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IMPERIUM ROMANUM - Römische Geschichte
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IMPERIUM ROMANUM - Römische Geschichte

Author: JANEZ ERAT

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Ein Versuch, die römische Geschichte in Ihrer Gesamtheit vorzustellen, sowohl mit eigenen Worten, eigenen Gedanken, auch mal abschweifend mit gewisser Spontaneität, aber dazu um den ganzen eine Linie zu bieten werde ich das Originalwerk Leopold von Rankes, ein zeitloses Meisterwerk, über die römische Geschichte lesen. Dazu bemühe ich mich, detailliert den Inhalt zu kommentieren bzw. darüber auch frei und auch unterhaltsam zu sprechen.
Neben Ranke sollen in späterer Folge auch andere originale Quellen gelesen werden, wie z.B. Caesar oder Suetonius.
Auch besondere Zusatzfolgen soll es geben.
38 Episodes
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 Im Jahr 278 v. Chr., setzte Pyrrhos nach Sizilien über. Zu diesem Zeitpunkt war die Lage bereits komplexer: Neben den Mamertinern stellte vor allem Karthago die Hauptbedrohung für die griechischen Städte dar. Pyrrhos wurde dennoch als Befreier empfangen und griff militärisch sowohl gegen karthagische Positionen als auch indirekt gegen die Machtbasis der Mamertiner im Nordosten ein. Seine Feldzüge führten zeitweise zur Zurückdrängung dieser Kräfte und zur teilweisen Stabilisierung der Lage zugunsten der griechischen Städte, einschließlich Syrakus.
In Pyrrhus’ Umfeld wirkte er häufig als mäßigende Stimme und riet zu vorsichtigem und diplomatischem Vorgehen statt zu riskanten militärischen Unternehmungen. Laut Plutarch erreichte er durch seine Redekunst mehr Erfolge als manche Feldzüge.Vor dem Krieg gegen Rom versuchte Kineas, Pyrrhus von diesem Unternehmen abzubringen. In einem berühmten Gespräch zeigte er dem König durch kluge Fragen die Sinnlosigkeit endloser Eroberungen auf: Wenn am Ende Frieden und Genuss das Ziel seien, könne man dies auch ohne Krieg erreichen. Pyrrhus ignorierte jedoch diesen Rat.
Als Pyrrhus dies bemerkte, geriet er in große Unruhe. Er befahl seinen Infanterieoffizieren, sofort Schlachtordnung zu bilden und die Männer unter Waffen bereitzuhalten. Selbst ritt er mit dreitausend Reitern aus, in der Hoffnung, die Römer noch während des Übergangs zu überraschen und sie in Unordnung zu treffen. Doch als er am Flussufer die dicht gereihten Schilde im Sonnenlicht glänzen sah und die römische Kavallerie in geschlossener Ordnung vorrücken erkannte, ließ er seine Reiter enger formieren und griff an.
Pyrrhos von Epirus wurde bereits als Kind zum Spielball der Großen: Im Jahr 307 v. Chr. war es der illyrische König Glaukias, der den gerade einmal elfjährigen Pyrrhos mit Waffengewalt zurück auf den Thron der Molosser in Epirus setzte. Während Vormünder in seinem Namen die Regierungsgeschäfte führten, sog der junge König die Traditionen des hellenistischen Königtums auf. Doch die Stabilität war trügerisch. Als Pyrrhos mit siebzehn Jahren nach Illyrien reiste, um der Hochzeit eines Sohnes seines Gönners Glaukias beizuwohnen, nutzten seine Gegner in der Heimat die Gunst der Stunde. Die Molosser erhoben sich, vertrieben seine Getreuen und setzten seinen Rivalen Neoptolemos erneut auf den Thron. 
Tarent entwickelte sich rasch zur bedeutendsten griechischen Stadt Süditaliens und blieb die einzige Apoikie Spartas. Seine wirtschaftliche Stärke beruhte auf intensiver Landwirtschaft (insbesondere Oliven- und Weinanbau), Fischerei, Purpurgewinnung sowie weitreichenden Handelsnetzen im Adriaraum und im östlichen Mittelmeer. Archäologische Befunde belegen erheblichen Reichtum, insbesondere im Bereich der Keramik-, Textil- und Metallproduktion.Politisch errang Tarent früh die Hegemonie über die benachbarten italischen Völker der Japyger und Messapier, häufig durch militärischen Druck, teilweise aber auch durch Bündnisse und Klientelverhältnisse. Bereits im 5. Jahrhundert v. Chr. wurde ein zweiter Mauerring errichtet, was auf starkes Bevölkerungswachstum und erhöhte Sicherheitsbedürfnisse hinweist.
Die Spannungen zwischen Rom und seinen Nachbarn in Mittelitalien hatten sich Ende des 4. Jahrhunderts v. Chr. zunehmend verschärft, wobei die Hauptrolle weiter die Samniten spielten, aber auch die Etrusker und verschiedene Küstenstämme. Schauen wir uns die geopolitische Gesamtsituation an, um zu sehen wo Rom steht im Jahr 300 v Chr und den darauffolgenden Jahren. Um 300–290 v. Chr. befindet sich die antike Welt in einer Phase tiefgreifender Neuordnung. Der Tod Alexanders des Großen liegt nur wenige Jahrzehnte zurück, doch sein Reich ist bereits in konkurrierende Monarchien zerfallen. Gleichzeitig entstehen neue Machtzentren, während ältere politische Strukturen an Einfluss verlieren. Diese Epoche ist geprägt von Instabilität, Konkurrenz und Übergang – eine Welt, in der noch niemand ahnt, welche Macht langfristig dominieren wird.
Ein zentraler Schritt war die Rückeroberung von Luceria, einer Schlüsselstadt in Apulien. Luceria war nicht nur militärisch bedeutsam, sondern auch symbolisch: Sie galt als Stützpunkt samnitischer Macht und als Zeichen römischer Schwäche nach Caudium. 320 v. Chr. zogen die Konsuln der plebejer Quintus Publilius Philo und Lucius Papirius Cursor mit getrennten Heeren nach Apulien. Interessant ist das Quintus Publilius einen griechischen Beinamen führt “Philo”.Lucius Papirius Cursor galt als der Stargeneral der Römer, so lässt Livius ausrichten, wenn in dieser Zeit Alexander der Große der nur einige Jahre zuvor bei 333 v Chr die Perser schlug, danach sein Heer gegen Rom gewandt hätte, würde er bei Cursor auf einen unbesiegbaren Gegner stoßen.Sein Beiname Cursor bedeutet „Der Läufer“ - wie der Cursor beim Computer -, da er in der Lage war, täglich über 50 römische Meilen in voller Marschordnung zurückzulegen und dasselbe von seinen Soldaten verlangte.
Der unmittelbare Auslöser des Krieges war der Hilferuf der kampanischen Metropole Capua, die sich 343 v. Chr. an Rom wandte, nachdem sie sich militärisch nicht länger gegen samnitische Übergriffe behaupten konnte. Capua ungefähr 190 km etwa 2 Autostunden in Richtung Süden an der Küste zum Tyrrhenischen Meer, heute praktisch eine nördliche Vorstadt von Neapel. Capua war in der späten Republik eine der reichsten Städte Italiens und berühmt für ihre Gladiatorenschulen. Die Stadt beherbergte das Größte und Härteste dieser Trainingslager: die Ludus Magnus bzw. Ludus Lentulus Batiatus, wo Hunderte Gladiatoren – meist Kriegsgefangene oder Sklaven – für den Kampf ausgebildet wurden.
Die bekannteste Episode der frühen Karriere des Valerius wird von Livius (VII, 26–27) in epischer Breite erzählt: Vor Beginn einer Schlacht soll ein außergewöhnlich großer gallischer Krieger aus der gegnerischen Front hervorgetreten sein und die römischen Linien zu einem Zweikampf Mann gegen Mann herausgefordert haben.Valerius – jung, ehrgeizig, aus vornehmer Familie – habe daraufhin beim Konsul um Erlaubnis gebeten, die Herausforderung anzunehmen. Als der Zweikampf begann, habe sich ein Rabe (corvus) auf dem Helm des Valerius niedergelassen und den Gallier durch wiederholte Sturzflüge und Kratzbewegungen am Gesicht irritiert. In diesem Moment der Ablenkung gelang Valerius ein tödlicher Hieb. Er tötete den Gallier, was der römischen Armee moralischen Auftrieb verlieh und unmittelbar zur Flucht der gallischen Streitkräfte führte.
Die Gallier (Senonen) drangen aus Norditalien über die Alpen vor und besiegten das römische Heer an der Allia (nördlich von Rom) im Jahr 390 v. Chr. (nach römischer Zeitrechnung, wahrscheinlich 387).Rom wurde geplündert und niedergebrannt – der berühmte „Galliersturm“ oder clades Gallica.Nur die Burg des Kapitols hielt stand; der Legende nach wurden die Römer dort von heiligen Gänsen vor einem nächtlichen Angriff gewarnt.Schließlich einigte sich Rom mit Brennus auf ein Lösegeld in Gold. Der Anführer soll beim Abwiegen der Beute den legendären Satz gesagt haben: „Vae victis!“ – „Wehe den Besiegten!“
Das Volk stimmte schließlich für die Absetzung des Königs und die Verbannung der gesamten königlichen Familie.Die Anführer des Aufstands standen in engem Verwandtschaftsverhältnis zum Herrscherhaus: Brutus war der Neffe des Königs, Lucius Tarquinius Collatinus dessen Vetter. Tarquinius Superbus selbst befand sich zu jener Zeit im Kriegslager bei Ardea. Als ihn die Nachricht vom Staatsstreich erreichte, eilte er sofort nach Rom zurück – doch die Tore der Stadt blieben ihm verschlossen. Währenddessen hatten die Verschwörer auch das Heer auf ihre Seite gezogen und die Söhne des Königs aus der Stadt vertrieben.So blieb Tarquinius Superbus nichts anderes übrig, als mit seiner Familie ins Exil zu fliehen – und mit ihm endete die römische Monarchie.
Nach der Überlieferung regierte er von etwa 535 bis 510 oder 509 v. Chr., bevor mit seinem Sturz die Römische Republik begann. Er war, wie sein Vorgänger Tarquinius Priscus, etruskischer Herkunft und soll durch die Ermordung seines Vorgängers Servius Tullius an die Macht gelangt sein.Die römischen Historiker zeichnen ihn natürlich in der Retrospektive zurückschauend vor allem als unpopulären, herrschsüchtigen Monarchen: Gesetze, die ihm nicht passten, ließ er aufheben, hohe Ämter vergab er an Freunde und Gefolgsleute statt an verdiente Bürger.  Tarquinius wurde nachträglich zur negativen Projektionsfigur stilisiert – ähnlich wie Nebukadnezar oder Herodes in der Bibel. Wenn man aber die Fakten hinter dem moralischen Urteil betrachtet, zeigen sich auch stabilisierende, staatsbildende und kulturell produktive Aspekte seiner Herrschaft.
Aber es gibt noch eine völlig andere Abstammungstheorie, die etruskische:Kaiser Claudius der um 50 n.Chr, also eine Generation nach Livius, lebte und regierte, war ein Kenner der Etrusker, es soll ja familiäre Bande zu den Etruskern gegeben haben, ja er solle selber etruskischer Herkunft sein, gehört zu den Spekulationen. Er beherrschte auch ihre Sprache und schrieb ein ausführliches Werk. Seiner Theorie nach, war Servius Tullius ein Etrusker, der ursprünglich Mastarna, Maxtarna hieß. Kaiser Claudius erwähnte sie in einer Rede vor dem Senat und sprach von den „Abenteuern“ des Caelius Vibenna und seines Gefährten Mastarna – den Claudius mit Servius Tullius, dem späteren römischen König, gleichsetzte. Nach Claudius’ Darstellung verließ Mastarna Etrurien mit den verbliebenen Truppen des Caelius und ließ sich auf einem der Hügel Roms nieder – dem später sogenannten Caelius-Hügel, der seinen Namen zu Ehren Vibenna erhielt.Man bezeichnete ihn auch als magister populi eine Art oberster Herrführer, der den König vertritt. Servius, aber auch sein Vorgänger, beide Etrusker wären solche gewesen. Sein Name wird auch in erster Linie mit der Modernisierung der Legion in Zusammenhang gebracht, was gut passen würde zur Theorie, dass er selber ein Mann des Militär war.
Dass am Ende der Königszeit die Etrusker die Herrschaft über die Stadt gewannen, dürfte auf einen historischen Kern zurückgehen. Ob dies tatsächlich in der Form geschah, daß ein Etrusker aus der Stadt Tarquinii zum König erhoben wurde, oder ob die Stadt Tarquinii eine territoriale Expansion, Vorherrschaft über Rom errang, bleibt unklar. Mommsen ist gegen die Annahme der territorialen Herrschaft der Etrusker.
Seine Herrschaft verband zwei Elemente, die Rom prägen sollten: die Frömmigkeit Numas und die kriegerische Energie Romulus’. Gleich zu Beginn seiner Regierungszeit ordnete er an, die religiösen Vorschriften seines Großvaters öffentlich auf hölzernen Tafeln bekannt zu machen, damit die Riten nicht mehr in Vergessenheit geraten konnten. Doch das sollte nicht reichen, er kann mehr, so konstruierte man den ganzheitlicheren, Ancus nicht nur ein Bewahrer der Religion, sondern auch ein fleißiger Kriegsherr.
Die vielleicht berühmteste Episode aus der Zeit Tullus’ ist der Konflikt mit Alba Longa, der Nachbarstadt, die sich als Erbe der trojanischen Traditionen betrachtete und zu den zentralen Städten des latinen Bündnissystems gehörte. Nach den Quellen entzündete sich ein Krieg aus wiederholten Grenz- und Viehdiebstählen. Tullus soll die Auseinandersetzung genutzt haben, um die Vormacht Roms zu behaupten.
Manche antiken Autoren sahen in dieser Herkunft eine bewusste politische Symbolik: Während Romulus die lateinisch-römische Linie repräsentierte, verkörperte Numa das sabinische Element der frühen Stadt. Somit spiegelte seine Wahl zum König die Einheit der verschiedenen ethnischen Gruppen wider, die Rom konstituierten.Interessant ist zudem die genealogische Konstruktion, die in späterer Zeit aufkam: Man betrachtete Numa als Schwiegersohn oder zumindest in enger Verbindung zur legendären Gestalt Titus Tatius, des sabinischen Mitkönigs von Romulus. Auf diese Weise wurde Numa in die Frühgeschichte Roms integriert, indem seine Herkunft sowohl Sabinern als auch Römern Legitimität verschaffte.
Die Gestalt des Romulus nimmt in der römischen Überlieferung eine herausragende und zugleich ambivalente Stellung ein. Als mythischer Gründer Roms und erster König (rex) fungiert er nicht nur als identitätsstiftende Figur der römischen Frühzeit, sondern auch als symbolischer Ursprung politischer, religiöser und militärischer Institutionen, die die römische Gesellschaft über Jahrhunderte prägen sollten. 
Heute will ich auch weiter über Parallelen und Gründe für diesen mythologischen Hintergrund der frühen römischen Geschichte nachdenken. Wir haben über das griechische Vorbild gesprochen. Man könnte über zwei Ansätze nachdenken, der eine jede Kultur hat sich seine eigenen Legenden und Glaubensvorstellungen selber entwickelt, z.B. das Alte Testament der Juden und ihre Geschichte des auserwählten Volkes oder wir haben es mit einer Quelle zu tun die kopiert und angepasst wurde an eigene Vorstellungen. Es gäbe dann auf der Welt verschiedene kulturelle Brennpunkte, für unseren Kulturraum, wäre es Mesopotamien und Ostanatolien, als älteste dokumentierte Kultur, Ägypten ist ein wenig jünger. In anderen Teilen der Welt gäbe es dann andere Zentren, und bekanntlich haben die Menschen in Indien, China und Japan andere Vorstellungen.Speziell die jüdische Geschichte und das Christentum zeigen erwähnenswerte Parallelen zu der Romulus und Remus Legende der Römer.  
Die menschliche Natur ist halt eine solche, dass der Konkurrenzkampf wenn es um Macht und Ehre und Stellung, Ansehen geht ohne Bandagen ausgeführt wird und man feste Regeln braucht. So wurde über die gesamte Zeit der Republik an diesen Regeln und Überwachungsmechanismen gearbeitet, das gleiche Problem kannte auch die Athener Demokratie, wo ebenfalls viele Regeln eingeführt wurden z.B. die Wahlen betreffend, damit diese “demokratisch” ablaufen ohne Bestechung u.ä.
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