Discover
Oscars & Himbeeren - der Film- und Serien-Podcast
Oscars & Himbeeren - der Film- und Serien-Podcast
Author: Ronny Rüsch
Subscribed: 96Played: 7,228Subscribe
Share
© Ronny Rüsch
Description
Immer freitags präsentiert Ronny Rüsch "Oscars & Himbeeren", den Podcast rund ums Streamen! Jede Woche stellen der Filmexperte und sein Co-Host Axel Max sich die Frage: Was ist neu bei Netflix, Disney+, Amazon Prime & Co.? Welcher Film erhitzt die Gemüter? Welche Serie wird jetzt schon gefeiert? Informativ. Unterhaltsam. Kompakt.
Du schätzt unsere Arbeit und willst uns einen Kaffee oder ein Bier spendieren: https://www.paypal.com/paypalme/HausmeisterRonny
Mehr unter: https://hausmeisterronny.substack.com/
hausmeisterronny.substack.com
Du schätzt unsere Arbeit und willst uns einen Kaffee oder ein Bier spendieren: https://www.paypal.com/paypalme/HausmeisterRonny
Mehr unter: https://hausmeisterronny.substack.com/
hausmeisterronny.substack.com
282 Episodes
Reverse
Diese Woche bei Oscars & Himbeeren:die Thriller-Serie “Clarice”, die “Das Schweigen der Lämmer” ohne Hannibal weiterdenkt – altmodisch erzählt, aber mit einer sehenswerten Rebecca Breeds; “Girl Taken”, ein Entführungsdrama, kühl, sachlich und erschreckend real; und “His & Hers”, eine Krimi-Miniserie mit Tessa Thompson und Jon Bernthal, die erstaunlich fad bleibt und in ihrer Aussage eher fragwürdig als spannend ist.Was überzeugt wirklich? Was wirkt ambitionierter, als es am Ende ist?Und wovon darf man sich guten Gewissens fernhalten?Wie immer: ehrlich, direkt und ohne PR-Gelaber.Hört rein!Wenn euch der Podcast gefällt und ihr tiefer einsteigen wollt, findet ihr auf Substack weitere Texte, Porträts und Filmkritiken vonRonny Rüsch – Filmkritiker. Lasst gern ein Abo da.Und wenn ihr unsere Arbeit unterstützen möchtet, freuen wir uns über eine kleine Kaffeespende via PayPal.Streaming-Plattformen, die die Inhalte dieser Episode anbieten (Stand: Januar 2026):“Clarice” - Prime Video“Girl Taken” - Paramount+“His & Hers” - Netflix Get full access to Ronny Rüsch - Filmkritiker at hausmeisterronny.substack.com/subscribe
Diese Woche bei Oscars & Himbeeren:Ronny alone in the House! Es geht um “Goodbye June”, das vielversprechende Regiedebüt von Kate Winslet, um den deutsch-tschechischen Kriegsfilm “Der Tiger”, der sehr gern Apocalypse Now wäre, und um “Tron: Ares”, der zum Streaming-Start bei Disney+ noch einmal unter die Lupe genommen wird.Was trifft ins Schwarze? Was ist eher gut gemeint als gut gemacht?Und was kann man sich getrost sparen?Wie immer: ehrlich, direkt und ohne PR-Gelaber.Hört rein!Wenn euch der Podcast gefällt und ihr tiefer einsteigen wollt, findet ihr auf Substack weitere Texte, Porträts und Filmkritiken vonRonny Rüsch – Filmkritiker. Lasst gern ein Abo da.Und wenn ihr unsere Arbeit unterstützen möchtet, freuen wir uns über eine kleine Kaffeespende via PayPal. Get full access to Ronny Rüsch - Filmkritiker at hausmeisterronny.substack.com/subscribe
Diese Woche bei Oscars & Himbeeren:Wir sprechen über die Netflix-Doku “Cover-Up”, schauen auf “Chad Powers” und “The Lowdown” bei Disney+ – und regen uns ordentlich über “Cleaner” bei Prime auf.Was lohnt sich? Was kann man sich sparen?Wie immer: ehrlich, direkt und ohne PR-Gelaber.🎧 Hört rein!Wenn euch der Podcast gefällt und ihr tiefer einsteigen wollt, findet ihr auf Substack weitere Texte, Porträts und Filmkritiken vonRonny Rüsch – Filmkritiker. Lasst gern ein Abo da.Und wenn ihr unsere Arbeit unterstützen möchtet, freuen wir uns über eine kleine Kaffeespende via PayPal. Get full access to Ronny Rüsch - Filmkritiker at hausmeisterronny.substack.com/subscribe
Zweiter Weihnachtstag – neue Folge Oscars & Himbeeren.Wir haben diesmal sieben Tipps am Start: ein paar echte Oscars, ein paar richtig fette Himbeeren.Mit dabei: “Miss Sophie” (Prime), “Jingle Bell Heist” (Netflix), “Oh. What. Fun.” (Prime) und “Weihnachten zu Hause” (Netflix).Und ja: “Mozart/Mozart” (ARD) und “Amadeus” (Sky/WOW) kriegen ordentlich ihr Fett weg. Zum Schluss gibt’s was Schönes: “A Chorus Line” (Prime) – damit ihr nicht mit schlechter Laune rausgeht.Wenn euch dieser Podcast gefällt und ihr tiefer einsteigen wollt, findet ihr auf Substack weitere Texte, Porträts und Filmkritiken vonRonny Rüsch – Filmkritiker. Gerne dort abonnieren.Und wenn ihr unsere Arbeit unterstützen möchtet, freuen wir uns über eine kleine Kaffeespende via PayPal. Get full access to Ronny Rüsch - Filmkritiker at hausmeisterronny.substack.com/subscribe
James Cameron ordnet sein eigenes Universum neu. “Avatar: Fire and Ash” erzählt Pandora erstmals als geschlossene, konfliktreiche Welt und findet mit den Asche-Na’vi und Oona Chaplins Varang eine neue erzählerische Schärfe. Ein Film, der dem “Avatar”-Franchise erstmals erzählerisches Gewicht und emotionale Tiefe gibt.“Avatar: Fire and Ash” ist der Film, in dem James Cameron sein eigenes Mammutprojekt sichtbar zusammenführt. Es bleibt ein “Avatar”-Film mit Pandora, mit großem Ernst und mit einer Welt, die weiterhin auf Überwältigung setzt. Gleichzeitig wirkt dieser dritte Teil deutlich bewusster in dem, was er erzählt. Die Geschichte folgt einer klaren Linie, sie verzettelt sich nicht mehr in bloßen Erweiterungen des Universums, sondern entwickelt einen erzählerischen Zusammenhang, der trägt. Konflikte sind präziser gesetzt, Figuren bekommen eine erkennbare innere Bewegung und stehen nicht länger nur für Ideen oder Haltungen, sondern für Entscheidungen, die den Verlauf der Handlung spürbar prägen. Mit den Asche-Na’vi öffnet der Film zudem erstmals einen kulturellen Raum innerhalb Pandoras, der rauer, widersprüchlicher und weniger idealisiert ist und damit eine Tiefe einführt, die den vorherigen Teilen spürbar gefehlt hat.Besonders deutlich wird diese Entwicklung auf der emotionalen Ebene. Der Film rückt näher an seine Figuren heran und nimmt ihre Beziehungen ernst. Veränderungen geschehen nicht beiläufig, sondern formen den Kern der Geschichte. Handlungen wirken nach, Verluste hinterlassen Spuren, und die Erzählung gönnt sich Momente, in denen das Geschehen wirken darf. In diesem Kontext sticht Varang, gespielt von Oona Chaplin, besonders hervor. Ihre Figur ist nicht nur eine Gegenspielerin, sondern eine Präsenz. Die Art, wie sie sich bewegt, spricht und den Raum einnimmt, verleiht ihr eine Autorität, die sich aus Körpersprache, Haltung und innerer Konsequenz speist. Varang wirkt nie wie eine bloße Funktion der Handlung, sondern wie ein Ausdruck dieser neuen, harschen Facette der Pandora-Kultur.Auch visuell folgt der Film dieser Haltung. Die Bilder sind weiterhin von beeindruckender Kraft und Detailfülle, stehen jedoch stärker im Dienst der Erzählung. Technik und Schauwert unterstützen die Geschichte, statt sie zu dominieren. Das verleiht dem Film eine neue Ruhe und Klarheit. “Avatar: Fire and Ash” wirkt wie der Punkt, an dem James Cameron seine Erzählung bündelt und fokussiert. Pandora erscheint hier nicht mehr nur als Projektionsfläche für Schönheit und Harmonie, sondern als komplexe Welt mit inneren Spannungen, kulturellen Brüchen und Figuren, die diese Widersprüche tragen. Genau daraus bezieht dieser Film seine erzählerische Geschlossenheit und seine spürbare Reife.“Avatar: Fire and Ash” läuft derzeit in den deutschen Kinos (Stand Dezember 2025).Wenn euch dieser Podcast gefällt und ihr tiefer einsteigen wollt, findet ihr auf Substack weitere Texte, Porträts und Filmkritiken vonRonny Rüsch – Filmkritiker. Gerne dort abonnieren.Und wenn ihr unsere Arbeit unterstützen möchtet, freuen wir uns über eine kleine Kaffeespende via PayPal. Get full access to Ronny Rüsch - Filmkritiker at hausmeisterronny.substack.com/subscribe
“Stromberg - Wieder alles wie immer” ist kein echtes Comeback, sondern eine routinierte Wiederverwertung. Der Film versucht erkennbar, die Figur im aktuellen Zeitgeist zu spiegeln: Machtmissbrauch, toxische Arbeitskultur und das unangenehme Erbe alter Männerbilder. Doch dieser Versuch bleibt halbherzig. Kaum wird es interessant, drückt der Film auf Reset und flüchtet sich in bekannte Muster, alte Pointen und die sichere Komfortzone der Serie. Statt Weiterentwicklung gibt es Wiederholung. Statt Haltung bloß Andeutung. Dabei tut der Film so, als müsse man dem Publikum heute erst erklären, dass “Stromberg” ein untragbarer Charakter ist, obwohl das schon damals klar war. “Stromberg” war nie als Missverständnis angelegt, sondern von Anfang an als Zumutung.Besonders unerquicklich wirkt dabei das penetrante Product Placement, das jede vermeintliche Meta-Ebene unterläuft. Wenn reale Marken derart sichtbar ins Bild gedrückt werden, entlarvt das die eigentliche Motivation des Projekts. Ausgerechnet “Stromberg”, einst Sinnbild für Abgründe im Arbeitsalltag, verkommt hier zur Kulisse für Werbebotschaften. Christoph Maria Herbst spielt “Stromberg” erwartbar präzise, Bjarne Mädel, Milena Dreißig und Diana Staehly funktionieren zuverlässig in ihren bekannten Rollen. Doch genau diese Routine ist Teil des Problems: Niemand geht ein Risiko ein, niemand will diese Figuren wirklich antasten oder weiterführen.Unterm Strich fehlt diesem Film jede klare Richtung. Er will reflektieren, aber nicht zuspitzen. Er will kritisch wirken, ohne Konsequenzen zu ziehen. Er will anschlussfähig bleiben und sagt deshalb am Ende nichts. Zur aktuellen Debatte über Macht, Verantwortung und Veränderung trägt “Wieder alles wie immer” nichts bei. Kein neuer Blick, kein Erkenntnisgewinn und vor allem kein gesellschaftlicher Stachel. Nur die Erkenntnis, dass man manchmal besser loslässt, statt auf Autopilot weiterzufahren.“Stromberg - Wieder alles wie immer” läuft derzeit in den deutschen Kinos (Stand Dezember 2025).Wenn euch dieser Podcast gefällt und ihr tiefer einsteigen wollt, findet ihr auf Substack weitere Texte, Porträts und Filmkritiken vonRonny Rüsch – FilmkritikerUnd wenn ihr unsere Arbeit unterstützen möchtet, freuen wir uns über eine kleine Kaffeespende via PayPal. Get full access to Ronny Rüsch - Filmkritiker at hausmeisterronny.substack.com/subscribe
Die neu aufgelegte “The Beatles Anthology” auf Disney+ fühlt sich an wie ein sanftes Auffrischen eines ohnehin schon besonderen Zeitdokuments, das seit seiner ersten Veröffentlichung im Jahr 1995 für viele Menschen etwas beinahe Intimes bewahrt hat. Man merkt der Serie an, dass sie mit Respekt behandelt wurde, zumal die Restaurierung von Peter Jackson und seinem Team durchgeführt wurde. Die restaurierten Bilder wirken klarer, der Ton klingt wärmer und präziser, ohne den Charakter des Materials völlig zu glätten. Vieles, was früher ein wenig fern erschien, kommt einem jetzt erstaunlich nah. Die Gesichter, die Stimmen und die kleinen Gesten, all das wirkt nun vertrauter und lebendiger.Ein schönes Geschenk ist die neue neunte Episode. Sie zeigt Paul, George und Ringo in den 90er-Jahren bei der Arbeit an der ursprünglichen Anthology, beim Blödeln, beim Diskutieren und beim Nachdenken. Da liegt eine leise Melancholie in der Luft, aber auch Humor und ein Gefühl von Frieden. Man sieht drei Menschen, die eine gemeinsame Vergangenheit teilen, die größer ist als jede einzelne Erinnerung, und genau dadurch bekommt die Serie eine zusätzliche emotionale Tiefe. Es wirkt nie reißerisch und nie erzwungen. Es ist einfach schön, diesen Momenten beizuwohnen.Natürlich ist es keine radikale Neuerfindung. Ein Teil des Bonusmaterials ist Fans schon früher begegnet und die technische Überarbeitung ersetzt nicht die Patina der alten DVDs. Aber darum geht es hier auch nicht. Diese Neufassung will nicht das Original übertreffen, sondern es würdig weitertragen, mit behutsamen Korrekturen, mit einem moderneren Klangbild und mit einem warmen Blick zurück.Insgesamt wirkt die neue “The Beatles Anthology” wie eine Einladung. Sie lädt dazu ein, die Geschichte der Beatles noch einmal neu zu betrachten, ohne die Magie von damals zu verlieren. Sie macht das Vergangene nicht glänzender als es war, sondern zugänglicher. Und vielleicht ist genau das ihr größter Wert. Sie lässt uns ganz leise wieder spüren, warum diese vier Musiker uns nach all den Jahrzehnten noch immer berühren.Streaming-Plattformen, die die Inhalte dieser Episode anbieten (Stand: Dezember 2025):“The Beatles Anthology” - Disney+“Warfare” - Sky/WOW“Die Hand an der Wiege” (2025) - Disney+“Die Rosenschlacht” - Disney+Wenn euch dieser Podcast gefällt und ihr tiefer einsteigen wollt, findet ihr auf Substack weitere Texte, Porträts und Filmkritiken vonRonny Rüsch – Filmkritiker. Gerne dort abonnieren.Und wenn ihr unsere Arbeit unterstützen möchtet, freuen wir uns über eine kleine Kaffeespende via PayPal. Get full access to Ronny Rüsch - Filmkritiker at hausmeisterronny.substack.com/subscribe
“Train Dreams” ist einer dieser seltenen Filme, die sich nicht anbiedern, nicht hetzen und auch nicht versuchen, mit künstlicher Dramatik Aufmerksamkeit zu erzwingen. Er erzählt das Leben des Bahn- und Holzarbeiters Robert Grainier so unspektakulär, wie das Leben eines Menschen nun einmal oft ist. Und genau darin liegt die Kraft dieses Netflix-Films.Die Inszenierung ist leise und entschleunigt. Die Kamera beobachtet mehr, als dass sie inszeniert, und das funktioniert erstaunlich gut. Die Bilder stimmen, die Atmosphäre trägt, und Joel Edgerton spielt Robert mit einer Zurückhaltung, die am Ende mehr über diesen Mann verrät, als es laute Szenen je könnten. Es ist ein Film, der sich Zeit nimmt: für Landschaften, für Stimmungen und für die kleinen Wechsel in einem Gesicht. Wer schnelle Wendungen oder klassische Western-Konflikte erwartet, wird hier definitiv nicht bedient. Aber wer sich auf die Ruhe einlässt, bekommt ein sehr intensives Erlebnis.Besonders stark ist, wie der Film große Themen wie Verlust, Einsamkeit und Wandel nicht erklärt, sondern einfach spürbar macht. Es gibt keine großen Monologe und keine Konstruiertheit. Alles wirkt natürlich und uneitel. Der Schmerz, der Alltag und die ständigen Versuche weiterzumachen. All das wird sehr schlicht, aber sehr präzise erzählt.“Train Dreams” ist kein Film für jeden Abend und nicht für jeden Geschmack. Er ist langsam, melancholisch und streckenweise schwer. Doch genau so soll er sein. Und wer diese Art von Erzählung schätzt, bekommt ein herausragendes Werk, das lange nachhallt. Kein lauter Oscar-Bittsteller, sondern ein stiller Film, der seine Wirkung erst zeigt, wenn man danach noch eine Weile sitzen bleibt.Für Fans ruhiger, atmosphärischer Filme ist “Train Dreams” ein ganz klarer Empfehlungstitel. Ein Film, den man nicht einfach nur schaut, sondern den man einatmet.Wenn euch dieser Podcast gefällt und ihr tiefer einsteigen wollt, findet ihr auf Substack weitere Texte, Porträts und Filmkritiken von Ronny Rüsch – Filmkritiker. Gerne dort abonnieren.Und wenn ihr unsere Arbeit unterstützen möchtet, freuen wir uns über eine kleine Kaffeespende via PayPal. Get full access to Ronny Rüsch - Filmkritiker at hausmeisterronny.substack.com/subscribe
“Mr. Scorsese” ist eine jener Dokumentationen, die einem sofort das Gefühl geben, man bekomme etwas Echtes zu sehen. Es ist nicht nur ein Best-of großer Momente, sondern ein durchdachtes, ruhiges Porträt eines Mannes, der das Kino geprägt hat und trotzdem erstaunlich geerdet geblieben ist. Rebecca Miller begleitet Martin Scorsese mit spürbarem Respekt und mit einer Ruhe, die dieser Serie guttut. Nichts wirkt aufgeblasen und nichts unnötig dramatisiert. Schritt für Schritt entsteht das Bild eines Künstlers, der seine Arbeit seit Jahrzehnten mit derselben Mischung aus Neugier, Selbstkritik und Leidenschaft betreibt.Die Gespräche mit De Niro, DiCaprio, Spielberg und vielen anderen haben etwas Intimes. Sie wirken nicht wie große Statements für die Pressemappe, sondern wie Erinnerungen von Menschen, die ihn über weite Strecken ihres Lebens begleitet haben. Gerade die persönlichen Rückblicke, seine Kindheit in Little Italy, die katholische Prägung, das fragile asthmakranke Kind im engen New York der Nachkriegsjahre, lassen spüren, wie tief diese Erfahrungen später in seinen Filmen weitergearbeitet haben. Viele Motive, die sein Werk prägen, wirken nach dieser Dokumentation fast zwangsläufig.Besonders stark ist die Serie dort, wo Scorsese über seine Krisen spricht. Momente, in denen Studios Druck machten, Projekte zu scheitern drohten oder seine Vision infrage gestellt wurde. Die Episode rund um Taxi Driver, in der er offen darüber spricht, wie weit er zu gehen bereit war, um seinen Film zu schützen, zeigt nicht nur seine Beharrlichkeit, sondern auch seine Verletzlichkeit. Trotz all dieser Härte bleibt er erstaunlich selbstironisch und nie selbstgefällig.Millers Inszenierung ist zurückhaltend und präzise. Sie lässt Scorseses Stimme Raum und vertraut auf seine Erinnerungen, ohne sie zu überhöhen. So entsteht ein menschliches und oft überraschend leises Bild eines Regisseurs, der sich nie auf seinem Ruf ausgeruht hat.“Mr. Scorsese” ist keine spektakuläre Enthüllungsdokumentation. Sie braucht das auch nicht. Es ist ein ruhiges, sorgfältig erzähltes und respektvolles Porträt eines Filmemachers, dessen Filme unser Bild von Moral, Gewalt, Schicksal und Erlösung über Jahrzehnte geprägt haben. Genau deshalb funktioniert diese Dokumentation so gut. Sie lässt einen Mann sprechen, der sein Leben lang versucht hat, die Welt zu verstehen, Bild für Bild. Get full access to Ronny Rüsch - Filmkritiker at hausmeisterronny.substack.com/subscribe
Guillermo del Toro hat sich mit “Frankenstein” an eines der bekanntesten Werke der Literaturgeschichte gewagt. Und wie zu erwarten, liefert er kein klassisches Kostümstück, sondern eine eigene, visuell überwältigende Interpretation. Der Film ist in jeder Einstellung üppig ausgestattet: großzügige Sets, sorgfältige Kostüme und ein atmosphärisches Licht, das zwischen düsterer Melancholie und märchenhafter Überhöhung pendelt. Man sieht sofort, wie viel handwerkliche Liebe in diesem Projekt steckt. Dieser Film wirkt nicht einfach nur produziert, sondern gebaut und geschmiedet.Del Toro interessiert sich aber weniger für die philosophischen Kernthemen, wie Mary Shelley sie in ihrem Roman anlegte, sondern stärker für sein eigenes mythologisches Universum. Die Fragen nach Verantwortung, ethischer Grenzen und dem existenziellen Schmerz der Kreatur sind zwar vorhanden, aber sie treten hinter der starken Bildsprache und del Toros persönlicher Deutung zurück. Genau hier liegt der zentrale Punkt: Seine Version lässt vieles von dem, was den Roman seit zwei Jahrhunderten so stark macht, spürbar außer Acht. Die literarische Tiefe, die kühle Klarheit und die moralische Wucht - all das wird von einer sehr freien, sehr modernen Interpretation überlagert.Das ist nicht zwingend schlecht, nur anders. Wer eine werkgetreue Adaption sucht, wird irritiert sein. Wer aber bereit ist, “Frankenstein” als del Toros eigenes Märchen aus Fleisch, Blut und Metall zu sehen, findet einen Film, der einen packen kann. Unterm Strich: ein sehenswertes Werk. Kein Shelley-Frankenstein, aber ein del-Toro-Frankenstein: opulent, emotional und extrem eigensinnig. Und auf seine Weise absolut faszinierend.Wenn euch dieser Podcast gefällt und ihr tiefer einsteigen wollt, findet ihr auf Substack weitere Texte, Porträts und Filmkritiken von Ronny Rüsch – Filmkritiker. Gerne dort abonnieren.Und wenn ihr unsere Arbeit unterstützen möchtet, freuen wir uns über eine kleine Kaffeespende via PayPal. Get full access to Ronny Rüsch - Filmkritiker at hausmeisterronny.substack.com/subscribe
“Ballad of a Small Player” ist ein Film, der viele Versprechen macht, am Ende jedoch erstaunlich wenig einlöst. Schon nach den ersten Minuten merkt man, dass hier großes, poetisches Kino entstehen soll. Alles liegt in sanftem Licht, jedes Bild ist präzise komponiert und jede Bewegung exakt überlegt. Doch genau das macht Edward Bergers Film schwer greifbar. Es ist, als würde man einem Gemälde beim Trocknen zusehen. Schön und vollkommen, aber ohne Leben. Der Film möchte berühren, schafft es aber nur in den seltensten Momenten.Colin Farrell spielt mit jener vertrauten Schwermut, die ihm so leicht gelingt. Trotzdem bleibt seine Figur seltsam leer, wie ein Spiegel, in dem kein Gesicht zurückblickt. Man erkennt, dass er verzweifelt sein soll, dass in ihm etwas ringt, doch es erreicht einen nicht. Zu viel Form und zu wenig Empfindung. Alles an diesem Werk scheint der Ästhetik verpflichtet, nicht aber dem Potenzial seiner Geschichte.Regie und Kamera verlieren sich in Oberflächen, in Neonlichtern, im Regen und in den Farben der Casino-Wände. Macau wird zur Kulisse, kein Ort, sondern eine Idee von Müdigkeit und Verlorenheit. Man wünscht sich etwas Raues, etwas Unvorhergesehenes, doch der Film bleibt glatt und fern. Jede Bewegung und jedes Wort wirken einstudiert.“Ballad of a Small Player” scheint etwas erzählen zu wollen über Schuld und Erlösung, über das, was bleibt, wenn man alles verspielt hat. Doch die Worte verhallen. Zwischen den makellosen Bildern und der weichen Musik öffnet sich eine Leere, die nicht nachklingt, sondern verklingt. Am Ende bleibt man zurück, beeindruckt von der Eleganz, aber ohne Gefühl. Ein Film, der glänzt, ohne etwas mitzuteilen.Wenn euch dieser Podcast gefällt und ihr tiefer einsteigen wollt, findet ihr auf Substack weitere Texte, Porträts und Filmkritiken vonRonny Rüsch – Filmkritiker. Gerne dort abonnieren.Und wenn ihr unsere Arbeit unterstützen möchtet, freuen wir uns über eine kleine Kaffeespende via PayPal. Get full access to Ronny Rüsch - Filmkritiker at hausmeisterronny.substack.com/subscribe
Kathryn Bigelow ist zurück. Und sie tut das mit einem Film, der wieder dort ansetzt, wo sie schon in “Zero Dark Thirty” oder “The Hurt Locker” glänzte: an der Grenze zwischen Macht und Zusammenbruch. In “A House of Dynamite” wird das Undenkbare wahr. Eine atomare Bedrohung steht im Raum, niemand weiß genau, woher sie kommt oder wie sie aufgehalten werden kann. Während in Washington die Minuten verrinnen, kämpft ein Netzwerk aus Militär, Politik und Beratern gegen das eigene System. Und gegen die Angst, die alles lähmt.Bigelow filmt das mit der Präzision einer Chirurgin. Ihre Kamera sucht Gesichter, nicht Explosionen. Sie interessiert sich nicht für den Knall, sondern für den Moment davor, in dem Menschen Entscheidungen treffen, die über Millionen Leben bestimmen. Die Spannung entsteht nicht durch Action, sondern durch Schweigen, durch die Schwere eines Blicks, durch das Geräusch eines Atemzugs im falschen Moment.Idris Elba und Rebecca Ferguson tragen Passagen des Films mit ruhiger Präsenz. Die Kamera von Barry Ackroyd fängt Gesichter und Räume mit dokumentarischer Genauigkeit ein, während Volker Bertelmanns Musik kaum hörbar, aber wirkungsvoll Spannung erzeugt. Alles wirkt bewusst reduziert, fast spröde, als wolle Bigelow vermeiden, dass Emotion über das Konzept hinauswächst.Inhaltlich ist “A House of Dynamite” zweifellos sehenswert. Doch nicht alles zündet, was Bigelow anlegt. Die Figuren bleiben in manchen Momenten distanziert, fast symbolisch. Der Film will viel, doch er schafft es nicht immer, seine Themen und Spannungsmomente in Einklang zu bringen. Trotz eindrucksvoller Szenen wirkt die Erzählung an manchen Stellen zu sehr mit sich selbst beschäftigt.Und trotzdem: Bigelow bleibt eine Meisterin der Atmosphäre. Sie inszeniert Macht und Ohnmacht mit der gleichen Ruhe, mit der andere Panik verbreiten. Ihr Film ist kein Spektakel, sondern ein Nachdenken über Kontrolle, Vertrauen und Verantwortung in Zeiten des Chaos. Am Ende bleibt weniger die Handlung als das Gefühl, Zeugin eines gewaltigen inneren Bebens gewesen zu sein.“A House of Dynamite” ist kein lauter Film, aber ein eindringlicher. Er fragt, wie lange man die Welt noch festhalten kann, wenn sie längst beginnt, sich selbst zu lösen. Get full access to Ronny Rüsch - Filmkritiker at hausmeisterronny.substack.com/subscribe
“The Lost Bus” auf Apple TV ist ein eindringlicher Film über Mut, Verantwortung und die stillen Momente, in denen Menschen über sich hinauswachsen. Regisseur Paul Greengrass, der sich schon in früheren Werken als Meister der realistischen Spannung erwiesen hat, erzählt hier eine wahre Geschichte, die unter die Haut geht. Ein Busfahrer und eine Lehrerin versuchen während des verheerenden “Camp Fire” in Kalifornien 2018, eine Gruppe von Schulkindern durch die Flammen in Sicherheit zu bringen. Dabei vermeidet der Film jede heroische Überzeichnung. Stattdessen vertraut er auf eine unaufgeregte, fast dokumentarische Erzählweise, die ihre Wirkung gerade durch Zurückhaltung entfaltet.Matthew McConaughey spielt den Busfahrer mit jener Mischung aus Erdung und Verletzlichkeit, die ihn zu einem der wenigen Hollywood-Stars macht, denen man eine solche Rolle ohne Pathos abnimmt. Sein Spiel ist körperlich, authentisch und frei von Effekthascherei. Ihm zur Seite steht America Ferrera, die als Lehrerin eine beeindruckende Ruhe und innere Stärke verkörpert. Gemeinsam tragen sie einen Film, der neben Explosionen auch auf Emotionen setzt. Man spürt die Angst, die Hitze und den Rauch, aber auch den unbeirrbaren Willen, zu handeln.Greengrass gelingt es, den Albtraum des Feuers mit filmischer Präzision einzufangen, ohne den menschlichen Kern zu verlieren. Die Bilder sind dicht, manchmal fast beklemmend, doch sie dienen nie der Sensation. Sie erzählen von Hilflosigkeit, Hoffnung und Zusammenhalt in einer Welt, die buchstäblich in Flammen steht. “The Lost Bus” ist kein Spektakel, sondern eine Erinnerung daran, dass Zivilcourage selten laut ist und dass es oft die unscheinbaren Menschen sind, die in entscheidenden Momenten Geschichte schreiben. Get full access to Ronny Rüsch - Filmkritiker at hausmeisterronny.substack.com/subscribe
“Tron: Ares” ist ein Film, den man trotz aller Schwächen gesehen haben sollte und zwar im Kino. Denn was Regisseur Joachim Rønning hier visuell entwirft, ist keine bloße Science Fiction, sondern ein ästhetisches Erlebnis aus Licht, Bewegung und Sound. Die Rückkehr ins “Grid”, diese ikonische, künstlich leuchtende Welt aus Neon und Dunkelheit, gelingt auf eine Weise, die zugleich vertraut und radikal modern wirkt. Der Film entfaltet auf der großen Leinwand eine Energie, die man in Zeiten formelhaft gestreamter Actionfilme kaum noch erlebt. Das ist die große Stärke von “Tron: Ares”. Dieser Film glaubt noch an das Kino.Doch so sehr das Auge verwöhnt wird, so wenig Futter bekommt der Kopf. Die Handlung wirkt oft fahrig, die Dialoge sind stellenweise schlicht und die Figuren bleiben seltsam flach. Man versteht, was sie tun, aber nicht immer, warum sie es tun. Es fehlt an innerer Notwendigkeit und an emotionaler Tiefe.Was “Tron: Ares” dennoch rettet, ist seine kompromisslose Sinnlichkeit. Der Film ist ein Fest für die Sinne. Die Kameraarbeit hypnotisiert, der Soundtrack von Nine Inch Nails schiebt sich wie ein dunkler Strom durch jede Szene und die Lichtarchitektur ist präzise komponiert. Gerade in den ruhigeren Passagen entfaltet sich ein melancholischer Sog, der an das ursprüngliche Versprechen des “Tron”-Universums erinnert, an die Sehnsucht nach der Verschmelzung von Mensch und Maschine.Trotz erzählerischer Schwächen bleibt “Tron: Ares” also ein Film, den man nicht einfach abtun kann. Er stolpert, aber er stolpert nach vorn. In einer Zeit, in der viele Blockbuster in kalkuliertem Zynismus erstarren, wagt dieser Film Pathos, Farbe und Vision. Vielleicht ist das sein größter Verdienst. Er erinnert daran, dass Kino mehr sein kann als nur ein Produkt. Nämlich Rausch und Idee zugleich. “Tron: Ares” ist kein perfekter Film, aber ein schöner Beweis dafür, dass Perfektion manchmal gar nicht das Ziel sein sollte. Get full access to Ronny Rüsch - Filmkritiker at hausmeisterronny.substack.com/subscribe
“Play Dirty” ist einer dieser Filme, die von Anfang an wirken, als wüssten sie nicht, weshalb sie existieren. Man sieht Geld, Aufwand und ein paar große Namen, aber nichts davon führt irgendwohin. Alles wirkt routiniert, glatt und gleichzeitig leer. Shane Black, der früher das Talent hatte, Action und Ironie zu verbinden, scheint hier vor allem sich selbst zu imitieren. Die Szenen folgen einander, ohne dass man das Gefühl hat, irgendetwas würde auf dem Spiel stehen.Mark Wahlberg spielt die Hauptfigur Parker mit der Energie eines Mannes, der schon weiß, dass das alles keine Bedeutung hat. Er ist da, spricht, läuft und kämpft, aber es bleibt nichts. Die Coolness wirkt aufgesetzt, die Härte wirkt müde, und selbst in den Momenten, die spannend sein sollen, bleibt der Film seltsam leblos.Die Geschichte will ein Heist-Thriller sein, irgendwo zwischen moralischem Dilemma und Hochglanz-Action, aber sie hat keine Richtung. Man merkt die Bemühung, clever zu sein, doch es fehlt der Kern. Alles wirkt wie zusammengestückelt, als hätte man Szenen aus besseren Filmen genommen und lose verbunden. Visuell ist “Play Dirty” perfekt ausgeleuchtet und makellos gefilmt, aber genau darin liegt das Problem. Nichts hat Kante. Nach Mut sucht man vergebens.Dieser Amazon-Film ist kein Desaster, er ist schlimmer. Ein Film, der völlig gleichgültig wirkt. Man schaut ihn, vergisst ihn und fragt sich, ob er überhaupt jemals wirklich stattgefunden hat. Get full access to Ronny Rüsch - Filmkritiker at hausmeisterronny.substack.com/subscribe
Als Disney+ die deutsche Version des französischen Serienhits “Dix pour cent” ankündigte, war der erste Reflex Skepsis. Braucht es wirklich noch ein weiteres Remake und dann auch noch im deutschen Kinobetrieb? Doch schon nach wenigen Folgen zeigt sich, dass “Call My Agent: Berlin” erstaunlich gut funktioniert. Im Zentrum steht die Künstleragentur “Stern”, die nach dem plötzlichen Tod ihres Chefs ums Überleben kämpft. Zwischen internen Machtkämpfen, verletzten Egos und branchentypischen Krisen wird schnell klar: Das Berliner Setting verleiht der bekannten Vorlage eine eigene Note.Die Besetzung kann sich sehen lassen. Karin Hanczewski überzeugt als ehrgeizige Agentin Sascha, Lucas Gregorowicz bringt trockenem Humor ins Spiel, und Dana Herfurth sorgt für frischen Wind. Prominente Gastauftritte von Moritz Bleibtreu, Iris Berben, Veronica Ferres, Katja Riemann, Heiner Lauterbach und Florence Kasumba verleihen der Serie zusätzlichen Reiz, vor allem, weil sie den Mut haben, ihre eigenen Eitelkeiten selbstironisch aufs Korn zu nehmen. Gerade diese Mischung aus bekannten Gesichtern und neuen Figuren hält die Folgen lebendig.Natürlich erfindet “Call My Agent: Berlin” das Rad nicht neu. Manche Szenen wirken etwas zu glatt, nicht jede Pointe zündet, und gelegentlich spürt man die Nähe zur französischen Vorlage. Doch unterm Strich überwiegt der positive Eindruck: Die Serie ist unterhaltsam, charmant und deutlich besser geraten, als viele erwartet hätten. Wer sich auf den Blick hinter die Kulissen der deutschen Film- und Fernsehbranche einlässt, macht mit dieser Adaption nichts falsch. Get full access to Ronny Rüsch - Filmkritiker at hausmeisterronny.substack.com/subscribe
“Black Rabbit” ist eine der stärkeren neuen Netflix-Serien dieses Jahres. Schon in den ersten Minuten spürt man, dass hier nicht einfach ein weiterer austauschbarer Thriller abgeliefert wurde. Die Serie punktet mit einer dichten, atmosphärischen Inszenierung, die das New Yorker Nachtleben ebenso glanzvoll wie bedrohlich einfängt.Jude Law überzeugt als Jake Friedken mit einer subtilen, fast schon eleganten Zurückhaltung. Sein Spiel macht deutlich, wie brüchig die Fassade des erfolgreichen Gastronomen ist. Jason Bateman wiederum verkörpert den Bruder Vince mit einer Mischung aus Tragik und unberechenbarer Energie. Die Chemie zwischen den beiden ist das Herzstück der Serie.Besonders gelungen ist, dass “Black Rabbit” klassische Themen wie Schuld, Familie und Loyalität nicht platt erzählt, sondern in Grautönen. Man sympathisiert mit Figuren, die moralisch längst nicht mehr unantastbar sind. Auch Nebenfiguren wie die Köchin Roxie oder der gehörlose Kredithai Joe Mancuso bekommen genug Tiefe, um im Gedächtnis zu bleiben.Optisch besticht die Serie durch eine düstere, körnige Bildsprache, die an Filme der 1970er erinnert und perfekt zur Story passt. Auch die Musik verstärkt die Spannung, ohne aufdringlich zu wirken.Natürlich ist “Black Rabbit” kein leichtes Entertainment, aber gerade das macht ihren Reiz aus. Wer Serien wie “Ozark” oder “Succession” mochte, wird hier fündig. “Black Rabbit” ist ein vielschichtiges Drama mit Thriller-Elementen, das immer wieder überrascht und seine Figuren ernst nimmt. Eine kluge und packende Serie, die zeigt, dass Netflix nach wie vor in der Lage ist, Qualität abzuliefern. Get full access to Ronny Rüsch - Filmkritiker at hausmeisterronny.substack.com/subscribe
Robert Redford war weit mehr als ein Schauspieler. Er war eine Ikone des amerikanischen Kinos und eine Persönlichkeit, die weit über Hollywood hinaus wirkte. In Klassikern wie "Butch Cassidy and the Sundance Kid", "Der Clou", "Die Unbestechlichen", "Der große Gatsby" oder "Jenseits von Afrika" prägte er Generationen von Kinobesuchern. Redford verkörperte den charmanten Außenseiter, den zweifelnden Helden, den Mann mit Prinzipien, immer charismatisch, aber nie glatt. Er war das Sinnbild einer Ära, in der Kino noch Abenteuer, Romantik und Haltung vereinte.Doch Redford blieb nie bei der Rolle des Stars stehen. Mit dem von ihm gegründeten Sundance Institute und dem Sundance Film Festival gab er dem unabhängigen Kino eine Stimme und schuf eine Plattform, die bis heute für kreative Freiheit und neue Perspektiven steht. Viele Filmemacherinnen und Filmemacher verdanken ihm ihre ersten Chancen, und unzählige Werke, die jenseits von Hollywood entstanden, erreichten dank seiner Vision ein weltweites Publikum.Auch als Regisseur und Produzent setzte er Akzente. Für "Eine ganz normale Familie" erhielt er 1981 den Oscar als bester Regisseur, später brachte er Werke wie "Quiz Show" oder "Der Pferdeflüsterer" auf die Leinwand. Seine Filme zeichneten sich durch psychologische Tiefe, subtile Moral und die Frage nach Verantwortung aus. Qualitäten, die in Hollywood nicht selbstverständlich sind.Darüber hinaus engagierte sich Redford früh für den Umweltschutz, für Bürgerrechte und für politische Transparenz. Er war ein liberaler Kopf, der sich nicht scheute, Missstände zu benennen, ohne laut oder populistisch zu werden. Seine Integrität machte ihn zum moralischen Gewissen einer Branche, die oft von Eitelkeit und Schnelllebigkeit geprägt ist.Robert Redford stand für Kino, das mehr war als bloßer Zeitvertreib: für Kunst, Haltung und die Überzeugung, dass Geschichten die Welt verändern können. Er war einer, der Hollywood Glanz gab, ohne sich selbst im Glitzer zu verlieren.Nun ist Robert Redford im Alter von 89 Jahren gestorben. Damit endet nicht nur eine beeindruckende Karriere, sondern auch eine Epoche, in der Schauspieler noch Legenden wurden, ohne Instagram, ohne Dauerlärm, nur mit Talent und Charisma. Sein Vermächtnis lebt in seinen Filmen, in Sundance und in all jenen, die sich von ihm inspirieren ließen. Eine Ära geht zu Ende, doch die Spuren, die er hinterlässt, werden bleiben. Get full access to Ronny Rüsch - Filmkritiker at hausmeisterronny.substack.com/subscribe
"Mountainhead" fängt stark an. Vier Tech-Milliardäre ziehen sich in ein abgeschottetes Anwesen in den Bergen zurück, während draußen die Welt im Chaos versinkt. Deepfakes, Künstliche Intelligenz und Desinformation reißen Gesellschaften auseinander, und die kleine Runde von Superreichen müsste sich eigentlich fragen, welche Verantwortung sie trägt. Die Ausgangslage wirkt packend, brisant und hochaktuell.Ab der Mitte verliert der Film jedoch spürbar seinen Fokus. Die moralischen und politischen Fragen, die zu Beginn klar im Raum stehen, werden nicht weitergeführt. Stattdessen verliert sich die Handlung in Absurditäten und Nebensträngen. Die Figuren entfernen sich voneinander, die satirische Zuspitzung verliert an Schärfe, und mit jeder Szene löst sich die anfängliche Spannung weiter auf. Was anfangs wie ein geschlossenes Kammerspiel mit gesellschaftlicher Wucht wirkt, verliert Schritt für Schritt den Halt und bleibt ohne klaren Fixpunkt.Am Ende bleibt der Eindruck eines Films, der zu viel wollte. Er sucht die Balance zwischen Satire, Thriller und moralischem Drama, doch die Ebenen verbinden sich nicht zu einer kraftvollen Erzählung. So verharrt "Mountainhead" im Ansatz. Das Potenzial ist spürbar, doch das erzählerische Rückgrat fehlt. Get full access to Ronny Rüsch - Filmkritiker at hausmeisterronny.substack.com/subscribe
"The Thursday Murder Club" ist ein Netflix-Film, bei dem man sich sofort zu Hause fühlt. Schon nach wenigen Minuten entfaltet sich diese besondere britische Mischung aus Witz, Wärme und einem Hauch Melancholie, die einen durch den Abend trägt. Das Setting, eine elegante Seniorenresidenz in Kent, wirkt wie eine kleine Insel der Ruhe, und doch vibriert darunter das Leben voller Geheimnisse, Erinnerungen und Vitalität.Helen Mirren, Pierce Brosnan, Ben Kingsley und Celia Imrie spielen mit einer Lust und Selbstverständlichkeit, die sofort überspringt. Jeder Satz, jeder Blick ist geschliffen und nie gekünstelt. Man merkt, dass diese Schauspielerinnen und Schauspieler ihre Rollen genießen, und das übt einen besonderen Reiz aus.Die Geschichte hat nicht das Tempo eines Thrillers, sondern den Rhythmus einer guten Tasse Tee am Nachmittag. Gerade diese Entschleunigung fesselt. Man fühlt sich, als säße man selbst im Klub, rätselte mit und lachte über die Absurditäten des Lebens.Besonders schön ist der Blick auf das Alter. Hier stehen Klugheit, Witz und jugendlicher Eigensinn im Mittelpunkt. Es ist ein liebevoller Gegenentwurf zu Geschichten, die ältere Menschen an den Rand drängen. In diesem Film sind sie die Helden.Dazu kommt eine Atmosphäre, die man beinahe riechen und fühlen kann. Gepflegte Rasenflächen, knarzende Dielen und stille Abende im Gemeinschaftsraum. Alles wird so warm erzählt, dass man am Ende gar nicht mehr weiß, ob man einen Kriminalfilm gesehen hat oder eine Ode an das Leben, das niemals stillsteht. Get full access to Ronny Rüsch - Filmkritiker at hausmeisterronny.substack.com/subscribe
























Was freue ich mich schon auf Ronnys Himbeere zu 'Moonfall'. Wenn dem nicht so ist, höre ich OuH nie wieder.