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Cabeceo - Gespräche über den Tango Argentino
Cabeceo - Gespräche über den Tango Argentino
Author: Heinz Duschanek
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© Heinz Duschanek
Description
Tango Argentino gut zu tanzen ist wohl für viele Personen eine Herausforderung. Diese Herausforderung setzt sich aus vielen kleineren und größeren Herausforderungen zusammen: die Einladung zum Tanz mittels Cabeceo; die Umarmung; Tanz-Elemente wie Caminata, Ocho, Parada, Boleo, Sacada, Giro, Gancho, etc.; komplexe Sequenzen; das Prinzip von Lead und Follow; das fortwährende Improvisieren zu den Melodien und musikalischen Stimmen; die Körperhaltung und die Balance.
Groß ist aber dann die Belohnung für die oft langjährigen Bemühungen. So groß, dass manche von einer regelrechten Sucht sprechen.
In diesem Podcast begegne ich Menschen, die sich intensiv mit dem Tango Argentino auseinandersetzen. Möglicherweise ist das Darüber-Sprechen eine Sucht-Therapie. Aber will man vom Tango Argentino wirklich loskommen?
Ein Podcast von Heinz Duschanek, Wien
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Groß ist aber dann die Belohnung für die oft langjährigen Bemühungen. So groß, dass manche von einer regelrechten Sucht sprechen.
In diesem Podcast begegne ich Menschen, die sich intensiv mit dem Tango Argentino auseinandersetzen. Möglicherweise ist das Darüber-Sprechen eine Sucht-Therapie. Aber will man vom Tango Argentino wirklich loskommen?
Ein Podcast von Heinz Duschanek, Wien
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42 Episodes
Reverse
In Teil 2 des Gesprächs mit Nicole Nau setzen wir fort über die kulturellen Wurzeln und die „Wahrheit“ des Ursprungs des Tango Argentino. Wir sprechen über Bewegung und Technik, über das Rollenverständnis: Mann und Frau statt Leader und Follower, und was Nicole Nau am modernen Tango-Betrieb kritisiert.
Nicole Nau sieht den Tango als „urbane Folklore“, die aus dem Schrei nach Befreiung unterdrückter Gruppen wie Sklaven und Gauchos entstanden ist. Der Tango sei im Kern „schwarze Musik“, synkopische Rhythmen vermischen sich mit der indigenen Melancholie. Die oft erzählten Bordell-Geschichten bezeichnet sie als bloße „Filmkulisse“ und kommerzielle Nebenschauplätze, die der Ernsthaftigkeit und kulturellen Tiefe des Tanzes nicht gerecht werden.
Ein zentrales Thema ist die technische Einzigartigkeit des Tangos, die Nau vor allem in der Beinarbeit im Raum des Partners sieht – ein Merkmal, das den Tango von allen anderen Tänzen der Welt unterscheidet. Figuren wie der Ocho (die Acht) entstanden ursprünglich, weil die Menschen in sandigem Boden tanzten und die Figuren dort sichtbar wurden. Die Tänzerin plädiert dafür, die ursprüngliche „wellige, runde und freie“ Form des Tangos zu bewahren, anstatt ihn in moderne, lineare und viereckige Schemata zu pressen.
Die Begriffe „Leader“ und „Follower“ lehnt sie ab, da diese die kulturelle Essenz von Mann und Frau im Tango nicht erfassen. Der Mann ist die „Säule“ und der Rahmen; er bewegt nicht die Frau direkt, sondern er bewegt den Raum, in dem die Frau tanzt. Und die Frau ist keine passive Folgende, sondern eine aktive Tänzerin, die ihren "Eigensinn“ und ihre Stärke in den Dialog einbringt.
Die Profitänzerin und Choreografin Nicole Nau ist in Düsseldorf geboren, und lebt seit Jahrzehnten in Buenos Aires. Gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem Tänzer Luis Pereyra, erforscht sie die ursprünglichen Wurzeln des Tango Argentino, und präsentiert das Ergebnis sowohl im Buch "Der Klang meiner Erde" als auch in einer Show.
Vielfach kolportiert wird die Entstehung des Tango Argentino in verruchten Hafenvierteln in der Gegend des Rio de la Plata. Das Künstlerpaar Nicole Nau und Luis Pereyra stellen dagegen die These auf, dass der Tango viel „argentinischer“ ist als bisher angenommen und dass seine Wurzeln in der ländlichen Folklore sowie in der der vorkolumbianischen indigenen Kultur liegen. Der Tango habe seine Basis im „Tanzen in Erde und Sand“. Der Gaucho ist die zentrale Figur, die sich zum städtischen Compadre und damit zum Tangotänzer wandelte.
Im Teil 1 des Gesprächs (diese Episode) erzählt Nicole Nau über die Ursprünge des Tango Argentino, über den Unterschied - den es nicht geben sollte - zwischen dem Tanzen auf der Bühne und im sozialen Kontext der Milonga, über ihre Kritik am modernen Tango und an Wettbewerben, wie den jährlichen Weltmeisterschaften. Tango ist für sie eine „ernste Angelegenheit“. Der Tango sei ein ritueller, fast heiliger Moment der Begegnung.
Mit ihrem Ehemann Luis Pereyra und ihrer Company El Sonido de mi Tierra tourt sie durch die ganze Welt. Die Kraft des Tango stammt aus der „Kraft der Erde“ und der Geschichte unterdrückter Völker, das ist der Kernpunkt der aktuellen Show VIDA. Zu sehen ist sie in Österreich und Deutschland im Februar und März 2026, und dann nochmals 2027.
Wer Tango tanzt, macht viel für die eigene Gesundheit. Denn Berührung, ohne die Tango Tanzen kaum möglich ist, gehört zu den Grundbedürfnissen des Menschen. Und die Dosis an Berührung ist auf Milongas ja außergewöhnlich hoch.
Wie kommt es zur gesundheitsfördenden Wirkung von Berührung? Die Haut ist das Organ, an dem unser Selbstbewusstsein, unsere Identität hängt und das über eine eigene Intelligenz verfügt. Wie entsteht das Wohlgefühl einer sanften Berührung? Was passiert dabei im Körper? Welche Arten von Berührung gibt es, und wer darf uns wie berühren?
In dieser Episode spreche ich darüber mit der Massage- und Körpertherapeutin Gabriele Mariell Kiebgis. Gemeinsam mit Prof. Dr. Bruno Müller-Oerlinghausen hat sie das Buch "Berührung: Warum wir sie brauchen, und wie sie uns heilt" geschrieben. Weiters hat Gabriele Mariell Kiebgis auch das Buch "Lehrbuch der Psychoaktiven Massage (PAM): Berührung als integrativ-komplementäre Therapie" gemeinsam mit anderen Autor/innen verfasst. Darin stellt sie die theoretischen Grundlagen sowie die Praxis einer berührungstherapeutischen Methode vor, die dem Grundbedürfnis nach Berührung gerecht wird und präventiv die psychophysische Gesundheit fördert.
Bei soviel Beschäftigung mit Berührung ist es kein Zufall, dass Mariell auch begeisterte Tangotänzerin ist, und ihr eigene Milonga "mare Tango" in Kressbronn am Bodensee veranstaltet.
Einem Teil der Tango-Community ist Buenos Aires ziemlich egal. Andere schwärmen von einer Reise ins Mekka des Tango Argentino, und sie wollen es nicht bei einem einzigen Aufenthalt bleiben lassen. Petra Wimmer (nachzuhören in Episode 4 des Cabeceo Podcast) ist sogar von Österreich nach Buenos Aires gezogen.
Barbara Fiala ist noch nicht soweit, sie hat im November 2025 ihre erste Reise in die Hauptstadt Argentiniens und des Tangos gemacht. Josef Herget, der zweite Gesprächspartner, hält sich dagegen seit Jahren regelmäßig dort auf, und kennt daher die Sitten und Gebräuche mittlerweile sehr gut.
Mit 1. Dezember 2025 gibt es bei SaTho Tango in Wien keine Gruppenkurse mehr und keine Milongas. Damit geht eine Ära in Wien zu Ende.
Was braucht es zum Tango-Tanzen neben dem Partner/der Partnerin? Genau, die Musik. Auf Milongas in Europa tanzen wir hauptsächlich zu Musik aus der Konserve, eher selten zu Live-Musik. Und wenn, dann gestaltet sich das häufig schwieriger, als die Bewegung zu „Poema“ in der Francisco Canaro & Roberto Maida Version aus 1935. Diese Version ist auf nahezu jeder traditionellen Milonga zu hören, erfahrene Tänzer kennen jeden Ton und jedes Knacksen der Schellack.
Aber wie geht es Musikerinnen und Musikern, die heutzutage Tango-Musik spielen? Was hat sie dazu gebracht, warum bleiben sie dabei und wie geht es ihnen denn selbst bei Live-Auftritten vor Tänzern? Auf welche rhythmischen Grund-Muster treffen sie im Tango?
Im Tango-Gespräch mit Balász Ekker und Alice Guschelbauer.
Seine Kritik an der soeben gezeigten Tanz-Leistung kann so manche prominente Persönlichkeit zur Verzweiflung treiben. In der ORF-Sendung "Dancing Stars" konfrontiert der Tanz-Profi Balász Ekker als Juror die prominenten Teilnehmer mit den Schwächen, und natürlich auch mit den Stärken der Tanzvorführung, die die prominente Persönlichkeit gemeinsam mit einem weiteren Tanz-Profi einstudiert und soeben live vor Millionenpublikum aufgeführt hatte. Auch Alice Guschelbauer war in etlichen Staffeln der Sendung die Tanz-Partnerin von Prominenten.
Miriam und Thomas Jakoby bereichern die Wiener Tangoszene schon seit Jahren. Seit einigen Jahren kennt man auch ihre Tochter, die in eine echte Tangobeziehung hineingeboren wurde. Miriam teilt auf Facebook regelmäßig ihre Gedanken und Reflektionen zum und über den Tango mit, Thomas setzt den Tango auch in seiner Coaching Arbeit ein. Beruflich tritt er als "Lebenstangocoach" auf.
Die geborene Russin zeigt Tango, unterrichtet Tango, schreibt über Tango und lebt Tango in Paris. Im Juni 2025 ist der dritte Band ihrer kleinen Essay Serie "Why Tango" auf deutsch erschienen. Ein guter Anlass zu diesem Gespräch mit Veronica.
Warum Tango, Veronica?
Die gebürtige Oberösterreicherin Magdalena Maria Fuchs hat Kunstgeschichte studiert, und übt heute ihren Beruf in Buenos Aires aus. Dorthin hatte sie 2023 der Tango Argentino nach einem Erstbesuch im Jahr 2019 für längere Zeit gelockt.
Es ist ein wunderbarer Ostersonntag im April 2025 in Berlin. Die Sonne scheint, und vor mir liegt der dritte Workshop-Tag zu "Tango Nuevo: Colgadas, Volcadas & Soltadas" im Studio "Tangotanzen macht schön". Davor aber noch besuche ich die beiden Gründer/innen Rafael Busch und Susanne Optiz für die Aufnahme zum Gespräch über die Kraft und den Einfluß des Tango Argentino auf das Leben.
Die Autorin und Verlegerin Lea Martin empfängt mich an einem sonnigen Freitag vor Ostern in ihrer Wohnung in Berlin. Sie räumt den Schreibtisch frei, um Platz zu schaffen für das Aufnahmegerät, wir befestigen die Mikrofone an der Kleidung, und nach einem kurzen Vorgespräch läuft die Aufnahme unseres Gesprächs. Das dreht sich um die Verlockungen im Tango Argentino, um das Wahrnehmen von Fiktion und Realität, und warum sie lieber einmal nach Istanbul reisen möchte statt nach Buenos Aires. Kurz reden wir mittendrin auch über Leas soziales Herzensthema, finanzielle Gewalt an Frauen.
Beiden geht es im Tango-Unterricht so wie allen, die mit dieser Tanzrichtung beginnen. Es ist eben nicht ganz so einfach.
In Teil 2 dieser zweiteiligen Miniserie über Herrenbekleidung befasst sich Roger Hailwax, Tango-Tänzer und Experte für Gentleman-Style, mit Unterwäsche, Socken und Stutzen, der Krawatte, dem Stecktuch, und was sich Männer unbedingt selbst beschaffen sollten.
Roger Hailwax beschäftigt sich schon seit Jahrzehnten mit eleganter Herrenbekleidung, das ist sein Hobby neben dem Tango Tanzen. Grund genug, ihn als Experten zu Thema elegante Herrenkleidung einzuladen.
Michael A. Grimm stellt im Film "Tanze Tango mit mir" einen Mann dar, der in der Mitte seines Lebens den Tango entdeckt. Und erst einmal heimlich Tango-Stunden nimmt. Wir sprechen über die Dreharbeiten.
Wojciech Czaja ist Architekturkritiker, Autor, Jornalist, Coach und Fotograf. Zum Ausgleich tanzt er Tango Argentino. In dieser Episode spricht er über seine Beobachtungen des Tango Argentino, das Rollenverständnis und über Queer-Tango.
Auch Sylvia und Bernd Schumacher hatten mit dem Grundschritt des Tango Argentino begonnen. Heute organisieren sie ihre eigene Milonga, unterrichten, und stellen ein Festivalito in Wien auf die Beine.
Iwan Harlan hat 2017 eine Tango Männer-Runde gegründet, die Tangochicos. Er will damit auch zurück zu den Tango-Wurzeln, zum Tanz unter Männern mit Männern. Sprechen wir doch über das Thema „Mann“, das Kind im Mann finden, zulassen, integrieren, mit ihm spielen, über sich selbst lachen oder weinen.
Die Profi-Musikerin ist vom Wunsch beseelt, Tandas gemeinsam mit den jeweiligen Tango-Partner:innen in bester Verbundenheit und Musikalität umzusetzen.























