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5 Minus
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Author: Dr. Laura Dalhaus
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© Copyright 2026 Dr. Laura Dalhaus
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5 Minus - Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel.
Das Gesundheitssystem kollabiert und das hat Konsequenzen. Darüber spreche ich mit Menschen, um Ideen und Lösungswege zu entwickeln. Denn Politik hat leider in den letzten 20 Jahren bewiesen, dass sie es aus unterschiedlichen Gründen nicht kann. Wir starten einen Versuch.
https://linktr.ee/LauraDalhaus
Das Gesundheitssystem kollabiert und das hat Konsequenzen. Darüber spreche ich mit Menschen, um Ideen und Lösungswege zu entwickeln. Denn Politik hat leider in den letzten 20 Jahren bewiesen, dass sie es aus unterschiedlichen Gründen nicht kann. Wir starten einen Versuch.
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Dr. Laura Dalhaus hat sich kritisch zu den Themen Schweigepflicht und Arbeitsmedizin geäußert. Das hat unter Arbeitsmediziner:innen für deutliche Reaktionen gesorgt.In der neuen Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ spricht sie deshalb mit Jeanine Engelhardt, die selbst als Arbeitsmedizinerin tätig ist.Jeanine erklärt, dass Arbeitsmediziner:innen in einer besonderen Konstellation arbeiten. Sie werden im Auftrag des Arbeitgebers tätig und untersuchen dessen Mitarbeitende. Trotzdem dürfen Gesundheitsdaten unter keinen Umständen an den Arbeitgeber weitergegeben werden. Auch für Arbeitsmediziner:innen gilt die Schweigepflicht.Komplizierter wird es beispielsweise dann, wenn Mitarbeitende aus medizinischen Gründen nicht mehr in der Nachtschicht eingesetzt werden können. In solchen Situationen muss darauf geachtet werden, dass für die Patient daraus kein Kündigungsgrund entsteht.Die Arbeitsmedizin hat nicht immer den besten Ruf. Schwarze Schafe gibt es allerdings in jeder Branche. Jeanine selbst arbeitet sehr gerne in diesem Bereich.Ein weiterer Punkt, den Laura kritisiert, sind Blutuntersuchungen in der Arbeitsmedizin. Diese werden dort durchgeführt, die Ergebnisse sollen anschließend aber teilweise in der Hausarztpraxis besprochen werden. Auch Jeanine hält dieses Vorgehen nicht für sinnvoll.Dadurch entstehen Parallelstrukturen und verschiedene Sektoren, die sich gleichzeitig um dieselben Patient kümmern.Laura berichtet außerdem von ihren Erfahrungen mit der Arbeitsmedizin in den Niederlanden. Dort wird deutlich stärker versucht, Mitarbeitende umzuschulen und andere berufliche Möglichkeiten zu schaffen, bevor Erwerbsminderungsrente oder Berufsunfähigkeit zum Thema werden.Kritisch sieht Laura auch Teile des Betrieblichen Gesundheitsmanagements. Teilweise werden umfangreiche Präventionspakete angeboten, die wiederum zu Überdiagnostik führen können – etwa beim Schilddrüsen-Screening.Jeanine sieht hier auch die Mediziner:innen selbst in der Verantwortung. Sie müssen klare Grenzen ziehen und entscheiden, welche Untersuchungen tatsächlich sinnvoll sind.Denn Prävention bietet zahlreiche Möglichkeiten, insbesondere wenn gezielt berufsbedingte Risiken berücksichtigt werden.Im weiteren Verlauf sprechen Laura und Jeanine über evidenzbasierte Medizin und darüber, wie sie die Bestimmung verschiedener Laborwerte bewerten.Auch die Zukunft der Arbeitsmedizin ist Thema. Das GKV-Sparpaket wird das Gesundheitssystem deutlich verändern und Auswirkungen auf die Versorgung der Patient haben. Jeanine wünscht sich vor allem mehr Sinnhaftigkeit in der Medizin.Zum Abschluss geht es um die Jugendarbeitsschutzuntersuchungen. Dabei handelt es sich nicht um eine reguläre Kassenleistung, sondern um eine Vereinbarung zwischen dem Land NRW und der Kassenärztlichen Vereinigung.Kinder- und Jugendärzt:innen führen diese Untersuchungen inzwischen nicht mehr flächendeckend durch, weil sie wirtschaftlich kaum darstellbar sind. Die Vergütung wurde seit den 1970er-Jahren nicht angepasst.Jeanine sieht die Jugendarbeitsschutzuntersuchungen deshalb als Aufgabe der Arbeitsmedizin.Mehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhaus Zum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/
Die Woche war für Dr. Laura Dalhaus alles andere als entspannt. Trotzdem startet sie diesmal mit einer guten Nachricht.Die FAZ hat darüber geschrieben, was Ärzt an ihrem Beruf wichtig ist – und Laura greift einige Punkte daraus auf. Denn bei all dem Frust über Politik, Bürokratie und Rahmenbedingungen darf eines nicht untergehen: Der Arztberuf selbst ist wunderbar.Genau deshalb lohnt es sich, für bessere Bedingungen zu kämpfen. Das System muss sich verändern, damit Ärzt:innen diesen Beruf auch weiterhin so ausüben können, wie er gedacht ist.Der Kanzler hat zuletzt das „Doppelsystem“ aus PKV und GKV infrage gestellt. Die Zeit hat dazu recherchiert und drei mögliche Modelle vorgestellt.Für Laura ist klar: Die entscheidende Diskussion muss gemeinsam geführt werden. Was kann und soll eine solidarisch finanzierte Krankenversicherung überhaupt bezahlen?Auch Laumann beschäftigt sich mit diesem Spannungsfeld. Er will einen fairen Ausgleich zwischen den berechtigten unternehmerischen Interessen von Praxen und dem Anspruch der Bürger auf eine Versorgung entsprechend ihrer medizinischen Dringlichkeit.Gleichzeitig haben Ärzt aber genauso das Recht darauf, nicht Stück für Stück in ihrer Freiberuflichkeit eingeschränkt zu werden.Ein weiteres Problem zeigt sich inzwischen in immer mehr Kommunen. Dort werden eigene MVZs gegründet, weil die ärztliche Versorgung anders teilweise nicht mehr sichergestellt werden kann. Nur kostet das die Kommunen viel Geld – und ob ein solches MVZ am Ende wirtschaftlich funktioniert, ist keineswegs garantiert.Damit landet Laura bei einer ziemlich grundlegenden Frage: Wer bezahlt eigentlich medizinische Daseinsvorsorge?Und dann kommt der nächste Aufreger.Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte fordert einen automatischen Krankenversicherungsschutz für Neugeborene. Denn der GKV-Versicherungsnachweis kommt häufig erst Wochen nach der Geburt. Für Praxen entsteht dadurch ein Regressrisiko – zum Beispiel dann, wenn Neugeborene geimpft werden.Es gibt aber auch eine positive Nachricht: Die Streichung der Fixkostendegression ist beschlossen.Das Prinzip stammt aus der Industrie: Je mehr produziert wird, desto niedriger werden die Stückkosten. Beim Autobau mag das funktionieren. In der Medizin funktioniert es eben nicht so einfach.Auch mit der Pharmaindustrie wird weiter verhandelt. Höhere Herstellerrabatte sollten das Gesundheitssystem finanziell entlasten. Nun wird über Ausnahmen für Unternehmen gesprochen, die ihren Sitz in Deutschland haben.Dann geht es wieder um Krankenhausrechnungen. Dass diese kontrolliert werden, ist grundsätzlich nachvollziehbar. Doch die Bürokratie wächst weiter – und gleichzeitig sollen auch die Prüfungen durch den MD ausgeweitet werden.Die Konsequenz: Health Care Professionals landen landen noch häufiger am Schreibtisch statt am Patient.Auch beim sogenannten „Pflegedeckel“ wird gestritten. Ein Heimplatz kostet im Durchschnitt 3.364 Euro, davon entfallen 1.775 Euro auf die reinen Pflegekosten. Ob und wie es hier Entlastungen geben soll, darüber sind sich CDU und SPD uneinig.Gleichzeitig werden Beschäftigte und Kinderlose stärker belastet.Immerhin gibt es auch hier eine gute Nachricht: Die geplanten Kürzungen bei den Rentenansprüchen pflegender Angehöriger sind vom Tisch.Was Laura bei all diesen Debatten nicht versteht: Die Probleme kommen nicht überraschend.Wir wissen seit Jahren, dass wir uns um diese Themen kümmern müssen. Dass das gesamte SGB an vielen Stellen Reformbedarf hat, ist keine neue Erkenntnis.Und trotzdem wirkt es immer wieder so, als hätte niemand kommen sehen, was längst vor uns liegt.Mehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhaus Zum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/
Gerade mal eine Woche ist seit der letzten Solofolge von Dr. Laura Dalhaus vergangen – und schon gibt es genug Stoff für die nächste.Gleich mehrere Medien berichten über völlig überfüllte Notaufnahmen. Die Situation hat inzwischen ein Ausmaß erreicht, das kaum noch tragbar ist. Patient:innen warten teilweise bis zu 24 Stunden auf ihre Versorgung. Ein bisschen politisches Pflasterkleben reicht da längst nicht mehr.Gleichzeitig schließen immer mehr Kreißsäle. In NRW gibt es aktuell nur noch 117 Geburtskliniken, vor neun Jahren waren es noch 153. Die Branche warnt bereits vor weiteren Schließungen. Parallel arbeiten Krankenhäuser seit Wochen an den Sparprogrammen für 2027 – und prüfen dabei besonders jene Abteilungen, die sich wegen unzureichender Vergütung wirtschaftlich nicht selbst tragen.Solange der ökonomische Druck nicht aus dem Gesundheitssystem genommen wird, wird die Versorgung weiter unter Druck geraten.Laura spricht außerdem über das Reanimationsvideo und den Beef mit der TK. Sie erklärt, dass einzelne Aussagen darin inhaltlich nicht korrekt waren, das Video aber ganz bewusst zugespitzt wurde. Dahinter steht für sie eine entscheidende Frage: Wenn Krankenkassen für einen Notfall lediglich eine Notfallpauschale vergüten – wie gut kann eine Versorgung in der Notaufnahme dann eigentlich funktionieren?Gesundheitsminister Carsten Linnemann möchte nun mehrere Omnibusgesetze in sehr kurzer Zeit auf den Weg bringen. Das soll kein Selbstzweck sein, sondern den Menschen zugutekommen. Was davon am Ende tatsächlich ankommt, wird sich zeigen.Ein weiteres Thema: das Arzt-Patienten-Geheimnis. Laura kritisiert, dass der Schutz vertraulicher Informationen auf der Kippe steht, und will sich weiterhin dafür einsetzen. Denn Ärzt:innen sollen beim Schutz solcher Informationen schlechter gestellt werden als Anwält:innen oder Geistliche.Auch bei der Zuckersteuer regt sich Widerstand in den Ländern – unter anderem vom Koordinator der CDU-geführten Bundesländer, Manfred Pentz. Da stellt sich schnell die Frage: Was hat eigentlich Priorität?Der Chef von dm wiederum hat das Gefühl, mit bestimmten Angeboten das Gesundheitssystem zu entlasten. Laura sieht darin eher zusätzliche Arbeit für die Versorgung. Denn Patient:innen möchten ihre Ergebnisse anschließend ärztlich eingeordnet bekommen. Für Laura ist klar: Sie ist nicht der Erklärbär für alle Player, die mit privaten Leistungen Geld verdienen.Auch Kanzler Merz sorgt für Gesprächsstoff. Mit zwei Sätzen hat er die Existenz der privaten Krankenversicherung infrage gestellt. Laura erklärt, wie vielschichtig dieses Thema tatsächlich ist.Ihre Antwort darauf ist das Primärarztsystem. In der grundsätzlichen Problembeschreibung liegt der Kanzler für Laura nicht falsch – bei den daraus gezogenen Schlüssen allerdings schon. Für die Zukunft erwartet sie zunehmend Ambulant-privat-Zusatzversicherungen.Für das geplante Primärversorgungssystem soll im November ein erster Gesetzesentwurf vorliegen.Und dann wäre da noch ein Thema, an dem man aktuell kaum vorbeikommt: der Finanzskandal im deutschen Gesundheitssystem. Durch verzocktes Geld der Krankenkassen entstand ein Schaden von 1,1 Milliarden Euro. Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe arbeitet den Skandal und die eigene Rolle darin derzeit auf und verklagt nun den Vorstand.Außerdem wollen die Krankenkassen erneut Zugriff auf die Praxiskalender. Für Laura stellt sich damit eine grundsätzliche Frage: Wie viel Freiberuflichkeit bleibt Ärzt:innen dann eigentlich noch?Denn die niedergelassene Ärzteschaft trägt das finanzielle Risiko bis hin zur Haftung mit dem Privatvermögen. Gleichzeitig soll von außen in die Terminplanung eingegriffen werden. Damit steht für Laura auch der freie Arztberuf zur Debatte.Zum Schluss geht es – mal wieder – um Jens Spahn. Er nahm Kind-krank-Tage und flog in dieser Zeit nach Sardinien. Laura bezeichnet das als personifizierte Doppelmoral.Mehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhaus Zum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/
Dr. Laura Dalhaus trägt diesmal ein Shirt mit der Aufschrift „Nutznießer“. Schließlich hat Kanzler Merz die Health Care Professionals genau so bezeichnet. Laura stellt sich deshalb vor allem eine Frage: Was hat er eigentlich für Berater:innen?In der vergangenen Woche war sie beim Deutschen Hausärztetag. Dort hielt der KBV-Vorsitzende Herr Gassen einen Vortrag und sprach davon, dass die Versorgung der gesetzlich Versicherten vor einer Zäsur steht. Für ihn muss deshalb auch der Sicherstellungsauftrag neu bewertet werden.Denn eines funktioniert auf Dauer nicht: Der Ärzteschaft immer mehr Pflichten aufzubürden und ihr gleichzeitig die Rechte einer freien Ärzteschaft zu nehmen.Auf den neuen Gesundheitsminister Linnemann wartet jedenfalls eine ziemlich lange To-do-Liste. Die Primärversorgung wird weiter diskutiert, gleichzeitig steht das GeDIG an – das Gesetz für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen. Ärzt:innen sehen das kritisch, weil Krankenkassen dadurch weitreichenden Einblick in die Daten ihrer Versicherten erhalten.Und damit nicht genug: Auch das Pflege-Neuordnungsgesetz und das Gesundheitssicherstellungsgesetz stehen auf der Agenda. Das Gesundheitssystem soll resilienter werden und im Katastrophenfall handlungsfähig bleiben. Nur: Im normalen Alltag steht es bereits kurz davor, an seine Grenzen zu kommen.Ein weiteres Highlight für Laura: das Bürokratieabbaugesetz. Was davon am Ende tatsächlich als Bürokratieabbau übrig bleibt, wird sich zeigen.Dann wäre da noch die Notfallreform. Geplant ist unter anderem eine neue Struktur mit einem zusätzlichen Hausbesuchsdienst rund um die Uhr. 24/7 also. Die entscheidende Frage: Wer soll das eigentlich leisten?Auch die Primärversorgung bleibt politisch auf dem Tisch. Thomas Ballers, Stellvertreter von Jens Baas, hat die Reihenfolge noch einmal bekräftigt: digital vor ambulant vor stationär.Gerade in der Notfallmedizin läuft schon heute vieles über Flussdiagramme. Damit sind die Chatbots schon überfordert. Dieses System für noch mehr Beratungsanlässe zu öffnen, ist für Laura eine Utopie.Der Digitalisierungswahn der TK hat bereits Konsequenzen: Hunderte Psychotherapeut:innen haben die TK aus Protest verlassen. Der daraus entstandene Verlust sollte bei rund vier Millionen Euro liegen.Für den nächsten Aufschrei sorgen 15 Krankenkassen: Sie haben bei Spekulationsgeschäften 1,1 Milliarden Euro verloren. Welche Krankenkassen betroffen sind, wird allerdings nicht veröffentlicht. Laura hält genau diese fehlende Transparenz für fragwürdig.Gleichzeitig soll eine neue Kommission dafür sorgen, dass die Pharma-Branche durch Subventionen geschont wird. Patient:innen dagegen sollen künftig bis zu 15 Euro zuzahlen pro Medikament.Und irgendwo zwischen all diesen Baustellen verhandeln Krankenkassen und Kassenärztliche Bundesvereinigung auch noch über den Orientierungswert.Auch die Unikliniken bekommen ihr eigenes Kapitel. Laura bringt einen Fall mit, bei dem ein Medikament für 11.000 Euro pro Monat verschrieben wurde. Würde ein:e niedergelassene:r Ärzt:in eine solche Verordnung ausstellen, könnten riesige Regresse drohen.Genau da liegen für Laura die Hausaufgaben der Politik.Dann gibt es noch die MVZs. Bei ihnen wird immer undurchsichtiger, welche Investor:innen eigentlich dahinterstehen.Dabei schaffen niedergelassene Praxen Arbeitsplätze und sorgen für Kaufkraft. Nur scheint genau das in der Politik nicht besonders viel Aufmerksamkeit zu bekommen.Praxen selbst müssen übrigens ziemlich transparent sein: Sie müssen offenlegen, wer sie sind, welche Fachärzt:innen dort arbeiten und was abgerechnet wird. Für den Medizinischen Dienst gelten diese Anforderungen nicht in gleicher Weise. Laura fordert deshalb auch beim MD mehr Transparenz.Und dann geht es noch um die Krankenkassen selbst. Künftig sollen sie ihre Versicherten nicht mehr über eine Erhöhung des Zusatzbeitrags informieren müssen. Das schwächt allerdings den Wettbewerb zwischen den Kassen – genau den Wettbewerb also, den die Politik eigentlich wollte.Zum Schluss spricht Laura über die Wahl in Sachsen-Anhalt. Das Ergebnis lässt sie fassungslos zurück. Sie kann nicht nachvollziehen, wie Hass und die Abwertung anderer Menschen gesellschaftsfähig werden konnten.Vor allem vor Kolleg:innen zieht sie dabei den Hut.Mehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhaus Zum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/
Wie kommt ein Krankenhaus eigentlich an sein Geld? Ein Teil der Antwort heißt Medizin-Controlling. Medizin-Controller:innen beschäftigen sich mit der Verschlüsselung von Leistungen, machen sie damit abrechenbar – und landen regelmäßig in Auseinandersetzungen mit Krankenkassen und dem Medizinischen Dienst.Ein Thema, über das sich Dr. Laura Dalhaus immer wieder ordentlich echauffiert. Deshalb hat sie Martin Sonntag, selbst Medizin-Controller, zu „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ eingeladen.Im Krankenhaus dreht sich bei der Abrechnung vor allem alles um zwei Bereiche: die DRG-Abrechnung und die Abrechnung der Fachabteilung der Psychiatrie.Klingt technisch. Ist es auch.Medizin-Controlling kann man sogar studieren. Denn Medizin ist eben nicht schwarz oder weiß – und bei der Frage, was wie abgerechnet werden darf, gehen die Vorstellungen durchaus auseinander.Martins Hauptaufgabe besteht darin, Gutachten zu prüfen und Widersprüche zu verfassen. Aktuell gibt es rund 1,3 Millionen Krankenhaus-Abrechnungsprüfungen durch den Medizinischen Dienst. Durch das GKV-Spargesetz könnten es künftig rund zwei Millionen mehr werden.Derzeit liegt die Prüfquote bei 10 Prozent. Damit landet jede zehnte Krankenhausrechnung beim Medizinischen Dienst. Etwa die Hälfte der geprüften Rechnungen wird negativ beanstandet.Und wenn es anschließend vor Gericht geht, braucht niemand mit einer schnellen Entscheidung zu rechnen. Ein Klageverfahren kann allein in der ersten Instanz gut fünf Jahre dauern. Bis ein Urteil vorliegt, sind die betroffenen Patient:innen häufig schon neun oder zehn Jahre aus dem Krankenhaus entlassen.Nur geht die Rechnung dabei nicht wirklich auf: Betrachtet man allein die Zahlen, bringen die Prüfungen weniger ein, als die damit verbundenen Kosten eigentlich rechtfertigen würden.Durch die Rechnungskürzungen erhofft sich der Gesetzgeber Einsparungen von 1 bis 1,6 Milliarden Euro. Welche zusätzlichen Verwaltungskosten die veränderten Prüfquoten verursachen, scheint für die Politik dabei keine entscheidende Rolle zu spielen.Besonders absurd wird es an einem anderen Punkt: Menschen, die heute Jobs wie Martin machen, kommen ursprünglich häufig aus der Patient:innenversorgung. Gleichzeitig soll dieser Bereich weiter ausgebaut werden – und damit fehlen genau diese Fachkräfte an anderer Stelle in der Versorgung.Natürlich landet auch die Dokumentation wieder auf dem Tisch. Der MD hinterfragt regelmäßig, ob das Dokumentierte tatsächlich stimmt. Teilweise entsteht dabei der Eindruck, dass der Nachweis über die geleistete Arbeit wichtiger geworden ist als die eigentliche Arbeit mit und an Patient:innen.Laura kritisiert außerdem, dass der Facharztstandard beim Medizinischen Dienst nicht immer eindeutig ist und auch nicht in jedem Fall zu den zu prüfenden Fällen passt.Dahinter steckt eine Misstrauenskultur: Der MD geht davon aus, dass Controller:innen zusammensitzen und überlegen könnten, wie sich Krankenkassen bei der Abrechnung austricksen lassen.Auch bei der geplanten Verringerung der Zahl der Krankenkassen sieht Laura ein Problem. Gerade kleinere Krankenkassen, die sehr gute Arbeit leisten, könnten dabei verschwinden. Gleichzeitig braucht es keine 93 Krankenkassen.Bei all den Prüfquoten, Gutachten, Widersprüchen und Abrechnungen gerät ein Punkt erstaunlich schnell aus dem Blick: die Patient:innenbehandlung.Denn hinter jedem Fall, über den entschieden und gestritten wird, steht ein Mensch.Martin rechnet im kommenden Jahr mit noch mehr MD-Prüfungen und noch mehr negativen Gutachten. Ein ziemlich ernüchternder Ausblick.Die beiden wollen deshalb noch einmal miteinander sprechen, sobald das neue Jahr läuft – und dann schauen, was die Veränderungen für den Alltag im Medizin-Controlling tatsächlich bedeuten.Mehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhaus Zum Shop von Laura: https://lauradalhaus-shop.de/








