DiscoverDiagonal gefragt
Diagonal gefragt
Claim Ownership

Diagonal gefragt

Author: ORF Ö1

Subscribed: 25Played: 349
Share

Description

Bewegende Gespräche für bewegte Zeiten – das Talkformat im Ö1 Feuilleton "Diagonal“.
109 Episodes
Reverse
Hannah Arendt, eine der bedeutendsten politischen Theoretikerinnen des 20. Jahrhunderts ist am 4. Dezember 1975 gestorben. Anlässlich ihres 50. Todestages spricht Günter Kaindlstorfer mit der Arendt Biografin Grit Straßenberger über die widerspenstige Philosophin („Die Denkerin. Hannah Arendt und ihr Jahrhundert“. C.H. Beck, 2025)
Kahnawà:ke, im Süden von Montreal gelegen, ist das größte Reservat in der Provinz Quèbec: eine lebendige Kleinstadt, kein Museum und keine erstarrte Erinnerungsstätte indigener Kultur und Identität. Ein gegenwärtiger Ort, wo stolz und - je nach politischer Einstellung - mehr oder weniger selbstbestimmt gelebt wird. Auch wenn sich zwischen Kahnawà:ke und der Großstadt Montreal noch immer zwei getrennte Welten auftun. Ein Bericht von Petra Erdmann.
300 Jahre Vampirismus

300 Jahre Vampirismus

2025-11-1548:10

Im Sommer 1725 tauchte in einem Bericht der Wiener Zeitung, damals "Wienerisches Diarium", über ein serbisches Dorf erstmals das Wort "Vampyr" auf. In der Popkultur sind die Blutsauger mit Biss seither nicht tot zu kriegen. Vampire sind Projektionsflächen für das, was Gesellschaften bewegt: für die Angst vor Fremdem und Unkontrollierbarem, für den Wunsch nach Unsterblichkeit, für Begehren, Macht und Grenzüberschreitung. Hannah Balber im Gespräch mit Clemens Ruthner, Kulturwissenschaftler und Vampirologe.
Christian Scheib im Gespräch mit der Historikerin, Autorin und Strauss-Expertin Marie-Theres Arnbom über die frivolen Anfänge der Operette im Paris Mitte des 19. Jahrhunderts, über deren Transfer durch Johann Nestroy nach Wien ans Carltheater in der Leopoldstadt, über die Zensur in Paris und in Wien, über das spätere, auch für die Operette desaströse Wirken der Nationalsozialisten, und den Einstieg des Walzerkönigs Johann Strauss ins Operettengeschäft mit Werken wie der „Fledermaus“ oder der „Nacht in Venedig“.
Dem sogenannten Westen drohe "der Niedergang", ein "Umbruch", ein "Endspiel", das Ende. So tönt es im Westen, im Osten, im globalen Süden, und falls die Trumpisten Grönland in Besitz nehmen, dann wohl auch im hohen Norden. Über die neue Welt-Unordnung in Europa spricht Erich Klein mit dem Politologen Ivan Krastev . ("Europadämmerung. Ein Essay", Suhrkamp, 2017)
Die inzwischen 78-jährige, in Belgrad geborene Künstlerin Marina Abramovic ist eine der wichtigsten zeitgenössischen Künstlerinnen. Sie gilt als Begründerin der modernen Performance und hat mit ihren legendären Auftritten Kunstgeschichte geschrieben. Aktuell ist ihr in der Wiener Albertina modern eine Ausstellung gewidmet. Ines Mitterer hat die „unerbittliche Schmerzensfrau“ zu einem Gespräch (auf Englisch) getroffen.
Eric Wrede ist Deutschlands bekanntester Bestatter. In seinen 20ern noch Musikmanager, macht er auf der Suche nach dem Sinn des Lebens mit Anfang 30 die Ausbildung zum Bestatter und Trauerbegleiter und gründet anschließend das Berliner Bestattungsinstitut "lebensnah". In seinem Podcast "The End" diskutiert er seit 7 Jahren mit unterschiedlichsten Gästen über den Tod, die daraus entstandenen Bücher sind zu Bestsellern geworden.Horst Widmer hat mit Eric Wrede über die allerletzten Dinge gesprochen und darüber, wie es gelingen kann, sie sowohl mit Angehörigen als auch öffentlich zur Sprache zu bringen.
Der freie Zugang zum Wasser, zu Stränden und Ufern ist nicht selbstverständlich, Seegrundstücke sind zum Beispiel am Attersee und am Wörthersee zu mehr als zwei Drittel privat. Im Gespräch mit Nicole Dietrich erläutert Sabine Knierbein, Assoziierte Professorin für Stadtkultur und öffentlicher Raum an der Fakultät für Architektur und Raumplanung der TU Wien, inwiefern der soziale und volkswirtschaftliche Mehrwert von öffentlich zugänglichen Badeufer- und Erholungszonen unterschätzt wird.
Als Ehefrau von John Lennon ist Yoko Ono im kollektiven Gedächtnis fix abgespeichert, weniger bekannt ist, dass die Avantgarde-Künstlerin in der Kunstwelt eigenwillig zu punkten versteht. Aktuell ist eine Einzelschau der 92-Jährigen im Berliner Gropius Bau in Berlin zu sehen. Ebenso kürzlich erschienen: eine Biografie mit dem Titel "Yoko" von David Sheff. 2014 hat Ines Mitterer Yoko Ono im Hotel Sacher getroffen, nachdem sie den Goldenen Löwen in Venedig für ihr Lebenswerk erhalten hatte. Als große Verehrerin von Arnold Schönberg hat Yoko Ono Wien wiederholt u meist inkognito besucht.
Das Hamas Massaker am 7. Oktober 2023 und die humanitäre Katastrophe in Gaza haben den linken progressiven Kunst- und Kulturbetrieb gespalten. „Gaza“ ist zum Reizwort geworden, besonders dort, wo sich Wokeness und Theorien des Postkolonialismus treffen. Wie kann man sich empathisch und fair zu diesem Konflikt verhalten? Philipp Hübl hat sich über die Dynamiken der Empörung Gedanken gemacht. Sein Buch „Moralspektakel. Wie die richtige Haltung zum Statussymbol wurde und warum das die Welt nicht besser macht“ (Siedler Verlag) wurde 2024 mit dem Tractatus-Preis für philosophische Essayistik“ ausgezeichnet. Nicole Dietrich hat nachgefragt.
Verehrung der Jugend

Verehrung der Jugend

2025-06-2813:29

Wir verehren die Jugend und führen uns auf wie Kinder. Das ist, verknappt, die Gegenwartsdiagnose des US-amerikanischen Romanisten und Kulturphilosophen Robert Harrison. Er ist emeritierter Professor an der Stanford University in Kalifornien und Autor des Buches „Ewige Jugend. Eine Kulturgeschichte des Alterns“. Was bedeutet es, heute alt oder jung zu sein? Welche Folgen hat der allgegenwärtige Jugendwahn für unsere Gesellschaft? Solche und ähnliche Fragen stellt ihm Hannah Balber.
Die Performerin, Musikerin, Filmemacherin, Geschichtenerzählerin, Multi-Mediakünstlerin, Geigen-Virtuosin, praktizierende Buddhistin und Witwe von Lou Reed hat mit Petra Erdmann das Studio 3 des Wiener Funkhauses besucht: ein architekturhistorisches Juwel mit besonderer Aufnahmeakustik. Die neugierig, unprätentiös und freundlich wirkende Laurie Anderson zeigte sich selbstredend beeindruckt von den historischen Gemälden an den Studiowänden. Sie stammen aus dem Jahr 1937, von der Kunsthandwerkerin und Malerin Hilda Jesser, die für die Wiener Werkstätte tätig war.
Ungarns autokratischer Premier Orban – heißt es gelegentlich - träume von einem Ungarn, das es nie gab. Das stimmt nicht ganz. So wurden zum Beispiel einige ungarische Schriftsteller aus der Zwischenkriegszeit, damals treue Diener des autoritären Admirals Horty, in aktuelle Lehrpläne aufgenommen. Ungarns Schüler lesen heute den Schrott von vorgestern. Erich Klein sprach darüber mit dem Kultur- und Literaturwissenschaftler Laszlo Földenyi, bei uns bekannt durch seine Bücher über Melancholie, schwarze Romantik, über Kleist und Caspar David Friedrich. Földenyi spricht auch über die vergebene Chancen der ungarischen Literatur und warum in den letzten zehn Jahren mehr als doppelt so viele junge Ungarn das Land verlassen haben als nach dem Aufstand des Jahres 1956. Erich Klein im Gespräch mit Laszlo Földenyi.
"Hinschauen! Poglejjmo. Kärnten und der Nationalsozialismus" heißt die zweisprachige Sonderausstellung "Hinschauen! Poglejjmo. Kärnten und der Nationalsozialismus" im baulich und inhaltlich rundumerneuerten kärnten.museum Klagenfurt. Ein Team rund um den Historiker Peter Pirker und die Kuratoren der section.a macht nicht nur Vergessenes und Verschwiegenes sichtbar, sondern hat auch neue Erkenntnisse geborgen. Etwa, dass schon im Jahr 1938 mit der Kartografierung der slowenischen Bevölkerung und ihres Besitzes angefangen wurde - Grundlage für die Enteignungen, Vertreibungen und Deportationen ab 1942. Ines Mitterer im Gespräch mit Co-Kurator Andreas Kristof.
Am 14. August 1945 gelingt Alfred Eisenstaedt bei den spontanen Feiern zur Kapitulation Japans am New Yorker Times Square der Schnappschuss seines Lebens: Der Kuss eines Matrosen und einer Krankenschwester. Das Foto wird Inbegriff des Triumphs über den Faschismus und des Endes des Zweiten Weltkriegs. Aber wer war das Paar auf diesem ikonischen Foto? Als wahrscheinlich gilt die 2016 verstorbene Greta Z. Friedman, die in Wiener Neustadt aufgewachsen ist. Roman Tschiedl im Gespräch mit dem Historiker Werner Sulzgruber, der die Geschichte der Familie Zimmer Friedman aufgearbeitet hat.
Über den Boom, Traum und Alptraum von Suburbia, Visionen und Illusionen der Speckgürtel, Peripherien und Ränder. Im Architekturzentrum Wien zeichnet die Ausstellung "Suburbia - Leben im amerikanischen Traum" die Geschichte dieses amerikanischen Lebensideals nach, "das die Welt eroberte und von populären Medien unaufhörlich reproduziert wird." Die Schau analysiert auch die Widersprüche dieses Modells: soziale und ökologische Folgen, Versiegelung und Leerstand. Andrea Hauer im Gespräch mit der Ausstellungskuratorin Katharina Ritter, der Raumplanerin Gerlind Weber sowie dem Ökonom Andreas Novy.
Wie hat sich Caspar David Friedrich, der wichtigste deutsche Maler der Romantik, die Erde wohl gewünscht? Am liebsten wahrscheinlich ohne Menschen. Derlei Antworten sind in Florian Illies neuem Buch "Zauber der Stille. Caspar David Friedrichs Reise durch die Zeiten" zu finden. Der Journalist, Kunsthistoriker und Schriftsteller wurde im Jahr 2000 mit "Generation Golf" bekannt und steht nun erneut auf den Bestseller -Listen. Erich Klein hat Florian Illies in Berlin getroffen.
Freiwillige Selbstkontrolle kurz F.S.K. heißt das Bandkollektiv aus München, das der legendäre britische Radio- DJ John Peel in seine Sessions schon in den 1980ern zu seiner deutschen Lieblingsband erklärt hat. F.S.K. punktet nach 40 Jahren Bandgeschichte noch immer als interdisziplinäre Truppe mit Songs zum und um den Polit- und Popdiskurs. Neben dem Autor Thomas Meineke, dem Kurator Justin Hoffmann und Fotografen Wilfried Petzi arbeitet auch die Medienkünstlerin Michaela Melián bei F.S.K. Petra Erdmann hat mit ihr über alte und neue Band- und Kunstgeschichten gesprochen.
"Noch bin ich nicht, wer ich sein möchte" - unter diesem enigmatischen wie programmatischen Titel porträtiert die tschechische Regisseurin Klara Tasovska die Prager Ausnahmefotografin Libuse Jarcovjakova. Der Dokumentarfilm läuft derzeit in den österreichischen Kinos. Die Künstlerin geistert immer wieder mit dem Etikett "Die Nan Goldin des Ostblocks" durch die Feuilletons, weil sie - wie ihre amerikanische Kollegin - in den 1980er Jahren ihre Freunde aus der LGBTI+-Community in einem Prager Nachtclub fotografierte. Mit ihrer rauen Straßenfotografie sowie mit Tausenden Selbstporträts fing die Fotografin die grauen Seiten im kommunistischen System und die Mauerstimmung in Westberlin ungeschönt ein. Petra Erdmann hat die Fotografin im Wiener Hotel Intercontinental getroffen.
Giacomo Casanova, vor 300 Jahren am 2. April 1725 in Venedig geboren, war mehr als ein Casanova. Er war ein hochgebildeter, getriebener und politisch aufmerksamer Kommunikator, der 43 Bücher geschrieben, halb Europa bereist hat und dafür rund 65.000 km mit Kutsche, Pferd und Schiff zurückgelegt hat. Lothar Müller hat zwei aktuelle Bücher über Casanova verfasst. Eine Reiselesebuch Venedig sowie „Die Feuerschrift. Giacomo Casanova und das Ende des alten Europa“. Beide sind im Wagenbach Verlag erschienen. Ines Mitterer im Gespräch mit dem deutschen Autor und Literaturwissenschafter.
loading
Comments 
loading