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Kulturplatz Talk
Kulturplatz Talk
Author: Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)
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© 2026 SRG SSR
Description
Relevant, aktuell, vielseitig: Der «Kulturplatz Talk» ist das Gesprächsformat rund um Gesellschafts- und Kulturthemen.
«Kulturplatz Talk» will für Kultur begeistern und behält dabei die wichtigsten Akteure und Ereignisse des Kulturbetriebes im Blick. Hier kommen Stimmen aus Literatur, Musik, Kunst und Gesellschaft zu Wort. Persönlich, pointiert und nah an der Gegenwart – der «Kulturplatz Talk» sucht den Dialog mitten im Leben und bringt Kultur ins Gespräch. Montag bis Freitag auf Radio SRF 2 Kultur.
«Kulturplatz Talk» will für Kultur begeistern und behält dabei die wichtigsten Akteure und Ereignisse des Kulturbetriebes im Blick. Hier kommen Stimmen aus Literatur, Musik, Kunst und Gesellschaft zu Wort. Persönlich, pointiert und nah an der Gegenwart – der «Kulturplatz Talk» sucht den Dialog mitten im Leben und bringt Kultur ins Gespräch. Montag bis Freitag auf Radio SRF 2 Kultur.
157 Episodes
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Andrew Lloyd Webers Stück stiess in den 70er Jahren eine neue Entwicklung von Musicals an: weg vom Broadway-Sound, hin zu zeitgenössischer Musik und einer neuen Ernsthaftigkeit. Ob das heute noch funktioniert, ist anhand der Neuinszenierung an den Bühnen Bern Thema im Kulturplatz Talk mit Luca Koch.
Von Elon Musk hängen ganze Staaten ab. Wie es dazu kam, beschreiben Quinn Slobodian und Ben Tarnoff in ihrem neuen Sachbuch «Muskismus». Sie deuten Musk darin als politisches Projekt. Olivia Röllin stellt das Buch und die wichtigsten Thesen der Autoren vor.
Der argentinische Klarinettist Giora Feidman hat die Klezmermusik aus der Folklore-Nische in die Konzertsäle geholt. Feidman verbinde einen eigenen Sound mit polyglotter Offenheit und grossem ethischen Sendungsbewusstsein, sagt SRF-Musikredaktorin Elisabeth Baureithel im Talk mit Felix Münger.
Der am 25. März 1936 in Buenos Aires geborene Klarinettist prägte wie kaum ein anderer die Wiederentdeckung der Klezmer-Musik. Er löste sie aus dem rein folkloristischen Kontext, brachte sie auf grosse Bühnen und verband sie mit Klassik, Tango, Jazz und Filmmusik. Was macht seinen Ton so unverwechselbar? Und wie wirkt seine Idee von Musik als Sprache der Versöhnung heute?
Die Kunstmuseen Aarau und Solothurn zeigen mit «Mehr Licht» eine einzigartige Schau zur Schweizer Videokunst, ko-kuratiert von Aufdi Aufdermauer. Er bietet Künstlerinnen und Künstlern seit Jahrzehnten technischen Support – «als Werkzeug der Kunst», wie er im Gespräch mit Host Felix Münger sagt.
Aufdi Aufdermauer gilt als «Geburtshelfer» vieler namhafter Schweizer Videokünstlerinnen und -künstler – von Dieter Roth über Pipilotti Rist bis Roman Signer. Sie und viele mehr werden in der Doppelausstellung in Aarau und Solothurn gewürdigt. Die von Aufdi Aufdermauer gegründete genossenschaftlichen Firma Videocompany in Zofingen stellt von der Kamera über Musikboxen bis zu Monitoren sämtliches technisches Material zur Verfügung, das es zur Realisierung von Videokunst braucht. Auch betreut die Firma ein Archiv der Schweizer Videokunst und beschäftigt sich mit der Frage, wie sich Videokunst vergangener Jahrzehnte konservieren lässt, die technisch längst überholt ist.
Pepe Lienhard wird 80 – und feiert seinen Geburtstag mit einer «Celebration Tour» durch elf Schweizer Städte. Mit dabei sind seine Big Band, alte und neuere Hits und eine paar Streicher:innen extra. Bevor er auf Tour geht, erzählt Pepe Lienhard aus seinem Leben voller Musik.
Musik gemacht hat Pepe Lienhard bereits in der Schule. 1980 gründete er das Pepe Lienhard Orchester, mit dem er bei zahlreichen Galas und offiziellen Bällen auftrat. Der aus dem Aargau gebürtige Bandleader und sein Orchester standen unter anderem mit internationalen Stars wie Sammy Davis jr. und Frank Sinatra auf der Bühne. Beinahe 40 Jahre lang war Pepe Lienhards Bigband das Begleitorchester von Udo Jürgens auf all seinen Tourneen. Im Kulturplatz Talk unterhält sich Pepe Lienhard mit Host Barbara Peter über die Liebe zu Musik und zum Bigband-Sound und die unermüdliche Lust am Touren.
Vor 20 Jahren wurde der Kurznachrichtendienst Twitter gegründet. Der Anfang einer Erfolgsgeschichte, die auch ein Stück Zeitgeschichte spiegelt. Dazu gehört auch, dass Elon Musk den Dienst kaufte und 2023 in «X» umbenannte.
Die Geschichte des Kurznachrichtendienstes ist eine Erfolgsgeschichte aus der Social-Media-Welt, in der sich auch ein Stück Zeitgeschichte spiegelt. Twitter sorgte immer wieder für Diskussionen. Kritische Stimmen beklagten mangelnde Massnahmen gegen Hate Speech oder die Verbreitung von Falschnachrichten über die Tweets. Getwittert wurde überall und von allen. Auch viele Promintente zwitscherten mit. Nicht zuletzt US-Präsident Donald Trump während seiner ersten Amtszeit. Mittlerweile hat Trump seinen eigenen Kanal Truth Social eingerichtet, auch das ein Schritt, der zeigt, wie eng Social Media und Zeitgeschichte verbunden sind.
Die beste Medizin nützt wenig, wenn sie falsch eingenommen wird. Das passiert häufiger, wenn Informationen für Patientinnen und Patienten schwer verständlich sind. Ein Projekt der Universität Bern und des Inselspitals bringt Mediziner und Laien zusammen, um dieses und andere Probleme anzugehen.
Medizinische Laien sagen Ärztinnen und Ärzten, was sie besser machen können. So lässt sich das Projekt PPI umschreiben. Die Universität Bern und das Inselspital Bern arbeiten dafür zusammen mit Patientinnen und Angehörigen. Die medizinischen Laien können in diesem Projekt ihre Erfahrungen mit medizinischen Behandlungen einfliessen lassen und Auskunft geben zu Fragen wie: Wie verständlich sind bestimmte Erklärvideos oder andere medizinische Handlungsanweisungen? Lassen sich bestimmte verordnete Praktiken oder Medikamenteneinnahmen sinnvoll in den Alltag integrieren? Host Barbara Peter spricht mit Dr. Anna Wenning und Andri Mani, der als Laie am PPI-Programm mitwirkt.
Kunst geht ins Gefängnis. Karoline Schreiber hat für das Gefängnis in Pfäffikon fünf grosse Wandbilder geschaffen. Die Motive sind von der Natur inspiriert. Was machen Kunstwerke wie diese mit den Menschen in Haft? Und wer bestimmt darüber, welche Art von Kunst die Inhaftierten zu sehen bekommen?
Bei Kunst im Gefängnis denken manche vielleicht an therapeutisches Malen und Zeichnen, das es auch in Haftanstalten gibt. Doch neben den Werken, die von Inhaftierten gefertigt werden, gibt es auch Werke, die von Kunstschaffenden für das Gefängnis erdacht und angefertigt werden. Was ist für Kunstschaffende interessant daran, für ein Gefängnis zu arbeiten? Ist die Kunst, die in einer Haftanstalt gezeigt wird, anders als Kunst, die ausserhalb von Gefängnismauern zu sehen ist? Und was verspricht man sich davon, Kunst hinter Gittern zu installieren? Diese und andere Fragen besprechen Sibilla Semadeni und Host Florian Hauser.
Aufgewachsen in Teheran, kam Amir Gudarzi 2009 als junger Asylsuchender nach Österreich. Inzwischen hat er sich im deutschen Sprachraum als Autor und Dramatiker etabliert. Im Kulturplatz Talk spricht er mit Barbara B. Peter über seinen heutigen Blick auf den Iran und dessen Kultur.
Die deutsche Sprache sei seine Verbündete, sagt Amir Gudarzi. Sie öffne ihm neue Räume, und in ihr habe er nicht die Demütigungen erfahren wie in Farsi, seiner Muttersprache. In seinem Roman «Das Ende von allem» verwebt er eigene und beobachtete Erlebnisse aus der Jugend in Teheran, seinem Weg zum Theater, seiner Flucht und seinem Stranden in Österreich. Gudarzi war 2009 geflüchtet, als es nach der Wiederwahl von Präsident Mahmud Ahmadineschad zahlreiche Verhaftungen und Tote gab. Eigentlich hatte der 1986 geborene Gudarzi das Ziel England gehabt, er blieb dann in Wien und ist seit 2017 österreichischer Staatsbürger.
Im Kulturplatz Talk bei Barbara B. Peter erzählt Amir Gudarzi von seiner aktuellen Arbeit, seinem Blick auf den Iran heute und dessen Kulturleben. Ausserdem verrät er, wie es gekommen ist, dass er zum Fan von Mani Matter wurde.
Buchhinweis:
Amir Gudarzi. Das Ende ist nah. 416 Seiten. Roman. Verlag dtv. München, 2023.
Sendungshinweis:
Sternstunde Philosophie vom 15.3.2026: Der Iran-Krieg und die Geopolitik der Gegenwart.
Das Gespräch unter der Leitung von Yves Bossart mit Kamran Safiarian, deutsch-iranischer Politikwissenschaftler und Journalist, und Cyrus Schayegh, Historiker und Nahost-Experte vom «Geneva Graduate Institute».
Den Link zur Sendung finden Sie unter «Mehr zum Thema» auf dieser Sendungsseite.
Am Sonntag ist es wieder soweit: Die Oscars werden verliehen, die bekannten und begehrten Film-Trophäen. Die grosse Branchen-Gala Hollywoods ist für Filmfans ein Must. In diesem Jahr werden Auszeichnungen in 24 Kategorien verliehen, darunter ein erstmals ausgelobter Preis für Casting-Regisseure.
Es ist die grosse Nacht des Hollywood-Glamours: die Oscar Verleihung. Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences ehrt Filme und Filmschaffende des Kinojahres 2025 mit Auszeichnungen in 24 Kategorien. Die Oscar-Nominierungen wurden bereits im Januar bekanntgegeben. Am häufigsten genannt wurde der Horrorfilm «Blood & Sinners» von Ryan Coogler, der Preischancen in 16 Kategorien hat. SRF-Filmredaktor Enno Reins hat die Oscar-Nacht am Fernsehen verfolgt. Im Gespräch mit Florian Hauser erzählt er von ausgezeichneten Filmen und geehrten Stars, grossen Gefühlen und kleinen Pannen.
Die neue Oper von Olga Neuwirth und Elfriede Jelinek im Opernhaus Zürich zeigt eine groteske Parabel auf Macht, Gewalt und den moralischen Zustand unserer Welt. Noch selten sei Oper so am Puls der Zeit gewesen, sagt SRF-Musikredaktorin Annelis Berger im Gespräch mit Host Felix Münger.
«Monster’s Paradise» ist sowohl inhaltlich als auch in der künstlerischen Umsetzung radikal. Das Musiktheater leuchtet auf politische Abgründe und auf den Zerfall von gesellschaftlichen Gewissheiten. Auf der Bühne stehen zwei Alter Egos der beiden Künstlerinnen Olga Neuwirth und Elfriede Jelinek. Sie führen durch eine grotesk überzeichnete Welt, in der das titelgebende Monster gegen einen tyrannischen Herrscher kämpft. Musikalisch verbindet Neuwirth klassische Opernformen mit Film- und Popästhetiken. Regisseur Tobias Kratzer setzt das Werk multimedial in Szene. Das Spektakel fordert heraus, irritiert und überrascht. Muss Oper heute so sein, in einer Zeit, in der die Realität grotesker wirkt als alle Fiktion?
Pro Sekunde verschwindet in der Schweiz ein Quadratmeter Boden unter Asphalt und Beton. Freiwillige geben Gegensteuer: Sie brechen versiegelte Flächen auf. Doch was bringt das? Zu Gast bei Host Felix Münger ist SRF-Kulturredaktor Raphael Zehnder.
Im Sommer ist der Temperaturunterschied zwischen Stadt und Umland besonders gross: Nachts kühlen die Beton- und Asphaltmassen nur wenig ab. Hinzu kommt: Das Regenwasser fliesst in die Kanalisation statt ins Grundwasser.
In vielen Regionen versuchen nun Freiwillige Gegensteuer zu geben: Sie brechen versiegelte Flächen auf – streng legal und in Absprache mit Eigentümerinnen und Eigentümern. Was motiviert «Asphaltknackerinnen» und «Asphaltknacker» in ihrem scheinbaren Kampf gegen Windmühlen? Im Talk zu Wort kommen unter anderem ökologisch Engagierte aus dem Raum Basel, die in der dortigen Aktion «Gemeinsam aufbrechen» mitanpacken.
Von Adrian von Bubenberg bis Alfred Escher – die Schweiz erinnert mit vielen Denkmälern an prägende Figuren und Ereignisse von früher. In der Erinnerungskultur würden indessen Minderheiten ohne Lobby oft durch die Maschen fallen, sagt Kulturredaktorin Hannah Krug im Talk mit Host Felix Münger.
Ausgehend vom aktuellen ETH Projekt «A future for whose past?» zeigt sie, warum unsere Erinnerungskultur blinde Flecken hat – etwa bei Saisonniers, Obdachlosen oder Subkulturen wie den Skatern. Denkmäler, Strassennamen und historische Gebäude prägen, woran wir uns als Gesellschaft erinnern. Doch vieles, was Minderheiten und Menschen ohne politische Lobby betrifft, verschwindet aus dem kollektiven Gedächtnis. Welche Geschichten fehlen in unseren Städten? Und wie lässt sich Erinnerung inklusiver gestalten?
Der renommierte Schweizer Autor Christian Haller erforscht in seinem neuen Buch «Einfallende Dämmerung» literarisch das Lebensgefühl im hohen Alter. Prägend seien nicht nur körperliche Grenzen, sondern auch neue beglückende Freiheiten, sagt der Autor im Gespräch mit Host Felix Münger.
Christian Haller ist eben erst 83 geworden. In seiner Novelle «Einfallende Dämmerung» schildert er einen Naturwissenschafter, der an seinem 80. Geburtstag spürt, dass er nun in eine neue Lebensphase tritt. Neben dem Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden, entdeckt der Protagonist eine neue innere Weite. Sie erlaubt es ihm, anders – gelassener und versöhnlicher – auf die Welt und sein eigenes Leben zu blicken. Christian Haller erzählt, was seine Figur mit ihm selbst zu tun hat: Die beiden sind nicht nur gleichaltrig, sondern verfügen beide über einen naturwissenschaftlichen Hintergrund. Wie sehr begreift der Dichter und studierte Zoologe Christian Haller sein Schreiben auch als forschen?
Buchhinweis: Christian Haller. Einfallende Dämmerung. 140 Seiten. Luchterhand, 2026.
Länger gut leben. Das wollen eigentlich alle. Aber was bedeutet das genau? Welche Anpassungen im Alltag wären nötig? Und wie sinnvoll ist es, der Longevity den Genuss in der Gegenwart zu opfern? Darüber spricht im Kulturplatz Talk Barbara B. Peter mit Yves Bossart von der Sternstunde Philosophie.
Wir werden immer älter, aber das ist einigen nicht genug. Die Longevity-Bewegung verspricht, den Alterungsprozess verlangsamen zu können. Da spricht einiges dafür und vieles dagegen. Die Wissenschaft forscht mit Hochdruck zum Thema, laufend werden neue Therapien erfunden und auf den Markt gebracht. Sternstunde-Moderator Yves Bossart hat sich für einen SRF-Dokumentarfilm selbst durchchecken lassen und während eines halben Jahres so einiges ausprobiert. Ausserdem hat er mit einer Reihe von Experten gesprochen. Zwei davon hat er in die Sternstunde Philosophie vom 8. März eingeladen. Über seine Erfahrungen und Erkenntnisse spricht Yves Bossart im Kulturplatz Talk mit Barbara B. Peter.
Weitere Sendungen zum Thema:
SRF DOK vom 5.3.2026: Longevity – Auf der Suche nach einem erfüllten Leben
Sternstunde Philosophie vom 8.3.2026: Ist Altern eine Krankheit? Über den Traum vom langen Leben
Die Links zu den Sendungen finden Sie unter «Mehr zum Thema» auf dieser Sendungsseite.
Während junge Schauspielerinnen gefragt sind, gehen die Rollen-Angebote ab dem Mittleren Alter für Frauen meist zurück. Männliche Schauspieler betrifft das bis heute weniger. Wie das ausgeglichen werden könnte, ergründet im Kulturplatz Talk SRF-Theaterredaktorin Dagmar Walser bei Barbara B. Peter.
Berufswechsel mit 50? Aber klar. Eine neue Partnerschaft mit 60? Sicher! Das Leben der Frauen in und nach der Menopause ist vielfältig und spannend. Sieht man davon etwas im Theater? Kaum. Aber warum eigentlich nicht? Warum verschwindet ein grosser Teil der Schauspielerinnen still und leise von der Bühne, sobald sie ein reiferes Alter erreichen? Wie unterscheidet sich die freie Szene vom Stadttheater? Und wo gibt es schon heute Ansätze, um älteren Schauspielerinnen ebenso spannende Rollen zu verschaffen, wie sie die Schauspieler sie schon immer hatten? Diesen Fragen geht im Kulturplatz Talk SRF-Theaterredaktorin Dagmar Walser im Gespräch mit Barbara B. Peter nach.
Eine Oper aus dem KZ Theresienstadt: Der Kaiser von Atlantis von Viktor Ullmann und Peter Kien ist ein erschütterndes Zeitdokument – und ein Werk von großer künstlerischer Kraft. Musikwissenschaftlerin Heidy Zimmermann stellt im Kulturplatz Talk eine neue Faksimile-Edition der Originalquellen vor.
Der Kaiser von Atlantis entstand im Ghettolager Theresienstadt und gehört heute zu den eindringlichsten Opern des 20. Jahrhunderts. Komponist Viktor Ullmann und Librettist Peter Kien erzählen darin die Parabel eines Herrschers, der den totalen Krieg ausruft – bis der Tod selbst in Streik tritt. Geprobt wurde das Werk im Lager, zur Aufführung kam es damals nicht; beide Künstler wurden 1944 in Auschwitz ermordet.
Im Kulturplatz Talk spricht Gastgeberin Rahel Giger mit der Musikwissenschaftlerin Heidy Zimmermann von der Paul Sacher Stiftung über Entstehung, Überlieferung und Aktualität des Werks. Eine neue Faksimile-Ausgabe macht die Originaldokumente erstmals umfassend zugänglich – fragile Quellen, die Musik-, Zeit- und Erinnerungsgeschichte zugleich erzählen.
Buchhinweis:
Viktor Ullmann: Der Kaiser von Atlantis oder die Tod-Verweigerung. Spiel in einem Akt von Peter Kien, Faksimile der Quellen, hrsg. von Heidy Zimmermann. Eine Publikation der Paul Sacher Stiftung, erschienen im Bärenreiter-Verlag 2025.
Allmächtig und allwissend – die Künstliche Intelligenz gilt manchen Menschen als regelrechte Religion. Was steckt dahinter? Und was sind die Folgen? Host Felix Münger diskutiert mit SRF-Digitalredaktor Jürg Tschirren darüber, was die Vergöttlichung der KI für unsere Gesellschaft bedeutet.
Die Künstliche Intelligenz dringt rasant in unseren Alltag vor – und wird zunehmend mit göttlichen Attributen in Verbindung gebracht. Manche sehen in ihr bereits eine Art neue Religion. Andere fürchten eine übermächtige Technologie, die sich dereinst der menschlichen Kontrolle entziehen könnte. Im Kulturplatz Talk ordnen wir diese Tendenzen ein, fragen nach den Ursachen der religiösen Überhöhung und diskutieren, was KI tatsächlich leisten kann – und wo Mythen beginnen.
Allgegenwärtig ist seine Musik, tausendfach wird sie gespielt und immer wieder neu aufgenommen. Und weil sie so eingängig ist und überraschen kann, ohne zu überfordern, suchen wir gern auch hinter ihr nach dem Geheimnis: Wer war dieser Mozart?
Natürlich wissen wir einiges über ihn: Dass er ein Wunderkind war und rätselhaft begabt, dass er jung gestorben ist. Aber das reicht uns ja nicht: Geheimnisse brauchen Erklärungen und laden ein zu vielfältigen Projektionen. Wir wollen Geschichten und füllen das unerklärliche Rätsel des Genies mit Drama, Liebe und Wahnsinn. Aktuell wieder in einem Remake des berühmten ‘Amadeus’-Films von Milos Forman oder in der Serie ‘Mozart/Mozart’, in der Amadeus seine Schwester unterdrückt, drogensüchtig ist und nicht komponieren kann und sein Vater eine schwarze Geliebte hat. Was sagt das alles über uns selbst?
«Nation of Strangers. Unsere Heimat sind wir» heisst das neue Buch der Autorin Ece Temelkuran, die inzwischen in Berlin lebt. SRF-Literaturredaktorin Franziska Hirsbrunner erzählt bei Barbara B. Peter, warum sich die Lektüre auch für Menschen lohnt, die keine Absicht haben, ihr Land zu verlassen.
In ihrem Roman «Stumme Schwäne» hat Ece Temelkuran den Militärputsch von 1980 aus der Sicht von zwei achtjährigen Kindern beschrieben. Das war 2015. Seither lebt sie im Exil und hat statt Romane politische Analysen beispielsweise für die New York Times, den Spiegel und den Guardian verfasst. Und als gefragter Gast von hochkarätigen Podien reist Temelkuran um die Welt. Doch Im Alltag ist sie eine Intellektuelle im Exil, die wie alle anderen Aslybewerbenden auf Ämtern Schlange stehen muss. Über diese Gegensätze schreibt sie in ihrem aktuellen Buch «Nation of Strangers. Unsere Heimat sind wir». In diesem Sachbuch verbindet sie erhellende Analysen mit gekonnten «Micro-Romanen», sagt SRF-Literaturredaktorin Franziska Hirsbrunner, die bei Barbara B. Peter zu Gast ist.
Buchhinweis: Ece Temelkuran. «Nation of Strangers. Unsere Heimat sind wir». 2026, Rowohlt Verlag, Hamburg.



