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Geschichte der Gegenwart
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1975 war das internationale Jahr der Frau. Die Abtreibungsfrage war in der Schweiz eines der großen Themen. Feminist:innen nutzten das Medium Film, um illegale Schwangerschaftsabbrüche aus der Tabuisierung zu befreien und für eine Liberalisierung zu mobilisieren.
Die Russische Föderation wurde wiederholt als korrupter und ideologieloser Mafiastaat bezeichnet, um den russischen Nationalismus und die messianischen Ideen eines kommenden russischen Imperiums herunterzuspielen. Warum diese Perspektive falsch und vielleicht sogar gefährlich ist.
Bilder können erinnern, bewahren und Wissen erzeugen – zugleich aber auch Gewalt und Diskriminierung fortschreiben. Mario Schulze und Sarine Waltenspül erörtern, wie Archive, Ausstellungen und Forschung verantwortungsvoll mit solchen Bildbeständen umgehen können – zwischen Ethik, Kontextualisierung und kollaborativer Praxis.
Digitale Bilder von Essen sind allgegenwärtig, sie übernehmen vielfältige kommunikative Funktionen. Als visuelle Markierungen von Identität, Erinnerung und Zugehörigkeit sind sie Teil eines ironischen Spiels, werden aber auch in einem Kulturkampf von rechts instrumentalisiert.
Seit wann und warum gibt es Fotos in Ausweisen? Ein Passfoto lässt unwillkürlich auf das Geschlecht der abgelichteten Person schließen. Doch was geschieht, wenn die Angabe des Geschlechts im Reisepass nicht mehr den tradierten binären visuellen Codierungen von Geschlecht entspricht? Britta Lange im GdG-Bildersommer über die Geschichte des Passbildes.
Klimadiagramme sind mehr als visualisierte Daten, sie entwerfen ihre eigenen Narrative und prägen unser visuelles Verständnis der Klimakrise. Birgit Schneider analysiert, wie die Bilder emotionale Zugänge zur Klimakrise schaffen und zum Handeln aufrufen.
Die Netflix-Serie Adolescence wird als Warnstück gelesen, obwohl ihre Bildsprache eine vielschichtige Gegenwartsanalyse anbietet: eine subtile Kritik an der populären Interpretationspraxis, die hinter allem, was man sieht, eine verborgene Wahrheit finden will.
Was bedeutet die Forderung nach freien Bildern für Museen? Welche Schwierigkeiten und neuen Ansätze gibt es im Bereich von #OpenSource und #CreativeCommons? Wie wirken sich diese auf die Verantwortung von Museen im postkolonialen Kontext aus? Ein Plädoyer für die Wissensallmende.
Digitale Technologien wie Künstliche Intelligenz scheinen den Wunsch nach einer unmittelbar erlebbaren Vergangenheit Wirklichkeit werden zu lassen. Die Nachbearbeitung von Filmaufnahmen löst Faszination aus, zeigt aber auch Probleme und Irrtümer im Umgang mit historischen Quellen.
Heute startet der GdG-Bildersommer. Den Auftakt bildet ein Aquarellbild von Paul Klee, das durch seinen ersten Besitzer Walter Benjamin eine wirkungsmächtige Deutung erhalten hat. Klees „Angelus novus“ von 1920 ist zum Engel der Geschichte geworden. Doch was ist auf dem Bild zu sehen?
Roland Barthes’ 1963 veröffentlichte Monografie über den französischen Theaterklassiker Jean Racine beinhaltet eine Theorie absolutistischer Macht. Mit dem Umschwenken der USA unter Trump hin zu einem autokratischen System erhalten Barthes’ Analysen eine überraschende Aktualität.
Selbst im postheroischen Zeitalter können tödliche Gefahren des Bergsports verdrängt und Märtyrer gefeiert werden. Das liegt auch an einer spirituellen Aufladung des Alpinismus, deren Spuren bis in die frühmoderne Naturverehrung zurückreichen. Ein Text zu den religionsgeschichtlichen Aspekten der modernen Bergbegeisterung.
Die Vorstellung, dass Menschen versagen können, ist in unserem kulturellen Imaginären fest verankert. Historisch betrachtet ist sie jedoch sehr jung – und transportiert ein Menschenbild aus dem 19. Jahrhundert.
Donald Trump und seine neue Regierung haben einen umfassenden Angriff auf die Menschenrechte von transgender, nicht-binären, intergeschlechtlichen und queeren Menschen gestartet. Die Lage ist brandgefährlich – doch es regt sich auch Widerstand.
Ließ sich der alten US-Politik oft Doppelmoral und Heuchelei vorwerfen, verändert die Trump-Administration mit glatten Lügen auch das argumentative Feld der überhaupt noch möglichen Auseinandersetzung und Kritik.
Seit dem Massaker der Hamas am 7. Oktober 2023 ist der so genannte Nahostkonflikt noch einmal eskaliert. Die israelische Armee hat den Gazastreifen fast vollständig zerstört. Die Katastrophe hat verschiedene politische Gründe: die radikalisierte israelische Besatzungspolitik, die Weigerung v.a. des Likuds, einer politischen Lösung Hand zu bieten, die Schwächung der Palästinensischen Autonomiebehörde und die Stärkung und Radikalisierung der Hamas.
2025 ist nicht nur der 150. Geburtstag Thomas Manns, sondern auch der 90. Todestag Magnus Hirschfelds. Während Mann seine ersten Erzählungen und Romane schrieb, erfand Hirschfeld die Theorie der sexuellen Zwischenstufen und bekämpfte den Paragrafen 175. Der Einfluss des Sexualwissenschaftlers auf den Träger des Nobelpreises für Literatur wird oft verkannt.
Verschwörungstheorien verknüpfen Transgender-Identitäten mit Transhumanismus, um Ängste zu schüren und Feindbilder zu konstruieren. Narrative beeinflussen Politik, fördern Antisemitismus und rechtsextreme Diskurse. Wie entstehen diese Erzählungen und welche Folgen haben sie?
Was verbindet den Filmemacher David Lynch und den Philosophen Gilles Deleuze? Zwei Kometen, die sich posthum kreuzen – vereint durch die Falte und das Barocke. Lynch hat ein Kino geschaffen, das sich nicht erzählt, sondern entfaltet. Ein Kino, das sich jeder Sinnstiftung verweigert und stattdessen in Bewegung bleibt: hypnotisch, verstörend, widerständig gegen die alles in Wert setzende Logik des Storytellings.
Die Geschichte preußischer Landnahme und innerer Kolonisation ist eine Leerstelle in der deutschen Diskussion über das Erbe des Kolonialismus.























