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Projektionen Kinogespräche
Projektionen Kinogespräche
Author: Marcus Stiglegger, Benjamin Johann
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© Marcus Stiglegger, Benjamin Johann
Description
Welche Rolle spielen Räume bei David Lynch? Haben die Filme von Lars von Trier einen problematischen Umgang mit Frauenfiguren? Was ist intensives Kino? Und wie verändert sich das Kino in Zeiten von Streaming und Internet?
Die Projektionen, das sind Benjamin Johann (Kulturtheoretiker und Autor) und Marcus Stiglegger (Filmwissenschaftler). Ein Podcast an der Schnittstelle von Kunst, Kritik und Filmwissenschaft.
Viel Spaß beim Entdecken und Hören.
Das Impressum findet sich unter: http://www.sebastianseidler.com
Die Projektionen, das sind Benjamin Johann (Kulturtheoretiker und Autor) und Marcus Stiglegger (Filmwissenschaftler). Ein Podcast an der Schnittstelle von Kunst, Kritik und Filmwissenschaft.
Viel Spaß beim Entdecken und Hören.
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Reverse
Black Metal und Film sind sich näher als man zunächst denkt. Filme wie Metalhead, Lords of Chaos oder A Spell to ward off the Darkness haben in den letzten zehn Jahren auch ein mit dem Genre des Extreme Metals sonst weniger vertrautes Publikum mit dieser Subkultur vertraut gemacht. Und längst ist klar, dass es hier nicht nur um satanistisches Posing geht, sondern durchaus politische und philosophische Aspekte eine Rolle spielen. Der Schweizer Debütfilm Wolves erzählt nun einen Coming-of-Age-Prozess im Kontext der Black-Metal-Szene, vom Proberaum über die Konzerthallen bis zur Sonnenwendfeier in verschneiter Landschaft. Marcus hat Dr. Bernd Aschenbrenner (a.k.a. The Real Ash) zu Gast, der seit seiner Jugend mit dieser Szene vertraut ist und gemeinsam diskutieren sie verschiedene Aspekte dieses Films. - Das Titellied stammt von der Band Serpentz (https://www.instagram.com/serpentz_music/).
Männlichkeit befindet sich in einer Krise. Diese Erzählung ist so alt wie hartnäckig. Während im Netz aktuell ein Kult der Hyper-Maskulinität sein Unwesen treibt, verhandelt das Kino vielfach Fragen, die patriarchale Gewalt, emotionale Manipulation und dysfunktionale Beziehungen betreffen. Während weibliche oder queere Emanzipation über eine relativ klare Erzählform verfügt, scheint es dem Kino allerdings schwerer zu fallen, eine populäre Entsprechung für die Emanzipation männlicher Figuren zu entwerfen. Ob nun toxisch/böse oder gesund/gut - wieso klammern sich Filme so sehr an das Klischee des außergewöhnlichen Mannes? Wie die digitale Männlichkeits-Propaganda sich in ihrer Ästhetik auf das Kino bezieht und warum es Männer nicht gewohnt sind jenseits von Härte, Unnahbarkeit und Abgründigkeit angeblickt, gezeigt und wahrgenommen zu werden - darüber diskutieren Marcus und Benni.Bennis Artikel zum Thema im Filmdienst: https://www.filmdienst.de/artikel/81070/neue-bilder-von-mannlichkeit
Mit DISCLOSURE DAY widmet sich Steven Spielberg erneut einem seiner Lieblingsthemen: die Menschheit in Kontakt mit außerirdischem Leben. Dabei binden Filme wie UNHEIMLICHE BEGEGNUNG DER DRITTEN ART (1977), E.T. (1982), KRIEG DER WELTEN (2005) oder auch der vierte Teil der INDIANA JONES-Reihe dieses Thema nicht nur in unterschiedliche Geschichten ein. Vielmehr registrieren sie jeweils historische Weisen, das radikal Fremde zu erfahren. Wie in beinahe allen seinen Filmen spielen dabei Kernmotive wie Familie, Außenseitertum und eine ambivalente Sinnsuche zwischen Sehnsucht und Nostalgie eine Rolle. Spielberg, Aliens, und ein Blockbuster-Kino mit Autorencharakter. Gemeinsam mit Marc Trappendreher begeben sich Benni und Marcus auf die Spur.
Ende des Jahre steht der dritte DUNE-Film an. Der Bonner Filmwissenschaftler Lucas Curstädt hat nun ein Buch über Denis Villeneuve geschrieben, das mit den Mitteln der politischen Theorie und der Suture-Theorie die Spielfilme des kanadischen Regisseurs analysiert. Marcus diskutiert in dieser Folge diese Thesen und bringt ein Kino der Ambivalenz ins Spiel, das auch die großen Blockbuster des Regisseurs greifbar macht.
Der Film Backrooms greift die Ästhetik liminaler Räume auf – etwa leere Büroflure, endlose Korridore oder verlassene Übergangszonen. Diese wirken vertraut und fremd zugleich, da sie ihren ursprünglichen sozialen Kontext verloren haben. In den Backrooms wird diese Erfahrung radikalisiert: Die Räume erscheinen als Simulationen von Alltagsarchitektur, die zwar die Form realer Orte nachahmen, jedoch keinen funktionalen Bezug zur Realität mehr besitzen. Damit erinnern sie an Baudrillards Idee des Simulakrums, in dem Zeichen und Abbilder nicht länger auf ein reales Original verweisen, sondern eine eigenständige Hyperrealität erzeugen. Zugleich lässt sich das unheimliche Gefühl der Backrooms durch Fishers Hauntology erklären: Die Räume wirken wie Geister einer verlorenen Moderne, bevölkert von den Spuren einer Vergangenheit oder Zukunft, die nie vollständig gegenwärtig werden konnte. In diese Episode diskutiert Marcus mit dem Filmkritiker Ipke Cornils, warum Backrooms vermutlich der richtige Film zur Zeit ist.




