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BOOK SHOT. Literatur beflügelt.
BOOK SHOT. Literatur beflügelt.
Author: Valerie Springer
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© Valerie Springer
Description
Die Schriftstellerin Valerie Springer spaziert durch die zeitgenössische Literatur. In jedem 5-Minuten-Shot liefert ihr Bücherpodcast kurz und knapp Inhaltsangabe, Leseprobe und Autoreninfo eines von ihr ausgewählten Buches. Ihre Empfehlungen sind Ungewöhnliches abseits des Massenware-Mainstreams sowie Neuerscheinungen, Bekanntes und auch Bestseller.
Ihr Motto: Literatur beflügelt, Lesen befreit.
Ihr Motto: Literatur beflügelt, Lesen befreit.
130 Episodes
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Der Roman erzählt von dem gefeierten Maler Louis Creutz, der Kunst und Menschen gleichermaßen als Material begreift. Besonders Frauen werden für ihn zu Modellen, die er nutzt und zurücklässt. Als er sich der jungen Astrid nähert, verbindet sich künstlerischer Ehrgeiz mit emotionaler Kälte und Machtkalkül. Mosebach zeigt, wie Geniekult Rücksichtslosigkeit legitimiert. Am Ende steht eine Katastrophe, die von Beginn an absehbar ist. Valerie Springer: »Kalt, präzise, unerbittlich.«
In dieser Familie gilt ein unumstößliches Prinzip: Es darf keine Geheimnisse geben. Der Vater Damián bestimmt mit Disziplin, Sparsamkeit und der Forderung nach vollständiger Ehrlichkeit den Alltag seiner Frau und der Kinder. Was nach Fürsorge klingt, wird zu einem System stiller Kontrolle. Unter der Oberfläche wachsen Anpassung, Verstellung und leiser Widerstand. In fragmentarischen Szenen zeigt Sara Mesa, wie das Gutgemeinte zum Zwang wird und Erziehung ein Leben lang prägt.Valerie Springer: „Leise, analytisch, eindringlich.“
Der Roman erzählt von der philosophischen Aktivistengruppe Aletheia, die für eine absolute Wahrheit kämpft und sich gegen Fake News richtet. Die Gruppe lebt in einem besetzten Haus in Wien und plant künstlerische Aktionen. Erzählt wird aus der Perspektive von Byproxy, einer jungen Rollstuhlfahrerin, die nach einem Unfall obdachlos wird und sich der Gruppe anschließt. In langen Prüfungen erarbeitet sie sich deren Vertrauen und wird zu einer zentralen Figur. Gleichzeitig verbirgt sie eine Schuld aus ihrer Vergangenheit. Während Aletheia ihre große Aktion vorbereitet, geraten sowohl die Erzählerin als auch der Wahrheitsanspruch der Gruppe zunehmend ins Wanken. Valerie Springer: „Klug, radikal, beunruhigend
„Denken statt Scheinsicherheit“ ist ein kurzer essayistischer Radiobeitrag, in dem Valerie Springer sich mit Offenheit und Lernfähigkeit beschäftigt und mit der Frage, wie wir mit Unschärfe, Komplexität und vorschnellen Gewissheiten umgehen.Ausgangspunkt ist das Konzept der Neuroplastizität, weitergedacht nicht nur als biologischer Ansatz, sondern als innere Haltung.Im Zentrum steht das beweglich Bleiben im Denken: ohne Naivität, ohne einfache Antworten, aber mit Verantwortung und Aufmerksamkeit.Eine fünfminütige Jahresreflexion, nicht-kommerziell, werbefrei und jenseits von Parolen.
Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen, in der Jetztzeit und im Jahr 2119, einer durch Klimafolgen stark veränderten Zukunft. Im Mittelpunkt steht der Literaturwissenschaftler Thomas Metcalfe im Jahr 2119, der nach einem verschollenen Gedicht sucht, das der Dichter Francis Blundy vor über 100 Jahren seiner Frau Vivien widmete. Das nur einmal vorgetragene Gedicht wurde zum Mythos. Metcalfes Recherche führt ihn in das Leben des Dichterpaares und zu widersprüchlichen Spuren, die auf eine geheime Liebe und ein Verbrechen hinweisen. Valerie Springer: „Dystopisch, nachdenklich, elegant.“
„Die Würde des Menschen ist unantastbar“: Wie dieser Satz entstehen konnte und was er heute bedeutet, untersucht der deutsche Philosoph Jürgen Goldstein. Er zeigt, wie Begriffe wie Bildung, Individualität, Freiheit, Selbstbestimmung und politische Teilhabe sich über Jahrhunderte hinweg entwickelt haben, oft gegen große Widerstände. Und er entwirft eine Perspektive darauf, wie eine humane Welt auch künftig möglich bleiben kann. Valerie Springer: „Klar, tiefgründig, notwendig.“
Twist erzählt vom Journalisten Anthony Fennell, der in Kapstadt an Bord eines Tiefseekabel-Reparaturschiffs geht, um über die unsichtbare Infrastruktur unserer globalen Kommunikation zu berichten. Er trifft auf den rätselhaften Missionschef John Conway, dessen Vergangenheit und innere Brüche ihn immer stärker in ihren Bann ziehen. Als ein massiver Kabelbruch ganz Afrika vom Netz trennt, sticht das Schiff in See und die Reise wird zunehmend zu einer psychologischen Expedition. Zwischen Ozeantiefe, technischer Präzision und menschlicher Verletzlichkeit verdichten sich die Spannungen, bis ein Anschlag auf Conways Frau Zanele alles ins Wanken bringt. Der Roman verknüpft äußere Katastrophe und innere Abgründe zu einer Geschichte über Verbindung, Verlust und die Fragilität der Welt, von der wir leben. Valerie Springer: „Tief, atmosphärisch, fesselnd.“
Valerie Springer untersucht in ihrem Radiobeitrag "Das unvollendete Versprechen", was vom Menschenrechtsversprechen von 1948 geblieben ist, und wie es sich heute im Alltag zeigt. Sie beschreibt die Spannung zwischen globalen menschenrechtlichen Standards und der Verantwortung jedes Einzelnen, im Kleinen Haltung zu zeigen. Für sie beginnen Menschenrechte im Zwischenmenschlichen, im Nicht-Schweigen, ohne dabei den Staat aus seiner menschenrechtlichen Pflicht zu entlassen. Ein persönlicher Beitrag, der Universalität neu und praxisnah denkt.Buchempfehlung: „Menschlichkeit. Vom Plan der Humanisierung der Welt“ vom Philosophen Jürgen Goldstein
Die 80jährige Natascha Wodin blickt auf ihr Leben zurück und begegnet den körperlichen und seelischen Herausforderungen des Alterns. Im Zentrum steht ihre späte Liebe zu Friedrich, einem ebenfalls alten, schwer kranken Mann, dessen Nächte von Schmerzen, Müdigkeit und der Nähe zum Tod geprägt sind. Die Beziehung der beiden ist von Nähe und Fremdheit zugleich bestimmt, getragen von Zärtlichkeit, Angst und gegenseitiger Verletzlichkeit. Während die Erzählerin den Alltag des Alters mit schonungsloser Klarheit beschreibt, verwebt sie ihre Beobachtungen mit Erinnerungen, Reflexionen und der Frage nach Würde und Sinn am Ende des Lebens. Das Buch ist ein leiser, poetischer Blick auf Vergänglichkeit und auf die Möglichkeit, selbst im letzten Lebensabschnitt noch einmal Liebe zu finden. Valerie Springer: „Zärtlich, unbeschönigt, wahr.“
Valerie Springer erzählt von Krishna, Magdalena und Elena. Drei Frauen, drei Leben, drei Formen von Gewalt, sichtbar und unsichtbar, körperlich, psychisch und digital. Es sind keine Sensationsgeschichten, sondern Alltagsrealitäten, wie sie überall passieren können. Der Beitrag zeigt, wie leise Gewalt beginnen kann, wie schwer sie zu erkennen ist, und wie viel Mut es braucht, sie zu beenden. Und er macht deutlich: Jede Frau, die Hilfe bekommt, verändert die Zukunft. Wenn ihr selbst betroffen seid oder jemanden kennt, der Hilfe braucht: Die österreichweite Frauenhelpline 0800 222 555 ist rund um die Uhr erreichbar, anonym und kostenlos. Auch online ist Hilfe möglich: https://haltdergewalt.at/ bietet anonyme Chatberatung.
Anna flüchtet sich seit ihrer Kindheit vor dem Spiegel in fremde Leben, um der Enge ihres Alltags mit ihrer psychisch kranken Mutter zu entkommen. Als Schauspielerin führt sie diese erlernte Rolle fort und hält ihre wahre Vergangenheit verborgen. Nach ihrem Durchbruch als TV-Kommissarin erhält sie anonyme, bedrohliche Briefe, die auf ein altes Geheimnis anspielen. Gleichzeitig taucht ihr Jugendfreund Mario wieder auf – der Einzige, der weiß, was damals geschah. Als weitere Menschen aus jener Zeit in Annas Leben zurückkehren, muss sie sich der Frage stellen, wer sie verfolgt und was wirklich ans Licht kommen soll. Valerie Springer: „Psychologisch, atmosphärisch, spannungsgeladen.“
Simone Weil gilt als eine der klarsten Denkerinnen des 20. Jahrhunderts, deren Gedanken inmitten heutiger Krisen neue Orientierung bieten. Der Philosoph Byung-Chul Han führt in seinem Essay in ihr Denken ein und zeigt, wie sie eine Wirklichkeit jenseits von Konsum, Leistung und ständigem Funktionieren eröffnet. Für Weil entsteht Sinn nicht durch Erfolg oder Produktion, sondern durch Loslassen, Stille und die Hinwendung zum Wesentlichen und zum Göttlichen. Ihre Spiritualität versteht Gott nicht als Wesen, sondern als Erfahrung von Tiefe – als seltene Momente innerer Ruhe, die spürbar machen, dass Leben mehr ist als Verbrauch. Han zeigt, dass ihre Gedanken zu mehr Frieden, Tiefe und Schönheit führen könnten, wenn wir uns von ihnen inspirieren lassen.Valerie Springer: "klar. poetisch. kompromisslos."
Der Buchhalter Justus hat einen Umschlag an sich genommen, der für Rose bestimmt war. Bei Rose wohnt er zur Miete. Jetzt plagt ihn sein Gewissen. Und sein Leben ändert sich! Vermutungen, Zweifel und Nachforschungen, die er zunächst auf Roses Leben bezieht, übertragen sich bald unmerklich auf sein eigenes. Dieser Wandel kommt Justus durchaus gelegen. Es ist der Gegenentwurf zu seinem bisher schwunglosen Leben.Valerie Springer: “Witzig, wach, wortstark.”
Der Maler Noah Bach, Anfang dreißig, ist künstlerisch ambitioniert, aber finanziell gescheitert. Seine Partnerin Camilla hat ihr gemeinsames Leben finanziert, doch die wachsende Diskrepanz zwischen Wunsch und Wirklichkeit führt zu einer Entscheidung: Camilla trennt sich von Noah. Noah bleibt zurück, getrieben von der Sehnsucht nach einer Vergangenheit, die ihm langsam entgleitet. In dieser Lebenskrise trifft Noah auf Betty – eine kultivierte, deutlich ältere Witwe, deren Leben von Verlust, Wohlstand und stillen Rechnungen geprägt ist. Betty trägt eine stille Wut in sich – auf ihren verstorbenen Mann, auf das System, vielleicht auch auf sich selbst. Und sie hat einen Plan.Valerie Springer: "Lesenswert, ein klassischer Suter-Roman."
Frederic Morton wurde 1924 als Fritz Mandelbaum im 17. Wiener Gemeindebezirk geboren. Die Häuser rundherum gehörten seiner Familie – Eisenwarenfabrikanten mit Geschichte: Sein Großvater schmiedete einst Medaillen für Kaiser Franz Joseph. 1939 musste die Familie fliehen, über England nach New York. Aus Fritz wurde Frederic, aus Mandelbaum Morton – ein Schritt, den sein Vater vollzog, um sich gegen den Antisemitismus selbst in der Neuen Welt zu schützen. Das Buch Fred(eric) und ich zeichnet ein lebendiges Porträt eines Mannes, dessen Leben von Flucht, Verlust, Neuanfang, aber auch tiefer Menschlichkeit geprägt war. Mit Beiträgen von Oscar Bronner, Andrea Eckert, Trude Neuhold, Jon Sass, Elisabeth Schmidt, Martina Schmidt, Harald Pesata, Wolfgang Petritsch, Ilse Pfeffer und Alfred Woschitz.Valerie Springer: "Lesenswert!"
Auf einer abgelegenen Halbinsel an der nordfriesischen Küste lebt Annett, Ende vierzig, seit vielen Jahren allein. Nach dem Tod ihres Mannes hat sie dort ihre Tochter Linn großgezogen. Linn ist inzwischen Mitte zwanzig und war nach dem Abitur voller Tatendrang in die Welt gezogen. Sie arbeitete an Umweltprojekten im In- und Ausland und engagierte sich für den Klimaschutz. Doch eines Tages erleidet Linn einen Zusammenbruch – körperlich und seelisch erschöpft. Annett holt sie in das Haus an der Nordsee. Aus einem kurzen Besuch wird ein längerer Aufenthalt.Valerie Springer: "Leseempfehlung!"
Erzählt wird die Geschichte zweier Frauen – Atara und Rachel –, deren Leben auf geheimnisvolle Weise miteinander verflochten sind. Atara, eine Frau in ihren Fünfzigern, lebt in Haifa und befindet sich in ihrer zweiten Ehe mit Alex, ihrer großen Liebe. Doch ihre Ehe ist in einer schwierigen Phase, überschattet von familiären Spannungen. Auf der Suche nach Antworten und einem tieferen Verständnis für sich selbst und ihre Familiengeschichte, nimmt Atara Kontakt zu Rachel auf – der ersten Frau ihres verstorbenen Vaters, über die in ihrer Kindheit nie gesprochen wurde. Rachel ist inzwischen neunzig Jahre alt und trägt das Erbe einer bewegten Vergangenheit in sich.Valerie Springer: "Lesenswert!"
Jessica Anthonys Roman ist ein literarisches Kammerspiel über das Schweigen in der Ehe, die Sehnsucht nach einem anderen Leben und die Kraft eines scheinbar kleinen Protests. An einem ungewöhnlich warmen Novembersonntag im Jahr 1957 entscheidet sich Kathleen, nicht mit ihrem Mann Virgil und den Söhnen zur Kirche zu gehen. Stattdessen zieht sie ihren alten roten College-Badeanzug an und steigt in den Pool der Wohnanlage, in der die Familie seit kurzem lebt. Während sie auf dem Rücken im Wasser treibt, denkt sie über verpasste Chancen, unerfüllte Träume und ihre Rolle in der Ehe nach. Sie rebelliert gegen die Person, die sie in den letzten Jahren war, und gegen die Erwartungen, die an sie gestellt wurden. Valerie Springer: "Feinsinnig. Lesenswert!"
Das Buch ist eine persönliche und zugleich universelle Auseinandersetzung mit der Frage, wie wir in schweren Zeiten Trost finden und spenden können. Ausgelöst durch ihre eigene Brustkrebsdiagnose mit Anfang dreißig, begibt sich die Autorin auf eine vielschichtige Suche nach den Quellen des Trosts. Hofmann verknüpft autobiografische Erlebnisse mit Begegnungen und Gesprächen mit Menschen, die Trost geben oder suchen, darunter enge Vertraute, medizinisches Personal und Kreative. Und sie beleuchtet verschiedene Aspekte des Trosts, von Essen und Humor über Kunst und Natur bis hin zu Philosophie und Sprache. Valerie Springer: „Lesenswert!
In einer Zeit, in der alles schnell gehen muss, in der Inhalte binnen Sekunden konsumiert und sofort wieder vergessen werden, scheinen Gedichte aus der Zeit gefallen. Vielleicht ist das der Grund, warum Valerie Springer sie gern schreibe. Denn ein Gedicht verlangt innezuhalten. Es lässt sich nicht scrollen, nicht nebenbei konsumieren. Es fordert Konzentration, vom Schreibenden ebenso wie vom Lesenden.Zufällig und beabsichtigt, gereimt und ungereimt, kürzer und länger, tiefgründig und leicht: So sieht Springer ihre Gedichte und Kurztexte, als Spannungsfelder zwischen Kontrasten, als Versuch, durch Sprache nicht nur zu beschreiben, sondern zu begreifen.Link zum Verlag/BuchdetailsLesungen/Buchpräsentationen:11. Mai 2025 14:15 Uhr - Kritische Literaturtage Wien 1. Juni 2025 11:00 Uhr - Galerie am Lieglweg Neulengbach "Literaturfrühstück" 27. und 28. Juni 2025 - zweitägiger Literaturworkshop Unterach am Attersee mit Buchvorstellung 2. September 2025 18:00 Uhr - Kulturinitiative Klopfzeichen Café Amadeus Wien























