert und wo man sie treffen kann, wenn ihr zuhause mal wieder die Decke auf den Kopf fällt.
Zehn Jahre ist es her, dass sich in Hamburg eine riesige Hilfsaktion formte, geboren aus einer Notlage – und mitgetragen von einem beeindruckenden Gemeinschaftsgefühl. Arnd Boekhoff erinnert sich an die Anfänge von Hanseatic Help."Das war schon ein spezieller Moment", erzählt Boekhoff im Gespräch. "Auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise wusste ich auch nicht so richtig, was ich jetzt tun kann. Ich wohnte damals im Karoviertel, nicht weit von den Messehallen, und dachte: Vielleicht bringe ich erstmal ein paar Klamotten rüber."Was als spontane Geste begann, wurde rasch Teil einer Bewegung. Die Hamburger Messehallen - mit ihren 7.500 Quadratmetern - wurden zum Dreh- und Angelpunkt bürgerschaftlicher Hilfe. "Das war so ein Möglichkeitsraum. So viele Leute kamen zusammen, plötzlich war da diese riesige Energie: Kleidung sortieren, logistische Strukturen aufbauen, die Sachen nach Kategorien aufteilen - Männer, Frauen, Hygiene, Kinder... Nach sechs Wochen war die Halle voll. Millionen Sachspenden, Tausende Helfer jeden Tag. Das war irre."Boekhoff war mittendrin. Aus einer Facebook-Gruppe wurde ein Netzwerk, aus improvisierter Hilfe ein eingetragener Verein - Hanseatic Help. Das Motto: Einfach machen. "Wir waren so schnell so groß, dass wir bald nicht mehr nur selbst verteilt haben. Andere Organisationen kamen zu uns, holten Spenden ab oder wir brachten sie in die Unterkünfte. Später gingen dann auch internationale Hilfstransporte los."Doch die Entwicklung brachte auch Herausforderungen mit sich. Die schiere Menge an Sach- und Geldspenden machte schnell klar: Es braucht Struktur. "Leute kamen mit Umschlägen voller Geld. Irgendwann dachten wir, bevor wir hier als Schwarzgeldschleuse gelten, brauchen wir eine offizielle Struktur. Arnd Boekhoff erzählt außerdem von seiner Tätigkeit als Vorstand für Viva con Agua, seinem Studentenjob als Mitarbeiter eines Callcenters und verrät, warum er so gerne in Wilhelmsburg lebt.
Im März 2011 verlor der Schauspieler Wanja Mues bei einem tragischen Verkehrsunfall seine Eltern. Sibylle und Dietmar Mues, selbst ein bekannter Schauspieler, wurden tödlich verletzt, als ein unter Drogeneinfluss stehender Autofahrer in eine wartende Fußgängergruppe raste. "Der Tod unserer Eltern hat uns natürlich nochmal total zusammengeschweißt", erzählt Mues in der neuen Folge des Podcasts "Feel Hamburg". Als ältester Bruder übernahm er viele Entscheidungen - "natürlich immer in Rücksprache und mit der moralischen und tatkräftigen Unterstützung meiner Brüder und aller Freunde und Verwandten, die uns in der Zeit zur Seite standen." Er berichtet von einer beeindruckenden Hilfsbereitschaft, die die Familie durch die erste Zeit getragen hat. Auch das anschließende Gerichtsverfahren gegen den Unfallfahrer beeindruckte die drei Brüder Wanja, Woody und Jona Mues nachhaltig. Es ging nicht nur um Schuld, sondern auch um den Umgang mit Verantwortung - und Vergebung. "Ich glaube, wir hätten ihm vergeben können, wenn er darum gebeten hätte", sagt Wanja Mues rückblickend. "Aber da kam nur eine verlesene, halbherzige Entschuldigung, die nicht an uns gerichtet war, sondern eher allgemein war - und uns auch nicht erreicht hat." Daniel Kaiser und Wanja Mues sprechen auch über seine Rolle als Privatermittler Leo Oswald in der ZDF-Serie "Ein Fall für zwei", in der er die Nachfolge von Claus Theo Gärtner antrat, der seine Rolle als Detektiv Matula an den Nagel gehängt hat und Wanja Mues erzählt, warum er es manchmal bereut, nicht eine Tischlerlehre gemacht zu haben. Hier geht es direkt zur Podcastempfehlung in der ARD Audiothek "OZ. Graffiti-Künstler. Schmierfink. Rebell." https://www.ardaudiothek.de/sendung/oz-graffiti-kuenstler-schmierfink-rebell/14107933/
Heikedine Körtings Leben könnte aus einem Roman stammen - 1945 in einem thüringer Blaubeerenfeld zur Welt gekommen, auf der Flucht in Lübeck gestrandet und später in Hamburg sesshaft geworden. Jüngste selbstständige Rechtsanwältin Deutschlands, Regisseurin und erfolgreiche Hörspielproduzentin von Megahits wie TKKG, die drei ???, Hui Buh - das Schlossgespenst und, und, und. Kurz vor ihrem 80. Geburtstag hat sie Feel Hamburg Host Daniel Kaiser ihr "Zauberhaus" geöffnet und mit ihm über ihr Leben gesprochen. In diesem "Zauberhaus" an der Rothenbaumchaussee, einer Jugendstilvilla nach Plänen des Architekten Martin Haller, lebt und arbeitet die Hörspielproduzentin. Dieses Haus, das einem Museum gleicht, birgt viele original erhaltene Details, über die Heikedine und Daniel auch im Verlauf des Interviews sprechen.
Der Elbschlosskeller auf St. Pauli ist ein Mikrokosmos des Hamburger Nachtlebens, Zufluchtsort für Gestrandete, Schauplatz skurriler Geschichten – und das Revier von Daniel Schmidt, dem wohl bekanntesten Kneipenwirt der Hansestadt. Die Geschichte vom kaputten Schloss machte deutschlandweit Schlagzeilen: Während des Corona-Lockdowns sollte auch der Elbschlosskeller schließen - doch das Schloss war verrostet, der Schlüssel längst verschwunden. "Der Schlüsseldienst hat sich halb totgelacht", erzählt Schmidt. "Nach 30 Jahren Schlosser-Karriere musste er zum ersten Mal nicht eine Tür aufmachen, sondern eine zuschließen." Heute ist das Schloss ein Exponat im Museum für Hamburgische Geschichte - ein Symbol für das Leben in der Kneipe, das einfach nie stillsteht. Gewalt, Not, Eskalation - all das gehört zum Alltag von Daniel Schmidt. "Ich habe hier einige Hauereien gehabt, von Ohrfeigen bis zu richtig heftigen Schellen. Ich habe mich hier auch schon verletzt, wurde mit Messern angegriffen. Mir hat jemand eine scharfe Knarre an die Schläfe gehalten. Ich musste jemanden, der mich mit einem Schlachterbeil angegriffen hat, mit so einem Kneipentisch aus dem Laden rumsen." Trotzdem - oder vielleicht gerade deswegen - hat Daniel Schmidt nie ans Aufgeben gedacht. Der Elbschlosskeller ist sein Zuhause. Doch Schmidt ist nicht nur Wirt, sondern auch Sozialarbeiter - informell, aber mit vollem Einsatz. 2020 gründete er den Verein "Wer, wenn nicht wir – Hamburg", um während der Pandemie Bedürftigen zu helfen. Seitdem sammelt er Spenden, organisiert Kleidung und Lebensmittel, stellt seine Räume zur Verfügung. "Hier im Billardzimmer haben auch Leute, die nichts haben, die Möglichkeit, mal ein bisschen auszuruhen oder sogar zu schlafen. Im Winter, wenn es richtig kalt ist, pennen hier bis zu fünf Leute." Es ist diese Mischung aus rauer Schale und weichem Kern, aus Kiezromantik und knallharter Realität, die Daniel Schmidt zu einer Symbolfigur des heutigen St. Pauli macht. Der Elbschlosskeller ist nicht nur Kneipe - er ist ein soziales Netz, ein Lebensraum für jene, die sonst durchs Raster fallen. Im Gespräch mit Daniel Kaiser verrät Daniel Schmidt auch, warum ihm sein christlicher Glaube bei der Bewältigung der vielen Herausforderungen hilft, wie sein Sohn Lennox über den Beruf des Vaters denkt und was er in seinen Büchern über das Leben auf dem Kiez offenbart. (00:00:00) Begrüßung(00:03:00) Soziales Engagement(00:08:20) Kindheit im Elbschlosskeller(00:11:00) Kneipen am Hamburger Berg(00:19:00) Christilicher Glaube(00:25:50) Kein Hooligan mehr(00:26:45) Corona-Pandemie(00:31:20) Fritz Honka und René Weller(00:32:20) König von Hamburg(00:36:00) Trailer: Becoming The Beatles
Anfang des Jahres hat TV-Legende Heidrun von Goessel ihre Biografie "Ungeschminkt" veröffentlicht. Im Gespräch mit Daniel Kaiser erzählt sie, was sie dazu bewogen hat, so ehrlich die schwierigen Zeiten in ihrer Biografie zu offenbaren. Als alleinerziehende, geschiedene Frau war es in den 70er Jahren in Deutschland noch sehr schwierig, über die Runden zu kommen. Heidrun von Goessel, der ihre Größe und schlanke Figur zugute kam, brachte die junge Familie als Mannequin, Fotomodell und schließlich als Fernsehansagerin und Rundfunkmoderatorin über die Runden. Nachdem die Jobs zunächst "nur" tröpfelten, wurde sie bald zu einem international erfolgreichen Model und nicht zuletzt aufgrund ihrer Fernsehpräsenz sehr gefragten "Promi". Auch nach ihrer Zeit als TV-Ansagerin arbeitete Heidrun von Goessel weiterhin vor der Kamera und auf der Theaterbühne. Sie erzählt von interessanten Begegnungen, wie zum Beispiel dem Operntenor Placido Domingo und ihrem Duett mit Udo Lindenberg, verschweigt aber auch nicht die finanziellen Katatstrophen in ihrem Leben. Auch dass sie mit der Wahl ihrer Partner nicht immer ein glückliches Händchen hatte, gibt die Moderatorin bereitwillig zu und erklärt, warum sie viermal zum Traualtar geschritten ist. Am Ende des Gesprächs kommt Heidrun von Goessel auf ein Thema, das ihr sehr am Herzen liegt: Die Altersdiskriminierung. Sie erzählt von Freundinnen, die kaum über die Runden kommen, obwohl sie ihr Leben lang gearbeitet haben und wie schwierig es gerade für ältere Menschen ist, eine bezahlbare Wohnung zu bekommen. Hier geht es direkt zum Trailer "Das Imperium Heidi Klum - Catwalk zur Macht": https://www.ardaudiothek.de/sendung/das-imperium-heidi-klum-catwalk-zur-macht/14119983/ in der ARD-Audiothek.(00:00:00) Begrüßung(00:02:00) Rückblick auf Hamburgwelle(00:03:10) Buch "Ungeschminkte Einsichten"(00:05:50) Erster Ehemann(00:07:50) Zweiter und dritter Ehemann(00:09:50) 040-Aufwärmrunde(00:12:35) Placido Domingo(00:14:20) Umzüge in Hamburg(00:18:00) Katholisches Internat(00:20:40) Der erste Freund(00:21:20) erster Model-Job(00:23:50) Hemmungen wegen der schlanken Figur(00:25:30) Anfänge beim Fernsehen(00:29:30) Leben und Arbeiten als Ansagerin(00:31:00) Sexueller Missbrauch(00:32:40) Verhältnis zum Sohn(00:34:00) Gewalttätiger, strenger Vater(00:37:00) Leben in zwei Welten(00:39:45) Udo Lindenberg(00:43:00) Suizidversuch(00:44:50) Finanzielles Debakel(00:46:20) Zukunftspläne(00:47:05) Königin von Hamburg
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Comments (1)

VB

Gibt es gar keine interessanten Frauen mehr für diesen Podcast?

Mar 14th
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