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fair & female - mit Barbara Haas
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Author: Barbara Haas
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Fairness, Feminismus und die Frage, wie Gesellschaft wachsen kann. Ich möchte euch jede Woche zu einem spannenden Gespräch mitnehmen, das sich um diese drei Dinge dreht und uns alle ein bisschen schlauer macht. Ich freu mich, wenn ihr mit mir dabei seid. Alles Liebe, Barbara
238 Episodes
Reverse
Skinny ist wieder im Trend, die Vielfalt von Körpern Schnee von gestern. Was ist mit der Bodypositivity Bewegung passiert oder gab es die vielleicht ohnehin nicht? Die Kulturwissenschaftlerin und Autorin Dr. Elisabeth Lechner zieht Bilanz über eine gesellschaftliche Veränderung, die gerade wieder das "Normschöne" und "Dünne" feiert. Sind die viel diskutierten Abnehmspritzen ein Teil dieser Aufforderung an Frauen, möglichst wenig Platz einzunehmen und was haben die "Trad-Wives" damit zu tun? Eine Abrechnung mit der Schein-Vielfalt.Mitte Februar erscheint übrigens mein Buch "Bullshit mit Blümchenkleid" (ueberreuter), in dem ich hinter die schöne Fassade der Tradwives blicke. Hier könnt ihr einen ersten Einblick gewinnen (und vorbestellen) - und natürlich gibt es zum Erscheinungstermin auch noch eine extra Episode.
Sandwich, Erstgeborene, Nesthäkchen. Zuschreibungen, die andere treffen. Und die trotzdem oft stimmen. Der renommierte Schweizer Geschwisterforscher Dr. Jürg Frick erklärt, wie uns Geschwister prägen, warum wir mit ihnen keine "Nicht-Beziehung" führen können und wie sich die ganze Dynamik ändert, wenn es plötzlich zu einer Patchwork-Familie kommt. Er sagt, Geschwister sind ein Trainingslager für Beziehungen. Und erzählt Kurioses aus seinem jahrzehntelangen Alltag mit Klient:innen.
Mikrobiome haben dafür gesorgt, dass unser Planet heute grün und blau ist statt rot und schwarz. Sie haben unseren Boden erschaffen, aber landläufig kennen wir das Mikrobiom vor allem aus unserem Darm. In dieser Episode blicke ich mit "Mikrobiom-Päpstin" Univ. Prof Dr. Gabriele Berg darauf, wie sehr wir als Menschen vom Mikrobiom abhängig sind und was wir tun können, um eine möglichst große Vielfalt an mikrobiotischen Gemeinschaften in uns zu beheimaten. Spoiler: Keine stark verarbeiteten Lebensmittel und öfter im Gatsch spielen. Univ. Prof. Dr. Gabriele Berg ist eine international führende Mikrobiologin. Nach ihrer Ausbildung in Rostock und Greifswald sowie ihrer Habilitation in Mikrobiologie wurde sie 2005 Professorin für Umweltbiotechnologie an der TU Graz. Seit 2021 leitet sie zudem die Abteilung Mikrobiom-Biotechnologie am Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie in Potsdam sowie an der Universität Potsdam. Ihre Forschung konzentriert sich auf pflanzenassoziierte Mikroorganismen und sie erhielt gerade erst den Wissenschaftspreis der Österreichischen Forschungsgemeinschaft. Diese Episode entstand im Zuge des Longevity with Love Retreats im Bio-Natur-Ressort Retter in der Oststeiermark.
Tina wünscht sich ein Kind. Doch ehe es dazu kommt, braucht es einige Anläufe der künstlichen Befruchtung, und davor und dazwischen Zweifel, Hoffnung, Enttäuschung und Ohnmacht. Davon erzählt sie in dieser Episode. Den Wunsch nach einem Baby haben viele, denn ungewollte Kinderlosigkeit ist kein Einzelschicksal. Doch gibt es das Recht auf ein Kind? Und wer sind die wirtschaftlichen Profiteure dieser Sehnsucht? Und wo ist die Grenze? Also wie weit sind wir davon weg, Babys tatsächlich "bestellen" zu können? Hier geht es zum Verein "Die Fruchtbar", den Tina Fadler gegründet hat und der vielen Frauen und Paaren in der anstrengenden Zeit des Kinderwunsches Vernetzung und auch Trost spenden kann. Und hier geht es zum Kleine Zeitung Bericht rund um Social Egg Freezing.
Overthinking, Gedankenkarussell und keine Chance, aufzuhören? Das kennen viele, besonders Frauen. Aber wie funktioniert unser Gehirn, unser Bewusstsein und warum nützt Denken nicht immer? DDr. Damir del Monte ist Neurowissenschaftler, Hirnforscher, klinisch ausgebildet in Psycho-, Trauma und Schmerztherapeut und erklärt, wie unser Gehirn entstanden ist, wo die Besonderheiten liegen und wie wir es schaffen, auch dem Overthinking auszusteigen. Diese Episode entstand im Zuge des "Longevity with Love"-Summit im Bio-Natur-Ressort Retter am Pöllauberg. Hier könnt ihr das im März 2026 erscheinende Buch "Ein Date mit Deinem Gehirn" bestellen und hier gibt es einige Videos von Damir.
Wann hören die Femizide auf? Eine Frage, die Maria Rösslhumer, langjährige Geschäftsführerin der Autonomen Frauenhäuser und Gründerin des Vereins „StoP – Stadtteile ohne Partnergewalt“ in der aktuellen Episode versucht zu beantworten und sie geht mit den bisherigen Maßnahmen der Bundesregierung hart ins Gericht. Zudem wünscht sie sich eine „Staatstrauer“ nach jedem Femizid und insgesamt mehr Empörung, denn „Wir sind ein Land der Femizide“.
Diesmal wird es persönlich. Wir sprechen über das Schicksal eines 7-jährigen Mädchens in der Steiermark. Sie heißt Maya, ist behindert und hat mit dieser Behinderung, dank einer inklusiven Volksschule in Graz, bis jetzt im Bildungssystem einen Platz. Nun aber droht ihr der Ausschluss, denn durch eine geplante Novelle des Schulassistenzgesetzes könnte Maya, und viele andere behinderte Kinder, plötzlich diese Bildung nicht mehr erfahren. Ich habe ihre Eltern, Ines und Reinhold besucht. Auch Maya ist dabei. Das ist die Novelle, um die es geht und hier ist ein Bericht plus Stellungnahme des zuständigen FPÖ-Bildungslandesrates Stefan Hermann.
Es ist die größte humanitäre Katastrophe weltweit - der Krieg im Sudan. Und eigentlich dauert er, mit Unterbrechungen schon mehr als 20 Jahre. Manche erinnern sich an "Darfur", manche vielleicht an George Clooneys Initiative und Dokumentation, in der er und anderen Schauspieler:innen (auch Brad Pitt) auf das große Elend des afrikanischen Landes aufmerksam machen wollte. Doch das ist lange her, heute hört man nichts mehr vom Leid der Menschen. Zeit für einen Einblick in das widerständige Leben dieser Frauen. Ishraga Mustafa Hamid erzählt. Sie lebt mit ihrer Familie in Wien. Ishraga Mustafa Hamid wurde 1961 im Sudan geboren. Sie studierte sowohl vor Ort, als auch an der Universität Wien Kommunikationswissenschaft, das Studium schloss sie mit einem Master ab. Anschließend absolvierte sie ein Doktoratsstudium am Institut für Politikwissenschaft. Sie ist Schriftstellerin, Übersetzerin und Kulturschaffende. Sie hat neun Bücher in Deutsch und Arabisch veröffentlicht und zehn Bücher übersetzt bzw. mitübersetzt. Sie führte mehrere Studien durch, vor allem zu Schwarzen Frauen und Migration in Österreich, und erhielt den Erwachsenen-Bildungsaward 2007 und den Herta-Pammer-Preis der Katholischen Frauenbewegung Österreichs. 2020 wurde ihr das Goldene Verdienstzeichen des Landes Wien verliehen. 2023 bekam ihr Buch „Ontha El anhar“ den englischen PEN-Award für Übersetzung.
Warum sollte man 5 Minuten unter Wasser die Luft anhalten wollen, wenn man doch eigentlich nur 2,5 Minuten schafft? Der Extremsportler und vielfache Weltrekordhalter Christian Redl meint dazu, dass man mit der Überwindung so einer Barriere Angst loswird und damit ein besseres Leben führen kann. Angststörungen betreffen aktuell etwa 16 Prozent aller Österreicher:innen, ein Wert, der vor allem mit Covid, Krieg und Unsicherheiten extrem gestiegen ist. Ob man durch das Luftanhalten unter einer Eisdecke tatsächlich ein Leben mit weniger Angst führen kann, besprechen wir in dieser Episode. Außerdem möchte ich wissen, ob man durch zu viel Risiko nicht auch den notwendigen Zugang zu Angst verlieren kann und was Redl selbst bei haarsträubenden Weltrekordversuchen, die gescheitert sind und er bewusstlos wurde, gelernt hat. Von 16. bis 18. Jänner 2026 wird im steirischen Hotel Retter ein "Longevity with Love"-Retreat stattfinden, bei dem unter anderem Christian Redl eine Keynote halten wird. Das gesamte Programm kann man hier nachsehen. Wer Angst überwinden möchte, kann dort auch Eisbaden probieren und Ähnliches.
„Hey, du hast ja doch Brüste!“ - das ist nur ein Zitat aus der langen Reihe an sexuellen Belästigungen, die die Grazerin Julia erleiden musste. Es beginnt vor ein paar Jahren, als Julia eine Lehre in einer technischen Branche in Graz beginnt. Sie ist fachlich gut, doch dass sie jahrelang sexuell belästigt wird, verdrängt sie. Will es aushalten. Will weiterkommen. Bis es nicht mehr geht. In diesem Gespräch erzählt sie, was das mit ihr gemacht hat und woher der Mut zum Widerstand kam. Unterstützt in diesem Prozess wurde sie von Susanne Prisching, sie ist Leiterin des Regionalbüro Steiermark der Gleichbehandlungsanwaltschaft. Auch sie kommt in unserem Gespräch zu Wort. Hier kann man direkt mit dem Büro Kontakt aufnehmen, wenn man selbst einen Fall von Ungleichheit hat oder jemanden kennt, dem/der hier vielleicht geholfen werden kann. Die Geschichte von Julia ist zudem in print im Magazin "Auf Augenhöhe" erschienen, das die Kleine Zeitung produziert hat.
Mittlerweile kennt sie die ganze Welt. Rita, Bernadette und Regina sind die "Nonnen von Goldenstein" und kämpfen für Freiheit im Alter. Alle drei über 80 Jahre, wollen sie ihren Lebensabend im Kloster und nicht im Altersheim verbringen, wie ihr Verwalter, Probst Markus Grasl, möchte. Die Investigativ-Journalistin Edith Meinhart ("Die Dunkelkammer") hat sich als erste die Geschichte aus der Perspektive der Nonnen angesehen und darüber auch ein Buch geschrieben. Wir reden über die Hintergründe und die Ursprünge dieser komplexen Geschichte. Hier geht es zum Buch und hier zum Podcast "Die Dunkelkammer", wo man sich noch weitere Aspekte dieses Kampfes der alten Nonnen anhören kann.
Michaela Krömer ist Anwältin. Genauer gesagt Klimaanwältin und ihr Mandant heißt Mex. Sie strengt für Mex eine Klimaklage gegen die Republik Österreich an und die wird aktuell vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte verhandelt. Die Klage ist die erste ihrer Art aus Österreich und stützt sich auf der Argumentation, dass unzureichender Klimaschutz eine Verletzung grundlegender Menschenrechte darstellt. Mex will deshalb Michaela als Anwältin, weil er durch die Klimaerwärmung nicht mehr gut leben kann. Was steckt dahinter? Hier gehts zum Artikel, den wir im Podcast ebenfalls besprechen: The Atlantic: The Most Personal Climate Case in the World - The Atlantic
Josef Hader, Alfred Dorfer, Lukas Resetarits und noch viele andere Männer sind in der "Kulisse" Wien zu Stars geworden. Frauen? Fehlanzeige. Doch eine Frau, Alexa Ötzlinger, leitet seit 2022 die älteste Kabarettbühne von Wien und feiert 2025 das 45-jährige Bestehen dieses "Kabarett-Beisels". Im Podcast spricht sie über junge Frauen auf der Bühne, mediale Angriffe, wenn sie "zu linke" Künstler:innen programmiert und verrät, wer ihr in den ärgsten Finanznöten geholfen hat. Hier geht es zum aktuellen Spielplan der Kulisse und hier zum Spielplan des Grazer Theatercafes - das steirische Pendent zur Kulisse.
"Wot se fak, Deutschland?" fragt der Physiker, Buchautor und Kabarettist Vince Ebert in seinem neuen Buch. Und stellt gleich im Untertitel klar "Warum unsere Gefühle den Verstand verloren haben". Vince Ebert geht den gesellschaftlichen Befindlichkeiten auf den Grund und übt harte Kritik an dem vielen "gefühlten Wissen", das aktuell in unserer Gesellschaft so herumwabert. Mich interessiert seine Perspektive und ich frage ihn, ob er wirklich denkt, dass Gender Studies kein Studium ist, wie er in seinem Buch ausführt. Hier geht es zu seinem Buch und hier zu seinen nächsten Auftritten 2026.
Dies ist der Versuch, eine Episode in Englisch aufzunehmen. Ihr müsst nachsichtig sein mit mir, mein Englisch ist nicht so toll, aber ich wollte das Gespräch trotzdem als Podcast probieren, weil ich Margot Wallström sehr schätze. Sie hat den Begriff "feministische Außenpolitik" erfunden, war von 2014 bis 2019 Außenministerin von Schweden und auch viele Jahre Vizepräsidentin der Europäischen Kommission und zum 80-jährigen Bestehen der UNO für einen Besuch in Wien. Und wir sprechen zu Beginn auch über ein Thema, das mir besonders wichtig ist: sexuelle Gewalt gegen Frauen. Und hier könnt ihr das Transkript auf Deutsch unseren Gespräches nachlesen. Es wurde mit einem KI-Programm übersetzt und hat stilistisch vielleicht einige Schwächen, aber es spiegelt unser Gespräch sehr genau wider. Fair & Female und feministische Außenpolitik Willkommen bei Fair & Female, dem Gesellschafts-Podcast der Kleinen Zeitung. Mein Name ist Barbara Haas und ich freue mich, heute Margot Wallström begrüßen zu dürfen. Sie ist eine sozialdemokratische Politikerin, war von 2014 bis 2019 Außenministerin von Schweden und viele Jahre Vizepräsidentin der Europäischen Kommission. Sie gilt als die Erfinderin des Begriffs der feministischen Außenpolitik. Heute sprechen wir über feministische Außenpolitik, sexuelle Gewalt gegen Frauen weltweit und die zukünftige Rolle von Frauen in der Gesellschaft. Wallström: Sexuelle Gewalt gegen Frauen: Eine globale Geißel Die Situation für Frauen ist sehr ernst. Die Zahl der Fälle sexueller Gewalt gegen Frauen in Kriegen und Konflikten ist in wenigen Jahren um 50 % gestiegen. Es ist uns nicht gelungen, dies zu bekämpfen, und es ist eine globale Geißel. Als erste Sonderbeauftragte des Generalsekretärs für diese Angelegenheiten im Jahr 2010 habe ich drei Missverständnisse identifiziert. Drei Missverständnisse über sexuelle Gewalt Das erste Missverständnis ist, dass sexuelle Gewalt als unvermeidlich angesehen wird, da sie seit jeher Teil jedes Krieges und Konflikts war. Dies ist jedoch falsch; sie kann befohlen, geduldet oder verurteilt werden. Das zweite Missverständnis ist, dass es sich um Sex oder Lust handelt. Tatsächlich geht es um Machtausübung mit sexuellem Ausdruck. In einigen Ländern und Kulturen ist es tabu, darüber zu sprechen, aber wir haben es geschafft, das Thema auf die politische Agenda zu setzen, was ein Fortschritt ist. Das dritte Missverständnis ist, dass es sich um ein geringeres Verbrechen handelt. Dies wurde sogar als Verteidigungsargument in Kriegsverhandlungen verwendet. Die Auswirkungen auf eine Person, eine Familie, ein Dorf und ein ganzes Land sind jedoch tiefgreifend und beeinflussen Frieden und Sicherheit. Deshalb ist es so wichtig, dass Frauen in Friedensverhandlungen einbezogen werden, um die Straflosigkeit dieser Verbrechen zu beenden. Hat die MeToo-Bewegung wirklich etwas verändert für Frauen? Wallström: Die MeToo-Bewegung im Jahr 2017 hat viele Männer verunsichert, war aber nicht effektiv genug, um die tieferen Ursachen der Gewalt gegen Frauen zu beleuchten, wie die Rolle der Pornografie oder die Machtverhältnisse zwischen Männern und Frauen. Es war jedoch eine wichtige Phase, in der Frauen den Mut fanden, ihre Grenzen zu setzen und Gewalt zu bekämpfen. Gewalt gegen Frauen ist ein globales Phänomen, das auch nach Kriegen zunimmt, wenn Soldaten nach Hause kommen. Sexuelle Gewalt ist ein Instrument der Macht, das in verschiedenen Kontexten, sei es am Arbeitsplatz, im Krieg oder in der Zivilgesellschaft, eingesetzt wird. Autokraten nutzen oft die Einschränkung von Frauenrechten als ersten Schritt zur Kontrolle der Gesellschaft. Persönliche Erfahrungen und der Umgang mit Wut Ich habe selbst sexuelle Belästigung erlebt, wie ich in meiner Autobiografie beschrieben habe. Man fühlt sich in solchen Momenten völlig überrumpelt. Es ist wichtig, mit jemandem darüber zu sprechen. Ich habe es meinem Chef erzählt, der zumindest zuhörte, auch wenn er nicht direkt eingriff. Meine Wut über die Ungerechtigkeit hat mir die Kraft gegeben, darüber zu sprechen. Viele Frauen schämen sich für ihre Wut, aber manchmal sollten wir wütend sein und es zeigen. Der Preis für das Sprechen ist oft hoch, da man oft nicht geglaubt wird, besonders wenn es keine Zeugen gibt. Dennoch ist es entscheidend, diese Wut zu mobilisieren und sich jemandem anzuvertrauen. Die Nachricht, dass das Urteil gegen Weinstein möglicherweise aufgehoben wird, ist traurig, aber nicht überraschend. Er gehört ins Gefängnis. In Österreich erlebt jede fünfte Frau im Laufe ihres Lebens sexuelle Übergriffe. Was tun? Wallström: Um dieses Problem in den Griff zu bekommen, geht es um die Rollen, die uns in der Gesellschaft zugewiesen werden. Feminismus bedeutet, dass Männer und Frauen die gleichen Rechte, Pflichten und Chancen haben sollten. Wir müssen unsere Rechte kennen, über unseren Körper selbst bestimmen können und frei sein, Lebensentscheidungen zu treffen. Mehr Geschlechter und wirtschaftliche Gleichheit wird Frauen helfen, und wir müssen uns gegenseitig unterstützen. Ein wichtiger Aspekt ist die Pornografie, die ich als eine Wurzel vieler Gewalt gegen Frauen sehe. In Schweden wird derzeit über Strangulation beim Sex debattiert, ein Phänomen, das aus der Pornografie stammt. Junge Mädchen glauben, dies akzeptieren zu müssen. Die meisten Jungen, oft schon ab acht Jahren, sehen gewalttätige und perverse Pornografie, die leicht zugänglich ist. Wir müssen überlegen, wie wir damit umgehen, vielleicht durch Verbote oder Regulierungen. Die Serie "Adolescence" zeigte die Auswirkungen auf die britische Regierung, die begann, Jungen im Umgang mit Mädchen zu unterrichten. Es ist traurig, dass es so viel braucht, bis Probleme angegangen werden. Eltern müssen ihre Kinder online besser beaufsichtigen, und Schulen haben eine wichtige Rolle in der Bildung. Ein weiteres Beispiel ist Afghanistan, wo Frauen alle Rechte entzogen wurden. Jungen werden früh in Madrassas geschickt, von Frauen isoliert und religiös erzogen, was Misogynie fördert. Dies ist eine Strategie der Taliban, um ihre Herrschaft zu sichern und geführte Soldaten zu schaffen. Die Diskussion über ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche ist ein Zeichen der Verzweiflung. Die Zeit, die junge Menschen online verbringen, könnte für Outdoor-Aktivitäten, soziale Interaktion oder sinnvolle Bildung genutzt werden. Eine Regulierung der Nutzungszeiten oder sogar ein Verbot für Tech-Unternehmen könnte notwendig sein. Feministische Außenpolitik: Rechte, Repräsentation, Ressourcen Der Begriff der feministischen Außenpolitik, den ich vor über zehn Jahren geprägt habe, basiert auf der Erkenntnis, dass es keinen dauerhaften Frieden geben kann, wenn Frauen nicht Teil von Friedensprozessen sind. Studien der Vereinten Nationen zeigen, dass Friedensabkommen, an denen Frauen beteiligt sind, länger halten und mehr Optionen auf den Tisch bringen. Meine feministische Außenpolitik konzentriert sich auf drei "R": Rechte, Repräsentation und Ressourcen. Rechte: Haben Frauen und Mädchen die gleichen Rechte? Können sie ein Bankkonto eröffnen, ein Unternehmen gründen, zur Schule gehen, oder werden sie mit 14 Jahren verheiratet? Repräsentation: Sind Frauen an den Tischen vertreten, wo wichtige Entscheidungen getroffen werden – in Parlamenten, Regierungen, Unternehmen und Vorständen? Ressourcen: Werden Budgets so gestaltet, dass sie die Bedürfnisse von Frauen und Mädchen berücksichtigen? Geht Geld dorthin? Dies beginnt mit geschlechterbasierten Statistiken und Budgetierung. Feministische Außenpolitik in der Ukraine und anderen Konflikten In der heutigen Welt, wie im Krieg Russlands gegen die Ukraine, scheint eine feministische Herangehensweise oft zu fehlen. Führer wie Donald Trump und Wladimir Putin verfolgen andere Werte, die auf wirtschaftlichen Interessen und Machtdemonstration basieren. Wallström: Ukrainische Frauen kämpfen an der Front, aber die Mehrheit muss das Land verlassen oder sich um Kinder und Ältere kümmern. Die UN-Resolution 1325 besagt, dass Krieg und Frieden Männer und Frauen unterschiedlich betreffen. Wenn die Geschichten der Frauen, die fliehen mussten oder sexuelle Gewalt erlebt haben, nicht gehört werden, wird es keinen Frieden für Frauen geben. Frauen sind anfälliger für Menschenhandel und sexuelle Gewalt in Konflikten. Es geht nicht nur um diejenigen, die Waffen tragen, sondern auch um alle anderen, die leiden. Im Friedensabkommen für Tigray in Äthiopien waren keine Frauen am Tisch, obwohl Vergewaltigungen ein zentrales Thema waren. Dies führt zur Fortsetzung der Straflosigkeit und zu einem fragileren Frieden. Dennoch gibt es Hoffnung: Moderne Technologie ermöglicht es uns, Beweise zu sammeln und die Geschehnisse in Echtzeit zu verfolgen. Dies kann zur Rechenschaftspflicht für Kriegsverbrechen beitragen. Frauen müssen zusammenkommen, um sicherzustellen, dass ihre Interessen und Geschichten gehört werden. Die Unterstützung der Zivilgesellschaft ist entscheidend, um Frauenorganisationen die Mittel zu geben, diese Arbeit zu leisten. Die Rolle der Europäischen Union - hat sie diese überhaupt im Ukraine-Konflikt? Wallström: Die Europäische Union spielt eine entscheidende Rolle im Ukraine-Konflikt. Die Aussicht auf eine EU-Mitgliedschaft ist eine starke Motivation für die Ukraine. Die EU-Länder und die Europäische Kommission haben die Ukraine umfassend unterstützt. Die Diskussion über die eingefrorenen russischen Vermögenswerte ist wichtig; es muss ein Weg gefunden werden, damit die Ukraine diese nutzen kann, ohne das Völkerrecht zu verletzen. Die Vereinten Nationen: Eine fragile, aber unverzichtbare Institution Die Vereinten Nationen feiern ihr 80-jähriges Bestehen. Sie sind die einzige globale Institution dieser Art. Es ist wichtig, ihre Erfolge und Errungenschaften anzuerkennen, aber auch ihre Fragilität und mangelnde Funktionsfähigkeit in der heutigen Zeit zu sehen, gerade wenn sie am dringendsten gebraucht wird. Angesichts existenzieller Bedrohungen, Kriege und Armut brauchen wir eine besser fu
Der Tod ist ein Tabu, und doch macht er alle Menschen gleich, denn Menschen müssen sterben. Aber wie blicken wir auf diesen Prozess des Sterbens und gibt es dazu auch andere Konzepte, als Palliativstationen? Die Philosophin und Autorin Dr. Lisz Hirn hat sich umfassend mit dem Thema des "guten Sterbens" auseinandergesetzt und wir sprechen über die Möglichkeiten, das Sterben besser und unverkrampfter in unser Leben zu integrieren. Auch der assistierte Suizid von Niki Glattauer beschäftigt uns bei diesem Gespräch. Hier könnt ihre euch das sehr lustige Youtube-Video ansehen, von "Mr. Death" (hier auf Deutsch, aber es gibt es auch im Original). Denn auch der Humor kann ein Weg sein, um mit dem Sterben besser umgehen zu lernen.
"So sind wir nicht, oder?" Zum Nationalfeiertag geht es um die große Frage, wie wir sind. Also stimmt es, wie Alexander van der Bellen nach dem Ibiza-Skandal meinte, dass wir eben nicht so sind oder sind wir eigentlich doch so – und ich freu mich, dass mit zwei spannenden Männern besprechen zu dürfen, die sich in ihrer aktuellen „Psycherl Analyse“ den Charakter von uns Österreicherinnen und Österreichern genau angesehen haben: Erwin Steinhauer und Fritz Schindlecker. Hier geht es zum aktuellen Buch
Wie leben Frauen auf den heimischen Bauernhöfen? Was treibt sie an, was lässt sie innovativ werden, wie viel "Me Time" gibt es? Zwei Bäuerinnen sprechen über ihre Ziele und Herausforderungen. Zwei ausgezeichnete Frauen, zwei Hofheldinnen 2025. "Eisbäuerin" Andrea Wiedner aus St. Kathrein am Offenegg und Heidi Kaufmann-Ferstl aus Trofaiach. Heidi übernahm bereits mit 18 Jahren den elterlichen Betrieb und hat einen Superstier gezüchtet. Seine "Kinder" sind über die ganze Welt verstreut, im Zuchtbusiness hat Heidi als Frau sich durchgesetzt. Andrea hat ihren Betrieb von Neben- auf Vollerwerb aufgerüstet und dafür die Kunst der Eisproduktion erlernt. Ach ja, und beide Frauen sind auch Mütter von jeweils zwei Kindern. Viel Spaß mit dieser bäuerlichen Inspiration!Hier geht es zum Artikel in der Kleinen Zeitung
Wechseljahre sind für alle Frauen ein Thema. Nur zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Wie Schauspielerin Naomi Watts in ihrem Buch "Jetzt schon?" erzählt, war es bei ihr mit nur 36 Jahren, andere kommen erst mitte 50 in diese Phase, wo sich der Körper von Frauen komplett umbaut. Elisabeth Pichler ist Geschäftsführerin von Gynial, einem Unternehmen für Frauengesundheit, und wir sprechen in dieser Episode über eine aktuelle Studie, die zeigt, wie groß das Tabu in Österreich und in der Steiermark noch ist. Und wie man es brechen kann. Buch-Empfehlung dazu: Woman on FirePodcast: "Menomio" mit Daniela Ullrich
Eine internationale Vergleichsstudie in 21 Ländern unter Beteiligung von Demografinnen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften zeigt: Frauen sind im Alter (50+) durchschnittlich weniger sozial integriert – besonders dort, wo viel Betreuungsarbeit auf ihnen lastet. Studienautorin Melanie Wagner erklärt im Podcast, woran das liegt, welche gesundheitliche und mentale Konsequenzen das hat und auch, wer in Europa ganz andere Zahlen in dem Bereich aufweist. Hier geht es zur Studie und hier geht es zum Datensatz der Share-Studie, aus deren Datensätzen auch die Grundlage für die Studie gezogen wurden.























