DiscoverHeiligenschein
Heiligenschein
Claim Ownership

Heiligenschein

Author: Der SONNTAG

Subscribed: 0Played: 0
Share

Description

Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer.
98 Episodes
Reverse
Der Patron der Bleistiftfabrikanten als Bierliebhaber Zu den größten Theologen überhaupt wird Thomas von Aquin gezählt. Thomas kam um das Jahr 1225 auf der elterlichen Burg südöstlich von Rom zur Welt. Als jüngsten Sohn wollte man ihn für eine geistliche Laufbahn erziehen.  Vom Rebell zum Wissenschaftler In Neapel lernte er den jungen Dominikanerorden kennen. Mit 19 trat er dort ein. Gegen den Willen seiner Eltern, die ihn nicht in einem Bettelorden wollten. Er studierte weiter in Bologna, Paris und Köln, wo er erste Vorlesungen hielt. Mit 27 begann er seine Lehrtätigkeit in Paris. Fortan widmete er sein Leben der Wissenschaft. Er setzte sich mit allem auseinander – leider, würde man heute sagen, denn er mischte sich in jeden Lebensbereich ein. Theologie als Wissenschaft – das ist aber eines seiner Verdienste.  Heiliger mit Humor und Hefe Thomas von Aquin starb 1274. 1323 wurde er heiliggesprochen, später Kirchenlehrer. Naheliegend seine Patronate: Wissenschaft, Universitäten, Bleistiftfabrikanten. Gut, Bleistifte braucht man in der Wissenschaft. Aber Thomas ist auch Patron der Bierbrauer. Er soll so dick gewesen sein, dass man in die Tischplatte eine Ausbuchtung sägen musste, damit er dort sitzen konnte. Vielleicht war er ja Bierliebhaber.  Interesse an mehr Infos zu Heiligen? Dann bestellen Sie das Buch ⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠"Von Bischofsstab bis Besenstiel"⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠ von Bernadette Spitzer im Wiener DomVerlag. Oder werden Sie dersonntag.at-Abonnent mit unserem ⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠Digital-Abo⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠.
Der Wanderbischof als Patron der Schuhmacher Erhart von Regensburg trägt die Berufsbezeichnung „Wanderbischof“. Was aber ist ein Wanderbischof? Ein besonders sportlicher, der gerne wandert? Nun, als Freizeitbeschäftigung kann man das Wandern sicher nicht bezeichnen, denn im 8. Jahrhundert waren die Füße das Hauptfortbewegungsmittel.  Missionar und Klostergründer Erhart stammte aus Südfrankreich und gründete im Elsass und in Regensburg einige Kirchen und Klöster. Im Elsass taucht er auch auf im Zusammenhang mit der Schutzpatronin der Region, der heiligen Odilie. Sie war von Geburt an blind, und er soll sie als zwölfjähriges Mädchen getauft haben, wodurch sie das Augenlicht erlangte. Mutmaßlich wegen Eroberungszügen von Arabern ging er nach Regensburg. Dort gilt er durch seine Missionstätigkeit, die er wandernd ausübte, als Wegbereiter des Christentums in Bayern. Helfer bei Leiden Sein Sterbedatum wird um das Jahr 715 angenommen. Erhart wurde in der Regensburger Niedermünsterkirche bestattet. Sein Grab ist bis heute erhalten. 1052 wurde er heiliggesprochen. Erhart ist Helfer gegen Kopfschmerzen und Augenleiden. Außerdem wird er als Schutzpatron der Schuhmacher verehrt. Kein Wunder, gegangen ist er ja sehr viel.  Interesse an mehr Infos zu Heiligen? Dann bestellen Sie das Buch ⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠"Von Bischofsstab bis Besenstiel"⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠ von Bernadette Spitzer im Wiener DomVerlag. Oder werden Sie dersonntag.at-Abonnent mit unserem ⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠Digital-Abo⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠.
Für ein gutes neues Jahr Die Bezeichnung Silvester geht auf einen Papst zurück, der heute Gedenktag hat. Tja, und das ist schon ziemlich das Einzige, wofür dieser bekannt ist. Alles andere ist Legende und historisch widerlegt. Papst ohne großen Einfluss An wichtigen Entwicklungen in der Kirche hatte er – keinen Anteil. Silvester wurde Papst ein Jahr nach der Konstantinischen Wende, der Anerkennung der Christen durch Kaiser Konstantin. Zu tun hatte er mit deren Zustandekommen im Jahre 313 – nichts, auch wenn eine Legende besagt, dass Gott den Christenverfolger Konstantin mit Aussatz bestrafte, bis Silvester ihn heilte, bekehrte und taufte. Auch am für die Kirche so wichtigen Konzil von Nicäa 325, an dem das erste Glaubensbekenntnis geschrieben wurde, ließ er sich vertreten. Nur der Bau der ersten Petruskirche über dem Petrusgrab kann als Leistung in 20 Jahren Amtszeit verbucht werden. Gedenktag am Jahresabschluss Und wieso ist ein ganzer Tag nach ihm benannt? Das war – Zufall. Silvester starb am 31. Dezember 335, übrigens als erster Papst eines natürlichen Todes. 1582 wanderte durch die gregorianische Kalenderreform der letzte Tag des Jahres vom 24. auf den 31. Dezember und damit auf Silvesters Gedenktag. Dadurch ist er auch zufällig zum Patron für ein gutes neues Jahr geworden. Interesse an mehr Infos zu Heiligen? Dann bestellen Sie das Buch ⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠"Von Bischofsstab bis Besenstiel"⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠ von Bernadette Spitzer im Wiener DomVerlag. Oder werden Sie dersonntag.at-Abonnent mit unserem ⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠Digital-Abo⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠.
Am 21. Jänner hat eine der längstverehrten Märtyrerinnen Gedenktag, nämlich Agnes von Rom. Sie lebte in der Mitte des 3. Jahrhunderts, und der 21. Jänner wird bereits im Jahr 354 als ihr Gedenktag erwähnt. Agnes stammte aus einer reichen christlichen Familie und soll sehr schön gewesen sein.Agnes und ihre standhafte Weigerung trotz drohender StrafenDer Sohn des Stadtpräfekten machte ihr einen Heiratsantrag, den die Zwölfjährige ablehnte, mit der Begründung, dass sie mit Jesus Christus verlobt sei. Daraufhin zeigte der Mann sie an. Da das römische Recht die Hinrichtung von Jungfrauen verbot, versuchte man zunächst, sie einzuschüchtern. Es gibt eine ganze Reihe von Schilderungen darüber, was man ihr alles antun wollte und wie dies jeweils verhindert wurde. Schließlich wurde Agnes ein Schwert durch die Kehle gestoßen; sie wurde wie ein Lamm getötet.Aus diesem Grund wird sie häufig zusammen mit einem Lamm dargestellt, das zugleich ein Symbol des Opfertodes Christi ist. Das lateinische Wort „agnus“ bedeutet ebenfalls Lamm. In der römischen Kirche Sant’Agnese fuori le mura werden jährlich zwei Lämmer gesegnet, deren Wolle zur Herstellung der Pallien für neu ernannte Erzbischöfe dient.
Arnold Janssen wurde 1837 in Nordrhein-Westfalen in eine arme Familie geboren. Er war ein Deutscher mit österreichischer Staatsbürgerschaft und gilt als Pionier der modernen Missionsbewegung.Arnold und sein Weg vom Priester zum OrdensgründerEs gelang ihm aufgrund seines Fleißes, ins Gymnasium aufgenommen zu werden. Er wurde Priester, Lehrer und Verleger. Im Alter von 38 Jahren gründete Arnold den Missionsorden Gesellschaft des göttlichen Wortes und eröffnete ein Missionshaus im holländischen Steyl. Seiner Überzeugung nach steht die Verkündigung an erster Stelle der Mission. Daher nützte er die Medien und gab Zeitschriften zu Missionsthemen heraus, aus deren Erlös er seine bald in alle Welt aufbrechenden Missionare unterstützte.Um in Österreich ein Haus eröffnen zu dürfen, wurde er österreichischer Staatsbürger. Somit konnten die Standorte Sankt Gabriel in Mödling und Sankt Rupert in Bischofshofen errichtet werden. Er gründete auch zwei Frauenorden: die Steyler Missionsschwestern und die Anbetungsschwestern. Arnold starb am 15. Jänner 1909. Mittlerweile zählt die Steyler Ordensfamilie über 10.000 Frauen und Männer aus 70 Nationen. Im Jahr 2003 wurde er heiliggesprochen.
Am 10. Jänner wird der Gedenktag der Heiligen Leonie Aviat gefeiert. Eine Brille spielte im Leben der Heiligen eine entscheidende Rolle. 1864, Sézanne, Frankreich. Wie Leonie aus einer Begegnung eine Bewegung machteDie 20-jährige Leonie Aviat, Tochter aus gutbürgerlichem Haus, holt für ihre Mutter eine Brille aus der örtlichen Brillenfabrik. Dort sieht sie erstmals die Auswirkungen der Industrialisierung. Leonie ist entsetzt über die Arbeitsbedingungen der Arbeiterinnen. Spontan beschließt sie, zu helfen. Sie geht zu ihrem früheren Lehrer, dem Kaplan Louis Brisson. Dieser unterstützt sie. Er hat nämlich ähnliche Ideen. Zunächst leitet Leonie für Louis Brisson Unterstützungseinrichtungen für Textilarbeiterinnen, später gründet sie mit ihm die Gemeinschaft der Oblatinnen des heiligen Franz von Sales. Die Kongregation kümmert sich um Mädchen, die als billige Arbeitskräfte in den Industriebetrieben arbeiten. Für sie werden Wohnheime gegründet, später auch Werkstätten und Schulen.Bald schon gesellen sich zu Leonie weitere junge Frauen, auch in Österreich. 1904 werden die Oblatinnen im Zuge der Säkularisierung Frankreichs vertrieben. Leonie verlegt das Mutterhaus nach Perugia in Italien. Dort stirbt sie 10 Jahre später im Alter von 70 Jahren am 10. Januar 1914. 2001 wurde Leonie Aviat heiliggesprochen. 
Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer.Der 28. Dezember ist der Gedenktag der Unschuldigen Kinder. Ursprünglich bezog er sich auf die Opfer des Kindermords von Betlehem. Inzwischen ist er ausgeweitet worden auf das Gedenken an alle leidenden Kinder. Aber an diesem Tag ist auch Gedenktag eines Heiligen, der nur zehn Jahre alt wurde und dann als Märtyrer starb. Julius von Rom wurde Opfer der ersten Christenverfolgungen in Rom im 2. oder 3. Jahrhundert. In Wien hat er eine Gedenkstätte, denn seine Gebeine befinden sich in der Michaelerkirche. Wie das kam?Es begann mit einer päpstlichen Schenkung an den Wiener Kaiserhof. Kaiserin Maria Theresia ließ die Gebeine zur öffentlichen Verehrung in die Kirche am Hof bringen, die damals den Jesuiten gehörte. Kardinal Sigismund Kollonitz legte das Fest des Heiligen mit dem Tag der Unschuldigen Kinder zusammen. Daraus wurde ein regelrechter „Juliuskult“ mit Kinderprozessionen. Er wurde zum Schutzpatron der Wiener Kinder. Seine Verehrung verbreitete sich von Wien aus über die Jesuitenmissionen in die ganze Welt. Nach Auflösung des Jesuitenordens im Jahr 1773, übergab Maria Theresia die Reliquien schließlich der Hofpfarrkirche St. Michael, wo sie sich noch heute befinden. Schauen Sie sich das an! Bernadette SpitzerVon Bischofsstab bis Besenstiel. Mit 365 Heiligen durchs Jahr.Jetzt bestellen unter: https://www.domverlag.at/unit/domverlag/shop/detail/shop.item/821.html
Francesca Cabrini war ursprünglich Italienerin. Sie wurde vom Papst mit einem originellen Auftrag in die USA geschickt, erhielt dort die Staatsbürgerschaft und wurde durch ihre Kanonisierung die erste heiliggesprochene Bürgerin der USA.Franziska gründete eine Gemeinschaft für Herz und MissionSie kam 1850 in der Nähe von Mailand als jüngstes von 13 Kindern zur Welt und wurde Lehrerin und Ordensfrau. Als der Orden aufgelöst wurde, gründete sie mit 30 Jahren ihren eigenen: die Missionsschwestern vom Heiligsten Herzen Jesu. Mission war Francescas Leidenschaft, deshalb fügte sie ihrem Vornamen den ihres Vorbilds Franz Xaver an, des großen Missionsheiligen, und kreierte damit die weibliche Form Franziska Xaviera.Papst Leo XIII. schickte sie in die USA, wo sie sich um die Italiener kümmern sollte. Sie gründete innerhalb von 30 Jahren fast 70 Schulen, Krankenhäuser, Waisenhäuser und Klöster mit dem Ziel, den Italienern die Integration in die neue Heimat zu erleichtern. Franziska Xaviera Cabrini starb am 22. Dezember 1917 im Alter von 77 Jahren im Mutterhaus ihres Ordens in Chicago.
Johannes könnte Patron all jener Eltern sein, die verzweifeln, weil ihre Kinder lebensuntüchtig scheinen und in der Schule nichts zusammenbringen, denn er war bis ins Erwachsenenalter Analphabet.Die mystische Reise des Johannes vom KreuzHeute ist er Patron der spanischsprachigen Dichter und sogar Kirchenlehrer: Johannes vom Kreuz. Er wurde 1542 in Spanien geboren und wuchs in armen Verhältnissen auf, daher lernte er weder Lesen noch Schreiben. Auch handwerklich war Johannes ungeschickt. Endlich fand man dann doch etwas, was ihm Spaß machte und wofür er begabt schien: Er wurde Pfleger in einem Krankenhaus. Ab seinem 17. Lebensjahr besuchte er Kurse im örtlichen Jesuitenkolleg, wodurch er dann doch noch Lesen und Schreiben lernte.Johannes schloss sich dem Karmeliterorden an und wurde Priester. Gemeinsam mit Teresa von Ávila wollte er den Orden reformieren, was zu Konflikten führte, denn die Inquisition sperrte ihn ein. Im Gefängnis erlebte er mystische Visionen, die er später in Gedichten verarbeitete. Schließlich löste man den Konflikt durch eine Spaltung des Ordens. Johannes leitete die „unbeschuhten“ Karmeliten und starb 1591 mit 49 Jahren.
Ambrosius zählt zu den vier großen Kirchenvätern des Abendlandes. Er war nicht nur Politiker und Heiliger, sondern auch ein Spätberufener.Der Weg des Ambrosius vom Politiker zur KircheSein Vater war römischer Statthalter und er folgte dieser Tradition, indem er selbst Politiker wurde. Ambrosius war so erfolgreich, dass er Statthalter von Oberitalien mit Sitz in Mailand wurde. Er war ein Politiker, den das Volk liebte. Als 374 ein neuer Bischof für Mailand gewählt werden sollte, konnte man sich nicht einigen. Ambrosius nahm an der Wahl als Beobachter Teil, beeindruckte jedoch so sehr, dass alle Parteien ihn zum Bischof wünschten. Zu diesem Zeitpunkt war er noch nicht einmal getauft.Die Kirche reagierte schnell, indem Ambrosius sofort getauft wurde und nur eine Woche später, am 7. Dezember, zum Priester und Bischof geweiht. Die 23 Jahre seines Bischofsamtes sind in dem Bienenstock, mit dem er dargestellt wird, symbolisiert: Er war flott, fleißig und gelehrsam wie die Bienen, und sein Reden und Handeln war kostbar und wohlschmeckend für die Menschen wie Honig. Ambrosius starb 397.
Ihr Name erlebt im Moment ein Revival: Emma, die Erhabene. Für alle Deutschen unter Ihnen: Sie ist die erste namentlich nachweisbare Einwohnerin von Bremen.Emma als Wohltäterin und Kirchenstifterin im frühen MittelalterEmma von Lesum war Gräfin und wurde um 980 in Sachsen geboren. Sie heiratete Liudger, den Sohn des sächsischen Herzogs, und bekam einen Sohn, der später Bischof von Paderborn wurde. 1001 wurde dem Paar vom deutschen Kaiser der Königshof in Stiepel geschenkt. Er ist heute ein Stadtteil von Bochum. Emma ließ dort eine Kirche errichten, und zwar eine, die nicht dem Bischof unterstellt war. Nach dem frühen Tod ihres Mannes im Jahr 1011 zog Emma ins heutige Bremen, nach Lesum, das heute der Stadtteil Burglesum ist.Als Witwe kümmerte sie sich um Bedürftige und um die Kirche. Dem Dom in Bremen machte sie reiche Stiftungen, dem Domkapitel schenkte sie auch ihr Eigengut samt Kirche in Stiepel. Ihre Fürsorge galt aber besonders den Armen. Emma starb am 3. Dezember 1038. Schon bald wurde sie als Heilige verehrt, aber nie heiliggesprochen. Ihr Grab soll noch im 16. Jahrhundert im Bremer Dom vorhanden gewesen sein, wurde aber nicht gefunden.
Der Legende nach war Katharina die wunderschöne, hochgebildete und eingebildete Tochter des Königs von Zypern, der nicht einmal der Sohn des Kaisers als Ehemann gut genug war, bis sie ein Einsiedler bekehrte, der ihr von Christus als wahrem Bräutigam erzählte.Glaube, Weisheit und Legende um KatharinaIn Alexandria verlangte der römische Kaiser Maxentius während eines Militärzugs Opfer. Katharina weigerte sich und wollte ihre Argumente in einer Diskussion präsentieren. Der Kaiser lud die 50 besten Philosophen ein, aber am Ende der Diskussion ließen sie sich auch taufen. Katharina gilt deshalb als besonders gelehrt. Sie ist eine der nur drei Nothelferinnen. Ihr Symbol, das Rad, war einst ein grausames Folterinstrument mit Sägen und Nägeln.Ein Engel zerstörte es der Legende nach mit solcher Wucht, dass die Folterknechte getötet wurden. Katharina wurde später enthauptet, doch ihr Mut beeindruckte die Menschen tief. Ihr Martyrium soll sie um 307 erlitten haben. 500 Jahre später wurden ihre Gebeine am Berg Sinai gefunden und das Katharinenkloster erbaut. Ab dem 13. Jahrhundert war Katharina die beliebteste Heilige nach Maria. Nach ihr ist außerdem ein Mondkrater benannt.
In Klosterneuburg geht es wieder rund beim Leopoldimarkt. Und in Wien und Niederösterreich ist schulfrei, denn der Patron besagter Bundesländer wird gefeiert: Markgraf Leopold III.Leopold – vom jungen Markgraf zum HeiligenBesonders Niederösterreich ist mit ihm verbunden, denn seine Schädelreliquie wird im von ihm gegründeten Stift Klosterneuburg ausgestellt. Zudem zeigt das Stift einen Ornat mit fünf Adlern, den man für Leopolds Mantel hielt und den Herzog Rudolf IV. als Vorbild für sein Wappen nahm. Heute ist es das niederösterreichische Landeswappen. Leopold wurde 1073 in Melk oder Gars geboren und wurde mit 22 Jahren Markgraf.In 41 Jahren Regentschaft führte er keinen einzigen Krieg, sondern erweiterte sein Territorium durch Heirat. Zuerst Adelheid von Perg/Machland und dann die deutsche Kaisertochter Agnes. Seine Ehe mit Agnes galt als eine sehr glückliche Ehe. Ebenso sorgte er für Arme und Notleidende. Leopold gründete die Stifte Klosterneuburg, Heiligenkreuz und Kleinmariazell. Er starb am 15. November 1136 nach einem Jagdunfall. 1485 wurde er heiliggesprochen, seit 1663 gilt er als Patron von Österreich sowie Landespatron von Wien, Niederösterreich und Oberösterreich.
Hubertus, 727 geboren, war Bischof von Maastricht und später Lüttich. Der fränkische Adlige, der nach dem Tod seiner Frau als Einsiedler lebte, widmete sich dem Glauben und drängte das Heidentum in den Ardennen zurück.Hubertus und die Hirsch-VisionWarum gilt er nun als Schutzpatron der Jäger? Seine Legende zählt zu den bekanntesten Heiligengeschichten: Am Karfreitag begegnet Hubertus einem Hirsch mit leuchtendem Kreuz im Geweih – ein göttliches Zeichen, das ihn zur Umkehr bewegt. Er verzichtet auf die Jagd, angeblich ließ er sich nach dieser Begegnung taufen. Diese Vision, ursprünglich dem heiligen Eustachius zugeschrieben, wurde ab dem 11. Jahrhundert mit Hubertus verbunden und prägt bis heute das Bild des „christlichen Jägers“.Hubertus: Gedenktag mit JagdhörnernAn seinem Gedenktag, dem 3. November, wird Hubertus mit Gottesdiensten gefeiert, bei denen traditionell Jagdhörner erklingen. Er ist Patron zahlreicher Berufe und gilt auch als Helfer gegen Tollwut und Tierkrankheiten. Seine Verehrung reicht von Wallfahrtsorten über Ritterorden bis hin zum Logo eines Kräuterlikörs. 
Judas Thaddäus wird in aussichtslosen Fällen angerufen – besonders in Wien. Der Apostel missionierte nach dem Tod Jesu im vorderasiatischen Raum und starb dort als Märtyrer. Im Neuen Testament ist von ihm nur ein einziger Satz überliefert. Beim letzten Abendmahl fragt er Jesus: „Herr, warum willst du dich nur uns offenbaren und nicht der Welt?“ (Johannes 14,22).Judas wurde Bischof von EdessaAußerhalb der Bibel erzählt Eusebius von Cäsarea, dass König Abgar V. von Edessa (heute Urfa, Türkei) an Lepra erkrankt war und nach Jesus schickte. Der war aber schon gekreuzigt worden. So schickte man Judas, um ein Bild von Jesus zu malen. Dieser wurde bei der Arbeit vom himmlischen Glanz geblendet, sodass Gott selbst das Bild vollenden musste. Abgar wurde gesund und ließ sich und sein Volk taufen. Judas Thaddäus wurde Bischof von Edessa. Krimkirche ist dem heiligen Judas geweihtVor allem in Kirchen findet man seit seiner Bekanntmachung durch einen andern Heiligen, Klemens Maria Hofbauer, Fürbittbücher, in die man Anliegen eintragen kann. Die Krimkirche in Wien-Döbling ist Österreichs einzige Kirche, die ihm geweiht ist.
Severin von Köln war im 4. Jahrhundert der dritte namentlich bekannte Bischof der Stadt. Zwei Quellen aus dem 6. Jahrhundert belegen seine Verehrung. Eine später verfasste Vita berichtet von Heiligtümern, die es zu Severins Zeit noch nicht gab. Zudem scheint es eine Verwechslung mit Severin von Bordeaux gegeben zu haben. Es hieß, Severin sei in Bordeaux gestorben und später nach Köln überführt worden. Da sich in Bordeaux jedoch ein Leichnam im Grab befindet, vermutet man, dass die beiden Bischöfe miteinander verwechselt wurden. Die Severinskirche soll über seinem ersten Grab errichtet worden sein. Grabungen brachten römische Gräber und immerhin eine Apsis aus dem 4. Jahrhundert zutage.Gedenktag vom heiligen SeverinIm Schrein der Kirche, zuletzt 1999 untersucht, fanden sich neben Gebeinen auch Textilien, Hölzer, Leder, Weintrauben und Mausknochen. Die Gebeine stammen von einem etwa 55 Jahre alten Mann, der ungefähr 1,59 Meter groß war. Er war vermutlich sozial höhergestellt und dürfte einbalsamiert worden sein. Ein eindeutiger Beweis für seine Identität als Severin fehlt. Jährlich wird sein Gedenktag mit einer Schreinprozession im Viertel begangen.
Dass der Mann auf dem Bild ein Christ ist, erkennt man nicht auf den ersten Blick, denn er trägt einen Turban. Dies nennt man Inkulturation. Der Mann war Bischof, Ordensgründer und Missionar, der im Sudan wirkte: Daniel Comboni. Im 19. Jahrhundert forderte er, dass Afrikaner und Afrikanerinnen Priester, Schwestern und Bischöfe werden sollten. Dies wurde von der Kirche erst viel später umgesetzt. Er wurde 1831 am Gardasee in eine arme Arbeiterfamilie geboren. Lukas ist ein beliebter VornameDer Name Lukas zählt seit Jahren zu den beliebtesten Vornamen. Der Name hat die Bedeutung: der aus Lukanien stammende. Lukanien war die Bezeichnung einer Landschaft in Süditalien, die heute Basilicata heißt. Der Evangelist Lukas stammte nicht aus der Gegend, er wurde eher in Antiochia in der heutigen Türkei geboren und war Arzt. In Griechenland lernte er Paulus auf einer seiner Reisen kennen und schloss sich ihm an. Der Tod von LukasÜber Lukas Tod weiß man nichts Genaues. Er könnte in Griechenland oder der Türkei gestorben sein, das Spektrum der Legenden reicht von Kreuzigung bis zum Tod an Altersschwäche. Für diese letzte Legende spricht allerdings ein starkes Argument. Sie erzählt, dass Lukas in Theben starb und seine Gebeine nach Konstantinopel und später nach Padua und Prag gebracht wurden. Im Jahr 1998 wurde bei einer Untersuchung festgestellt, dass die Gebeine aus Prag und Padua zu einem Mann orientalisch-syrischer Herkunft gehören, der um das Jahr 100 lebte und über 70 Jahre alt war.Weniger sicher ist man, ob Lukas tatsächlich der Verfasser des Evangeliums und der Apostelgeschichte ist. Er wird nicht als Autor erwähnt und erst 100 Jahre nach Abfassung als solcher bezeichnet.
Ende September werden alle Engel und besonders die Erzengel Michael, Raphael und Gabriel gefeiert. Streng genommen sind sie keine Heiligen, weil sie keine Menschen sind oder waren, sondern Engel. Michael: Seelenführer in den HimmelMichael ist der Engel fürs Grobe oder Gottes Bodyguard. Er bekämpft alle Feinde Gottes, allen voran den Teufel. Man erkennt ihn als Engel mit Flügeln, in einer Rüstung und mit einem Schwert, das meist in einem Drachen oder Teufel steckt. Beim Jüngsten Gericht soll er Posaune blasen und damit die Toten aus den Gräbern wecken. Außerdem führt er ein Verzeichnis über die guten und schlechten Taten der Menschen und wiegt ab, ob sie in den Himmel dürfen. Oft wird er daher mit einer Waage dargestellt. Er gilt auch als Seelenführer in den Himmel.Papst Gregor bat Michael um HilfeIm Jahr 590 bat Papst Gregor den Erzengel um Hilfe gegen die Pest. Michael erschien über dem Hadriansmausoleum und steckte sein Schwert in die Scheide. Daraufhin endete die Seuche. Der Papst änderte den Namen des Hadriansmausoleums zu „Engelsburg“. Eine Statue Michaels auf der Spitze des Gebäudes erinnert bis heute daran.
Notburga kam um 1265 in Rattenberg als Tochter eines Hutmachers zur Welt. Mit 18 wurde sie Magd bei Heinrich I. auf Schloß Rottenburg. Mit Wissens ihres Herrn versorgte sie Bedürftige mit Speiseresten. Dessen Nachfolger verboten es ihr aber. Notburga fastete von da an und verteilte ihr Essen. Ein Bauer gab Notburga ArbeitAber sie wurde trotzdem entlassen und arbeitete  dann bei einem Bauern. Dort verhandelte sie sich aus, am Vorabend von Sonn- und Feiertagen beim ersten Glockengeläut die Arbeit niederzulegen, um sich auf den Feiertag vorzubereiten. Als ihr das der Bauer eines Tages verbot, weil die Arbeit noch vor dem drohenden Gewitter gemacht werden musste, warf Notburga ihre Sichel in den Himmel, wo diese an einem Sonnenstrahl hängen blieb, bis sie nach ihrer Andacht zurückkehrte und weiterarbeitete. Notburga als KöchinNotburga wurde bei ihrerer früheren Herrschaft schließlich Köchin. Sie verhandelte sich aus, wieder Arme zu versorgen und sogar Kranke auf der Burg pflegen zu dürfen. Notburga starb am 14. September 1313, wurde in Eben am Achensee beigesetzt und seither verehrt. Sie wird in Niederösterreich jeweils am zweiten Sonntag im September (nahe ihrem Namenstag), dem Dirndlgwandsonntag gefeiert.
Er ist der jüngste der vier Kirchenväter der Antike und lebte am Ende des Römischen Reiches, in einer Zeit der gewaltigen Umbrüche und Katastrophen. Gregorius, später Papst Gregor I.Gregor wurde als erster Mönch PapstGeboren wurde Gregor um 540 in Rom. Er war bereits mit 30 Leiter von Roms Zivilverwaltung und hatte damit das höchstmögliche Amt für einen Senator inne. Mit 35 zog er sich zurück, wandelte seinen Palast in ein Benediktinerkloster und wurde Mönch und Diakon. Danach war er sechs Jahre päpstlicher Gesandter in Konstantinopel und später Berater des Papstes. Als dieser 590 starb, wurde Gregor mit 50 Jahren als erster Mönch selbst Papst.Gregor starb mit 65 JahrenAls die Verwaltung in Rom zusammenbrach, kümmerte er sich um die Armen, indem er kirchliche Ländereien bündelte und Hilfe organisierte. Mit ihm begann die Christianisierung Britanniens. Interessant: Er führte die Liste der Todsünden. Gregor prägte die Ordensregel der Benediktiner, die gregorianische Messe und Choräle. So gilt er als Patron der Sänger und Musiker. Gregor der Große starb mit etwa 65 Jahren am 12. März 604.
loading
Comments