DiscoverFabulari. Der Wissenschaftspodcast zu Literatur und Film in der Romania
Fabulari. Der Wissenschaftspodcast zu Literatur und Film in der Romania
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Fabulari. Der Wissenschaftspodcast zu Literatur und Film in der Romania

Author: Romanistik Wien

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Fabulari ist ein monatlich erscheinender Wissenschaftspodcast von Teresa Hiergeist, Flori Haack, Alex Lachkar, Stefanie Mayer und Judith Wimmer zu aktuellen Forschungsthemen aus dem Bereich der romanischen Literaturen, Medien und Kulturen. Er bietet Wissenschaftler:innen unterschiedlicher Qualifikationsniveaus – jenseits von Tagungen und Kongressen, Buch- und Zeitschriftenpublikationen – einen alternativen Raum, um von der thematischen, perspektivischen und methodischen Vielfalt der Romanistik im 21. Jahrhundert Zeugnis abzulegen, die politische, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Relevanz ihres Zugangs herauszustellen, die Begeisterung für ihre Arbeit zum Ausdruck zu bringen und einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Fabulari richtet sich an Romanist:innen und Studierende ebenso wie an eine interessierte Allgemeinheit von Kulturtreibenden, Aktivist:innen, Literaturliebhaber:innen oder Filmgeeks.
76 Episodes
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In dieser Folge geht es um Joan Olivers katalanische Version von Pygmalion (1957), die das Stück von George Bernard Shaw aus dem London der Jahrhundertwende ins Barcelona der 1950er Jahre verlegt. Die Übersetzungswissenschaftlerin Dr. Mar Mañes Bordes, Lektorin an der Universität des Saarlandes, erläutert, wie Oliver durch gezielte sprachliche, kulturelle und strukturelle Eingriffe eine funktionale Übersetzung schafft, die soziale Unterschiede und sprachliche Machtverhältnisse im katalanischen Kontext neu verhandelt. Diskutiert wird insbesondere, wie diese Eingriffe zu bewerten sind: als freie Adaptation oder als funktionale Übersetzung. Interview: Julia Waygand
Spanien entwirft sich in den 1960er Jahren im Zuge von wirtschaftlichem Aufschwung und touristischer Öffnung als modernes Land neu. Gerade die mediale Selbstdarstellung in Fernsehen und Radio spielt hierbei eine entscheidende Rolle. Dr. Lucia Filipova, Absolventin der Universität Wien, hat in ihrem PhD-Projekt an der Princeton University erforscht, welche Rolle Kinderstars wie Marisol für den Entwurf des neuen Spanienbilds spielen, behandelt deren öffentliche Auftritte als kulturelles Handeln an der Schnittstelle von propagandistischen, wirtschaftlichen und populärkulturellen Interessen, und illustriert die diskursive Verflechtung von Vorstellungen von Gesellschaft und Kindheit. Interview: Teresa Hiergeist
En este episodio Néstor Espitia nos habla de las conexiones profundas entre la poesía marginal de Helí Ramírez y el cine social de Víctor Gaviria. Mediante una lectura intertextual e intermedial, se analiza cómo la sensibilidad poética de Ramírez dejó una huella decisiva en la estética, los temas y la mirada cinematográfica de Gaviria, marcando el origen de uno de los proyectos más influyentes del cine colombiano. Interview: Judith Wimmer
Um 1900 hat das Sprechen über die adäquate Bildung der Kinder in Frankreich und Spanien Konjunktur. Dieses diskursive Interesse an der Schule ist – egal, von welchem Standpunkt aus es formuliert ist – konsequent an Reflexionen über die ideale Verfasstheit von Gesellschaft und staatlicher Organisation geknüpft. Alles, was mit dieser zusammenhängt, ist mithin eine hochgradig politische Angelegenheit, welche die öffentliche Aufmerksamkeit in Zeiten moderner Ausdifferenzierung und Destabilisierung in besonderer Weise zu bündeln vermag. Teresa Hiergeist, Professorin für französische und spanische Literatur- und Kulturwissenschaft an der Universität Wien, rekonstruiert Machtkämpfe und identitäre Verhandlungen, die in faktualen und fiktionalen Texten über Schule ausgetragen werden sowie deren Zusammenhang mit damaligen Konstruktionen eines idealen Gemeinwesens. Interview: Judith Wimmer
Feminismus ist mittlerweile nicht nur eine gesellschaftliche Protestbewegung, er ist im Mainstream angekommen und insofern auch ein Verkaufsargument geworden. Dementsprechend sind auch in Spanien in den letzten Jahren einige Filme und Serien entstanden, die feministische Kernthemen in den Fokus rücken und bei denen es schwierig ist zu unterscheiden, ob sie feministische Anliegen verfolgen oder einem Modetrend folgen und insofern femwashing betreiben. Johanna Hager (M.Ed. Englisch/ Spanisch) hat sich diese komplexe Frage für die zeitgenössische spanische Fernsehserie La otra mirada in ihrer Masterarbeit gestellt und gibt Einblicke in die Ergebnisse. Interview: Teresa Hiergeist
Die argentinische Dichterin Alejandra Pizarnik (1936–1972) gilt als eine der außergewöhnlichsten literarischen Stimmen des lateinamerikanischen 20. Jahrhunderts. Insbesondere ihr lyrisches Werk zeichnet sich durch eine beeindruckende poetologische Tiefe aus, die zwischen dem Sagbaren und Unsagbaren sowie zwischen Immanenz und Transzendenz oszilliert. Im Rahmen ihres Promotionsprojekts untersucht Lea Marie Weber die Verbindungen und Parallelen zwischen Pizarniks Dichtung und (jüdisch-)mystischen Paradigmen und schließt damit eine bisher wenig beachtete Forschungslücke im deutschsprachigen Raum. Interview: Judith Wimmer
Kolonialistische Narrative durchziehen den politischen Alltag Frankreichs nach wie vor und stellen das gesellschaftliche Miteinander in globalisierten Migrationsgesellschaften vor große Herausforderungen. Anna Gatterer von der Universität Wien nimmt in ihrer Masterarbeit zwei Jugendbücher aus dem Zeitraum um 1900 unter die Lupe - Perlette (1887) von Jeanne Cazin und Les Robinsons de la Guyane (1882) von Louis Boussenard. Sie reflektiert mit Hilfe postkolonialer Theorieelemente systematisch und kritisch reflektiert, wie sich Abenteuer, Phantasie und Spiel systematisch mit einem Diskurs der binären Oppositionen, Abwertungen und Alterisierungen verweben. Interview: Teresa Hiergeist
En 2023, une injustice a enfin été réparée: paru en 1955 sous une forme censurée, le roman de Violette Leduc, Ravages, est enfin disponible dans une version « réparée », la plus proche possible de ce que Violette Leduc avait écrit avant que les éditions Gallimard ne censurent des parties du manuscrit relatives au lesbianisme, aux violences sexuelles, et à l’avortement. Alexandre Antolin, docteur en littérature et en histoire du genre, nous explique les ressorts de la censure, nous parle de l’écriture réaliste de Violette Leduc, et aborde son héritage dans la littérature lesbienne contemporaine en France. Interview: Alex Lachkar
In dieser Folge spricht Carina Ehrnsperger, Doktorandin an der Universität Regensburg, über Lagerzeitungen von französischen Kriegsgefangenen im Ersten Weltkrieg. Sie erklärt uns, wie diese Zeitungen entstanden sind, was sie ausmachte und was wir aus diesen historischen und literarischen Dokumenten auch heute noch lernen können. Interview: Flori Haack
Die triología bananera von Miguel Ángel Asturias wurde bislang vorrangig im Zusammenhang mit der sogenannten novela bananera und deren antiimperialistischen und antikapitalistischen Erzählungen gelesen. Doch das Werk des guatemaltekischen Autors ist auch tief in den Kontext von Natur und Mythologie eingeschrieben. Tashina Nicolin verweist auf einen ökokritischen Ansatz und analysiert Asturias’ Werk aus einer neuen Perspektive, indem sie ein spezifisches meteorologisches Phänomen – den Hurrikan – näher beleuchtet. Diese Analyse ist Teil ihres Promotionsprojekts an der Universität Innsbruck, wo Tashina zur Darstellung von Wetter- und Klimaphänomenen im lateinamerikanischen Roman und deren Beziehung zu uns Menschen forscht. Interview : Judith Wimmer
Allein durch das bekannte Genre der novela del dictador, zeigt sich, dass literarische Texte, die sich mit Diktatur auseinandersetzen, keine Seltenheit im lateinamerikanischen Raum sind. Weniger bekannt ist, dass auch viele Autorinnen sich an den literarischen Aufarbeitungsversuchen beteiligt haben. Häufig werden in diesen Texten nicht nur die diktatorischen Regierungssysteme, sondern auch die daran gekoppelten patriarchalen Strukturen kritisiert. Melanie Heiland, prae doc an der Universität Wien, widmet sich in ihrer Dissertation dieser Thematik und erzählt uns, wie Literatur, Identität und Gedächtnis miteinander verstrickt sind und welches feministische Potenzial den Texten innewohnt. Interview: Stefanie Mayer
Im 19. Jahrhundert bildet sich im Zuge einer romantischen Bewunderung für Deutschland in der Musiktheaterbranche ein Goethe-Trend heraus, der bald eigene Motive, Ästhetiken und Publikumserwartungen generiert. Dr. Isabelle Wimmer hat diese Inszenierungen genauer in den Blick genommen und dabei untersucht, welche Spuren der Kultur- und Medientransfer in ihnen hinterlässt und welchen kulturellen Ort sie in der modernen urbanen Unterhaltungsindustrie besitzen. Interview: Teresa Hiergeist
Wunder sind im religiösen Kontext als göttliche Eingriffe zu verstehen. Doch was macht das Wunder zum Wunder und wie berichtet man über ein solches? Rogier Gerrits, Mitarbeiter der Forschungsgruppe „Geistliche Intermedialität in der Frühen Neuzeit“ an der Universität Hamburg, erzählt uns, warum das Wunder als Medium angesehen werden kann, welche Funktion Berichte über Wunder im Frankreich der frühen Neuzeit hatten und wie sie gestaltet werden mussten, um als solche anerkannt zu werden. Interview: Stefanie Mayer
Wie wird das Thema der Flucht und Migration in Mati Diops Film Atlantique (2019) verhandelt? Dieser Frage stellt sich Melanie Tissot, Doktorandin an der Universität Mannheim, in dieser Folge Fabulari. Diop verarbeitet das Thema Flucht, welches oft aus einer männlich geprägten Perspektive betrachtet wird, in Atlantique auf besondere Weise und greift dabei auch auf fantastische Elemente zurück. Welche Rolle dabei Konzepte wie der female und oppositional gaze, die Situierung des Films in Dakar und die Darstellung weiblicher Sexualität spielen, erklärt Melanie Tissot im Interview mit Flori Haack.
Computergestützte Verfahren haben in den vergangenen Jahren Analysemöglichkeiten für literarische Texte eröffnet, die hermeneutische Zugänge zu untermauern oder erweitern vermögen. Dr. Robert Hesselbach, akademischer Rat für Sprachwissenschaften an der FAU Erlangen-Nürnberg, hat zusammen mit Ulrike Henny-Krahmer (Universität Rostock) Roberto Bolaños 2666 (2004) nach allen Regeln der digitalen Kunst zerstückelt und stilometrisch unter die Lupe genommen. Er berichtet anhand dieses Beispiels über den Mehrwert quantitativer Zugänge zur Literatur und spricht darüber, wie befruchtend es sein kann, wenn Linguistik und Literaturwissenschaft auch in Zeiten wissenschaftlicher Ausdifferenzierung den Fokus auf ihre gemeinsamen Ziele nicht verlieren. Interview: Teresa Hiergeist
Liebe ist im siglo de oro alles andere als eine Privatangelegenheit. Oftmals entscheiden nicht die Emotionen, wen man anhimmelt oder heiratet, sondern die sozialen Zugehörigkeiten oder Pflichten. Marie Stockinger hat sich in Hinblick darauf Lope de Vegas Theaterstück Fuente Ovejuna genauer angesehen und arbeitet heraus, wie Liebe mit Ehre und moralischen Werten zusammengedacht wird und dadurch die diskursive Funktion besitzt, die gesellschaftliche Ordnung aufrecht zu erhalten. Interview: Judith Wimmer
Das Monster ist mehr als nur es selbst. Spätestens seit dem Aufschwung der Monster Studies in den 1990er Jahren ist klar, dass Vampire, Hexen und Zombies vor allem über die Gesellschaften, aus denen sie hervorgehen, Rückschlüsse möglich machen. Als Projektionsfläche für Umbrüche, Ängste oder Wünsche sind sie auch in der Romania zu einem beliebten Untersuchungsgegenstand geworden. Álvaro Arango, prae doc an der Uni Bonn, gibt uns eine Einführung in die Monster Studies und erzählt uns, welche Parallelen es zwischen Vampiren und Diktatoren gibt. Interview: Stefanie Mayer
Jippieeehh, ein neues Gesicht an der Romanistik Wien! Dr. Tommaso Meozzi ist im WS 2024/25 der neue Tenure-Track-Professor für Italienische Literatur, Kultur, Medien. Fabulari hat ihn getroffen, um ihn näher kennenzulernen. Er erzählt von seinen aktuellen Forschungsprojekten, der Inszenierung von Mehrsprachigkeit in der Migrationsliteratur und der literarischen Verhandlung der COVID-19-Pandemie. Interview: Teresa Hiergeist
Als Schauspieler, Regisseur und Produzent von Filmen und TV-Serien und Autor von Populärliteratur war der Südtiroler Luis Trenker ein Allrounder, der ab den 1920er Jahren eine außergewöhnliche Medienpräsenz erreicht hat und die Vorstellungen des Alpensraums bis heute prägt. Daniel Winkler, Professor für französische und italienische Literaturwissenschaft an der Universität Heidelberg, und sein Team (Theresa Klemm, Sophia Mehrbrey und Annika Stocker) geben Einblicke in das DFG-geförderte Projekt 'Trenker – (Dis-)Kontinuitäten einer transalpinen Medienmarke'. Sie rekonstruieren, was den Mythos Trenker ausmacht und aus welchem soziopolitischem und medialem Substrat er sich speist. Interview: Teresa Hiergeist
Individuelle und kollektive Subjektentwürfe sind miteinander verflochten, sie reflektieren kultur- und epochenspezifische Werte und Normen entspinnen sich in narrativer Form. Das DFG-Netzwerk 'Wissensgeschichten des unverfügbaren Selbst. Individuelle und kollektive Subjektfiguren in Psychologie, Soziologie, Ethnologie und Kulturwissen­schaften 1850-1980' beleuchtet die Konzepte, Vernetzungen und Zirkulationsformen dieser Imaginationen aus interdisziplinärer Perspektive. Projektleiterin Sandra Janßen, Literaturwissenchaftlerin und Wissenschaftshistorikerin der Universität Erfurt und Research Fellow am IFK (Wien) berichtet über ein Projekt an der Schnittstelle von Philologien und Sozialwissenschaften. Interview: Teresa Hiergeist
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