DiscoverBorn in the GDR: Geschichte(n) aus einem verschwundenen Land
Born in the GDR: Geschichte(n) aus einem verschwundenen Land
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Born in the GDR: Geschichte(n) aus einem verschwundenen Land

Author: Antje Riis

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Description

Wie war die DDR: Grau, stinkend und menschenverachtend? Geprägt von Menschlichkeit, Gleichberechtigung und kollektivem Miteinander? Viele Geschichten aus dem Osten sind noch zu erzählen, müssen erzählt werden. Antje Riis will sie in diesem Podcast einfangen und festhalten. Ihre Gäste haben die DDR erlebt und erzählen von ihren Erlebnissen und Erfahrungen vor und nach dem Mauerfall, wie sich das Leben für sie bis heute entwickelt und was sie sich für dich Zukunft wünschen.

Über die Gastgeberin: Antje Riis wurde in der DDR, in Leipzig, geboren. Ihr erster Beruf ist "Facharbeiter Kellner", zu dem sie sich im legendären Hotel Merkur Leipzig (heute Westin) ausbilden ließ. Zehn Jahre später fing sie an redaktionell fürs TV zu arbeiten, wo sie für Talkshows wie Schreinemakers oder Johannes B. Kerner Prominente, Politiker, Autoren und Experten interviewte. Schon dort hatte Riis ein besonderes Interesse für die "Ostgeschichten" der Gäste, weil sie zu wenig nachgefragt wurden und werden.

Antje Riis auf Instagram und Facebook: @born_in_the_gdr
28 Episodes
Reverse
Sommer 1989: In der DDR wächst der Protest. Tausende Menschen gehen auf die Straße, fordern Freiheit und Reformen. Doch während sich Geschichte auf den Straßen abspielt, passieren im Privaten Dinge, die bis heute kaum sichtbar sind. Jördis Mahanta ist Teenager, als ihre Eltern nach einer Reise aus West-Berlin nicht zurückkommen. Sie bleibt allein zurück in Ost-Berlin, Verlassen von den Eltern und der Frage: warum? Sie spricht über den Schock, das plötzliche Alleinsein und Hunger, warum sie als Tochter von „Republikflüchtigen“ ins Visier der Stasi gerät, und was passiert, als sie nach dem Mauerfall unangekündigt an der Wohnungstür ihrer Eltern in West-Berlin klingelt. Außerdem erzählt sie, warum sie heute als Kunsttherapeutin mit Heimkindern arbeitet, die selbst Verlusterfahrungen gemacht haben und weshalb sie dieses wenig erzählte Kapitel der Wendezeit weiter erforschen möchte.
Er hat mit „Sonnenallee“ für den ersten erfolgreichen Kinofilm über die DDR nach der Wiedervereinigung gesorgt- wird ein zweiter Teil kommen? Leander, 1959 in Quedlinburg im Bezirk Halle/Saale geboren, wächst in einer Theaterfamilie auf. Sein Vater Ezard Haußmann ist ein beliebter Schauspieler in Theater und Film, seine Mutter Kostümbildnerin. Das Leben ändert sich abrupt, als er 9 Jahre alt ist: Sein Vater erhält zehn Jahre Berufsverbot. Von da an ist nichts wie zuvor, die Stasi Teil seines Lebens. Er lernt zunächst Facharbeiter für Tiefdruck, um dann Schauspieler zu werden. In Gera und Parchim, wo er anschließend engagiert wird, eckt er an, mal ist es die Loyalität zu einem Kollegen oder sein Ausreiseantrag. Nach dem Mauerfall macht er sich einen Namen als Theaterregisseur in Weimar und als Intendant am Schauspielhaus in Bochum, bevor er als Filmregisseur durchstartet. Wir sprechen u.a. darüber, wie er der Präsenz der Stasi in seinem Leben mit Humor begegnet ist, ob es heute einfacher ist, einen Film über die DDR machen zu können und ob sich das Bild des Ostens im Westen seit dem Mauerfall wesentlich verändert hat.
Wie konnte man ohne internationale Musik, die man nicht einfach kaufen konnte, als Teenager in der DDR überleben? Ich mochte die Musik, die einige DDR-Bands machten. Sie ist selbstverständlich Teil meiner Identität, weil es mein Aufwachsen stark geprägt hat. Und das lag maßgeblich daran, dass man seinen Lieblingsbands begegnen konnte. Also, wie war das in der DDR, mit den Bands und den Fans? In dieser Folge erzähle ich euch von meinem ersten Konzert im Alter von 15 Jahren, was DDR-Rockmusik bei mir und vielen anderen ausgelöst hat, welche Anstrengungen unternommen wurden, um die Lieblingsbands wie Stern Meißen, Silly, Pankow oder Lift live zu sehen, in welche Gefahr ich mich insbesondere in einer Situation gebracht habe, aber auch, welche Begegnungen mich heute noch prägen.
Heute den meisten als Sechstplatzierte der 17. Staffel „Germanys Next Top-Model by Heidi Klum“ bekannt, kenne ich sie und wahrscheinlich meine Hörer schon seit den 80ern. Lise war Frontfrau und Keyboarderin der einzigen reinen professionellen Frauenband der DDR. Als Kind lebt sie im Musik-Internat, mit dem Ziel, klassische Pianistin zu werden, populäre Musik war dort verboten, die Regeln streng. Als 17 jährige wird sie mit dem Johann Sebastian Bach-Preis als beste Pianistin ausgezeichnet. Mona Lise bringt riesen Chancen für die Band: Annette Humpe will sie zu DDR-Zeiten produzieren, Udo Lindenberg als Vorband mit auf seine BRD-Tour nehmen- die DDR-Führung verhindert beides. Mitte der 80er wird aus der reinen Frauenband eine gemischte, die neuformierten Mona Lise hatten bald einen Schicksalsschlag zu verkraften: Gitarrist Peter Scheffler verstirbt mit nur 33 Jahren. Warum Liese schon vor dem Mauerfall aus der Band ausstieg und wie hart es war, von der Glamourwelt des Rock'nRoll als Musiklehrerin in den Schuldienst zurückzukehren, erzählt sie bei mir im Gespräch und wie die Modelkarriere nach ihrer Teilnahme bei GNTM frischen Wind in ihr Leben bringt.
Vor zwei Jahren ist er mir in der ARD-Doku „Hört uns zu! Wir Ostdeutsche und der Westen“ aufgefallen, weil er wie kein anderer frei von der Leber erklärt hat, dass er stolz ist, Ostdeutscher zu sein. Damals Trainer des 1. FC Köln, heute steht der Bundesliga-Trainer für den Erfolg des 1. FC Union Berlin. Geboren 1972 in Rostock, fand Baumgart schon früh seine Leidenschaft für den Fußball, trotz gesundheitlicher Hürden und eines kurzen Ausflugs als Kreismeister im Ringen. Wir sprechen über seine Zeit in der Fußball-Kaderschmiede der DDR, die Unsicherheiten der Wendejahre und seinen Weg nach Ostfriesland, wo er neben dem Fußball eine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker machte. Außerdem erzählt der Wahlberliner, wie er sich seinen Jugendtraum erfüllt hat, Fußballtrainer zu werden und mit welchen Klischees er als „Ossi“ schon konfrontiert wurde.
Er möchte bei seinen Gästen herausfinden, wie die so ticken und heute versuche ich das mal bei ihm. ;-) Matze ist 1979 in Gröden, einem Dorf in der Nähe von Elsterwerda in Brandenburg, hat also Kindheit und ein Teil seiner Schulzeit in der DDR erlebt, die er als "schwer" bezeichnet. Wir sprechen über sein Heranwachsen mit Großeltern, die eine Bäckerei führten, die strenge Kindergartenerziehung in der DDR, das Aufwachsen im christlich geprägten Elternhaus. In seiner Teenagerzeit entdeckt er die Liebe zur Musik, die schließlich zu einer Bandmitgliedschaft bei "Virginia Jetzt" führte und sogar bei "Rock am Ring" spielten. Heute ist er einer der erfolgreichsten Podcaster des Landes mit seinem "Hotel Matze".
Er musste in meinen Podcast kommen! Seit 1986 kennen wir uns, ich war damals Teenager. Für uns Fans war Silly mehr als eine Band, sie wurde ein Stück Zuhause. Und Frontfrau Tamara Danz faszinierte: die kühle, starke Frau mit der gewaltigen Stimme, Haltung und einer Präsenz, die ganze Hallen in ihren Bann zog. Seit 1982 ist Ritchie bei Silly, ist er prägende Kraft in der Band und maßgeblich verantwortlich, dass Silly all die Jahre zusammenhielt. Mit Ritchie spreche ich über die Liebe zu Tamara, über Entscheidungen, die beide geprägt haben, über die großen Erfolge, sowie über die Rolle der Band in den letzten Wochen vor dem Einsturz der Mauer. Wir reden über die letzten Monate von Tamara nach ihrer Krebsdiagnose 1995, Abschied nehmen und darüber, was bleibt. Und natürlich über das Weiterleben von Silly nach ihrem Tod mit neuen Stimmen am Mikrofon.
Nach den Misswahlen 1989 in der DDR und 1990 in der Wendezeit schien mein Modeltraum in greifbarer Nähe. Doch wie ging es danach weiter? Der Sommer 1997 bringt die Antwort: Die Hamburger Top-Modelagentur M4 will testen, wie ich bei internationalen Kunden ankomme. Ziel: Athen. Aufgewachsen in der DDR war individuelles Reisen für mich lange keine Selbstverständlichkeit. Trotzdem stürzte ich mich in dieses Abenteuer – mit holprigem Englisch, jeder Menge Neugier und einer Portion Mut. In Griechenlands Hauptstadt erwarteten mich eine internationale WG, eine echte Rettungsaktion durch einen Lifeguard, überraschende mütterliche Gefühle – und ein Erotikshooting, das ganz andere Gründe hatte, als man denken würde.
Anja Maier wächst in Ostberlin ab Mitte der Sechziger Jahre in einem Elternhaus auf, das staats- und linientreu ist: die Mutter Professorin für Politische Ökonomie, der Vater SED-Funktionär, sogar stellvertretender Minister. Doch als in ihrer Jugend in ihrem Umfeld einige Menschen die DDR verlassen, kommen ihr Zweifel am System DDR, die sich heftig in ihrer Pubertät als Rebellion gegen das Elternhaus ausdrückt. Sie schlägt keine akademische Laufbahn wie ihre Eltern ein, sondern wird Schriftsetzerin. Anja Maier erzählt über ihre Ängste in der Wendezeit, als sie unmittelbar an der Berliner Mauer wohnte, wie sie sich nach der Wiedervereinigung eine Karriere im Journalismus -heute ist sie Chefreporterin beim Focus- erarbeitet hat und als Buchautorin erfolgreich wurde und wie sie schließlich Frieden mit ihren Eltern fand.
Samstagnachmittag im Berliner "Strandbad Grünau", bestes Sommerwetter, gut gelaunte Menschen. In der S-Bahn treffe ich ein Paar Ende 40, die extra aus Essen angereist sind, um ihn zu sehen: Paul van Dyk, einen der weltweit erfolgreichsten DJs und Musik-Produzenten: Millionen Tonträger verkauft, unzählige Preise gewonnen, er war für den Grammy nominiert und hat Remixe für Depeche Mode, Madonna oder Justin Timberlake produziert. Paul erzählt vom Aufwachsen in Eisenhüttenstadt, seine Schulzeit in Ost-Berlin, wo er schon früh erlebte, wie perfide das SED-Regime Druck ausübt. Er kommt schließlich auf das Radar der Stasi, die Repressalien nehmen nochmal zu, nach seine Mutter und er einen Ausreiseantragaus der DDR stellen. 1989 wird schließlich die Ausreise aus der DDR genehmigt, nur acht Tage später fällt die Mauer....In der DDR noch eine Lehre zum Nachrichtentechniker begonnen, macht er nach dem Mauerfall eine Tischlerlehre und taucht in die neue Elektro-Musikszene Berlins ein. 1991 legt Paul zum ersten Mal als DJ auf, u.a. im legendären Club „Tresor“. Er macht sich schnell einen Namen, so dass er bereits Anfang der Neunziger Jahre Resident-DJ in einem New Yorker Club wird. Paul reist fortan quasi permanent um den Globus, fliegt von einem Erfolg zum nächsten – bis er 2016 bei einem schweren Bühnenunfall verunglückt, bei dem sein Leben an einem seidenen Faden hängt. Wie es ihm heute geht, was in seiner Stasiakte steht und was ihn am gängigen Blick auf den Osten nervt, darüber haben wir vor seinem Gig in Berlin gesprochen.
1989 im Alter von 18 Jahren lese ich einen Aufruf zur Teilnahme an der ersten großen Miss-Wahl in Leipzig, die im Mai auf dem Leipziger Messegelände stattfinden soll. Die Vorauswahl findet im Leipziger "Haus Auensee" statt, eine Abendveranstaltung mit Publikum und großem Laufsteg von der Bühne in den Saal, dort, wo sonst meine Lieblingsbands spielen. Ich schaffe es in die Top 15 und bin für das Finale qualifiziert. Welchen Siegerpreis die Gewinnerin erwartet hat, was ich mir von der Miss-Wahl erhofft habe, ob es in Erfüllung ging und was mir mit meiner Teilnahme noch geschenkt wurde, erfahrt ihr heute. Außerdem erzähle ich, warum ich ein dreiviertel Jahr später, nun nach dem Mauerfall, mich nochmal zur Miss-Leipzig-Wahl gestellt habe, wie sehr sich der Wettbewerb 1989 in der DDR in dieser kurzen Zeit mitten in der Wendezeit 1990 verändert hat, was das mit 50 Schachteln Pralinen zu tun hat und in welchem Skandal diese Veranstaltung schließlich endete.
1988 ist mir Flake zum ersten Mal in der vielleicht wichtigsten Musik-Kino-Doku der DDR, in „Flüstern und Schreien“ begegnet, als Bandmitglied von Feeling B. Dort fiel er mit seinen kongenialen Dialogen mit Bandkollegen, Gitarrist Paul Landers auf, wie zum Beispiel der Erklärung, wie sie einen Song schreiben, was ich sehr lustig fand. Flake über sein Aufwachsen im Prenzlauer Berg, seine Musik-Erweckung, die Zeit bei Feeling B., warum sie in der Musik-Kino-Doku „Flüstern und Schreien“ nur durch Zufall als Ersatz dabei waren, wie dick seine Stasi-Akte ist, warum ihm der Weg, Chirurg zu werden, versperrt blieb. Weiterhin sprechen wir darüber, wie er die letzte Monate der DDR erlebt hat, wie er vom Tod des Feeling B.-Sängers Aljosha Rompe überrascht wurde und was er ihm zu verdanken hat, wie Flake heute auf die DDR blickt und wo er die Ungleichheit von Ost und West heute noch ungerecht findet.
Gerade war ich bei ihm zum Konzert, bei den "Balladen aus dem Land vor unserer Zeit"- es war ein fantastischer Abend und der Erfolg ist verdient. Dirk Zöllner stand schon lange auf meiner Gästeliste, das Konzert hat die Einladung beschleunigt. Er war und ist seit Mitte der 80er Jahre der charismatische Frontmann u.a. der Bands Chicoree und Die Zöllner. Wir sprechen darüber, wie ihn das Aufwachsen in der Nähe der in Berlin-Karlshort stationierten Sowjetarmee prägte, warum er eine Ausbildung zum Betonwerker absolvierte und bester Lehrling wurde, was er in der NVA-Zeit erlebte und wie es für ihn war, dass wir in der vielleicht wichtigsten DDR-Musik-Doku „Flüstern und Schreien“ die Trennung seiner Band Chicoree mitverfolgen konnten. Weiterhin erzählt Dirk, wie Stasi-Leute im Umfeld der Band auftauchten, was er mit der Trockenhaube von James Browns Frisur bei dessen DDR-Konzert 1988 zu tun hatte und warum seine Band Die Zöllner nach dem Mauerfall durchstartete.
In meiner Folge vom 9. November, die noch hörbar ist, habe ich euch mit nach Leipzig, in die Tagesbar „Boulevard Club“ mitgenommen, meine erste Arbeitsstelle nach meiner Ausbildung. Dieser Schauplatz spielt auch in der heutigen Folge eine Rolle, wenn auch einige Jahre früher. Denn hier war der Umschlagplatz für westdeutsche Messegäste während der internationalen Leipziger Messe, die zu DDR-Zeiten zweimal im Jahr, im Frühjahr und im Herbst stattfand. Auch wir hatten ab Mitte der 80er Jahre zweimal im Jahr Messegäste aus der BRD zu Gast zu Hause. Was ich mit ihnen als Kind und Teenager erlebt habe und was das mit dem sogenannten PA-Schulunterricht zu tun hat, erzähle ich hier.. Viel Spaß beim Hören.
Anfang der Neunziger Jahre erinnere ich mich, war Ihr Gesicht in ganz Leipzig plakatiert: Peggy Patzschke war die Stimme der Morningshow und der Star im mdr Radio. Als wir uns neulich via Instagram gefunden haben, stellten wir allerlei Gemeinsamkeiten fest: Im selben Jahr geboren, 1987 eine Ausbildung in der Hotellerie begonnen und schließlich beruflich in den Medien Fuß gefasst. Und auch viele Unterschiede: Erste Bühnenauftritte hat Peggy Patzschke bereits im Alter von neun Jahren mit dem Rundfunk-Kinderchor-Leipzig auch als Begleitung von DDR-Künstlern wie bei der Aufnahme von Herbert Roths Rennsteiglied und Gerd Christian oder Stars aus dem Westen wie Costa Cordalis im DDR-Fernsehen. Noch vor dem Mauerfall bricht sie die Hotelausbildung ab, um ihren Traum zu verwirklichen, Radio zu machen. Später moderiert sie dann im mdr- Fernsehen und schreibt Bücher. Für ihrem Roman „Bis ans Meer“, der im Februar 2025 erscheint, ist sie tief in ihre Familiengeschichte eingetaucht, ergründet das dunkle Geheimnis ihrer Großmutter und stellt die Frage: Was darf uns die Liebe abverlangen?
1997 kam man auf MTV und VIVA an ihnen nicht vorbei: Jana Groß mit ihrer Band „Bell Book and Candle“ eroberten die deutschen und internationalen Charts mit ihrem Hit „Rescue me“. 32 Wochen hielt sich der Welthit hierzulande in den Charts, in Deutschland und Österreich erlangte die Single Platinstatus, in Schweden und Spanien gab es Gold. Bei genauerer Betrachtung der Band-Mitglieder erkannte man aber schnell bekannte Gesichter: Die „Puhdys“-Söhne Andy Birr, Sohn von Dieter „Maschine“ Birr am Schlagzeug sowie Hendrik Röder am Bass, Sohn von Peter Meyer, die mit ihrer Teenie-Band „Rosalili“ einen Raketenstart Ende der 80 er in der DDR hinlegten, bis nach dem Mauerfall abrupt Schluss war. Mit Sängerin und Songwriterin Jana spreche ich darüber, wie es war, in der Plattenbausiedlung von Berlin-Lichtenberg aufgewachsen zu sein, warum ihr das Abitur verwehrt wurde, warum ihre Eltern wegen ihr fast einen Ausreisantrag gestellt hätten, wer ihr Talent entdeckte, warum die ostdeutsche Herkunft, ihre Partnerschaft innerhalb der Band und der gemeinsame Sohn in der Biographie von „Bell Book and Candle“ zunächst nicht auftauchten, was ihr Lustkauf nach dem Megahit „Rescue me“ war und was das Geheimnis der Freundschaft der Bandmitglieder nach 30 gemeinsamen Jahren ist.
Dieser Podcast ist ein Ausschnitt aus meinen Aufzeichnungen, die ich für ein autobiografisches Buch niedergeschrieben habe. 1989 bin ich 18 Jahre alt, als die friedliche Revolution in meiner Heimatstadt Leipzig passiert. Während der Zeit als die Mauer fällt, arbeite ich als Kellnerin in einer schicken Tagesbar. Wichtiger als auf der Berliner Mauer zu tanzen, ist mir in den Tagen nach der Öffnung der Grenzen zunächst was anderes. Dennoch lande ich schneller in Westberlin als gedacht. Und plötzlich sind in der Tagesbar viele neue Gäste aus dem Westen, die es zu studieren gilt. Viel Spaß beim Hören.
1969 schreibt Edda Schönherz DDR-Fernsehen-Geschichte. Sie darf als Ansagerin das Farbfernsehen der DDR eröffnen: der Jackpot für die 25 jährige einstige gelernte Großhandelskauffrau für Bekleidungstextilien? Sie bekommt schnell Zweifel am DDR-System, als TV-Kollegen von einem Tag auf den anderen verschwinden. In einem Urlaub 1974 in Ungarn erkundigt sie sich mit ihren beiden Kindern in der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland nach Möglichkeiten zur Ausreise aus der DDR und wird von da an von der Stasi verfolgt. Nach ihrer Rückkehr in die DDR wird sie bei Nacht und Nebel verhaftet, kommt in die berüchtigte Untersuchungshaft nach Berlin- Hohenschönhausen, ohne zu wissen, wo sie sie sich befindet. Edda Schönherz muss einen absurden Prozess über sich ergehen lassen, wird zu drei Jahren Haft verurteilt und muss bis zum letzten Tag im gefürchteten Frauengefängnis Hoheneck absitzen, ohne Kontakt zu ihren Kindern. 1979 darf die 35 jährige endlich die DDR verlassen und moderiert 1980 zum ersten Mal im Bayerischen Fernsehen - ein triumphaler Moment, den die Stasi gern verhindert hätte. Heute klärt Edda Schönherz, die dieses Jahr ihren 80. Geburtstag gefeiert hat, mit Führungen im Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen über den Unrechtsstaat DDR und die Gräueltaten der Stasi auf. Eine beeindruckend mutige und starke Frau, die offen über ihr Martyrium in der Stasi-Haft spricht, die sich nicht brechen lassen hat und heute aufklärt, damit nie wieder eine Diktatur hierzulande entsteht.
Ingmar Stadelmann hatte ich gar nicht so richtig als „Born in the GDR“ auf dem Schirm, da ging es mir wie Ilka Bessin ("Cindy aus Marzahn"), die ihn das in seiner Talk-Reihe auf YouTube "Ich hab da mal ne Frage" gefragt hat. In diesem Format thematisiert Ingmar auch seine Ostbiographie und die ist spannend: Geboren 1980 in der DDR, in Salzwedel, im damaligen Bezirk Magdeburg, jetzt Sachsen-Anhalt aufgewachsen und heute einer der gefragtesten Comedians Deutschlands. Mein heutiger Gast ist Ingmar Stadelmann. Was ist ein Klischee-Ossi, welche Erfahrungen hat er als Jungpionier hingenommen und erst später hinterfragt, was die zugewanderten Lehrer aus dem Westen von seinen früheren Ostlehrern unterschied, warum die Stasi öfter im Wartburg vor der Haustür wartete, an welchem Punkt seiner Karriere seine ostdeutschen Wurzeln ins Spiel kam, wo die deutsch-deutsche Einheit noch nicht vollzogen ist und warum Wolfgang Lippert cooler ist, als sein Image zu Wetten dass-Zeiten.
Abini saß im Café neben meinem Fitnessstudio. Sie wurde mir schon von verschieden Seiten für meinen Podcast empfohlen und da war sie einfach vor mir und ich dachte: das ist ein Zeichen. Also hin, uns gleich sympathisch gefunden und Kontakte ausgetauscht. Und hier ist sie nun zu Gast in meinem Podcast. Im Buch-Bestseller „Schokoladenkind“ hatte Abini schon vor zwanzig Jahren ihre Kindheit und Jugend in der DDR aufgeschrieben. Und bunter hätte ihr Aufwachsen kaum sein können, mit ihrer jüdischen Mutter und ihrem nigerianischen Vater. Sie ließ sich zur Friseurin ausbilden, war Model, Tänzerin und Muse. Zweimal war sie kurzzeitig in Untersuchungshaft, sie kam in die Fänge der Stasi. Nach dem Mauerfall wurde die Berlinerin Journalistin: Ein Quereinstieg in etwas ganz Neues- die neue Freiheit machte es möglich. Ein Weg, den viele aus der ehemaligen DDR, unserer Generation gingen. Ein spannender Sonntagnachmittag im Studio und danach mussten wir noch weiter quatschen.
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