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Thema in Sachsen
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Author: Sächsische.de & LVZ.de
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Worüber wird gerade am meisten diskutiert? Zu welcher Entscheidung oder zu welchen Ereignissen haben die Menschen im Freistaat Fragen? Der Podcast über Themen, die Sachsen bewegen. Das ist "Thema in Sachsen".
Ob Wahlen, große Veranstaltungen in Kultur, Sport, Gesellschaft, Demonstrationen - oder Dinge, die auch außerhalb passieren, aber natürlich genauso in Sachsen ein Thema sind. In diesem News-Podcast bekommen Sie Informationen und Hintergründe. Sie erfahren, was gerade passiert und wichtig ist.
Über das jeweilige "Thema in Sachsen" werden in jeder Folge Gespräche mit Fachleuten, politisch Aktiven und Gestaltenden, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern oder Journalisten geführt. Es werden Ergebnisse von Recherchen der Redaktion von Sächsische.de und Leipziger Volkszeitung präsentiert - und auch angehört, was die Menschen in Sachsen dazu sagen.
Ob Wahlen, große Veranstaltungen in Kultur, Sport, Gesellschaft, Demonstrationen - oder Dinge, die auch außerhalb passieren, aber natürlich genauso in Sachsen ein Thema sind. In diesem News-Podcast bekommen Sie Informationen und Hintergründe. Sie erfahren, was gerade passiert und wichtig ist.
Über das jeweilige "Thema in Sachsen" werden in jeder Folge Gespräche mit Fachleuten, politisch Aktiven und Gestaltenden, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern oder Journalisten geführt. Es werden Ergebnisse von Recherchen der Redaktion von Sächsische.de und Leipziger Volkszeitung präsentiert - und auch angehört, was die Menschen in Sachsen dazu sagen.
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„Das ist der Beginn einer zweiten Welle der Weltraumexploration“, sagt Alexander Gerst. Der deutsche Astronaut hat den Start der Artemis-2-Mission am Mittwoch vergangene vor Ort im Kennedy Space Center in Florida verfolgt. Erstmals seit mehr als einem halben Jahrhundert haben sich Menschen in einer Raumkapsel auf den Weg zum Mond gemacht.
Zehn Tage und eine Mondumrundung später kehrt die Crew um Kommandant Reid Wiseman zurück auf die Erde. „Historisch“ sei diese Mission, erzählt Gerst weiter – und stellt im Gespräch mit Wissenschaftsredakteur Stephan Schön für den Podcast „Thema in Sachsen“ die besondere Rolle Europas beim Gelingen der neuen Nasa-Pläne für die Erkundung des Mondes heraus.
Nimmt man diese Pläne einmal ganz genau in den Blick, was Sächsische Zeitung und Leipziger Volkszeitung in dieser Folge ihres gemeinsamen Podcasts tun, wird deutlich: Auch sächsische Entwicklungs- und Forschungsarbeit trägt maßgeblich dazu bei, dass der Mond nun neu erforscht werden kann.
Im Podcast berichtet Reporter Stephan Schön von seinen Eindrücken, die er an den Tagen rund um den Start der Rakete gesammelt hat. Schön war im Kennedy Space Center live dabei, genauso wie schätzungsweise eine halbe Million Menschen, die sich um den 1. April mit unzähligen Camping-Vans auf Merrit Island und im Umland von Cape Canaveral versammelt hatten.
Zu hören sind Gespräche, die der Reporter mit Raketen-Touristen führt, die zum Teil mehrere Tage und Tausende Kilometer in ihren Wohnmobilen unterwegs waren. Er besucht einen Laden für Fan-Shirts, der seit 1984 zu jeder Nasa-Mission eine eigene Kollektion kreiert. Und schließlich kommt er ganz nah heran an die Artemis-Crew und hat die Verabschiedung der Astronauten von ihren Familien in Bild und Ton festgehalten.
Berührende Szenen, große Emotionen und eine mindestens genauso große Portion Patriotismus - das seien die prägenden Gefühle gewesen, die er auf seiner Reportagereise wahrgenommen habe. Doch was zunächst nach US-Weltraum-Romantik klingt, hat überraschend viel mit Sachsen zu tun und fußt auf teils jahrelanger ganz realer wissenschaftlicher Arbeit. „Eigentlich fängt der Mond gleich hinter Sachsen an“, sagt Schön schließlich – und meint das wörtlich.
Eine Schlüsselrolle bei den Artemis-Missionen spielt das sogenannte europäische Servicemodul, kurz ESM. Gebaut wird das bei Airbus Defense and Space in Bremen. Es ist der unscheinbare, aber lebenswichtige Teil des Orion-Raumschiffs: Antrieb, Energieversorgung, Wasseraufbereitung, Sauerstoff – ohne dieses System würde die Mission nicht funktionieren. „Es ist schlichtweg die Überlebenskapsel“, beschreibt Schön das etwa transportergroße Gerät
Einer, der dafür sorgt, dass dieses System überhaupt zusammengebaut werden kann, ist Steve Bornhöft. Der Ingenieur stammt aus dem Erzgebirge, hat an der Technischen Universität Dresden studiert – und trägt heute Verantwortung dafür, dass im Reinraum bei Airbus jedes Bauteil im ESM an die richtige Stelle kommt. Von seiner Arbeit hängt das Leben der Crew im All ab. Im Podcast-Interview erklärt er zusammen mit Airbus-Sprecher Ralph Heinrich die Funktionsweise des Moduls – und blickt voraus auf kommende Missionen, an denen auch deutsche Astronauten beteiligt werden sollen.
Doch es gibt nicht nur sächsische Beteiligung beim Bau von Raumfahrttechnik, sondern auch bei der Forschung für zukünftige Mondmissionen. An der TU Dresden arbeiten Wissenschaftler daran, die Gefahren von Mondstaub besser handhaben zu können und an Kommunikationslösungen für den Raum rund um den Mond – etwa für die bislang funktechnisch nicht erreichbare Rückseite. Gleichzeitig wird an autonomen Systemen geforscht, die den künftig zunehmenden Verkehr zwischen Erde und Mond koordinieren könnten.
An der TU Bergakademie Freiberg untersuchen Wissenschaftler zudem in einem Mondlabor, wie in nicht allzu ferner Zukunft auf dem Erdtrabanten Mondressourcen für eine Forschungsstation abgebaut werden könnten.
„Das muss man sich vorstellen wie einen Sandkasten für Erwachsene“, schildert Reporter Stephan Schön und spricht anschließend mit Professor Carsten Drebenstedt, einem Experten auf dem Gebiet für Rohstoffabbau, der eine klare Meinung dazu hat, wie die Menschheit mit Ressourcen auf der Erde und auf dem Mond umgehen sollte.
Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) steht unter Druck. Er muss trotz einer ungewissen Lage bei der Entwicklung des künftigen Rundfunkbeitrags Einsparungen in dreistelliger Millionenhöhe vornehmen und zugleich den Spagat schaffen, die Qualität des Programms zu erhalten. Hinzu kommt mit Blick auf die im September anstehende Landtagswahl in Sachsen-Anhalt eine politische Diskussion, die von der dort in Umfragen dominierenden AfD getrieben wird. Die Partei strebt den Ausstieg aus dem Rundfunkstaatsvertrag an.
Für den MDR geht es im Augenblick um sehr viel. Intendant Ralf Ludwig, der Anfang März bei der Sächsischen Zeitung und Leipziger Volkszeitung zu einem Gespräch zu Gast war, sagte damals: „Wir gehen längst ans Eingemachte.“ In dieser Folge des Podcasts „Thema in Sachsen“ geht es jetzt um die zentralen Fragen, die sich aus dieser Aussage und den aktuellen Entwicklungen ergeben.
Worum geht es bei dem bis zum Bundesverfassungsgericht eskalierten Streit über den Rundfunkbeitrag? Warum sind Beitragsdebatten inzwischen höchst politische Angelegenheiten? Welche Rolle spielt der öffentlich-rechtliche Rundfunk für die Demokratie und Meinungsvielfalt? Könnte ein Bundesland wirklich einfach so aus dem MDR austreten? Und: Was bedeutet das alles für rund 3600 Mitarbeiter und die Tarifgespräche, die ebenfalls gerade begonnen haben?
Im Interview zu hören sind der Politikwissenschaftler Janek Treiber von der TU Dresden und der Geschäftsführer des Deutschen Journalistenverbandes (DJV) in Sachsen, Lars Radau. Außerdem wird das SZ- und LVZ-Gespräch mit MDR-Intendant Ralf Ludwig in Ausschnitten wiedergegeben.
Die gute Nachricht zuerst: Es gibt keinen Grund zur Panik am Eier-Regal im Supermarkt. Zwar könne es kurz vor Ostern bei manchen Sorten hier und da vorübergehend knapp werden, erzählt Fabian Riedel, Chef des Geflügelhofs Großenhain, im Podcast „Thema in Sachsen“ von Sächsischer Zeitung und Leipziger Volkszeitung, aber: „Es gibt genügend Eier und jeder kann am Ostersonntag sein Frühstücksei essen und eins für das Kind verstecken."
Jetzt die eher nicht so gute Nachricht, die Folgen für Geflügelhalter, Verbraucher und Tiere hat: „Wir haben noch keine Entwarnung, die Risikoeinschätzung ist weiterhin hoch.“ Das sagt Dr. Susanne Bastian, seit reichlich einem halben Jahr Präsidentin der Landesuntersuchungsanstalt Sachsen (LUA), und bezieht sich dabei auf die seit Monaten wegen der Vogelgrippe angespannten Seuchenlage.
Der Podcast berichtet aus zwei Perspektiven über die aktuelle Situation. Da ist der Praktiker aus der Landwirtschaft – und da ist die Leiterin einer Behörde, die Tierseuchen überwacht und dafür sorgt, Gefahren von Bevölkerung und Tierbeständen abzuwenden. Riedel berichtet aus dem Alltag seines Geflügelhofs, auf dem rund 100.000 Tiere leben, Bastian ordnet die Lage wissenschaftlich ein, erklärt, was die Ursachen für die Verbreitung der Vogelgrippe sind - und schildert, wie Behörden auf neue Fälle reagieren.
Drei große Ausbrüche hat es im zurückliegenden Winterhalbjahr in Sachsen gegeben. Was es für einen Geflügelbetrieb bedeutet, wenn er davon betroffen ist, erzählen Riedel und Bastian aus ihren jeweiligen Sichtweisen. Sie erzählen, wie man einen Befall mit dem Vogelgrippe-Virus feststellt und was daraus folgt: in der Regel die Tötung von ganzen Hühnerherden.
Für Verbraucher zeigt sich die angespannte Lage weniger in der Verfügbarkeit der Eiprodukte, sondern vor allem beim Preis. Eier sind in den vergangenen Jahren ohnehin deutlich teurer geworden, wie ein kurzer Blick auf die Entwicklung der Erzeugerpreise zeigt, die das sächsische Landwirtschaftsministerium ausweist. Seit 2021 haben sich die Preise demnach im Schnitt je nach Sorte verdreifacht. Riedel erklärt, welche Gründe es dafür gibt - und wieso die Vogelgrippe nur einer von vielen ist.
Allerdings - und das lässt zumindest beim Thema Vogelgrippe Hoffnung keimen - gibt es eine spannende Entwicklung. Bastian und Riedel erzählen von einem Impfstoff, der bereits erprobt wird. Wie weit die Forschung ist und wie man überhaupt auf einem Hof 100.000 Tiere impft, auch darüber berichtet diese Folge „Thema in Sachsen“.
Seitdem die Buchmesse am Mittwochabend in der vergangenen Woche eröffnet wurde gab es 3.000 Veranstaltungen an über 300 Leseorten in Leipzig - unter anderem in der LVZ-Kuppel. Bei „LVZ liest“ wurden Autorinnen und Autoren eingeladen und interviewt.
Am Sonntagabend lasen Martina Hefter, Verena Keßler, Heike Geißler und Domenico Müllensiefen aus ihren Büchern. In dieser Sonderfolge „Thema in Sachsen“ können Sie die Lesung mit den drei Leipziger Autorinnen und dem Autor nachhören.
Reporter Josa Mania-Schlegel spricht mit ihnen über den Schreibprozess, Erfolge, darüber, wie Autobiographisches und Fiktion zusammenfinden und das Dichten und Denken.
Martina Hefters Roman „Hey guten Morgen, wie geht es dir?“ wurde 2024 mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet. In die Kuppel brachte sie ihr 2018 erschienenes Buch „Es könnte auch schön werden“ mit. Darin setzt sie sich innerhalb von Gedichten und Texten mit dem Altern und dem Tod auseinander.
Verena Keßlers Roman „Gym“ handelt von Optimierungswahn und Body Horror. Keßlers Protagonistin bekommt mithilfe einer Lüge einen Job im Fitnessstudio „MEGA GYM“. Im Laufe des Romans trainiert diese hart und der Leser findet heraus, dass es noch mehr Lügen gibt, die nicht an die Oberfläche sollen.
„Aber die Verzweiflung, das wissen alle, die sie kennen, ist eine Unsterbliche, eine energische Wiedergängerin, ein expandierendes Gewächs mit Fadenwurzeln aus Garn, Spucke oder Schleim“, schreibt Heike Geißler in ihrem Essay „Verzweiflungen“. Darin widmet sich die Autorin den Ausprägungen von Menschenfeindlichkeit. Dennoch soll der Essay ermutigend sein. 2025 hat sie dafür unter anderem den Bayrischen Buchpreis erhalten.
Domenico Müllensiefen brachte seinen kürzlich erschienenen dritten Roman „Manchmal muss man sich entscheiden” in die LVZ-Kuppel. Es handelt von der Lkw-Fahrerin Sandra, die sich entscheiden muss, ob sie ihre Fracht oder die Zukunft ihrer Tochter rettet. Als Leser steigt man mit in die Fahrerkabine und lange nicht mehr aus.
Mehr Autoren-Interviews mit Lukas Rietzschel und Julia Quinn finden Sie hier:
https://kurz.lvz.de/aphf
Mehr Büchervorstellungen finden Sie hier:
https://kurz.lvz.de/2p1g
Sie haben Fragen, Anregungen oder möchten etwas mit uns teilen? Dann schreiben Sie uns doch über podcast@lvz.de.
Kulturstaatsminister Wolfram Weimer steht massiv in der Kritik. Ob eingezogene Buchhandlungspreise, ein Machtwort bei der Berlinale oder der Baustopp für die Nationalbibliothek in Leipzig – die Vorwürfe wiegen schwer: Einmischung in die Kunstfreiheit, mangelnde Transparenz und staatliche Gängelung. In dieser Folge von „Thema in Sachsen“ schauen wir uns die Kritik im Detail an und wie der Minister mit ihr umgeht.
Eigentlich sollte Wolfram Weimer (parteilos) einen Rundgang auf der Buchmesse machen. Den hat er kurz vorher allerdings abgesagt. Er war bei der Eröffnungsfeier der Buchmesse vor Ort, um einen Vortrag zu halten und sprach auch in der Nationalbibliothek in Leipzig. LVZ- und SZ-Reporter Valentin Dreher war bei den Veranstaltungen und hat mit den Menschen auf der Buchmesse gesprochen, die eigentlich mit Wolfram Weimer gesprochen hätten. Von seinen Erlebnissen und Erkenntnissen berichtet der Reporter im Podcast.
In Leipzig plädiert Wolfram Weimer für mehr Meinungsfreiheit – doch dem Diskurs weicht er aus. Was hätte ihn auf der Buchmesse erwartet, wenn er gekommen wäre?
Hat euch die Folge gefallen? Dann abonniert „Thema in Sachsen“ und lasst uns eine Bewertung da! Ihr findet uns auf Spotify, Apple Podcasts und überall, wo es Podcasts gibt.
Hier gelangen Sie zur Reportage von Valentin Dreher:
https://kurz.lvz.de/j1u8
So war der Festakt zur Eröffnung der Buchmesse:
https://kurz.lvz.de/3osv
Hier finden Sie die Vorwürfe gegen den Kulturstaatsminister im Überblick:
https://kurz.lvz.de/facz
Den Überblick zur Buchmesse behalten Sie in unserem Live-Blog:
https://kurz.lvz.de/fxjp
Sollte der Zugang zu sozialen Medien für Kinder und Jugendliche mit einer strikten Altersgrenze reguliert werden? Sachsens Kultusminister Conrad Clemens (CDU) hat dazu eine klare Meinung: „Ja, wir brauchen ein Social-Media-Verbot für Unter-14-Jährige“, sagt er im Podcast „Thema in Sachsen“ von Leipziger Volkszeitung und Sächsischer Zeitung. Die tägliche Flut an Nachrichten und eine Bildschirmzeit jenseits von 40 Stunden in der Woche seien zu viel. Eigentlich, so der Minister weiter, sei eine solche Maßnahme kein Verbot, „sondern eine Befreiung für Jugendliche“.
Ist das so? Also, hat Social Media tatsächlich mehr negative als positive Auswirkungen auf die Entwicklung von Heranwachsenden und den Alltag in der Schule? Wie sehen das auch diejenigen, die es betreffen würde, also Schülerinnen und Schüler in Sachsen? Und generell: Wie könnte ein Zutrittsverbots zu bestimmten Websites, Apps oder Spielen überhaupt technisch gelingen? Podcast-Host Fabian Deicke und Politikredakteurin Franziska Höhnl gehen in dieser Folge auf die Suche nach Antworten.
Im Interview mit Kultusminister Conrad Clemens wird deutlich: Sachsens CDU-SPD-Minderheitsregierung unterstützt den Kurs der Bundesregierung und damit ihrer jeweiligen Bundesparteien. Diese hatten unlängst auf ihren Parteitagen beschlossen, ein Social-Media-Verbot auf den Weg bringen zu wollen. Im Falle Sachsens gibt es bei der Regulierung von Kommunikationstechnologien allerdings noch eine weitere Maßnahme: ein Handyverbot, das es seit Februar bereits an staatlichen Grundschulen gibt. Im Podcast kündigt Clemens nun erstmals an, dieses Verbot auch bis Klassenstufe 8 auszuweiten. „Ich finde, das gehört gut zusammen: Social-Media-Verbot bis 14 Jahre und gleichzeitig Handyverbot bis zur achten Klasse.“
Die Vorsitzende des Landesschülerrates, Lina Zeeh, kritisiert die Linie des Ministers und sieht Verbote kritisch. Auch sie ist im Podcast zu Gast. Sie sagt: „Wenn wir in der Schule nicht dafür sensibilisiert werden, was wir auf dem Handy tun und was wir damit machen können, lernen wir es nie.“ Ein Handyverbot gehe „in die falsche Richtung“.
Auch Medienpädagoge Marcel Burghardt von der Dresdner Initiative „Social Web macht Schule“ warnt davor, sich allein auf Verbote zu verlassen. Ein Social-Media-Verbot „verschiebt ein bisschen die Problemlage“, sagt er. Notwendig seien vor allem mehr Medienkompetenz und strukturelle Angebote an Schulen. Allerdings gehöre neben dem politischen Willen, Jugendliche besser mit Medien in Kontakt zu bringen, auch die Bereitschaft, solche Lehrangebote zu finanzieren.
Aus dem Schulalltag berichtet der Dresdner Gymnasiallehrer Philipp Hallmann. Er schildert, wie stark Smartphones und soziale Netzwerke den Unterricht bereits prägen. „Wenn ich es mit Ja oder Nein beantworten müsste, würde ich sagen: ja, eindeutig“, sagt er zur Frage, ob Handys ein Störfaktor in der Schule seien. Gleichzeitig warnt aber auch er davor, Probleme nur durch Verbote lösen zu wollen.
Und schließlich erklärt Torsten Lodderstedt, Projektleiter bei der Bundesagentur für Sprunginnovationen (Sprind), wie ein mögliches Social-Media-Verbot technisch überhaupt umgesetzt werden könnte – etwa mit einer digitalen europäischen Identitäts-Wallet, deren Entwicklung derzeit am Sprind in Leipzig koordiniert wird.
Die Marke Simson ist beliebt. Klar, es müffelt schon ein bisschen nach Zweitaktmotor, wenn man hinterher fahren muss. Aber: So richtig etwas dagegen haben, das fällt schwer. Simson steht für Freiheit auf zwei Rädern, jugendliche Unabhängigkeit und 60 Kilometer pro Stunde bei 50 Kubikzentimeter Hubraum.
Kaum denkbar eigentlich, dass es um diese sympathische Marke Streit geben kann. Doch den gibt es. Einen politischen, kulturellen, gesellschaftlichen - und allen voran persönlichen. Zwischen Nachfahren der jüdischen Gründefamilie Simson und der AfD. Die Familie wirft der in fünf Bundesländern als rechtsextrem eingestuften Partei vor, den Namen politisch zu vereinnahmen, etwa bei Plakaten mit Aufschriften wie „Lieber Simson statt Lastenrad“. Die Partei weist das zurück.
In dieser Folge „Thema in Sachsen“ von Sächsischer Zeitung und Leipziger Volkszeitung wird den Fragen nachgegangen, die sich jetzt stellen: Was steckt hinter dem Konflikt? Wie wird es damit weitergehen? Und: Wie sehr beschäftigt das Ganze eigentlich diejenigen, die Fan der Marke Simson sind und einfach nur Moped fahren?
Podcast-Host Fabian Deicke spricht über all das mit Investigativreporter Josa Mania-Schlegel. Der hat unter anderem mit Dennis Baum in New York telefoniert. Baum ist Großneffe der früheren Eigentümerfamilie, die 1936 im Zuge der damaligen „Arisierung“ von den Nationalsozialisten enteignet wurde - und fliehen musste.
Baum, 80 Jahre alt, früher Investmentbanker, ist im Podcast zu hören. Die Verwendung des Namens Simson durch die AfD nennt er „skurril“ und empfindet es als „eine absolute Beleidigung für das Erbe unserer Familie“. Doch kann er etwas dagegen tun? Und wie erfolgsversprechend sind rechtliche Schritte gegen die AfD? Der Podcast gibt Antworten.
Insbesondere wird nachgeforscht, welche Rolle Markenrechte, Treuhand-Verträge aus der Wendezeit und die Nachfolgegesellschaft der einstigen DDR-Betriebe spielen. Josa Mania-Schlegel ordnet die juristischen Hintergründe ein – und macht deutlich, dass es für diesen Streit wohl weder eine schnelle noch einfache Lösung geben könne.
Und was sagen eigentlich Simson-Fans zu alldem? In Gröditz im Landkreis Meißen leben Justin, Arvid und Gregor. Drei Jugendliche, die seit sie 15 Jahre alt waren, den Führerschein haben und Moped fahren. Wie nehmen die Jungs die Debatte wahr? Stört sie daran etwas? Und wie wichtig ist für sie ihre "Simme"? Spoiler: Das Moped ist ihnen sehr wichtig - und zu der Debatte haben sie eine klare Meinung.
Schließlich analysiert auch Politikwissenschaftler Janek Treiber von der TU Dresden den Markenstreit. Schadet das der AfD? Wieso ist die Partei immer wieder mit Ostalgie und der Verklärung der DDR-Geschichte erfolgreich? Und interessiert es eigentlich die Wähler, dass die Partei den Namen Simson, der auf eine jüdische Unternehmerfamilie zurückgeht, für sich nutzt? Die Antworten darauf gibt es im Podcast - inklusive reichlich Geknatter von S51, S50, Schwalbe und Co.
Die Sitzung des Sächsischen Landtages am 4. Februar hatte mit einem außergewöhnlichen Vorgang begonnen. Die Immunität des AfD-Abgeordneten Jörg Dornau wurde aufgehoben. Ermittler standen bereit, der Sicherheitsdienst führte den Politiker aus dem Saal in einen separaten Raum. Der Grund: Dornau steht im Verdacht gegen EU-Sanktionen verstoßen zu haben – konkret geht es um die Ausfuhr eines Teleskopladers, also einer Baumaschine, über Kasachstan nach Belarus.
„So etwas hat es noch nie gegeben“, sagen die beiden Reporter Andreas Debski und Thilo Alexe rückblickend über die Abfolge der Ereignisse in dieser Folge „Thema in Sachsen“. Der Vorgang war außergewöhnlich. Allerdings wäre Jörg Dornau, sollte sich der Verdacht gegen ihn erhärten, kein Einzelfall. Für den Podcast ist das Anlass, um einmal grundsätzlich zu fragen: Wie wirksam sind die Sanktionen gegen Russland und Belarus – vier Jahre nach Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine? Und wie gut funktioniert die Durchsetzung von Embargobestimmungen in Deutschland?
Frank Buckenhofer, Vorsitzender der Bezirksgruppe Zoll bei der Gewerkschaft der Polizei und seit vier Jahrzehnten Zollfahnder, kennt sich in diesem Bereich bestens aus. Im ausführlichen Interview erklärt er, warum Sanktionen ein Mittel sind, um Kriege zu vermeiden und Wege zu diplomatischen Lösungen zu ermöglichen. Außerdem schildert Buckenhofer, wie Ermittler des Zolls Kriminellen auf die Schliche kommen und mit welchen Taktiken dubiose Unternehmer versuchen, Lieferketten zu verschleiern.
Schließlich führt der Podcast auch zu ganz generellen Fragen über den Zoll als Behörde. Ist der Zoll für die Überwachung des Außenhandels ausreichend ausgestattet? Und müsste der Zoll in der Strafverfolgung eigentlich mehr wie die Landespolizeien arbeiten und weniger wie eine Finanzbehörde? Auch dazu findet Buckenhofer deutliche Worte. Der Zoll sei eine sehr bedeutende und wichtige Einrichtung im Kampf gegen Schmuggel, Finanzkriminalität und Wirtschaftskriminalität, sagt er. Allerdings müsse der Zoll aber aus seinem „Schattendasein“ befreit werden. Warum sich dafür ein Blick nach Italien lohnen würde, das erzählt Buckenhofer im Podcast.
„Dazu will ich nichts sagen - und muss ich nichts sagen“, erklärte Gil Ofarim in einer Folge Dschungelcamp auf die Frage, ob er Reue verspüre für das, was er getan hat. Zu dem Antisemitismus-Skandal und dem Gerichtsprozess wollte der spätere Dschungelkönig während seiner Zeit im australischen Busch zuerst gar nichts sagen - doch je weiter er kam, umso öfter streute er Details, die irreführend und auch falsch waren.
Schließlich sei es ihm gelungen, „mit einer Lüge durchzukommen [und] die Geschichte zu drehen“. So kommentieren es die beiden Investigativ-Reporter Antonie Rietzschel und Josa Mania-Schlegel. Seit mehr als vier Jahren beschäftigen sich die beiden mit dem Fall. In dieser Folge des Podcasts „Thema in Sachsen“ von Sächsischer Zeitung und Leipziger Volkszeitung erklären sie, was in der RTL-Sendung zwei Wochen lang passiert ist, ordnen Ofarims Äußerungen ein - und erklären, was daraus folgen könnte.
Der Wieder-Aufstieg des Sängers und Schauspielers Gil Ofarim zum Dschungelkönig wurde von Millionen Menschen verfolgt. Doch Ofarim ist nicht einfach ein Reality-Star. Er ist der Mann, der am 5. Oktober 2021 in einem Video auf seinem Instagramkanal schwere Antisemitismusvorwürfe gegen einen Mitarbeiter des Leipziger Hotels Westin erhob und zwei Jahre lang an dieser Version festhielt, eh sich vor dem Landgericht Leipzig alles als haltlose Anschuldigung erwies.
Was bedeutet es, wenn ausgerechnet dieser Mann, der jemand anderen mit einer schwerwiegenden Behauptung öffentlich bloßgestellt hat, nun zum „König“ eines der erfolgreichsten TV-Formate Deutschlands gekrönt wird? Wieso hat RTL einer so umstrittenen Figur eine so große Bühne geboten? Warum wurde nicht wirklich eingeordnet und erklärt, dass sich Ofarim einen Antisemitismusvorwurf allem Anschein nach ausgedacht hat? Diesen und vielen weiteren Fragen geht der Podcast nach.
Und schließlich wird auch eine Entschuldigung Ofarims im Dschungel – adressiert an „die Menschen in Leipzig und Sachsen“ – in den Blick genommen. War das glaubhaft? Und reicht das? In einer Straßenumfrage machen SZ und LVZ den Check. Ebenso nehmen die die Reporter Rietzschel und Mania-Schlegel Bezug auf ein Interview bei Zeit.de, dort hat der von Ofarim beschuldigte Hotelmitarbeiter kurz nach dem Ende des Dschungelcamps erstmals den Schritt in die Medien gewagt, um klarzustellen: „Gil Ofarim inszeniert sich wie ein Opfer, obwohl ich das bin.“
Eine Podcastfolge mit einer intensiven Suche nach Antworten, über Wahrheit, Inszenierung – und darüber, ob es in einer anscheinend „postfaktischen Zeit“ noch so etwas wie klare Grenzen gibt.
Altenberg hat gewählt - und das zu rund 61 Prozent André Barth, den Kandidaten der AfD, der bereits seit mehreren Monaten die Geschicke der Stadt übergangsweise geleitet hat. Damit habe sich ein Kandidat durchgesetzt, der politische Erfahrung hat, etabliert ist und dem zugetraut wird, die akuten Probleme der Kommune zu lösen, kommentiert Politikwissenschaftler Janek Treiber von der TU Dresden das Ergebnis der Bürgermeisterwahl im erzgebirgischen Altenberg im Podcast „Thema in Sachsen“ von Sächsischer Zeitung und Leipziger Volkszeitung.
Doch steht der Sieg eines erstmals gewählten AfD-Kandidaten mit Amtsbonus für eine Wende, mit der sich die in Sachsen erwiesen rechtsextremistische Partei über kommunalpolitische Ämter normalisieren kann? Lässt sich daraus was für die anstehenden Wahlen ableiten? Und was ist der der Wahlsieger André Barth eigentlich für ein Typ Politiker?
Darum geht es in der Podcast-Folge mit Politikwissenschaftler Janek Treiber und SZ-Lokalreporterin Annett Heyse.
Der Fahrplan für die Zukunft der Mitteldeutschen Flughafen AG steht – und er hat es in sich. Sachsen stützt den Dresdner Airport künftig allein, Sachsen-Anhalt zieht sich auf das Nötigste zurück – und die beiden Hauptgesellschafter machen klar: Ab 2030 soll die Unternehmensgruppe ohne staatliche Hilfe auskommen.
In dieser Folge "Thema in Sachsen" wird insbesondere die unter der Woche verkündete Entscheidung der Länder Sachsen und Sachsen-Anhalt zur weiteren Finanzierung der sächsischen Airports analysiert. Neben Flughafenchef Götz Ahmelmann sind dabei unter anderem auch die Finanzminister der beiden Länder zu hören, und deren Sichtweisen insbesondere zum Umgang mit dem Dresdner Flughafen.
Während Sachsens Finanzminister Christian Piwarz (CDU) sagt, dass beide Länder nach wie vor Gesellschafter der MFAG seien, betont dessen Amtskollege aus Sachsen-Anhalt, Michael Richter: „Ich möchte noch einmal deutlich machen, dass das Geld, das wir hineingeben, natürlich nur in den Flughafen Leipzig/Halle reingeht.“ In dem Podcast, wie auch in den darin zitierten Kabinettspressekonferenzen beider Bundesländern diese Woche, wird klar: Das Finden einer gemeinsamen Lösung für den Standort Dresden war mutmaßlich ein zähes Ringen.
Flughafenchef Ahmelmann sagt: „Dresden hat ein paar Besonderheiten.“ Er verweist etwa auf das für vier Millionen Passagiere pro Jahr ausgelegte und überdimensionierte Terminal in der sächsischen Landeshauptstadt. „Auch da drehen wir jeden Stein um, haben das auch jetzt in den letzten Monaten schon getan. Und wir werden natürlich uns weiterhin Lösungen anschauen, um die Infrastruktur der entsprechenden Nachfrage anpassen zu können.“ Das sei keine einfache Aufgabe. „Aber daran arbeiten wir gerade intensiv und ich glaube, wir werden da im Laufe des Jahres auch Ergebnisse präsentieren werden können.“
Der Flughafen-Chef muss die beiden Airports in Leipzig und Dresden seit 2024 durch einen strikten Sanierungskurs führen. Begleitet wurden diese Anstrengungen bereits in den vergangenen zwei Jahren mit Zuschüssen in Höhe von 100 Millionen Euro der beiden Hauptgesellschafter, den Ländern Sachsen und Sachsen-Anhalt. Jetzt verabredeten diese beiden Seiten, auch in den kommenden Jahren Millionensummen zuzuschießen. Dabei hat sich Sachsen bereit erklärt, einen höheren Beitrag zu leisten als seinem Anteil entspricht – als Bekenntnis zu beiden sächsischen Flughafen-Standorten. Sachsen-Anhalt pocht, wie Finanzminister Richter sagt, hingegen darauf, dass es künftig nur noch für den größeren und wichtigeren Standort
Wie das zusammenpasst, ob das eine sinnvolle Lösung ist, welche Vorgeschichte es gibt und welche Alternativen, um all das geht es in der neuen Folge des Podcasts „Thema in Sachsen“.
Das Jahr 2026 war gerade einmal anderthalb Stunden alt. Dann passierte gegen 1.30 Uhr im Club „Le Constellation“ im Schweizer Alpenort Crans-Montana das, was man beim Anblick von Bildern und Videos in sozialen Medien kaum ertragen kann. Unvorstellbar erscheint auch mehr als eine Woche später das, was sich in der Silvesternacht in diesem Tanzlokal zugetragen hat.
Feiernde Menschen, überwiegend junge Leute, hatten ausgelassen das neue Jahr begrüßt, als sich binnen weniger Augenblicke das Lokal in eine tödliche Feuerfalle verwandelte. Inzwischen weiß man, dass mutmaßlich Sprühfontänen an Champagnerflaschen den Brand ausgelöst haben. Die Bilanz dieses Unglücks ist traurig wie verheerend: 40 Menschen starben. 116 wurden verletzt, viele davon schwer, mit heftigsten Verbrennungen am ganzen Körper.
Die Katastrophe hat weltweit große Betroffenheit ausgelöst, aber auch sensibilisiert und zu einer Sicherheitsdebatte geführt. Denn bei allem, was bisher aus den Ermittlungen bekannt ist und über den mutmaßlich eklatant vernachlässigten Brandschutz in der Bar, stellen sich viele Fragen, die man sich überall, also auch in Sachsen, stellen darf. Diese Folge „Thema in Sachsen“ tut genau das.
Es wird gefragt: Wie sicher sind Clubs und Diskotheken im Freistaat? Kann so etwas wie in Crans-Montana auch in Sachsen passieren? Welche Pflichten haben Betreiber, und wie ernst nehmen sie diese? Und weil das für das Feuer in der Schweiz wohl ursächlich war, stellt sich auch die Frage: Darf man eigentlich mit Wunderkerzen, Sprühfontänen – also mit Pyrotechnik – in Clubs einfach so hantieren?
Drei Experten ordnen die Ereignisse in der Schweiz ein und beschreiben, wieso eine solche Katastrophe unter normalen Umständen und bei Einhaltung von Gesetzen in Deutschland eigentlich kaum möglich wäre. Es sprechen:
- Steffen Kache, Betreiber des Clubs Distillery in Leipzig, dem ältesten Techno-Club in Ostdeutschland.
- Felix Martens, Vorstand beim Bundesverband für Pyrotechnik und Kunstfeuerwerk sowie staatlich geprüfter Pyrotechniker
- Nils Witte, Fachbereichsleiter Vorbeugender Brandschutz beim Landesfeuerwehrverband Sachsen sowie Bau- und Sicherheitsingenieur.
Auf einmal ist alles dunkel: Rund 40.000 Haushalte ohne Strom - von jetzt auf gleich. Am 3. Januar hat ein massiver Stromausfall den Südwesten von Berlin mehr oder weniger lahmgelegt. Inzwischen ist klar: Ursache war ein mutmaßlich linksextremistisch motivierter Anschlag an einer sensiblen Stelle des Berliner Stromnetzes.
Die Folgen dieses Anschlags sind weitreichend: Noch bis Donnerstag – also fünf Tage nach dem Ereignis – sollen die Reparaturen andauern. So lange könnten Tausende Stromkunden abgeschnitten bleiben. Kitas und Schulen im betroffenen Bereich sind geschlossen, Kliniken, Pflegeeinrichtungen und Firmen laufen, wenn überhaupt, mit Notstrom.
Der Fall zeigt, wie anfällig die als besonders schützenswert eingestufte Strominfrastruktur ist. Es steht die Frage im Raum: Kann so etwas wie in Berlin auch in Sachsen passieren? Wie sicher ist das Stromnetz im Freistaat? Diese Folge „Thema in Sachsen“ gibt Antworten.
Zu hören sind in dieser Folge diese beiden Gäste:
- Sachsens Innenminister Armin Schuster. Er sagt: „Täter, die hochprofessionell und auch mit purer krimineller Energie vorgehen, denen wird es schon gelingen, solche Taten zu begehen.“ Er betont, dass Sachsen Schwachstellen bei der Infrastruktur genauer in den Blick nimmt: „Wir werden sachsenweit eine Risikogefahrenanalyse machen.“ Zudem weist er auf eine „hybride Bedrohungslage“ hin, die auch durch das Agieren fremder Staaten oder krimineller Strukturen im Ausland permanent bestehe.
- Jens Teuscher, Leiter der Professur für Energie- und Hochspannungstechnik an der TU Chemnitz. Er sagt: „Ein Blackout von der Größenordnung wie in Berlin halte ich in Sachsen nicht für möglich. [...] Mir fällt in Sachsen auch kein Beispiel ein, wo man eine ähnlich große Leitungsbündelung [...] hat.“ Der Experte sieht allerdings auch eine zunehmende Relevanz von Sicherheitsfragen bei der Planung von Netzen.
Feuerwerk zu Silvester verbieten, den freien Verkauf von Pyrotechnik gleich mit. Das fordern Jahr für Jahr verschiedene Petitionen. Mit großer öffentlicher Wahrnehmung trommelte zuletzt auch die bundesweite Initiative „Böller Ciao“ für ein rigoroses Nein zu privat gezündetem Feuerwerk. Dieser haben sich zahlreiche Umwelt- und Tierschutzorganisationen, aber auch Vereine, Verbände und Institutionen des öffentlichen Lebens angeschlossen. Insgesamt sind es 55 unterzeichnende Organisationen, darunter die Bundesärztekammer und die Deutsche Polizeigewerkschaft.
Das Ziel: Die erste Verordnung des Sprengstoffgesetzes zu überarbeiten. Dort „müssen lediglich zwei Sätze [...] gestrichen werden“, heißt es in einem Offenen Brief an Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU), dann könne nicht mehr geböllert werden. Feinstaub, Gewaltexzesse, verschreckte Menschen und Tiere, überlastete Notaufnahmen - die Probleme würden sich de facto in Luft auflösen.
Das klingt ziemlich einfach, aber ganz so leicht, wie es scheint, ist es dann eben doch nicht. In der letzten Folge des Podcasts „Thema in Sachsen“ im Jahr 2025 gehen Sächsische Zeitung und Leipziger Volkszeitung der Sache auf den Grund - und hören sich die Argumente von Gegnern und Befürwortern eines Böllerverbots an.
Es wird gefragt: Was sind eigentlich die Probleme? Ist wirklich jede Form von Feuerwerk gefährlich - oder wäre schon viel geholfen, wenn Verstöße gegen bestehende Regeln konsequent geahndet werden? Könnten Schwerverletzte oder sogar Tote, wie es sie vergangenes Silvester auch wieder in Sachsen gab, vermieden werden, wenn besser gegen den illegalen Vertrieb von Blitzknallern, Kugelbomben und Co. vorgegangen wird? Und ist ein Verbot wirklich der beste Weg zum Bekämpfen eines Problems?
Dass man es sich bei der Suche nach einer Lösung in dieser Debatte nicht leichtmachen kann, wird in dem Podcast deutlich: Schließlich betrifft das Problem alle. Also alle, die Böllern ablehnen und alle, die es mögen. In dieser Folge kommen alle Positionen zu Wort. Angefangen bei einer nicht repräsentativen, aber eindrücklichen Straßenumfrage in Leipzig, wo sich die meisten zufällig befragten Passantinnen und Passanten für ein Böllerverbot aussprechen. Zu hören sind aber auch Ausschnitte einer Debatte im sächsischen Landtag zum Thema - mit Pro- und Kontra-Argumenten.
Zudem erklären in drei ausführlichen Interviews die Vertreter von drei in der Debatte entscheidenden Bereichen ihre Positionen:
- Cathleen Martin, Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft in Sachsen, sie sagt: „Wir sind klar für ein Verkaufsverbot“.
- Erik Bodendieck, Präsident der Landesärztekammer, der einen Vorschlag mit Sprengkraft in die Diskussion einbringt. Er sagt: „Wenn es eine Verletzung gibt, dann muss derjenige in der Notaufnahme [dafür] bezahlen.“
- Felix Martens vom Bundesverband für Pyrotechnik und Kunstfeuerwerk, der in der Debatte die Sachlichkeit vermisst und deutlich auf die Probleme mit illegalem Feuerwerk hinweist.
Schließlich erklärt ein Spezialist der USBV-Gruppe (Unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtungen) aus dem sächsischen Landeskriminalamt die Risiken beim unerlaubten Verwenden von Kugelbomben und Blitzknallern. Und Investigativreporter Valentin Dreher von LVZ und SZ findet auf einem grenznahen Markt in Tschechien heraus, wie leicht es dort trotz Verkaufsverbots nach wie vor ist, gefährliche und nicht zulässige Böller zu bekommen.
In dieser Folge von „Thema in Sachsen“ beschäftigen sich SZ- und LVZ-Reporter Mathias Wöbking und Josa Mania-Schlegel mit grundsätzlichen und konkreten Vorfällen an der Universität Leipzig: Einem Mitarbeiter wird sexuelle Belästigung vorgeworfen, ein Jura-Professor provoziert regelmäßig mit Postings auf seinem privaten "X"-Account. Ein Soziologie-Professor schubste eine studentische Aktivistin im Hörsaal, da sie zu einer Demo aufrief. Studierende fordern Lehrverbot oder Entlassung, doch wie reagiert Universitätsrektorin Eva Inés Obergfell darauf?
Die Episode beleuchtet die Stellungnahme der Rektorin: Sie distanziert sich von diskriminierenden Äußerungen, betont jedoch das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung. Obergfell kündigt zudem eine Verbesserung der Unterstützungsangebote für Studierende. Außerdem wird ein Verhaltenskodex entwickelt, um ein respektvolles Miteinander an der Uni zu sichern.
Im Rückblick auf hitzige Debatten an deutschen Universitäten – Gaza-Krieg, Klimawandel und politische Polarisierung – fasst die Rektorin ihre Sicht zusammen: Die harte, sachliche Diskussion bleibe unverändert Grundlage wissenschaftlicher Debatte, doch anständiges Verhalten sei essenziell.
Fragen oder Anregungen können Sie an: podcast@lvz.de schicken.
Mehr zum Thema:
Der Professor und das Kühlschrank-Posting: Warum provozieren Sie, Herr Drygala? https://kurz.lvz.de/swiq
Spottgedicht auf militante Antifa: Jura-Studierende kritisieren Leipziger Professor
https://kurz.lvz.de/5hx7
Gewaltverherrlichung im Internet? Heidi Reichinnek zeigt Leipziger Uni-Professor an https://kurz.lvz.de/etrc
„Angenommen, diese Vorschläge würden so umgesetzt werden, wie sie jetzt im Raum stehen, dann gehe ich davon aus, dass wir einen Winter des Fan-Protests erleben werden.“ Harald Lange ist Sportwissenschaftler an der Universität Würzburg und Fan-Forscher, und so schätzt er im Podcast „Thema in Sachsen” bei Sächsische.de und Leipziger Volkszeitung ein, was nach der Innenministerkonferenz in dieser Woche auf den deutschen Fußball zukommen könnte.
Von Mittwoch bis Freitag kommen die Minister in Bremen zusammen. Neben vielen anderen Themen steht auch die Gewaltproblematik innerhalb und außerhalb von Stadien auf dem Programm. Konkret soll auf der Grundlage eines Antrags aus Niedersachsen über personalisierte Tickets bei Risikospielen, strengere Einlasskontrollen, verbindliche Konzepte gegen Pyrotechnik und eine verschärfte Stadionverbotsrichtlinie verhandelt werden.
Sind von der Innenministerkonferenz aber tatsächlich weitreichende Beschlüsse zu erwarten? Welche Ziele verfolgt die Politik? Was sagen Fans dazu, die Vereine und Verbände? Der Podcast „Thema in Sachsen“ geht den wichtigsten Fragen nach, spricht mit den Akteuren - und klärt auf.
Die Politikreporterin Franziska Höhnl von SZ und LVZ sowie SZ-Sportchef Tino Meyer berichten im Podcast von ihren mehrwöchigen Recherchen. Außerdem erklärt Fan-Forscher Harald Lange im Interview, welche Folgen härtere Maßnahmen für die Fankultur hätten. Zu Wort kommen auch Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU), die Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft in Sachsen Cathleen Martin, Dynamo-Geschäftsführer Stephan Zimmermann sowie Danny Graupner von der Dresdner Initiative Schwarz-Gelbe Hilfe, die im Dachverband der Fanhilfen organisiert ist.
Die Mitteldeutsche Flughafen AG betreibt die Airports in Dresden und Leipzig/Halle. Es ist kein Geheimnis: die Lage ist alles andere als rosig. Noch nie hat das Unternehmen seit seinem Bestehen eine „schwarze Null“ geschrieben. Für die Eigentümer - das sind die Länder Sachsen und Sachsen-Anhalt, sowie die Städte Dresden, Leipzig und Halle - sind die beiden Standorte rein wirtschaftlich betrachtet ein Zuschussgeschäft.
Im nächsten Jahr soll sich die Lage ändern, die Flughäfen sollen erstmals profitabel sein. Mit Blick auf die Passagierzahlen seit der Corona-Pandemie, einer angespannten Haushaltslage und eher ungünstigen Rahmenbedingungen für die Luftverkehrsbranche stellen sich zwei Fragen. Erstens: Kann das gelingen? Und zweitens: Braucht Sachsen überhaupt zwei große Flughäfen? Antworten darauf gibt diese Folge „Thema in Sachsen“ von Sächsischer Zeitung und Leipziger Volkszeitung.
Zu Gast ist Götz Ahmelmann, der Geschäftsführer der Mitteldeutschen Flughafen AG. In einem exklusiven Interview mitten in der Abflughalle in Dresden macht er deutlich, wie sehr insbesondere dieser Airport unter Druck stehe. Steigende Kosten und veränderten Reisegewohnheiten - insbesondere im Segment der Geschäftsreisen setzten dem Flughafen in Sachsens Landeshauptstadt zu. Auch zur Lage in Leipzig sowie zur Frage, ob die von der Bundesregierung geplanten Entlastungen reichen, antwortet Ahmelmann.
Zudem spricht Frank Bösenberg. Er ist Managing Director des Netzwerks Silicon Saxony, das die Interessen der boomenden Halbleiterbranche vertritt. Wieso dieser Gast bei der Frage nach der Zukunft des Dresdner Flughafens wichtig ist, verrät ein Blick von der Besucherplattform des Terminals in Richtung Norden. Dort baut der Chipgigant TSMC eine Fabrik. Hilft der Boom gegen die Flaute am Flughafen?
Und schließlich ordnet SZ- und LVZ-Reporterin Franziska Höhnl den Konflikt der Länder Sachsen und Sachsen-Anhalt ein. Hinter den Kulissen tobt ein Streit um die Finanzierung der Mitteldeutschen Flughafen AG - und letztlich auch darum, ob es beider Airports überhaupt braucht.
Sachsens Regierung plant die Verlängerung der Mietpreisbremse in den Großstädten Leipzig und Dresden bis Sommer 2027. „Weil es in diesen Städten einen angespannten Wohnungsmarkt gibt“, erklärt Infrastrukturministerin Regina Kraushaar (CDU) im Podcast „Thema in Sachsen“.
Was bedeutet das für Mieter und Vermieter? Hilft die Mietpreisbremse wirklich, um den Wohnungsmarkt zu entspannen? Und wie funktioniert das Instrument eigentlich? Im Podcast diskutieren Anke Matejka, Vorsitzende des Deutschen Mieterbundes in Sachsen, und Alexander Müller, Direktor des Verbandes der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft.
In der Diskussion stellen Matejka und Müller klar heraus, dass sie verschiedene Interessen vertreten. Allerdings, und das macht diese Debatte zu einer lösungsorientierten Suche nach einem Ausweg aus der Mietpreisspirale, sind sich die beiden Diskutierenden in einem entscheidenden Punkt einig: Wie es auch in Sachsen beim Bauen schneller gehen könnte.
Die von Bundeskanzler Friedrich Merz mit mehreren Aussagen bei verschiedenen Pressekonferenzen entfachte Debatte ums „Stadtbild“ bewegt aktuell die ganze Bundesrepublik. Was meint der Kanzler, wenn er sagt, es gebe „natürlich immer im Stadtbild noch dieses Problem“ – und warum verweist er ausgerechnet auf die Töchter des Landes, wenn man ihn bittet zu erklären, was genau gemeint ist?
Erst, und das war in den vergangenen Tagen zu beobachten, als die Empörungsmaschine richtig anlief, weil sich Menschen mit Migrationsgeschichte angegriffen und Frauen instrumentalisiert fühlten, ruderte der Kanzler ein Stück zurück. Gemeint seien nicht die Ausländer, die man in Deutschland brauche, sondern die, die eigentlich gar nicht hier sein wollten oder hier sein sollten.
Im Podcast „Thema in Sachsen“ stellen Sächsische.de und Leipziger Volkszeitung die Frage: Warum stößt der Bundeskanzler nahezu ohne Not diese Debatte an? Warum bläst er sie erst auf, um am Ende dann doch stückweise zurückzurudern? Was bringt das jetzt alles - und vor allem wem? Und: Wie fühlen sich Personen, die sich von den Aussagen direkt angesprochen fühlen?
Im Podcast sprechen nacheinander der Leipziger Unternehmer und Sohn irakischer Einwanderer Ramin AlKhakani, die Dresdner Journalistin und Frauenrechtsexpertin Romina Stawowy sowie Janek Treiber, Politikwissenschaftler an der TU Dresden.
Zudem gehen SZ- und LVZ-Reporter mitten hinein ins „Stadtbild“ - in Leipzig auf der Eisenbahnstraße und in Dresden am Wiener Platz nahe dem Hauptbahnhof. Beide Orte gelten als Hotspots für Kriminalität. Vor Ort fragen sie Menschen, ob sie sich sicher fühlen in ihren Städten, wie sie über Migration, Ausländer, Kriminalität, Polizeipräsenz und die Politik denken.
Zwischen Feldern und einem Wald nahe Triebel im Vogtland liegt das Vipassana-Meditationszentrum. Der Name ist Programm: Hier können Menschen an einem zehntägigen Meditationskurs teilnehmen, der auf der sogenannten Vipassana-Lehre von Satya Narajan Goenka basiert. Die Methode verspricht Einsicht durch intensives, strenges Training: zehn Tage Schweigen, feste Abläufe, kaum Kontakt zur Außenwelt. Vom Band werden spirituelle Anweisungen des 2013 verstorbenen Hindu-Lehrers Goenka abgespielt: „Du musst alle Regeln befolgen. Eine Regel ist: Für zehn Tage bist du in einem Gefängnis.“
Sich einsperren, um sich mental freizumachen? Wie soll das gehen? Und tut das den Teilnehmerinnen und Teilnehmern gut oder handelt es sich dabei gar um die Praktiken einer Sekte? Diesen Fragen ist Reporterin Denise Peikert von Leipziger Volkszeitung und Sächsischer Zeitung auf den Grund gegangen. In dieser Folge berichtet sie von ihren Erlebnissen, spricht mit Experten und lässt Menschen, die an den Meditationen teilgenommen haben, erzählen. Während einer immer wieder in das "Gefängnis" zurückmöchte, berichten andere von ernsten psychischen Problemen, die sie dort entwickelt hätten ...
Mehr zu diesem Thema lesen Sie auch auf lvz.de und sächsische.de. Folgen Sie dem Podcast auch gern, um keine Episode mehr zu verpassen und lassen Sie eine Bewertung da!
Und noch PS in eigener Sache: Diese Folge erscheint mit frischen Klängen im Intro und einer neuen Stimme. Nicole Grziwa, Audio- und Social-Media-Redakteurin aus Leipzig, ist neu dabei als Host im Podcast "Thema in Sachsen".























