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Zehn Zwölf - Der Menschenrechte Podcast des Fritz Bauer Forums
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Zehn Zwölf - Der Menschenrechte Podcast des Fritz Bauer Forums

Author: Buxus Stiftung - Fritz Bauer Forum

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Description

Im Podcast „Zehn Zwölf - Der Menschenrechte Podcast des Fritz Bauer Forums“ kommen Menschen zu Wort, die sich für Menschenrechte engagieren - politisch, literarisch oder als Aktivist*in. In einem rund 45-minütigen Gespräch wollen wir die jeweiligen inhaltlichen Themenfelder, persönliche Motivationen für das Engagement und konkrete politische Anliegen besprechen. Der Titel verweist auf den 10.12., den Tag der Veröffentlichung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte.

Mit dem Fritz Bauer Forum entsteht in Bochum ein internationaler Ort für Forschung, Bildung und Dialog, an dem der individuelle, gesellschaftliche und politische Kampf um des Menschen Rechte erforscht und bestärkt wird. Kern ist die Fritz Bauer Bibliothek mit rund 40.000 Titeln zu Menschenrechten und Aktivist*innen. https://www.fritz-bauer-forum.de/
43 Episodes
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Wie gerecht ist ein System, das das Existenzminimum kürzt?  Helena Steinhaus, Gründerin von Sanktionsfrei, erklärt, warum Sanktionen im Bürgergeld Menschen unter das Minimum drücken, welche Mythen über „Sozialbetrug“ sich hartnäckig halten – und was hinter der aktuellen Reform der Grundsicherung steckt. Sie spricht über Macht und Repräsentation, Lobbyeinfluss, die Angst vor dem Jobcenter und die Realität von Millionen, die von Armut betroffen sind oder jeden Tag knapp daran vorbeischrammen. Ein Satz, der bleibt: „Es ist letztendlich einfach Klassenkampf.“
In dieser Folge sprechen wir mit dem US-Wissenschaftler John Austin über den Zustand der Demokratie in den Vereinigten Staaten und die wachsenden autoritären und anti-demokratischen Strömungen, die Politik und Gesellschaft dort zunehmend prägen. John Austin hat viele Jahre in Michigan gearbeitet, im Herzen des amerikanischen Rust Belt, und Public Administration an der Harvard University studiert. Aus dieser Perspektive analysiert er die strukturellen Ursachen politischer Radikalisierung: den Niedergang industrieller Regionen, den Zerfall lokaler Gemeinschaften und den Verlust von Zukunftsperspektiven, der sich tief in das politische Selbstverständnis vieler Menschen eingeschrieben hat. Im Gespräch ziehen wir Parallelen zwischen dem Rust Belt und dem Ruhrgebiet. Wir diskutieren, warum sich strukturell schwache Regionen in den USA und in Deutschland in erstaunlich ähnlicher Weise politisch entfremden – und weshalb ökonomische Abkopplung, institutionelles Misstrauen und kulturelle Verunsicherung den Boden für autoritäre Angebote bereiten. Eine Folge über Demokratie unter Druck, über regionale Ungleichheit als menschenrechtliche Frage – und darüber, was es braucht, um demokratische Resilienz in Zeiten tiefgreifender Umbrüche zu stärken.
In dieser Folge sprechen wir mit Anna di Bari, Vorstandsmitglied der zivilen Seenotrettungsorganisation Sea-Eye. Seit zehn Jahren retten zivilgesellschaftliche Crews Menschen, die auf der Flucht über das Mittelmeer ihr Leben riskieren – und füllen damit eine Lücke, die europäische Staaten bewusst offenlassen. Anna di Bari berichtet, warum zivile Seenotrettung heute unverzichtbar ist, wie sich die Lage auf See dramatisch verändert hat und weshalb die Kriminalisierung von Rettungseinsätzen ein Angriff auf grundlegende Menschenrechte ist. Wir sprechen über politische Verantwortung, über die verschobenen Debatten rund um Migration – und darüber, warum die einfache Haltung „Menschen dürfen nicht ertrinken“ eigentlich selbstverständlich sein sollte.
Die in Israel lebende Soziologin Sibylle Heilbrunn ist kluge Beobachterin der dortigen Politik und engagierte Ehrenamtliche in verschiedenen NGOs. Im Podcast kommentiert sie die aktuellen internationalen Ansätze für einen Friedensprozess und die Rolle der Zivilgesellschaft für die politische Zukunft Israels. Am 27. Januar 2026 ist Sibylle Heilbrunn im Fritz-Bauer-Forum in Bochum zu Gast, um die Entwicklung der israelischen Zivilgesellschaft in einem Vortrag zu würdigen. Alle Informationen dazu auf https://fritz-bauer-forum.de/de/veranstaltungen/aktuelles/
Am 3. August 2014 begann der Genozid an den Jesid:innen. Tausende wurden ermordet, über 6.000 Frauen und Kinder versklavt, bis heute gelten mehr als 2.600 Menschen als vermisst. In dieser Folge spricht Dr. Leyla Ferman, Mitbegründerin von Women for Justice e.V., über den anhaltenden Völkermord, überlebende Frauen und die Bedeutung von Dokumentation, Gerechtigkeit und Erinnerungskultur.
Natalie von Wistinghausen ist Menschenrechtsanwältin mit Schwerpunkt im Völkerstrafrecht und vertritt Opfer internationaler Verbrechen vor Gerichten in Deutschland und Den Haag. Im Podcast „Zehn Zwölf“ spricht sie über Ihre Fälle, in denen es um Völkermord, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit geht – oft mit komplexer internationaler Beteiligung - und über den Wandel dieser Arbeit in den letzten Jahrzehnten. Sie sagt: Strafverfahren erfüllen zwar zentrale Funktionen, reichen aber oft nicht aus, um den Bedürfnissen der Opfer gerecht zu werden.
Benjamin Netanjahu zieht den Konflikt weiter in die Länge, um an der Macht zu bleiben. So analysiert der Historiker Moshe Zimmermann die aktuelle Situation zwischen Gaza, Israel und Iran. Europa sei hingegen keine ernstzunehmende Stimme in der internationalen Politik mehr. Im Podcast sagt Moshe Zimmermann aber auch, warum die Differenzierung zwischen der israelischen Regierung und der Zivilgesellschaft so wichtig ist. 
Dr. Thomas Galli war Leiter einer JVA und ist seit vielen Jahren ein hörbarer Kritiker des Strafvollzugs in Deutschland. Im Rahmen der Eröffnung des Fritz Bauer Forums in Bochum sprach er in einer Podcastaufnahme vor Publikum über die Alternativen zur Strafe, wie wir sie bisher kennen, und über Möglichkeiten, Opfern und Tätern eher gerecht zu werden.  Sein neues Buch "Wie wir das Verbrechen besiegen können - Ideen für eine Überwindung der Strafe" ist in der "edition einwurf" erschienen.
Der ehemalige Münchener Oberbürgermeister Christian Ude ist Jurist und Sozialdemokrat. Mit diesen Parallelen ist er ein spannender Gesprächspartner für diese besondere Folge zur Eröffnung des Fritz Bauer Forums in Bochum. Am 22. Mai liest er dort Texte von Fritz Bauer, gemeinsam mit einer Schauspielerin. Im Podcast spricht er über die Bedeutung der Erinnerungskultur, die Versäumnisse der deutschen Juristen bei der Aufarbeitung der NS-Verbrechen und warum "rechts" nicht zum Kampfbegriff werden darf. Alle Informationen zur Eröffnung des Fritz Bauer Forums am 22. bis 24. Mai in Bochum gibt es unter https://fritz-bauer-forum.de/de/eroeffnung-des-fritz-bauer-forums-uebersicht/
Rund eineinhalb Jahre nach dem Massaker der Hamas in Israel het die Geschäftsführerin des New Israel Fund Deutschland e.V., Maja Sojref, erneut das Land bereist. Im Podcast spricht sie über die Themen, die die Zivilgesellschaft vor Ort bewegen, und über ihre Erwartungen an die neue Bundesregierung.
In vielen Ländern Lateinamerikas gerät die Zivilgesellschaft und vor allem die Erinnerungskultur massiv unter Druck. Mit Pedro Crovetto und German Wiener sprechen wir über die Situation in Chile und Argentinien sowie mögliche Lehren aus den dortigen Entwicklungen für die Zivilgesellschaft in Deutschland.    Ein Portrait von Pedro Crovetto: https://www.stadtdervielen.de/Blog/Details?id=im-portraet-pedro-crovetto-farias-was-kann-man-tun-um-irgendwie-chile-und-deu   Ein Portrait von German Wiener: https://www.stadtdervielen.de/Blog/Details?id=im-portraet-german-wiener-ich-fuehle-mich-auch-als-bochumer-das-ist-mein-zuha   Die beiden Gesprächspartner sind am 24. März 2025 im Fritz Bauer Forum zum Infoabend „Angriff auf die Erinnerungskultur in Argentinien“ zu Gast. Alle Informationen hier: https://fritz-bauer-forum.de/de/veranstaltungen/event/angriff-auf-die-erinnerungskultur-in-argentinien/
Vor dem Gesetz sind alle gleich - das ist bisher nur ein Versprechen. Viele marginalisierte Gruppen erleben dies anders, sagen Demet Demir und Berkan Kaya vom Postmigrantischen JuristInnenbund (PMJB). Im Podcast sprechen die beiden über die Arbeit des PMJB, Ungerechtigkeiten im Recht und die notwendigen Veränderungen in der Ausbildung von JuristInnen.  Weitere Informationen gibt es hier: https://www.pmjb.de/ Der im Podcast erwähnte Text über Objektivität und Neutralität im Recht ist hier zu finden: https://www.degruyter.com/document/doi/10.1515/zfrs-2022-0201/html
Zu Gast in der ersten Folge des Jahres ist Dr. Irmtrud Wojak, die Gründerin und Leiterin des Fritz Bauer Forums. Sie berichtet von den Fortschritten auf der Baustelle, von der großen Eröffnung im Mai 2025 und den vielen Räumen und Möglichkeiten, die es im fertiggestellten Fritz Bauer Forum geben wird. Das Programm der Eröffnung sowie weitere Veranstaltungen finden Sie hier: https://shop.fritz-bauer-forum.de/shop/tickets/
Mit dem Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 veränderten sich auch die Informationsbedarfe der deutschen Spitzenpolitik zu diesem Konflikt. Die Nahost-Expertin Dr. Muriel Asseburg von der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) war und ist eine gefragte Gesprächspartnerin. Im Podcast schildert sie die Veränderungen in der politischen Debatte, geht auf die historischen Hintergründe des Konflikts ein und gibt dem Bundeskanzler eine Empfehlung.   Im Rahmen der Veranstaltungsreihe "We need need need to talk“ war Dr. Asseburg kürzlich im Fritz Bauer Forum in Bochum zu Gast und ordnete die aktuelle Situation in Israel und Gaza ein. Dabei ging es nicht allein um die Traumata, die sowohl auf israelischer, als auch auf palästinensischer Seite aufgebrochen sind, auch nicht ausschließlich um die katastrophale humanitäre Situation im Gazastreifen, sondern auch um die politische Dimension des Ringens um Macht. Hier finden Sie die Aufzeichnung des Vortrages: https://www.youtube.com/watch?v=6RM0jSWnrO4
Die Migrationsdebatte überschattet derzeit häufig alle anderen politischen Themen und blendet dabei viele Fakten aus, der Unterschied zwischen Einwanderungsrecht und Asylrecht verwischt. Die Berliner Rechtsanwältin Berenice Böhlo begleitet zahlreiche Asylverfahren und wirft einen praxisnahen Blick auf die öffentlichen Diskussionen. 
Der Historiker und Antisemitismusforscher Moshe Zimmermann ist erneut im Podcast zu Gast und berichtet sowohl von der Situation vor Ort in Israel, als auch von den Erlebnissen bei seinem jüngsten Besuch in Deutschland. Dabei nimmt er auch zur Diskussion um die Antisemitismusresolution des Deutschen Bundestages Stellung.
Die Geschichte der Colonia Dignidad berührt schwerste Menschenrechtsverletzungen, chilenische Staatsgeschichte und fragwürdige Vorgänge in der deutschen Justiz. Die Berliner Rechtsanwältin Petra Isabel Schlagenhauf, die Opfer dieser Verbrechen vertritt, spricht im Podcast über die mangelnde juristische Aufarbeitung und fehlende Gedenkmöglichkeiten. Zum Thema erscheint im Verlag BUXUS EDITION am 25.09.2024 ein neues Buch: https://shop.fritz-bauer-forum.de/produkt/erinnerungen-von-ilse-an-colonia-dignidad-2/ “Dies sind die Memoiren, die Ilse, meine Adoptivmutter, nach der Verhaftung von Paul Schäfer, dem Gründer der Colonia Dignidad im Süden Chiles, geschrieben hat. Sie schrieb sie auf Deutsch, und ich habe sie ins Spanische übersetzt. Ich habe versucht, die Form ihrer einfachen Worte zu wahren, als kindliche und unschuldige Frau, die in den Jahrzehnten, in denen sie als Gefangene der Sekte in diesem Konzentrationslager lebte, nur vier Jahre Grundschulbildung erteilt bekommen sollte. Ilse starb im Januar 2010 und kämpfte bis zu den letzten Monaten ihres Lebens für Gerechtigkeit. Damit eines Tages die Tore der Colonia Dignidad (Villa Baviera) geschlossen werden.” So beginnt dieser Roman, der das Ergebnis einer gründlichen Recherche über ein Leben und seinen dramatischen Schauplatz ist. Er spielt in der Colonia Dignidad, die in den 1960er Jahren von Paul Schäfer, einem ehemaligen Mitglied der Hitlerjugend, in Chile gegründet wurde. Als Leiter der Kolonie wandte Schäfer nationalsozialistische Praktiken an, denen er einen religiösen Charakter verlieh. In den langen Jahren seines Wirkens sammelte er viel Macht und Geld an und war ein enger Mitarbeiter von Augusto Pinochet, wobei er von der deutschen Regierung unterstützt wurde. Über die Autorin Als gebürtige Argentinierin, ist Chile für Emma Sepúlveda Pulvirenti die Wahlheimat, und sie ist Amerikanerin durch die Irrungen und Wirrungen des Lebens. Sie studierte Geschichte an der Universidad de Chile und machte ihren Abschluss in den USA, wo sie mehr als vier Jahrzehnte lang lebte. Ihren Doktortitel erwarb sie an der University of California in Davis. Für ihre literarische Arbeit und ihren Einsatz für die Rechte der Latinos in den USA erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen. Im Jahr 1994 war sie die erste Latina, die für den Senat von Nevada kandidierte. Siebzehn Jahre lang gehörten ihre Kommentare zu politischen, wirtschaftlichenund sozialen Themen zur ständigen Sonntagsbeilage der Presse von Nevada. Sie hat mehr als fünfunddreißig Bücher über kreatives Schreiben und Literaturkritik sowie Bücher über die Lehre und Forschung zur spanischen Sprache veröffentlicht. Drei ihrer letzten Bücher (Gringosincracias, Setenta días de noche und Historia de un invisible) wurden mit dem Latino Book Award ausgezeichnet.
Maja Sojref vom New Israel Fund spricht in dieser Folge über ihre Eindrücke bei einem erst kurz zurückliegenden Besuch in Israel und schätzT die aktuelle Situation der Zivilgesellschaft ein. Sie stellt auch eine Plattform für alle vor, die die demokratische Zivilgesellschaft in Israel nach den grausamen Terrorangriffen vom 7.10.2023 unmittelbar und praktisch unterstützen wollen: "Netzwerk Israel - Solidarität mit der Zivilgesellschaft“ www.netzwerkisrael.de   Hinweis: Die Folge wurde bereits vor einigen Tagen aufgezeichnet und konnte deshalb die aktuellen militärischen Eskalationen nicht berücksichtigen. Diese werden in einer späteren Folge unseres Podcasts erneut Thema sein.
Jede vierte Besucherin hat beim Besuch eines Fußballspiels bereits Sexismus oder sexualisierte Gewalt erfahren - sagt eine nicht repräsentative Umfrage. Das Netzwerk „Fussball gegen Sexismus. Netzwerk gegen Sexismus und sexualisierte Gewalt“ greift das Thema deshalb auf und fordert geschützte Räume in den Stadien. Sophia Gerschel vom Fanprojekt Karlsruhe spricht im Podcast "Zehn Zwölf" über Fortschritte im Ligabetrieb und die weiter notwendigen Veränderungen im Fußball. Dabei blickt sie auch auf die aktuell laufende Fußball-Europameisterschaft in Deutschland. Weiterführende Informationen unter https://www.fussball-gegen-sexismus.de/ueberdasnetzwerk und https://www.ardmediathek.de/video/vollbild-recherchen-die-mehr-zeigen/tatort-fussball-wie-sicher-sind-fans-vor-uebergriffen/swr/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzIwNTk2NzU  
Der israelische Historiker und Antisemitismusforscher Moshe Zimmermann ist erneut zu Gast und analysiert die aktuellen Entwicklungen in Israel und Gaza. Dabei zieht er Verbindungen zum amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf. Am Anfang der Podcastfolge steht aber ein Rückblick auf seinen jüngsten Besuch in Deutschland.
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