DiscoverDer Hörkanal - Geschichten Hörbücher
Der Hörkanal - Geschichten Hörbücher

Der Hörkanal - Geschichten Hörbücher

Author: Eva K. Kühn

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Kostenlose Hörbücher, vor allem Erzählungen, Novellen, Märchen, Sagen und Legenden, gelesen von Eva K. Kühn.

Ich habe mich entschieden, meine Arbeit für Spotify & Co. zu beenden und mich nur noch auf meinen Youtube-Kanal zu konzentrieren: https://www.youtube.com/@hoerkanal. Wenn Du das Podcast-Format lieber magst, kannst Du mich auf Youtube Music finden.
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174 Episodes
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Deutsche Balladen - Episode 9 Drei ganz schlaue Gangster hat Liliencron hier in Szene gesetzt: den Gangsterlehrling, den Meister und den Obergangster. Einer schlauer als der andere, und cooler! Aber nicht schlau und cool genug. Ich hoffe, Ihr habt Spaß daran! Die Falschmünzer von Detlev von Liliencron  »Alles fertig? Nichts vergessen?« Spricht der Alte zu dem Jungen. Der kommt wie ein Luchs gesprungen: »Nimm die Lupe: Sieh die Scheine, Zwillingsbrüder, echt, ich meine, Täuschend ähnlich und solid, Findest keinen Unterschied.« Spricht der Junge zu dem Alten: »Einen Blauen gib mir heute, Denn ich kenne dumme Leute, Die ihn ohne Ahnung wechseln. Weiß die Sache gut zu drechseln. Hulda schmollt. Doch zeig ich Gold, Ist mir meine Hulda hold.« Spricht der Alte zu dem Jungen: »Dummer Bengel, wirst du schweigen, Sonst will ich den Stock dir zeigen. Du besäufst dich, Lausepeter, Protz, dein Trinkgeld wird Verräter. Warte auf den ›Kavalier‹, Eh es dämmert, ist er hier. Der versteht es, Geld zu wechseln, Der versteht es wie die Grafen, Macht die Rothschilds selbst zu Schafen, Der bringt gutes Geld in Haufen, Können dann die Welt uns kaufen. Wechselt wie ein Herr Baron, Kennt das Leben, hat ihm schon. Das, was mir die Teilung einträgt: Alles geb ich meinen Kindern, Kein Gericht kanns je verhindern, Denn ich trags ins Bankgebäude, Das ist meine einzige Freude. Werd ich mal gefaßt, nun gut, Hab gesorgt für meine Brut.« Klingt ein Ministrantenglöckchen? Klingling, das geheime Zeichen, Gleich wird sanft die Türe weichen: Kommt geschniegelt und gebügelt, Tritt ein Herr, verstandgezügelt, In die Werkstatt, hochgereckt. He, »Monocle und Glas Sekt.« Achtung! Grandseigneursallüren! Tadellos sitzt Rock und Weste, Ein Minister jede Geste. Handschuh »prima«. Der Zylinder Ist allein schon Goldsackfinder. Und die »feinfein« Pantalons, Damals Mode: Mit Galons. Lachend spricht er zu den beiden: »Hab viel Geld in meinen Taschen, Lauter echtes. Nur nicht paschen, Nur Geduld, und weg die Hände, Aufgepaßt, jetzt kommt die Spende: Ich: die Hälfte mit Verlaub, Ihr: zwei Viertel, nehmt den Raub. Kinder, waren das Kuriosa: Einen Kellner in Monaco Fand ich mit sehr leerem Tschako: War zwei Tage in den »Laren«, Vite, muß 8 Uhr 40 fahren, Tausendfrancsschein, changez, schnell, Und verließ drauf das Hotel. Auf dem Train nach Bordighera Traf ich Miß Honoria Birndl, War ein gar nicht übles Dirndl, Machte Liebschaft mit der Lady, Säuselt bald sie: »Dearest Edy«. Can You change me thousand Mark? »Oa, my love, here is die Quoark.« Dann war ich in Deutschland wieder: Sattelplatz im Trippelgarten, Wo die feinen Herren starten. Abends Jeu. »Graf Honiglöwe.« »Arthur von der Grünen Möwe.« Bank gehalten. Mitternacht: Braunen Lappen losgemacht. Auf dem Ball beim Herzog FlaFla . . . Schst, es knistern Trepp und Dielen – »Hands off!« Sechs Revolver zielen. Und die drei sind rasch gebunden, Aller Reichtum futsch, verschwunden, Rrrrrutsch, vorbei die Herrlichkeit, Eigentlich – es tut mir leid. Aus "Bunte Beute" Sprecherin: Eva K. Kühn für LibriVox Bild: Andreas Lischka auf Pixabay Textquelle: https://www.projekt-gutenberg.org/liliencr/buntbeut/buntbe54.html Musik: Hyperfun von Kevin MacLeod unterliegt der Lizenz Creative-Commons-Lizenz "Namensnennung 4.0". https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/ , Quelle: http://incompetech.com/music/royalty-free/index.html?isrc=USUAN1400038, Künstler: http://incompetech.com/
Deutsche Balladen - Episode 8 Eine Ballade, welche die grenzenlose Technikgläubigkeit der Menschen in Frage stellt und sich dabei geschickt der Shakespearschen Hexen bedient. Die Brück’ am Tay von Theodor Fontane When shall we three meet again? Macbeth »Wann treffen wir drei wieder zusamm?«    »Um die siebente Stund‘, am Brückendamm.«      »Am Mittelpfeiler.«          »Ich lösche die Flamm.« »Ich mit.«          »Ich komme vom Norden her.« »Und ich vom Süden.«              »Und ich vom Meer.« »Hei, das gibt einen Ringelreihn, Und die Brücke muß in den Grund hinein.« »Und der Zug, der in die Brücke tritt Um die siebente Stund’?«              »Ei, der muß mit.« »Muß mit.«         »Tand, Tand Ist das Gebilde von Menschenhand!« Auf der Norderseite, das Brückenhaus — Alle Fenster sehen nach Süden aus, Und die Brücknersleut’ ohne Rast und Ruh Und in Bangen sehen nach Süden zu, Sehen und warten, ob nicht ein Licht Übers Wasser hin »Ich komme« spricht, »Ich komme, trotz Nacht und Sturmesflug, Ich, der Edinburger Zug.« Und der Brückner jetzt: »Ich seh’ einen Schein Am anderen Ufer. Das muß er sein. Nun, Mutter, weg mit dem bangen Traum, Unser Johnie kommt und will seinen Baum, Und was noch am Baume von Lichtern ist, Zünd’ alles an wie zum heiligen Christ, Der will heuer zweimal mit uns sein, — Und in elf Minuten ist er herein.« Und es war der Zug. Am Süderturm Keucht er vorbei jetzt gegen den Sturm, Und Johnie spricht: »Die Brücke noch! Aber was tut es, wir zwingen es doch. Ein fester Kessel, ein doppelter Dampf, Die bleiben Sieger in solchem Kampf. Und wie’s auch rast und ringt und rennt, Wir kriegen es unter, das Element. Und unser Stolz ist unsre Brück’; Ich lache, denk’ ich an früher zurück, An all den Jammer und all die Not Mit dem elend alten Schifferboot; Wie manche liebe Christfestnacht Hab’ ich im Fährhaus zugebracht Und sah unsrer Fenster lichten Schein Und zählte und konnte nicht drüben sein.« Auf der Norderseite, das Brückenhaus — Alle Fenster sehen nach Süden aus, Und die Brücknersleut’ ohne Rast und Ruh Und in Bangen sehen nach Süden zu; Denn wütender wurde der Winde Spiel, Und jetzt, als ob Feuer vom Himmel fiel’, Erglüht es in niederschießender Pracht Überm Wasser unten... Und wieder ist Nacht. »Wann treffen wir drei wieder zusamm?«    »Um Mitternacht, am Bergeskamm,«      »Auf dem hohen Moor, am Erlenstamm.« »Ich komme.«      »Ich mit.«          »Ich nenn’ euch die Zahl.« »Und ich die Namen.«         »Und ich die Qual.« »Hei!    Wie Splitter brach das Gebälk entzwei.«         »Tand, Tand Ist das Gebilde von Menschenhand.« Sprecherin: Eva K. Kühn für LibriVox Bild: Simon Hark auf Pixabay Etext in Wikisource: https://de.wikisource.org/wiki/Die_Br%C3%BCck%E2%80%99_am_Tay
Deutsche Balladen - Episode 7 Der König spielt mit dem Leben seiner Ritter und Knappen, indem er sie anspornt, einen goldenen Becher aus der tosenden Brandung zwischen den Felsenklippen zu holen, den sie dann behalten dürfen. Alle scheinen zu klug, um sich auf diese Mutprobe einzulassen, außer ein junger Knappe. Aber nein, dumm ist er nicht, denn da ist noch des Königs Tochter, und vielleicht ist dies seine einzige Chance? Textquelle: https://de.wikisource.org/wiki/Der_Taucher Bild Brandung: cocoparisienne auf Pixabay Bild Becher: Alexander Lesnitsky auf Pixabay Vortrag und Bearbeitung: Eva K. Kühn Der Hörkanal auf Youtube: youtube.com/@hoerkanal
Deutsche Balladen - Episode 6 Theodor Fontane (1819-1898) Fontanes "Barbara Allen" geht auf eine schottische Volksballade zurück. Dort ist von der hartherzigen Barbara Allen die Rede, die dem Sterbenden nicht einmal den letzten Wunsch gewährt. Auch das Gemälde, welches ich verwendet habe, ist mit "The cruelty of Barbara Allen" untertitelt. Schaut man sich den Text allerdings genauer an, so ist diese Frau gar nicht so "hard-hearted", dies gilt für die Volksballade, vor allem aber für Fontanes deutsche Version. Wie seht ihr das? Barbara Allen Es war im Herbst, im bunten Herbst, Wenn die rotgelben Blätter fallen, Da wurde John Graham vor Liebe krank, Vor Liebe zu Barbara Allen. Seine Läufer liefen hinab in die Stadt, Und suchten, bis sie gefunden: »Ach, unser Herr ist krank nach dir, Komm, Lady, und mach ihn gesunden.« Die Lady schritt zum Schloß hinan, Schritt über die marmornen Stufen, Sie trat ans Bett, sie sah ihn an: »John Graham, du ließest mich rufen.« »Ich ließ dich rufen, ich bin im Herbst, Und die rotgelben Blätter fallen, Hast du kein letztes Wort für mich? Ich sterbe, Barbara Allen.« »John Graham, ich hab ein letztes Wort, Du warst mein all und eines; Du teiltest Pfänder und Bänder aus, Mir aber gönntest du keines. John Graham, und ob du mich lieben magst, Ich weiß, ich hatte dich lieber, Ich sah nach dir, du lachtest mich an Und gingest lachend vorüber. Wir haben gewechselt, ich und du Die Sprossen der Liebesleiter, Du bist nun unten, du hast es gewollt, Ich aber bin oben und heiter.« Sie ging zurück. Eine Meil oder zwei, Da hörte sie Glocken schallen; Sie sprach: »Die Glocken klingen für ihn, Für ihn und für – Barbara Allen. Liebe Mutter, mach ein Bett für mich, Unter Weiden und Eschen geborgen; John Graham ist heute gestorben um mich, Und ich sterbe um ihn morgen.« (Theodor Fontane) Textquelle: https://www.projekt-gutenberg.org/antholog/avballad/chap163.html Bild: Barbara Allen's cruelty von H.M. Brock https://commons.m.wikimedia.org/wiki/Category:Barbara_Allen_(song)#/media/File%3AH_M_Brock_Barbara_Ellen's_Cruelty_A_Book_Of_Old_Ballads.jpg Musik: Scottish Folk Song - Barbara Allen von Trygve Larsen (Nesrality) auf Pixabay https://pixabay.com/de/music/schottland-scottish-folk-song-barbara-allen-99569/ Vortrag und Bearbeitung: Eva K. Kühn Der Hörkanal auf Youtube: youtube.com/@hoerkanal
Deutsche Balladen - Episode 5 Theodor Fontane (1819-1898) Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland, Ein Birnbaum in seinem Garten stand, Und kam die goldene Herbsteszeit, Und die Birnen leuchteten weit und breit, Da stopfte, wenn’s Mittag vom Thurme scholl, Der von Ribbeck sich beide Taschen voll, Und kam in Pantinen ein Junge daher, So rief er: „Junge, wist’ ne Beer?“ Und kam ein Mädel, so rief er: „Lütt Dirn, Kumm man röwer, ick hebb’ ne Birn.“ So ging es viel Jahre, bis lobesam Der von Ribbeck auf Ribbeck zu sterben kam. Er fühlte sein Ende. ’s war Herbsteszeit, Wieder lachten die Birnen weit und breit, Da sagte von Ribbeck: „Ich scheide nun ab. Legt mir eine Birne mit in’s Grab.“ Und drei Tage drauf, aus dem Doppeldachhaus, Trugen von Ribbeck sie hinaus, Alle Bauern und Büdner, mit Feiergesicht Sangen „Jesus meine Zuversicht“ Und die Kinder klagten, das Herze schwer, „He is dod nu. Wer giwt uns nu ’ne Beer?“ So klagten die Kinder. Das war nicht recht, Ach, sie kannten den alten Ribbeck schlecht, Der neue freilich, der knausert und spart, Hält Park und Birnbaum strenge verwahrt, Aber der alte, vorahnend schon Und voll Mißtraun gegen den eigenen Sohn, Der wußte genau, was damals er that, Als um eine Birn’ in’s Grab er bat, Und im dritten Jahr, aus dem stillen Haus Ein Birnbaumsprößling sproßt heraus. Und die Jahre gehen wohl auf und ab, Längst wölbt sich ein Birnbaum über dem Grab, Und in der goldenen Herbsteszeit Leuchtet’s wieder weit und breit. Und kommt ein Jung’ über’n Kirchhof her, So flüstert’s im Baume: „wiste ne Beer?“ Und kommt ein Mädel, so flüstert’s: „Lütt Dirn, Kumm man röwer, ick gew’ Di ’ne Birn.“ So spendet Segen noch immer die Hand Des von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland. Textquelle: https://de.wikisource.org/wiki/Herr_von_Ribbeck_auf_Ribbeck_im_Havelland_(Fontane) Bilder: Eva K. und Jürgen Kühn anlässlich eines Besuchs im Fontane-Museum auf Schloss Ribbeck, 2020 Musik: Magix Der Hörkanal auf Youtube: youtube.com/hoerkanal
Deutsche Balladen - Episode 4 Adelbert von Chamisso (1781-1838) Das Riesenspielzeug Burg Nideck ist im Elsaß der Sage wohlbekannt, die Höhe, wo vorzeiten die Burg der Riesen stand; sie selbst ist nun verfallen, die Stätte wüst und leer, du fragest nach den Riesen, du findest sie nicht mehr. Einst kam das Riesenfräulein aus jener Burg hervor, erging sich sonder Wartung und spielend vor dem Tor und stieg hinab den Abhang bis in das Tal hinein, neugierig zu erkunden, wie's unten möchte sein. Mit wen'gen raschen Schritten durchkreuzte sie den Wald, erreichte gegen Haslach das Land der Menschen bald, und Städte dort und Dörfer und das bestellte Feld erschienen ihren Augen gar eine fremde Welt. Wie jetzt zu ihren Füßen sie spähend niederschaut, bemerkt sie einen Bauer, der seinen Acker baut; es kriecht das kleine Wesen einher so sonderbar, es glitzert in der Sonne der Pflug so blank und klar. »Ei! artig Spielding!« ruft sie, »das nehm' ich mit nach Haus!« Sie knieet nieder, spreitet behend ihr Tüchlein aus und feget mit den Händen, was sich da alles regt, zu Haufen in das Tüchlein, das sie zusammenschlägt, und eilt mit freud'gen Sprüngen, man weiß, wie Kinder sind, zur Burg hinan und suchet den Vater auf geschwind: “Ei Vater, lieber Vater, ein Spielding wunderschön! So Allerliebstes sah ich noch nie auf unsern Höh'n.» Der Alte saß am Tische und trank den kühlen Wein, er schaut sie an behaglich, er fragt das Töchterlein: “Was Zappeliges bringst du in deinem Tuch herbei? Du hüpfest ja vor Freuden; laß sehen, was es sei.« Sie spreitet aus das Tüchlein und fängt behutsam an, den Bauer aufzustellen, den Pflug und das Gespann; wie alles auf dem Tische sie zierlich aufgebaut, so klatscht sie in die Hände und springt und jubelt laut. Der Alte wird gar ernsthaft und wiegt sein Haupt und spricht: “Was hast du angerichtet? Das ist kein Spielzeug nicht! Wo du es hergenommen, da trag es wieder hin, der Bauer ist kein Spielzeug, was kommt dir in den Sinn? Sollst gleich und ohne Murren erfüllen mein Gebot; denn wäre nicht der Bauer, so hättest du kein Brot; es sprießt der Stamm der Riesen aus Bauernmark hervor, der Bauer ist kein Spielzeug, da sei uns Gott davor Burg Nideck ist im Elsaß der Sage wohl bekannt, die Höhe, wo vor Zeiten die Burg der Riesen stand; sie selbst ist nun verfallen, die Stätte wüst und leer, und fragst Du nach den Riesen, du findest sie nicht mehr. Textquelle: https://www.projekt-gutenberg.org/chamisso/gedichte/chap194.html Bild: KI-generiert mit Image Creator von Bing Musik: Medieval Background von lucafrancini auf Pixabay https://pixabay.com/de/music/volk-medieval-background-196571/ Vortrag und Bearbeitung: Eva K. Kühn Der Hörkanal auf Youtube: youtube.com/@hoerkanal
Deutsche Balladen - Episode 3 Hero und Leander können nicht zusammenkommen, denn das wilde Meer trennt sie und darüber hinaus ist bei Schiller von zwei zürnenden Vätern die Rede. (Der Sage nach war Hero eine Priesterin der Aphrodite in Sestos am westlichen Ufer der Meerenge Hellespont. Ihr Geliebter Leander lebte in Abydos am gegenüberliegenden kleinasiatischen Ufer.) Leander schwimmt täglich die gefahrvolle Strecke durch den Hellespont zur Geliebten. Es scheint, das der Meeresgott dieser heimlichen Liebe freundlich gesinnt ist. Oder trügt diese Freundlichkeit? Textquelle: https://www.projekt-gutenberg.org/schiller/gedichte/chap060.html Bild: analogicus auf Pixabay Sprecherin: Eva K. Kühn Der Hörkanal auf Youtube: youtube.com/@hoerkanal
Deutsche Balladen - Episode 2 Gottfried Keller (1819 Zürich - 1890 Zürich) Der Taugenichts Die ersten Veilchen waren schon Erwacht im stillen Tal; Ein Bettelpack stellt' seinen Thron Ins Feld zum ersten Mal. Der Alte auf dem Rücken lag, Das Weib, das wusch am See; Bestaubt und unrein schmolz im Hag Das letzte Häuflein Schnee. Der Vollmond warf den Silberschein Dem Bettler in die Hand, Bestreut' der Frau mit Edelstein Die Lumpen, die sie wand; Ein linder West blies in die Glut Von einem Dorngeflecht, Drauf kocht' in Bettelmannes Hut Ein sündengrauer Hecht. Da kam der kleine Betteljung', Vor Hunger schwach und matt, Doch glühend in Begeisterung Vom Streifen durch die Stadt, Hielt eine Hyazinthe dar In dunkelblauer Luft; Dicht drängte sich der Kelchlein Schar, Und selig war der Duft. Der Vater rief: »Wohl hast du mir Viel Pfennige gebracht?« Der Knabe rief: »O sehet hier Der Blume Zauberpracht! Ich schlich zum goldnen Gittertor, So oft ich ging, zurück, Bedacht nur, aus dem Wunderflor Zu stehlen mir dies Glück! O sehet nur, ich werde toll, Die Glöcklein alle an! Ihr Duft, so fremd und wundervoll, Hat mir es angetan! O schlaget nicht mich armen Wicht, Lasst Euren Stecken ruhn! Ich will ja nichts, mich hungert nicht, Ich will's nicht wieder tun!« »O wehe mir geschlagnem Tropf!« Brach nun der Alte aus, »Mein Kind kommt mit verrücktem Kopf, Anstatt mit Brot nach Haus! Du Taugenichts, du Tagedieb Und deiner Eltern Schmach!« Und rüstig langt' er Hieb auf Hieb Dem armen Jungen nach. Im Zorn frass er den Hecht, noch eh' Der gar gesotten war, Schmiss weit die Gräte in den See Und stülpt' den Filz aufs Haar. Die Mutter schmält mit sanftem Wort Den missgeratnen Sohn, Der warf die Blume zitternd fort Und hinkte still davon. Es perlte seiner Tränen Fluss, Er legte sich ins Gras Und zog aus seinem wunden Fuss Ein Stücklein scharfes Glas. Der Gott der Taugenichtse rief Der guten Nachtigall, Dass sie dem Kind ein Liedchen pfiff Zum Schlaf mit süssem Schall. Textquelle: https://www.projekt-gutenberg.org/keller/gedichte/chap044.html Bild: Pezibear auf Pixabay Sprecherin: Eva Katrin Kühn Der Hörkanal auf Youtube: youtube.com/@hoerkanal
Deutsche Balladen - Episode 1 BITTE, nehmt nicht alles so wörtlich, was in dieser schauerlichen Moritat so vorkommt. Es ist bloß Wilhelm Buschs übertreibende, sarkastische (und auch ziemlich spaßige) Art auf die Notwendigkeit von Erziehung hinzuweisen, und zwar der von Kleinen wie Großen. Ich kann darüber herzlich lachen, ich hoffe, ihr auch. Textquelle: https://www.projekt-gutenberg.org/wbusch/erziehun/erziehun.html Bild: maja77777 auf Pixabay Sprecherin: Eva K. Kühn Musik: Fig Leaf Times Two von Kevin MacLeod unterliegt der Lizenz Creative-Commons-Lizenz "Namensnennung 4.0". https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/ Quelle: http://incompetech.com/music/royalty-free/index.html?isrc=USUAN1200096 Künstler: http://incompetech.com/ Der Hörkanal auf Youtube: youtube.com/@hoerkanal
Kurzgeschichten und Erzählungen - Episode 67 Ein unfassbares Unglück hat die schöne junge Dame getroffen, die mit dem jungen Schriftsteller im gleichen Bahnabteil sitzt und dem sie ihr Leid klagt. Der junge Schriftsteller sieht dieses Unglück schon in einer seiner Geschichten neu aufleben. Aber ehe Ihr das Taschentuch zückt - Tschechow spart nicht mit Spott über dieses selbstgewählte Unglück! Typisch! Textquelle: https://www.projekt-gutenberg.org/cechov/erzcecho/chap018.html Bild: KI-generiert mit Bing/Image Creator Musik: Wenn die wilden Winde stürmen von Lutz Dalkowski auf Pixabay https://pixabay.com/de/music/moderne-klassische-wenn-die-wilden-winde-sturmen-playback-255573/ Vortrag und Bearbeitung: Eva K. Kühn Der Hörkanal auf Youtube: youtube.com/@hoerkanal
Kurzgeschichten und Erzählungen - Episode 66 Eine lückenlose Argumentation mit dem Ziel, den Zuhörer zu überzeugen, dass man eine Uhr ohne Zeiger lieber NICHT reparieren lässt. ;) Textquelle und Illustration: https://www.projekt-gutenberg.org/valentin/brillant/chap044.html Foto Karl Valentin: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Karl_Valentin_und_Wei%C3%9F_Ferdl_008307.jpg, Willy Msik: Losing Your Marbles von The Soundlings aus der Youtube Audiomediathek Vortrag und Bearbeitung: Eva K. Kühn Der Hörkanal auf Youtube: youtube.com/@hoerkanal
Kurzgeschichten und Erzählungen - Episode 65 Arthur Conan Doyle - 1859-1930 Alexander Holder, wohlhabender Teilhaber eines der größten Finanzinstitute Londons, gibt einer einflussreichen Persönlichkeit ein Darlehen und erhält dafür ein Teil des Staatsschatzes als Sicherheit , und zwar ein überaus kostbares Diadem, besetzt mit 39 auserlesenen, unwiederbringlichen Beryllen. Ob das gestohlen wird? Na selbstredend! Und Sherlock Holmes kriegt mal wieder alles heraus. :) Textquelle: https://www.projekt-gutenberg.org/doyle/beryll2/chap001.html Bild: KI-generiert mit Bing Image Creator Grafik Diadem von Pixabay: https://pixabay.com/de/vectors/grafik-krone-schwedische-krone-4191919/ (von BilliTheCat) Jingle: Christiane Vieweg Vortrag und Bearbeitung: Eva K. Kühn Der Hörkanal auf Youtube: youtube.com/@hoerkanal
Kurzgeschichten und Erzählungen - Episode 64 Peter Pech, ein Sohn der Großfamilie Pech soll, 1945 zu Weihnachten, einen Baum besorgen. Dabei bedient er sich leicht unorthodoxer Mittel und richtig - macht seinem Nachnamen alle Ehre und hat PECH! Diese Geschichte fand ich in einem in der DDR damals beliebten Weihnachtsbuch - "Wunderweiße Nacht". Bild: Manfred Richter und Clker-Free-Vector-Images auf Pixabay Musik: Holly Dazed von RKVC in der YouTube Audiomediathek Vortrag: Eva K. Kühn Der Hörkanal auf Youtube: youtube.com/@hoerkanal
Kurzgeschichten und Erzählungen - Episode 63 Seine Hochwürden Balaguère kann es kaum abwarten, seine drei Weihnachtsmessen hinter sich zu bringen, denn es wartet ein nie da gewesener, sensationeller Weihnachtsschmaus auf ihn ... Textquelle: https://www.projekt-gutenberg.org/daudet/muehle/muehle17.html Übersetzer: Prof. Dr. H. Th. Kühne Bilder: RitaE (https://pixabay.com/de/photos/ente-entenbraten-gebratene-ente-2957809/) und useristrator3 (https://pixabay.com/photos/catholic-liturgy-656599/) auf Pixabay Musik: Deck the Halls B von Kevin MacLeod unterliegt der Lizenz Creative-Commons-Lizenz "Namensnennung 4.0". https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/ Quelle: http://incompetech.com/music/royalty-free/index.html?isrc=USUAN1100368 Künstler: http://incompetech.com/ Sprecherin: Eva K. Kühn
Kurzgeschichten und Erzählungen - Episode 62 Anleitung zur Vermeidung von Streit beim Schmücken des Weihnachtsbaumes von Eva K. Kühn 1. Man merke sich, wo man im letzten Jahr den Baumständer verstaut hat. 2. Man habe Lichterketten in verschiedenen Längen sowie Ersatzlämpchen in ausreichender Menge parat. 3. Falls man die Punkte 1 und 2 nicht beherzigen möchte, lege man den Termin für das Schmücken des Weihnachtsbaumes auf einen Wochentag, so dass nötigenfalls die Läden noch geöffnet sind. 4. Man nehme sich viel Zeit für das Wiederfinden des Baumschmucks. Es sollte eine Person abgestellt werden, die jede auf dem Boden befindliche Kiste kontrolliert, so dass wiederholtes Ab- und Anschmücken des Baumes verhindert werden kann. 5. Man nehme den obligatorischen Baumschmückschnaps (oder besser zwei) unbedingt vor Beginn der Schmückarbeit ein und sehe strengstens darauf, dass alle Beteiligten ihre Dosis auch austrinken. 6. Man akzeptiere, dass nur eine Person in der Familie die Lichterkette richtig aufstecken kann. Falls diese Person im entscheidenden Moment mit anderen wichtigen Weihnachtsvorbereitungen, wie zum Beispiel dem Anbraten der Gans, beschäftigt ist, warte man geduldig (!) die nötigen ein bis drei Stunden und vergreife sich keinesfalls selbst an den Lichtern! 7. Man einige sich auf ein festes Gesprächsthema für die Zeit des Baumschmückens. Geeignet wären zum Beispiel das Wetter, das Fernsehprogramm oder die Börsenkurse. 8. Man setzte spätestens zu Ostern einen Vertrag darüber auf, in welchen Farben der Baum geschmückt werden soll und ob er am Schluss mit Lametta oder Perlenketten verziert werden soll und hinterlege eine unterschriebene Abschrift dieses Vertrages bei seinem Notar. 9. Man erlaube jedem Mitschmücker, wenigstens ein Lieblingsdekorationselement am Baum anzubringen, ohne dies mit den anderen Schmückern abstimmen zu müssen. 10. Wenn man alle Punkte beherzigt, sollte es gelingen, dass der geschmückte Baum nach seiner Fertigstellung nicht in einem menschenleeren Raum vor sich hin glänzt. Copyright Text: Eva K. Kühn Bild: Ulrike Mai auf Pixabay Musik: matthewmikemusic auf Pixabay: https://pixabay.com/de/music/weihnachten-o-christmas-tree-176358/ Sprecherin: Eva K. Kühn Der Hörkanal auf Youtube: youtube.com/@hoerkanal
Kurzgeschichten und Erzählungen - Episode 61 Die achtjährige Virginia schreibt im September 1897 an die Tageszeitung New York Sun, um die Wahrheit über den Weihnachtsmann zu erfahren. Ihr Papa hat versichert, wenn es in der Sun stehe, dann stimme es. Textquelle: https://en.wikipedia.org/wiki/Yes,_Virginia,_there_is_a_Santa_Claus Foto: Mitrey auf Pixabay Bild Weihnachtsmann: Clker-Free-Verctor-Images auf Pixabay Musik: Canon and Variation von Twin Musicom unterliegt der Lizenz Creative-Commons-Lizenz "Namensnennung 4.0". https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/ Künstler: http://www.twinmusicom.org/ Sprecherin: Eva K. Kühn Der Hörkanal auf Youtube: youtube.com/@hoerkanal
Kurzgeschichten und Erzählungen - Episode 9 Die Hosentascheninhalte kleiner Jungen geben so einigen Aufschluss über das Wesen des Besitzers und .... bringen Kindheitserinnerungen zurück ... Textquelle: https://www.projekt-gutenberg.org/wilde/erzapho/chap002.htmlbeim Projekt Gutenberg Bild: congerdesign auf Pixabay Sprecherin: Eva K. Kühn Der Hörkanal auf Youtube: youtube.com/@hoerkanal
Kurzgeschichten und Erzählungen - Episode 60 Heinrich von Kleist (1777-1811) Dem kleinen Joseph erscheint der Geist eines vor 500 Jahren Verstorbenen. Obwohl, oder gerade weil der Junge vom Intellekt her ein wenig eingeschränkt ist, glaubt am Ende vor allem die Mutter ihm und geht bei Sonnenaufgang mit ihm aufs Feld, Gebeine ausgraben. Schließlich ist auch von irdenen Truhen die Rede gewesen. Vielleicht ein Schatz? Textquelle: https://www.projekt-gutenberg.org/kleist/geister/geister.html Bild: KI-generiert mit Bing/Image Creator Musikalisches Intro/Outro: UNIVERSFIELD auf Pixabay https://pixabay.com/de/users/universfield-28281460/ Vortrag und Bearbeitung: Eva K. Kühn Der Hörkanal auf Youtube: youtube.com/@hoerkanal
Kurzgeschichten und Erzählungen - Episode 59 Manche Fälle kann nicht einmal Sherlok Holmes mit vollem Erfolg lösen, wie den des jungen John Openshaw, dem aufgrund einer alten Familiengeschichte eine geheime Verbindung auf der Spur ist, die bereits seinen Onkel und seinen Vater auf dem Gewissen hat ... Textquelle: https://www.projekt-gutenberg.org/doyle/5apfel/chap001.html Bild: KI-generiert mit Bing Image Creator Jingle: Christiane Vieweg Vortrag und Bearbeitung: Eva K. Kühn Der Hörkanal auf Youtube: youtube.com/@hoerkanal
Kurzgeschichten und Erzählungen - Episode 58 Das Bett als Symbol des Lebens ... Da ist etwas dran, oder nicht? Textquelle: https://www.projekt-gutenberg.org/maupassa/fifi/chap010.html Bild : Jean photosstock auf Pixabay https://pixabay.com/de/users/jean52photosstock-14428522/ Musikalisches Intro/Outro: JuliusH auf Pixabay https://pixabay.com/de/users/juliush-3921568/ Vortrag und Bearbeitung: Eva K. Kühn Der Hörkanal auf Youtube: youtube.com/@hoerkanal
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Comments (3)

Julia Lyhs

Schöne Weihnachten für Sie, liebe Eva! Und herzlichen Dank für die wunderbaren Geschichten!

Dec 24th
Reply

Julia Lyhs

Oh, wie ich mich freue, diesen Hörkanal gefunden zu haben! Rührende Geschichten, wunderschöne Gedichte, angenehme Stimme und unaufdringliche Hintergrundmusik. Vielen Dank!

Jul 15th
Reply (1)