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Nerdfunk von Radio Stadtfilter
Nerdfunk von Radio Stadtfilter
Author: Radio Stadtfilter
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© Matthias Schüssler, Kevin Rechsteiner, Digichris
Description
Nerdfunk von Radio Stadtfilter: Immer live am Dienstagabend von 19:30 bis 20:00 Uhr auf www.stadtfilter.ch und hier als Podcast. Berichte, Reportagen, Gespräche aus der digitalen Welt. Mit Kummerbox live, der Show gegen Abstürze und Computerpannen, Tipps zur Digitalfotografie und einem Hang zu kreativen Themen.
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Im Internet ging in den letzten Jahren alles den Bach runter. Alles? Nein, nicht ganz. Eine mediale Neuerung, die vor zwanzig Jahren auf dem Plan erschien, konnte sich nicht nur halten, sondern prosperiert bis heute. Und ja, auch hier gibt es Vereinnahmungstendenzen der grossen Tech-Plattformen, kommerzielle Auswüchse und inhaltliche Fehlentwicklungen – doch denen zum Trotz haben wir es mit einer Erfolgsgeschichte zu tun.
Podcasts sind eine Bereicherung unseres Medienmixes. Radio 2.0 ist nicht bloss Dudelfunk, sondern Unterhaltung, Information und eine neue Form des Journalismus. Und dank dieser abonnierbaren Sendungen erfuhr die Audiosparte eine beträchtliche Aufwertung und konnte sich gegenüber dem omnipräsenten Internetvideo nicht nur behaupten, sondern zu einer eigenständigen Medienform entwickeln.
Das ist für uns Grund genug, dem Podcast in diesem Jubiläumsjahr ein Kränzchen in Form einer mehrteiligen Serie zu widmen. Zum Auftakt schauen wir zurück: Wie war das damals, als 2006 unser iPod plötzlich nicht nur Musik spielte, sondern auch zum Informationsvermittler mutierte?
Und ja, wir wissen schon, dass die Technologie schon ganz zu Beginn der Nullerjahre erfunden wurde. Aber vor 2006 kamen sie in Schwung – nicht zuletzt, weil auch der «Digitalk» als Vorläufer des Nerdfunks auf Sendung ging.
Die SRG hat den Kampf gegen die Halbierungsinitiative gewonnen. Auf diesem Sieg ausruhen kann sich der Service Public in der Schweiz nicht: Die Gebühren sinken dennoch, zwar nicht auf 200, aber auf 300 Franken. Ein rigides Sparprogramm mit Hunderten Entlassungen ist bereits angekündigt, und auch Medienminister Albert Rösti vertritt weiterhin eine harte Linie: Die Anliegen der Initiative müssten «ernst genommen» werden. Es drohen strengere Vorgaben bei der neuen Konzession mit weniger Sport und Unterhaltung und weniger Texte im Netz, um die Verleger gnädig zu stimmen.
Wir nehmen das zum Anlass, über die Zukunft der SRG zu diskutieren: Wie müsste sie sich aufstellen, um, wie während des Abstimmungskampfes gefordert, «dort zu sein, wo das Publikum heute ist»? Muss sie Abstriche beim Programm machen oder braucht es einen Schutz des Status Quo, wie es eine Online-Petition fordert?
Es gibt viel zu bereden: Müsste sich die SRG zu einer Plattform wandeln, um zukunftsfähig zu sein? Liegt der Schlüssel für den Erfolg in der Zusammenarbeit mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland und Österreich – und wie lang schauen wir überhaupt noch lineares Fernsehen?
Wer hätte das gedacht? Apple bringt mit dem Macbook Neo einen Laptop für knapp 600 Franken in die Läden und verunsichert die Konkurrenz – gemäss Asus-Chef sei das ein «Schock für den ganzen Markt». Ist das übertrieben oder tatsächlich die neue Preismarke, an der man sich als Computerkäufer oder -käuferin im Einsteigerbereich heute orientiert?
Eine Steilvorlage für uns, für Klarheit zu sorgen: Was gilt es zu beachten, wenn ein neuer Computer angeschafft werden soll? Welche Bauform und Bildschirmgrösse wären zu empfehlen, wie viele Gigabytes braucht das Speichermedium und wie viele Anschlüsse sind optimal? Muss es ein «AI PC» sein oder tut es auch ein völlig normales Modell? Nüchterne Kaufempfehlungen mit dem Blick aufs Wesentliche!
Matthias und Kevin tauchen tief in die Welt der Retro-Produkte ein. Warum kommen so viele Produkte im Design der 70er und 80er Jahre zurück auf den Markt? Ist es die Sehnsucht nach einer einfacheren Zeit, der Wunsch nach haptischen Erlebnissen oder schlichtweg cleverer Kapitalismus?
Wir diskutieren über Casio-Uhren und warum junge Leute heute wieder digitale Klassiker aus den Achtzigern tragen. Was hat es mit IKEA «Nytillverkad» auf sich? Warum kommen die wirklich hässlichen orange-braunen Muster der Siebziger zurück? In der Fotografie verstehen wir, worin der haptische Reiz einer Kamera wie der Nikon Zfc besteht, die sich auf die manuelle Bedienung konzentriert – und warum Leute mit Film und Entwicklungsbädern gegen die Flut der digitalen Bilder aus Smartphones und KI ankämpfen.
Im Bereich des Audio-Designs untersucht Kevin den Einfluss von Design-Ikonen wie Dieter Rams und modernen Synthesizern von Teenage Engineering.
Australien führte am 10. Dezember 2025 als erstes Land weltweit ein Gesetz ein, das Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren eigene Konten bei vielen grossen Social-Media-Plattformen verbietet. Zahlreiche Nationen erwägen, ebenfalls solche Gesetze einzuführen. Auch in der Schweiz gibt es eine solche Diskussion, allerdings mit weniger Begeisterung als in Frankreich, Grossbritannien, Indonesien, Malaysia, Neuseeland und Spanien.
Trotzdem fragen wir: Wäre das eine Methode, die Jugendlichen effektiv zu schützen? Oder ist es im Gegenteil bloss eine Scheinlösung, die den Betroffenen ihre Mitsprache nimmt – und obendrein verhindert, dass sie rechtzeitig eigene Medienkompetenz aufbauen können?
Wir diskutieren diese Fragen und stellen eine provokative These in den Raum: Wie wäre es, wenn die sozialen Medien – und alle, die sich dort aufhalten – sich so aufführen würden, dass auch Kinder sich nicht gefährdet fühlen müssen?
Was kann schiefgehen, wenn man sich den Posteingang von einer KI aufräumen lässt? Antwort: Alles. Ausgerechnet eine Sicherheitsforscherin bei Meta hatte die Idee, sich vom viel zitierten KI-Agenten OpenClaw beim Aufräumen ihres Postfachs helfen zu lassen. Doch die künstliche Intelligenz ging nicht sehr behutsam an die Sache heran, sondern begann eine wilde Löschaktion. Um ihre Kommunikation zu retten, musste Summer Yue zu ihrem Mac Mini rennen und eingreifen, als «sei sie ein Bomben-Entschärfungskommando».
Hätte man dieses Risiko nicht vorausahnen können? Diese Frage diskutieren wir in der heutigen Ausgabe von Patch Tuesday. Ausserdem besprechen wir den möglicherweise wegweisenden Prozess gegen Social-Media-Unternehmen in Los Angeles, das mögliche Sterben der Marke XBox und Ransomware im Gesundheitswesen.
Noch im alten Jahr wurde der «Digital Independence Day» (DID), respektive der «digitale Unabhängigkeitstag» (DUT) ausgerufen.
Am 39C3-Kongress des Chaos Computer Club in Hamburg erklärte Bestseller-Autor Marc-Uwe Kling, wie diese Revolution funktionieren soll: An jedem ersten Sonntag im Monat überlegen sich Teilnehmer und Teilnehmer, wie und wo sie die Abhängigkeit der Tech-Konzerne reduzieren könnten – indem X durch Mastodon ersetzt wird, Whatsapp Signal oder Threema weichen muss, statt der Google-Suchmaschine Ecosia oder Duck Duck Go zum Zug kommt und die Mediathek der öffentlich-rechtlichen Medien die Rolle von Amazon und Netflix übernimmt.
Es soll eine entspannte Revolution werden, bei der kein Blut fliesst – aber dafür idealerweise deutlich weniger Geld über den grossen Teich zu den Tech-Oligarchen. Wir diskutieren diese Initiative, geben unsere eigenen Tipps ab und fragen uns, ob hier reine Idealisten am Werk sind oder ob der Zug schon abgefahren ist.
Sind Pokémon-Sammelkarten noch eine Nische oder sind sie schon im Mainstream angekommen? Was irgendwann mal auf dem Schulplatz angefangen hat, ist mittlerweile zu einem weltweiten popkulturellen Phänomen angewachsen. Ein Schatz – eine seltene Karte – kann mehrere tausend Dollar wert sein.
Seit ihrer Einführung in den späten 1990er-Jahren wurden Milliarden Karten gedruckt, internationale Turniere organisiert und spektakuläre Auktionserlöse erzielt. Was ist das Erfolgsrezept? Vermutlich, dass Nostalgie, spielerischer Wettbewerb und reale Verdienstmöglichkeiten aufeinandertreffen. Wir versuchen, diesem Phänomen auf den Grund zu gehen, auch wenn es längst nicht alle Teammitglieder (Matthias) verstanden haben.
Websites, Shops und auch Geräte wie Drucker oder Smarthome-Gadgets sind oft voller Absicht auf schlechte Benutzerfreundlichkeit ausgelegt. Die Betreiber und Hersteller bringen uns mit Gestaltungstricks, manipulativen Formulierungen, undurchsichtigen Prozessen und konzeptionellen Finten dazu, Dinge zu tun, die unseren Interessen und Absichten widersprechen: Wir tätigen Impulskäufe, entscheiden uns für überflüssige Zusatzoptionen, schliessen versehentlich Abos ab oder tippen unabsichtlich ein Werbebanner an.
Diese Methoden nennen sich Dark Pattern: Sie sind eigentlich verboten oder bewegen sich in einem rechtlichen Graubereich – und dennoch sind sie allgegenwärtig. Wir betreiben Aufklärung und erläutern, wie die Muster funktionieren, wie man sie erkennt und mit welchen Massnahmen wir es schaffen, uns den Manipulationsversuchen zu entziehen.
Das Jahr ist noch jung, aber in der digitalen Welt hat sich einiges getan: In Schwyz erbeuten Betrüger mittels eines sogenannten CEO-Fraud einen Betrag in Millionenhöhe. Ist die KI schuld oder die Naivität der Opfer?
Ausserdem kooperiert Apple mit Gemini, um Siri und Apple Intelligence zu verbessern. Ist das das Eingeständnis, dass der iPhone-Konzern die künstliche Intelligenz selbst nicht auf die Reihe bekommt.
Ausserdem feiert Wikipedia den 25. Geburtstag und steht wegen KI und der gesellschaftlichen Spaltung unter Druck. Und am Kongress des Chaos Computer Club in Hamburg rief Bestseller-Autor Marc-Uwe Kling den digitalen Unabhängigkeitstag aus. Ist das eine ernst zu nehmende Initiative oder zum Scheitern verurteilter Aktivismus?
Und da das Stichwort Apple bereits fiel: Ist das neue «Creator Studio Bundle» der Moment, wo die Software-Abonnements endgültig gewonnen haben – oder eine Gelegenheit, Pages, Numbers, Keynote und den anderen Anwendungsprogrammen aus Cupertino endgültig den Rücken zuzukehren?
Jürg Schlienger ist Dozent und Ausbildner und er bezeichnet sich selbst als «KI-Enthusiasten» und «Übermorgengestalter». Sein Fachbuch mit dem Titel «Grundlagen der künstlichen Intelligenz» hat den Anspruch, die KI verständlich zu machen, ohne dass man gleich ein Informatikstudium absolvieren müsste. Er erklärt, wie die KI funktioniert, was sie kann – und wo die Grenzen liegen. Wir sprechen mit ihm über seine Erfahrungen mit der KI und fragen nach seinen Tipps im Umgang mit dieser neuen Kulturtechnik.
Wir starten mit steilen Thesen ins neue Jahr: Wir spekulieren darüber, welche Wendungen die Computerhistorie nehmen könnte. Wir lassen uns von gewissem Wunschdenken beeinflussen, loten Horrorszenarien aus – aber wir bleiben auf dem Boden des Möglichen. Das heisst, nein, leider wird auch in dieser Sendung Apple nicht in ein basisdemokratisch organisiertes Entwicklerkollektiv umgewandelt, Mark Zuckerberg nicht zusammen mit Elon Musk auf dem Mars ausgesetzt, Twitter wird nicht liquidiert, ChatGPT nicht nur noch in Züritütsch angeboten und Clouddienstleistungen auch nicht bei Gefängnisstrafe verboten.
Hingegen postulieren wir, dass sich der Widerstand gegen die künstliche Intelligenz formieren wird, die KI-Blase platzt, die Konzerne mehr Geld mit ihren Sprachmodellen scheffeln wollen und der Frust bei der Datenschutz-bewussten Bevölkerung rasant anwächst. Und dass die UKW-Querelen weitergehen.
Falls ihr eigene Prognosen habt, teilt sie uns mit. Wir kommen in einer der künftigen Sendungen gern auf sie zurück.
Jetzt ist es soweit: 2025 ist fast überstanden und unser Realitätsabgleich biegt auf die Zielgerade ein. Doch bevor ihr unsere Auf- und Absteiger des Jahres erfahrt, müsst ihr noch einige unangenehme Dinge über euch ergehen lassen. Bei den digitalen Inhalten haben wir zwar einige tolle Top-Nennungen zu bieten. Sie wiegen die Klagen und Sorgen aus dem Flop-Bereich bedauerlicherweise nicht ansatzweise auf: Das Streaming, der AI Slop, die Enshittification und Weltwoche Daily – das Elend kennt kaum ein Ende.
Auch die Absteiger von 2025 verderben uns kurzfristig die fröhliche Stimmung. Unser Jahresrückblick lässt keinen Zweifel daran, dass 2025 viele Wendungen zum Schlechteren brachte und als ungewöhnlich düster in die Geschichte eingehen wird. Können die Aufsteiger so ausreichend Optimismus für einen angenehmen Ausklang des Jahres verbreiten? Ja, denn auch die kleinen Dinge machen Spass und beweisen, dass nicht alles schlechter wurde.
Und wie immer ist unsere grösste Freude, mit euch auf 2026 anzustossen. Wir wünschen einen guten Start und freuen uns, wenn ihr uns in unserem 17. Jahr die Treue haltet. Nebenbei bemerkt, dauert es nur noch zwölf Monate, bis wir volljährig sind. Wie sich das aufs Programm auswirken wird, ist völlig offen.
Gute Software funktioniert einfach – und fällt daher nicht auf. Trotzdem haben wir es geschafft, unsere Rubrik der Top-Apps mit hochkarätigen Nominierungen zu bespielen: Ein ganzes Dutzend an Vorschlägen für solide, zuverlässig arbeitende Programme bringen wir zusammen, die sich sehen lassen können. Doch wie üblich in unserem Jahresrückblick loben wir nicht nur, sondern kritisieren auch. Und dieses Jahr gibt es einiges zu kritisieren – denn allein die KI erzeugt softwaremässig jede Menge Kollateralschäden.
Das ist nicht alles, was die zweite Folge unseres digitalen Realitätsabgleichs zu bieten hat. Wir behandeln auch die Höhepunkte und Abschiffer von 2025 aus dem Web. Und unsere Tops sind (mit etwas Glück) auch für euch eine echte Fundgrube.
Es ist wieder so weit: Die beliebteste Rubrik aus dem Nerdfunk ist am Start. Wir läuten die Feiertage mit dem ersten Teil unseres dreiteiligen Jahresrückblicks ein. Wie üblich lassen wir das Jahr anhand unserer bewährten Kategorien Revue passieren und beginnen mit unseren Lieblings-Gadgets des Jahres. Die Auswahl ist wie immer überraschend, vielfältig und teilweise fragwürdig.
In diesem Jahr zeigt sich noch deutlicher als in früheren Jahren, dass uns oft nicht die Geräte aus dem Luxussegment in den Bann schlagen, sondern dass der Charme von Low-Tech, die Nachhaltigkeit und Reparierbarkeit uns in den Bann schlagen.
Nebst den tollen Gadgets kommen auch die Flops zum Zug: Das sind Gerätschaften, die von ihren Herstellern vernachlässigt und darum nicht mehr benutzt werden können. Auch eine ständige Quelle für Frust: Zu komplexe, fehleranfällige, viel zu hogezüchtete und zu indiskrete elektronische Utensilien.
Und ja, für die fehlende Mikrofondisziplin entschuldigen wir uns: Nächste Woche wird weniger in die Jingles gequatscht.
In unserer letzten regulären Sendung vor dem Jahresende besprechen wir die wichtigsten Themen, die die digitale Welt davon abhalten, vorzeitig in Ferienstimmung zu verfallen: Elon Musk will die EU abschaffen, weil sie Twitter (X) eine Millionenbusse aufbrummt. Australien verbietet die sozialen Medien für Jugendliche und scheint dabei einen Nerv zu treffen – auch andere Länder überlegen sich, ähnliche Gesetze einzuführen. Ist das sinnvoll oder bloss eine Scheinlösung, die allerlei Probleme nach sich zieht – zum Beispiel die des Altersnachweises?
Und schliesslich: Was ist eigentlich bei Apple los? Wichtige Leute räumen ihre Posten und die Stimmen mehren sich, der langjährige Chef plane seine Pensionierung. Wie würde die Ära nach Tim Cook ausehen?
In einer Woche beginnt unser Jahresfinale: Wir starten mit der ersten Folge unseres dreiteiligen digitalen Realitätsabgleichs – unseres grossen Jahresrückblicks zu Gadgets, Apps, den Highlights und Abstürzen im Web und natürlich den Auf- und Absteigern von 2025.
Weihnachten steht vor der Tür. Wir haben eine Anleitung, wie man die Weihnachtstage überstehen kann und welches Pflichtprogramm dazu gehört – vom Essen, über die Filme bis zur Familienberatung in digitalen Belangen: Natürlich mit Tipps, was gut ankommt und was dem Nerd von Welt die Weihnachtslaune verdirbt. Heute zu hundert Prozent KI-frei!
Die Analyse ist überaus düster, die Martin Andree in seinen beiden Büchern (Big Tech muss weg! und Krieg der Medien) zeichnet. Der Kölner Medienwissenschaftler beschreibt, wie die grossen Tech-Unternehmen das Internet vereinnahmt haben und mittels Algorithmen die Meinung steuern und zu einer grossen Gefahr für die freie Meinungsbildung, den Journalismus und die Demokratie geworden sind. Ihnen ist es gelungen, sich zu einem grossen Teil gegen Kritik zu immunisieren, weil die Kritiker selbst auf die Plattformen angewiesen sind und fürchten, durch zu harte Urteile abgestraft zu werden.
Es kommt hinzu: Europa ist technologisch von den USA abhängig. Und wie sich 2025 deutlich zeigte, wird diese Abhängigkeit ausgenutzt: Die Allianz aus «Dark Tech», wie Andree sie nennt, und den Populisten in der Trump-Regierung sieht Regulierungsversuche als feindlichen Akt.
Als Fortsetzung des Nerdfunks 773 reden wir darüber, ob sich das freie Netz noch retten lässt oder ob die Vereinnahmung unumkehrbar ist. Andree ist pessimistisch und sieht die Chance bereits als gering an. Als vielversprechendsten Weg beschreibt er einen «demokratischen Aufstand Europas», bei dem der digitale Feudalismus durch demokratische Strukturen kontrastiert würden.
Wir diskutieren die Massnahmen, bewerten die Chancen und überlegen uns, ob wir uns auf eine Zukunft einstellen müssen, in der eine kleine, aber wirtschaftlich annähernd irrelevante Gegenkultur die einzige Opposition gegen die Tech-Konzerne bilden wird.
Es gibt zwar keine Studien, mit denen sich die Entwicklung beweisen liesse. Doch der Trend scheint klar: Immer mehr Arbeit verlagert sich von lokal installierten Programmen in die Cloud. Unter Windows, am Mac und am Linux-Computer verbringen wir die allermeiste Arbeitszeit im Browser und in der Cloud.
Die bunte Vielfalt an Programmen ist weitgehend überflüssig. Und die einst lebendige Shareware- und Freeware-Szene wirkt wie ein Relikt aus vergangener Zeit. Sogar bei den App-Stores für die Mobilgeräte tut sich nicht mehr viel – mit Ausnahme vielleicht der Games.
Wir analysieren, blicken zurück und geben Tipps zu dem Programm, das von dieser Entwicklung profitiert – dem Browser.
Es gibt einige Leute, die dem offenen, unabhängigen Internet das Totenglöcklein läuten: Medienwissenschaftler Martin Andree bezeichnete das Web in seinem Buch «Big Tech muss weg!» 2023 als riesigen Friedhof. Und dieser Tage geben Verlagsmanager die Parole aus, zum Überleben müssten die Medien die Mechanismen von Google, Meta und Tiktok kopieren und selbst zu «Silos» werden – also zu grossen Plattformen, die das Publikum möglichst lange binden.
Sind das Panikmacher – oder steht es so schlimm? Wir versuchen, anhand unserer eigenen bescheidenen Möglichkeiten einen Eindruck davon zu bekommen, ob es den Tech-Konzernen tatsächlich gelungen ist, unsere Aufmerksamkeit zu monopolisieren. Wir klären ab, ob die Gen Z mit ihrer Tiktok-Hörigkeit alles noch viel schlimmer macht, wie manche behaupten. Und wir diskutieren die Vorschläge Martin Andrees, wie sich das Netz vielleicht doch noch retten lässt.























