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Paläotalk
Paläotalk
Author: Luan Thomas
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© Luan Thomas
Description
Paläontologie ist mehr als Dinosaurierknochen ausbuddeln in der Wüste – es ist eine faszinierende Reise in die Vergangenheit zu uralten Ökosystemen oder gigantischen und seltsamen Kreaturen, die heute ausgestorben sind. „Paläotalk“ will diesen Wundern der Urzeit auf die Schliche kommen - und das mit zahlreichen Forscher:innen aus allen erdenklichen Bereichen. Moderiert vom Journalisten Luan Thomas ist jede Folge eine Zeitreise zurück in die Vergangenheit. Fachlich fundiert, unterhaltsam erzählt und voller Aha-Momente.
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©Bildcopyright: Joschua Knüppe
©Musikcopyright: Oskar Schillings
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©Bildcopyright: Joschua Knüppe
©Musikcopyright: Oskar Schillings
28 Episodes
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Die Gattung Paranthropus, auch als „Nussknacker-Mensch“ bekannt, gilt als einer der markantesten Seitenzweige der frühen Homininen. Ihre Fossilien stammen aus einem Zeitraum von etwa 1,4 bis 2,8 Millionen Jahren und wurden bislang vor allem aus Süd- und Ostafrika beschrieben. Charakteristisch sind die massiven Kiefer und Zähne, die auf eine spezialisierte Ernährungsweise mit harter oder stark abrasiver Nahrung hindeuten.Eine nun in Nature veröffentlichte Studie erweitert dieses Bild grundlegend: Im Norden Äthiopiens wurde im Gebiet Afar erstmals ein Paranthropus-Fossil entdeckt – rund 1000 Kilometer weiter nördlich als bisher bekannte Fundorte. Der Fund besteht aus einem Teil eines Unterkiefers aus dem Forschungsgebiet Mille-Logya und wurde unter der Leitung von Zeresenay Alemseged entdeckt und gemeinsam mit dem Paläontologen Fred Spoor vom Natural History Museum London weiter untersucht. Mit Letzterem sprechen wir heute über die Bedeutung dieses außergewöhnlichen Fundes, seine Auswirkungen auf die Verbreitung von Paranthropus und darüber, wie neue Fossilien das Bild unserer frühen menschlichen Verwandten Schritt für Schritt erweitern.Hier das Paper, an dem Fred mitgewirkt hat: https://www.nature.com/articles/s41586-025-09826-xUnd noch mehr Paläotalk gibt es auf Instagram: https://www.instagram.com/palaeotalk..©Bildcopyright: atelier_daynes
Mit bis zu vier Metern Schulterhöhe gehörte Deinotherium zu einem der größten Rüsseltiere seiner Zeit. Als früher Vertreter seiner Gruppe, zu denen auch heutige Elefanten zählen, lebte diese beeindruckende Gattung vom Miozän bis ins frühe Pleistozän in Europa, Afrika und Asien – und war über Millionen Jahre hinweg äußerst erfolgreich. Seinen Namen verdankt das „Schreckenstier“ den gewaltigen Ausmaßen, doch sein auffälligstes Merkmal sind die nach unten gebogenen Stoßzähne im Unterkiefer. Diese ungewöhnlichen Stoßzähne geben bis heute Rätsel auf. Abnutzungsspuren und Beschädigungen deuten darauf hin, dass Deinotherium sie bei der Nahrungsaufnahme einsetzte – etwa zum Schälen von Baumrinde oder zum Umformen von Pflanzenmaterial. Auch sein Körperbau sowie chemische Analysen des Zahnschmelzes sprechen dafür, dass das Tier vor allem in bewaldeten Lebensräumen unterwegs war und sich von Blättern, Zweigen und Rinde ernährte. In dieser Folge von Paläotalk spricht Paläontologin Manuela Aiglstorfer über die Lebensweise dieser außergewöhnlichen Rüsseltiere, ihre Rolle in urzeitlichen Waldökosystemen und darüber, was dieses Tier bis heute so besonders macht.Und noch mehr Paläotalk gibt es auf Instagram: https://www.instagram.com/palaeotalk..©Bildcopyright: Manuela Aiglstorfer
Ein verdrehter Kiefer, seitlich stehende Zähne – und vielleicht eines der ungewöhnlichsten „Mahlwerke“ der frühen Wirbeltiergeschichte: Forschende haben im Nordosten Brasiliens eine neue Art eines frühen Landwirbeltiers beschrieben – Tanyka amnicola. Gefunden wurden bislang neun isolierte Unterkiefer aus der Pedra-de-Fogo-Formation. Doch gerade diese Kiefer verraten Erstaunliches. Die Zähne zeigen nach außen und bilden zusammen mit kleinen Zähnchen auf der Innenseite eine reibende Oberfläche – möglicherweise eine Art biologisches Mahlwerk.Das deutet darauf hin, dass Tanyka zumindest teilweise pflanzliche Nahrung zerkleinerte, obwohl viele seiner nahen Verwandten Fleischfresser waren. Noch erstaunlicher: Das Tier gehörte zu einer sehr alten Gruppe früher Tetrapoden, deren Blütezeit eigentlich schon Millionen Jahre zuvor lag. Mit Wirbeltierpaläontologe Jörg Fröbisch vom Naturkundemuseum Berlin sprechen wir in dieser Folge von Paläotalk über Tanykas ungewöhnliche Anatomie – und darüber, was seine Kiefer über die Evolution früher Landwirbeltiere verraten.Und noch mehr Paläotalk gibt es auf Instagram: https://www.instagram.com/palaeotalk..©Bildcopyright: Joschua Knüppe
Lange Zeit galt die Haut von Sauropoden als schlicht und farblich kaum differenziert. Neue Fossilfunde aus der Morrison-Formation in Montana stellen diese Annahme infrage. Erstmals gibt es Hinweise auf mögliche Farbmuster bei Sauropoden, basierend auf fossiler Haut juveniler Diplodociden aus der Mother’s Day Quarry. Die Haut zeigt zwei erhaltene Epidermisschichten mit unterschiedlichen Mikrostrukturen und Kohlenstoffdichten. In der äußersten Schicht finden sich längliche Körper, die als Melanosomen interpretiert werden, sowie weitere scheibenförmige Mikrostrukturen, deren genaue Funktion noch unklar ist.In dieser Folge von Paläotalk erläutert Dr. Emanuel Tschopp, Paläontologe und Sauropoden-Experte aus Berlin, welche Bedeutung diese Befunde für die Rekonstruktion von Dinosaurierhaut, Physiologie und möglicher Tarnung haben – und warum selbst unscheinbare Hautreste helfen, das Erscheinungsbild der größten Landtiere der Erdgeschichte neu zu bewerten.Das Paper zur Studie, über die Haut von Diplodocus findet ihr hier: https://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=&ved=2ahUKEwi__72ho5WTAxXt9LsIHYH5DCQQFnoECBwQAQ&url=https%3A%2F%2Froyalsocietypublishing.org%2Frsos%2Farticle%2F12%2F12%2F251232%2F364075%2FFossilized-melanosomes-reveal-colour-patterning-of&usg=AOvVaw02x5n5RatT-RM_WV1wHpsb&opi=89978449Und noch mehr Paläotalk gibt es auf Instagram: https://www.instagram.com/palaeotalk..©Bildcopyright: Joschua Knüppe
Die vierteilige Dokumentationsserie The Dinosaurs von Netflix nimmt die Zuschauenden mit auf eine Reise durch etwa 165 Millionen Jahre Erdgeschichte – von den allerersten Dinosauriern bis zu ihrem dramatischen Ende am Ende der Kreidezeit. Eine hochwertige filmische Umsetzung verbindet wissenschaftliche Grundlagen mit Steven Spielberg als Executive Producer – dem Regisseur, der mit Jurassic Park für viele das Bild von Dinosauriern im Film geprägt hat – während die Erzählung von Oscar‑Preisträger Morgan Freeman übernommen wird.Doch wie viel ist in The Dinosaurs wirklich auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft? Mit Paläoartist Joschua Knüppe besprechen wir alle vier Folgen hinsichtlich ihrer wissenschaftlichen Genauigkeit. Beginnend mit frühen Dinosaurierformen wie Marasuchus, über gigantische Pflanzenfresser wie Plateosaurus und Mamenchisaurus, bis hin zu bekannten Fleischfressern wie Tyrannosaurus rex und Allosaurus.Joschuas Streams findet ihr jeden Freitag, Samstag und Sonntag hier: https://www.twitch.tv/paleostreamUnd noch mehr Paläotalk gibt es auf Instagram: https://www.instagram.com/palaeotalk..©Bildcopyright: Netflix
Die miozäne Pebas-Formation erstreckt sich über mehr als eine Million Quadratkilometer und umfasst heute Regionen in Brasilien, Peru, Ecuador und Kolumbien. Entstanden im Vorlandbecken der aufsteigenden Anden, dokumentieren ihre Ablagerungen ein riesiges Seen- und Sumpfsystem. Berühmt ist die Pebas-Formation nicht nur für ihre außergewöhnlich reichen Fossilien von Mollusken, sondern vor allem für eine bizarre und extrem vielfältige Krokodilfauna.Hier lebten riesige Kaimane, langschädelige Gaviale, die man sonst vor allem aus Asien kennt, spezialisierte Muschelfresser mit stumpfen Zähnen und sogar Formen, die vermutlich im Schlamm nach Kleinstlebewesen suchten. Gemeinsam mit dem österreichischen Paläontologie- und Krokodil-Enthusiasten Armin Reindl reisen wir in dieses versunkene Südamerika-Paradies und sprechen über Evolution, Anpassung und darüber, warum einige der Krokodile der Pebas-Formation zu den faszinierendsten Spezialisten der Erdgeschichte gehören.Und noch mehr Paläotalk gibt es auf Instagram: https://www.instagram.com/palaeotalk..©Bildcopyright: Denise Seimet
Mit der Entdeckung von Spinosaurus mirabilis erweiterte sich vor genau einer Woche das Bild der wohl rätselhaftesten Raubdinosaurier-Gruppe überhaupt. Der Fund aus dem zentralen Sahara-Becken in Niger offenbart eine spektakuläre Besonderheit dieser zweiten Spinosaurus-Art: einen markant geschwungenen, säbelartigen Schädelkamm, der zu Lebzeiten vermutlich von einer auffälligen Horn- oder Keratinschicht überzogen war. Gleichzeitig widerspricht der Fund bisherigen Vorstellungen, dass Spinosaurier primär küstennahe Lebensräume bevorzugten. Spinosaurus mirabilis lebte offenbar weit im Landesinneren, bis zu 1.000 Kilometer von der damaligen Küstenlinie entfernt, in einem von Flusssystemen durchzogenen Waldgebiet. Statt ein Meeresräuber zu sein, war er vermutlich ein Wat- und Uferjäger in ausgedehnten Flusslandschaften. Gemeinsam mit dem Paläontologen Maximilian Kellermann, der bereits zuvor zu Gast war, ordnen wir die Entdeckung in die Evolution von Spinosaurus ein - eine Geschichte die noch lange nicht vollständig erzählt ist!Hier die angesprochene Folge von "Weird & Death": https://open.spotify.com/episode/5aQReacYXcFN6Qypul1Hqu?si=dfLQeYx8SQyFl3ISGrczSAUnd noch mehr Paläotalk gibt es auf Instagram: https://www.instagram.com/palaeotalk..©Bildcopyright: Dani Navarro
Mit Flügelspannweiten von über fünf Metern gehörten die Pelagornithidae zu den imposantesten und größten Vögeln, die jemals geflogen sind. Diese sogenannten Pseudozahnvögel überflogen vom Paläozän bis zum Pliozän alle Ozeane und Meere der Welt. Charakteristisch waren ihre knöchernen, zahnähnlichen Fortsätze am Schnabel – eine spektakuläre Anpassung an das Leben als Hochseejäger.Mit dem Paläornithologen und Ornithologen Gerald Mayr blicken wir auf eine faszinierende Vogelfamilie, die erst vor wenigen Millionen Jahren verschwunden ist, und auf die Frage: Wie konnten Vögel wie Pelagornis chilensis, eine Art aus dem Miozän Chiles, beschrieben von Mayr, mit einer Flügelspannweite von rund 17 Fuß – also über fünf Metern – eigentlich fliegen?Hier findet ihr den Link zum angesprochenen Paper: https://royalsocietypublishing.org/rsos/article/13/2/251840/480278/The-largest-extinct-volant-bird-Pelagornis-couldUnd noch mehr Paläotalk gibt es auf Instagram: https://www.instagram.com/palaeotalk..©Bildcopyright: Liz Bradford
Über mehr als 350 Millionen Jahre hinweg prägten Ammoniten die Weltmeere und entwickelten sich zu einer der erfolgreichsten Tiergruppen der Erdgeschichte. Ihre charakteristischen spiraligen Gehäuse sind heute Leitfossilien der Paläontologie und erlauben detaillierte Einblicke in Evolution, Umweltveränderungen und Massenaussterben.Zusammen mit Paläontologe René Hoffmann von der Ruhr-Universität Bochum werfen wir einen genaueren Blick auf den Körperbau der Ammoniten. Wie funktionierte ihre Schwimmtechnik? Warum entwickelten Ammoniten eine solche Vielfalt an Gestalten, von glatt bis extrem ornamentiert? Und hatten Ammoniten vielleicht einen Tintenbeutel, so wie heutige Kopffüßer? Den Trailer zu "Ammoniten - Schönheit gebannt in Stein" gibt es hier: https://www.youtube.com/watch?v=NYzivam--1MUnd noch mehr Paläotalk gibt es auf Instagram:https://www.instagram.com/palaeotalk..©Bildcopyright: Joschua Knüppe
Mit ihrem langen Hals, dem kleinen Kopf und vier paddelartigen Flossen gehören Plesiosaurier zu den bekanntesten Meeresreptilien der Erdgeschichte. Ihr ungewöhnlicher Körperbau machte sie perfekt an das Leben im offenen Ozean angepasst – und wirft bis heute Fragen zur Fortbewegung, Jagdstrategie und Ernährung auf. Von schnellen Kurzhalstypen bis zu langhalsigen Formen mit dutzenden Halswirbeln zeigt diese Gruppe eine bemerkenswerte Vielfalt.Die wissenschaftliche Entdeckung der Plesiosaurier ist eng mit der Fossiliensammlerin Mary Anning verbunden, die im 19. Jahrhundert einige der ersten spektakulären Skelette an der englischen Jurassic Coast fand. Heute werden Plesiosaurier auf der ganzen Welt entdeckt, auch bei uns in Deutschland. Gemeinsam mit Paläontologe Sven Sachs schauen wir uns heute bei Paläotalk Körperbau, Lebensweise, Ernährungsstrategien und die vier westfälischen Plesiosaurier an, die zum Fossil des Jahres 2026 ernannt wurden.Mehr zu Sven findet ihr auf seiner Website: https://www.sachspal.de/de/startseite/Infos zu den vier westfälischen Plesiosauriern gibt es hingegen hier: https://www.palaeontologische-gesellschaft.de/ueber-uns/fossil-des-jahresUnd noch mehr Paläotalk gibt es auf Instagram: https://www.instagram.com/palaeotalk..©Bildcopyright: Joschua Knüppe
Wie stark konnte ein Dinosaurier wirklich zubeißen? Und wie lassen sich Kräfte messen, die seit Millionen von Jahren nicht mehr wirken? Die Rekonstruktion von Beißkräften gehört heute zu den zentralen Fragen der funktionellen Paläontologie – und ist zugleich ein Paradebeispiel dafür, wie moderne Technik die Fossilforschung verändert.Mithilfe computergestützter Modelle, biomechanischer Analysen und digital rekonstruierter Schädel berechnet Wirbeltierpaläontologe Stephan Lautenschlager, Senior Lecturer für Paläobiologie an der University of Birmingham, Belastungen, Muskelkräfte und Bewegungsabläufe ausgestorbener Wirbeltiere. So wird sichtbar, wie sich Form und Funktion im Laufe der Evolution bei Dinosauriern entwickelt haben.Schaut auch gerne mal bei Stephan vorbei: https://stephanlautenschlager.comUnd noch mehr Paläotalk gibt es auf Instagram:https://www.instagram.com/palaeotalk..©Bildcopyright: Stephan Lautenschlager
Auf über 80 Jahre alten Archivfotos haben Paläontologen die Überreste eines riesigen, bislang unbekannten Raubdinosauriers aus Ägypten identifiziert. Sein Originalskelett wurde im Zweiten Weltkrieg bei einem Bombenangriff zerstört – und so hielt man den Räuber lange Zeit für den bekannten Carcharodontosaurus. Erst die erneute Analyse des Bildmaterials brachte seine wahre Identität ans Licht!Paläontologe Maximilian Kellermann hat sich während seiner Masterarbeit an die alten Fotos von den zerstörten Fossilien drangesetzt und nebenbei eine ganz neue eigene Carcharodontosaurus-Art beschrieben: Tameryraptor, der „Räuber aus dem geliebten Land“. Das Paper zu Tameryraptor: https://www.researchgate.net/publication/388003458_Re-evaluation_of_the_Bahariya_Formation_carcharodontosaurid_Dinosauria_Theropoda_and_its_implications_for_allosauroid_phylogenyUnd noch mehr Paläotalk gibt es auf Instagram: https://www.instagram.com/palaeotalk..©Bildcopyright: Joschua Knüppe
Unspektakulär klein und doch von großer Bedeutung: Fossile Haieikapseln liefern seltene Einblicke in die frühe Evolution der Knorpelfische. Mit Fayolia sterzeliana wurde 2025 ein solches Fossil zum „Fossil des Jahres“ gekürt – ausgezeichnet von der Paläontologischen Gesellschaft für seine außergewöhnliche wissenschaftliche Aussagekraft. Der Fund stammt aus dem Unterkarbon von Chemnitz-Borna und Chemnitz-Glösa und ist rund 330 Millionen Jahre alt.Die Eikapseln stammen von mindestens zwei verschiedenen Arten früher Süßwasserhaie und stellen die bislang ältesten bekannten Fossilien dieses Typs dar. Gemeinsam mit dem Paläontologen und Hai-Experten Jan Fischer sprechen wir heute über die Bedeutung von Fayolia sterzeliana, über die Vielfalt fossiler Hai-Eikapseln und darüber, warum diese seltenen Fossilien häufig mit Pflanzenresten verwechselt werden.Und noch mehr Paläotalk gibt es auf Instagram: https://www.instagram.com/palaeotalk..©Bildcopyright: Museum für Naturkunde Chemnitz
Partula-Baumschnecken galten in der Natur als ausgestorben – heute sind sie ein Symbol für internationalen Artenschutz. Seit 2021 beteiligt sich der Zoo Schwerin gemeinsam mit dem Grünen Zoo Wuppertal am europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) der Moorea-Baumschnecke. Bereits über 6.000 Tiere wurden aus verschiedenen Zoos zurück nach Französisch-Polynesien gebracht – darunter mehrere Hundert aus Schwerin. Nach einer erfolgreichen Auswilderung im Herbst 2024 folgte nun die nächste Rückkehr in die Heimat der Schnecken.Doch warum verschwanden die Tiere überhaupt? Invasive Arten wie die Rosige Wolfsschnecke haben seit den 1960er-Jahren fast alle der ursprünglich 51 Partula-Arten vernichtet – mindestens 29 gelten heute als ausgestorben. Welche Rolle zoologische Einrichtungen beim Schutz dieser einzigartigen Schnecken spielen, wie Wiederansiedlungen in Moorea ablaufen und warum Arten überhaupt in der Natur aussterben, dazu Sabrina Höft, Kuratorin im Zoo Schwerin.Und noch mehr Paläotalk gibt es auf Instagram: https://www.instagram.com/palaeotalk..©Bildcopyright: Zoo Schwerin
Auf den ersten Blick wirkt er wie ein weiterer Flugsaurier aus der Mörnsheim-Formation – doch Makrodactylus entpuppt sich als überraschend eigenständiger Neuzugang. Erst vor wenigen Wochen wissenschaftlich beschrieben, zeichnet sich dieser Flugsaurier durch eine lange, schmale Schnauze und den namensgebenden verlängerten Finger aus. Bekannt ist die Gattung bislang nur durch eine einzige Art, Makrodactylus oligodontus. Grundlage der Beschreibung sind ein bereits 2014 entdeckter Teilschädel sowie das Skelett eines ausgewachsenen Exemplars.Der Fund reiht sich einweitere Neuentdeckungen und Beschreibungen des Jahres 2025, darunter Tameryraptor, Mirasaura, Plesionectes – und nicht zuletzt Nanotyrannus. Gemeinsam mit dem Paläontologen und Paläoartist Frederik Spindler schauen wir uns die neu beschriebene Art einmal ganz genau an, wie Mörnsheim während der Jurazeit aussah und welche weiteren Flugsaurier hier kreisten.Mehr von Frederiks Arbeit und Palaeonavix findet ihr hier: https://www.palaeonavix.org/index.phpUnd noch mehr Paläotalk gibt es auf Instagram: https://www.instagram.com/palaeotalk..©Bildcopyright: Hone et al.
Höhlenbären waren eindrucksvolle, riesige und ikonische Bewohner der letzten Eiszeit. Ihre Überreste finden sich zahlreich in europäischen Höhlen, doch viele Fragen sind bis heute ungeklärt: Wie lebten diese Pflanzenfresser tatsächlich? Warum zogen sie sich so häufig in Höhlen zurück? Und was führte schließlich zu ihrem Aussterben am Ende des Pleistozäns?Neue Forschungen zeichnen ein komplexeres Bild: vom saisonalen Verhalten über die Ernährung bis hin zu den Wechselwirkungen mit frühen Menschen, die denselben Lebensraum nutzten. Molekulare Analysen und moderne Vergleichsstudien verändern zudem unser Verständnis davon, wie flexibel – oder eben empfindlich – Höhlenbären auf Umweltveränderungen reagierten. Mit Paläontologin Anneke van Heteren beleuchten wir in dieser Folge Paläotalk, was aktuelle Studien über Biologie, Verhalten und Evolution der Höhlenbären verraten. Und noch mehr Paläotalk gibt es auf Instagram: https://www.instagram.com/palaeotalk..©Bildcopyright: Joschua Knüppe
„Prehistoric Planet: Ice Age“ ist ein groß angelegtes neues Kapitel der preisgekrönten Naturdokumentationsreihe der Executive Producer Jon Favreau und Mike Gunton. Die fünfteilige Serie, die weltweit am 26. November 2025 startete, entführt uns in eine dramatische neue Ära der prähistorischen Geschichte – Millionen Jahre nach dem Aussterben der Dinosaurier. Es ist eine Zeit, geprägt von Eis, einem unerbittlichen Kampf ums Überleben und dem Aufstieg einer neuen Generation von Giganten: der ikonischen Megafauna.Die Dokumentation zeigt spektakuläre Lebensräume und deren Bewohner und bietet ein Erlebnis, wie es zuvor noch keines gab. Von riesigen Wollmammuts bis zu scheuen Schneefaultieren, von furchteinflößenden Säbelzahnkatzen bis hin zu widerstandsfähigen Zwergelefanten (die nur rund 90 cm groß wurden) enthüllt die Serie epische Überlebenskämpfe und überraschende Geschichten jener Tiere, die einst die Eiszeit beherrschten. Wir bereisen weite Tundren, karge Wüsten, wachsende Graslandschaften und tauenden Permafrost, während diese Kreaturen in einer Welt extremer Klimabedingungen, wandelnder Landschaften und dem Einsetzen der „Großen Eiszeit“ – und schließlich der „Großen Schmelze“ – ums Überleben ringen.Gemeinsam mit Palaeoartist Joschua Knüppe werfen wir einen Blick auf alle fünf Episoden, sprechen über die darin gezeigten Tiere, ordnen die wissenschaftlichen Erkenntnisse ein und diskutieren über eine mögliche Fortsetzung in Form einer vierten Staffel.Wenn ihr jetzt Lust bekommen habt auf „Prehistoric Planet: Ice Age“, dann gibt es hier den Link zu Apple TV+.Und noch mehr Paläotalk gibt es auf Instagram: https://www.instagram.com/palaeotalk..©Bildcopyright: Apple TV
Sie sind unsere nächsten ausgestorbenen Verwandten – die Neandertaler. Jahrtausende lang teilten sie sich mit uns den europäischen Kontinent, hinterließen Werkzeuge und Kunst. Ihr Ruf schwankt bis heute zwischen „primitiven Höhlenmenschen“ und hochentwickelten Jägern, die uns in vielerlei Hinsicht ähnlicher waren, als lange gedacht.Doch wer waren die Neandertaler wirklich? Anthropologe Dustin Welper vom Neanderthal Museum in Mettmann nimmt uns mit auf eine Reise in die Vergangenheit, zu einer Menschenform, die längst verschwunden ist und doch in uns weiterlebt. Denn in jedem von uns steckt noch ein Teil Neandertaler-DNA!Und noch mehr Paläotalk gibt es auf Instagram: https://www.instagram.com/palaeotalk..©Bildcopyright: Neanderthal Museum
Ob Känguru, Schimpanse oder Rotschulter-Rüsselhündchen – alle drei sind nicht nur Säugetiere, sondern auch Synapsiden! Lange vor den Dinosauriern prägten sie das Bild der Erde. Reptilienartig wirkten sie auf den ersten Blick – und doch gelten sie als die eigentlichen Vorfahren unserer heutigen Säugetiere. Von bizarren „Pelycosauriern“ mit segelartigen Rückenkämmen bis hin zu den urtümlichen Therapsiden, die schon fast säugetierähnlich waren – die Vielfalt dieser Gruppe ist ebenso faszinierend wie ihre Rolle in der Evolution. Denn aus den Synapsiden sind auch wir Menschen entstanden.Doch wie sahen die Synapsiden wirklich aus, wie lebten sie – und warum sind gerade sie der Schlüssel zur Entstehung unserer eigenen Säugetierlinie? Gemeinsam mit Jörg Fröbisch vom Naturkundemuseum Berlin werfen wir einen Blick auf diese oft übersehenen und fälschlicherweise als säugetierähnliche Reptilien betitelten Tiere.Wenn ihr mehr über den Bromacker und das gesamte Projekt von Jörg und sein Team erfahren wollt, dann schaut gerne hier vorbei: https://bromacker.de Und noch mehr Paläotalk gibt es auf Instagram: https://www.instagram.com/palaeotalk..©Bildcopyright: Joschua Knüppe
He's back from Hell! Jahrzehntelang galten kleinere Tyrannosaurier-Fossilien als jugendliche Exemplare des berühmten Tyrannosaurus rex. Nun zeigt ein neu entdecktes, außergewöhnlich gut erhaltenes Fossil aus der Hell-Creek-Formation in Montana – sie gehörten zu einer ganz eigenen Art: Nanotyrannus. Diese Erkenntnis stellt zentrale Annahmen zur Entwicklung und Dominanz des T. rex auf den Kopf.Das Fossil NCSM 40000 offenbart deutliche anatomische Unterschiede: weniger Schwanzwirbel, längere Gliedmaßen, abweichende Zahnanzahl – und Wachstumsringe, die belegen, dass das Tier bei seinem Tod bereits ausgewachsen war. Damit wird klar: Nanotyrannus war kein Teenager-Tyrannosaurus, sondern ein eigenständiger Raubdinosaurier – ein schlanker, schneller Jäger, der zeitgleich mit T. rex lebte.Mit Paläontologe Christian Foth vom Museum für Naturkunde Berlin ordnen wir die neuen Erkenntnisse ein und sprechen über die Konsequenzen für die Tyrannosaurus-Forschung.Und noch mehr Paläotalk gibt es auf Instagram:https://www.instagram.com/palaeotalk..©Bildcopyright: Anthony Hutchings























