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Menschen
318 Episodes
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Seit über zwanzig Jahren ist Angela Krumpen die Gastgeberin der Menschen-Sendung. DJane, Arzt, Klimaschützerin, Fotograf, Mörder oder Ex-Islamist waren bei ihr zu Gast. Mit rund eintausend Menschen hat sie kostbare, berührenden, bewegende Lebensmomente und Wendepunkte ausgelotet. Und diese Begegnungen gaben den Anstoß für weitere Projekte. Es sind daraus Bücher, Filme, eine Vortragsreihe über den Holocaust, ein Oratorium, eine Schulpartnerschaft mit einer Schule in Ghana entstanden.
Jetzt zieht Angela Krumpen weiter und wendet sich neuen Herausforderungen zu. Eine gute Gelegenheit, auf zwei Jahrzehnte intensiver Begegnungen und auf das, was danach passierte, zurückzublicken.
Kirchenkrise und scharenweise Kirchenaustritte: Gefühlt steht die katholische Kirche in Deutschland auf der Roten Liste für vom Aussterben bedrohte Arten.
Anders als bei Franz Meurer, Pfarrer aus Köln. In seiner Pfarrei haben 587 Menschen einen Schlüssel für die Kirche. Franz Meurer sagt: "Wir retten die Kirche. Aber von unten." Warum er das mit Fug und Recht mal zumindest für seine Kölner Pfarrei sagt und was es für diese Rettung von unten braucht? Das ist unser Thema heute.
Joanna Maria Otto stellt die großen Fragen. Und sucht nach den großen Antworten. Damit ist sie nicht alleine, das machen viele andere Menschen auch. Joanna Maria Otto aber sucht für die Antworten auf die großen Fragen an ganz unterschiedlichen Stellen. Sie sucht als Nonne im Kloster und in der Quantenphysik sucht sie auch.
Von der Quantenphysik versteht die Neurobiologin immerhin so viel, dass sie ein ganzes Buch darübergeschrieben hat. Wir sprechen in dieser Sendung also übers Kloster und über Quantenphysik. Und über noch vieles andere mehr. Z.B. darüber, warum sie alles aufgegeben hat und ins Kloster eingetreten ist, warum sie ein paar Jahre später wieder ausgetreten ist. Und warum sie der Meinung ist, dass Kloster auf Zeit für viele Menschen eine gute Idee ist.
Eine radikale, entschiedene, spannende Frau. Und eine spannende Sendung. Ich wünsche viel Vergnügen und viel Erkenntnis!
Unsere Welt, so wie sie ist, kritisieren, das ist eines. Und zwar ein Leichtes. Eine andere, eine bessere Welt aus- und vordenken – das ist etwas ganz anderes. Und zwar ein Schwieriges. Aber genau das hat die junge Sport- und Reisejournalistin Alina Schwermer 450 Seiten lang mit ihrem neuen Buch: Futopia gemacht. Futopia, Ideen für eine bessere Fußballwelt, heißt es. Ein Buch, indem dem es auch, und auch viel, um Fußball, geht. Aber noch viel mehr geht es um eine andere, eine lebendige, vor allem aber eine gerechtere Welt. Ein spannendes Buch, eine spannende Frau und daraus wird: eine spannende Sendung. Herzlich willkommen.
(Erstsendung: 03.04.2022)
Paul Rosner hat bei den besten Geigern aus Ost und West gelernt, hat in Moskau beim berühmten David Oistrach und später bei einem Professor der Julliard School in New York studiert. Und Paul Rosner hat weltweit konzertiert. Heute lebt er in Düsseldorf und konzertiert vor allem aus Solidarität für sein Heimatland, die Ukraine. Davon erzählen wir.
Wir erzählen aber auch von seinem Onkel, dem berühmten jüdischen Tenor Joseph Schmidt, geliebt und einzigartig wie Maria Callas. Joseph Schmidt musste vor den Nazis fliehen, wurde in Frankreich verraten und überlebte nicht, weil die Schweiz ihn nicht als Flüchtling anerkannte.1958 hat der ungarische Regisseur Géza von Bolváry ihm ein Denkmal mit dem Film „Ein Lied geht um die Welt“ gesetzt.
Schließlich erzählen wir von der Bukowina, dem Buchenland. Die Bukowina hat eine ganz und gar bewegte Geschichte, die nördliche Hälfte gehört zur Ukraine, die südliche Hälfte zu Rumänien. So bewegt wie die Geschichte des Buchenlandes ist die Geschichte von Paul Rosner und seiner Familie.
Von der Paul Rosner aufrichtig, freimütig und offenen Herzens erzählt. Ich wünsche ebenfalls ein offenes Herz beim Zuhören, viele neue Erkenntnisse und auch: viel Freude.
(Erstsendung: 22.05.2022)
Jörg Alt ist Jesuitenpater und Aktivist, Sozialwissenschaftler und Sozialethiker. Und jetzt Straftäter geworden. Weil er keinen anderen Ausweg mehr sieht, damit wir wach werden und die Klimakrise als das verstehen, was sie ist: eine Katastrophe.
António Guterres, der Generalsekretär der vereinten Nationen, hat im Februar dieses Jahres gesagt: „Ich weiß, dass die Menschen überall ängstlich und wütend sind. Ich bin es auch. Jetzt ist es an der Zeit, der Wut Taten folgen zu lassen. Jeder Bruchteil eines Grades zählt. Jede Stimme kann einen Unterschied machen. Und jede Sekunde zählt.“
Jörg Alt ist einer der vielen Menschen, die wütend sind. Jörg Alt ist wütend, weil er extrem gut informiert ist über die Klimakrise. Und weil er in mehr als vier Jahrzehnten unendlich viele Petitionen und Projekte erfolgreich gestartet hat. Z.B. hat der Jesuit, Sozialwissenschaftler, Sozialethiker und Aktivist 1997 den Friedensnobelpreis für die internationale Kampagne zum Verbot von Landminen mit entgegengenommen. Mehr Erfolg geht für eine Bürgerinitiative nicht.
Wenn also ausgerechnet jemand wie Jörg Alt so wütend wird, dass er keinen Ausweg mehr sieht, als zum Straftäter zu werden und sich z.B. auf der Straße anzukleben – dann ist es Zeit zu reden.
Deswegen reden wir in der Sendung Menschen. Erzählen, warum sich Jörg Alt auf Autobahnzubringern anklebt und warum er nach über 40 Jahren höchst erfolgreicher Arbeit für Menschen- und Klimarechte sagt: Jetzt ist es Zeit, mich zu radikalisieren.
"Two Women, must love cats", zwei Frauen, müssen Katzen mögen, hat Lydia Röder im Frühjahr auf ein Schild geschrieben und ist zum Berliner Hauptbahnhof gefahren. Zwar nicht an jenem Tag, aber kurz darauf hat Lydia Röder dann tatsächlich zwei Frauen, Mutter und erwachsene Tochter, aufgenommen. Wie so viele andere Freiwillige in Deutschland, hat sie mit ihren Gästen Wohnung, Küche und Bad geteilt. Aber, nach ein paar Monaten, ganz plötzlich, waren die Gäste weg. Warum sie plötzlich weg waren, ist so bestürzend wie aufschlussreich. Mich interessiert, wie diese Monate der Gastfreundschaft waren. Für die Gäste und für die Gastgeberin.
Was ein Erste-Hilfe-Kurs ist, ist klar. Aber was ist ein Letzte-Hilfe-Kurs? Nun, das erzählen wir in der Sendung. Soviel sei verraten: "Letzte Hilfe" heißt eines von vielen Schulungsangeboten, die Lydia Röder aus ihrer jahrzehntelangen, in verschiedenen Berufen, Funktionen und Rollen gesammelten Erfahrungen in der Begegnung mit Sterbenden anbietet.
Normalerweise unterscheiden wir Einsamkeit und Alleinsein. In Einsamkeit sehen wir meistens etwas Negatives. Wohingegen wir Alleinsein eher neutral sehen, eher eben als einfach alleine sein.
Für Maria Anna Leenen ist das anders. Sie sagt: Alleinsein und Einsamkeit sind für mich Synonyme. Und etwas Gutes, eine Kraft.
Sie weiß, wovon sie spricht. Bald 30 Jahre lebt Maria Anna Leenen als Eremitin. Das sind bald 30 Jahre Erfahrung mit Alleinsein und der Kraft der Einsamkeit. Über dieses Leben hat Maria Anna Leenen jetzt ein neues Buch geschrieben: Tagebuch einer Eremitin.
Über dieses Tagebuch und über dieses Leben als Eremitin sprechen wir heute.
Am Anfang war das Wort. Heißt es in der Bibel. Am Anfang war das Wort, sagt Ursula Kollritsch. Als Autorin, Redakteurin, Lektorin, Podcasterin und Netzwerkerin dreht sich bei ihr alles um das Schreiben. Was Ursula Kollritsch auch auf ihre Schulzeit an einer katholischen Schule zurückführt: Die Franziskanerinnen dort haben ihr die Liebe zum Wort und zu Gott und der Welt in die Seele gesät. Wie diese Saat aufgegangen und überreiche Früchte getragen hat, das erzählen wir heute.
Aber wir sprechen auch über Ursula Kollritschs Jahre in St. Petersburg. Und darüber, was Russlands Angriffskrieg auf die Ukraine, für sie und ihre russischen Freundschaften bedeutet.
Selig sind die Erschöpften. Heißt es unter anderem in einer Installation in Bremen zu den Seligpreisungen. Warum diese Neuinterpretationen der Seligpreisungen meinen Gast tief berührt hat und was es mit dem Selig sein und dem Glück für Ursula Kollritsch auf sich hat – das hören Sie am Ende der Sendung.
Im Himmel sind die Gebetsserver abgestürzt. Zu viele Menschen haben die Heilige Corona angerufen. Deswegen soll die ehrwürdige Heilige zusammen mit der "Schutzengelin Jaqueline" auf die Erde. Um vor Ort herauszufinden, was da eigentlich los ist? Warum sich die Menschen über einen Virus so zerstreiten. Tja, was Heilige und Schutzengel erleben hat sich Günter Krieger ausgedacht und in seinem kleinen Buch: "Corona. Eine Heilige macht Karriere", aufgeschrieben. Ich wusste das vor der Lektüre nicht, aber die Heilige gibt tatsächlich dem Domradio ein Interview. Leibhaftig.
Warum Günter Krieger die Heilige Corona auf die Erde geschickt hat, das erzählen wir heute. Aber wir erzählen auch von den vielen anderen Romanen, die Günter Krieger in den letzten Jahren veröffentlicht hat. Mich interessiert, warum Günter Krieger so gerne historische Stoffe für seine Geschichten wählt und warum er seine Geschichten oft in seiner rheinischen Heimat spielen lässt. Außerdem will ich herausfinden, wie Günter Krieger seine beiden so ganz und gar unterschiedlichen Berufe, den des Krankenpflegers und den des Schriftstellers unter einen Hut bekommt.
25 Jahre lang gibt es in Köln den Verein LebensWert. 1997 gestartet, sollte die Initiative das Leben von krebskranken Menschen verbessern. Aus der Initiative ist ein Projekt geworden, das nicht nur weit über Köln hinaus bekannt ist, sondern auch immer neue Standards gesetzt hat.
Wenn es in dieser Sendung viel um diesen Verein LebensWert geht – dann weil heute um Uwe Schwarzkamp zu Gast ist und er als Geschäftsführer fast von Anfang an mit dabei war.
Angefragt worden ist Uwe Schwarzkamp damals, weil er einerseits im Medien- und Projektmanagement erfahren und andererseits selber mit einer Krebsdiagnose konfrontiert war. Was in diesem viertel Jahrhundert passiert ist, warum der Zivildienst in einer Kirchengemeinde sein Leben noch mal ganz veränderte und warum er im Projekt LebensWert eine Sehnsucht nach säkularer Seelsorge spürt – das ist unser Thema in dieser Sendung.
Leidenschaftlich würde Raphaela Hahn am liebsten eine Revolution anzetteln. Und zwar eine Schulrevolution im Stile und im Sinne der Reformpädagogik, für alle Kinder, für alle Schulen, besonders alle öffentlichen Schulen. Eine öffentliche Schule für alle Kinder leitet Raphaela Hahn schon viele Jahre. Und hat dabei alles an Schule revolutioniert, was in einer öffentlichen Schule zu revolutionieren ist.
Raphaela Hahn glaubt dabei zutiefst daran, dass Menschen gut sind, dass es Lösungen gibt, dass wir eine Aufgabe haben und dass wir alle dieselben Chancen verdienen. Dass Raphaela Hahn so positiv und so leidenschaftlich kämpft, hat viel mit ihrer christlichen Herkunftsfamilie zu tun, mit ihrer ungeheuer tapferen, sehr kranken Mutter, ihrem Bruder mit Downsyndrom und dem Aufwachsen in einer Familie, in der man sich selbstverständlich einsetzt.
Irmgard Schwermann hat ihren Platz im Leben gefunden. Sie ist Pfarrhaushälterin. Und liebt ihre Aufgabe und ihre Art zu leben. Was sie nicht liebt, ist, dass sie von Anfang an Verleumdungen und Verachtung, Hohn und Spott aushalten musste. Auch heute noch, z.B. selbst auf Katholikentagen schlägt ihr die Diskriminierung ins Gesicht. Ein Paar, das zölibatär unter einem Dach lebt, will nicht (mehr?) in unsere Welt passen. Warum Irmgard Schwermann ihren Weg gerne lebt und was die Pfarrhaushälter:innen von Transmenschen lernen können - darüber sprechen wir in dieser Sendung.
(Erstsendung: 17.04.2022)
Hasan Makhlalati hat es fast geschafft. Nur noch ein paar Monate, dann hat er sein Medizinstudium in Deutschland bestanden. Und kann der Arzt sein, der er schon lange sein wollte. An dem Ort, an dem er schon als Kind leben wollte: in Europa. Aber bis hierhin war es ein langer Weg für Hasan Makhlalati. Welche Etappen, Entbehrungen und Enttäuschungen es auf diesem Weg von Syrien über den Libanon nach Deutschland gab, aber auch welche Entdeckungen und Errungenschaften – das ist unser Thema in dieser Sendung.
Immer wieder auf diesem Weg musste Hasan Makhlalati, seine Ziele revidieren, sich anpassen, sich neu ausrichten. Z.B. als mit einer bösen Knieverletzung in der 11. Klasse, der Traum vom Fußballprofi in Europa platzte.
Dabei hatte Hasan Makhlalati schon als Kind gewusst: "Ich bin anders als die anderen Schüler:innen. Ich möchte etwas Großes mit meinem Leben anfangen." Hasan Makhlalati hat auch gewusst: In Syrien kann er diese Ziele nicht verfolgen.
Der Weg aus Aleppo über den Libanon nach Deutschland war hart. Nicht nur, weil der 18-Jährige im Libanon ausgebeutet wurde und monatelang festsaß. Auch das Ankommen in Deutschland war hart.
Wir sprechen über Bedingungen und Haltungen für gelingende Integration. Und über den großen Traum: Einmal bei Ärzte ohne Grenzen für Menschen da sein zu können, für die sonst niemand da ist.
Erstsendung: 12.06.2022
Chiara Battaglia hat katholische Theologie studiert. Und ist queer. Erst im Studium hat Chiara Battaglia begriffen, wie sehr das eine das andere ausschließt. Chiara Battaglia hat ihre Schlüsse daraus gezogen. Welche Schlüsse das sind, warum sie des vielen Kämpfens im Moment müde ist, aber trotzdem einige Jahre als Integrationsbeauftragte des Erzbistums Köln gearbeitet hat, das ist unser Thema in dieser Sendung.
(Erstsendung 10.04.2022)
Es war nur ein einziger Moment. In dem Moment selbst, wusste Stella Deetjen es noch nicht, aber die Begegnung mit leprakranken Bettlern in Indien hatte die Kraft, ihr Leben für immer zu verändern. Das war 1994. Was damals eigentlich passiert ist, warum die Rucksackreisende für immer blieb und warum es heute auch um Geburten in einem Stall gehen wird - all das erzählen wir in dieser Weihnachtssendung.
700 km lange Fahrradkilometer ging die Abschiedstour, die Friedhelm Leven zum Ende seines beruflichen Lebens unternommen hat. Über 11 000 Euro hat Friedhelm Leven bei dieser Tour für Burundi erradelt. Die Idee: Eine Abschiedstour, die frische Ressourcen für die Arbeit in Burundi schafft. Ein neues Projekt in Burundi ist nur eines der vielen Ziele, die sich Friedhelm Leven für seinen Ruhestand vorgenommen hat.
Über Burundi sprechen wir also in dieser Sendung. Aber wir sprechen auch über die 100 000 Fahrradkilometer, die Friedhelm Leven im Laufe seines langen Berufslebens geradelt ist. Das, also 100 000 Fahrradkilometer fahren, ging nur, weil Friedhelm Leven auf seine Art ein Dinosaurier ist. Schließlich hat er 50 Jahre bei ein-und-demselben Arbeitgeber gearbeitet. Und dieser Arbeitgeber war auch noch in seinem Dorf am Niederrhein zu Hause.
Friedhelm Leven hat also ein Leben geführt, das sich ganz an einem Ort abgespielt hat. Mit Mittagspausen, in denen er schnell nach Hause radeln konnte. Und kurzen Wegen in den Feierabend. Da blieb Zeit für Jugendarbeit und Zeit für Weiterbildung, aber auch Zeit für Karneval und auch, für Burundi.
Heimweh der Seele. So nennt Johannes Schleicher, Theologe und Leiter von Bildungshäusern, die Mystik. Über dieses Heimweh hat Johannes Schleicher jetzt ein Buch geschrieben: "Mitmensch Gott" heißt es. Was dieses Buch erzählt, warum Mystik das Heimweh der Seele ist und, vor allem, warum die Mystik für Johannes Schleicher so zentral ist, ist unser Thema in dieser Sendung.
Wenn ein Oberstufenreligionskurs Lehrer und Lehrerinnen schult, damit möglichst viele in der Schule ein Jugendbuch über den Holocaust lesen - dann hat die Lehrerin viel richtig gemacht. Eine Sendung mit Annika Franzke darüber, wie junge Leute zu leuchten beginnen. (Erstsendung 03.06.2021)
Die große Künstlerfamilie von Philomena Franz wurde im Nationalsozialismus fast vollständig umgebracht. Sie selber überlebte Auschwitz und kämpft seitdem für eine menschlichere Welt. Eine Geburtstagssendung zum 99. über ein Leben, in dem für Rache kein Platz ist. (Erstsendung 18.07.2021)





