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Kassenzone | CEO Interviews
Kassenzone | CEO Interviews
Author: Alexander Graf & Karolin Junker De Neui
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Description
Kassenzone.de analysiert E-Commerce Strategien und Geschäftsmodelle. Wöchentlich sprechen Gründer und CEOs von Händlern, Marken und Herstellern über ihr Geschäftsmodell und die eigene E-Commerce Strategie. Die Gäste werden befragt Karo Junker de Neui, Geschäftsführerin von Etribes und
von Alexander Graf, Geschäftsführer & Gründer von Spryker Systems.
von Alexander Graf, Geschäftsführer & Gründer von Spryker Systems.
682 Episodes
Reverse
Anthropic hat seinen Börsenprospekt (S-1) veröffentlicht. Das Wachstum ist enorm, die Kunden zahlen jedes Jahr deutlich mehr, und das letzte Quartal war operativ profitabel. Florian Heinemann (Project A) hält Anthropic für eine großartige Firma. Er zweifelt trotzdem, ob die Bewertung hält. Billigere Open-Weight-Modelle aus China holen auf. Router wie OpenRouter und Langdock machen Modelle austauschbar. Und es gibt kaum Netzwerkeffekte. Was bleibt da von 60 bis 85 % Bruttomarge?
Außerdem in dieser Folge:
a) Was würde Florian tun? Soll man das Abfindungsangebot von Microsoft annehmen? Durfte Audi-Chef Döllner mit Trump auf die Bühne?
b) Ersetzt KI Software-Budgets oder Personalbudgets? Und warum entlassen KI-Firmen ihre Entwickler nicht, sondern bauen einfach mehr?
c) KI-Steuer: gut gemeint, aber was genau wird besteuert, wenn eine Konferenzgrafik nur noch 1 € kostet?
d) Was würde Florian als Herausforderer von Anthropic tun? Sich auf Nischen und Branchen konzentrieren, Preise am Personalbudget der Kunden ausrichten oder wie Thrive Holdings Firmen gleich selbst kaufen.
e) Ben Thompson und das Ende des offenen Internets: Wird jeder Gruppenchat zur Vertriebsplattform für eigene Apps?
f) Fake-Profile auf Instagram: Warum Meta sie nicht in den Griff bekommt und was das Finanzfluss-Urteil ändert
g) Europa-Park und Christian Wolf: Der Freizeitpark findet keinen Strom mehr für neue Hotels, Christian Wolf erreicht mehr Menschen als alle Medien in Schleswig-Holstein zusammen.
h) Energie-Stammtisch: Merit Order, Netzkosten, Smart-Meter-Quote (5 % bei uns gegen 100 % in Skandinavien), Atomkraft nach französischem Vorbild und ob Rechenzentren in Norddeutschland eine Chance haben
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Wer schon mal durch eine Waschstraße gefahren ist, hat igus-Technik gesehen: Die Energiekette oben am Rand, die Kabel und Wasserschläuche führt, kommt aus Köln. igus stellt „Motion Plastics“ her. Das sind Gleitlager, Energieketten und Leitungen aus Kunststoff für alles, was sich bewegt, und zwar ohne Schmierung. Damit macht das Unternehmen 1,1 Milliarden Euro Umsatz, mit 5.800 Mitarbeitenden in 38 Ländergesellschaften.
Ich hatte CEO Artur Peplinski auf der DMEXCO 2026 bei mir im Podcast-Bus. Für ein deutsches Industrieunternehmen ist seine Vertriebsstrategie erstaunlich modern. Bei igus ist ein Produkt nur dann ein Produkt, wenn es drei Bedingungen erfüllt: Es verbessert die Technik oder senkt die Kosten, es ist online konfigurierbar und es ist ab Lager lieferbar. Die ersten Konfiguratoren gab es schon in den 90ern auf Diskette und CD-ROM. Heute sind über 40 online, und sie berechnen sogar die Lebensdauer, gestützt auf 6.000 Tests pro Jahr im eigenen Labor. Eine Mindestbestellmenge gibt es nicht. Wer zwei Gleitlager braucht, bestellt zwei. Trotzdem stellt igus gerade weltweit 120 zusätzliche Leute im Außendienst ein, dazu Content Creators.
Wir sprechen außerdem über:
350 Mio. € Investitionen am Standort Köln und warum Arthur trotzdem ambivalent auf Deutschland schaut
800 Spritzgussmaschinen, Energiekosten und warum neue Maschinen 40–50 % weniger Strom brauchen
US-Zölle zwischen 15 und 50 % und warum die USA viele Präzisionsteile gar nicht selbst fertigen können
China als größten igus-Markt: neues Werk in Shanghai mit 75.000 m², hunderte Nachahmer und Vertrieb über WeChat
Warum Artur „absolut begeistert“ aus China zurückkommt
Kunststoff und Nachhaltigkeit: Was die „gute Seite der Kunststoffe“ sein soll
Ein schmierfreies Lager gegen die Enten auf meinem Badesteg
Am Ende stelle ich die Frage, ob der nächste igus-CEO aus China kommen könnte. Arturs Antwort: „Ich würde es nicht ausschließen.“
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Bis 2022 wurden Rolex Daytona und Patek Nautilus auf Chrono24 zum dreifachen Ladenpreis gehandelt, mit Wartelisten von bis zu zehn Jahren. Dann kam die Zinswende und der Markt brach ein. Mit Chrono24-Gründer Tim Stracke spreche ich darüber, wo der Luxusuhrenmarkt heute steht. Er sieht seit sechs bis neun Monaten wieder eine stabile Erholung.
Die Zahlen zeigen eine paradoxe Lage. Die Schweizer Uhrenexporte sinken nach Stückzahl seit zehn Jahren um fünf bis zehn Prozent pro Jahr, und Rolex hat die Produktion wohl um rund zehn Prozent gedrosselt. Trotzdem wächst der Markt im Wert. Das Segment zwischen 500 und 2.000 Euro ist an die Smartwatch verloren, oben wird weiter verdient. Wachstumsmarkt Nummer eins sind nicht mehr die Chinesen auf Shoppingtour in Frankfurt, sondern die USA.
Wir reden außerdem über:
a) Rolex’ Certified-Pre-Owned-Programm mit über einer halben Milliarde Euro Handelsvolumen und warum es dabei um Kontrolle geht, nicht um Umsatz
b) die Love-Hate-Beziehung der Hersteller zu Marktplätzen („Wenn du zu viele Uhren in den Markt drückst, ist der Spiegel nicht schuld“)
c) wie die Schweizer Uhrenbosse Trump mit Goldbarren und Tischuhr die Zölle von 39 auf 15 Prozent heruntergehandelt haben
d) warum Chrono24 trotz jährlicher Angreifer Weltmarktführer blieb, mit Japan und Deutschland als größten Lieferländern
e) ob die Apple Watch der Feind der mechanischen Uhr ist oder ihr Türöffner
was die goldene Apple Watch Edition für 17.000 Dollar heute noch wert ist (Spoiler: Goldpreis)
Dazu eine Gründungsgeschichte aus Karlsruhe: ein Markenname, den das Team furchtbar fand und den die Händler in Asien und den USA liebten.
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Vor über zehn Jahren haben Andre Alpar und ich hier „SEO ist tot“ ausgerufen. SEO lebt immer noch. Jetzt heißt es überall: GEO ist doch nur SEO mit neuem Label, und eigentlich lohnt sich beides nicht mehr. Höchste Zeit für die Fortsetzung.
Andre hat eine der größten unabhängigen Suchmaschinenagenturen Deutschlands aufgebaut und verkauft. Heute berät er als Beirat und hat ein Buch über Generative Engine Optimization geschrieben. Seine These: Wer GEO für SEO hält, hört nur Google zu. Und Google spricht nur über zwei von fünf Disziplinen.
Darüber sprechen wir:
Warum Google sagt, es gebe kein GEO. SEO besteht aus Strategie, Monitoring, Technik, Content und Off-Page. Google redet nur über Technik und Content. Genau dort überschneiden sich SEO und GEO stark, überall sonst nicht.
Zwei Drittel Off-Page. KI-Systeme fragen gewissermaßen deine Sitznachbarn, wer du bist. Erwähnungen in Podcasts, Foren und Fachmedien zählen mehr als jeder Backlink, und Follow oder No-Follow spielt keine Rolle mehr.
Der unsichtbare KI-Traffic. Warum KI-Besuche oft als Direct Traffic auf tiefen Unterseiten auftauchen. Und warum die simple Frage „Wie bist du auf uns gekommen?“ das beste Messinstrument ist: In B2B liegt der messbare Anteil unter 1 %, beim Nachfragen ist es teils ein Drittel.
Wer verliert, wer gewinnt? Intermediäre wie Testportale geraten unter Druck. Marken und Händler profitieren, unbekannte Marken mit sachlich besseren Produkten bekommen eine echte Chance.
Listicles und andere Abkürzungen. Warum sie heute funktionieren, aber keine Strategie sind.
Conversational statt Agentic Commerce. Andrés Prognose: Vollautonome Agenten bleiben auf absehbare Zeit eine Nische für C-Teile und Klopapier. Der eigentliche Hebel liegt in der Beratung im Dialog.
Das GEO-Budget für einen 20-Mio-Händler. Ein Drittel für Onsite-Content, ein Drittel für SEO-Off-Page, ein Drittel für GEO-Experimente.
Außerdem: eine Wette um eine Kiste Dom Pérignon, ein Live-Test mit Grok und Gemini und die Frage, warum Otto 2008 dachte, Google müsse das eigene Ranking reparieren.
🎁 Verlosung: Wir verlosen ein Exemplar von Andrés GEO-Buch.
📍 Live-Event: „Wer braucht schon Agentic Commerce?“ – am 17. November in Berlin, 18–22 Uhr. Live-Podcast und Streitgespräch mit Bastian Siebers (Flaconi), mit exklusivem Dinner, zusammen mit Productsup. Kostenlos für Händler und Hersteller. Link in den Shownotes. https://www.productsup.com/de/events/wer-braucht-schon-agentic-commerce/
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In dieser Folge sprechen wir zunächst über ein Treffen mit Peter Thiel bei einem Axel-Springer-Event. Wir ordnen ein, dass seine Aussagen oft zugespitzt wirken, aber komplex gedacht und schlecht in kurze Fragmente übersetzbar sind. Danach geht es um das neue KI-Produkt Muse von Meta.
Wir sprechen darüber, dass das Produkt stark auf persönliche Daten wie Kalender, E-Mails und Alltagsplanung setzt und damit an einen KI-Companion erinnert. Wir vergleichen das mit Googles Ansatz rund um Gemini, das ebenfalls immer stärker in Kalender, Gmail, Maps und Automatisierung integriert wird. Ein weiterer Schwerpunkt ist eine neue Perspektive auf Plattformen: LLMs können nicht nur Inhalte liefern, sondern auch Interfaces und kleine Anwendungen on the fly erzeugen. Wir greifen die Idee auf, dass dadurch vor allem Zugang und Integration wichtig werden, nicht mehr die reine Fähigkeit, Software zu bauen. Außerdem sprechen wir über aktuelle E-Commerce-Zahlen von SHEIN, Chewy und Allegro. Bei SHEIN sehen wir den starken Börsenrückgang und halten fest, dass der Kostenvorteil vermutlich wichtiger ist als die reine Innovationsstory.
Chewy bewerten wir operativ solide, aber ohne große Wachstumsfantasie. Allegro sehen wir deutlich positiver, weil das Geschäft in Polen stark bleibt und noch Potenzial in Payment, Werbung und Logistik hat. Außerdem sprechen wir über mögliche Folgen zur Energiepolitik in einer kommenden Folge.
Stratechery Artikel: https://stratechery.com/2026/apps-agents-and-aggregation/
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