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Augen zu
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Augen zu

Author: DIE ZEIT

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Was macht große Kunst aus? Darf man Beuys einen Scharlatan nennen? Muss man Botticelli lieben? Mit Leidenschaft, Fachwissen und Witz entführen die beiden Gastgeber einmal im Monat ihre Zuhörerinnen und Zuhörer in die wunderbare Welt der Kunst. Jede Folge widmet sich einem Künstler oder einer Künstlerin, ihren biografischen Wendungen, ihren besten Werken, ihren seltsamsten Ansichten. Überraschende Telefonjoker bieten jeweils neue Einblicke. Und am Ende hat jeder – auch mit geschlossenen Augen – einen Kopf voller Bilder.

Florian Illies schreibt, seit er denken und sehen kann, über Kunst. Er gründete nach seinem Kunstgeschichtsstudium das Magazin “Monopol” und war lange Jahre Leiter des Auktionshauses Villa Grisebach. Er ist Autor der Bücher “1913" und “Generation Golf” und Mitglied des Herausgeberrats der ZEIT.

Giovanni di Lorenzo ist Chefredakteur der ZEIT und ein leidenschaftlicher Kunstliebhaber.

Dieser Podcast wird produziert von Pool Artists.
64 Episodes
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Um ihn herum entstanden alle Strömungen der modernen Kunst – der Impressionismus in Frankreich, dann der Symbolismus in Deutschland, der Expressionismus, der Kubismus, die Abstraktion –, Lovis Corinth aber blieb sich treu, seinem farbstarken Realismus, den schon die Zeitgenossen nicht einordnen konnten und der ihn zu einem großen Solitär der deutschen Kunst am Anfang des 20. Jahrhunderts macht. Am bedeutendsten sind seine Menschendarstellungen – zum einen ab 1901 die Gemälde seiner Frau Charlotte, selbst eine große Malerin, die er wieder und wieder zeigt, meist nackt oder halb bekleidet. Und daneben Corinth selbst – als zweifelnder Maler oder als betrunkener Bacchus. In der neuesten Ausgabe des Podcasts »Augen zu« widmen sich Florian Illies und Giovanni di Lorenzo dieser besonderen Ehe, die zu sehr viel besonderer Kunst führte. Sie sprechen über die Vorwürfe gegen Corinth, seine Malerei sei zu fleischlich, über seine Vorbilder Rubens und Jordaens und seine Ausbildung in Paris und München. Zwei besondere Bilder stehen dann im Mittelpunkt des Gesprächs: »Salome« und das »Große Martyrium«, zwei biblische Darstellungen, die die scheinbar ferne Geschichte mit größter Drastik in die Gegenwart holen. Nach einem Schlaganfall 1911 verändert sich Corinths Stil. Ab 1918 widmet er sich mit besonderer Beharrlichkeit der wilden Natur am bayerischen Walchensee, die er in zahlreichen Aquarellen und Gemälden in einen farbigen Fiebertraum verwandelt. In der Berlinischen Galerie ermöglicht gerade eine große Überblicksausstellung, Lovis Corinth als die große deutsche Malerfigur an der Schwelle vom 19. zum 20. Jahrhundert kennenzulernen. Lob, Kritik, Anmerkungen? Schreiben Sie uns gern an [email protected]. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.
Sehr früh wurde sein spektakuläres Maltalent entdeckt – Oswald Achenbach wurde 1835 schon im zarten Alter von acht Jahren an die Düsseldorfer Kunstakademie zugelassen. Dort lernte er das genaue Naturstudium. 1841 reiste er zum ersten Mal in den Süden. Und danach noch acht weitere Male, oft monatelang zog er mit seinen Malutensilien durch ganz Italien. Die Bilder und die Eindrücke, die er von dort mitbrachte, veredelte er in seinem Düsseldorfer Atelier zu mächtigen Sehnsuchtsbildern. Was Goethe mit seiner »Italienischen Reise« am Anfang des 19. Jahrhunderts literarisch geprägt hatte, setzte Achenbach in Öl auf Leinwand fort – er schenkte dem Norden Bilder eines friedlichen, bäuerlichen Italiens, das sich an den Küsten und in den Städten bei aufregender Abendbeleuchtung zu Festen und Umzügen trifft. Legendär ist vor allem Achenbachs Fähigkeit, die Luft und das Licht zu malen – bis heute kann man den Geist Italiens atmen, wenn man seine Bilder betrachtet. Giovanni di Lorenzo und Florian Illies, die beiden Hosts des Podcasts »Augen zu«, sind beide seit Langem den Italiendarstellungen Oswald Achenbachs verfallen. Aber in ihrem Gespräch geht es auch um seinen älteren Bruder Andreas – künstlerisch ebenso begabt, zog dieser nach einer brüderlichen Absprache in Europas Norden und schuf sagenhafte Fjordlandschaften aus Norwegen und raue Küstenszenen aus Holland. Das funktionierte im 19. Jahrhundert ebenfalls als Sehnsuchtslandschaft – heute aber scheint nur noch das südliche Arkadien seines Bruders Oswald die Menschen verzaubern zu können. Lob, Kritik, Anmerkungen? Schreiben Sie uns gern an [email protected]. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.
Er kam aus dem verregneten Norden Englands, der Arbeiterstadt Bradford, wo er 1937 geboren wurde. Aber dann wurde er zum Maler des Lichts und der bunten Farben: David Hockney. Die neueste Folge des Podcasts »Augen zu« von Florian Illies und Giovanni di Lorenzo widmet sich dem britischen Exzentriker, der in diesem Sommer gestorben ist.  Seine Haare waren platinblond gefärbt und seine legendären Anzüge ein Leben lang geprägt von den schrillen Tönen des Swinging London. Ihn aber zog es von dort nach Kalifornien, wo ihm in den 1960er-Jahren ikonische Bilder einer selbstbewussten Homoerotik und des neuen »American Way of Life« in Los Angeles gelangen.  Ein Leben lang war Hockney technischen Neuerungen auf der Spur – erst der Camera obscura, dann der Fotografie, schließlich dem Malen mit dem Finger auf dem iPad. Er blickte auf die Welt und malte, was er sah – diese Neugier, dieser Witz und dieser Wunsch nach Schönheit machen ihn zu einer der großen Künstlerfiguren nach 1945. Lob, Kritik, Anmerkungen? Schreiben Sie uns gern an [email protected]. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.
Eine Ankündigung

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2026-01-1002:26

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Wer wissen will, wie radikal "Dada" wirklich war, der muss sich das Leben von Raoul Hausmann (1886–1971) anschauen – dieser Visionär und Provokateur glaubte nur an das Morgen und hielt alles Gegenwärtige bereits für gestrig. Er hat in Berlin im Ersten Weltkrieg entscheidend dazu beigetragen, die Dada-Bewegung zu etablieren, er hat Collagen von brutaler Härte geschaffen und danach Fotografien von seltsamer Zartheit. Raoul Hausmann ist der große Unbekannte der deutschen Kunst der Zeit zwischen den beiden Kriegen – ihm ist die neueste Folge von Augen zu, dem Kunstpodcast der ZEIT gewidmet. Die Berlinische Galerie in Berlin widmet Hausmann gerade (bis zum 16. März) eine exzellente Ausstellung, die – erarbeitet von Ralf Burmeister – alle Werkphasen und Lebensbereiche des wilden Genies beleuchtet. Sie und der dazugehörige Katalog sind der Ausgangspunkt dieses Podcasts von Augen zu. Florian Illies und Giovanni di Lorenzo fragen danach, worin die spezifische kunsthistorische Bedeutung Hausmanns bestand, warum ihn der große Fotograf August Sander gleich dreimal porträtierte und warum er seine Partnerinnen regelmäßig fast in den Wahnsinn trieb, etwa Hannah Höch, mit der er acht Jahre zusammen war, und die in dieser intensiven Phase ihres Lebens selbst einige ihrer wichtigsten Werke schuf. Lob, Kritik, Anmerkungen? Schreiben Sie uns gern an [email protected]. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.
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