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Berta & Gamma
Berta & Gamma
Author: Verein «Helvetia spricht»
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© Verein «Helvetia spricht»
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«Die Schweiz hört nach Winterthur auf.» Es gibt kaum einen Ostschweizer, eine Ostschweizerin, der oder die diesen Spruch nicht schon einmal gehört hat. Doch wir beweisen: «Hier fängt das Leben erst richtig an.»
Mit dem Ostschweizer Podcast «Berta & Gamma» bringen wir Geschichten und Gesichter von Ostschweizerinnen in die breite Öffentlichkeit. Gemeinsam rücken wir die Ostschweiz als Lebens- und Arbeitsraum in den Vordergrund und ermöglichen spannende Einblicke in innovative, wertvolle Organisationen und Unternehmen. So schaffen wir neue Vorbilder und Vorstellungen für ganze Generationen.
Ps. Suchst du eine Referentin? Hier wirst du sicher fündig: https://www.alphaberta.ch
Mit dem Ostschweizer Podcast «Berta & Gamma» bringen wir Geschichten und Gesichter von Ostschweizerinnen in die breite Öffentlichkeit. Gemeinsam rücken wir die Ostschweiz als Lebens- und Arbeitsraum in den Vordergrund und ermöglichen spannende Einblicke in innovative, wertvolle Organisationen und Unternehmen. So schaffen wir neue Vorbilder und Vorstellungen für ganze Generationen.
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Das Engagement für die Gesellschaft und das Umfeld war Franziska Steiner schon immer sehr wichtig. Ob als Jugendliche in der Pfadi, in der Musikgesellschaft und im Fasnachtsverein oder heute als Bäuerin, Mutter, Kantonsrätin und Präsidentin von Die Mitte St. Gallen.
Ihren beruflichen Werdegang begann Franziska Steiner als Lehrerin. Ein Beruf, der alles vereint, was sie gerne macht: Mit Menschen zusammen sein, jemanden weiterbringen, Herausforderungen meistern und Dinge weiterentwickeln. Ein logischer Schritt, dass die Gommiswalderin auch die Chance nutzte, in der Nachbargemeinde für einige Jahre die Schulleitung zu übernehmen und in die Politik einzusteigen.
Dazu machte Franziska Steiner die Ausbildung zur Bäuerin und übernahm zusammen mit ihrem Mann den Hof ihrer Eltern: «Es ist streng, aber es ist wie mit vielem, wenn man es gerne macht, merkt man nicht, dass es streng ist». Trotzdem alles unter einen Hut zu bringen, ist nicht einfach, weil auf dem Hof vieles jahreszeitabhängig ist und sich politische Sitzungen nicht verschieben lassen. Doch der Hof und die Familie sind für Franziska Steiner heilsam und umgekehrt tut ihr das Politische als Mutter gut: «Man kann einen Beitrag leisten. Ich will nicht, dass meine Kinder später in einem Zwei-Welten-System leben!»
Ein Gespräch über Rollen einnehmen, ausleben und aufbrechen – zwischen Bauernhof-Idylle und politischem Parkett.
Angefangen beim LC Brühl Handball St. Gallen führte Karin Weigelt sportlicher Karriereweg bald in die internationalen Topligen. Über 10 Jahre spielte sie in Deutschland, Norwegen und Frankreich. Ebenfalls absolvierte sie 127 Länderspiele für die Schweizer Nati. Nach der Karriere erlebt Karin Weigelt eine Leere: «Ich konnte mir nicht vorstellen, was ich acht Stunden am Tag machen könnte, das mir so Spass macht wie der Sport.»
Dem Handball ist Karin Weigelt vielleicht auch deshalb treu geblieben. Heute ist sie beim Schweizerischen Handballverband zuständig für die Weiterentwicklung des Frauenhandballs. Ihr Herzensprojekt ist aktuell die Kampagne «starch gmacht», deren Ziel mehr Frauen im Handball, mehr Sichtbarkeit auf allen Ebenen und mehr weibliche Vorbilder sind.
In dieser Folge erklärt Karin Weigelt, warum der Satz «Du wirfst wie ein Mädchen» stolz machen soll. Zudem blickt sie auf die prägenden Zeit im Ausland zurück, zwischen Sporthalle und Studium, und darauf, was sie durch den Handball fürs Leben gelernt hat.
Zu trocken, zu kompliziert, zu abstrakt – das denken viele über den Themenbereich Wirtschaft. Nicht so Susanne Giger. Für sie ist Wirtschaft unser aller Leben und es ist eine Frage der Kommunikation. Nach dem HSG-Studium und einigen Jobs auf der Unternehmerseite wechselte sie deshalb in den Journalismus. Fast 25 Jahre arbeitete Susanne Giger als Wirtschaftsredaktorin beim Schweizer Radio und Fernsehen: «Wie erzähle ich eine Geschichte, dass sie Herzen berührt und man mir zuhört?» Eine Grundsatzfrage, welche sie bis heute auch als Medien- und Kommunikationstrainerin weitergibt.
Für Susanne Giger ist Neugierde essenziell im Leben und sie hat sich auch immer wieder aus ihrer Komfortzone gewagt. So kehrte sie 2018 in die Praxis zurück und übernahm ein Mandat im Verwaltungsrat von Coop: «Als Verwaltungsrätin denkt man immer noch einen Schritt weiter, das fand ich sehr spannend!» Zwei weitere Stiftungsmandate, die Susanne Giger am Herzen liegen, sind die Kartause Ittingen und die päpstliche Schweizergarde. Beide Engagements verbindet sie mit ihrer Thurgauer Herkunft und ihren persönlichen Werten.
Warum Diversität in Verwaltungsräten wichtig ist, weshalb es auch in der Wirtschaft Kreativität braucht und warum der Journalismus heute wichtiger denn je ist – darüber redet Susanne Brunner in dieser Folge. Und sie erzählt, warum ausgerechnet das Jassen beim Entscheid zum Wirtschaftsstudium mitgespielt hat.
Schon in der Schule schaute Nicole Egli am liebsten aus dem Fenster in die Natur und zu Hause hat sie freiwillig den Garten gejätet: «Das war keine Strafe für mich, sondern Passion!» Klar, dass die Amriswilerin nach der Matura nicht den akademischen Weg wählte, sondern eine Lehre als Zierpflanzengärtnerin machte. Erst danach studierte Nicole Egli Umweltingenieurin: «Ich habe nie bereut beide Wege gemacht zu haben, es war im Gegenteil immer ein riesiger Vorteil, man hat mich mehr ernstgenommenen!»
Mit Mitte Zwanzig wagte Nicole Egli den Weg in die Selbstständigkeit, weil sie ihre eigene Chefin sein wollte und gründete die pflanzwerk GmbH, ein Planungsbüro für Garten- und Terrassengestaltung. Dieses führt sie heute mit ihrem Mann Christian und gemeinsam haben sie vor einigen Jahren auch die Baumschule Wüthrich Pflanzen AG in Hefehofen übernommen: «Die Baumschule ist unser Garten, da wachsen auch die Kinder auf und bekommen die ganze Pflanzenwelt mit.»
Seit gut zwei Jahren sitzt Nicole Egli auch im Amriswiler Stadtrat und setzt sich dort für Kinder, Familien und Jugendliche ein: «Ich bin gerne Lokalpolitikerin. Wenn ich sehe, wie etwas auch mit wenig Mitteln verändert und verbessert werden kann, freut es mich!»
In dieser Folge erzählt Nicole Egli wie sie immer ihrer Leidenschaft gefolgt ist, wo die Grenzen zwischen Geschäft und Familie gezogen werden und wie für sie der perfekte Garten aussieht!
Vom Engadin ins Appenzellerland: Domenica Tischhauser ist gelernte Damenschneiderin. Für sie der schönste Beruf, aber ein hartes Leben. Sie machte deshalb bald danach eine Weiterbildung zur Textilingenieurin: «Das Rattern der Maschinen, da entsteht etwas. Vom Garn zum fertigen Gewebe, das hat mich fasziniert!»
Das Handwerkliche und Industrielle konnte Domenica Tischhauser verbinden, als sie Ende Zwanzig im Tessin für den Modekonzern Hugo Boss arbeitete und in der Kollektionsentwicklung tätig war. Eine sehr spannende und lehrreiche Zeit, aber auch prägend: «Es war schnelllebig und oberflächlich. Jeder war so mit sich selbst beschäftigt, dass der Mensch nicht mehr so präsent war!»
Bodenständigkeit fand Domenica Tischhauser schliesslich im Appenzellerland. Obwohl sie eigentlich nach London wollte und das Jobangebot ihres künftigen Schwiegervaters mit einem sehr frühen Samstagmorgen-Termin abwenden wollte. Doch sie ergriff die einmalige Jobchance und blieb.
Heute leitet sie bei der Tisca Tischhauser AG im Bühler den Bereich Entwicklung Teppiche & Stoff. Ob sie den Schritt je bereut hat? «Nein, ich habe hier viele Leute kennengelernt und bin fest verankert.»
Ein Gespräch über Gemeinsamkeiten und Gegensätze in unterschiedlichen Welten.
Ein Sturz während des Trainings im Turnverein verändert Sandra Grafs junges Leben schlagartig. Danach ist sie querschnittsgelähmt. Doch vom Rollstuhl lässt sich Sandra Graf nicht bremsen – im Gegenteil. Bereits wenige Wochen später sitzt sie im Monoskibob und gut zwei Jahre danach bestreitet sie ihre ersten Rennen an den Paralympics in Lillehammer.
Ihre grössten sportlichen Erfolge feiert Sandra Graf jedoch erst Jahre später. Im Rennrollstuhl und mit dem Handbike holt sie an den Paralympics 2008 und 2012 zwei Mal Bronze und ein Mal Gold. Der Weg dorthin war lang, geprägt von Rückschlägen und oft im Schatten anderer Athlet:innen. Sandra Graf sagt, wichtig sei immer dranzubleiben und am Traum festzuhalten: «Bei mir brauchte es zwar ein paar Anläufe, aber am Schluss ging es auf!»
Auch nach dem Ende ihrer aktiven Karriere spielt der Sport in ihrem Leben eine zentrale Rolle. Heute arbeitet Sandra Graf als Nachwuchsverantwortliche im Handbike und als Assistenztrainerin der Schweizer Nationalmannschaft.
Im Frühling 2025 schlägt das Schicksal erneut zu: Bei Sandra Graf wird Brustkrebs diagnostiziert. Da kam auch der Unfall wieder hoch, meint sie: «Aber auch das Wissen, dass ich solche Herausforderungen gut verarbeiten kann.»
Sandra Graf erzählt in diesem eindrücklichen Gespräch, wie sie trotz Hindernissen immer wieder weitermacht, aber auch, wie wichtig und unverzichtbar der Rückhalt von Familie und sportlichem Umfeld ist.
Die Leidenschaft für das Textile zieht sich wie der berühmte rote Faden durch Karin Bischoffs Leben. Aufgewachsen in einer traditionellen St. Galler Textilfamilie, hat sie Damenschneiderin gelernt und sich später zur Textiltechnikerin weitergebildet. Heute ist Karin Bischoff Mitinhaberin der Couture-Schneiderei Die Manufaktur: «Wir sind ein Highlight der Textilstadt St. Gallen, wo es für Textilien, die in der Region entstanden sind, wenig Fixpunkte gibt.» Es gibt nicht mehr viele, die von Grund auf etwas Neues anfertigen. Darum ist es Karin Bischoff auch wichtig, dass dieses Handwerk und Dienstleistung weiterhin existiert. So engagiert sie sich auch für den Nachwuchs, als Berufsbildnerin und als Expertin der Berufsmeisterschaften Swiss Skills: «Ich will den Lernenden die Freude am Beruf weitergeben.» Um dessen Zukunft macht sich Karin Bischoff keine Sorgen, auch nicht in Zeiten von künstlicher Intelligenz, welche in der Industrie bereits breitflächig eingesetzt wird: «Gerade wenn man mit den Händen arbeitet und die Hände wirklich braucht, wird es noch lange dauern, bis KI jemanden ersetzen wird.»
Ein Gespräch über Leidenschaft für das Handwerk, den Umgang mit der Textiltradition der Stadt St. Gallen, die digitale Zukunft und die gegenwärtige Gratwanderung zwischen Massgeschneidert und Massenware in der Modeindustrie.
«Frauen müssen mehr machen und wagen. In den seltensten Situationen scheitert man!»
Barbara Bosshart ist gelernte Hochbauzeichnerin, leidenschaftliche Reisende und heute HR-Verantwortliche und Mitglied der Geschäftsleitung der Pro Nautik AG in Romanshorn.
Verantwortung zu übernehmen und leidenschaftlich einem Ziel nachzugehen, hat sie schon früh gelernt – zuerst bei der Pfadi, später in einem Architekturbüro. Oft im Spagat mit dem Wunsch, die Welt zu erkunden. So verabschiedete sie sich mit ihrem (heutigen) Mann in den 90er-Jahren von der Schweiz und reiste in die USA. Doch nach drei Monaten war das Konto leer und sie haben sich Jobs gesucht. In Florida wurden beide fündig. «Die USA sind wirklich das Land der unbegrenzten Möglichkeiten».
Einige Zeit später, zurück in der Schweiz, verabschiedete sich Barbara Bosshart auch von ihrer Leidenschaft der Architektur und stieg bei der familieneigenen Pro Nautik AG, einer der führenden Werften der Schweiz, ein: «Ich wusste ja, dass ich gut mit meinem Mann zusammenarbeiten kann». Gegründet von ihren Schwiegereltern, leitet sie das Unternehmen heute mit ihrem Mann.
Mit 35 Jahren wurde Barbara Bosshart Mutter. Das war damals nicht einfach; sie vermisste ihre Arbeit ausserhalb der eigenen vier Wände: «Ich hätte gerne mehr gemacht, als zu Hause zu sein und auf das Kind aufzupassen. Ich bin wahnsinnig dankbar für meine Kinder, aber es war einschneidend.»
Ein Gespräch über Herausforderungen, den Mut, zu den eigenen Bedürfnissen zu stehen, und über die Überzeugung, dass sich immer wieder neue Möglichkeiten ergeben, wenn man offen durchs Leben geht.
Tanzen ist Arina Luisas grosse Leidenschaft und diese teilt sie auf Social Media mit der ganzen Welt. Ihr Markenzeichen ist der «Shuffle Dance», ein dynamischer und kraftvoller Tanzstil. Am Anfang war das Tanzen nur ein Hobby und eigentlich wollte Arina eine Musicalausbildung machen. Doch dann kam alles anders, weil ihre Tanz-Videos auf Instagram durch die Decke gingen. Und so machte sich Arina Luisa mit 19 Jahren selbstständig. Nicht nur online, sondern auch im analogen Leben. Das Shuffeln bringt sie in Workshops in der Schweiz und im Ausland vielen grossen und kleinen Tanzbegeisterten bei.
Fast nebenbei macht Arina Luisa auch seit sechs Jahren Musik. Als poppig und tanzbar, voller Energie und mit viel «good vibes» beschreibt Arina ihre Songs. Sie ist froh, dass sie sich nicht zwischen Singen und Tanzen entscheiden muss, aber sie bevorzugt Applaus vor Likes auf Social Media: «Bei einem Auftritt siehst du jede einzelne Person, die klatscht, das berührt viel mehr!»
Auf ihrem Weg war Vertrauen in sich selber, ihr Umfeld und ihre Community immer sehr wichtig. So ist auch ihr Modelabel entstanden, mit dem passenden Namen «WE-TRST»!
Arina Luisa macht vieles und das gleichzeitig. Alles zu jonglieren, ist nicht immer einfach. Doch sie sagt: «Es wäre das Allerschlimmste, wenn ich mit 80 Jahren zurückschaue und erkenne, dass ich nicht alles probiert habe!»
Eine Frau in Militär-Uniform ist in der Schweiz immer noch ein ungewohntes Bild. Nur gerade 1.6 Prozent beträgt der Frauenanteil in der Schweizer Armee. Eine davon ist Major Tamara Rancetti-Hauri. Seit ihrem 19. Lebensjahr ist sie milizmässig engagiert und absolvierte eine Ausbildung und Funktion nach der anderen.
Die Goldacherin setzt sich auch beruflich beim Amt für Militär und Zivilschutz des Kanton St. Gallen für die Frauenförderung in der Armee ein. Sie ist überzeugt: «Frauen, die sich freiwillig für den Militärdienst entscheiden, gewinnen fürs Leben.» So erhalte man schon in frühen Jahren die Chance, Führungserfahrung zu machen.
Im zivilen Leben ist Tamara Rancetti Mutter von zwei Mädchen im Primarschulalter. Nach einer Lehre als Detailhandelsfachfrau und einer beruflichen Tätigkeit als Eventmanagerin in einem Hotel, hat sich die 39-Jährige zur Fotografin ausbilden lassen. So kann sie Job, Militärengagement und Familie am besten vereinbaren: «In der Ruhe hinter der Kamera, sich zu verstecken, Momentaufnahmen des Augenblicks zu machen, mache ich für mich!». Ihr nächstes Projekt ist die Dokumentation eines Hilfsprojekts in Tansania.
Tamara Rancetti-Hauri spricht in dieser Folge über ihr Leben zwischen Disziplin, Kreativität und Familienalltag.
Bei Reena Krishnaraja ging es die letzten fünf Jahre Schlag auf Schlag: Mit ihrer Maturaarbeit landete sie auf der Comedy-Bühne; 2022 folgt der Preis als SRF 3 Best Talent Comedy und seit Herbst 2024 spielt sie ihr eigenes Solo-Programm «Kurkuma». Neben zahlreichen Auftritten und einem eigenen Podcast studiert die 22-Jährige Sozialwissenschaften in Bern.
Das alles unter einen Hut zu bringen ist keine leichte Aufgabe, aber ein guter Ausgleich: «Ich brauche den Stress. Die Herausforderung ist es, diesen gut zu dosieren. Unter Druck habe ich auch bessere Ideen für Comedy!»
Die gebürtige Ausserrhoderin mit tamilischen Wurzeln fällt auf in der Comedyszene: «Das ist ein Vorteil, man bleibt den Leuten besser im Gedächtnis. Ein schlechter Auftritt aber auch!» Oft hatte die Comedienne das Gefühl, sie müsse perfekt sein, weil sie auf der Bühne Minderheiten repräsentiert. Rassismus und Sexismus sind dann auch immer wieder Themen, welche Reena auf humorvolle Art aufzeigt. Eine Moralapostelin will sie aber nicht sein: «Ich probiere, mit den Leuten eine gute Zeit zu haben, und wenn ich schon die Aufmerksamkeit habe, ist es schön, dass ich auch noch was mitgeben kann!». Und das hat Reena Krishnaraja auch in diesem tiefsinnigen und humorvollen Gespräch geschafft.
Michèle Bongetta arbeitet seit mehr als 25 Jahren mit Leidenschaft im Gesundheitsbereich. Angefangen als Pflegefachfrau, ist die Thurgauerin heute Geschäftsführerin der beiden Reha-Kliniken Zihlschlacht und Dussnang. Seit diesem Sommer ist sie zusätzlich Regionalleiterin Ost beim Gesundheitsdienstleister Vamed.
Der Karriereweg von Michèle Bongetta ist beeindruckend und alles andere als geplant: «Ich bin immer wieder ins kalte Wasser geworfen worden!». Auch deshalb war die 47-Jährige neben ihren Tätigkeiten quasi Dauerstudentin; zu jeder Herausforderung hat sie die passende Weiterbildung im Bereich Gesundheitsmanagement gemacht. Dies gab ihr Sicherheit und half ihr, sich in Verhandlungen zu behaupten.
Michèle Bongetta arbeitet nicht gerne mit «Macht-Menschen» zusammen. Ihr ist es wichtig, mit ihren Mitarbeitenden auf Augenhöhe gemeinsam etwas zu bewirken. Zu viele Hierarchiestufen lähmen ein Unternehmen, ist sie überzeugt.
Ein Gespräch über das Vertrauen in den eigenen Lebensweg, weshalb man Berufs- und Privatleben nicht unbedingt trennen muss und warum man nicht immer alles so ernst nehmen sollte.
Der Weg der heute 61-jährigen Beatrice Forster ist eindrücklich: Weil sie die Sekundarschule auch nach zwei Anläufen nicht schaffte, musste sie die damalige Realschule besuchen. Es folgten ganz klassisch für die damalige Zeit eine Hauswirtschaftsschule, ein Aupair-Jahr im Welschland und anschliessend eine 2-jährige Verkaufslehre in einer Volg-Filiale. Von dort an ging es 32 Jahre lang bei der Fenaco-Gruppe stetig vorwärts, immer wieder einen Tritt aufwärts auf der Karriereleiter. Seit 2022 ist die Thurgauerin Gastgeberin im Hotel Heiden – eine Herausforderung, denn das Hotel wurde kurz vor ihrem Start grundlegend umgebaut und neu ausgerichtet. Heute sagt Beatrice Forster: «Ich habe mir meinen Weg nicht erträumen lassen. Aber jetzt bin ich da, wo ich bin.» Der Spitzensport – in jungen Jahren war Beatrice Forster Volleyball-Spielerin in der obersten Liga – habe dabei sicher sehr geholfen. Ein Gespräch über Möglichkeiten, Herausforderungen und Mut.
Christin Walser leitet, gemeinsam mit ihrem Bruder, in dritter Generation das Familienunternehmen Walser + Co. AG in Wald AR und ist verantwortlich für Finanzen und HR. Dabei hatte die 35-Jährige ganz andere Pläne: Maskenbildnerin in einem Theater wäre ihr Berufswunsch gewesen. Allerdings: Eine Coiffeurinnen- oder Kosmetikausbildung zu machen, das sah sie nicht. Und so entschied sie sich schliesslich für eine KV-Lehre mit BMS im eigenen Familienbetrieb. Einige Jahre später, noch immer im Familienbetrieb, realisierte sie: Die angedachte Übergangszeit von zehn Jahren bis zur Geschäftsübernahme funktioniert nicht. Da wagte sie das Verrückte: Drei eidgenössische Fachausbildungen parallel. «Das würde ich niemandem empfehlen», sagt sie rückblickend, «aber es ging nicht anders.» Bei der vierten Ausbildung folgten ein Zusammenbruch, völlige Überforderung und ein Schlüsselerlebnis. Eine beeindruckende junge Frau und ein tolles Gespräch!
Ob Suizid eines Mitarbeiters, Entlassungen unter Extrembedingungen, Cyberangriffe oder ausserordentliche (Gross-)Ereignisse: Bettina Zimmermann unterstützt Unternehmen und Organisationen als Krisenmanagerin in Zeiten der Not. Als CEO der Wiler Firma «GU Sicherheit & Partner AG» ist sie mit ihrem Team 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche auf Abruf – und innert Sekunden von 0 auf 100.
Wenn die gebürtige Bernerin mit ihrer beruhigenden Stimme aus ihrem Leben erzählt, klingt es, als würde sie aus einem Buch vorlesen. Es ist nahezu unvorstellbar, was Bettina Zimmermann alles erlebt hat, mit welchen Abgründen der Gesellschaft sie konfrontiert war. Dabei begann ihr beruflicher Werdegang relativ unspektakulär in einem Spitallabor; als junge Mutter und später alleinerziehende Multitaskerin folgten wegweisende berufliche Entscheidungen.
In dieser Folge geht es um Resilienz, das Verarbeiten von Erlebtem, Rollenbilder und auch um die Kompetenzen von Mann und Frau.
Nayla Stössel ist seit 2013 OK-Präsidentin des Longines CSIO St.Gallen, dem wichtigsten Pferdesportanlass der Schweiz. Selbst mit Pferden aufgewachsen, zählt das Reiten für sie zu einer schönen Lebensschule. Obschon das Pferd seit jeher ein Wegbegleiter des Menschen ist, kämpfe sie auch beim CSIO gegen elitäre Vorurteile. «Wir wollen ein BBB-Anlass sein» - und damit ein Treffpunkt für alle («BBB» steht in St.Gallen übrigens für Bratwurst, Bürli und Bier).
Dass sie das OK-Präsidium einmal von ihrem Vater übernehmen würde, war lange Zeit gar nicht vorgesehen. Die Übergabe klappte reibungslos. Doch zu Beginn sei vor allem von den Medien oft hinterfragt worden, wie sie als junge Frau in dieser männergeprägten Organisation zurechtkomme. «Mich nervte diese Perspektive immer. Es zählt die Leistung.» Konstruktive Kritik ist für die CSIO-Präsidentin hingegen etwas sehr wichtiges. «Ich finde es schwieriger, wenn mir jemand etwas nicht sagt.»
Im Gespräch erzählt Nayla Stössel über ihren nassen Start im CSIO-OK, ihre Perspektive zu Netzwerken sowie ihr Engagement für die Region.
Patricia Dähler-Kraus war gelangweilt von den typischen Apérogetränken und machte sich auf die Suche nach etwas Ansprechenderem. Als sie nichts fand, entwickelte sie ihre alkoholfreie Getränkeidee selber und holte eine Geschäftspartnerin an Bord. Ihr «Tröpfel» traf 2005 den Nerv der Zeit. Obschon sie zu Hause damit auf Widerstand stiess, gab ihr der rasche Erfolg Recht. Von anfänglich 900 Flaschen stieg die Produktion rasch auf 6’500 Flaschen pro Jahr. Heute hat sich das alkoholfreie Apérogetränk längst etabliert: Pro Jahr verkaufen sie 70’000 Flaschen. Noch immer stehen sie zu zweit an der Front - ob bei Degustationen oder mit ihrem Bild (und persönlicher Telefonnummer!) auf jeder Flasche. Die gelernte Krankenschwester sagt: «Wenn du eine gute Idee hast, sprich mit einem Unternehmer oder einer Unternehmerin.» Auch sie habe lernen müssen, raus aus der Familie zu gehen und das eigene Netzwerk zu erweitern, um Ideen zu spiegeln und differenzierte Rückmeldungen zu erhalten.
Alessia Schrepfer hat sich vor rund zwei Jahren selbständig gemacht. Als Co-Founder der WeNurse AG, dem ersten Freelance-Pool im Gesundheitswesen, der mehrheitlich den Pflegefachpersonen gehört, ist die junge Thurgauerin sehr erfolgreich: So hat Alessia Schrepfer 2024 am Swiss Economic Forum den Women Award als Jungunternehmerin des Jahres gewonnen. Das verlieh ihrem Unternehmen einen zusätzlichen Schub. Im Gespräch sagt die ausgebildete Pflegefachfrau: «Die letzten zwei Jahre waren die grösste Lebensschule» – kein Studium hätte ihr das besser beibringen können. Was ihre Firma anders macht, was die junge Unternehmerin noch erreichen möchte und warum sie sich vor einem Shitstorm fürchtet, darüber redet sie im Gespräch.
Katharina Lehmann ist seit 29 Jahren CEO und Inhaberin des renommierten Holzbauunternehmen Blumer Lehmann in Gossau. Dabei war das eigentlich nie ihr Plan. Im Alter von 24 Jahren, noch mitten im Wirtschaftsstudium an der HSG, wurde die junge Frau ins kalte Wasser geworfen: Ihr Vater hatte einen Schlaganfall und fiel aus. Kathi Lehmann sprang ein und gab den rund 70 Angestellten die viel benötigte Sicherheit. «Ich habe damals einfach gemacht», erzählt die Unternehmerin im Gespräch. Und sie macht es weiter. Heute führt sie rund 550 Mitarbeitende in der Schweiz, in Deutschland, Österreich und Luxemburg. In dieser Folge erzählt Kathi Lehmann, wie sie ihren Berufsstart in Erinnerung hat, wie sie mit ihren vier Handicaps umgegangen ist und warum es auch ein Vorteil sein kann, so jung in eine solche Aufgabe reinzurutschen.
Heidi Bösch ist Leiterin Personelles & Klubschule bei der Genossenschaft Migros Ostschweiz und einzige Frau in der Geschäftsleitung. Die Rheintalerin lebt für ihren Beruf und liebt dabei den Kontakt mit den Menschen. Sie ist überzeugt: Unternehmertum ist die Grundlage für eine gesunde Schweiz. Zum aktuellen Migros-Umbau sagt Heidi Bösch: «Ich versuche, die Menschen so gut es geht zu spüren und wahrzunehmen.» Es gehe darum, grundlegende Sicherheit zu geben, auch wenn Unsicherheit besteht. Sie verrät im Gespräch, wie sie dank eines ehemaligen Chefs überhaupt zur Migros gekommen ist, warum sie Genderfragen nicht wichtig findet und was sie an der Ostschweiz so sehr mag.











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