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Author: Cora und Shake

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Rock’n’Roll, Heavy Metal, Kultur und das Leben! Der fetzige Podcast mit Cora und Shake
24 Episodes
Reverse
Aufgewachsen in den Zeiten der Segregation, aus einem armen, gewalttätigen Elternhaus stammend, wird die junge Anna Mae Bullock Ende der 50er Jahre Frontfrau der R’n’B-Kombo Ike Turner & The Kings Of Rhythm aus St. Louis. Ihr Chef und baldiger Ehemann Ike Turner verspricht, sich gut um die junge Sängerin zu kümmern, doch dieses Versprechen wird er schon bald in tausend Splitter zerbrechen. Die Beziehung zwischen Ike und – wie er "seine" Schöpfung nennen wird – Tina Turner eskaliert. Ike peitscht seine Frau unter unmenschlichen Bedingungen auf die Bühne und wendet regelmäßig Gewalt an. Mit seinem Terror will er sie kleinhalten. Doch Tina schafft es irgendwann, ihre Flügel zu breiten und flieht. 1976 lässt sie sich scheiden und gibt Ike alles, nur eines nicht: Ihren Namen. Diesen Namen, den Svengali Ike ihr verpasst hat, der sie als sein Produkt markiert. Tina Turner macht ihn sich zu eigen und wird Mitte der 80er Jahre mit ihrer Solokarriere zum unsterblichen Weltstar, Ike hingegen zu einer unwichtigen Randnotiz. In unserer neuen Folge beleuchten wir das unfassbare Leben von Tina Turner, die nicht nur “einfach” eine “starke” Frau war. Tina Turner war eine Überlebende. Ein Phönix aus der Asche. Die Queen of Rock’n’Roll. Eine Superheldin. TRIGGERWARNUNG: In dieser Folge geht es um Rassismus und häusliche Gewalt.
Jennifer Batten ist 8, braunhaarig und bebrillt, als sie beginnt, E-Gitarre zu spielen. 20 Jahre später ist sie mit dem “King of Pop” Michael Jackson auf der zu diesem Zeitpunkt größten Tour der Welt, in Szene gesetzt als Heavy Metal Maniac mit “Rock’n’Roll-Snarl” und platinblonder Steckdosenfrisur. Mit ihrer Interpretation der Solos von Songs wie “Beat It” oder “Dirty Diana” wird sie populär, und auch durch die Zusammenarbeit mit ihrem Kindheitsidol Jeff Beck macht sie sich einen Namen. Dass Jennifer Batten jedoch auch eine absolute Koryphäe im sogenannten “Two Handed Tapping” ist, darüber Bücher veröffentlicht hat und am renommierten Musicians Institute in Hollywood lehrte, ist weniger bekannt. Und ganz generell stellen wir uns mal wieder die Frage, warum in aller Welt diese Frau nicht in der gleichen Riege wie ihre zeitgenössischen Shredder-Peers steht. Fakt ist: Jennifer Batten lebt bis heute das Gitarrespielen mit jeder Faser ihres Körpers, immer und überall.
Die Zeiten sind schlecht und werden gefühlt immer schlechter. Eine schreckliche Nachricht jagt die nächste, Social Media verdichtet sich zu einem alles verschlingenden Rabbit Hole, Wut, Hetze und Ausgrenzung stehen an der Tagesordnung. Um euch und uns selbst Mut zuzusprechen, erzählen wir in dieser Episode die Geschichte einer mehr als mutigen Frau, die seit jeher für ihre Ideale einsteht und Musik mit Aktivismus verbindet. Joan Baez war und ist eine großartige Folksängerin und so vieles mehr: Sie sang das Mut machende “We Shall Overcome” beim historischen Civil Rights March, sie predigte bei Woodstock, kritisierte die DDR während eines DDR-Besuchs, sang während des Krieges in Sarajevo. Joan Baez ist heute 85 Jahre alt. Sie setzt sich seit Jahrzehnten für die Rechte der Entrechteten ein und gibt Menschen, die nicht gehört werden, eine Stimme. Wir blicken auf das Leben dieser außergewöhnlichen Künstlerin, beleuchten, warum sie neben dem Titel “das Gewissen einer ganzen Generation” auch den Beinamen “barfüßige Madonna” erhielt und wieso sie ihre Beziehung zu Bob Dylan beendete. (zu Recht vor allem!!)
Folge 18: Teddy Girls

Folge 18: Teddy Girls

2026-01-2601:20:56

Softdrinks, Kino, Magazine und vor allem Rock’N’Roll: Im London der 50er Jahre formt sich die erste Teenage Rock Rebellion Europas. Geprägt wird diese von den Teds, rüpelnden, an Straßenecken herumlungernden und rauchenden Jugendlichen aus der Arbeiterklasse. Die Nachbarschaft ist besorgt. Dabei kleiden sich diese jungen Menschen alles andere als unschick: Mit aus mehreren Arbeitslöhnen zusammengesparten “Drape Suits” und sorgfältig gegelten Frisuren beweisen die Jugendlichen eine Stilsicherheit, die sich definitiv über die der Elterngeneration hinwegsetzt. Der “Edwardian Style” wird zum Erkennungsmerkmal einer ganzen Jugendbewegung. Deren integraler Bestandteil sind die “Teddy Girls”, die in den Augen von Presse und Eltern noch verlotterter sind als ihre männlichen Peers. Sie rauchen, sie organisieren sich in Girlgangs, sie tragen Männerkleidung und -frisuren, sie stacheln Faustkämpfe an und tragen Klappmesser. Vor allem aber sind sie nicht zuhause. Sie bilden ihre Identität nicht am heimischen Herd, sondern entfalten sich wie Phönixe aus der Asche des Kriegsschutts. Ein Blick in einen nahezu vergessenen Mikroorganismus.
In den 60er Jahren etabliert sich in der BRD langsam der Popmusikjournalismus. Irgendwo zwischen amerikanischen Vorbildern, eigener Sprache und einer starken Jugendkultur schraubt sich ein neuer Sprachduktus, eine neue Branche an die Oberfläche und bricht die Hegemonie der sogenannten "Hochkultur" langsam auf. Mitten drin: Eine junge Allgäuerin, die sich ihren Platz in dieser Branche von München aus erarbeitet. Ingeborg Schober war die erste (Pop-)Musikjournalistin der Bundesrepublik, sie schrieb für "Hit", "Sounds", die "Bravo", den "Musikexpress", die "SZ", arbeitete später auch in der Musikredaktion des Bayerischen Rundfunks. Sie interviewte Jim Morrison, Stephen Stills, freundete sich mit Christine McVie an, war clevere Beobachterin des Zeitgeschehens wie z.B. der Krautrockszene um Amon Düül II. Ihre Stärke waren der Kontext, die Kunst der klugen Einordnung, die eigene Mitgestaltung der Szene, unterhaltsames Storytelling und ein ehrlicher, aber respektvoller Tonfall. Sie behauptete sich im Haifischbecken der Musiknerds, ist heute aber – leider – in Vergessenheit geraten. Wir blicken in unserer ersten Episode im Jahr 2026 auf Ingeborgs Schaffen, den Musikjournalismus damals und heute, sprechen über Lester Bangs und Cameron Crowe. Und natürlich gibt's auch wieder persönliche, manchmal ambivalente Gedankenströme und einen saftigen KI-Rant, eh klar. Welcome back bei schneeweiss & rosenrot!
Musik machen, einfach nur Musik machen – das war schon immer ihr innerster Antrieb. Erst auf der Querflöte, dann sollte es rocken. Mit 14 wollte sie wie John Frusciante spielen, dann Paul Kosoff sein. Autodidaktisch bringt sich die junge Francis das Gitarrespielen bei, erst auf einer alten Akustik-Klampfe vom Dachboden, dann auf einer selbst zusammengesparten SG für 190 Euro. Irgendwo auf ihrem Lebensweg zwischen 7 und 18 Jahren findet sie dank Madonnas “Papa Don’t Preach” ihre Stimme wieder. Und wer sie schon einmal singen gehört hat, kann nur sagen: Gott sei Dank, Hallelujah! Im Interview mit Shake erzählt die Multiinstrumentalistin und Sängerin von ihrem musikalischen Werdegang, wie sie während des Studiums durch eine Zeitungsannonce zu ihrer Band Wucan fand und wie sie heute mit den Anforderungen des Musikbiz’ umgeht. Wir sprechen über den Druck von Schönheitsidealen, Hürden beim Solieren, Lieblingserinnerungen, Zwiebelhonig mit Knoblauch und darüber, warum Francis als Kind Heulkrämpfe beim Song “Fade To Grey” bekam.
Folge 16: Metalhead

Folge 16: Metalhead

2025-12-0101:53:08

Was bedeutet Musik für uns? Ist sie eine Flucht? Ein Ventil? Ein Stimmungsaufheller? Ein Therapeutikum, vielleicht das einzige, das wirklich hilft? Wir tauchen ein in das Island der 90er, kurz bevor am anderen Ende des europäischen Nordmeers in Norwegen die Kirchen brennen. Die 21-jährige Hera Karlsdóttir ist dem Heavy Metal verfallen. Bands wie JUDAS PRIEST, SAVATAGE und LIZZY BORDEN drücken das aus, was Hera fühlt, aber nicht sagen kann. Helfen ihr, die Trauer über den Unfalltod ihres geliebten Bruders zu bewältigen und über sich selbst hinauszuwachsen. Metal steht für Mut, stolzes Outsidertum und vor allem Treue zu sich selbst. Das Überwerfen der Lederjacke: wie Heimkommen. Immer wieder aufbegehren, anders sein, kreativ sein: ein probates Mittel gegen die "Erwachsenenfalle". Cora und Shake tauschen sich über das aus, was ihnen am wichtigsten ist: die Musik, und was sie mit und aus einem macht. Außerdem diskutieren die beiden über das bairische Partizip Perfekt von "schneien" und outen sich als Pferde- und Steinkennerinnen. Jetzt überall, wo es Podcasts gibt. @bragasonragnar #metalhead #bragasonragnar #heavymetal #judaspriest #savatage #lizzyborden #musikpodcast #island #schneeweissundrosenrot #popkultur #corpsepaint #lederjacke
Das Wiener Institut für Strauss-Forschung sagt zwar nein, aber “Hurricane” Nita Strauss ist trotzdem überzeugt davon, väterlicherseits mit Johann Strauss II. – dem großen Walzerkönig – verwandt zu sein. So oder so, musikalisch sind beide, das muss man ihnen lassen. Doch statt Walzer hörte die junge Nita lieber melodischen Death Metal. Und verliebte sich als Teenager Hals über Kopf in das Gitarrenspiel von Steve Vai. Seitdem übte sie sich die Finger wund und wurde selbst zum Gitarrenwunder. Schließlich gibt es nicht viele Gitarristinnen, die im kollektiven Musikgedächtnis Fuß fassen konnten. Nita ist das gelungen und noch vieles mehr. Sie tourt mit Alice Cooper, hat als erste Künstlerin ihr eigenes Ibanez-Signature-Modell erhalten und stand natürlich schon mit ihrem Idol Steve Vai auf der Bühne. Weitere Themen in dieser Folge: Was befindet sich in unserem musikalischen Medizinschrank? Wie kauzig ist Ritchie Blackmore? Sind die Maiden-Alben mit Blaze Bailey okay? Sollte Cora bei Ghost Saxofon spielen? Fasten für besseres Solieren? Außerdem dabei: Ein good old Shake-Rant! Hört doch mal rein. Überall, wo es Podcasts gibt.
Triggerwarnung: in dieser Episode wird das Thema Suizid besprochen. Wendy Orlean Williams wurde im Mai 1949 geboren. Sie war ein “schüchternes und hübsches Mädchen, eine durchschnittliche Schülerin, die in der Schulband spielte (und) auf ihre Frisur und Kleidung achtete.” Und dann das: Kontakt mit dem Gesetz wegen öffentlichem Nacktsonnenbadens, Highschoolabbruch, nach Colorado getrampt und sich mit gehäkelten Stringbikinis über Wasser gehalten, dann nach Europa, wegen Ladendiebstahls und Falschgeldbesitzes hochgenommen, zurück in New York Teil des “Captain Kink’s Theatre” (der Name war Programm), schließlich Wendys künstlerischer Durchbruch als Sängerin der Punkrockband PLASMATICS. Von dort aus ging es rund um den Globus. Fernseher wurden auf der Bühne zerstört, Autos in die Luft gejagt und E-Gitarren zersägt, und, als quasi-obligatorischer Teil der Bühnenshow, der regelmäßige “Kontakt” mit den Behörden wegen einer zu freizügigen Performanz vonseiten Wendys. Ein intensiver Einblick in das atemlose, adrenalingeladene, tragische Leben einer völlig zu unrecht vergessenen Ikone des Heavy Metal. Hilfe bei Suizidgedanken: Telefonseelsorge Deutschland: 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222 - rund um die Uhr, anonym und kostenfrei. #schneeweissundrosenrot #musikpodcast #wendyowilliams #wow #plasmatics #queenofshockrock #punkrock #heavymetal #musikgeschichte
Folge 13: Fliegende Lesben

Folge 13: Fliegende Lesben

2025-10-2001:25:41

Triggerwarnung: In dieser Episode wird das Thema Schwangerschaftsabbruch besprochen. Wir befinden uns in den 70er Jahren in der BRD. Europaweit schließen sich Frauen zusammen, um für ihre Selbstbestimmung auf die Straße zu gehen. Der Paragraph 218 des Strafgesetzbuches ist Ausgangspunkt für eine immer stärker werdende Bewegung. Es gibt Demonstrationen, Diskussionsrunde, Festivals, Feten – von Frauen für Frauen. In dieser spannenden Zeit gründen sich Mitte der 70er Jahre The Flying Lesbians, eine Band, die ein neues Paralleluniversum für Frauen aufspannen möchte. Auch in der Musik. Eine Band, die gegen die “phallokratische” Ausrichtung des Rock’n’Roll wettert. Und alleine dieser Ausdruck erhält von Shake natürlich 5 von 5 Partylöwen – eh klar. Ist die Frauenbewegung gescheitert? Wie wären wir in einer Welt ohne Männer? Wir gehen voll rein mit der Amazonenaxt und stellen Fragen, die uns an den Rande unserer geistigen Kapazität bringen. Fliegt doch ein Stück mit uns und lasst uns gemeinsam den Matriarchats-Blues singen! Checkt gerne die Website der Flying Lesbians: www.flying-lesbians.de/ Hilfetelefon „Schwangere in Not“: Anonym, kostenlos und rund um die Uhr erreichbar unter 0800404002
Frauen sind bis heute Randnotizen in der Geschichte des Rock. Doch laut Autorin Susan Fast ist dieses Problem hausgemacht. Indem wir Frauen im Rock ständig als Ausnahmen benennen, marginalisieren wir sie. In ihrem Aufsatz “Girls: Rock Your Boys! The Continuing Non-History of Women in Rock Music” (2009) fordert die Kanadierin ein radikales Umdenken des Rockmusik-Diskurses. Frauen sollen nicht zwanghaft in die von Männern dominierte Geschichte des Rock “integriert” werden. Dafür muss diese komplett neu geschrieben werden, und zwar diesmal mit Pionierinnen, die vor siebzig Jahren noch zu rebellisch waren, zu anders, zu queer, um von der Gesellschaft akzeptiert zu werden. Und heute? Was bedeutet Subversion in unserer heutigen Zeit? Wie kann man es einer Szene, die vormals gegen die Elterngeneration rebellierte und heutzutage vor allem aus weißen, heterosexuellen, gutsituierten männlichen Boomern besteht, noch richtig ungemütlich machen? Das alles und noch viel mehr diskutieren Cora und Shake in dieser sehr persönlichen, sehr ehrlichen und wie immer fetzigen Folge.
Folge 11: Hexe, Hexe!

Folge 11: Hexe, Hexe!

2025-09-2201:28:12

“Es ist eine sehr große Häresie, nicht an das Wirken von Hexen zu glauben”, so steht es im schrecklichen Hexenhammer (1487) geschrieben. Shake hatte es ja noch nie so recht mit dem Übernatürlichen, der Esoterik und der Spiritualität – auch mit der Religion hält sie’s eher so Heinrich- und weniger Gretchen-mäßig. Doch ein Gespräch hat ihren säkularen Geist vor einigen Jahren ins Wanken gebracht. Eins mit Jinx Dawson, der Gründerin und Frontfrau der Okkult-Rockband Coven. 1969, nach ihrem Debüt WITCHCRAFT DESTROYS MINDS AND REAPS SOULS, wurde die Gruppe von der Öffentlichkeit gefürchtet. Das Album wurde aus den Regalen verbannt, Coven unter den Tisch gekehrt. Die Zeit der Manson-Morde, das Ende des Hippie-Traums, eine erste Satanic Panic – all dies verhinderte den Erfolg dieser ersten durch und durch okkulten Rockband und untergrub die Stellung von Pionierin Jinx Dawson. Vielleicht waren ihre Tanten daran schuld, so spekulierte selbige in besagtem Interview. Die seien nämlich Mitglieder eines alten Druiden-Ordens gewesen und folgten – genau wie Jinx selbst – dem Pfad zur linken Hand.. Zurrt eure Gurte fest für diese teuflisch gute Folge voller Magick!
Am 23. Juli 1984 treffen im “Brawl To End It All” drei Frauen aufeinander, die Wrestling-Geschichte schreiben. MTV überträgt an diesem Abend das erste Mal eine Wrestling-Veranstaltung live und sprengt damit seine bis dahin gezählten Sendequoten. Durch die Lautsprecher des Madison Square Gardens dröhnt Cyndi Laupers “Girls Just Wanna Have Fun”. Wendi Richter, selbstbetitelt “150 pounds of steel and sex appeal” tritt in den Ring und steht der 61-jährigen Wrestlinglegende The Fabulous Moolah gegenüber. Dass Richter Moolah besiegt und damit deren 28-jährigen Championship-Titel bricht, ist beinahe nebensächlich. Viel aufsehenerregender ist, dass keine andere als Cyndi Lauper bei der ganzen Show als Managerin von Wendi Richter mitmischt und dem Wrestling der 80er im Zuge der “Rock’N’Wrestling Connection” den bunten Anstrich verleiht, den es den Rest dieses Jahrzehnts behalten wird. Dass hinter der Glitzerfassade des World Wrestling Entertainment vieles doch nicht so bunt war, muss Wendi Richter ein Jahr später im “Original Screwjob” bitter feststellen. Ein Blick in eine Welt, die geprägt ist von Widersprüchen und Intrigen, in der Drama Money ist und die Wirklichkeit nur relativ.
Ein Jahr nach Kriegsende wird Ursula Obermaier geboren. Uschi, wie man sie vor allem nennt, wächst in Sendling auf. Und merkt schnell, dass ihr der kleinbürgerliche Mief die Luft zum Atmen nimmt. Sie will die Flügel spreizen und in die große, weite Welt aufbrechen. Will Abenteuer, Lifestyle und Rock’n’Roll erleben. Ihre Ausstrahlung und ihr Aussehen werden zu ihrem One-Way-Ticket in die Freiheit. Uschi wird das bestbezahlte Fotomodell Deutschlands, zur Ikone einer Generation, zum Postergesicht der europäischen Counterculture und 68er-Bewegung. Ihre großen Lieben hießen Rainer Langhans, Keith Richards und Dieter Bockhorn. Heute lebt sie zufrieden mit ihren Hunden in Portugal. Ohne Männer. In der neuen Folge von s&r sprechen wir über die fast unglaubliche Geschichte einer Frau, die viele “zähmen” wollten – mit all den Ambivalenzen, die dieses Wort in sich trägt. Außerdem erinnert sich Shake an eine kurze Begegnung mit Uschi Obermaier, die ihren forever-crush ein weiteres Mal verstärkt hat. Obacht: In dieser Folge herrscht Fangirl-Alarm.
Folge 8: Die Acid Queen

Folge 8: Die Acid Queen

2025-08-1101:33:33

Rosemary Woodruff ist die Tochter eines Magiers. Später, als junge Erwachsene, als Beatnik-Chick im jazzgetränkten New York von 1965, wird sie sich in einen anderen Magier verlieben. Oder, um mit Richard Nixon zu sprechen in “den gefährlichsten Mann Amerikas”, der Jugendliche dazu bringt, aus Fenstern in den Tod zu springen und in den Augen des Präsidenten kurz davor ist, eine Massenpsychose loszutreten: Timothy Leary, ehemaliger Harvard-Professor und von der aufkommenden Gegenkultur gefeierter LSD-Prophet. Rosemary Woodruff wird über zweihundert Acid-Trips mit ihm durchleben. Und dafür sorgen, dass Timothys Villa in Millbrook zum Dreh- und Angelpunkt der aufkommenden Hippie- und LSD-Szene wird. Doch nicht nur das: Sie editiert Timothys Schriften und hilft ihm zusammen mit der linksradikalen Gruppe Weathermen dabei, aus dem kalifornischen Folsom State Prison zu fliehen und mit ihm unterzutauchen. Rosemary und Timothy führten eine revolutionäre Beziehung, und doch entsprachen sie trotz ihrer psychedelischen Reise zeitgenössischen Rollenbildern mehr, als ihnen bewusst war. Ein Versuch der Einordnung. Außerdem: Shake und Cora plaudern aus ihren eigenen psychedelisch-spirituellen Nähkästchen und erörtern, welcher Enzymgehalt bei fußgestampftem Sauerkraut wohl am bekömmlichsten für die Darmflora ist.
Obacht, Shake is pis*ed! Und ein bisschen im Ragemode. Ob man in so einem Zustand einen Podcast aufnehmen sollte, ist fraglich, aber Cora ist ja auch noch da zum Beruhigen. Wir gehen gemeinsam rein in die Thematik und skizzieren unsere Gefühle zu einem unangenehmen Thema im Rock und Heavy Metal. Es geht um Sexismus, der einem als weiblich gelesener Person in der Szene leider oft begegnet. Vor, auf und hinter der Bühne. Und hinter den Kulissen, wie vor allem Shake als Musikjournalistin, Promoterin und Musiktausendsassa weiß. Vor kurzem hatte sie wieder eine Begegnung der etwas anderen Art und diskutiert dieses Vorkommnis mit Cora. Am Ende bleibt diese eine und alles offenbarende Frage, die Nigel Tufnel in "This Is Spinal Tap" stellt: "What's wrong with being sexy?" Wir versuchen's mal mit einem Erklärungsversuch... TRIGGERWARNUNG: In dieser Folge wird Se*ismus und Gewalt gegen Frauen thematisiert.
Folge 6: Die Queen of Metal

Folge 6: Die Queen of Metal

2025-07-1401:31:35

“All we are”: keine andere weibliche Stimme prägte, formte und zementierte Heavy Metal wie die von Doro Pesch. Als erste Frau überhaupt stand sie mit ihrer Band Warlock 1986 auf dem legendären “Monsters Of Rock”-Festival in Donington auf der Bühne. Doro war eine maßgebliche Triebkraft für die Etablierung des weiblichen Gesangs im Heavy Metal. Doch nicht nur ihr gesangliches Können, sondern vor allem auch ihr unnachgiebiger Optimismus, ihre Weltoffenheit und die Liebe zu ihren Fans brachten sie nach ganz oben. Trotz Spritztouren in den ZDF-Fernsehgarten und Kollaborationen mit Schlagerstars entbehrt Doro bis heute kein Fünkchen ihrer Heavy-Metal-Credibility: Sie ist und bleibt die “Queen of Metal”. Außerdem in dieser Folge: Shake und Cora sinnieren über die (Un-)möglichkeit von Nacktbandproben und ob diese mit einem Saunabesuch und einer Podcast-Recordingsession verbunden werden sollten (Reihenfolge noch unklar). Triggerwarnung: Zwischen Minute 40 und 45 wird Gewalt gegen Kinder thematisiert.
Wenn man die Worte “you ain’t nothing but a hounddog” hört, denkt man sofort an den King of Rock’n’Roll. An verheißungsvoll kreisende Hüften, Schmalzlocke und Schmollmund. An Elvis Presley eben. Doch wenige Jahre vor seinem Riesenhit war “Hounddog” eigentlich von einer anderen Person in einer etwas anderen Version veröffentlicht worden. Und diese Person war Big Mama Thornton, eine beeindruckende Sängerin, Schlagzeugerin und Mundharmonikaspielerin. Eine große, kräftige Frau, eine “Bärin mit Narben im Gesicht”, die sich allen Widrigkeiten zum Trotz durch das Musik-Biz gekämpft hat. Und in einem Strudel von Rassismus, Sexismus und Alkoholismus vom Rock’n’Roll geprellt wurde. Doch es gibt auch Lichtpunkte in dieser tragischen Geschichte. Einer davon hat mit Janis Joplin zu tun. Außerdem in dieser Folge zu hören: Shake beurteilt ihre Beziehungsfähigkeit in Schulnoten, Cora erzählt vom teuflischen Tourbier, es geht um the power of music und dann ist da natürlich noch der legendäre Gitarren-Hüft-Gurt, der auch in dieser Episode von s&r nicht fehlen darf! OBACHT: In dieser Folge werden Themen wie Rassismus, Sexismus und Alkoholsucht besprochen.
DEUTSCH: Im Februar und März 2025 war Cora für insgesamt 5 Wochen in 11 Ländern als Leadgitarristin für die österreichische Rockband VULVARINE auf Tour. Headliner waren die Schwedinnen THUNDERMOTHER, die ihr neues Album “Dirty & Divine” promoteten. Zweite Band im Vorprogramm waren COBRA SPELL aus Spanien. Zu dieser Zeit hatten wir diesen Podcast gerade erst aus der T(r)aufe gehoben und unsere allererste Folge veröffentlicht, in Coras Fall buchstäblich quasi direkt aus der Nightlinerschlafkoje heraus (und mit Shakes tatkräftiger virtueller Unterstützung) zu euch auf die Abspielgeräte. Und da man auf Tour ja manchmal unfassbar viel Zeit hat (und dann wieder doch nicht - Zeitverhältnisse laufen on the road nach ganz eigenen Gesetzen), hat es sich für Cora angeboten, ihr Mikrofon mitzunehmen und dieses Robin Frank (VULVARINE), Sonia Anubis (COBRA SPELL) und Filippa Nässil (THUNDERMOTHER) unter die Nase zu halten. Dabei entstanden wunderbar herzliche und ehrliche Gespräche über die Tour, aber auch das Leben der drei sehr unterschiedlichen Frauen im Allgemeinen. ENGLISH: In February and March 2025, Cora was on tour for a total of 5 weeks in 11 countries as lead guitarist for the Austrian rock band VULVARINE. The headliners were the Swedes THUNDERMOTHER, who were promoting their new album “Dirty & Divine”. Second band in the supporting program was COBRA SPELL from Spain. At that time, we had only just lifted this podcast out of the eaves and published our very first episode, in Cora's case literally straight from the nightliner bunk (and with Shake's active virtual support) to you on the playback devices. And since you sometimes have an incredible amount of time on tour (and then again you don't - time relations run according to their own laws on the road), it made sense for Cora to take her microphone with her and hold it under the noses of Robin Frank (VULVARINE), Sonia Anubis (COBRA SPELL) and Filippa Nässil (THUNDERMOTHER). This resulted in wonderfully warm and honest conversations about the tour, but also about the lives of the three very different women in general.
Folge 4: Valeria

Folge 4: Valeria

2025-06-0201:10:56

In dieser Folge sprechen Cora und Shake über die Frau, die letztlich für den Beginn dieses Podcasts verantwortlich war. Dabei gibt es sie gar nicht wirklich. Im 80er-Sword & Sorcery-Streifen “Conan der Barbar” schwingt sie ihr Schwert, erobert das Herz von Schwarzenegger-Conan und rettet ihm als Walküre sogar das Leben: Valeria, herausragend gespielt von Sandahl Bergman. Warum Frau Bergman für diesen Film vor allem von Frauen Fanpost erhielt und was Coras und Shakes Conan-Rezeption unterscheidet, erfahrt ihr in dieser Episode. Bekenntnisse über zeremonielle Manowar-Jahresabschlüsse und Imaginary Friends inklusive. Am Schluss stellt sich nur noch die Frage: “What is best in life?”
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