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Author: Der SONNTAG

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Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer.
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Der Patron der Bleistiftfabrikanten als Bierliebhaber Zu den größten Theologen überhaupt wird Thomas von Aquin gezählt. Thomas kam um das Jahr 1225 auf der elterlichen Burg südöstlich von Rom zur Welt. Als jüngsten Sohn wollte man ihn für eine geistliche Laufbahn erziehen.  Vom Rebell zum Wissenschaftler In Neapel lernte er den jungen Dominikanerorden kennen. Mit 19 trat er dort ein. Gegen den Willen seiner Eltern, die ihn nicht in einem Bettelorden wollten. Er studierte weiter in Bologna, Paris und Köln, wo er erste Vorlesungen hielt. Mit 27 begann er seine Lehrtätigkeit in Paris. Fortan widmete er sein Leben der Wissenschaft. Er setzte sich mit allem auseinander – leider, würde man heute sagen, denn er mischte sich in jeden Lebensbereich ein. Theologie als Wissenschaft – das ist aber eines seiner Verdienste.  Heiliger mit Humor und Hefe Thomas von Aquin starb 1274. 1323 wurde er heiliggesprochen, später Kirchenlehrer. Naheliegend seine Patronate: Wissenschaft, Universitäten, Bleistiftfabrikanten. Gut, Bleistifte braucht man in der Wissenschaft. Aber Thomas ist auch Patron der Bierbrauer. Er soll so dick gewesen sein, dass man in die Tischplatte eine Ausbuchtung sägen musste, damit er dort sitzen konnte. Vielleicht war er ja Bierliebhaber.  Interesse an mehr Infos zu Heiligen? Dann bestellen Sie das Buch ⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠"Von Bischofsstab bis Besenstiel"⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠ von Bernadette Spitzer im Wiener DomVerlag. Oder werden Sie dersonntag.at-Abonnent mit unserem ⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠Digital-Abo⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠.
Der Wanderbischof als Patron der Schuhmacher Erhart von Regensburg trägt die Berufsbezeichnung „Wanderbischof“. Was aber ist ein Wanderbischof? Ein besonders sportlicher, der gerne wandert? Nun, als Freizeitbeschäftigung kann man das Wandern sicher nicht bezeichnen, denn im 8. Jahrhundert waren die Füße das Hauptfortbewegungsmittel.  Missionar und Klostergründer Erhart stammte aus Südfrankreich und gründete im Elsass und in Regensburg einige Kirchen und Klöster. Im Elsass taucht er auch auf im Zusammenhang mit der Schutzpatronin der Region, der heiligen Odilie. Sie war von Geburt an blind, und er soll sie als zwölfjähriges Mädchen getauft haben, wodurch sie das Augenlicht erlangte. Mutmaßlich wegen Eroberungszügen von Arabern ging er nach Regensburg. Dort gilt er durch seine Missionstätigkeit, die er wandernd ausübte, als Wegbereiter des Christentums in Bayern. Helfer bei Leiden Sein Sterbedatum wird um das Jahr 715 angenommen. Erhart wurde in der Regensburger Niedermünsterkirche bestattet. Sein Grab ist bis heute erhalten. 1052 wurde er heiliggesprochen. Erhart ist Helfer gegen Kopfschmerzen und Augenleiden. Außerdem wird er als Schutzpatron der Schuhmacher verehrt. Kein Wunder, gegangen ist er ja sehr viel.  Interesse an mehr Infos zu Heiligen? Dann bestellen Sie das Buch ⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠"Von Bischofsstab bis Besenstiel"⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠ von Bernadette Spitzer im Wiener DomVerlag. Oder werden Sie dersonntag.at-Abonnent mit unserem ⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠Digital-Abo⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠.
Für ein gutes neues Jahr Die Bezeichnung Silvester geht auf einen Papst zurück, der heute Gedenktag hat. Tja, und das ist schon ziemlich das Einzige, wofür dieser bekannt ist. Alles andere ist Legende und historisch widerlegt. Papst ohne großen Einfluss An wichtigen Entwicklungen in der Kirche hatte er – keinen Anteil. Silvester wurde Papst ein Jahr nach der Konstantinischen Wende, der Anerkennung der Christen durch Kaiser Konstantin. Zu tun hatte er mit deren Zustandekommen im Jahre 313 – nichts, auch wenn eine Legende besagt, dass Gott den Christenverfolger Konstantin mit Aussatz bestrafte, bis Silvester ihn heilte, bekehrte und taufte. Auch am für die Kirche so wichtigen Konzil von Nicäa 325, an dem das erste Glaubensbekenntnis geschrieben wurde, ließ er sich vertreten. Nur der Bau der ersten Petruskirche über dem Petrusgrab kann als Leistung in 20 Jahren Amtszeit verbucht werden. Gedenktag am Jahresabschluss Und wieso ist ein ganzer Tag nach ihm benannt? Das war – Zufall. Silvester starb am 31. Dezember 335, übrigens als erster Papst eines natürlichen Todes. 1582 wanderte durch die gregorianische Kalenderreform der letzte Tag des Jahres vom 24. auf den 31. Dezember und damit auf Silvesters Gedenktag. Dadurch ist er auch zufällig zum Patron für ein gutes neues Jahr geworden. Interesse an mehr Infos zu Heiligen? Dann bestellen Sie das Buch ⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠"Von Bischofsstab bis Besenstiel"⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠ von Bernadette Spitzer im Wiener DomVerlag. Oder werden Sie dersonntag.at-Abonnent mit unserem ⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠Digital-Abo⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠⁠.
Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer.Als im Jahr 1613 ein 34-jähriger Mann unter dem Namen John Watson nach Glasgow zurückkehrte, setzte er zum ersten Mal wieder Fuß auf schottischen Boden. Doch seine Freude wurde von Sorgen begleitet. Für Katholiken war die Lage gefährlich, weil sie den englischen König Jakob I. nicht als Oberhaupt der Kirche anerkannten.John als jesuitischer Begleiter der verfolgten KatholikenWatson war selbst katholischer Jesuit und hieß eigentlich John Ogilvie. Er wollte den Katholiken trotz der Gefahr beistehen. Mit zwölf Jahren hatte ihn sein Vater, ein Hofbeamter Maria Stuarts, zur Ausbildung nach Europa geschickt. Dort besuchte er angesehene Schulen, konvertierte mit 17 Jahren zum Katholizismus, trat mit 21 in den Jesuitenorden ein und wurde mit 30 zum Priester geweiht. Seine Studien führten ihn bis nach Graz und Wien, doch die Sehnsucht nach der Heimat blieb. Zurück in Schottland kümmerte er sich heimlich um die verfolgten Katholiken.John in seinem mutigen Bekenntnis bis zum EndeNach einem Jahr wurde er verraten und verhaftet. Trotz Folter nannte er keine Namen und wurde schließlich wegen Hochverrats im Jahr 1615 öffentlich gehängt und gevierteilt. Im Jahr 1976 wurde er heiliggesprochen. Die Jesuiten in Graz haben ein Haus nach ihm benannt, das heute Zentrum für Theologiestudierende ist.Bernadette SpitzerVon Bischofsstab bis Besenstiel. Mit 365 Heiligen durchs Jahr.Wiener Dom-Verlag.ISBN: 978-3-85351-294-4Erhältlich im Webshop des Wiener Dom-Verlags.
Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer.Die heilige Katharine Drexel verbindet Österreich mit den USA, denn sie ist Amerikanerin mit Vorarlberger Wurzeln. Ihr Großvater stammte aus Dornbirn und war im Jahr 1817 in die USA emigriert. Dort kam Katherine 1858 zur Welt. Katharine mit einem Schicksal voller WendungenNachdem ihre Mutter im Kindbett gestorben war und ihr Vater erneut geheiratet hatte, wuchs sie mit ihren beiden Schwestern in Philadelphia als Tochter eines reichen Bankiers in einer liebevollen, gläubigen und sehr sozialen Patchworkfamilie auf. Nach dem Tod ihrer Stiefmutter und ihres Vaters wurde Katharine mit 27 Jahren eine reiche Erbin.Katharine im Dienst der NächstenliebeAnstatt zu heiraten, trat sie mit 31 Jahren den Barmherzigen Schwestern von Pittsburgh bei und gründete zwei Jahre später die „Schwestern vom Heiligen Sakrament“. Ihr Leben widmete sie bald darauf dem Aufbau von Schulen für afroamerikanische und indigene Kinder im Süden und Südwesten der USA. Insgesamt gründete sie 49 Volksschulen, 12 Hochschulen und eine Universität und investierte dafür 12 Millionen Dollar ihres Vermögens. Katherine starb mit 97 Jahren und wurde 2000 heiliggesprochen. In Dornbirn erinnern eine Kapelle und eine Straße an sie.Bernadette SpitzerVon Bischofsstab bis Besenstiel. Mit 365 Heiligen durchs Jahr.Wiener Dom-Verlag.ISBN: 978-3-85351-294-4Erhältlich im Webshop des Wiener Dom-Verlags.
Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer.Irmengard von Baden wollte ein Grab und ein Kloster, das dieses Grab umrahmen sollte. Um ihren Plan zu verwirklichen, ließ sie sogar einen Fluss umleiten.Irmengard als Verkörperung weiblicher Willenskraft im MittelalterSie verkörpert weibliche Willenskraft im Mittelalter. Sie wurde um 1200 als Tochter des Herzogs von Braunschweig geboren. Im Jahr 1242 starb ihr Mann, Markgraf Hermann V. Die Mutter von vier Kindern begann daraufhin das Projekt eines Familiengrabs. Sie wollte dazu ein Kloster errichten und hatte dabei eine klare Vorstellung vom Standort.Die Verwirklichung des Klosters Lichtenthal durch IrmengardNämlich jene Stelle im Oostal, an der sich der Zisterzienser Bernhard von Clairvaux ein Kloster gewünscht haben soll. Doch da weder der Straßburger Bischof noch der Zisterzienserorden ein Frauenkloster akzeptierten, wandte sich Irmengard an den Bischof von Speyer, der zustimmte. Da das Gebiet zu klein war, wurde das Flussbett der Oos verlegt, um das Kloster komplett im Diözesangebiet von Speyer bauen zu können. Sechs Jahre nach seinem Tod konnte Markgraf Hermann im neu errichteten Kloster beigesetzt werden. Irmengard blieb auch im Kloster, obwohl sie nie eintrat. Dort wurden Frauen ausgebildet sowie Arme und Kranke betreut. Irmengard starb mit ungefähr 60 Jahren. Ihr Kloster Lichtenthal lebt bis heute.Bernadette SpitzerVon Bischofsstab bis Besenstiel. Mit 365 Heiligen durchs Jahr.Wiener Dom-Verlag.ISBN: 978-3-85351-294-4Erhältlich im Webshop des Wiener Dom-Verlags.
Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer.Unzählige Maler haben im Laufe der Jahrhunderte religiöse Motive festgehalten, das Heilsgeschehen künstlerisch interpretiert und damit auf ihre Weise zur Verkündigung beigetragen. Fra Angelico als Patron der MalerDennoch wurde keiner von ihnen heiliggesprochen. Eine Ausnahme bildet Guido di Pietro: Er wurde seliggesprochen und gilt seither als Patron der Maler. Schon bald nach seinem Tod wurde er allgemein „Fra Angelico“ genannt – der Engelsgleiche. Er war ein Spätberufener, denn er war bereits Kunstmaler, als er in Florenz in den Dominikanerorden eintrat und Priester wurde. Im Kloster konnte er sich künstlerisch voll entfalten.Fra Angelicos Ruhm und sein Beitrag zur KunstgeschichteEr gilt als bedeutendster Maler des 15. Jahrhunderts. Er war schon zu Lebzeiten ein Star, ließ sich außerordentlich hoch bezahlen und führte eine sehr effiziente Werkstatt. Als Mönch musste er außerdem keine Steuern zahlen. Seliggesprochen wurde er aufgrund seiner Malereien. Diese sind hell, bunt, leuchtend, friedvoll, überirdisch und technisch fortschrittlich. Michelangelo sagte über ihn: „Dieser Mann hat wirklich das Paradies gesehen.“ Sein bedeutendstes Werk sind mehr als 40 Fresken im Konvent San Marco in Florenz. Fra Angelico starb am 18. Februar 1455 in Rom. 1982 wurde er seliggesprochen. Bernadette SpitzerVon Bischofsstab bis Besenstiel. Mit 365 Heiligen durchs Jahr.Wiener Dom-Verlag.ISBN: 978-3-85351-294-4Erhältlich im Webshop des Wiener Dom-Verlags.
Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer.Am 8. Februar wird weltweit an den Gebetstag für die Opfer von Menschenhandel erinnert, der 2015 von Papst Franziskus eingeführt wurde.Josefina im Angesicht von Entführung und VersklavungAn diesem Tag wird an die heilige Josefina Bakita gedacht, da sie selbst als junge Frau Sklavin war, ihr Leben aber glücklicherweise eine gute Wendung genommen hat. Mit sieben Jahren wurde sie aus ihrem Dorf im Sudan entführt und mehrmals verkauft. Der Schock war so groß, dass sie ihren Namen vergaß. Die Räuber gaben ihr deshalb einen Namen: Bakita – die Glückliche. Zynisch.Josefina auf dem Weg zur Freiheit und BerufungNach zehn Jahren in der Sklaverei kam sie zu italienischen Diplomaten, die sie später während einer Reise den Canossianerinnen in Venedig anvertrauten. Dort wollte Bakita getauft werden und in den Orden eintreten. Als frühere Besitzer dies verhindern wollten, erklärte ein Gericht sie für frei. Kurz darauf wurde sie auf den Namen Josefina getauft und trat 1896 in den Orden ein. Sie lebte 45 Jahre in Schio, arbeitete im Waisenhaus, später als Pförtnerin und Mesnerin. Sie wurde wegen ihrer Güte von der Bevölkerung weithin geschätzt. Josefina Bakita starb im Alter von 77 Jahren und wurde im Jahr 2000 heiliggesprochen.Bernadette SpitzerVon Bischofsstab bis Besenstiel. Mit 365 Heiligen durchs Jahr.Wiener Dom-Verlag.ISBN: 978-3-85351-294-4Erhältlich im Webshop des Wiener Dom-Verlags.
Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer.Blasius lebte zu Beginn des vierten Jahrhunderts in Sebaste in der heutige Türkei. Von Beruf war er Arzt und derart hilfsbereit, dass ihn die Bevölkerung zum Bischof wählte.Blasius und die Entstehung seines Patroziniums gegen HalsschmerzenDa seine Bischofswahl in eine Zeit der Christenverfolgung fiel, musste er fliehen, wurde aber bald gefasst, gefoltert und ermordet. Sein Patrozinium gegen Halsschmerzen geht auf zwei Legenden zurück. Eine besagt, Blasius soll während seiner Gefangenschaft einen Mann, der eine Fischgräte verschluckt hatte, vor dem Erstickungstod gerettet haben. Nach einer anderen bat er vor seiner Hinrichtung um Heilung für alle, die mit Halsschmerzen in seinem Namen darum bitten würden. Eine Stimme vom Himmel soll ihm die Bitte gewährt haben.Blasius und der FebruarDass der Blasiussegen mit zwei gekreuzten Kerzen gespendet wird, geht wieder auf eine andere Legende zurück: Eine arme Frau soll durch sein Gebet ihr vom Wolf geraubtes Schwein zurückerhalten haben. Sie schlachtete es für den Heiligen und brachte es ihm mit Brot und Kerze. Blasius bat sie, jährlich in seinem Namen eine Kerze zu seinem Gedächtnis zu opfern. Sein Gedenktag wird am 3. Februar gefeiert. Der Februar ist auch als Fiebermonat bekannt.Bernadette Spitzer Von Bischofsstab bis Besenstiel. Mit365 Heiligen durchs Jahr. Wiener Dom-Verlag. ISBN: 978-3-85351-294-4Erhältlich im ⁠Webshopdes Wiener Dom-Verlags⁠.
Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer.Wenn Sie in der kalten Jahreszeit von Sonne und Wärme träumen, könnte Kreta genau das richtige Ziel für Ihre nächste Reise sein. Dort können Sie auf den Spuren eines berühmten Schülers des Apostels Paulus wandeln: Titus. Er war der erste Bischof auf der Insel. Paulus erwähnt ihn mehrmals in seinen Schriften, demnach war Titus ein Heidenchrist. Er wurde nicht als Jude geboren und war wohl einer der ersten, die zum christlichen Glauben auf anderen Wegen kamen. Der Legende nach lernte der hochgebildete Grieche Paulus in Jerusalem kennen und wurde sein engster Mitarbeiter. Paulus bezeichnet ihn als „rechtmäßiges Kind“ und als „Gefährten und Mitarbeiter“. Er nahm ihn zum Apostelkonzil mit und zeigte, dass Heiden ohne jüdische Gesetze glauben konnten. Außerdem half Titus Paulus in Korinth, sammelte Spenden, überbrachte einen Brief und vermittelte bei Konflikten.Nach alter Tradition wurde Titus Bischof von Kreta und errichtete im heutigen Iraklio auf Kreta eine Bischofskirche, wo er nach seinem Tod mit über 90 Jahren begraben wurde. Die heutige Tituskirche mit der Schädelreliquie des Titus steht allerdings an einer anderen Stelle und ist übrigens orthodox. Heilige, das sind beeindruckende Persönlichkeiten auf allen Kontinenten, in allen Jahrhunderten: Herrscher und Sklaven, Brave und Aufmüpfige, Geistliche und Laien. Diese bunte Schar porträtiert Autorin Bernadette Spitzer in kurzweilig-informativen Geschichten, wobei sie die Besonderheit der jeweiligen Persönlichkeit treffend hervorkehrt. Sie übersetzt die teils sperrigen Quellen in eine heutige Sprache und spart dabei nicht mit einem Augenzwinkern. Die tägliche Auswahl dieser „Vorbilder“ reicht von in der breiten Öffentlichkeit weniger bekannten, bis hin zu solchen, die erst vor kurzem heilig- oder seliggesprochen wurden. Aufgefrischt durch moderne Illustrationen und bemerkenswerte  Zitate wird das Buch zur täglichen Inspirationsquelle. Bernadette SpitzerVon Bischofsstab bis Besenstiel. Mit 365 Heiligen durchs Jahr.Wiener Dom-Verlag.ISBN: 978-3-85351-294-4Erhältlich im Webshop des Wiener Dom-Verlags.
Am 21. Jänner hat eine der längstverehrten Märtyrerinnen Gedenktag, nämlich Agnes von Rom. Sie lebte in der Mitte des 3. Jahrhunderts, und der 21. Jänner wird bereits im Jahr 354 als ihr Gedenktag erwähnt. Agnes stammte aus einer reichen christlichen Familie und soll sehr schön gewesen sein.Agnes und ihre standhafte Weigerung trotz drohender StrafenDer Sohn des Stadtpräfekten machte ihr einen Heiratsantrag, den die Zwölfjährige ablehnte, mit der Begründung, dass sie mit Jesus Christus verlobt sei. Daraufhin zeigte der Mann sie an. Da das römische Recht die Hinrichtung von Jungfrauen verbot, versuchte man zunächst, sie einzuschüchtern. Es gibt eine ganze Reihe von Schilderungen darüber, was man ihr alles antun wollte und wie dies jeweils verhindert wurde. Schließlich wurde Agnes ein Schwert durch die Kehle gestoßen; sie wurde wie ein Lamm getötet.Aus diesem Grund wird sie häufig zusammen mit einem Lamm dargestellt, das zugleich ein Symbol des Opfertodes Christi ist. Das lateinische Wort „agnus“ bedeutet ebenfalls Lamm. In der römischen Kirche Sant’Agnese fuori le mura werden jährlich zwei Lämmer gesegnet, deren Wolle zur Herstellung der Pallien für neu ernannte Erzbischöfe dient.
Arnold Janssen wurde 1837 in Nordrhein-Westfalen in eine arme Familie geboren. Er war ein Deutscher mit österreichischer Staatsbürgerschaft und gilt als Pionier der modernen Missionsbewegung.Arnold und sein Weg vom Priester zum OrdensgründerEs gelang ihm aufgrund seines Fleißes, ins Gymnasium aufgenommen zu werden. Er wurde Priester, Lehrer und Verleger. Im Alter von 38 Jahren gründete Arnold den Missionsorden Gesellschaft des göttlichen Wortes und eröffnete ein Missionshaus im holländischen Steyl. Seiner Überzeugung nach steht die Verkündigung an erster Stelle der Mission. Daher nützte er die Medien und gab Zeitschriften zu Missionsthemen heraus, aus deren Erlös er seine bald in alle Welt aufbrechenden Missionare unterstützte.Um in Österreich ein Haus eröffnen zu dürfen, wurde er österreichischer Staatsbürger. Somit konnten die Standorte Sankt Gabriel in Mödling und Sankt Rupert in Bischofshofen errichtet werden. Er gründete auch zwei Frauenorden: die Steyler Missionsschwestern und die Anbetungsschwestern. Arnold starb am 15. Jänner 1909. Mittlerweile zählt die Steyler Ordensfamilie über 10.000 Frauen und Männer aus 70 Nationen. Im Jahr 2003 wurde er heiliggesprochen.
Am 10. Jänner wird der Gedenktag der Heiligen Leonie Aviat gefeiert. Eine Brille spielte im Leben der Heiligen eine entscheidende Rolle. 1864, Sézanne, Frankreich. Wie Leonie aus einer Begegnung eine Bewegung machteDie 20-jährige Leonie Aviat, Tochter aus gutbürgerlichem Haus, holt für ihre Mutter eine Brille aus der örtlichen Brillenfabrik. Dort sieht sie erstmals die Auswirkungen der Industrialisierung. Leonie ist entsetzt über die Arbeitsbedingungen der Arbeiterinnen. Spontan beschließt sie, zu helfen. Sie geht zu ihrem früheren Lehrer, dem Kaplan Louis Brisson. Dieser unterstützt sie. Er hat nämlich ähnliche Ideen. Zunächst leitet Leonie für Louis Brisson Unterstützungseinrichtungen für Textilarbeiterinnen, später gründet sie mit ihm die Gemeinschaft der Oblatinnen des heiligen Franz von Sales. Die Kongregation kümmert sich um Mädchen, die als billige Arbeitskräfte in den Industriebetrieben arbeiten. Für sie werden Wohnheime gegründet, später auch Werkstätten und Schulen.Bald schon gesellen sich zu Leonie weitere junge Frauen, auch in Österreich. 1904 werden die Oblatinnen im Zuge der Säkularisierung Frankreichs vertrieben. Leonie verlegt das Mutterhaus nach Perugia in Italien. Dort stirbt sie 10 Jahre später im Alter von 70 Jahren am 10. Januar 1914. 2001 wurde Leonie Aviat heiliggesprochen. 
Wöchentliche Heilige, vorgestellt von Bernadette Spitzer.Der 28. Dezember ist der Gedenktag der Unschuldigen Kinder. Ursprünglich bezog er sich auf die Opfer des Kindermords von Betlehem. Inzwischen ist er ausgeweitet worden auf das Gedenken an alle leidenden Kinder. Aber an diesem Tag ist auch Gedenktag eines Heiligen, der nur zehn Jahre alt wurde und dann als Märtyrer starb. Julius von Rom wurde Opfer der ersten Christenverfolgungen in Rom im 2. oder 3. Jahrhundert. In Wien hat er eine Gedenkstätte, denn seine Gebeine befinden sich in der Michaelerkirche. Wie das kam?Es begann mit einer päpstlichen Schenkung an den Wiener Kaiserhof. Kaiserin Maria Theresia ließ die Gebeine zur öffentlichen Verehrung in die Kirche am Hof bringen, die damals den Jesuiten gehörte. Kardinal Sigismund Kollonitz legte das Fest des Heiligen mit dem Tag der Unschuldigen Kinder zusammen. Daraus wurde ein regelrechter „Juliuskult“ mit Kinderprozessionen. Er wurde zum Schutzpatron der Wiener Kinder. Seine Verehrung verbreitete sich von Wien aus über die Jesuitenmissionen in die ganze Welt. Nach Auflösung des Jesuitenordens im Jahr 1773, übergab Maria Theresia die Reliquien schließlich der Hofpfarrkirche St. Michael, wo sie sich noch heute befinden. Schauen Sie sich das an! Bernadette SpitzerVon Bischofsstab bis Besenstiel. Mit 365 Heiligen durchs Jahr.Jetzt bestellen unter: https://www.domverlag.at/unit/domverlag/shop/detail/shop.item/821.html
Francesca Cabrini war ursprünglich Italienerin. Sie wurde vom Papst mit einem originellen Auftrag in die USA geschickt, erhielt dort die Staatsbürgerschaft und wurde durch ihre Kanonisierung die erste heiliggesprochene Bürgerin der USA.Franziska gründete eine Gemeinschaft für Herz und MissionSie kam 1850 in der Nähe von Mailand als jüngstes von 13 Kindern zur Welt und wurde Lehrerin und Ordensfrau. Als der Orden aufgelöst wurde, gründete sie mit 30 Jahren ihren eigenen: die Missionsschwestern vom Heiligsten Herzen Jesu. Mission war Francescas Leidenschaft, deshalb fügte sie ihrem Vornamen den ihres Vorbilds Franz Xaver an, des großen Missionsheiligen, und kreierte damit die weibliche Form Franziska Xaviera.Papst Leo XIII. schickte sie in die USA, wo sie sich um die Italiener kümmern sollte. Sie gründete innerhalb von 30 Jahren fast 70 Schulen, Krankenhäuser, Waisenhäuser und Klöster mit dem Ziel, den Italienern die Integration in die neue Heimat zu erleichtern. Franziska Xaviera Cabrini starb am 22. Dezember 1917 im Alter von 77 Jahren im Mutterhaus ihres Ordens in Chicago.
Johannes könnte Patron all jener Eltern sein, die verzweifeln, weil ihre Kinder lebensuntüchtig scheinen und in der Schule nichts zusammenbringen, denn er war bis ins Erwachsenenalter Analphabet.Die mystische Reise des Johannes vom KreuzHeute ist er Patron der spanischsprachigen Dichter und sogar Kirchenlehrer: Johannes vom Kreuz. Er wurde 1542 in Spanien geboren und wuchs in armen Verhältnissen auf, daher lernte er weder Lesen noch Schreiben. Auch handwerklich war Johannes ungeschickt. Endlich fand man dann doch etwas, was ihm Spaß machte und wofür er begabt schien: Er wurde Pfleger in einem Krankenhaus. Ab seinem 17. Lebensjahr besuchte er Kurse im örtlichen Jesuitenkolleg, wodurch er dann doch noch Lesen und Schreiben lernte.Johannes schloss sich dem Karmeliterorden an und wurde Priester. Gemeinsam mit Teresa von Ávila wollte er den Orden reformieren, was zu Konflikten führte, denn die Inquisition sperrte ihn ein. Im Gefängnis erlebte er mystische Visionen, die er später in Gedichten verarbeitete. Schließlich löste man den Konflikt durch eine Spaltung des Ordens. Johannes leitete die „unbeschuhten“ Karmeliten und starb 1591 mit 49 Jahren.
Ambrosius zählt zu den vier großen Kirchenvätern des Abendlandes. Er war nicht nur Politiker und Heiliger, sondern auch ein Spätberufener.Der Weg des Ambrosius vom Politiker zur KircheSein Vater war römischer Statthalter und er folgte dieser Tradition, indem er selbst Politiker wurde. Ambrosius war so erfolgreich, dass er Statthalter von Oberitalien mit Sitz in Mailand wurde. Er war ein Politiker, den das Volk liebte. Als 374 ein neuer Bischof für Mailand gewählt werden sollte, konnte man sich nicht einigen. Ambrosius nahm an der Wahl als Beobachter Teil, beeindruckte jedoch so sehr, dass alle Parteien ihn zum Bischof wünschten. Zu diesem Zeitpunkt war er noch nicht einmal getauft.Die Kirche reagierte schnell, indem Ambrosius sofort getauft wurde und nur eine Woche später, am 7. Dezember, zum Priester und Bischof geweiht. Die 23 Jahre seines Bischofsamtes sind in dem Bienenstock, mit dem er dargestellt wird, symbolisiert: Er war flott, fleißig und gelehrsam wie die Bienen, und sein Reden und Handeln war kostbar und wohlschmeckend für die Menschen wie Honig. Ambrosius starb 397.
Ihr Name erlebt im Moment ein Revival: Emma, die Erhabene. Für alle Deutschen unter Ihnen: Sie ist die erste namentlich nachweisbare Einwohnerin von Bremen.Emma als Wohltäterin und Kirchenstifterin im frühen MittelalterEmma von Lesum war Gräfin und wurde um 980 in Sachsen geboren. Sie heiratete Liudger, den Sohn des sächsischen Herzogs, und bekam einen Sohn, der später Bischof von Paderborn wurde. 1001 wurde dem Paar vom deutschen Kaiser der Königshof in Stiepel geschenkt. Er ist heute ein Stadtteil von Bochum. Emma ließ dort eine Kirche errichten, und zwar eine, die nicht dem Bischof unterstellt war. Nach dem frühen Tod ihres Mannes im Jahr 1011 zog Emma ins heutige Bremen, nach Lesum, das heute der Stadtteil Burglesum ist.Als Witwe kümmerte sie sich um Bedürftige und um die Kirche. Dem Dom in Bremen machte sie reiche Stiftungen, dem Domkapitel schenkte sie auch ihr Eigengut samt Kirche in Stiepel. Ihre Fürsorge galt aber besonders den Armen. Emma starb am 3. Dezember 1038. Schon bald wurde sie als Heilige verehrt, aber nie heiliggesprochen. Ihr Grab soll noch im 16. Jahrhundert im Bremer Dom vorhanden gewesen sein, wurde aber nicht gefunden.
Der Legende nach war Katharina die wunderschöne, hochgebildete und eingebildete Tochter des Königs von Zypern, der nicht einmal der Sohn des Kaisers als Ehemann gut genug war, bis sie ein Einsiedler bekehrte, der ihr von Christus als wahrem Bräutigam erzählte.Glaube, Weisheit und Legende um KatharinaIn Alexandria verlangte der römische Kaiser Maxentius während eines Militärzugs Opfer. Katharina weigerte sich und wollte ihre Argumente in einer Diskussion präsentieren. Der Kaiser lud die 50 besten Philosophen ein, aber am Ende der Diskussion ließen sie sich auch taufen. Katharina gilt deshalb als besonders gelehrt. Sie ist eine der nur drei Nothelferinnen. Ihr Symbol, das Rad, war einst ein grausames Folterinstrument mit Sägen und Nägeln.Ein Engel zerstörte es der Legende nach mit solcher Wucht, dass die Folterknechte getötet wurden. Katharina wurde später enthauptet, doch ihr Mut beeindruckte die Menschen tief. Ihr Martyrium soll sie um 307 erlitten haben. 500 Jahre später wurden ihre Gebeine am Berg Sinai gefunden und das Katharinenkloster erbaut. Ab dem 13. Jahrhundert war Katharina die beliebteste Heilige nach Maria. Nach ihr ist außerdem ein Mondkrater benannt.
In Klosterneuburg geht es wieder rund beim Leopoldimarkt. Und in Wien und Niederösterreich ist schulfrei, denn der Patron besagter Bundesländer wird gefeiert: Markgraf Leopold III.Leopold – vom jungen Markgraf zum HeiligenBesonders Niederösterreich ist mit ihm verbunden, denn seine Schädelreliquie wird im von ihm gegründeten Stift Klosterneuburg ausgestellt. Zudem zeigt das Stift einen Ornat mit fünf Adlern, den man für Leopolds Mantel hielt und den Herzog Rudolf IV. als Vorbild für sein Wappen nahm. Heute ist es das niederösterreichische Landeswappen. Leopold wurde 1073 in Melk oder Gars geboren und wurde mit 22 Jahren Markgraf.In 41 Jahren Regentschaft führte er keinen einzigen Krieg, sondern erweiterte sein Territorium durch Heirat. Zuerst Adelheid von Perg/Machland und dann die deutsche Kaisertochter Agnes. Seine Ehe mit Agnes galt als eine sehr glückliche Ehe. Ebenso sorgte er für Arme und Notleidende. Leopold gründete die Stifte Klosterneuburg, Heiligenkreuz und Kleinmariazell. Er starb am 15. November 1136 nach einem Jagdunfall. 1485 wurde er heiliggesprochen, seit 1663 gilt er als Patron von Österreich sowie Landespatron von Wien, Niederösterreich und Oberösterreich.
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