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Diagonal gefragt

Author: ORF Ö1

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Bewegende Gespräche für bewegte Zeiten – das Talkformat im Ö1 Feuilleton "Diagonal“.
115 Episodes
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Verehrung der Jugend

Verehrung der Jugend

2026-01-3113:29

Wir verehren die Jugend und führen uns auf wie Kinder. Das ist, verknappt, die Gegenwartsdiagnose des US-amerikanischen Romanisten und Kulturphilosophen Robert Harrison. Er ist emeritierter Professor an der Stanford University in Kalifornien und Autor des Buches „Ewige Jugend. Eine Kulturgeschichte des Alterns“. Was bedeutet es, heute alt oder jung zu sein? Welche Folgen hat der allgegenwärtige Jugendwahn für unsere Gesellschaft? Solche und ähnliche Fragen stellt ihm Hannah Balber.
Die Performerin, Musikerin, Filmemacherin, Geschichtenerzählerin, Multi-Mediakünstlerin, Geigen-Virtuosin, praktizierende Buddhistin und Witwe von Lou Reed hat mit Petra Erdmann das Studio 3 des Wiener Funkhauses besucht: ein architekturhistorisches Juwel mit besonderer Aufnahmeakustik. Die neugierig, unprätentiös und freundlich wirkende Laurie Anderson zeigte sich selbstredend beeindruckt von den historischen Gemälden an den Studiowänden. Sie stammen aus dem Jahr 1937, von der Kunsthandwerkerin und Malerin Hilda Jesser, die für die Wiener Werkstätte tätig war.
Giacomo Casanova, vor 300 Jahren am 2. April 1725 in Venedig geboren, war mehr als ein Casanova. Er war ein hochgebildeter, getriebener und politisch aufmerksamer Kommunikator, der 43 Bücher geschrieben, halb Europa bereist hat und dafür rund 65.000 km mit Kutsche, Pferd und Schiff zurückgelegt hat. Lothar Müller hat zwei aktuelle Bücher über Casanova verfasst. Eine Reiselesebuch Venedig sowie „Die Feuerschrift. Giacomo Casanova und das Ende des alten Europa“. Beide sind im Wagenbach Verlag erschienen. Ines Mitterer im Gespräch mit dem deutschen Autor und Literaturwissenschafter.
Frankreich und das Meer – beides spielte im Leben von Friedensreich Hundertwasser eine große Rolle. Wenn er in Paris war, besuchte er oft die Künstlerin Ida Szigethy – aus einem Treffen in Wien war eine lebenslange Künstlerfreundschaft geworden, mit großer gegenseitiger Wertschätzung. Ines Mitterer hat sie in ihrem Wohnzimmeratelier im 9. Bezirk in Wien getroffen, wo sie nach jahrzehntelangen Aufenthalten im Ausland heute lebt.
Lemmy Kilmister - Gründer, Bassist, Sänger und einziger Fixstern der Rockband "Motörhead" ist vor zehn Jahren gestorben, am 28. Dezember 2015 und vor 80 Jahren am 24. Dezember 1945 in die Welt gerutscht. Die legendäre britische Band Motörhead wurde vor 50 Jahren gegründet. Wie lässt sie sich rockhistorisch einordnen? Hardrock, Heavy Metal oder einfach schneller Rock n Roll? Und welche Rollen spielte Lemmy, die ikonische Outlawfigur? Thomas Mießgang im Gespräch mit dem Musikwissenschaftler Dietmar Elflein („Schwermetallanalysen. Die musikalische Sprache des Heavy Metal“, Transcript, 2010)
Was löst Horror und Angst in uns aus? An der Universität in Aarhus, an der Abteilung für Kultur, Kognition und Computertechnik studiert der dänische Kognitionswissenschaftler Marc Andersen die Ausprägungen von menschlicher Furcht anhand von verschiedenen Unterhaltungsstrategien im Horror-Genre. Gemeinsam mit seinem Kollegen, dem Medienwissenschaftler Mathias Clasen forscht Andersen im „Recreational Fear Lab“, dem „Labor für Freizeitangst“. Dort hat er herausgefunden, warum und wovor wir uns gerne gruseln. Petra Erdmann im Gespräch mit Marc Andersen.
Hannah Arendt, eine der bedeutendsten politischen Theoretikerinnen des 20. Jahrhunderts ist am 4. Dezember 1975 gestorben. Anlässlich ihres 50. Todestages spricht Günter Kaindlstorfer mit der Arendt Biografin Grit Straßenberger über die widerspenstige Philosophin („Die Denkerin. Hannah Arendt und ihr Jahrhundert“. C.H. Beck, 2025)
Kahnawà:ke, im Süden von Montreal gelegen, ist das größte Reservat in der Provinz Quèbec: eine lebendige Kleinstadt, kein Museum und keine erstarrte Erinnerungsstätte indigener Kultur und Identität. Ein gegenwärtiger Ort, wo stolz und - je nach politischer Einstellung - mehr oder weniger selbstbestimmt gelebt wird. Auch wenn sich zwischen Kahnawà:ke und der Großstadt Montreal noch immer zwei getrennte Welten auftun. Ein Bericht von Petra Erdmann.
300 Jahre Vampirismus

300 Jahre Vampirismus

2025-11-1548:10

Im Sommer 1725 tauchte in einem Bericht der Wiener Zeitung, damals "Wienerisches Diarium", über ein serbisches Dorf erstmals das Wort "Vampyr" auf. In der Popkultur sind die Blutsauger mit Biss seither nicht tot zu kriegen. Vampire sind Projektionsflächen für das, was Gesellschaften bewegt: für die Angst vor Fremdem und Unkontrollierbarem, für den Wunsch nach Unsterblichkeit, für Begehren, Macht und Grenzüberschreitung. Hannah Balber im Gespräch mit Clemens Ruthner, Kulturwissenschaftler und Vampirologe.
Christian Scheib im Gespräch mit der Historikerin, Autorin und Strauss-Expertin Marie-Theres Arnbom über die frivolen Anfänge der Operette im Paris Mitte des 19. Jahrhunderts, über deren Transfer durch Johann Nestroy nach Wien ans Carltheater in der Leopoldstadt, über die Zensur in Paris und in Wien, über das spätere, auch für die Operette desaströse Wirken der Nationalsozialisten, und den Einstieg des Walzerkönigs Johann Strauss ins Operettengeschäft mit Werken wie der „Fledermaus“ oder der „Nacht in Venedig“.
Dem sogenannten Westen drohe "der Niedergang", ein "Umbruch", ein "Endspiel", das Ende. So tönt es im Westen, im Osten, im globalen Süden, und falls die Trumpisten Grönland in Besitz nehmen, dann wohl auch im hohen Norden. Über die neue Welt-Unordnung in Europa spricht Erich Klein mit dem Politologen Ivan Krastev . ("Europadämmerung. Ein Essay", Suhrkamp, 2017)
Die inzwischen 78-jährige, in Belgrad geborene Künstlerin Marina Abramovic ist eine der wichtigsten zeitgenössischen Künstlerinnen. Sie gilt als Begründerin der modernen Performance und hat mit ihren legendären Auftritten Kunstgeschichte geschrieben. Aktuell ist ihr in der Wiener Albertina modern eine Ausstellung gewidmet. Ines Mitterer hat die „unerbittliche Schmerzensfrau“ zu einem Gespräch (auf Englisch) getroffen.
Eric Wrede ist Deutschlands bekanntester Bestatter. In seinen 20ern noch Musikmanager, macht er auf der Suche nach dem Sinn des Lebens mit Anfang 30 die Ausbildung zum Bestatter und Trauerbegleiter und gründet anschließend das Berliner Bestattungsinstitut "lebensnah". In seinem Podcast "The End" diskutiert er seit 7 Jahren mit unterschiedlichsten Gästen über den Tod, die daraus entstandenen Bücher sind zu Bestsellern geworden.Horst Widmer hat mit Eric Wrede über die allerletzten Dinge gesprochen und darüber, wie es gelingen kann, sie sowohl mit Angehörigen als auch öffentlich zur Sprache zu bringen.
Der freie Zugang zum Wasser, zu Stränden und Ufern ist nicht selbstverständlich, Seegrundstücke sind zum Beispiel am Attersee und am Wörthersee zu mehr als zwei Drittel privat. Im Gespräch mit Nicole Dietrich erläutert Sabine Knierbein, Assoziierte Professorin für Stadtkultur und öffentlicher Raum an der Fakultät für Architektur und Raumplanung der TU Wien, inwiefern der soziale und volkswirtschaftliche Mehrwert von öffentlich zugänglichen Badeufer- und Erholungszonen unterschätzt wird.
Als Ehefrau von John Lennon ist Yoko Ono im kollektiven Gedächtnis fix abgespeichert, weniger bekannt ist, dass die Avantgarde-Künstlerin in der Kunstwelt eigenwillig zu punkten versteht. Aktuell ist eine Einzelschau der 92-Jährigen im Berliner Gropius Bau in Berlin zu sehen. Ebenso kürzlich erschienen: eine Biografie mit dem Titel "Yoko" von David Sheff. 2014 hat Ines Mitterer Yoko Ono im Hotel Sacher getroffen, nachdem sie den Goldenen Löwen in Venedig für ihr Lebenswerk erhalten hatte. Als große Verehrerin von Arnold Schönberg hat Yoko Ono Wien wiederholt u meist inkognito besucht.
Das Hamas Massaker am 7. Oktober 2023 und die humanitäre Katastrophe in Gaza haben den linken progressiven Kunst- und Kulturbetrieb gespalten. „Gaza“ ist zum Reizwort geworden, besonders dort, wo sich Wokeness und Theorien des Postkolonialismus treffen. Wie kann man sich empathisch und fair zu diesem Konflikt verhalten? Philipp Hübl hat sich über die Dynamiken der Empörung Gedanken gemacht. Sein Buch „Moralspektakel. Wie die richtige Haltung zum Statussymbol wurde und warum das die Welt nicht besser macht“ (Siedler Verlag) wurde 2024 mit dem Tractatus-Preis für philosophische Essayistik“ ausgezeichnet. Nicole Dietrich hat nachgefragt.
Verehrung der Jugend

Verehrung der Jugend

2025-06-2813:29

Wir verehren die Jugend und führen uns auf wie Kinder. Das ist, verknappt, die Gegenwartsdiagnose des US-amerikanischen Romanisten und Kulturphilosophen Robert Harrison. Er ist emeritierter Professor an der Stanford University in Kalifornien und Autor des Buches „Ewige Jugend. Eine Kulturgeschichte des Alterns“. Was bedeutet es, heute alt oder jung zu sein? Welche Folgen hat der allgegenwärtige Jugendwahn für unsere Gesellschaft? Solche und ähnliche Fragen stellt ihm Hannah Balber.
Die Performerin, Musikerin, Filmemacherin, Geschichtenerzählerin, Multi-Mediakünstlerin, Geigen-Virtuosin, praktizierende Buddhistin und Witwe von Lou Reed hat mit Petra Erdmann das Studio 3 des Wiener Funkhauses besucht: ein architekturhistorisches Juwel mit besonderer Aufnahmeakustik. Die neugierig, unprätentiös und freundlich wirkende Laurie Anderson zeigte sich selbstredend beeindruckt von den historischen Gemälden an den Studiowänden. Sie stammen aus dem Jahr 1937, von der Kunsthandwerkerin und Malerin Hilda Jesser, die für die Wiener Werkstätte tätig war.
Ungarns autokratischer Premier Orban – heißt es gelegentlich - träume von einem Ungarn, das es nie gab. Das stimmt nicht ganz. So wurden zum Beispiel einige ungarische Schriftsteller aus der Zwischenkriegszeit, damals treue Diener des autoritären Admirals Horty, in aktuelle Lehrpläne aufgenommen. Ungarns Schüler lesen heute den Schrott von vorgestern. Erich Klein sprach darüber mit dem Kultur- und Literaturwissenschaftler Laszlo Földenyi, bei uns bekannt durch seine Bücher über Melancholie, schwarze Romantik, über Kleist und Caspar David Friedrich. Földenyi spricht auch über die vergebene Chancen der ungarischen Literatur und warum in den letzten zehn Jahren mehr als doppelt so viele junge Ungarn das Land verlassen haben als nach dem Aufstand des Jahres 1956. Erich Klein im Gespräch mit Laszlo Földenyi.
"Hinschauen! Poglejjmo. Kärnten und der Nationalsozialismus" heißt die zweisprachige Sonderausstellung "Hinschauen! Poglejjmo. Kärnten und der Nationalsozialismus" im baulich und inhaltlich rundumerneuerten kärnten.museum Klagenfurt. Ein Team rund um den Historiker Peter Pirker und die Kuratoren der section.a macht nicht nur Vergessenes und Verschwiegenes sichtbar, sondern hat auch neue Erkenntnisse geborgen. Etwa, dass schon im Jahr 1938 mit der Kartografierung der slowenischen Bevölkerung und ihres Besitzes angefangen wurde - Grundlage für die Enteignungen, Vertreibungen und Deportationen ab 1942. Ines Mitterer im Gespräch mit Co-Kurator Andreas Kristof.
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