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Ukraine Report – Der Interview Podcast
Ukraine Report – Der Interview Podcast
Author: Podimo
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Description
Willkommen beim Ukraine Report, der Podcast, der Menschen eine Stimme verleiht, die vom Krieg betroffen sind, sich engagieren und berichten.
Hier kommen Geflüchtete genauso zu Wort, wie Menschen, die noch im Land sind. Helfende erzählen aus erster Hand, genauso wie JournalistInnen und Angehörige in Deutschland und Europa. Die Menschen, beschreiben aus ihrer Perspektive Erfahrungen, die sie selbst erlebt haben. Es sind ihre Geschichten, die wir hier teilen wollen.
Triggerwarnung: Die Erlebnisse, die hier geschildert werden, berichten von dem unfassbaren und realen Leid, das ein Krieg verursacht. Gib auf dich acht, und höre diesen Podcast nur, wenn du dich dazu in der Lage fühlst.
Podimo Spendenaktion
Podimo hat eine Spendenaktion für das Rote Kreuz ins Leben gerufen, um Betroffenen in der Ukraine zu helfen. Wenn auch du dich einbringen möchtest, klick auf diesen Link und trage mit deiner Spende einen wertvollen Teil zur Unterstützung bei: https://donate.rodekors.dk/participant/donate-to-the-civillians-of-ukraine
Hier kommen Geflüchtete genauso zu Wort, wie Menschen, die noch im Land sind. Helfende erzählen aus erster Hand, genauso wie JournalistInnen und Angehörige in Deutschland und Europa. Die Menschen, beschreiben aus ihrer Perspektive Erfahrungen, die sie selbst erlebt haben. Es sind ihre Geschichten, die wir hier teilen wollen.
Triggerwarnung: Die Erlebnisse, die hier geschildert werden, berichten von dem unfassbaren und realen Leid, das ein Krieg verursacht. Gib auf dich acht, und höre diesen Podcast nur, wenn du dich dazu in der Lage fühlst.
Podimo Spendenaktion
Podimo hat eine Spendenaktion für das Rote Kreuz ins Leben gerufen, um Betroffenen in der Ukraine zu helfen. Wenn auch du dich einbringen möchtest, klick auf diesen Link und trage mit deiner Spende einen wertvollen Teil zur Unterstützung bei: https://donate.rodekors.dk/participant/donate-to-the-civillians-of-ukraine
30 Episodes
Reverse
Die Tattoo- und Grafik-Künstlerin Oxana, 25, verlässt ihre Heimat Lviv schon wenige Tage nach Kriegsbeginn. Ihre Hündin Buchla ist ihr auf der anstrengenden Flucht immer wieder eine Stütze. Ihr Plan, nach Berlin zu kommen ist älter als der Kriegsausbruch. In Schöneberg lebt sie in einer WG mit zwei befreundeten Russen, beide unterstützen Oxana, Hilfsgüter für die Heimat zu sammeln. Die junge Kosmopolitin ist tief verwurzelt in der alternativen Kunst- und Musikszene der Stadt und flüchtet sich so oft sie kann in lange Berghain-Nächte.
Der Nigerianer Paul, 26, studiert vor dem Krieg in Kyjiw. Hier verliebt er sich in die Ukrainerin Veronika, 29. Als die Invasion beginnt, ist er gerade in Mariupol um seine Aufenthaltsgenehmigung zu verlängern, Veronika ist Kyjiw. Entgegen aller Widerstände schaffen sie es gemeinsam an die Grenze. Hier heißt es "Frauen und Kinder zuerst" - doch dahinter steckt was anderes: Paul findet sich in einer Gruppe von POC wieder, sie sollen für ihre Ausreise Geld zahlen.
Für Zhenja (40) war es die schwerste Entscheidung ihres Lebens, die Ukraine zu verlassen und ihre Eltern zurückzulassen. Aber wegen ihrer Töchter (10 und 8) musste sie weg. Die beiden hatten solche Angst, dass sie nicht mehr raus wollten zum Spielen, obwohl es in dem Dorf ihrer Eltern noch relativ ruhig war. In Berlin angekommen wollen ihre Töchter gern hierbleiben. Aber die Kunsthistorikerin hat ein Angebot in Italien an der Bewahrung des ukrainischen Kulturerbes mitzuarbeiten. Ihre "Reise" geht also weiter.
Lada ist seit über 30 Jahren sowohl in der Ukraine als auch international als renommierte Mediatorin tätig. Trotz des russischen Angriffs auf Kyjiw möchte sie eigentlich in der Ukraine bleiben. Doch durch den Krieg kann sie ihre lebensnotwendige Krebstherapie in der ukrainischen Hauptstadt nicht fortsetzen. Sie entscheidet sich, das Land zu verlassen und kommt in ein Dorf in Brandenburg. Unterstützt wird sie von ihrer Schwester und Nichte sowie deren 7-jährigem Sohn, welche Lada nach Deutschland begleiten.
Nachtrag: Nachdem sich Ladas Gesundheitszustand kurzfristig verschlechtert hat, ist sie am 14. April 2022 verstorben.
Mit ausdrücklicher Genehmigung ihrer Familie, die unser tiefes Mitgefühl hat, haben wir uns entschieden, die Episode weiter zugänglich zu lassen.
Max, 40, und Elena, 31, leben mit ihren beiden Töchtern (10,11) in Kyjiw als Patchworkfamilie. Als der Krieg ausbricht, ist die Tochter von Max gerade bei der Mutter. Jetzt rücken sie zusammen und finden sich mit der Ex-Frau von Max, deren neuem Partner und den Kindern in einem Auto wieder - auf der Flucht Richtung Westen.
Anfang März flüchtet Viktoria (37) mit ihrer 14-jährigen Tochter aus Kyjiw nach Frankfurt (Oder). Ihr 17-jähriger Sohn weigert sich die Ukraine zu verlassen. Er zieht stattdessen zu seiner an Brustkrebs erkrankten Tante in den Westen des Landes. Auch Viktorias Mutter ist vor Ort geblieben und will ihren Beitrag zum Sieg der Ukrainer:innen beitragen. Viktoria versucht indessen sich ein Leben in Frankfurt aufzubauen. Trotzdem will sie irgendwann wieder zurück nach Kyjiw und beim Wiederaufbau helfen.
Charkiw, die zweitgrößte Stadt der Ukraine, wird seit Ausbruch des Krieges immer wieder von russischen Truppen angegriffen. Ihors (23) Vater darf das Land nicht verlassen, seine Mutter ist gemeinsam mit seinem Bruder nach Frankfurt (Oder) geflüchtet. Ihor macht die russische Bevölkerung mitverantwortlich für den Krieg - sollte seine Heimatstadt von Russ:innen besetzt werden, würde er nur mit einer Waffe zurückkehren. Ein Gespräch über die Folgen des Krieges, Radikalisierung und die Ängste von Ukrainer:innen.
Ludmila und ihre Schwägerin Natascha wollten in ihrer Stadt Chernihiv, im Nordosten von Kyjiv bleiben. Nacht für Nacht sind sie in den Keller gegangen, um sich vor den Raketenangriffen zu schützen. Mit ihnen Ludmilas Tochter (13) und die Enkelkinder von Natascha. Bis ihnen ihre Männer sagten, ihr könnt hier nicht mehr bleiben und sie kurzerhand ins Auto setzten, um sie aus der Stadt zu bringen. Unter andauerndem Beschuss haben sie es raus geschafft. Das Erlebte ist für sie so gut wie nicht zu verarbeiten.
Artjom (30) kam mit seiner Mutter als er 4 Jahre alt war nach Berlin. Damals sind sie nicht vor Krieg, sondern vor schlechten Lebensbedingungen geflohen. Als der Krieg ausbrach, war für ihn gleich klar, dass er was tun will. Am Hauptbahnhof in Berlin sammelt er Ankommende ein und organisiert Unterkünfte für sie. Um die 150 Leute sind dank seiner mittlerweile untergekommen. In Hamburg, Dresden und Berlin.
Für Svitlana war von Anfang an klar: "Wenn ich die Ukraine wegen des Krieges verlasse, dann nur wenn ich auch im Ausland arbeiten kann." Rumsitzen kommt für die 22-jährige nicht in Frage. Nachdem sich die Möglichkeit anbot, in Norddeutschland zu arbeiten, verließ sie ihre Heimatstadt Poltawa. In Deutschland angekommen, denkt Svitlana oft an Charkiw, die Stadt, in der sie sechs Jahre lang studierte und die jetzt von russischen Soldaten bombardiert wird. Doch vor allem vermisst sie ihren Freund, der in der Ukraine bleibt. Kurz vor Svitlanas Abschied haben die beiden geheiratet.
Echo Moskwy gehörte mehr als 30 Jahre zu den populärsten unabhängigen Medien in Russland. Der Sender hatte auch kritisch über den Krieg in der Ukraine berichtet. Am 4. März wurde der Betrieb komplett eingestellt. Ivan arbeitete 6 Jahre für den kremlkritischen Sender, aus Sicherheitsgründen hat er Russland inzwischen verlassen. Ob er nach Russland zurückkehren wird, ist ungewiss.
Olja, 39 ist allein mit ihren drei Kindern (9,11,13) geflüchtet. Tagelang waren sie unterwegs, immer wieder völlig überfordert und ratlos wie es weiter gehen soll. In Berlin war schon ihre Tante Lena angekommen, mit ihr und anderen Frauen aus Chernihiv lebt sie jetzt in einer Gartenlaube in einer Kleingartenkolonie. Es fällt ihr schwer ihren Kindern zu erklären was passiert. Sie weiß ja selbst nicht wie es weiter geht.
Patrick, 28 arbeitet seit 4 Jahren in der Hilfe für Geflüchtete für unterschiedliche Organisationen und Vereine. Eigentlich sorgt er auf Lesbos für die Logistik bei der Versorgung der in dortigen Lagern seit Jahren gestrandeten Geflüchteten. Als der Krieg in der Ukraine begann, ist er gleich hin, um mit anderen dort ein Versorgungsnetzwerk aufzubauen. Patrick ist wütend über die Einteilung Flüchtender in die, denen jetzt sofortige Hilfe zukommt und jene, die die EU nicht haben will.
Lena, 50 war bei Ausbruch des Krieges als Arbeitsmigrantin in Litauen. Weil ihr Arbeitsvertrag gerade abgelaufen war und sie nicht nach Hause zurück konnte, beschloss sie nach Deutschland zu Verwandten zu fliehen. Auf dem Weg kam von denen die Nachricht, dass sie sie doch nicht aufnehmen könnten. So landete Lena am Berliner Hauptbahnhof und wurde von Artëm mitgenommen, der Berliner mit ukrainischen Wurzeln hat gleich in den ersten Tagen nach Kriegsbeginn viele Leute bei sich untergebracht. Jetzt hat er Lena und anderen Frauen aus Chernihiv in einer Berliner Kleingartenkolonie eine Datsche für zwei Monate als Obdach organisiert.
Vova ist Kameramann für Spielfilme und Werbung. Er lebt mit seiner Freundin in Kyjiv. Studiert hat er an der HFF Potsdam Babelsberg. Als die Revolution auf dem Maidan begann war er weit weg in Berlin. Zu Beginn des Krieges war für ihn klar, er bleibt in Kyjiv. Dort kümmert er sich jetzt um seine Oma und Mutter und hofft zu überleben.
Yarik, 35, war mit seiner Familie gerade auf einer Reise nach Berlin, als
der Krieg begann. Obwohl sie sich dort in Sicherheit befinden, beschliesst
Yarik allein in die Heimat zurckzukehren, um seinen Beitrag gegen die
Not zu leisten. Er kommt zurck in ein Land, dass er so nicht kannte.
Karina ist 32 und lebt seit 10 Jahren in Berlin, fast ihre gesamte Familie ist noch in Odessa. Ihre Abmachung lautet: Täglich ein Lebenszeichen senden. Karina ärgert sich, dass die Stimmen der Ukrainer*innen in den deutschen Medien kaum Gehör finden und findet es belastend, dass sie vielen russischen Freunden erklären muss, was gerade los ist. "Es ist erschreckend, aber der Alltag kehrt zurück."
Oleksii's Leben in Deutschland beginnt vor 8 Jahren mit einem Masterstudium in Frankfurt (Oder). Seit 2016 arbeitet er im Deutschen Bundestag. Ursprünglich kommt er aus Kyjiw. Seine Eltern verlassen Anfang März die ukrainische Haupstadt und wohnen derzeit in Brandenburg. Weitere Angehörige und Freunde sind weiterhin in der Ukraine. Oleksii erzählt von der Flucht seiner Eltern und wie ihn der Krieg persönlich verändert hat.
Katya, 25, ist gelernte Kuratorin, Kunstkritikerin und Journalistin. Doch seit Kriegsbeginn ist sie vor allem damit beschäftigt, die Ankunft der vielen Geflüchteten in Ushhorod zu koordinieren. Acht Jahre lang lebte und arbeitete Katya in Kyjiw, doch schon im Dezember beschloss sie in ihre Heimatstadt Ushhorod nach Transkarpatien in die Westukraine zurückzukehren. Nun ist sie unsicher, ob sie vor Ort weiterhelfen oder das Land verlassen will.
Jana, 43, lebt mit ihren 3 Kindern (3,11,19) in St. Petersburg. Sie findet schrecklich was in der Ukraine und ihrem Land passiert, spricht das Wort Krieg - wie von Putin verlangt - aber nicht aus. Sie leidet unter den Sanktionen, hat Angst vor der Regierung und versucht uns zu vermitteln, warum das russische Volk nicht die Mentalität hat zu protestieren und dass sich nichts ändert, solange der Westen die Mentalität ihres Volkes nicht versteht.



