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Die sogenannte Gegenwart
Die sogenannte Gegenwart
Author: DIE ZEIT
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Was kommt nach dem Zeitalter der Wokeness? Leben wir schon in der posttherapeutischen Gesellschaft? Warum spielen Erwachsene heute so gern mit Lego? Und was verrät die Serie “White Lotus” über den Niedergang des Westens? Vom neuen Katholizismus bis zur KI, von Dark Academia bis zum Samba-Schuh von Adidas: Im Feuilleton-Podcast sprechen wir über die großen und die kleinen Phänomene, die unsere Zeit ausmachen – die ZEIT-Redakteure Nina Pauer, Ijoma Mangold und Lars Weisbrod begleiten die Hörerinnen und Hörer durch die Gegenwart.
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38 Episodes
Reverse
Vielleicht war er nie weg, vielleicht feiern wir seine Rückkehr, fest
steht jedenfalls: "Frankenstein" ist gerade überall. In den Buchläden
stapeln sich die fürs TikTok-Publikum aufwendig gestalteten
Schmuckausgaben von Mary Shelleys Literaturklassiker, auf Netflix ist
Guillermo del Toros Verfilmung zu sehen, und die Wirklichkeit ist ja
auch voller Frankensteine und Monster.
Ein besessener, arroganter Forscher erschafft einen künstlichen Menschen
aus Leichenteilen – so geht die Geschichte von 1818. Da denkt der
kritische Bürger heute sofort an ChatGPT, an künstliche Intelligenz und
an Silicon-Valley-Milliardäre, die den Tod abschaffen wollen. Dass sich
die Kreatur, die Frankenstein da schöpft, dann als böse oder wenigstens
rachsüchtig erweist, dass sie ihren Schöpfer verfolgt bis zum bitteren
Ende – auf eine ähnlich düstere Prognose können auch wir uns heute
schnell einigen, wo immer es um technische Neuerungen geht. Vielleicht
zu schnell?
In der aktuellen Folge von "Die sogenannte Gegenwart" sprechen Ijoma
Mangold und Lars Weisbrod über den Mythos Frankenstein. Wie wurde bei
Mary Shelley die Science-Fiction aus dem Geist der englischen Romantik
geboren? Was bedeutet es für unsere aktuellen Debatten über Degrowth und
Technologie, dass Shelley ihren Frankenstein den "modernen Prometheus"
nannte? Und warum gibt es so viele Kunstwerke, die uns vor technischem
Fortschritt warnen – und so wenige, die ihn feiern?
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Sydney Sweeney räkelt sich für eine Jeans-Werbung, der Spruch dazu ist
doppeldeutig: "Sydney Sweeney has great jeans." Hat die weiße,
normschöne Schauspielerin tolle Jeans? Oder – auf Englisch klingt die
Aussprache zum Verwechseln ähnlich – tolle Gene? Die Werbekampagne
schien ein weiterer Beleg dafür, dass sich in der Welt der Zeichen, der
Kultur, der Symbole etwas verschoben hatte.
Glaubt man der gängigen Erzählung, war linksliberales Gedankengut viele
Jahre lang hegemonial, jedenfalls dort, wo es im weitesten Sinne um
"Kultur" ging, um den Überbau der Gesellschaft. Von den Universitäten
bis zu den Pressestellen der DAX-Unternehmen, von der Popmusik bis zu
den Öffentlich-Rechtlichen, überall gab man sich mehr oder weniger woke.
Und dann? Kam der "vibe shift" – der Begriff steht für den kulturellen
Wandel, der sich spätestens mit Trumps Wiederwahl vollzogen hat. Die
Rechten sind nicht nur zurück an der Macht, sie haben jetzt auch die
kulturelle Deutungshoheit.
In der neuen Folge von "Die sogenannte Gegenwart" sprechen Ijoma Mangold
und Lars Weisbrod über den schillernden Begriff "vibe shift" und die
Wirklichkeit dahinter: Was macht dieser neue Begriff sichtbar, was
bisher unsichtbar war? Was verschleiert er? Wer hat die kulturelle Macht
– und wie mächtig ist Kultur überhaupt noch? Die Episode ist am 12.
Dezember in Berlin live beim Frohes Festival aufgezeichnet worden. Mit
ihr verabschiedet sich “Die sogenannte Gegenwart” in die Winterpause. Am
12. Januar ist der Podcast zurück.
Weitere Infos zur Folge finden Sie hier.
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Warum sind alle plötzlich so seltsam nett? Die Amerikanerin Carol (Rhea
Seehorn) findet sich plötzlich in einer Welt wieder, in der ein
außerirdisches Virus (fast) alle anderen Menschen infiziert hat – nur
sie selbst blieb verschont. Der Erreger hat einen merkwürdigen Effekt
auf die Betroffenen: Sie alle sind jetzt miteinander verbunden, sie
bilden ein Schwarmbewusstsein, das keine Individualität mehr kennt – und
deswegen jetzt richtig glücklich und ausgeglichen ist. Gut gelaunt und
hilfsbereit treten die verwandelten Mitmenschen dem schlecht gelaunten
Individuum Carol gegenüber. Die traut dem Frieden nicht und will den
Zusammenschluss unbedingt rückgängig machen, den sie für einen "Verrat
an der Menschheit" hält.
Der Fernsehautor Vince Gilligan erfand einst, als das goldene Zeitalter
der Fernsehserie gerade angebrochen war, die Geschichte vom Chemielehrer
Walter White, der endlich wieder lebendig sein wollte und ein echtes
Individuum – und deswegen kriminell wurde. Seine neue fantastische Serie
heißt "Pluribus", es ist diesmal eine Science-Fiction-Parabel geworden –
aber eine Parabel auf was? Welche Gegenwart wird hier bebildert? "E
pluribus unum", so steht es auf dem Siegel der Vereinigten Staaten, "aus
vielen eins" – was mag das heute heißen? Wird in "Pluribus" eine Welt
gezeichnet, in der die überfreundlichen Chatbots das Ruder übernommen
haben? Warum verteidigt Carol eigentlich noch mit allen Mitteln ihre
Individualität? Wo ihr doch außer Wut und Trotz nicht allzu viel
einfällt, was sie als Argument anführen könnte für ihre Art und Weise,
zu leben …
In der neuen Folge des Feuilletonpodcasts "Die sogenannte Gegenwart"
sprechen Nina Pauer und Lars Weisbrod über "Pluribus" – die Serie der
Stunde, die von der Krise des Liberalismus und der Krise des
Individualismus erzählt.
Sie erreichen das Team unter gegenwart@zeit.de.
Shownote:
- Am Freitag, dem 12. Dezember, ist "Die sogenannte Gegenwart" live in
Berlin beim Frohen Festival. Tagestickets gibt es hier.
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Söder oder Haftbefehl? Bundestag oder Hogwarts? Willy-Brandt-Haus oder
KitKatClub? Pop oder Politik? Beim ersten Podcast-Club der ZEIT sind die
Politikjournalistin Yasmine M’Barek und der Feuilletonredakteur Lars
Weisbrod aufeinandergetroffen. In dieser Sonderfolge von "Ehrlich
jetzt?", live aufgenommen am 1. November 2025 in Berlin, quälen die
Moderatorin von "Ehrlich jetzt?" und der Co-Host von "Die sogenannte
Gegenwart" einander mit knallharten Entscheidungsfragen.
Einen Videomitschnitt des Auftritts finden Sie hier.
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Sehnsucht ist eine deutsche Erfindung, im Zeitalter der Romantik kam sie
in die Welt – mit Posthörnern, mondeshellen Nächten und fahrenden
Gesellen, die in die Ferne ziehen. Andererseits ist sie anthropologische
Konstante, ein Gefühl, das den Menschen schon immer begleitet, ihn von
allen anderen Tieren unterscheidet. Der Mensch lebt nicht bloß im Hier
und Jetzt, er hat ein Zeitbewusstsein, er kann sich zurück in die
Vergangenheit sehnen oder auf die Zukunft hoffen. Das Tier hingegen ist,
wie Friedrich Nietzsche es formulierte, "an den Pflock des Augenblicks"
gebunden.
Heute leiden viele Menschen unter dieser Zerrissenheit, eine Frage plagt
uns immer häufiger: Verpassen wir wegen unserer Sehnsucht das Leben im
Jetzt? Zugleich ist Sehnsucht aber auch eine treibende Energie, sie
zeugt davon, dass wir noch hungrig sind, dass wir uns etwas anderes
vorstellen können, dass wir uns noch mehr Welt einverleiben wollen.
Von Joseph von Eichendorff, dem Altmeister der Sehnsuchtsromantik, bis
Eckhart Tolle, dem Lebenshilfeprediger des absoluten Jetzt, von der
Sehnsucht nach dem Meer bis zur nostalgischen Sentimentalität und ihrer
politischen Manifestation – über alle diese Themen sprechen Nina Pauer,
Ijoma Mangold und Lars Weisbrod in der neuen Folge des
Feuilletonpodcasts Die sogenannte Gegenwart.
Sämtliche Folgen des Podcasts finden Sie hier. Das Team erreichen Sie
unter gegenwart@zeit.de.
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Pumpen, CrossFit, Cardio – so lauten die Erfolgsformeln all jener, die
einen gestählten Körper haben wollen und dafür ins Fitnessstudio gehen.
Was sagt dieser Ort, in dem Menschen mehrfach die Woche nebeneinander
her an wuchtigen Geräten an ihrer Muskelmasse arbeiten, über unsere
Gegenwart aus? Warum wird der Kraftaufbau, den hier so viele betreiben,
oft als stumpf, neoliberal und egoistisch abgetan? Ist das Fitnessstudio
in Wahrheit nicht der letzte Ort schichtübergreifender sozialer
Vermischung?
Diesen Fragen widmen sich Nina Pauer und Ijoma Mangold in der aktuellen
Folge des ZEIT Feuilletonpodcasts Die sogenannte Gegenwart, in dem sie
die Verschiebung von Körperidealen seit Michelle Obamas Oberarmen bis
hin zu Kollegahs Boss Transformation nachzeichnen und analysieren, was
das Ganze mit der tiefen Sehnsucht nach Feldarbeit zu tun haben könnte.
Weitere Links zur Folge finden Sie hier. Das Team erreichen Sie unter
gegenwart@zeit.de.
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Schwere Holztüren, edle Renaissancefenster, Regale voller alter Bücher
und überall strebsame junge Menschen in feinsten Schuluniformen: So oder
so ähnlich muss heute offenbar die Szenerie von Romanhandlungen oder
Streamingserien aussehen, damit sie zum globalen Erfolg werden. Dark
Academia heißt der BookTok-Trend, der das Leben in englischen oder
US-amerikanischen Elitecolleges romantisiert und damit rund um die Welt
junge Menschen begeistert.
In der aktuellen Folge des Feuilletonpodcasts Die sogenannte Gegenwart
widmen sich Nina Pauer und Lars Weisbrod dem Hype anhand der aktuellen
Serie Maxton Hall und der Romantrilogie von Mona Kasten, auf der sie
beruht. Ist der Kult um Oxford eine neue Art, mit dem Klassismus der
Gegenwart fertig zu werden? Sind Universitäten zum Fetisch geworden,
weil sie in der Pandemie so lang geschlossen waren? Liegt alles an Harry
Potter? Oder wieso scheint für viele junge Menschen heute die größte
Erfüllung darin zu liegen, in Oxford schwere Bücher zu wälzen?
Das Team ist erreichbar unter gegenwart@zeit.de
Weitere Links zur Folge:
- Maxton Hall – Die Welt zwischen uns. Amazon Prime.
- Mona Kasten: Save Me. Lyx Verlag, 2018.
- Mona Kasten: Save You. Lyx Verlag, 2018.
- Mona Kasten: Save Us. Lyx Verlag, 2018.
- ZEIT: Jens Balzer über Dark Academia
- ZEIT: Ijoma Mangold über Sally Rooneys Normale Menschen
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Die Bilder aus der Promibar Pony in Kampen auf Sylt haben sich in
Windeseile über die sozialen Netzwerke verbreitet: Die blonde, gut
aussehende jeunesse dorée singt da mit dem Ausdruck bester Laune und
vollkommenen Selbstgenusses auf den Partyhit L'Amour toujours von Gigi
D'Agostino die Zeile "Deutschland den Deutschen, Ausländer raus". Was
bisher als ein Phänomen des Springerstiefel-Milieus in ostdeutschen
Landscheunen galt, scheint plötzlich dort angekommen, wo das Geld und
die Macht sitzen. Der sprichwörtlich hässliche Deutsche trägt jetzt also
Poloshirt und Kaschmirpullover.
Ist das der Extremismus der Mitte, die seit Kampen aus ihrem Herzen
keine Mördergrube mehr macht? Ist das ein neuer Rechtsruck? Oder ist es
nur das typische Provokationsspiel, weil man sich auf die reflexartigen
Reaktionen bis zum Bundeskanzler und zum Bundespräsidenten hinauf
verlassen kann, wenn man Tabuisiertes aus dem Nazi-Giftschrank holt?
Möglicherweise ist es ja von allem etwas. Jedenfalls ist das Hashtag
Sylt viral gegangen, das Lied geistert in tausend Variationen durchs
Netz, und noch ist nicht abzusehen, wie der Geist wieder zurück in die
Flasche gebracht werden könnte. Grund genug für Lars Weisbrod und Ijoma
Mangold, dieses neue Pop-Phänomen in Die sogenannte Gegenwart unter die
Lupe zu nehmen.
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Noch zwei Wochen, bis "Die sogenannte Gegenwart" aus der Sommerpause
zurück kehrt. Die Zeit bis dahin verkürzen wir mit der bisherigen
Lieblingsfolge von Lars, Ijoma und Nina aus diesem Jahr:
"Wenn ich zwei Wochen lang Urlaub machen könnte in meiner eigenen
Vergangenheit, dann würde ich zurückreisen in den April 1994", sagt der
amerikanische Popkritiker Chuck Klosterman. In seinem neuen Buch "The
Nineties" beschreibt er ein vergangenes Jahrzehnt, in das sich heute
viele von uns zurücksehnen. Bloß weiß der Autor auch: Unser Gedächtnis
spielt uns einen Streich. Die Neunziger waren ganz anders, als wir sie
in Erinnerung haben.
In der neuen Folge des Feuilletonpodcasts sprechen Nina Pauer und Lars
Weisbrod über Klostermans Buch, über Trashkultur und Eurodance zwischen
dem Fall der Mauer und 9/11, das Leben vor Social Media und die Streits
bei Bärbel Schäfer. Haben die Nachmittagstalkshows der Neunziger unsere
heutige Debattenkultur vorweggenommen? Ist die Fernsehserie "Akte X"
Schuld daran, dass heute alle Verschwörungstheorien nachhängen? Und
warum wurde das Jahrzehnt schon verkultet, als es gerade erst vorüber
war?
In dieser Folge sprechen Nina und Lars über:
- das neue Buch "The Nineties – A Book" von Chuck Klosterman
- sein Essay von 2016 über den einen Rockmusiker, an den man sich auch
noch in Zukunft erinnern wird, aus der "New York Times"
(https://www.nytimes.com/2016/05/29/magazine/which-rock-star-will-historians-of-the-future-remember.html)
- die Serie "Yellowjackets", die in Deutschland bei Sky zu sehen ist
- die Zeitreiseserie "Loki", die man bei Disney+ findet
- das Lied "Die 90er" von Rainald Grebe
(https://www.youtube.com/watch?v=-abczfYw_c4)
- den Song "Eine Hymne auf die 90er" von Jan Böhmermann
(https://www.youtube.com/watch?v=3aSt1J4s_Lk)
- den Song "Mogli" von KC Rebel
(https://www.youtube.com/watch?v=oLss8LiXRR8)
- und den Clip aus der ersten "Viva Interaktiv"-Sendung nach dem 11.
September 2001 (https://www.youtube.com/watch?v=0Bu7fF9jXVY).
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Wir mussten die Sommerpause nochmal ein wenig verlängern. Aber am 20.9.
geht's weiter, versprochen!
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Zu den wiederkehrenden Ritualen der Demokratie gehört der Wahlkampf. Es
verlangt allen Beteiligten ein Höchstmaß an Selbstverleugnung und
Absenkung der Schmerzgrenze ab: Die Parteien müssen den double bind
vollbringen, ihr Profil zu schärfen, also den Kampfesmut ihrer Anhänger
zu stärken, dürfen aber gleichzeitig keine unentschiedenen Wechselwähler
verschrecken, denn man möchte ja neue Wähler gewinnen. Man muss
Entschlossenheit und Tatkraft zeigen, ja, immer auch etwas Wut über den
Status quo, sollte aber gleichzeitig niemanden ausgrenzen, sondern das
Gemeinsame und das gemeinsam Machbare beschwören. Und wo es
Zielkonflikte gibt, muss man sich gnadenlos für Komplexitätsreduktion
entscheiden, damit klar ist: Alles muss sich ändern, aber keiner muss
den Gürtel enger schnallen. Es muss an die Unzufriedenheit appelliert
werden (wer ist schon zufrieden?), aber es muss auch klar sein, dass
Abhilfe möglich ist.
Und weil die nächste Bundestagswahl bevorsteht, hat sich der
Feuilleton-Podcast Die sogenannte Gegenwart den aktuellen Wahlkampf mal
genauer angeschaut. Denn Wahlkampf – das sind Slogans, Bilder und
Narrative, also genau das, was ein phänomenologisch informierter Podcast
wie Die sogenannte Gegenwart zu leisten vermag. Was ist so schlimm am
Lastenfahrrad, in das die Grünen die traditionelle Kernfamilie setzen?
Warum spielen CDU-Mitarbeiter auf ihren Plakaten "normale Menschen"? Hat
die FDP das Testosteron-Level und das Virilitätsprofil in ihrer
Selbstdarstellung gesenkt? Und warum duzt mich die SPD? Nina Pauer und
Ijoma Mangold haben versucht, den Parteien Gerechtigkeit widerfahren zu
lassen.
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vor dem 31.3.2021 erschienen sind, nur noch exklusiv mit einem
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Umarmen oder doch nicht? Wie soll man sich in der aktuellen
Corona-Spätphase bloß begrüßen? Was steckt hinter dem Buzzword "Reverse
Mentoring"? Und wann ist der Megatrend Minimalismus endlich mal vorbei?
Um solche Fragen dreht sich das Spiel "Gegenwartscheck", das Nina Pauer,
Ijoma Mangold und Lars Weisbrod alle zwei Wochen hier im Podcast
spielen.
In der neuen Folge des Feuilletonpodcasts läuft aber alles ein bisschen
anders: Die Hörerinnen und Hörer reden ein Wörtchen mit! Denn
aufgezeichnet wurde diesmal vor digitalem Livepublikum, beim
Podcastfestival der ZEIT. Zusammen mit über 500 Zuschauerinnen und
Zuschauern kämpfen die drei Hosts gegeneinander, im XXL-Gegenwartscheck:
Wer fühlt den Puls der Zeit am deutlichsten? Wer hat die Gegenwart schon
verstanden vor allen anderen? Und welche Beobachtungen der Hosts fallen
beim Publikum gnadenlos durch?
Schauen Sie sich die Aufzeichnung des Podcasts hier an.
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Benutzte Windeln, zu kleinen Quadraten zusammengeschnürt, liegen
verstreut in der Wohnung. Das Baby schläft nicht, die Mutter ist am Ende
und der Vater fragt wieder einmal, kraftlos und müde: "Oder soll ich sie
noch mal in die Trage nehmen?" Von den tief verzweifelten Momenten bis
hin zu den großartigen Kleinigkeiten: Wie lässt sich Elternsein heute
realistisch darstellen? Und was verrät das ganze Gerede über
Kitaabholzeiten und Reiswaffeln über unsere Gegenwart? Wer das wissen
will, sollte sich unbedingt die traurig-lustige Comedyserie MaPa
anschauen, beim deutschen Streamingdienst Joyn.
Nina Pauer und Lars Weisbrod sprechen in der neuen Folge des
Feuilletonpodcasts über MaPa und die große Frage, wie Serien und Bücher
kunstvoll von einer Zeit im Leben erzählen können, die sich nur schwer
in herkömmlichen Plots wiedergeben lässt.
Weitere Informationen zur Folge:
- Bingewatching: Die besten TV-Serien im Mai
- MaPa: Wir wollen den Witwer sehen!
- Neben MaPa erwähnen wir unter anderem das Buch Liebe von Karl Ove
Knausgård, den Essay Revolutionär von Ursula März, außerdem zwei
weitere Serien: Louie von Louis C. K. und Atlanta von Donald Glover.
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Auf YouTube wurde Jordan Peterson zum Weltstar, weil er seine
Psychologievorlesungen mitschnitt und ins Netz zu stellte. Seine Thesen
sind pointiert und provokant und widersprechen allen Glaubenssätzen, die
man im linksliberalen Milieu für kostbar hält: Egal ob es um den
Gender-Pay-Gap, die Macht des Patriarchats oder die Frage nach der
ökonomischen Ungleichheit geht, Jordan Peterson geht keiner
Auseinandersetzung aus dem Weg – und nennt seine Gegner gern einmal
"Kulturmarxisten". Wer an die herrschaftsfreie Gesellschaft glaubt, den
provoziert Peterson mit evolutionsbiologischen Anekdoten über Hummer,
die schon seit Hunderttausenden von Jahren ihre brutalen
Dominanzhierarchien ausfechten – und den Menschen ähnlicher seien, als
uns bewusst sei.
Anlass genug für Ijoma Mangold und Lars Weisbrod, sich über Peterson zu
streiten: Ist er nur ein begriffsloser Biologist, der mehr Verwirrung
stiftet als zur Klärung beiträgt? Oder haben wir es hier mit einem
begnadeten Eklektiker zu tun, der uns endlich einen neuen Blickwinkel
auf unsere Probleme ermöglicht? Der Mann, der wie kaum ein anderer
Denker in den vergangenen Jahren das Internet polarisiert hat, bringt
auch die beiden Hosts des Feuilletonpodcasts Die sogenannten Gegenwart
ganz ordentlich in Wallung.
Weitere Informationen zur Folge:
- Channel 4 News: Jordan Peterson debate on the gender pay gap, campus
protests and postmodernism
- GQ: Jordan Peterson: "There was plenty of motivation to take me out.
It just didn't work"
- Jordan Peterson: "Jenseits der Ordnung. 12 weitere Regeln für das
Leben". Münchner Verlagsgesellschaft (23 Euro)
- Jordan Peterson: "Warum wir denken, was wir denken". Münchner
Verlagsgesellschaft (39,99 Euro).
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Als das Bundesverfassungsgericht kürzlich zur Klimagesetzgebung
urteilte, stellte es klar: Wir können nicht heute unsere Freiheit
auskosten, wenn der Preis dafür ist, dass wir morgen keine Freiheiten
mehr haben. Die Einsicht scheint auch zu den schwelenden
Corona-Diskussionen zu passen: Wer jetzt Ausgangssperren beschließt, der
tut das, weil er sich davon verspricht, bald wieder ohne Einschränkungen
im Biergarten seinen Freunden zuzuprosten.
Steht sich die Freiheit also selbst im Weg? Was Karlsruhe in seinem
Richterspruch auf den Punkt brachte, ist in vielen Kreisen schon länger
diskursive Praxis: Wer das Wort Freiheit in den Mund nimmt, kommt nicht
umher, im nächsten Satz zu betonen, dass er mit Freiheit nicht nur
einfach ganz vulgär die Freiheit meint, sondern auch Solidarität oder
Rücksichtnahme. "Freiheit der Erwachsenen hat einen Namen: Sie heißt
Verantwortung", sagte der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck einst.
Lars Weisbrod und Ijoma Mangold fragen sich: Aber was macht das mit uns,
wenn wir gar nicht mehr über Freiheit als Freiheit reden? Geht uns das
intellektuelle Gespür dafür verloren, was Freiheit jenseits von
Verantwortung eigentlich meint? An welche Ideen von Freiheit glauben
Linke? Was ist der Unterschied zwischen einem Wirtschaftsliberalen und
einem Libertären? Und was bitte schön hat ausgerechnet der Liberale mit
einem Skateboarder gemeinsam?
Weitere Links zur Folge:
- "Mündig" von Ulf Poschardt
- Studie, die nach dem Zusammenhang von politischen und
philosophischen Überzeugungen fragt
Ab dem 15.1.2025 sind alle Folgen von "Die sogenannte Gegenwart?", die
vor dem 31.3.2021 erschienen sind, nur noch exklusiv mit einem
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Alle reden vom Bitcoin, weil er so viele Früheinsteiger in die digitale
Währung so unfassbar reich gemacht hat. Geld fasziniert und ist immer
ein guter Grund, die Sache zu preisen oder zu verdammen. Geschenkt!
Worüber viel weniger gesprochen wird, ist die Technologie, die dem
Bitcoin zugrunde liegt: die sogenannte Blockchain. In ihrer
Zusammenführung aus Kryptografie, Wissen um verteilte Netzwerke und
Spieltheorie ist sie tatsächlich eine echte Zäsur und könnte das
Internet der Zukunft in einer Weise revolutionieren, wie es die großen
Plattformen von Social Media beim Web 2.0 getan haben.
Das Zauberwort heißt: Dezentralität. Kill the Intermediär! Die
Blockchain braucht keine Autoritätsinstanz mehr, um Transaktionen zu
beglaubigen. Damit könnte es den großen Plattformen ebenso an den Kragen
gehen wie den großen Kreditinstituten. Die treten längst die Flucht nach
vorne an und versuchen, die Blockchain für ihre Zwecke zu integrieren.
Gleichzeitig sind die Kryptowährungen den Zentralbanken ein Dorn im
Auge, denn sie fürchten um ihre Gestaltungshoheit. Werden sie den
Bitcoin verbieten? Oder zu Tode regulieren? Nicht auszuschließen.
Die Feuilletonisten Lars Weisbrod und Ijoma Mangold haben sich von der
Blockchain jedenfalls faszinieren lassen und versuchen ihre sozialen,
spieltheoretischen und metaphysischen Implikationen für sich und die
Zuhörer der sogenannten Gegenwart zu erschließen. Warum nicht mal zur
Abwechslung eine neue Technologie geil finden?
Weiterführende Links auf ZEIT ONLINE:
Bitcoin: Beste Grüße aus Sizilien!
Softwareentwickler im Silicon Valley: "Ich habe eine Million Dollar in
Krypto-Währung angelegt"
Podcast: Frisch an die Arbeit: Philipp Sandner: Was muss man über
Bitcoin wissen, Professor Sandner?
Digitales Geld: Hart, härter, Bitcoin
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Was passiert, wenn man zehn deutsche Komiker in einen Raum sperrt – und
keiner darf lachen? “Last One Laughing” heißt eine neue Show beim
Streamingdienst Amazon. Die Idee: Professionelle Witzemacher versuchen
sich gegenseitig zum Lachen zu bringen. Gewonnen hat, wer am längsten
durchhält, ohne eine Miene zu verziehen. Die Show ist Leistungsschau der
deutschen Unterhaltungsindustrie, aufschlussreiches Sozialexperiment –
und eine Tiefenbohrung in Gegenwart und jüngere Vergangenheit des
bundesrepublikanischen Humors.
Die ZEIT-Redakteure Ijoma Mangold und Lars Weisbrod sprechen in der
neuen Folge des Feuilleton-Podcasts über den Humorstandort Deutschland –
und müssen irgendwann sogar festhalten: Auch Furzwitze können Feuilleton
sein.
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Ein neuer politischer Trendbegriff geht um: Klassismus. Er meint die
Diskriminierung aufgrund der sozialen Herkunft – in Analogie zum
Rassismus als Diskriminierung aufgrund der Hautfarbe oder Sexismus als
Diskriminierung aufgrund des Geschlechts. Klassismus kann heißen: Man
unterstellt Armen, sie seien zu faul zum Arbeiten. Oder es geht um
Habitus-Fragen im Sinne der Bordieu'schen Soziologie: Fehlen Studenten
aus Arbeiterfamilien an den Universitäten wichtige social skills, die
für eine akademische Karriere mehr als nur hilfreich sind?
Ijoma Mangold und Lars Weisbrod diskutieren den Begriff und fragen: Ist
Klassismus nur Klassenkampf für Softies? Was hilft Habitus? Ist die
Umverteilung des Kapitals nicht die schlagkräftigere Strategie, wenn es
um die Verbesserung der Lebensverhältnisse geht? Die beiden
Podcast-Hosts sprechen über die Klassenanalyse in den Werken Balzacs,
die Unterschichtenverachtung im Privatfernsehen. Was heißt es für die
Klassismus-Debatte, wenn Multimillionär Robert Geiss mit seinem
Kreditkartenvolumen prahlt? Und leben wir wirklich alle schon im
Postmaterialismus – oder sind nur diejenigen von uns Postmaterialisten,
die sich das auch leisten können?
Weitere Links zur Folge:
- “Kapitalismus global” von Branko Milanović
- “Rückkehr nach Reims” von Didier Eribon
- Klassismus: Du gehörst nicht dazu!
- Klassismus: Völker, hört die coolen Wörter!
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Spätestens seit der Corona-Pandemie heißt es, die Städte verlören an
Attraktivität. Die hohen Mieten machen selbst der Mittelschicht zu
schaffen, Familien können sich den Platz, den sie brauchen, kaum mehr
leisten – erst recht nicht, wenn die Kita zu hat und Mama und Papa aus
dem Homeoffice arbeiten.
In der neuen Folge des Feuilleton-Podcasts geht es um die große
Gegenwartsfrage: Warum ziehen wir nicht alle aufs Land? Oder in die
Provinz? Weil es da noch keinen guten Flat White gibt? Oder weil man die
Infrastruktur in weiten Regionen kaputtgespart hat?
Der ZEIT-Redakteur Ijoma Mangold erzählt von seiner neuen Heimat in der
Uckermark und wie sehr er das ganz andere Leben dort lieben gelernt hat.
Sein Podcast-Kollege Lars Weisbrod erklärt, warum die Zukunft des
Gangsta-Raps nicht in Berlin, sondern in Bietigheim-Bissingen liegt. Zu
ländlich-idyllisch wird es aber auch diesmal nicht: Am Ende entbrennt
ein Streit über Sinn und Unsinn des Mietendeckels.
Weitere Links zur Sendung:
Shindy - Bietigheim Sunshine https://www.youtube.com/watch?v=8bVBzhaEneY
Roman "Unterleuten": Jedes Dorf ist eine Welt
https://www.zeit.de/2016/13/unterleuten-juli-zeh-roman
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Den Begriff 'Alternative Fakten' hat Kellyanne Conway aufgebracht. Sie war nie Trumps Pressesprecherin, sondern 2016 dessen Wahlkampfmanagerin (die erste Frau in der Geschichte der USA, die Leiterin eines erfolgreichen Präsidentschaftswahlkampfs war) und bis 2020 eine seiner wichtigsten und einflussreichsten BeraterInnen.
Ufff. .Ich befürchtete schon, dass Lars es dieses Mal nicht schafft, zu erwähnen, dass er in Eppendorf lebt. Kurz vor Schluss hat er den Slot dann doch gefunden😎
Oberflächlicher Versuch, die politische Landschaft in zu enge Schubladen zu drücken, was man in einer derart komplexen politischen Welt vielleicht von BILD oder Welt erwarten würde, einem selbsternannten Feuilleton-Podcast aber nicht gerecht wird.
"danke für nichts" wurde doch schon im Januar gecancelt.