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Die hr2-Hörbar
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Heute wagen wir mal wieder einen kleinen Ausblick auf die nächste Woche mit "Musik grenzenlos": Welche Themen stehen im Fokus der kommenden Hörbars?
Da wäre zum Beispiel die Formation Black Sea Dahu aus der Schweiz mit ihrer melancholisch-faszinierenden Mischung aus Kammerpop und Dark Folk. Oder: Mammal Hands, ein Trio aus London, das auf seinem neuen Album "Circadia" mal wieder mit hypnotischen Jazzsounds überzeugt.
Außerdem: Lucas Santtana, der liebenswerte Tropicália-Experte aus Salvador de Bahia - ebenfalls mit neuem Album ("Brasiliano").
Nicht zu vergessen: der spanische Pianist Marco Mezquida und Oud-Virtuose Yinon Muallem aus Israel. Eine wunderbar bunte Hörbar-Klangwelt erwartet uns also mal wieder - in Auszügen auch in dieser Wochenend-Ausgabe. Und: wir gedenken Michel Portal, dem französischen (Bass-) Klarinettisten, der in seinem langen Künstlerleben die Grenzen der Ausdrucksmöglichkeiten seines Instrumentes verschoben hat, in einer beispiellosen Mischung aus Jazz, Neuer Musik, Klassik und Weltmusik. Am 12. Februar ist er im Alter von 90 Jahren in Paris gestorben.
Wenn man im Wien der 1920er und 30er Jahre als Komponistin was werden wollte, war es ratsam, sich ein Pseudonym zuzulegen. Ein männliches Pseudonym!
Uns so wurde aus der begabten und gefragten Pianistin Hilde Loewe-Flatter im Handumdrehen Henry Love und schrieb zahlreiche, zur damaligen Zeit beliebte Lieder und Jazzschlager. Die Wiener Sopranistin Romana Amerling hat einige dieser Songs ausgegraben und widmet ihnen ihr neues Album. Wir entdecken ein eigenständiges, zwischen Wiener Kulturerbe, literarischem Anspruch und Unterhaltungskunst oszillierendes Chanson-Werk.
Amerling bringt diese facettenreiche Musik erstmals wieder zum Klingen - elegant, leichtfüßig, swingend, mit einem Hauch von Cabaret. An ihrer Seite: Mitglieder der Wiener Philharmoniker wie zum Beispiel der Klarinettist Daniel Ottensamer.
Amerling, die sonst eher auf internationalen Konzertbühnen und in Opernproduktionen präsent ist, zeigt hier eine weitere Seite ihrer künstlerischen Persönlichkeit.
Der Katalane Raül Refree und die aus dem süditalienischen Salento stammende Maria Mazzotta haben sich Zeit gelassen, zueinander zu finden.
Er, der Produzent und Gitarrist aus Barcelona, fand ihre Stimme schon früh bemerkenswert; sie ist tief verwurzelt in der musikalischen Tradition ihrer Region. Als die Beiden sich schließlich in Apulien trafen, teilte Mazzotta mit ihm die Lieder des alten süditalienischen Repertoires und die Geschichten dahinter - darunter die pizzica taranta, ein Ritualgesang, der einst als musikalisches Heilmittel gegen tiefe Schwermut galt. Als Refree später den Auftrag erhielt, ein Werk über Metamorphosen zu schreiben, griff er auf dieses Material zurück: Lullabys, Klagegesänge und religiöse Weisen bis hin zur ekstatischen Pizzica. Und so hat sich das gemeinsame Projekt "San Paolo di Galatina" geformt, eine musikalische Erzählung über Trost, Transformation und die Kraft des Rauschs.
Neben diesem intensiven Duo-Projekt öffnen wir die Ohren heute außerdem für weitere Stimmen der globalen Klanglandschaft: etwa den Garifuna-Gesang von Aurelio aus Honduras, den energiegeladenen brasilianischen Roots-Sound von Matuto und die tief empfundene Poesie des Portugiesen Salvador Sobral.
Sieben Bläser, ein neues Kapitel: Die Gruppe Federspiel aus Österreich spannt mit dem Album "Wir & Jetzt" einen Bogen über zwei Jahrzehnte lebendige Bandgeschichte zum Hier und Jetzt.
Erfahrung und Neugier greifen dabei kreativ ineinander, dem Septett geht es schon lang nicht mehr um schiere Virtuosität und den vordergründigen Schaueffekt. Ihre Eigenkompositionen laden zum Innehalten und Nachdenken ein und feiern die Magie des Augenblicks: jenen schmalen Streifen zwischen Vergangenheit und Zukunft, den allein wir mit unserem Handeln füllen und beeinflussen können. Wir leben nur im Hier und Jetzt, und dieses "Wir", das ist für die innovative Blaskapelle aus der Wachau viel mehr als die eigene Band: das sind wir alle!
Federspiel, so hat mal ein Kollege vom Schweizer Radio SRF gesagt, das ist "ein Spiel zwischen Rausch und Attacke, zwischen Tradition und Revolution, zwischen Ernst und Ironie". Wie wahr!
Außerdem in der Sendung: die ivorische Sängerin Dobet Gnahoré mit energiegeladenem Afropop, Dulce Joya Léon mit romantisch-virtuoser Klavierpoesie, Bukahara mit globalem Urban Folk, The Ukrainians mit ihrer Osteuropa-Variante des Kraftwerk‘schen "Models", Luísa Maita mit lässigem São-Paulo-Groove, der Pianist Michael Schlierf mit Band und ?Shmaltz! mit einem raffinierten Balkan-Tango.
"Call The Things By Their Name". So heißt einer der Songs auf dem neuen Album von Lylit.
Die Dinge offen beim Namen zu nennen, das war eine der Maximen für die österreichische Sängerin und Komponistin Eva Klampfer (alias Lylit), als sie daran ging, ihr neues Soloalbum zu entwerfen. Die schonungslose Offenheit kann durchaus auch mal schmerzhaft sein und Überwindung kosten, schließlich stülpt Lylit in manchen ihrer Songtexte ihr Innerstes nach Außen und erzählt von sehr persönlichen Erfahrungen in Songs wie "My Body" oder "I can‘t do this". So etwas macht natürlich verletzlich, kann aber auch befreiend sein. Wir sind jedenfalls dankbar, dass Lylit auf ihrem neuen Album "her" ihre Musik und ihre grandiose Stimme mit uns teilt. Pur, direkt und unverstellt.
Außerdem im Mix der Klangfarben dieser Hörbar-Ausgabe:
Hazmat Modine mit rootsigem Swamp-Blues, Milladoiro mit Dudelsack und galicischer Weite, Richard Bona mit federndem Afro-Groove und Bass-Eleganz, das Montréal Guitare Trio mit kammermusikalischem Saiten-Drive - und Yamirah’s Solar Explorers mit kosmisch-funkelnden Jazz-Vibes.
Gerade hat er seinen 70. Geburtstag gefeiert: der "Mann mit der roten Posaune", Nils Landgren.
"Als ich jung war, wollte ich Popstar werden, aber mit Posaune. Alle sagten mir: Vergiss es und setz dich wieder in die hintere Reihe. Aber ich wollte das nicht akzeptieren."
Und tatsächlich; Nils Landgren hat es geschafft, mit seinem Instrument ins Rampenlicht zu treten, und das weit über den Tellerrand des Jazz hinaus. "Love of my life" heißt das Livealbum, mit dem er sich jetzt selbst zu seinem runden Geburtstag beschenkt hat. Eine Sammlung einiger der Stücke, die ihm am meisten am Herzen liegen. Eigene Stücke, aber auch Klassiker von Cat Stevens, Leonard Bernstein, Kurt Weill, Herbie Hancock, Joe Sample und anderen, eingespielt in orchestralen Arrangements zusammen mit dem Schwedischen Radiosinfonieorchester samt einer eingespielten Band und der langjährigen Weggefährtin Ida Sand als Sängerin an seiner Seite.
An der Wochenendhörbar lassen wir das Haar herunter, nehmen den Gang raus und lassen Fünfe gerade sein.
Wir tanzen zum mitreißenden Klang von Kuba, Bollywood oder Bucovina, lauschen der verträumten Poesie der Oboe und kuscheln uns ein mit Folk aus Island.
So gibt’s heute ein Wiederhören mit einem der größten Hits des Buena Vista Social Clubs, "Chan Chan". Der große Compay Segundo behauptete, diesen Song habe er geträumt, er sei im Schlaf zu ihm gekommen.
Warm dürfte es dann bei der Bollywood Brass Band aus London werden. Seit über 30 Jahren rockt die Gruppe Hochzeiten und Parties mit ihrem Mix aus Balkan-Bläsern, Funk und indischer Bollywood-Filmmusik.
Ruhiger geht es dagegen Miriam Hanika an. Die Sängerin, Oboistin und Dichterin hat sich freigeschwommen und macht ihr eigenes Ding - einen warmen, detailverliebten Kammerpop mit Liedern, die sich Zeit nehmen.
Weitere Gäste sind heute u.a. Shantel, Alma Naidu, die Mahotella Queens, Ásgeir & Árný Margrét und das Bob James Quartet mit Saxofonist David Sanborn.
Magie und Energie sind die Markenzeichen der visionären Jazzband aus Österreich. Kein Wunder, denn die Gruppe um Bandleader Lukas Kranzelbinder kommt mit gleich zwei Schlagzeugern, zwei Bassisten und drei Bläsern daher. Zum Jubiläum gibt’s frisches Futter!
Zur Feier ihrer ersten Dekade bringen die fulminanten Shake Stew dieses Jahr ein neues Albumprojekt namens "TEN ONE TWO THREE" heraus. Gerade sind die ersten beiden Teile "TEN ONE TWO" erschienen, "TEN THREE" folgt im Herbst“. Aber die Party startet hier! Aus afrokaribischen und nordafrikanischen Sounds, Kraut Rock und spirituellem Jazz wachsen bei Shake Stew Groove und Trance, Improvisation und freier Ausdruck.
Und während die ZEIT noch mit hanseatischer Vornehmheit schrieb: "Etwas geht von dieser Band aus, das neu und besonders ist - und ungemein attraktiv", fand das britische MOJO-Magazin direkt ekstatische Worte: "Shake Stew lassen dich tanzen, bis du in die Knie gehst - wirbelnd, Blasen werfend, brennend wie ein Fiebertraum."
Weitere Gäste an der Hörbar sind heute u.a. die Chansonnière Juliette Gréco, der zu früh verstorbene senegalesische Musiker Abu Djigo, Oum aus Marokko, die neue Americana-Queen Sierra Ferrell und Liberdjango aus der Romagna.
Der Komponistin Julia Diederich aus Freiburg im Breisgau gelingt mit ihrem jüngsten Projekt eine Art "World Building": Auf "Movie Sinfónica" schafft sie mit ihrem Ensemble Arco Sinfónica und vielen Gästen Musik zu imaginären Szenen, Bildräumen und Filmen.
"Ich sehe mich oft wie eine Innenarchitektin, die einen Raum gestaltet." Das erzählte Diederich dem Galore-Magazin. Ein Kompositionstrick, der ihr geholfen hat, "Movie Sinfónica" zu gestalten, als bei ihr wegen einer Covid-Erkrankung nichts mehr ging. Musik und der eigene Lebensfilm spielten sich in dieser Zeit nur noch im Kopf ab.
Trotzdem oder gerade deshalb ist "Movie Sinfónica" ein großer Wurf geworden - ein Kaleidoskop aus Klassik, Jazz und Filmmusik, eingespielt u.a. vom GermanPops Orchestra, einem Perkussionsensemble, Big-Band-Bläsern, einer Jazz-Rhythmusgruppe, Sänger*innen des Staatsopernchors Stuttgart sowie des SWR Vocalensembles Stuttgart.
Der 2024 verstorbene Musiker aus Mali galt als einer der besten Koraspieler. Wie er die traditionelle Griot-Musik mit globalen Klängen fusionierte, war bahnbrechend.
Jetzt ist mit "Djelika" eins seiner feinsten Alben auf Vinyl wiederveröffentlicht worden.
Diabaté wollte die geschichtsreiche Musik der Mande wieder in alle Ohren bringen. Zusammen mit seinem Onkel Kélétigui Diabaté am Balafon und Bassekou Kouyaté an der Ngoni gelang ihm das auch - und die globale Musikszene begeisterte er gleich mit. 1995 erschien das meisterliche Album "Djelika", das gerade wiederveröffentlicht worden ist.
Neu gemastert und für die audiophilen Fans auf schwerem Vinyl verfügbar, zeigt es Diabaté als Pionier: Er greift hier auf ein teils Jahrhunderte altes Repertoire zurück, das er kreativ mit Musik aus dem 20. Jahrhundert verwebt.
Außerdem an der Hörbar heute: der Berliner Jazzpianist Matti Klein, die Lyoner Folk-Institution Tram des Balkans, Xabier Díaz aus Galicien - und viele andere mehr.
Im Fokus steht heute ein Tribute-Projekt aus dem Umfeld von Juan Carlos Cáceres, einem Pianisten, Posaunisten und Klangforscher aus Argentinien. Ihn faszinierten vor allem die afroamerikanischen Wurzeln des Tangos, gemischt mit Jazz: ein toller Cocktail!
Cáceres war auf den Spuren der afrikanischen Musik im Bereich des Río-de la Plata unterwegs, inspiriert von Tänzen wie Candombe und Milonga sowie der Karnevalsmusik der "Murgas". Er verband dies zu einem eigenen, erdigen Tango-Stil.
Bekannt war Cáceres vor allem in seinem Heimatland Argentinien, aber auch in Frankreich, wo er später, bis zu seinem Tod 2015 gelebt hat. Nun ist von Le Collectif Tango Negro Ensemble - seinen damaligen Mitspielern und vielen Gästen - das Doppelalbum "Tribute To Juan Carlos Cáceres" erschienen.
Höhepunkte an der Hörbar sind außerdem Carla Bruni, Chilly Gonzales, Bonnie "Prince" Billy, Shake Stew - und viele andere mehr!
Früher war Turner Cody ein New Yorker Hipster aus der schrulligen "Anti-Folk"-Bewegung; heute erzählt er auf seinem neuen Album "Out For Blood" fast klassisch amerikanische Geschichten im Stil eines Kris Kristofferson, Townes Van Zandt oder John Prine.
Auf "Out For Blood" macht er zum zweiten Mal gemeinsame Sache mit dem belgischen Musiker Nicolas Michaux und dessen Band, den "Soldiers of Love". 2021 haben sie das erste Mal zusammengearbeitet, und Turner Cody betrachtet ihre transatlantische Begegnung als Glücksfall.
Sie hat ihm die Power für fast schon archaisch-zerknautschte Songs über Freiheit, Individualität, Schicksal, Sünde und Vergebung gegeben. Die alten Themen des US-Country eben, aber mit einem Augenzwinkern.
Außerdem an der Hörbar: finnische Vokalkunst mit Suden Aika, kenianische Moderne mit Nina Ogot, kapverdische Sounds mit Lura - und viel anderes mehr.
Heute drehen wir mal wieder großzügig den Globus und öffnen ganz nebenbei mit einigen Kostproben den Hörbar-Klangraum für die kommende Woche.
Turner Cody and the Soldiers of Love liefern lässig-melodischen Folk-Pop mit ihrem neuen Album "Out for Blood". Mit dem unvergessenen Kora-Virtuosen Toumani Diabaté erinnern wir an die große Tradition der westafrikanischen Musik und feiern die Wiederveröffentlichung seines Albumklassikers "Djelika". Einen Vorgeschmack gibt’s auch auf den "Tribute To Juan Carlos Cáceres", mit dem Le Collectif Tango Negro Ensemble den Río de la Plata dunkel schimmern lässt. Arco Sinfónica spannt elegante Filmmusik-Bögen in "Movie Sinfonica" (demnächst ausführlicher an der Hörbar!). Und Shake Stew lässt den Puls steigen mit hypnotischem Drive und tiefen Grooves - kommende Woche hier ebenfalls im Fokus mit dem Album "Ten One Two".
Dazwischen öffnen wir hier und da noch ein Fenster in andere Klangwelten: Eithne Ní Uallacháin mit poetischer irischer Melodik, Krzysztof Kobyliński mit leuchtenden Piano-Farben, Márcio Faraco mit sanfter Brasil-Saudade, Andy Palacio & The Garifuna Collective karibisch geerdet, Breabach mit schottischem Folk-Schwung - sowie Melody Gardot & Ibrahim Maalouf im eleganten Schulterschluss.
"Lost in Your Garden" ist Jazz mit Weitblick: das neue Album vom Ensemble Du Verre besticht durch klare Formen, lässt viel Raum zum Atmen und setzt auf feine Texturen statt auf vordergründige Effekte.
Kopf des Projekts ist Sönke Düwer (Du Verre…Achtung Wortspiel!), der als Komponist, Schlagzeuger, Pianist, Produzent und Klanggestalter den Kurs vorgibt.
Das Album bündelt Skizzen und Ideen aus mehreren Jahren zu einem kompakten Ganzen: retrospektiv in der Reife, vorwärtsgewandt im Sound. Planung und Zufall spielen ineinander, Motive wachsen, immer neue Details schimmern hervor, die Energie der Improvisation und der elektronische Groove halten alles in Bewegung. Das Ergebnis ist zugleich poetisch, melancholisch und kompromisslos, mit Jazz als Kern und genug Offenheit für Brüche, Melancholie und Licht.
Das und mehr "Musik grenzenlos" gibt’s heute an der Hörbar - nehmen Sie gerne Platz!
Putumayo, das findige World Music Label aus New York präsentiert mit "French Bossa Nova“ eine frische, digitale Kompilation, in der brasilianische Bossa Leichtigkeit auf französische Chanson Eleganz trifft - mit aktuellen Stimmen aus Frankreich, Québec und Brasilien.
Das Label setzt seine wie immer exzellent kuratierte Reihe inzwischen konsequent online fort, gewohnt stilsicher, zugänglich und global vernetzt. So serviert es uns an der Hörbar entspannte, sonnendurchflutete Songs - von "Agua de beber" auf Französisch bis hin zu neuen Originalen, die den Boulevards von Paris einen Hauch von Rio geben.
Neben Putumayo-Acts wie Taïou, Bïa und Giorgis Christodoulou in der Sendung: cineastischer Gitarren-Jazz mit Ragawerk, nordische Folk-Poesie von Svavar Knútur und Tango-Drive mit Otros Aires - und das ist noch lang nicht alles!
Mit seinem neuen Album "in the fields“ unterstreicht das Vision String Quartet seinen Anspruch, ein Ensemble zu sein, das die klassische Streichquartett DNA bewusst erweitert: Statt auf Partiturtreue setzt es auf musikalische Spannungsbögen.
Bartóks viertes Streichquartett zieht sich wie ein roter Faden durch das Album, Improvisationsimpulse, perkussive Elemente und Jazzharmonik werden wie selbstverständlich integriert. Der Pianist Joel Lyssarides und der iranische Gitarrist Mahan Mirarab öffnen als Gäste mit ihren Eigenkompositionen weitere musikalische Türen und so entsteht ein durchkomponierter Flow, bei dem sich Ravel, Bartok, Dvořák und Traditionelles mit eigener Musik verzahnt.
"In the fields“ markiert das Debüt der Berliner beim Jazzlabel ACT Music, das genau für diese Schnittstellen zwischen Komposition und Improvisation steht. Ein Streichquartett, das wie eine Band agiert: beweglich, risikofreudig, gegenwartsnah!
Außerdem in der Sendung: brasilianischer Pop Erfindergeist mit Lucas Santtana, die isländische Klangpoesie von Eydís Evensen und Tango Eleganz vom Trio Cayao - dazu weitere Farben von Etta Scollo bis Toots Thielemans.
Der kanadisch haitianische Multiinstrumentalist Jowee Omicil öffnet auf seinem neuen Album "sMiLes" einen musikalischen Kosmos voller Spontaneität, Improvisation und globaler Farben.
Die Reise beginnt mit einer Hommage an Abbey Lincoln, führt die Voodoo-Trommeln Haitis mit der kapverdischen Morna zusammen, lässt sein Vorbild, den großen Miles Davis auferstehen und endet in einem berührenden musikalischen Dialog mit seiner Landsfrau Dominique Fils Aimé ("SHouLd I sMiLe?"). Dabei immer präsent: Jowees Philosophie "Trust the Note", ein radikales Bekenntnis zu Freiheit und Kreativität, der Glaube an die Grenzen sprengende Kraft der Musik.
Außerdem an der Hörbar: die genre-übergreifende Dramatik des Frankfurter Projekts The Ohohohs feat. Maja Bader, die poetische Tango-Eleganz des Gabriel Battaglia Trios und der globale Flamenco Spirit von Faela - dazu viele weitere Klangfarben von Lhasa bis Andreas Vollenweider: Musik grenzenlos eben, wie wir sie lieben!
Wenn zwei Seelenverwandte nach fast drei Jahrzehnten Zusammenspiel ein Duo-Album "Who We Are" nennen, ist das Programm: ein musikalisches Selbstporträt voller Vertrauen, Freiheit und Nähe.
Tolstoys soulgetränkte Jazzstimme und Karlzons sensibles Klavierspiel verschmelzen zu einem gemeinsamen Organismus - mal in eigenständigen Lesarten von Billy Joel, Tori Amos oder Thom Yorke, mal in Karlzons neuen Eigenkompositionen mit erstmals von ihm selbst verfassten Texten. Entstanden ist ein reifes, warmes, in sich ruhendes Werk, das nicht erklärt, wer die beiden sein möchten, sondern wer sie sind.
Außerdem heute an der Seite des Duos: der kubanische Son von Pancho Amat y El Cabildo del Son, Balkan-Energie vom Barcelona Gipsy Balkan Orchestra und frische Blue-Note-Vibes mit Aaron Parks - jede Menge Musik grenzenlos!
Wir drehen am Globus: Heute mit Musik grenzenlos zwischen Madagaskar und Island, zwischen Guinea-Bissau und Armenien oder auch zwischen Ägypten und Berlin.
Der frische Musikmix - geschüttelt oder gerührt - auf jeden Fall prickelnd!
Als die vier Finninnen vor 10 Jahren mit ihrer Mischung aus traditionellem nordischem Folk, Vocal-Pop und elektronischen Beats aufhorchen ließen, da waren sie noch Pionierinnen in der World- & Roots-Musikszene. Seitdem ist Tuuletar diesen Weg konsequent weitergegangen.
Ihr neues, mittlerweile drittes Album "Maammo" (Mutter Erde), vereint die zentralen Themen, die Tuuletars künstlerischen Werdegang geprägt haben: Wurzeln und Bewegung, die Heimat und die Welt, Tradition und Erneuerung. Und dabei gehen die Vier ihren Mix aus A-Cappella-Gesängen, Vokaleffekten und elektronischen Sounds noch progressiver an. Manche sprechen gar von einer neuen Ära… Wir hören rein in "Maammo".
Außerdem gibt’s diesmal: karibischen Jazz, barocke Klangkunst, Tango, einen König ohne Krone und ein kompliziertes Innenleben. Neugierig? Musik im grenzenlosen Mix - heute an der Hörbar!























