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ZEIT Geschichte. Wie war das noch mal?
ZEIT Geschichte. Wie war das noch mal?
Author: DIE ZEIT
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Wo war die Varusschlacht? Was steckt hinter dem Mythos der Hanse? War Helmut Kohl ein großer Kanzler? Und wo sind eigentlich die Frauen in der Geschichte?
Wir stellen Fragen an die Vergangenheit, beleuchten Ereignisse und Persönlichkeiten – und zeigen, was das alles mit heute zu tun hat.
Jeden Monat neu zum Thema des aktuellen Hefts von ZEIT Geschichte.
Die Hosts von "Wie war das noch mal?", Markus Flohr und Judith Scholter, haben zusammen in Hamburg Geschichte studiert, Geschichten geschrieben und sind nun Redakteur und Redakteurin bei ZEIT Geschichte.
Falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos Die ZEIT: www.zeit.de/podcast-abo
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57 Episodes
Reverse
Am 26. September 1983 geht in der Luftüberwachungsstation Serpuchow nahe
Moskau der Alarm los. Ein Computersystem meldet einen US-amerikanischen
Angriff mit Atomraketen. Innerhalb von Sekunden muss der diensthabende
Offizier und Ingenieur Stanislaw Petrow entscheiden, was zu tun ist: den
Angriff melden? Dann würde der Gegenschlag starten. Oder kann es sein,
dass die Technik irrt? Ein Fehlalarm? Petrow entscheidet sich für
Letzteres – und bewahrt die Welt vor einem Atomkrieg. Das Abwehrsystem
hatte, gestützt auf einen Satelliten und einen Computer, nicht richtig
funktioniert und eine Sonnenreflexion auf einem Silo in den USA als
Raketenstart gedeutet.
Was erzählt dieser Vorfall über das Verhältnis von Mensch und Maschine
in der Geschichte? Darüber haben wir für unsere neue Folge mit der
Technikhistorikerin Martina Heßler gesprochen. Sie ordnet für uns ein,
welche Hoffnungen und Ängste Menschen stets mit der Technik verbunden
haben – noch nie in der Geschichte gab es eine Maschine, die ohne Fehler
funktioniert hat. Wir sprechen auch darüber, was die Atomkraft mit der
künstlichen Intelligenz (KI) gemeinsam hat. Die Befürchtung wächst, dass
es angesichts der KI-Systeme, die sich selbstständig machen, bald zu
einem Tschernobyl-Moment kommen könnte.
Aber ist die KI überhaupt mit herkömmlichen Technologien zu vergleichen?
Kann der Mensch tatsächlich eine Maschine bauen, die er selbst nicht
mehr beherrscht? Markiert die KI eine technische Revolution, größer als
die der Dampfmaschine? Und wann ist es zu spät, aus einer Technik wieder
auszusteigen?
Darüber sprechen wir in der neuen Folge – und dies sind auch die Themen
unseres aktuellen ZEIT-Geschichte-Hefts »Wie Technik die Welt verändert.
Mensch oder Maschine: Wer hat die Macht?«. Sie bekommen es online im
ZEIT-Shop oder im Handel. Unter diesem Link können Sie ein Abo
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Bücher, die wir empfehlen möchten:
- Martina Heßler: »Sisyphos im Maschinenraum. Eine Geschichte der
Fehlbarkeit von Mensch und Technologie«, C. H. Beck, München 2025
- Charles Perrow: »Normale Katastrophen. Die unvermeidbaren Risiken
der Großtechnik«, Campus Verlag, Frankfurt 1989
- Paul Virilio: »Geschwindigkeit und Politik. Ein Essay zur
Dromologie«, Merve Verlag, Berlin 1989
Alle Folgen des Podcasts hören Sie hier. Die Redaktion erreichen Sie per
Mail unter [email protected].
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Der 9. August 1896 ist ein Sonntag. Otto Lilienthal ist nach Stölln im
Havelland gefahren, vom Gollenberg will er hinabgleiten: Fliegen wie ein
Vogel, wie er es schon so oft getan hat. Er schlüpft in seinen
Normalsegelapparat, ein Gestell aus Weidenruten mit sieben Meter
Spannweite, das mit Baumwollgewebe bespannt ist. Mehr als 2.000 Sprünge
hat Lilienthal schon absolviert, als er an diesem Tag zum Flug ansetzt.
Vielleicht fühlt er sich einfach zu sicher.
Es ist kühl und windig an diesem Tag. Lilienthal segelt schon in etwa 15
Metern Höhe, als eine Sonnenböe – ein unerwarteter Aufwind - sein
Fluggerät ergreift und es in einer halben Drehung über den rechten
Flügel abstürzen lässt. Lilienthal scheint noch kurz in der Luft zu
stehen, dann fällt er vom Himmel. Er verletzt sich schwer und wird nach
Berlin gebracht. Am nächsten Tag ist Otto Lilienthal tot.
Für Lilienthals Kritiker scheint der Beweis erbracht: Mit einem Apparat
fliegen zu wollen, der schwerer ist als Luft, wie ein Vogel also – das
ist Unsinn. Das Prinzip »leichter als Luft« habe gewonnen, meinen sie:
In der Ballonfahrt liege die Zukunft des Fliegens.
In der neuen Folge von Wie war das noch mal? erzählen wir vom Weg des
Flugpioniers Otto Lilienthal, der schon von früher Jugend seinen Traum
vom Fliegen verfolgt. Gemeinsam mit seinem Bruder Gustav erforscht er
die Besonderheiten des Vogelflugs. Immer neue Apparate bauen sie
zusammen, um zu verstehen, warum Vögel fliegen können – und was es
bräuchte, damit Menschen es auch können.
Wir sprechen mit Peter Busse, dem Leiter des Otto-Lilienthal-Museums in
Anklam, der Geburtsstadt Lilienthals, und lassen uns erklären, wie
Lilienthal vorgegangen ist. Markus Raffel vom Deutschen Zentrum für
Luft- und Raumfahrt erzählt uns von seiner Reise an die Pazifikküste
Kaliforniens, wo er mit einem nachgebauten Lilienthal-Hängegleiter
selbst geflogen ist. Und wir fragen uns: Ist Lilienthal gescheitert,
weil er abgestürzt ist? Oder zeigt sein Absturz genau das Gegenteil:
Dass nur abstürzen kann, wer zuvor geflogen ist?
Das aktuelle ZEIT Geschichte-Heft Wie Technik die Welt verändert. Mensch
oder Maschine: Wer hat die Macht? Von der Dampfkraft bis zur KI bekommen
Sie online im ZEIT Shop oder im Handel. Unter diesem Link können Sie ein
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Unsere weiteren Empfehlungen:
- Manuela Runge und Bernd Lukasch: Erfinderleben. Die Brüder Otto und
Gustav Lilienthal, Berlin Verlag 2005
- Die Aufnahme von Reinhard Meys Lied »Lilienthals Traum« ist hier in
voller Länge nachzuhören.
- Das Online-Archiv mit der Bilddatenbank des Otto Lilienthal Museums
in Anklam ist hier zu erreichen.
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Als Außenminister Walther Rathenau am 24. Juni 1922 in Berlin von
Mitgliedern der rechtsextremen Organisation Consul ermordet wurde, stand
die junge Weimarer Republik unter Schock. Es war nicht der erste
politische Mord nach dem Ende des Ersten Weltkriegs. Seit ihrer Gründung
war die erste deutsche Demokratie Angriffen ihrer Gegner ausgesetzt.
Rechte Freikorps marschierten auf und wollten den Umsturz, Monarchisten
wünschten sich den Kaiser zurück und im Münchner Hofbräuhaus wurde 1920
die NSDAP gegründet. Auch die von Moskau gesteuerte KPD wollte ein
anderes System. Doch kampflos gaben sich die Verteidiger der Republik
nicht geschlagen.
Aber wie genau wehrt sich eine Demokratie? Wie wehrhaft war
Weimar? Diese Frage diskutieren wir in unserer neuen Doppelfolge.
Der zweite Teil der Doppelfolge widmet sich dem gescheiterten
Putschversuch Adolf Hitlers und seiner Unterstützer in München im
Herbst des Krisenjahres 1923 – und der Frage, warum Hitler trotz Haft
und NSDAP-Verbot zur größten Gefahr für die Demokratie aufsteigen
kann. Wir sprechen über den Ausnahmezustand, in dem sich Deutschland
damals befindet. Darüber, dass Hitler nur knapp der Ausweisung
entgeht, und wie auch in Thüringen und Sachsen die Demokratie unter
Druck gerät, allerdings von links. Und wir diskutieren die Frage
der Parteiverbote: 37 Mal werden in Weimar antidemokratische Parteien
verboten, aber immer nur für kurze Zeit. Warum haben die Verteidiger
der Republik ihr schärfstes Schwert immer wieder aus der Hand gegeben?
In beiden Folgen zeichnen wir nach, wie die NSDAP trotz der Gegenwehr
zur Massenpartei aufsteigt – und wie sich das gesellschaftliche Klima in
Deutschland so sehr gegen die Republik dreht, dass der Kreis ihrer
Verteidiger immer kleiner wird und die Deutschen in der Mehrheit
Parteien wählen, die die Republik abschaffen wollen. Und schließlich
stellen wir die Frage: Was bedeutet das für unsere Gegenwart? Was lehrt
uns Weimar?
Auch das aktuelle ZEIT Geschichte-Heft widmet sich dem Thema „Weimar.
Das langsame Sterben der einer Demokratie – und was wir daraus lernen
können“. Sie bekommen es online im ZEIT Shop oder im Handel. Unter
diesem Link können Sie eine Gratisausgabe von ZEIT Geschichte zum Testen
bestellen.
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Mail unter [email protected].
Folgende Bücher haben wir für diese Sendung verwendet:
Julius Gumbel: »Vier Jahre politischer Mord, Verlag der neuen
Gesellschaft«, Berlin 1922
Als Neuauflage: dto., Verlag das Wunderhorn, Heidelberg 1980
Katrin Stein: »Parteiverbote in der Weimarer Republik«, Duncker &
Humblot Verlag, Berlin 1999
Christoph Gusy: »Weimar – die wehrlose Republik? Verfassungsschutzrecht
und Verfassungsschutz in der Weimarer Republik«, Mohr Verlag, Tübingen
1991
Heinrich August Winkler: »Weimar 1918–1933. Die Geschichte der ersten
deutschen Demokratie«, C. H. Beck, München 2024
Ein Protokoll der Reichstagsdebatte kann man auf dieser Seite der
Bayerischen Staatsbibliothek nachlesen.
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Als Außenminister Walther Rathenau am 24. Juni 1922 in Berlin von
Mitgliedern der rechtsextremen Organisation Consul ermordet wurde, stand
die junge Weimarer Republik unter Schock. Es war nicht der erste
politische Mord nach dem Ende des Ersten Weltkriegs. Seit ihrer Gründung
war die erste deutsche Demokratie Angriffen ihrer Gegner ausgesetzt.
Rechte Freikorps marschierten auf und wollten den Umsturz, Monarchisten
wünschten sich den Kaiser zurück, und im Münchner Hofbräuhaus wurde 1920
die NSDAP gegründet. Auch die von Moskau gesteuerte KPD wollte ein
anderes System. Doch kampflos gaben sich die Verteidiger der Republik
nicht geschlagen.
Aber wie genau wehrt sich eine Demokratie? Wie wehrhaft war
Weimar? Diese Frage diskutieren wir in unserer neuen Doppelfolge.
Im ersten Teil erzählen wir, wie politische Morde und Attentate die
junge Republik erschüttern. Wir zeigen, wie die Reichsregierung mit dem
Republikschutzgesetz von 1922 eine scharfe Waffe gegen Extremisten
schafft. Doch wie soll ihr Kampf gegen Demokratiefeinde gelingen, wenn
selbst an den Schaltstellen der Justiz Sympathisanten mörderischer
Geheimorganisationen sitzen? Außerdem blicken wir darauf, wie der
Freistaat Bayern immer wieder die Verteidigung der Demokratie sabotiert
– und zur Brutstätte für den Aufstieg der NSDAP wird.
In beiden Folgen zeichnen wir nach, wie die NSDAP trotz der Gegenwehr
zur Massenpartei aufsteigt – und wie sich das gesellschaftliche Klima in
Deutschland so sehr gegen die Republik dreht, dass der Kreis ihrer
Verteidiger immer kleiner wird und die Deutschen in der Mehrheit
Parteien wählen, die die Republik abschaffen wollen. Und schließlich
stellen wir die Frage: Was bedeutet das für unsere Gegenwart? Was lehrt
uns Weimar?
Auch das aktuelle ZEIT Geschichte-Heft widmet sich dem Thema Weimar. Das
langsame Sterben einer Demokratie – und was wir daraus lernen können.
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Julius Gumbel: Vier Jahre politischer Mord, Verlag der neuen
Gesellschaft, Berlin 1922. Als Neuauflage: Verlag das Wunderhorn,
Heidelberg 1980.
Katrin Stein: Parteiverbote in der Weimarer Republik, Duncker & Humblot
Verlag, Berlin 1999.
Christoph Gusy: Weimar – die wehrlose Republik? Verfassungsschutzrecht
und Verfassungsschutz in der Weimarer Republik, Mohr Verlag, Tübingen
1991.
Heinrich August Winkler: Weimar 1918–1933. Die Geschichte der ersten
deutschen Demokratie, C. H. Beck, München 2024.
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