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Franko-viel - Der Frankreich-Podcast
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Franko-viel - Der Frankreich-Podcast

Author: Andreas Noll

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Unsere Großeltern wollten noch leben wie Gott in Frankreich. Heute aber verliert der Mythos Frankreich an Glanz: Immer weniger Schüler lernen Französisch, und auch politisch wirkt das deutsch-französische Tandem müde. Dabei bleibt klar: Ohne Frankreich geht in Europa nichts – weder in Politik noch in Wirtschaft oder Kultur. Der Frankreich-Podcast fragt nach, was geblieben ist vom alten Mythos – und was Frankreich heute wirklich bewegt. Für alle, die verstehen wollen, wie unser Nachbar tickt.
105 Episodes
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Was soll die Kita leisten - freies Spiel ermöglichen oder Kinder gezielt auf die Schule vorbereiten? In dieser Folge geht es um die historischen Wurzeln der deutschen Kita-Debatte: Friedrich Fröbel, das preußische Kindergartenverbot, die Rolle der Kirchen und den Kontrast zur französischen École maternelle. Im Gespräch mit der Professorin für Elementarpädagogik Diana Franke-Meyer wird klar, warum die aktuellen Streitfragen um Sprachförderung, Vorschule und Staatsauftrag viel tiefer reichen, als es auf den ersten Blick scheint.
Im Mittelpunkt dieser Jubiläumsfolge steht eine große europäische Frage: Reicht die klassische deutsch-französische Kooperation noch aus - oder erzwingen geopolitische Krisen, fiskalischer Druck und ein brüchiger Westen irgendwann einen ganz neuen Integrationsschritt? Darüber habe ich diskutiert mit Claire Demesmay vom Institut français Bonn, Jacob Ross von der DGAP und Jan Techau von der Eurasia Group. Es geht um antideutsche und antifranzösische Ressentiments, um strategische Missverständnisse zwischen Berlin und Paris, um Frankreichs finanzielle Lage, um europäische Verteidigung und um das Zukunftsszenario einer möglichen Françallemagne. Der Abend erinnerte außerdem an Norbert Glanzberg, den jüdischen Komponisten und Weggefährten Édith Piafs, dessen 25. Todestag auf den Tag der Veranstaltung fiel. Seine Musik war an diesem Abend mehr als Begleitung: Sie bildete den emotionalen Resonanzraum der Debatte. Im Podcast selbst sind aus urheberrechtlichen Gründen nur kurze Ausschnitte zu hören.
1958 steht Frankreich am Abgrund: Inflation, Defizite, Kapitalflucht und kaum noch Devisenreserven. Mit de Gaulles Rückkehr kommt nicht nur eine neue Verfassung, sondern auch ein radikaler wirtschaftspolitischer Schnitt: der Plan Pinay–Rueff. Preise freigeben, Haushalt sanieren, Währung stabilisieren. Das geschieht nicht, um den Staat zu verkleinern, sondern um ihn wieder handlungsfähig zu machen. In Folge 99 sprechen wir mit dem Historiker Matthias Oppermann über den Status des Liberalismus in Frankreich, die Logik der „Schocktherapie“ von 1958 und darüber, warum ein neuer „Rueff-Moment“ heute so schwer vorstellbar ist.
Am 19. September 1946 ruft Winston Churchill in Zürich zur "Partnerschaft zwischen Frankreich und Deutschland" auf - als erster Schritt zur "Recreation of the European family". Aber nur sechs Jahre früher, im Juni 1940, liegt auf Churchills Tisch in London eine Idee, die noch radikaler ist: nicht Partnerschaft, sondern ein gemeinsamer Staat - eine britisch-französische Union.
Europa kann sich nur gemeinsam verteidigen. Das sagt René Pleven schon 1950. Aus dem Schock des Koreakriegs entsteht die Idee einer europäischen Armee: die Europäische Verteidigungsgemeinschaft (EVG). Doch obwohl der Vertrag 1952 unterschrieben ist, scheitert das Projekt 1954 im französischen Parlament - per Verfahrenstrick. In Folge 97 von Franko-viel ordnen wir Aufstieg, Idee und Scheitern der EVG ein: von Plevens Londoner Exil und seiner Nähe zu Jean Monnet bis zu Artikel 38 und der verpassten Europäischen Politischen Gemeinschaft. Gast ist der Historiker Prof. Dr. Wilfried Loth (Universität Duisburg-Essen).
Während in Deutschland das Ideal der maximalen Symbiose herrscht, hat der mütterliche Kokon in Frankreich ein schnelles Verfallsdatum. In Folge 4 erkunden wir den kulturellen Grabenbruch zwischen dem deutschen „Wochenbett-Kokon“ und der französischen „Boxenstopp-Mentalität“.
Paris, Herbst 1940: Das Musée du Jeu de Paume wird zum Hauptquartier des NS-Kunstraubs. Unter den Augen deutscher Wachposten sortiert der „Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg“ geraubte Meisterwerke wie Waren. Mitten in diesem System arbeitet Rose Valland – scheinbar unscheinbar, angeblich ohne Deutschkenntnisse. Doch sie versteht jedes Wort. Und sie beginnt, heimlich alles zu dokumentieren. In Folge 96 von Franko-viel sprechen wir mit der deutsch-französischen Kunsthistorikerin und Provenienzforscherin Stéphanie Baumewerd (Deutsches Zentrum Kulturgutverluste) über Rose Vallands Mut, ihre Strategie – und darüber, warum ihre Notizen bis heute für die Provenienzforschung wichtig sind.
Der Rhein braucht von Straßburg bis Bonn gute 60 Stunden. Doch wenn es um das Leben geht, das an seinen Ufern entsteht, trennen Deutschland und Frankreich Welten. Warum dauert eine Schwangerschaft in Frankreich offiziell eine Woche länger als in Deutschland? Warum gilt die PDA dort als Segen der Moderne, während deutsche Mütter oft den Anspruch haben, es „natürlich“ zu schaffen? Und warum fühlen sich deutsche Eltern im Kreißsaal als Kontrolleure, während französische Eltern der „medizinischen Fabrik“ vertrauen? In der dritten Folge von „Krebse. Haie. Staatsbürger“ blicken wir auf den Moment, in dem der Staat zum ersten Mal nach uns greift: die Geburt.
Was hält eine Gesellschaft zusammen, wenn sie sich nicht über Nation, Pathos oder große Erzählungen definiert? In der zweiten Folge von "Krebse. Haie. Staatsbürger." geht es um das deutsche Selbstverständnis und den auffälligen Kontrast zu Frankreich. Während französische Politik auf Nation, Republik und große Worte setzt, definieren sich viele Deutsche über etwas ganz anderes: funktionierende Systeme, Verlässlichkeit, Stabilität.
Über den Staat als Erzieher: Von den Menschenbildern bei Rousseau, Hobbes und Luther bis zum Erbe von 1870/71 und dem ‚republikanischen Betriebssystem‘ der Gegenwart. Charles de Montesquieu: Der Vater der Gewaltenteilung und der „Zwischengewalten“, die in Deutschland blühen und in Frankreich beschnitten wurden. Konrad Adenauer: Der rheinische Föderalist, dessen 150. Geburtstag wir zum Anlass nehmen, über die „Staatsgesinnung“ der Deutschen zu sprechen.
Was formt uns mehr: Familie oder Staat? Zum Jahresende dreht Franko-viel die Rollen um: Der Host nimmt Stellung zu einer neuen Podcast-Serie über Mentalität, Macht und Prägung. Von Kindergärten über Protestkultur bis Adenauer und de Gaulle – eine Tiefenbohrung in den Maschinenraum der deutsch-französischen Beziehungen.
Vor genau 130 Jahren begann ein Wettlauf, der die Welt veränderte: Paris oder Berlin? Lumière oder Skladanowsky? Wer hat das Kino wirklich erfunden? In Folge 94 blicken wir zurück auf die Geburtsstunde der bewegten Bilder im Jahr 1895 und schauen gleichzeitig in die Zukunft des Kinos. Das Jubiläumsjahr 2025 war für die Branche nicht einfach. Während Streaming-Dienste boomen, fehlen den Kinos oft die Blockbuster und bisweilen auch das junge Publikum. Wie unterscheidet sich die deutsche Filmkultur von der im kinoverrückten Frankreich? Zu Gast im Podcast ist die deutsch-französische Produzentin und Verleiherin Vanessa Ciszewski. Als Absolventin des renommierten Ateliers Ludwigsburg-Paris und Gründerin von Katuh Studio und dem Luftkind Filmverleih kennt sie beide Welten. Wir sprechen mit ihr über Arthouse-Kino, warum Kinderfilme die Hoffnung der Branche sind und wie man die Magie des "kollektiven Träumens" in die Zukunft rettet.
In dieser Folge von Franko-viel geht es um die wachsende Medienmacht französischer Milliardäre, um politischen Kulturkampf im Fernsehen - und um die Frage, wie es um Pressefreiheit und Meinungsvielfalt in Frankreich steht.
Paris, 1952: Die Europäische Verteidigungsgemeinschaft (EVG) verspricht eine gemeinsame Armee für den Westen, scheitert jedoch zwei Jahre später am Veto der französischen Nationalversammlung. Heute zeigen die USA Europa die kalte Schulter, Putin rückt näher und Europa steht erneut vor der Frage: Wie organisieren wir die Sicherheit des Kontinents? Und wieder unterscheiden sich die Interessen Deutschlands und Frankreichs.
Zum 100. Geburtstag von Claude Lanzmann (1925-2018) widmet sich Franko-viel einer der bedeutendsten filmischen Zeugnisse des 20. Jahrhunderts: Shoah (1985). Neun Stunden und 26 Minuten – ohne Archivbilder, ohne Rekonstruktionen. Ein Film, der unsere Erinnerungskultur verändert hat und bis heute radikal bleibt. Im Mittelpunkt dieser Folge steht Corinna Coulmas, die zehn Jahre lang an der Seite von Claude Lanzmann gearbeitet hat: bei Recherchen, Interviews und der Vorbereitung von Shoah.
Warum riecht Protest in Frankreich nach Picknick? Was verrät ein Pain au Chocolat über die französische Gesellschaft? Und wieso ist die Rentenreform kein technisches Thema, sondern vor allem ein emotionales? Die SPIEGEL-Journalistin und Buchautorin Nadia Pantel erklärt Frankreich über den Esstisch – und zeigt, wie eng Genuss, Arbeit und Aufbegehren dort zusammenhängen.
Das französische Mahl ist UNESCO-Weltkulturerbe - und in kaum einem anderen Land gehört das gemeinsame Essen so sehr zur Identität wie in Frankreich. David Görne lebt diese Kultur täglich: Der Hamburger ist der erste Deutsche, der in Frankreich einen Michelin-Stern erkocht hat. In seinem Manoir de Rétival an der Seine serviert er große Küche.
Frankreich erlebt turbulente Zeiten: Diese Folge widmet sich der seltenen politischen Instabilität, die das Land derzeit prägt. Es geht um die Frage, ob es sich um eine Krise der Regierung handelt – oder ob die Grundfesten der Fünften Republik selbst erschüttert werden. Der Blick geht zurück auf historische Parallelen, auf die Rolle von Präsident Macron und auf die Reaktionen der politischen Lager. Kann der neue Premierminister Sébastien Lecornu durch einen Bruch mit der bisherigen Linie genügend Abstand zu Macron gewinnen – und damit das politische Überleben der Regierung sichern? Gibt es eine Mehrheit für Reformen in Frankreich? Eine Folge über die Macht der Institutionen, den Druck der Straße und die Frage, ob Frankreich einen Ausweg aus der Sackgasse findet.
Fort Brégançon und Toulon: Beim ersten deutsch-französischen Ministerrat unter Kanzler Friedrich Merz und Staatspräsident Emmanule Macron setzten Berlin und Paris auf viel Symbolik – vom Empfang in der Präsidentenresidenz bis zum Insta-Video. Doch hinter den Bildern stehen harte Themen: Energie, Industriepolitik, Verteidigung und die europäische Sicherheit in Zeiten von Donald Trump. Doch Paris ringt zugleich mit einer Regierungskrise – und das stellt die Partnerschaft mit Berlin vor neue Fragen.
Schulter an Schulter in Washington, entschlossen in Berlin: Mit starken Bildern präsentieren sich Bundeskanzler Friedrich Merz und Staatspräsident Emmanuel Macron derzeit als Krisendiplomaten. Doch wie viel Orientierung und Führung können Deutschland und Frankreich Europa heute wirklich geben? In Folge 86 sprechen wir mit der Politikwissenschaftlerin Claire Demesmay – über Politik und Sicherheit, aber auch über Sprache, Kultur, Klischees und die Frage, was Deutschland und Frankreich wirklich zusammenhält.
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