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KULTFILME
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Author: The St. George Herald
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© Montgomery Arnold
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Monty Arnold & Torben Sterner unternehmen einen hilfreichen Streifzug durch die Filmgeschichte, zunächst am Beispiel der Kultfilme – von „Metropolis“ (1927) bis „Pulp Fiction“ (1994). In der laufenden zweiten Staffel halten sie pro Folge einen Kultfilm-Azubi und einem Geheimtipp parat.
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In der ersten Folge der dritten Staffel unseres Podcasts sprechen wir künftig in loser Folge über Künstlerpersönlichkeiten, Kunstfiguren oder Kulturphänomene, die die Bezeichnung KULTFIGUREN verdient haben. Die 2. Staffel mit den KULTFILM AZUBIS geht indessen weiter.Hayao Miyazaki und das Ghibli-StudioGast: Franzi Blass Hayao Miyazaki wird von gern wahlweise als Kurosawa des Trickfilms oder als japanischer Disney betrachtet. Für „Toy Story“-Erfinder John Lasseter ist er der größte lebende Zeichentrickkünstler überhaupt, für die „Zeit“ „nicht nur der Kaiser, sondern auch der Narr, der voller Schalk auf den Kaiser blickt“. Miyazaki und sein Ghibli-Filmstudio verzaubern die Erwachsenen mit abgründigen, jugendlichen Helden – meistens Mädchen – und die Kinder damit, dass er sie als Publikum ernst nimmt. Beiden mutet er Botschaften wie diese zu: „Die Menschen sind hässlich, aber das Leben ist schön.“ Seine märchenhaften Filme bewahren und interpretieren die alte Kultur Japans, das sich einst im Rekordtempo industrialisierte und ebendiese Kultur abschaffte und zerstörte. Miyazaki hält Computerspiele für ein frustförderndes Medium und erlaubt deshalb keine Games mit seinen Figuren. Er sagt: „Kinder sollten so viel freie Zeit wie möglich damit zubringen, ihre reale Umwelt zu erkunden. Sie sollten also auch nicht zu viel ins Kino gehen. Wenn sie sich einen oder zwei meiner Filme anschauen, reicht das schon.“Diese beiden Filme werden näher in Augenschein genommen:NAUSICAÄ AUS DEM TAL DER WINDE / Kaze no Tani no Naushika Dystopischer Anime von 1984Nach einem verheerenden Krieg breitet sich das „Meer der Fäulnis“ über die Welt aus, ein giftiger Pilzwald. Nur im Tal der Winde können Menschen noch ohne Schutzmaske existieren. Prinzessin Nausicaä sieht ihre Heimat bedroht durch die Machtkämpfe kriegerischer Stämme, der Torumekia und der Pejite, die mit ihren fliegenden Kampfschiffen den Krieg auch in das grünte Tal tragen. Sie hat das Geheimnis des Pilzwaldes ergründet und begibt sich auf eine wichtige Mission, um ihr Volk zu retten ... Dieser Film brachte den Erfolg, der die Gründung des Studios Ghibli ermöglichte. DAS WANDELNDE SCHLOSS / Hauru no Ugoku Shiro Anime von 2004Sophie - ein Mauerblümchen, das mit Freizeit nichts anzufangen weiß - arbeitet als Hutmacherin im Geschäft ihres verstorbenen Vaters. Ihre flüchtige Begegnung mit dem Zauberer Hauro verändert ihr Leben auf vielfache Weise: sie verliebt sich in ihn und erregt damit die Eifersucht einer Hexe, die sie daraufhin mit einem Fluch belegt: Sophie steckt jetzt im Körper einer 90jährigen. Aus Scham über ihren Zustand flieht sie aus dem Ort und schlüpft im wandelnden Schloss des jungen Zauberers unter. Von ihm unerkannt verdingt sie sich dort als Putzfrau. Als der Krieg ausbricht, gerät ihr Leben abermals aus den Fugen …Nächste Woche: Das Leben des Brian und Der Omega Mann
Die Leute vom Rummel A) Freaks Amerikanisches Schauerdrama von 1932 Die Trapez-Artistin Cleopatra ist der Star eines Wanderzirkus. Fast noch größeres Publikumsinteresse erregen jedoch die „Freaks“ in der „Side-Show“: siamesische Zwillinge, kleinwüchsige oder von Geburt an entstellte Menschen. Einer aus ihrer Mitte, Hans, verliebt sich in die bildschöne Kollegin - und wird zu seiner Überraschung erhört. Doch Cleopatra heiratet ihn nur, um ihn umzubringen und seine Erbschaft einzusacken. Als man ihr auf die Schliche kommt, ist die Rache der Außenseiter grauenvoll. Tod Browning, wichtiger Regisseur des Stummfilm-Horrors, brach mit den Gesetzen dieses Genres, in das der Film noch immer gern und falsch einsortiert wird. Vor der Kamera agieren reale Vertreter der damals noch existierenden anrüchigen Kuriositätenshows, während sich die thematisch verwandte 4. Staffel der Serie „American Horror Story“ mit Maskierungen behelfen musste. MGM haderte mit der Vermarktung des humanen, aber bizarren Dramas. 30 Minuten wurden herausgeschnitten und weggeschmissen. Erst spät kam die Anerkennung für Brownings Film-Torso, noch später die deutsche Synchronfassung. Ausgerechnet der Krawallsender RTL gab sie 1992 in Auftrag - und begnügte sich mit einem lausigen Ergebnis. B) Funny Bones – Tödliche Scherze Britisch-amerikanische Komödie von 1995 Der junge Stand-Up-Comedian Tommy Fawkes scheitert in Las Vegas – auch weil ihm sein berühmter, wohlmeinender Vater George (Jerry Lewis in einer ernsten Rolle) die Schau stiehlt. George reist unter falschem Namen nach Blackpool, wo er die ersten sechs Jahre seines Lebens verbracht hat, und gibt sich als Konzertveranstalter aus. Er will die Varieté-Acts in dem heruntergekommenen Seebad studieren. Das Beste sieht er rein zufällig bei einem Theaterbesuch: den brillanten aber augenscheinlich minderbemittelten Komiker Jack Parker. Bald erfährt Tommy, dass ihn mit diesem ein übles Familiengeheimnis verbindet … Regisseur Peter Chelsom hatte mit seinem ersten Film „Hear My Song“ großen Erfolg. „Funny Bones“ war diesem zu nah und ging auch deswegen unter, obwohl er seinem prätentiösen, unbehauenen Vorgänger in jeder Hinsicht überlegen und so etwas wie dessen wirklich geglückter zweiter Anlauf ist. Beide Filme sind heute vergessen, doch immerhin der Titel des zweiten hat sich fachlich eingebürgert. Der Begriff „Funny Bones“ bezeichnet das genuin komische Talent, das nicht auf gutes Material angewiesen ist. Nächte Woche: die Kultfigur Hayao Miyazaki und seine Filme "Nausicaä aus dem Tal der Winde" und "Das wandelnde Schloss"
Ein neuer Tier- und Teenie-Horrorfilm steht bereit. Das Plakat lässt offen, wie groß der animalische Schurke tatsächlich ist. Er ist kleiner als man denkt. „Primate“ von Johannes Roberts Nach dem ersten Studienjahr am College besucht Lucy mit den Freunden Hannah, Kate und Nick ihren Vater in Hawaii, einen taubstummen Forscher mit luxuriösem Familienanwesen im Grünen. Zum Haushalt gehört auch der Schimpanse Ben. Als Vater Adam zur Buchmesse fährt, freuen sich die Kids auf sturmfreie Bude. Stattdessen bricht bei Ben die Tollwut aus, und er entwickelt sich zu einer mörderischen Bestie. Lucy und Co retten sich in den Pool, da Ben nicht schwimmen kann. Doch das verschafft ihnen nur eine kurze Galgenfrist, denn ihr Feind hat ja ein Primatenhirn …
Zu unserer Umfragehttps://forms.gle/Kve2azMeeemd9Bca7Heute ist gestern Heimlich, still und leise haben wir die Schallmauer zu unserer 100. Folge durchbrochen. Allen, die uns zuhören: vielen Dank! Wer Lust hat, eine kleine Umfrage zu unserem Podcast mitzumachen, findet diese in der Beschreibung. Heute geht es zweimal um Science-Fiction, und das ist ja bekanntlich ein Genre, das vor allem von der Gegenwart, von der Realität handelt. A) Zurück in die Zukunft / Back To The Future Amerikanische Sci-Fi-Komödie von 1985 Der kauzige Erfinder Doc Brown hat einen DeLorean-Wagen zur Zeitmaschine umgebaut. Als er diese seinem Freund, dem Vorstadt-Teenager Marty McFly, auf dem nächtlichen Rathausmarkt vorführt, wird er von den Terroristen erschossen, denen er den nötigen Treibstoff – das Plutonium – geklaut hat. Marty flieht mit dem Wagen und landet in der einprogrammierten Zeit: im 30 Jahre zurückliegenden 1955. Um seine Rückreise zu organisieren, sucht Marty den jungen Doc Brown im Ort auf. Der erklärt ihm, nur ein Blitzschlag böte genug Energie für dieses Unternehmen. Doch Marty hat noch ganz andere Sorgen: seine Mutter – ein süßer Teenager - verliebt sich in ihn und droht seinen späteren Vater zu verschmähen. Das würde Martys Existenz nachträglich auslöschen ... Mühelos trägt uns diese federleichte Klamotte über alle Paradoxien des Zeitreise-Sujets hinweg, was nicht zuletzt an den sympathischen Hauptfiguren liegt, die fortan an ihren Darstellern klebten: der ewige Teenager Michael J. Fox und der liebenswerteste Irre, der sich denken lässt: Christopher Lloyd. Eigentlich eine Teenie-Komödie, absorbierte „Back To The Future“ alle Zielgruppen in Reichweite und überzeugte auch folgende Generationen. Die Gewitternacht an der Rathaus-Uhr wurde zu einer der ikonischen Filmszenen schlechthin. Auch die beiden Fortsetzungen sind sehenswert. B) Star Trek VI: Das unentdeckte Land / Star Trek VI: The Undiscovered Country Amerikanischer Science-Fiction Film von 1992 Die Explosion des Mondes Praxis vernichtet die Energieversorgung der Klingonen. Anstatt seine alten Erzfeinde ihrem kläglichen Ende zu überlassen, muss ausgerechnet der pensionsreife Captain Kirk mit seiner Enterprise der klingonischen Delegation unter Kanzler Gorkon und General Chang das diplomatische Geleit geben. Als Gorkon nach einem gemeinsamen Bankett an Bord der Enterprise von Attentätern getötet wird, werden Kirk und Bordarzt Dr. McCoy in einem Schauprozess zu lebenslanger Lagerhaft auf einem vereisten Straf-Asteroiden verurteilt. Mr. Spock muss nun seine Freunde befreien und die wirklichen Mörder finden. Die Zeit ist knapp, denn die die Verschwörer planen bereits das nächste Attentat … Die geraden Nummern der Enterprise-Filme mit Captain Kirk & Co sind dufte, die ungeraden sind Gurken, lautet eine alte Weisheit der frühen Nerd-Kultur. In dieser kurzen Glanzliste wird „Star Trek VI“ zuletzt genannt, obwohl die humorvolle, aber niemals alberne Zeichnung der beliebten Charaktere, die Selbstironie der Inszenierung und die Balance, die diese mit den dramatischen Elementen hält, niemals sonst so gut gelungen sind. Die erste Generation des Star-Trek-Universums nimmt mit diesem Film ihren Abschied – spätere Gastauftritte nicht ausgeschlossen. Nächste Woche: Freaks und Funny Bones
Zu unserer Umfrage: https://forms.gle/Kve2azMeeemd9Bca7Die Bücher aus Joachim Meyerhoffs autobiografischer "Alle Toten fliegen hoch"-Reihe sind so erfolgreich, dass sie längst auch auf der Bühne stattfinden: mehrteilig gelesen vom Autor oder als Theater-Adaptionen. Der Film, um den es heute geht, ist nicht der erste, der darauf beruht. Meyerhoff – ursprünglich Schauspieler, inzwischen auch multimedialer Popstar – hat zuletzt mit „Man kann auch in die Höhe fallen“ seine kauzige, lebenskluge Mutter hochleben lassen. Im Kino kehren wir nun zu seinen Jahren als junger Künstler zurück. Ach, diese Lücke, diese entsetzliche LückeKomödie von Simon Verhoeven Der junge Joachim wird überraschend an einer renommierten Schauspielschule in München aufgenommen und zieht in die Villa seiner trinkfesten Großeltern Inge und Hermann mit ein. Seine Großmutter war selbst Schauspielerin und ist eine noch immer schillernde Diva, sein Großvater ist emeritierter Philosophieprofessor, folglich eine strenge und ehrwürdige Erscheinung. Ihre Tage sind durch abenteuerliche Rituale strukturiert. Zwischen diesen und der Schauspielausbildung sucht Joachim seinen Platz im Leben. Der Titel ist Goethes „Leiden des jungen Werther“ entlehnt und hat die charakteristische Länge einer Joachim-Meyerhoff-Überschrift. So erzählte „Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war“ von des Autors Kindheit auf dem Gelände einer Psychiatrie und der Freundschaft mit einigen der Insassen oder „Die Zweisamkeit der Einzelgänger“ von seinen Jahren als Schauspieler in der Provinz.
Tief unten im Finstern Zwei Filmemacher, die wegen ihrer rätselhaften Filmsprache entweder verehrt oder abgelehnt werden, liefern die beiden Programmpunkte unserer heutigen Präsentation. Mit dem kultigeren der beiden fangen wir an: David Lynch. Einen Film, der ihn über die Maßen beeinflusst hat, haben wir hier schon besprochen – und wurden uns nicht einig: „Carnival Of Souls“. Mal sehen, wie es uns mit diesem Hauptwerk des Meisters ergeht. A) Blue Velvet – Verbotene BlickeAmerikanischer Thriller von 1986 Unter der kitschig-heimeligen Oberfläche der Kleinstadt Lumberton tut sich ein Abgrund auf. Der Collegestudent Jeffrey wird durch einige Zufälle dazu verleitet, ihn aufzuspüren und in ihn hinabzusteigen. Da sind zum einen seine brave Zuneigung zur Polizistentochter Sandi und die Ermittlungsdetails, die sie zuhause aufgeschnappt hat; da ist seine Faszination für die Barsängerin Dorothy, die sich regelmäßig vom Sadisten Frank misshandeln lässt; und da ist der seltsame Gegenstand, der alles ins Rollen bringt: ein abgeschnittenes Ohr, das Jeffrey zufällig findet … Der Kult um den Regie-Surrealisten David Lynch ruht bis heute auf zwei Säulen: seine als bahnbrechend empfundene TV-Serie „Twin Peaks“ und der perverse Mystery-Thriller „Blue Velvet“. Beider Ereignisse sehen wir durch die staunenden Augen des Schauspielers Kyle MacLachlan, dessen zierlich-rosige Zurückhaltung alles Übrige nur umso alptraumhafter wirken lässt. Von einer nachvollziehbaren Handlung, wie sie in diesem Frühwerk noch anzutreffen ist, hat sich der Regisseur später zunehmend verabschiedet. B) ChachéFranzösisch-österreichisches Drama von 2005 Der Pariser Fernsehmoderator Georges Laurent und seine Frau Anne bekommen anonym Videocassetten zugeschickt, auf denen ihr Wohnhaus von gegenüber gefilmt wurde, stundenlange, ereignislose, unbewegte Aufnahmen. Einer Lieferung ist die Zeichnung eines Gesichtes beigelegt, das aus dem Mund blutet. Als auf einem weiteren Video der Gutshof zu sehen ist, auf dem Georges seine Kindheit verbracht hat, erinnert er sich an Majid, den er als algerisches Flüchtlingskind kennenlernte. Dass dieser heute durchaus ein Rachemotiv hätte, will Georges sich nicht eingestehen, weshalb er Anne nichts von seinem Verdacht erzählt. Sie erfährt doch davon – durch ein weiteres Video. Dann verschwindet Pierrot, der 12jährige Sohn der Laurents … Der österreichische Regisseur Michael Haneke brachte es mit verrätselten Filmen zwischen viel Berufserfahrung und dem Studium der Filmgeschichte einerseits und der Missachtung fast sämtlicher Hollywood-Sehgewohnheiten andererseits zu einer bemerkenswerten Karriere. Mit seinen preisgekrönten Alterswerken „Das weiße Band“ und „Liebe“ schaffte er es in der Publikumsgunst sogar bis an den äußersten Rand des Mainstreams.Nächste Woche: Zurück in die Zukunft und Star Trek VI: Das unentdeckte Land
Seit der Erfolg von „Knives Out“ zur Serie angewachsen ist, hat das uralte und irgendwie gemütliche Genre des Krimi-Kammerspiels, der Thriller in geschlossenen Räumen, wieder Konjunktur. Das passt prima zum Jubiläum der „Queen Of Crime“ Agatha Christie, das dieser Tage in den Mediatheken gefeiert wird. Aber ist der neueste Beitrag „The Housemaid“ auch so witzig wie diese Beispiele? The Housemaid - Wenn sie wüsste Thriller von Paul Feig Die 27-jährige Millie hofft nach der Entlassung aus dem Gefängnis als Hausmädchen bei einem wohlhabenden Ehepaar neu anzufangen. Doch schon bald merkt sie, dass sich hinter der Fassade aus Luxus und Eleganz eine dunkle Wahrheit verbirgt, die weitaus gefährlicher ist als ihre eigene. Ein verführerisches Spiel um Geheimnisse, Skandale und Macht beginnt… Sydney Sweeney und Amanda Seyfried spielen die Hauptrollen in dieser Verfilmung eines Bestsellers von Freida McFadden.
Die ganz große Zombiewelle ist im Abklingen, doch im Kino sind wir mittendrin in einer einschlägigen Serie, die wie es sich gehört als Trilogie angelegt ist. Im heutigen Podcast wollen wir u. a. herausfinden, wie notwendig es ist, sich mit der Serie auszukennen, um den aktuellen Film genießen zu können: 28 Years Later: The Bone TempleHorror-Drama von Nia DaCostaNachdem Spike seine Heimatinsel hinter sich gelassen hat, gerät er in die Fänge der Satanistensekte um den Guru „Sir Jimmy Crystal“. Der kleine Junge wird genötigt, sich der Horde anzuschließen. Inzwischen hat Dr. Ian Kelson das Vertrauen eines grobschlächtigen Alpha-Virus-Trägers gewonnen, den er Samson nennt. Als Sir Jimmys Sekte Kelsons Refugium, den „Bone Temple“ entdeckt, erpresst er den Einsiedler, ihn bei seinen Plänen zu unterstützen …Angeregt von der Comicserie „The Walking Dead“, die später erfolgreich als TV-Serie umgesetzt wurde, brachte der Brite Danny Boyle den Zombie-Mythos in „28 Days Later“ erfolgreich auf die Leinwand und machte inhaltliche Anleihen. Eine Fortsetzung später, legte er voriges Jahr mit „28 Years Later“ den Grundstein für eine neue Filmreihe, die nun im Kino ihre Fortsetzung findet.
Mehr als 400 Jahre nach seinem Tod kann mit dem Namen Shakespeare noch jeder etwas anfangen. Über ihn persönlich wissen wir so gut wie nichts – nicht einmal mit Sicherheit, ob er die knapp 40 Dramen tatsächlich geschrieben hat, die sich teilweise bis heute auf den Spielplänen von Kino, Theater und Internet gehalten haben. Ab und zu wird er sogar selbst zum Thema. Es ist wieder soweit: Soeben hat "Hamnet" den Golden Globe als bestes Drama erhalten, was zum Zeitpunkt unseres Gesprächs noch nicht klar war, aber Torben vermutete schon etwas in der Art.HAMNETHistorisches Drama von Chloé ZhaoDie feinfühlige Agnes und ihre große Liebe, der Handschuhmachersohn William, wirken in der streng normierten ländlichen Gesellschaft von Warwickshire wie Freaks. Immerhin: sie finden zueinander und heiraten. Schon bald zeigt sich, dass William in der Enge der Kleinstadt verrückt wird. Er muss nach London, um dort seiner Theaterambition nachzugehen. Da Agnes wiederum das Leben in der Natur nicht aufgeben will, lässt William sie und die drei Kinder Susanna, Judith und Hamnet zurück. Das tragische Ereignis, das die Familie bald darauf erschüttert, werden die Eheleute getrennt voneinander verarbeiten …Die Autorin Maggie O’Farrell half der Regisseurin, ihren gefeierten Roman zum Drehbuch umzuarbeiten. Die Frucht ihrer Arbeit wurde auf dem Toronto International Film Festival im vorigen Jahr mit dem Publikumspreis ausgezeichnet.
Das, worum es heute geht, ist nicht einfach nur ein Film, auch nicht bloß der Teil einer Serie oder eines Franchise. Er ist der neueste Beitrag zu einem deutschen Medienphänomen. Die ??? - Toteninsel Regie: Tim Dünschede Kaum haben die Sommerferien begonnen, planen die jungen Detektive Justus, Peter und Bob einen Roadtrip. Stattdessen verschlägt es sie auf die Vulkaninsel Makatao, die unter dem Namen Toteninsel gefürchtet ist und von der angeblich niemand mehr zurückkehrt. Ein Geheimbund namens Sphinx, angeführt vom undurchsichtigen Professor Phoenix und dessen Assistenten Olin, streckt dort seine diebischen Finger nach einer Grabstätte aus. Dieses Abenteuer muss nicht nur die auf dem Plakat angegebene Zielgruppe erreichen – die Jugend von heute – sondern auch die abertausenden Kassettenkinder der 70er und 80er Jahre, die die berühmte Hörspielserie noch immer lieben; möglicherweise leben ja sogar noch ein paar Fans der vorausgehenden Buchreihe. Eine Serie in einen Film zu übertragen – sei es eine vom Bildschirm oder aus der Welt des Hörspiels – ist eine lösbare Aufgabe, doch sie gelingt in den seltensten Fällen. Torben Sterner hat die „Toteninsel“ gesehen, kennt die beiden früheren Kinofilme um die drei Fragezeichen und ist auch sonst im Thema.
Helden wie sie im Buche stehen Literarische Krimihelden mit Leinwanderfahrung stehen im Mittelpunkt der heutigen Folge unseres Podcasts. Der Hauptfilm wurde uns mehrmals vonseiten des Publikums angetragen. Eine Leiche zum Dessert / Murder By Death Amerikanische Krimiparodie von 1976 Der exzentrische Millionär Lionel Twain lädt die fünf berühmtesten Detektive der Welt nebst Anhang zu einem Wochenende in sein in gruseliger Einöde gelegenes Landhaus ein. Schon aus Eitelkeit erscheinen sie alle, denn neben einem üppigen Dinner wird ihnen ein Mord versprochen. Der Hausherr erklärt ihnen, dieser würde sich um 12 Uhr ereignen, Täter und Opfer säßen bereits mit am Tisch. Dem siegreichen Ermittler winkt eine Million Dollar. In der Tat verwandelt sich das Anwesen um Mitternacht in ein Tollhaus – doch wer nun eigentlich tot oder lebendig ist, ist eines der vielen Rätsel, die zu lösen sind. Neil Simon war zeitweise der erfolgreichste Theaterautor des Broadway - und bleibt einer der witzigsten. Mit dieser Genreparodie fügte er seinen zahlreichen Filmadaptionen ein Originaldrehbuch hinzu, das er noch am Set verfeinern konnte. Die sowohl literarisch als auch filmisch wichtigsten fiktiven Krimihelden der Zeit – Hercule Poirot und Miss Marple, das elegante Ehepaar Charles aus der „Thin Man“-Serie, Charlie Chan sowie ein Hybrid aus den Hard-boiled-Detectives Sam Spade und Philip Marlowe - werden von einem ebenso schillernden Filmstar-Ensemble verkörpert und von den Giganten ihres Mediums synchronisiert. Dass die große Myrna Loy vor diesem Spaß zurückschreckte, weil ihr das Drehbuch zu gewagt war, erweist sich im Rückblick als prophetischer Akt der traurigen Sorte. B) Blutsverwandte / Les Liens de Sang Französisch-Kanadischer Thriller von 1977 Die 17jährige Muriel Stark wird nachts in einem Hauseingang erstochen, wo sie nach einer Party vor einem Wolkenbruch Schutz gesucht hatte. Die Augenzeugin, ihre 15jährige Cousine Patricia Lowery, kommt völlig verstört und mit Schnittwunden auf die Polizeiwache und meldet den Vorfall. Nach ein paar Tagen widerruft sie ihre Aussage und nennt ihren 19jährigen Bruder Andrew als den Mörder. Als Detective Carella an Muriels Tagebuch gelangt, lernt er nicht nur das Opfer besser kennen, sondern auch ihren Cousin und eifersüchtigen Liebhaber Andrew. Carella taucht in das Leben der drei Teenager ein ... Unter den Titel „Blood Relatives“ war dieser Film so etwas wie ein Ausflug des französischen Starregisseurs Claude Chabrol in den Hollywood-Mainstream, die Figuren sind erheblich freundlicher gezeichnet seinen französischen Filmen. Das aus Ed McBains Kriminalromanen berühmte „87. Revier“ wird nach Montréal verlegt, sein Held Steve Carella vom kanadischen Weltstar Donald Sutherland verkörpert. Nächste Woche: Blue Velvet und Caché
Haie im Wolkenkratzer A) Wall StreetAmerikanisches Gesellschaftsdrama von 1987 Im New York der 80er erarbeitet sich der aus einfachen Verhältnissen stammende Yuppie und Börsenmakler Bud Fox (Charlie Sheen) ohne das Wissen seines Chefs das Vertrauen von Gordon Gekko (Michael Douglas). Der enigmatische Finanzhai mag den gelehrigen jungen Burschen und überzeugt ihn davon, auch Insidergeschäfte und andere krumme Touren nicht abzulehnen. Fox‘ Familien- und Beziehungsleben verzahnt sich immer mehr mit dem Imperium seines Förderers. Das wird sich als gefährlich erweisen. In den 80er und 90er Jahren hatte Oliver Stone bei kommerziellen reißerischen Dramen und Thrillern, die dem Publikum das vage Gefühl einer Haltung vermittelten, die Nase in Hollywood so weit vorn wie Gordon Gecko die seine an der Wall Street. Die Filme des Regisseurs haben die Zeit unterschiedlich gut überstanden. Während etwa die Freude über seine Aufarbeitung der Kennedy-Ermordung inzwischen von diversen Faktenchecks vermiest wurde, bietet „Wall Street“ heute eine treffliche Zusammenfassung des ersten Jahrzehnts im entfesselten Neoliberalismus. Keine wertende übrigens. Selbstverständlich gab es inzwischen auch eine Fortsetzung. B) Wie man Erfolg hat, ohne sich besonders anzustrengen / How To Succeed In Business Without Really Trying Broadway-Musical-Verfilmung von 1968 J. Pierpont Finch folgt dem verlockenden Taschenbuch-Ratgeber „Wie man Erfolg hat, ohne sich besonders anzustrengen“ und steigt tatsächlich binnen Tagen vom Fensterputzer zum Aufsichtsratsvorsitzenden einer großen Firma auf, von der wir nie erfahren, womit sie sich eigentlich beschäftigt. Finch helfen seine Chuzpe, der Zufall und die Zuneigung der Sekretärin Rosemary, die er jedoch beinahe ignoriert. Am liebsten lässt er die Torheit seiner Konkurrenten für sich arbeiten, doch zur Not bringt er sie trickreich zu Fall. Frank Loessers Bühnenmusical, das dem Film zugrundeliegt, basiert auf einem Roman von Sheperd Mead und erhielt 1962 den Pulitzerpreis. Es ist ein Segen, dass die Broadway-Besetzung sich ungewöhnlicherweise in der Verfilmung erhalten hat. Somit kommen wir auch in den Genuss der Allround-Performance von Robert Morse, dem verblüffendsten Musical-Filmhelden seit James Cagney in „Yankee Doodle Dandy“. Die Choreographie stammt von Bob Fosse.Nächste Woche: Eine Leiche zum Dessert und Blutsverwandte
Monty und Torben blicken zurück auf die Kunst- und Kulturgenüsse des Jahres: Bücher, Hörbücher, Live-Erlebnisse und natürlich Filme. Was waren Torbens Tops und Flops? Was für Monty der schrecklichste der Schrecken? Was gibt es Gutes umsonst? Und worauf freut sich Torben im neuen Jahr? All das das wird schamlos offenbart!
Oje du Fröhliche!Was ist eigentlich ein Weihnachtsfilm? Darf man sowas selber entscheiden, oder machen das Väterchen Mainstream und Santa Algorithmus? Logisch, dass Monty und Torben in dieser Frage ganz unterschiedlicher Meinung sind - und nicht nur in dieser ...A) Kevin - Allein zu Haus / Home Alone US-Familienkomödie von 1990 Die Chicagoer Familie McAllister will zu Weihnachten mit angereister Verwandtschaft einen Trip nach Paris machen. Am Abend zuvor hat der achtjährige Kevin einen Streit mit seinem großen Bruder Buzz und übernachtet schmollend auf dem Dachboden. Am nächsten Morgen verlassen fast alle das Haus in heller Aufregung, weil sie verschlafen haben. Erst während des Fluges bemerkt Mutter Kate, dass Kevin gar nicht mitgekommen ist. Da das heimische Telefon gestört und die Nachbarschaft ebenfalls über die Feiertage ausgeflogen ist, macht sie sich verzweifelt auf den Heimweg, der Rest der Familie bleibt in Paris. Wüsste Kate, dass zwei Einbrecher den verwaisten Straßenzug für einen großen Beutezug ausbaldowert haben, wäre sie noch weitaus besorgter. Zu unrecht, denn Kevin weiß sich der Gangster zu erwehren. Produzent John Hughes, dessen „Breakfast Club“ wir vor kurzem hier besprachen, und sein Regisseur Chris Columbus schufen einen Weihnachtsklassiker, der die unvermeidlichen Fortsetzungen nach sich zog und bis heute seine Fans hat. Noch nicht zehnjährig, war Hauptdarsteller Macaulay Culkin ein Weltstar. Als er die 14 erreichte, war er weg vom Fenster, und seine Kinderstar-Millionen hatten zum Auseinanderbrechen der Ehe seiner Eltern geführt. B) Feivel, der Mauswanderer / An American Tail US-Zeichentrickmusical von 1986 Zum Weihnachtsfest 1885 wird ein weißrussisches Schtetl im Rahmen eines zaristischen Pogroms niedergebrannt. Auch die Mäuse des Ortes sind nun heimatlos. Familie Mauskewitz wandert in die Vereinigten Staaten aus, doch bei einem Unwetter während der Überfahrt wird der kleine Feivel von seiner Familie getrennt und erreicht nur mit Mühe das Festland. Auf der Suche nach seinen Angehörigen muss er erkennen, dass Vater ihm nicht die Wahrheit gesagt hat: es gibt durchaus Katzen in Amerika. Der erste Film des ausgestiegenen Disney-Animationsdriektors Don Bluth, die finstere Parabel „Mrs. Brisby und das Geheimnis von NIMH“, war ein Achtungserfolg. Sein zweiter, die Geschichte von Feivels Weg nach Amerika, eroberte die Herzen des Publikums, erlebte drei Fortsetzungen und eine Serie. Was die simple, an „Oliver Twist“ angelehnte Geschichte bis heute zu einem Juwel macht, sind u.a. die Schönheit des Artworks, die atmosphärische Dichte und der sinfonische Song-Score von James Horner, der gut zehn Jahre später mit „Titanic“ zum Star seiner Zunft aufstieg.
Im Gegensatz zum gleichnamigen Low-Budget-Horrorfilm von 1997 ist dies eine Actionkomödie. Statt den Film neu zu drehen, hat man sich etwas Lustigeres einfallen lassen. Wie gut ist dieses Konzept umgesetzt? Darüber spreche ich gleich mit Volker Robrahn. Anaconda von Tom GormicanDer frustrierte Hochzeitsvideoregisseur Doug und sein Jugendfreund, der verhinderte Schauspieler Griff, lassen sich von ihrer Midlife-Crisis dazu antreiben, ihren Traum in die Tat umzusetzen. Sie wollen einen Lieblingsfilm ihrer Jugend, den Billig-Schocker „Anaconda“ neu verfilmen – wozu Griff angeblich die Rechte besitzt. Sie reisen mit zwei Freunden und der mindestnotwendigen Ausrüstung an den Amazonas, wo ihnen erst die Leih-Anaconda verloren geht und dann ein sehr viel größeres wildes Exemplar in die Quere kommt.Jack Black und Paul Rudd bespielen ihr vertrautes Rollenfach in einer altersgerecht bereinigten Version: ein Halbstarken-Ulk im Angesicht der Frührente. Und das im Urwald!Fun-Fact: So billig „Anaconda“ von 1997 auch war, die Filmmusik von Randy Edelman war atemberaubend und ist für den Rezensenten eines der letzten Beispiele für einen guten sinfonischen Score aus Hollywood (also einen, der nicht nur so tut). In Selton Mellos Trauer-Szene wird diese Musik sogar sekundenlang zitiert.
Die Hütte brennt A) The Man from Earth Amerikanischer Independent-Film von 2007 Eine Gruppe von Akademikern überrascht den jungen Universitätsprofessor John Oldman bei der Auflösung seiner Wohnung – eines Hauses in den Bergen – und beim etwas übereilten Aufbruch mit dem Pick-Up-Truck, den er gerade mit seiner Habe belädt. Sie wundern sich über den abrupten Fortgang ihres Freundes und wollen ein wenig Abschied feiern. John lässt sich darauf ein und kehrt noch einmal mit ihnen in die weitgehend leere Wohnung zurück. Auf ihr Nachfragen gesteht er ihnen, dass er nie länger als 10 Jahre an einem Ort bleibe, und die seien nun um. Sie entlocken ihm den Grund: er sei ein 14.000 Jahre alter Mensch der seit der Altsteinzeit viele Leben gelebt und immer wieder neu begonnen habe. Mit dem Insistieren auf dieser Erklärung ruft er in der gelehrten Runde unterschiedliche Reaktionen hervor, und es kommt zu einer ebenso persönlichen wie philosophischen Debatte … Der Film ist die posthume Realisation eines Originalrehbuchs des Science-Fiction-Autors Jerome Bixby, eine 200.000-Dollar-Indie-Produktion, die nur auf DVD herauskam. Die Gesichter des Ensembles sind uns aus Episodenrollen in diversen US-Serien vertraut. In einem amerikanischen Chatforum wurde dieses theaterhafte Kammerspiel so beliebt, dass sich Regisseur Richard Schenkman bei der Community bedankte und darum warb, die DVD zu erwerben und den Film weiterzuempfehlen. B) Die Falle Deutsches Fernsehspiel nach einem Theaterstück von Robert Thomas von 1982 Grübelnd sitzt Daniel in einer Ferienhütte in den Bergen: mitten in den Flitterwochen hat er sich mit Elisabeth dermaßen zerstritten, dass sie fortlief und seither verschwunden ist, vielleicht auch verunglückt. Der Kommissar aus Chamonix versichert ihm, nach ihr zu suchen. Da klopft ein Pfarrer an und berichtet, Elisabeth sei wieder da und wolle sich aussöhnen. Er hat die Dame als Überraschung gleich mitgebracht. Daniel schwört, die Frau noch nie gesehen zu haben. Doch sie will nicht gehen. Und sie weiß einfach zu gut über alle Einzelheiten der kurzen Ehe bescheid, um sie dem Kommissar gegenüber als Betrügerin bloßzustellen. Ein Nervenkrieg nimmt seinen Lauf ... Das Stück von Robert Thomas wurde – so geht die Legende – erst vom Verlag abgelehnt, woraufhin er das Skript verärgert im Vorzimmer liegen ließ. Dort wurde es nachträglich entdeckt - und ein Erfolg. Alfred Hitchcock kaufte die Filmrechte, es kam leider nicht mehr dazu. Während „8 Frauen“, ein eher tutiges Werk des Autors, später Furore machte, ist „Die Falle“ gründlich vergessen und wird auf Krimi-Dinner-Abenden verheizt. Für Oswald Döpkes ZDF-Verfilmung mit den einstigen TV-Lieblingen Wolf Roth, Judy Winter und Hans Caninenberg können wir nur dankbar sein. Rolf Kühns Soundtrack verströmt edles Ennio-Morricone-Feeling. In der nächsten Woche: Kevin - Allein zu Haus und Feivel, der Mauswanderer
Es gibt wieder Ärger im Paradies. Avatar geht weiter. Was der dritte Teil dieser auf fünf überlange Filme angelegten Saga taugt und wie gut man sich mit dem Stoff auskennen muss, um ihn überhaupt zu verstehen, ob es nicht vielleicht sogar ratsam ist, ihn sich einfach unvorbelastet anzuschauen, darüber spreche ich mit Volker Robrahn und Torben Sterner. AVATAR: FIRE AND ASHFantasy-Drama von James Cameron In seinem neuen Leben ist der ehemalige Marine Jake Sully der Anführer der Omaticaya. Er und Neytiri trauern um ihren verstorbenen Erstgeborenen, während ihr überlebender Sohn Lo’ak sich die Schuld an der Katastrophe gibt. Als es gelingt, ihren Ziehson, den Menschenjungen Spider, von seiner Atemmaske zu befreien und die Luft von Pandora atmen zu lassen, interessiert sich das Militär dafür, wie sie das geschafft haben und will ihn entführen. Um General Frances Ardmore bei ihren Eroberungsplänen zu unterstützen, verbündet sich Colonel Quaritch mit der Schamanin Varang, Herrin des Asche-Clans Mangkwan und schlimmsten Feindin der Omaticaya. Sigourney Weaver, Sam Worthington, Stephen Lang, CCH Pounder, Kate Winslet und viele andere agieren unkenntlich vor atemberaubender, wenn auch fiktiver Naturkulisse.
A) Breakfast Club – Der Frühstücksclub US-Jugendfilm von 1985 Fünf Jugendliche – Zitat: „ein Schlaukopf, ein Muskelprotz, eine Ausgeflippte, eine Prinzessin und ein Freak“ - müssen am schulfreien Samstag acht Stunden lang in der Schulbibliothek nachsitzen und einen Aufsatz darüber schreiben, wer sie sind. Beaufsichtigt werden sie von Konrektor Vernon, der die Kids zwar nicht mag, aber gern von ihnen als harter Hund bewundert werden will. Zwar wird im Laufe des Tages gegen viele Regeln verstoßen, doch letztlich funktioniert die Maßnahme: die Jugendlichen stellen sich ihren Vorurteilen, Zwängen und Ängsten, entdecken neue Seiten an sich und erkennen, was sie miteinander verbindet. John Hughes‘ Film war mit einigen Stars des „Brat Pack“ besetzt, einer vielversprechenden Nachwuchsriege, zu der auch Tom Cruise, Matt Dillon und Nicholas Cage gerechnet wurden. Der theaterhafte Film wurde ein Überraschungserfolg und erwies sich als stilbildend für den amerikanischen Jugendfilm. Ein Teil seines Nachruhms beruht freilich darauf, dass man die Qualität dieses leicht erzählten Dramas vor allem an den nachfolgenden Teenie-Komödien und –Klamotten gemessen hat.B) Zu heiß gebadet / The Ladies Man Musikalische US-Klamotte von 1961 Herbert H. Heebert muss am Tag seines erfolgreichen Schulabschlusses erkennen, dass das Mädchen seiner Träume einen anderen hat. Er schwört sich, nie wieder etwas mit Frauen zu tun haben zu wollen. Der Ort, an dem er sich spätabends als Hausboy verpflichten lässt, entpuppt sich am nächsten Morgen als überdimensionales Puppenhaus einer früh verwitweten und kinderlos gebliebenen ältlichen Operndiva. Mrs. Helen Welenmelon fördert junge Künstlerinnen. Unversehens ist Herbert der einzige Mann in einem Haus mit 35 hinreißenden Musikerinnen, Schauspielerinnen und Tänzerinnen. Unter der Bedingung, nicht als Mann, sondern ausdrücklich als „Mädchen für alles“ angesehen werden, ist er bereit, zu bleiben. Vorerst! Als das Fernsehen kommt, um die Diva in einer Homestory zu portraitieren, will sich Herbert nützlich machen. Mit ins Bild will er natürlich auch … Der Starkomiker Jerry Lewis war tugendhaft genug, sich vor der Kamera nicht etwa mit Nieten zu umgeben, um selbst besser auszusehen – eine verbreitete Unsitte –, sondern Kollegen auszuwählen, die ihre eigenen Lacher verdienen konnten. Keiner von ihnen schaffte das häufiger als Kathleen Freeman, die bei ihm annähernd den Status der Evelyn Hamann im Loriot-Ensemble einnahm. Diesmal gesellt sich noch die leibhaftige Wagner-Diva Helen Traubel dazu. U.a. deshalb ist nicht etwa „Hallo Page“ die beste Konzeptklamotte des „total filmmaker“ Jerry Lewis, es ist „The Ladies Man“.Nächste Woche: The Man From Earth und Die Falle
Stromberg – Wieder alles wie immer Komödie von Arne Feldhusen Nach „Stromberg – Der Film“ kommt Bernd Stromberg, Leiter der Schadensregulierung, Abteilung M–Z, in der Capitol Versicherung AG, wieder auf die Leinwand zurück. Die als Mockumentary angelegte deutsche Sitcom, mit der alles anfing, lief von 2004 bis 2012 – und ist seither nie wirklich weg gewesen. Alle, die darin auftraten, haben von diesem Erfolg profitiert, ganz besonders Christoph Maria Herbst in der Titelrolle: ein grässlicher Kollege und die Verkörperung all dessen, was das Büro zu einem schrecklichen Lebensraum macht. Für eine Reunion-Show, aufgezeichnet in einem TV-Studio, kommen im neuen Film nun fast alle wieder zusammen – und bevor Wiedersehensfreude aufkommt, brechen wieder die alten Konflikte aus.Torben Sterner hat sich den Film angesehen.
Seltsame Bettgenossen Die RomCom als aktuelle Spielart der uralten Filmgattung „romantische Komödie“ steht heute zunächst im Mittelpunkt: der Witz ist mit den Liebenden. Dem zweiten Paar hilft er nicht, denn da haben wir es mit schwarzem Humor zu tun. A) Harry und Sally / When Harry Met Sally … Romantische Hollywood-Komödie von 1989 Der leichtlebige Hobby-Philosoph Harry (Billy Crystal) lässt sich als Mitfahrer von Sally (Meg Ryan), der besten Freundin seiner Partnerin, von Chicago nach New York mitnehmen. Die beiden sind auf kritische Weise fasziniert voneinander, verlieren sich aber erst einmal aus den Augen. Als sie sich in längeren Abständen wiedertreffen, erblicken sie im jeweils anderen schließlich eine verwandte Seele. Doch eine sexuelle Beziehung wollen sie nicht riskieren, um ihre Freundschaft nicht zu gefährden. Ab jetzt wartet das Publikum darauf, was aus Harrys früh verkündeter These wird, nach der Männer und Frauen niemals Freunde sein könnten, weil ihnen der Sex doch immer in die Quere komme. Wie sich herausstellt: sogar der, den man nicht hat … Rob Reiner, der bald darauf in „Misery“ ein anderes, noch schrägeres Paar in Szene setzen sollte, schuf mit „Harry und Sally“ zweierlei: ein frühes Beispiel für die vor der Jahrtausendwende so beliebte Gattung der romantischen Komödie, das auf der immer längeren Liste der Beiträge erhalten blieb; und natürlich die oft herauskopierte Cafeteria-Szene mit Meg Ryans vorgetäuschtem Orgasmus. Letztere ermunterte Til Schweiger – Deutschlands Verkörperung des Genres – zu dem Hinweis, dies sei die beste schauspielerische Leistung der Filmgeschichte. Vor solchem Lob sollte man „Harry und Sally“ auf jeden Fall in Schutz nehmen. B) Haus der Schatten / The Night Digger Englisches Thrillerdrama von 1971 Die verhärmte Maura Prince lebt mit ihrer blinden, tyrannischen Adoptivmutter in einem verfallenden Landsitz in der englischen Provinz. Als Mutter gegen ihren Willen den jungen Vagabunden Billy als Gärtner einstellt, macht der sich schnell im Haushalt unentbehrlich. Bald entwickelt sich eine gegenseitige Abhängigkeit zwischen Maura und Billy, die in eine Romanze übergeht. Gemeinsam wollen die beiden ausbrechen: sie aus ihrem tristen Dasein zwischen Kirchengemeinde, Arbeit im Krankenhaus und der Ausbeutung durch ihre Mutter, er aus dem Sog eines noch weitaus dunkleren Geheimnisses … In keinem Drehbuch, das der Kinderbuch- und Kurzgeschichtenmeister Roald Dahl verfasst hat, ist sein schräger schwarzer Humor so lebendig wie in dieser Adaption einer Erzählung von Joy Cowley. Und nur hier erleben wir seine Spezialität im bewegten Bild: den Zuschauer in einem maximal empfindlichen Moment alleinzulassen. Dahls Ehefrau Patricia Neal und der theatererfahrene Jungschauspieler Nicholas Clay liefern eine berührende Darstellung, die bestens mit den skurrilen britischen Kleinbürgerchargen interagiert, die sie umgeben. In der nächsten Woche: Breakfast Club – Der Frühstücksclub und Zu heiß gebadet
















