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Author: SchönerDenken

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Der erste Eindruck - direkt nach dem Kino - in etwa 12 Minuten und spoilerfrei, versprochen. Das ist unser Kerngeschäft. Ansonsten echte Liebe für japanische Filme, eine Schwäche für Science-Fiction und ungebrochene Entdeckungslust für bekannte und unbekannte Klassiker.
272 Episodes
Reverse
„Ich habe alles“, sagt Man-su zu Beginn. Er hat ein tolles Haus, zwei Autos, zwei Hunde und nicht zu vergessen: eine Frau und zwei Kinder. Er ist angekommen in seinem Leben. Aber alles hängt von seinem gut bezahlten Job ab. Und als er den verliert, steht sein ganzes Leben auf dem Spiel. Für seinen Status und für seine Familie ist er bereit alles zu tun, wirklich alles.Park Chan-wook wirft einen schwarzhumorigen Blick auf die südkoreanische Arbeitswelt, in der Menschen, die ihren Job verlieren, nicht in einer anderen Branche arbeiten wollen und in der Unternehmer mit Robotern und KI Menschen völlig überflüssig machen. In dieser Welt opfert Man-su auch Menschenleben, er glaubt keine andere Wahl zu haben, „Eojjeol suga eopda“, auf deutsch „Ich kann es nicht ändern“.Park Chan-wook inszeniert diese düstere Krimikomödie mit viel Einfallsreichtum und erinnert dabei auch an Hitchcock. Die Intensität von PARASITE erreicht er dabei nicht. Trotz sehr guter Darsteller und vieler sehr starker Szenen fehlt etwas die emotionale Kraft des Vorgänger DIE FRAU IM NEBEL. Dennoch sehr sehenswert. Diese Podcastepisode mit milden SPOILERN. Am Mikrofon direkt nach dem Film: Heidi, Johanna und Thomas.
Der Trailer hatte mich angelockt: Blicke voller Verlangen zwischen Margot Robbie und Jacob Elordi – also erwartete ich hemmungslose Leidenschaft, selbstzerstörerische Obsession. Der Film kann leider nicht ganz halten, was der Trailer versprochen hat: Die Liebesszenen sind eher brav und die Darsteller wirken viel reifer als es der Stoff eigentlich braucht. Und der gesellschaftliche Rahmen bleibt fast unsichtbar. Aber Regisseurin Emerald Fennell konzentriert sich auf etwas anderes – auf große Bilder in der Natur, auf starke Farben und bizarre Optik im Herrenhaus: Rote Wände wie bei Dario Argento, ein Kamin aus Händen, ein Schlafzimmer, das die Haut der Geliebten auf der Wand abbildet und damit die Grenzen zwischen Frau und Schlafzimmer auflöst. Da liegt die Stärke des Film, als Liebensfilm oder Gesellschaftsdrama ist noch viel Luft nach oben. Am Mikrofon – mit ganz unterschiedlichen Wahrnehmungen – direkt nach dem Film: Heidi, Johanna und Thomas.
Wo gehöre ich hin? Was ist der Sinn meines Lebens? Wie lebe ich weiter, wenn ich einen großen Verlust erlitten habe? Das sind die Fragen, die sich der Holzfäller Robert (Joel Edgerton) stellt. Erst als Gladys (Felicity Jones) in sein Leben tritt, fühlt er sich nicht mehr verloren. Aber es geht nicht nur um die Vergänglichkeit des eigenen Lebens sondern auch um den Abschied von der alten Welt, die noch präsent ist, als Robert zu Beginn Bäume fällt und die verschwunden ist, als Robert am Ende einen Menschen im Weltall sieht. Regisseur Clint Bentley und sein Kameramann Adolpho Veloso nehmen uns mit ein Leben voller harter Arbeit, großer Natur und kleinem Glück. Ein optisch herausragender Film, der auf künstliches Licht verzichtet und ein berührender Film, gerade wo er Liebe zeigt. Einen Wermutstropfen stellt der Erzähler dar, der zu oft als Stimme aus dem Off aus der Novelle zitiert – da gerät der Film unversehens zu einem bebilderten Hörbuch und wird in diesen Stellen manchen Zuschauer auf Distanz halten. Direkt nach dem Film sprechen wir über Zeitsprünge, Geister und Töchter. Am Mikrofon direkt nach dem Film: Johanna und Thomas.
Die wahren Monster sind die Menschen – nicht die Infizierten, die Zombies. Im Mittelpunkt steht eine Gang, als satanische Sekte geführt vom sadistischen Sir Lord Jimmy Crystal, der nicht zufällig seine Initialien mit Jesus Christus teilt. Spike, der jugendliche Protagonist des Vorgängerfilms gerät in ihre Fänge und weiß nicht, wie er lebend dort heraus kommen soll. Die Gang zieht umher und foltert und mordet andere Überlebende. Dr. Kelso hat derweil eine besondere Begegnung mit einem Alphazombie.Unter anderem ist THE BONE TEMPLE eine Auseinandersetzung mit religiösem Wahn und Religion als Theater. Nachdem der Vorgängerfilm das Verlassen des Paradieses beschreibt, ist BONE TEMPLE der Abstieg in die Hölle, vielleicht ist der nächste Film die Eroberung des Himmels. THE BONE TEMPLE ist geradlinig und folgt nur wenigen Handlungssträngen. Der gelegentliche Humor ist schwarz, die Gewalt ist blutig und explizit, belastend aber nur, wenn Menschen grausam (hier sehr grausam) zu anderen Menschen sind.Besonders Ralph Fiennes hinterlässt einen bleibenden Eindruck: Sein Dr. Kelson steht als fast einzige Figur für die Bewahrung von Menschlichkeit in einer völlig zusammengebrochenen Zivilisation. Er steht auch für die kleine Hoffnung, dass die Zukunft mehr bieten könnte als sadistische Menschen, ständige Flucht und die Schreie der Zombies, die immer näher kommen. Sehenswert. Am Mikrofon direkt nach dem Kino: Marc, Tom und Thomas.
Agnes (Jessie Buckley) steht im Mittelpunkt, nicht der Sohn eines Handschuhmachers, in den sie sich verliebt und den sie heiratet. Agnes, die Tochter einer Kräuterfrau, die aus dem düsteren Dunkel des Waldes gekommen ist. Auch Agnes behält ihre magische Beziehung zur Natur, erkennt die Zukunft durch eine Berührung, aber ihre Heilkräfte verlassen sie als eines ihrer Kinder sich mit der Pest infiziert. Ihr Mann Will kehrt aus London zurück. Er ist dort mittlerweile erfolgreich als Bühnenautor und leitet eine Theatertruppe. Die kommenden Schicksalsschläge hinterlassen ihre Spuren in seinem Theaterstück „Hamlet“.HAMNET ist ein berührender und bewegender Film mit magischen Momenten - über die Liebe zwischen zwei Menschen, zwischen einer Mutter und ihren Kindern, über die Liebe unter Geschwistern, über Trauer, Verlust und Verzweiflung. Meisterregisseurin Chloe Zhao baut eine dichte Atmosphäre auf und schließt am Ende den Kreis, wenn der Wald, aus dem Agnes kommt, sich in der Bühnenkulisse spiegelt. Großartiges Ensemble rund um eine charismatische Jessie Buckley, großartige Inszenierung, großartiger Film. Am Mikrofon direkt nach dem Kino: Johanna und Thomas, der sich erst nach die Tränen trocknen muss.
Eine Gesellschaft, die verarmt, starke Umweltzerstörung, Einwanderer als Sündenböcke, die in Käfigen gehalten, deportiert oder getötet werden von bis an die Zähne bewaffneten Einsatzkräften, ein autoritärer Polizeistaat – klingt vertraut? Jedesmal, wenn ich diesen Film von 2006 anschaue, rückt der Film näher an die Realität und kommt er mir weniger wie ein Science-Fiction und mehr wie eine Reportage vor.Aber CHILDREN OF MEN ist nicht nur eine große und berührende Erzählung über die Zerbrechlichkeit von Zivilisation und das Bewahren von Hoffnung, er ist auf vielen Ebenen auch ein herausragender Film. Vielleicht das realistischste World Building der Filmgeschichte, ein fantastisches Drehbuch mit einer Dramaturgie, die einen nicht mehr loslässt, atemberaubende Kameraarbeit, vielschichtige Charaktere und herausragende Schauspieler von Hauptrollen bis in die exzellent geschriebenen Nebenrollen.Wir haben CHILDREN OF MEN in einer Wiederaufführung im Capitol in Mainz gesehen – und auch die Unterbrechung durch einen Feueralarm im Kino konnte unsere Begeisterung nicht schmälern. Am Mikrofon direkt nach dem Kino: Johanna und Thomas. (Ausnahmsweise spoilern wir von Anfang an.)
Es dauert nicht lange, bis man vergisst, dass man einen Animationsfilm schaut – so greifbar und lebendig sind die Figuren, so perfekt sind die „Kameraeinstellungen“ und so real ist die Stadt Tokio. Düster und komisch, spannend und immer schneller erzählt Satoshi Kon die Geschichte von drei Obdachlosen. Drei gescheiterte Figuren, die ein Baby finden und sich auf die abenteuerliche Suche nach den Eltern des kleinen Mädchens begeben. Dabei kommt es immer wieder zu magischen Zufällen und urkomischen Situationen. Aber das hier ist kein harmloses Weihnachtsmärchen: Spielsucht, Alkoholismus und Selbstbetrug sind genau so wenig zu übersehen, wie Jugendbanden, die aus Langeweile mit Stahlrohren auf die Obdachlosen einprügeln. Wir empfehlen TOKYO GODFATHERS als ganz besonderen Weihnachtsfilm. Am Mikrofon direkt nach dem Film mit dem ersten Eindruck im #Japanuary2026: Johanna und Thomas.
Cooler blaugrauer Thriller-Look, Geheimagenten, Killer, Yakuza, schöne Frauen, Schauplatz Tokio und Gary Oldman als Star – das war der Speck, mit dem ich mich habe fangen lassen. Also Bluray gekauft und im Japanuary geschaut. Bei RAIN FALL handelt es sich um ein westliches Drehbuch, nach einem westlichen Roman, von einem westlichen Regisseur inszeniert. Das Ergebnis: Ein Reinfall! Jason-Bourne-Versatzstücke, dazu eine Portion In-the-Mood-for-Love für Arme. Nichts an diesem Film ist organisch oder authentisch, Tempowechsel aus der Hölle und schlecht choreographierte Kampfszenen. Und mit dem Potential von Gary Oldman wusste der Regisseur nichts anzufangen. Man kann förmlich die Linien und Narben sehen, an denen die verschiedenen Klischees und Stereotype zu einem Film zusammengenäht worden sind – ein Film wie aus Dr. Frankensteins Labor: Es bewegt sich, aber es lebt nicht. Im Podcast direkt nach dem Film am Mikrofon: Anke, Marc, Tom und Thomas.
Fatima ist eine gläubige Muslima – an der Schwelle zum Erwachsenwerden. Und sie liebt Frauen. Wie soll sie das zusammenbringen? Mit ihrer Familie kann sie darüber nicht sprechen. Als sie Ihr Studium aufnimmt, öffnet sich für sie in deren queeren Szene in Paris ein ganz neues Leben. Weitgehend unaufgeregt nähert sich Regisseurin Hafsia Herzi ihrer ebenso schönen wie einsilbigen Protagonistin und lässt uns ohne überflüssige Dialoge aber in wunderschönen Bildern Teil ihres Lebens werden. Ein eindringlicher, feiner Film und eine Bühne für die großartigen Hauptdarstellerinnen Nadia Melliti und Park Min-Ji. Im Podcast direkt nach dem Film sind wir uns einig. Am Mikrofon: Bettina, Johanna und Thomas.P.S. Park Min-ji hatten wir bereits in RETURN TO SEOUL bewundert.P.P.S. Die gleichnamige Romanvorlage stammt von Fatima Daas und ist in einer schönen Ausgabe bei der Büchergilde erhältlich.
Noch eine verlorene und wiedergefundene Episode aus dem Jahr 2020 – aufgenommen als Videoschalte während des virtuellen Nippon Connection Online Filmfestivals. Angeschaut haben wir uns damals Sabus DANCING MARY. Sabu-typisch werden verschiedene Genre, eigentlich sogar verschiedene Filme, aufeinander losgelassen. Im Podcast prallen acht unterschiedliche Meinungen aufeinander – es geht um Comedy, städtische Beamte, um Yakuza und sprunghafte Wechsel, um Bekanntheit und Inkonsistenz. In der Episode von 2020 gibt es ein Wiederhören mit Michael Meier vom Kompendium des Unbehagens (zugeschaltet aus Osaka), mit Alex Sobolla von den Abspannguckern, mit Andras, Jan Lukas Kuhn, Johannes, mit Lucas Barwenczik von Cuts und mit Harald und Thomas von SchönerDenken.Sabu bei SchönerDenken
Manchmal gehen Aufnahmen verloren – und manchmal tauchen sie auf einer Festplatte wieder auf. So geschehen bei zwei Aufnahmen aus dem Jahr 2020 vom Nippon Connection Filmfestival. Damals konnte es wegen der Pandemie kein Festival in Präsenz geben, stattdessen gab es ein Onlinefestival.Also haben wir uns in einer Videokonferenz zusammengeschaltet – es gibt ein Wiederhören mit Alex Sobolla von den Abspannguckern, mit Andras, Jan Lukas Kuhn, Johannes, mit Lucas Barwenczik von Cuts, mit Bettina, Katharina und Thomas von SchönerDenken und es gibt ein kurzes Wiederhören mit Micha von Schneeland, den wir so sehr vermissen.Angeschaut haben wir uns damals BOOK-PAPER-SCISSORS. Eine Dokumentation von Nanako Hirose über den Künstler/Kunsthandwerker Nobuyoshi Kikuchi, der seit Jahrzehnten Buchumschläge entwirft. Im Podcast diskutieren wir über eine Kunst, deren Zeit abgelaufen ist, über Perfektion und Generationenkonflikte, Hierarchien und Rollenbilder. Und über die Freude jemandem bei der Arbeit zuzuschauen.
Fast 10 Jahre ist es her, dass wir die Kaninchenpolizistin Jody in unser Herz geschlossen haben – in einer Welt, in der verschiedenste Tiere nebeneinander existieren und Toleranz immer wieder auf die Probe gestellt wird. Im zweiten Film ist Jody wieder mit Fuchs Nick unterwegs. Und wieder ist es die perfekte Mischung aus hervorragend getimten Slapstick, wunderbaren Filmzitaten und unerwarteten Figuren: Ein Chippendale-Hengst als Bürgermeister, eine resolute Biber-Dame, die den Tag rettet, eine Verfolgungsjagd mit dem schnellsten Fahrer von Zoomania … Eine warmherzige und sehr unterhaltsame Komödie mit einer Botschaft: Werdet nicht das Opfer Eurer eigenen Vorurteile. Mit diesen beiden Filmen hat sich Disney an Kaninchenohren selbst aus einem kreativen Loch gezogen. Direkt nach dem Kino ist unser erster Eindruck ziemlich euphorisch – am Mikrofon: Kathrin, Tom und Thomas.Das war unser begeisterter erster Eindruck von ZOOMANIA 2016.
Ausrangierte Modelle - das sind die Helden in PREDATOR: BADLANDS. Ein junger Yautja (so nennt sich die Spezies, die wir als Predator kennen), der als schwächeres von zwei Kindern nicht geduldet wird. Und ein weiblicher Android der Firma Weyland-Yutani, der die Interessen der Lebewesen in ihrem Umfeld über die Interesse der Firma stellt - also defekt ist. Und Unterleib und Beine fehlen auch. Die beiden begegnen sich auf einem extrem lebensfeindlichen Planeten. Wer ist Jäger, wer ist Beute? Team oder Einzelgänger? Wie töten man ein unbesiegbares Monster? Das eigentliche Monster ist natürlich die Firma. Dan Trachtenberg ist der kreative Kopf hinter dem Film und wie auch bei PREY gelingt es ihm, dass wir uns für die Figuren interessieren und mit ihnen leiden - und lachen, wenn den Bösen "Beine gemacht" werden. Ein gelungener Predator-Film, perfekte Genre-Unterhaltung. Am Mikrofon direkt nach dem Kino: Harald, Tom und Thomas.
Die junge Kurdin Elaha liebt ihre Familie, aber die strengen Regeln sind unerträglich: kein Tanzen auf einer Hochzeit und auf jeden Fall als Jungfrau in die Ehe. Die eigene Mutter wünscht Ihr eher den Tod als diese „Schande“ ertragen zu müssen. Elaha will aber ihren eigenen Weg finden … Sehr berührender, sehr naher Film, von Milena Aboyan meisterhaft inszeniert und mit einer herausragenden Bayan Layla in der Hauptrolle. Direkt nach dem Kino sind wir im Podcast noch ganz gefangen von den Konflikten und Elahas Ängsten und Hoffnungen. Am Mikrofon: Bettina, Katharina und Thomas.
Edgar Wright beginnt seine Verfilmung des Romans von Stephen King vielversprechend: Unser Protagonist Ben Richards (Glen Powell) geht durch die Armenviertel der Stadt, visuell überzeugend, atmosphärisch, glaubwürdig. Das war dann aber leider nicht der Look des Films. Ben Richards ist als dauerwütender Held konzipiert – das trägt keinen zweistündigen Film, und da ist Glen Powell (der in anderen Rollen großartig ist) auch nicht die richtige Wahl. Die Geschichte hat ein großes Potential als gesellschaftskritischer Film, als düster-humorvoller Film, als Hochspannungsfilm. Edgar Wright spielt im Ansatz mit allen diesen Möglichkeiten, zieht aber keine richtig durch.Beispiel: Es gibt ein Ultimatum, das über einen Timer am Handgelenk angezeigt wird: Das kann man in atemloser Spannung inszenieren (Klapperschlange, James Bond etc.), aber Wright verschenkt es. Anderes Beispiel: als augenzwinkernder Verweis auf die Verfilmung mit Arnold Schwarzenegger sieht man New-Dollar-Scheine mit Arnolds Antlitz. Wie sieht es sonst mit Humor aus? Glen Powell hat ein enormes komisches Talent – nutzt Wright fast gar nicht, selbst als Ben Richards vor einem Hotelfenster hängt. Oder die politische Ebene: Das allmächtige Medienimperium fälscht alle Szenen der Show. Warum sind die Zuschauer trotzdem auf der Seite von Ben Richards?Während die ersten beiden Drittel das Publikum noch mit Flucht und Verfolgung unterhalten, bricht das letzte Drittel dramaturgisch zusammen. Fazit: ein uninspiriertes Drehbuch, wenig einfallsreiche Regie, ein verschenkter Hauptdarsteller. Am Mikrofon direkt nach dem Kino: Johanna, Gabriele, Hendrik, Harald, Tom und Thomas.
Giorgos Lanthimos traut sich was. Schon wieder. BUGONIA inszeniert er als Zweikampf zwischen der super taffen Geschäftsfrau Michelle (Emma Stone) und einem ihrer Angestellten, Teddy (Jesse Plemons). Er macht sie nicht nur verantwortlich für die schwere Krankheit seiner Mutter sondern glaubt auch in ihr eine Außerirdische erkannt zu haben, die bei der kommenden Mondfinsternis die Menschheit auslöschen will. In Rededuellen setzt sich Michelle zur Wehr und versucht den Entführer zu manipulieren. Als der Dorfpolizist wegen einer Routinekontrolle auftaucht, eskaliert die Situation.BUGONIA ist ein Remake der südkoreanischen Science-Fiction-Komödie SAVE THE GREEN PLANET! von Jang Joon-hwan (2003). Lanthimos hat eine respektlose und oft unerwartete Art, so verschiedene Themen wie Verschwörungsglaube, Opiodkrise, Bienensterben, Serienmorde, gesellschaftliche Stimmung und Folter ineinander zu verschlingen. Das ist mitunter ein anstrengender Genre-Mix, der durch die intensive Musik immer wieder auch opernhafte Züge annimmt. Ein kraftvoller, zynischer, mitunter grotesker Film, der den einen oder anderen Zuschauer unterwegs verlieren wird. Dementsprechend haben wir ganz unterschiedliche Meinungen im Podcast direkt nach dem Kino. Am Mikrofon sind: Anke, Heidi, Johanna, Marc, Hendrik, Tom und Thomas. Gespoilert wird erst spät – und nach der akustischen Spoilerwarnung.Unsere Reaktionen auf Filme von Giorgos Lanthimos
TRON war 1982 ein Riesenschritt für Disney: optisch unglaublich aufwändig und wirklich innovativ. TRON LEGACY hat 2010 auch noch einmal zumindest optisch überzeugt. Und TRON: ARES? Ich war skeptisch, allein schon wegen Jared Leto, der nicht zu meinen Lieblingen zählt (und in der Tat hätte ein charismatischer Schauspieler wie Keanu Reeves hier eine andere Wirkung gehabt). Für Charisma ist Greta Lee zuständig, die als Firmenchefin einen Weg sucht, wie die Programme aus dem Raster in der wirklichen Welt Bestand haben können. Daraus entwickelt sich ein passables Abenteuer mit einigen rauschhaften Bildern. Aber über den Film hinweg fällt auf: Die großen Effekte verlieren ihre Wirkung: Ganz gleich, wie groß die Bilder sind – der Wow-Effekt bleibt aus. Mehr Wirkung hat da der atmosphärische Soundtrack von Trent Reznor und Atticus Ross. Im Podcast direkt nach dem Kino hält Tom einen nostalgischen Boomervortrag über TRON und TRON LEGACY, wir diskutieren über Lautstärke und Innovation – und fragen uns warum Künstliche Intelligenzen im Kino nach einer Sekunde sofort über ein Bewusstein, Gefühle und einen feinen Humor verfügen. Am Mikrofon direkt nach dem Kino: Harald, Tom und Thomas.
Die ganz große Welt, eingefangen auf einer kleinen Insel, das Echo von Menschheitsverbrechen erschüttert das Leben von Nanning auf Amrum. Er ist 12 Jahre alt und versucht in den letzten Kriegstagen das Richtige zu tun. Aber was ist richtig, wenn alle die Niederlage des eigenen Landes erwarten, aber die eigene Mutter stramme Nationalsozialistin ist. Als die Nachricht von Hitlers Tod eintrifft, will Nanning seiner Mutter einen ganz einfachen und fast unmöglichen Wunsch erfüllen. Eine Scheibe Weißbrot mit Butter und Honig. Nanning stellt sich der herkulischen Herausforderung …Fatih Akin verfilmt in AMRUM die Kindheitserinnerungen von Hark Bohm und macht auf dieser kleinen Inselbühne so viel sichtbar: heimlicher Widerstand, eiskalter Faschismus, Hass auf die Vertriebenen, Freundschaft, Misstrauen und eine vergangene Welt mit eigener Sprache. Großartig besetzt, großartig gespielt. Wer sich an der konventionellen Erzählweise nicht stört, wird mit einer sehenswerten Perspektive auf die deutsche Geschichte belohnt. Am Mikrofon direkt nach dem Kino: Die Zeitzeugin Gisela, Heidi, Johanna, Anke, Marc, Hendrik und Thomas.
Folge 1371 – Revolutionäre und Rassisten – der Stoff passt besser in die 1960er und 1980er Jahre. In dieser Zeit spielt Thomas Pynchons Roman „Vineland“, der Paul Thomas Anderson als Inspiration gedient hat. Seine Version ist eine absurde Politthrillerkomödie mit sexuell aufgeladenen Freiheitskämpfern, die am Ende doch über Leichen gehen und White-Supremacy-Weihnachtsmänner, die ohne mit der Wimper zu zucken, für ihre Privilegien töten. Den größten Genuss bietet ONE BATTLE AFTER ANOTHER, wenn man ihn als Komödie sieht und Leonardo DiCaprio und Benicio Del Toro als dämliche und clevere Kasperle und Sean Penn als durchgeknallten Dorfpolizisten im Politpuppentheater versteht. Anderson inszeniert die unterschiedlichen Phasen der Geschichte einfallsreich und hält auch mit dem ausgesprochen anstrengenden Score immer einen Mindestadrenalinwert. Wirklich herausragend in diesem wilden Mix ist Chase Infiniti, die als Rebellentochter Willa alles in den Schatten stellt. Ihre Präsenz und eine wirklich atemberaubende Verfolgungsjagd sind fraglos die Höhepunkte des Films. Direkt nach dem Podcast sind Tom und Thomas ganz unterschiedlicher Meinung.
Fast das Schönste am japanischen Filmfestival Nippon Connection in Frankfurt a.M. ist das traditionelle Filmpodcast-Filmblog-Frühstück. Das Festival stellt uns dafür jedes Jahr einen Raum, besorgt Croissants und reichlich Kaffee. Dazu gibt es Erdbeeren und Kreppel. Zusätzlich zum Koffein- und Zuckerschock am Morgen gibt es unter Filmbegeisterten ein Wiedersehen oder Neukennenlernen. Das Frühstück ist offen für Alle!Jedes Jahr lassen wir dabei einmal das Aufnahmegerät rumgehen und jede/r erzählt von seinen Festivalhighlights. 2025 waren dabei: Christin von life4books, Karoline aka DieMelanie, Malte und Helena von Sneaky Monday, der Abspanngucker René, Kaidan, Andras, Johannes, Markus Mäurer von translate or die, Niklas vom Filmfest Aachen, Volker vom Randfilmfest Kassel, Lucas Barwenczik von cuts und gelesen, Sascha und Dominik vom Filmmagazin Deadline und natürlich Thomas und Hendrik von SchönerDenken. Viel Spaß bei unserer 30-Minuten-Episode :-)Über diese Filme haben wir gesprochen; River returns, Serpent’s Path, Rude to Love, Cells At Work!, The Birth of Kitaro, My Sunshine, Cloud, Missing Child Videotape, Hotspring SharkAttack, New Nemuro Pro Wrestling Story, Black Box Diaries, Maru, The Rickshaw Man, Love & Pop, Bushido, She Taught Me Serendipity, River und We are Aliens. Und am Ende teilt Rene mit uns seine Gedanken über die Familientauglichkeit der Festivalfilme :-) Großen Dank an das Festival für die tolle Unterstützung!
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