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Intensivtalk – von Medizinern für Mediziner
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Intensivtalk – von Medizinern für Mediziner

Author: Dr. Oliver Hofer

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Description

Intensivmedizin heißt entscheiden – oft unter Zeitdruck und nicht immer mit eindeutiger Evidenz.

Warum machen wir das eigentlich so? Was wissen wir wirklich? Welche Routinen halten einer kritischen Prüfung stand – und was bedeutet neue Evidenz für unsere tägliche Praxis?

Genau darum geht es bei Intensivtalk.

Wir diskutieren aktuelle Studien und Leitlinien, hinterfragen etablierte Therapiekonzepte und verbinden wissenschaftliche Erkenntnisse mit klinischer Erfahrung. Von physiologischen Grundlagen über diagnostische Fragen bis zu komplexen Therapieentscheidungen – immer mit Blick auf das, was am Patientenbett relevant ist.

Dabei geht es nicht um einfache Patentrezepte. Sondern um fundierte Diskussionen, unterschiedliche Perspektiven und den ehrlichen Umgang mit medizinischen Unsicherheiten.

Intensivtalk – kritisch denken, klinisch entscheiden.

Moderiert wird der Podcast von Dr. med. Oliver Hofer, Chefarzt für Intensiv- und Notfallmedizin am Evangelischen Krankenhaus Mettmann. Je nach Thema diskutiert er gemeinsam mit ärztlichen Kolleginnen und Kollegen aus der Intensiv- und Akutmedizin.

Ein Fachpodcast für Ärztinnen und Ärzte, die Intensivmedizin nicht nur anwenden, sondern auch die Entscheidungen dahinter verstehen möchten.

Weitere Informationen:

Intensivtalk: https://intensivtalk.de

Evangelisches Krankenhaus Mettmann: https://www.evk-mettmann.de

Hinweis:
Intensivtalk richtet sich primär an medizinisches Fachpersonal. Die Inhalte dienen der fachlichen Information und ersetzen keine individuelle medizinische Beurteilung im konkreten Patientenfall.


18 Episodes
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Intensivtalk: Irrtümer der Intensivmedizin – Teil 2Nach dem großen Interesse am ersten Teil unserer Irrtümer-Reihe geht es weiter mit medizinischen Dogmen, die viele von uns irgendwann gelernt haben – und die bei genauerem Blick auf Physiologie, Studien und Leitlinien manchmal ganz anders aussehen.Diesmal stehen drei große Themen im Mittelpunkt: Sauerstofftherapie, Bauchlage beim ARDS und das akute Nierenversagen.Warum ist zu viel Sauerstoff bei COPD tatsächlich problematisch – und welche Rolle spielen dabei der Euler-Liljestrand-Mechanismus und der Haldane-Effekt? Braucht ein Patient mit Herzinfarkt routinemäßig Sauerstoff? Und warum bedeutet eine Verbesserung des Horovitz unter Bauchlagerung nicht automatisch, dass wir damit auch den gesamten Therapieeffekt beurteilen können?Außerdem geht es um die Frage, ob Furosemid eine geschädigte Niere wirklich wieder in Gang bringt, warum Oligurie nicht automatisch Hypovolämie bedeutet und ob wir bei einem schweren AKI tatsächlich möglichst früh mit der Dialyse beginnen sollten.Zum Einstieg greifen wir außerdem zwei Rückmeldungen aus der Hörerschaft auf: das Risiko einer Noradrenalin-Paravasation und die Frage, ob die ersten fünf Milliliter bei einer Blutkulturentnahme verworfen werden sollten.Und dann gibt es auch noch unseren angekündigten Anti-Irrtum: eine alte intensivmedizinische Regel, die tatsächlich stimmt.In dieser Folge unter anderem:Noradrenalin-Paravasation: Vasokonstriktion, Ischämie und GewebeschädigungInitial Specimen Diversion bei Blutkulturen und die Frage nach den ersten fünf MilliliternCOPD und der Mythos vom hypoxischen AtemantriebEuler-Liljestrand-Mechanismus und Haldane-Effektkontrollierte Sauerstofftherapie und der Austin-TrialSauerstoff beim Myokardinfarkt: DETO2X-AMIkonservative versus liberalere Oxygenierungsziele: HOT-ICUBauchlagerung beim schweren ARDS und die PROSEVA-Studiewarum die unmittelbare Oxygenierungsantwort nicht alles über den Nutzen der Bauchlage aussagtFurosemid beim AKI: Diurese versus NierenerholungFurosemide Stress Test und die Prognose des akuten Nierenversagenswarum Oligurie nicht automatisch eine Volumengabe rechtfertigtfrüher versus verzögerter Beginn der Nierenersatztherapie: STARRT-AKIkontinuierliche versus intermittierende DialyseverfahrenZentrale QuellenAustin MA, Wills KE, Blizzard L et al. Effect of High Flow Oxygen on Mortality in Chronic Obstructive Pulmonary Disease Patients in Prehospital Setting: Randomised Controlled Trial. BMJ. 2010;341.Hofmann R, James SK, Jernberg T et al. Oxygen Therapy in Suspected Acute Myocardial Infarction. New England Journal of Medicine. 2017;377:1240–1249.Schjørring OL, Klitgaard TL, Perner A et al. Lower or Higher Oxygenation Targets for Acute Hypoxemic Respiratory Failure. New England Journal of Medicine. 2021;384:1301–1311.Guérin C, Reignier J, Richard JC et al. Prone Positioning in Severe Acute Respiratory Distress Syndrome. New England Journal of Medicine. 2013;368:2159–2168.DGAI et al. S3-Leitlinie Lagerungstherapie und Mobilisation von kritisch Erkrankten auf Intensivstationen. AWMF-Register 001-015, Version 3.1, 2024.STARRT-AKI Investigators. Timing of Initiation of Renal-Replacement Therapy in Acute Kidney Injury. New England Journal of Medicine. 2020;383:240–251.Willam C, Abu-Tair M, Bayer M et al. S3-Leitlinie Nierenersatztherapie in der Intensivmedizin. Medizinische Klinik – Intensivmedizin und Notfallmedizin. 2025;120(Suppl 2):115–162.Yerke JR, Mireles-Cabodevila E, Chen AY et al. Peripheral Administration of Norepinephrine: A Prospective Observational Study. CHEST. 2024;165:348–355.Sautter RL, Parrott JS, Nachamkin I et al. American Society for Microbiology Evidence-Based Laboratory Medicine Practice Guidelines to Reduce Blood Culture Contamination Rates: A Systematic Review and Meta-Analysis. Clinical Microbiology Reviews. 2024;37.Über den PodcastIntensivtalk wird moderiert von Dr. Oliver Hofer, Chefarzt der interdisziplinären Intensivstation am Evangelischen Krankenhaus Mettmann.Intensivtalk richtet sich primär an medizinisches Fachpersonal. Die Inhalte dienen der fachlichen Information und ersetzen keine individuelle medizinische Beurteilung im konkreten Patientenfall.
Intensivtalk: Irrtümer der Intensivmedizin – Teil 1In dieser Folge geht es um medizinische Dogmen, die viele von uns im Studium, im PJ oder in der Facharztausbildung gelernt haben – und die wir teilweise bis heute weitergeben, ohne noch einmal zu fragen: Stimmt das eigentlich noch?Im ersten Teil schauen wir uns zwei große Themenbereiche an: Blutkulturen sowie Katecholamine und Azidose.Warum müssen Blutkulturen nicht zwingend aus zwei verschiedenen Punktionsstellen abgenommen werden? Müssen wir wirklich auf den Fieberanstieg warten? Und wie schnell sinkt eigentlich die diagnostische Ausbeute, wenn das Antibiotikum bereits läuft?Außerdem geht es um die Frage, ob Noradrenalin bei schwerer Azidose tatsächlich irgendwann „nicht mehr wirkt“, welchen Stellenwert Bicarbonat hat und warum ein fehlender ZVK kein Grund sein sollte, eine notwendige Vasopressortherapie zu verzögern.In dieser Folge unter anderem:Single-Site versus Multi-Site-Blutkulturenwarum Blutvolumen wichtiger sein kann als die Zahl der PunktionsstellenKontamination versus echte Blutstrominfektionwarum der Fieberanstieg kein Bakteriämie-Messgerät istPathophysiologie des Fiebers: Zytokine, Prostaglandin E2 und HypothalamusBlutkulturen vor und nach Antibiotikagabeschwere Azidämie und Katecholaminwirkungwarum es keinen belegten „magischen pH-Wert“ für Noradrenalin gibtBicarbonat bei Laktatazidose und schwerer metabolischer Azidoseperipherer Beginn einer Noradrenalintherapiefrühe Vasopressoren versus starres Schema „erst Volumen, dann Katecholamine“Zentrale QuellenBrunkhorst FM, Adamzik M, Axer H et al. S3-Leitlinie Sepsis – Prävention, Diagnose, Therapie und Nachsorge – Update 2025. Medizinische Klinik – Intensivmedizin und Notfallmedizin. 2025;120(Suppl 2):163–231.Yu D, Laracy M, et al. Prospektive Untersuchung zur Single-Site- versus Multi-Site-Entnahme von Blutkulturen. Frontiers in Microbiology. 2020.Cheng MP, Stenstrom R, Paquette K et al. Blood Culture Results Before and After Antimicrobial Administration in Patients With Severe Manifestations of Sepsis: A Diagnostic Study. Annals of Internal Medicine. 2019;171:547–554.Cooper DJ, Walley KR, Wiggs BR, Russell JA. Bicarbonate Does Not Improve Hemodynamics in Critically Ill Patients Who Have Lactic Acidosis. Annals of Internal Medicine. 1990;112:492–498.Permpikul C, Tongyoo S, Viarasilpa T et al. Early Use of Norepinephrine in Septic Shock Resuscitation (CENSER): A Randomized Trial. American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine. 2019;199:1097–1105.Surviving Sepsis Campaign: International Guidelines for Management of Sepsis and Septic Shock. 2026.Intensivtalk richtet sich primär an medizinisches Fachpersonal. Die Inhalte dienen der fachlichen Information und ersetzen keine individuelle medizinische Beurteilung im konkreten Patientenfall.
Intensivtalk Espresso: HitzschlagNach den heißen Augusttagen sprechen wir in dieser kurzen Espresso-Folge über einen zeitkritischen akut- und intensivmedizinischen Notfall: den Hitzschlag.Woran erkennen wir einen Hitzschlag? Warum sollten wir uns nicht allein an einer Körpertemperatur von 40 °C festhalten? Wie messen wir die Kerntemperatur sinnvoll – und wie bekommen wir den Patienten möglichst schnell und effektiv gekühlt?Außerdem geht es darum, warum Antipyretika beim Hitzschlag nicht helfen und weshalb die Behandlung mit erfolgreicher Kühlung noch lange nicht beendet ist. Denn schwere Verläufe können mit einem komplexen Schockgeschehen, Rhabdomyolyse sowie Nieren-, Leber- und Gerinnungsstörungen einhergehen.In dieser Folge unter anderem:Hitzschlag versus HitzeerschöpfungStellenwert der neurologischen Symptomatiksinnvolle Messung der Körperkerntemperaturaktive Kühlung und Cold-Water-Immersionpraktische Alternativen, wenn eine Immersion nicht möglich istwarum Paracetamol keine Hitzschlagtherapie istPathophysiologie von Schock und Multiorganversagenworauf wir nach der initialen Kühlung auf Intensivstation achten solltenZentrale QuellenBarletta JF, Palmieri TL, Toomey SA et al. Society of Critical Care Medicine Guideline for the Treatment of Heat Stroke. Critical Care Medicine. 2025;53:e490–e500.Eifling KP, Gaudio FG, Dumke C et al. Wilderness Medical Society Clinical Practice Guidelines for the Prevention and Treatment of Heat Illness: 2024 Update. Wilderness & Environmental Medicine. 2024;35:112S–127S.Roberts WO, Armstrong LE, Sawka MN et al. ACSM Expert Consensus Statement on Exertional Heat Illness: Recognition, Management, and Return to Activity. Current Sports Medicine Reports. 2023;22:134–149.Intensivtalk richtet sich primär an medizinisches Fachpersonal. Die Inhalte dienen der fachlichen Information und ersetzen keine individuelle medizinische Beurteilung im konkreten Patientenfall.
Die Blutgasanalyse (BGA) gehört zu den am häufigsten eingesetzten diagnostischen Instrumenten auf der Intensivstation – und wird dennoch oft fehlinterpretiert.In dieser Folge geht es nicht um das Lesen von Zahlen, sondern um die Frage, wann eine BGA tatsächlich eine klinische Entscheidung verändert – und wann sie eher zur Verunsicherung beiträgt. Gemeinsam mit Dr. med. Lena Hofmann (Oberärztin der Intensivmedizin) und Hanna Wessel (Ärztin in Weiterbildung) diskutiert Chefarzt Dr. med. Oliver Hofer typisch klinische Situationen, ordnet respiratorische und metabolische Befunde ein und beleuchtet Grenzen der Aussagekraft sowie häufige Denkfehler im klinischen Alltag.
Start in die dritte Staffel von "Intensivtalk". In der neuen Folge sprechen wir über das akute Leberversagen (ALV) und das Akut-auf-chronische Leberversagen (ACLF) – zwei hochkritische Krankheitsbilder mit hoher Mortalität auf der Intensivstation. Wir beleuchten Definitionen und Unterschiede, typische Auslöser, die pathophysiologischen Mechanismen sowie relevante Scores und Prognosefaktoren. Ein besonderer Fokus liegt auf der intensivmedizinischen Therapie, der frühzeitigen Identifikation von Patienten mit Transplantationsindikation und der interdisziplinären Entscheidungsfindung.Wendon J, Cordoba J, Dhawan A, Larsen FS, Manns M, Samuel D, et al.EASL Clinical Practice Guidelines: Management of acute (fulminant) liver failure.Journal of Hepatology. 2017;66(5):1047–1081.Lee WM, Stravitz RT, Larson AM.AASLD Position Paper: The management of acute liver failure – Update 2011.Hepatology. 2012;55(3):965–967.O’Grady JG, Alexander GJM, Hayllar KM, Williams R.Early indicators of prognosis in fulminant hepatic failure.Gastroenterology. 1989;97(2):439–445.Moreau R, Jalan R, Gines P, Pavesi M, Angeli P, Cordoba J, et al.Acute-on-chronic liver failure is a distinct syndrome that develops in patients with acute decompensation of cirrhosis.New England Journal of Medicine. 2013;369(26):2525–2534.Moreau R, Arroyo V, Jalan R.EASL Clinical Practice Guidelines on acute-on-chronic liver failure.Journal of Hepatology. 2023;78(1):149–199.Trebicka J, Fernandez J, Papp M, Caraceni P, Laleman W, Gambino C, et al.The PREDICT study: A pathophysiological analysis of acute-on-chronic liver failure.Journal of Hepatology. 2020;73(3):543–556.Cardoso FS, Gottfried M, Tujios S, Olson JC, Karvellas CJ.Continuous renal replacement therapy is associated with reduced serum ammonia levels and mortality in acute liver failure.Hepatology. 2018;67(2):711–720.Larsen FS, Schmidt LE, Bernsmeier C, Rasmussen A, Isoniemi H, Patel VC, et al.High-volume plasma exchange in patients with acute liver failure: An open randomised controlled trial.Journal of Hepatology. 2016;64(1):69–78.
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