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Kontrafunk: Persönlich - Ein Leben, ein Werk, ein Schicksal
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Kontrafunk: Persönlich - Ein Leben, ein Werk, ein Schicksal

Author: Kontrafunk AG

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Das klassische Langstrecken-Tiefeninterview mit prominenten Personen aus Politik, Wissenschaft und Kultur: einfühlsam, kritisch, respektvoll und mit Humor. Einzige Ausgangsbedingung: keine Agenda, keine vorgefasste Meinung – und immer erstmal Zuhören!
19 Episodes
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Er steht zwar nicht auf der EU-Sanktionsliste, aber er ist schon seit Jahren denselben Repressionen ausgesetzt: Er kann kein Bankkonto führen, seine Bewegungsfreiheit ist eingeschränkt, und wer sich mit ihm sehen lässt, muss gewärtig sein, ebenfalls mit einer Art Reichsacht belegt zu werden. Im Interview mit Burkhard Müller-Ullrich erklärt Martin Sellner, warum er trotzdem vorwiegend fröhlich ist, dass er als Kind eher schüchtern war, ob er ein guter Schüler war, wie er seine Frau kennenlernte, welcher Wein ihm schmeckt und woran er zweifelt oder verzweifelt.
Biografien von Unternehmern und Gründern sind meist wie eine Odyssee, und erst wenn sie dahin zurückkehren, wo sie angefangen haben, stellt sich der Erfolg nachhaltig ein. So auch bei Ralf Bos, der mit Bos Food seit den 1990er-Jahren ein Delikatessenimperium für Deutschland aufbaute, nachdem ihn sein Weg über Anrufbeantworter, den Musikproduzenten Ralph Siegel und Nagelstudios geführt hatte. Hier erzählt er seine Geschichte.
[Susanne Gerlach im Gespräch mit Uli Masuth]Wie, wann und warum gehen Kabarettisten in den Ruhestand? Uli Masuth, Kabarettist, Komponist und Musiker, denkt über den Ausstieg aus dem Kulturbetrieb nach und darüber, was für ihn ganz persönlich danach kommt. In Weimar organisiert er das Festival "Musik und Wort", das Raum für einen offenen Austausch zu gesellschaftspolitischen Themen bietet und ähnlich wie seine Kabarettprogramme auch musikalisch auf hohem Niveau unterhalten will. 
Humor ist riskant in einer Gesellschaft, die keinen Spaß verstehtHarald Martenstein ist ein glänzender Beobachter. In seinen spritzigen Essays und Kolumnen über das Leben, das Sterben und seine Facetten verrät er auch etwas über sich und sein Leben,die Gespenster seiner Kindheit und die der Gegenwart. Er ist überzeugt, dass Literatur im besten Fall das Denkvermögen stärkt.
Die Familie Gysi hat die Geschichte Deutschlands im 20. und 21. Jahrhunderts mitgeprägt. In diesem Kreuzungspunkt aus historischem Bewusstsein und individueller Biografie hat Gabriele Gysi den Beruf der Schauspielerin ergriffen. 1984 übersiedelte sie aus der DDR nach Westdeutschland. Heute schreibt sie Bücher und wendet sich gegen jene, die Geschichtsschreibung als Waffe der Mächtigen einsetzen.
Sie ist in München geboren, nach Jahren bei der FAZ zum „Spiegel“ nach Hamburg gewechselt und hat dort die Gerichtsreportage zu einer journalistischen Kunstform entwickelt. Nach langer Krankheit schreibt Gisela Friedrichsen inzwischen in „Die Welt“ über spektakuläre Prozesse. Mit Markus Vahlefeld spricht sie über den weiblichen Blick auf Gerechtigkeit, über die eigenen Abgründe in der Beschäftigung mit Verbrechen und warum sie glaubt, als Nonnenschülerin eine gute Grundlage dafür erhalten zu haben.
Wolfgang Wodarg war bis 2021 SPD-Mitglied, lange für die Partei im Deutschen Bundestag und verantwortlich für die Gesundheitspolitik. Er wurde 2020 der erste prominente Kritiker der Corona-Maßnahmen und in dem Zuge eines der ersten Opfer der Corona-Cancel-Politik. Wie blickt ein SPD-Linker auf die Verwandlung des Landes in ein quasi totalitäres Gesundheitsregime, und was können wir für die Zukunft daraus lernen?
Albrecht Müller ist seit 2003 Herausgeber und Gründer der Nachdenkseiten. Der studierte Soziologe und Volkswirt war Planungschef und Wahlkampfleiter von Willy Brandt und Helmut Schmidt. Was sind die größten Versäumnisse der Politik in den letzten Jahrzehnten? Im Gespräch mit Susanne Gerlach beschreibt er seinen Weg in die Politik, den Beginn der Entspannungspolitik zwischen Ost und West und die versäumte Möglichkeit einer frühen Wiedervereinigung, den fernsehfreien Tag, den alten und neuen Russenhass sowie seine Haltung zur heutigen SPD.
Alexander Gauland ist Mitglied des Deutschen Bundestages, AfD-Ehrenvorsitzender und eines der letzten übrig gebliebenen Gründungsmitglieder der Partei. Seit den 1970er-Jahren prägte Alexander Gauland die kulturpolitischen Debatten innerhalb der CDU und galt auch unter Linksliberalen als „Vorzeigeintellektueller“. Über seine Erlebnisse und die Verengung der Debattenräume spricht er mit Markus Vahlefeld.
Hermann Binkert leitet seit 17 Jahren das von ihm gegründete Meinungsforschungsinstitut Insa. Zuvor war der Jurist in verschiedenen politischen Positionen tätig, unter anderem als persönlicher Referent des Thüringer Ministerpräsidenten. 2014 trat er aus der CDU aus und ist seither parteilos. Im Gespräch mit Susanne Gerlach spricht er von seinem katholischen Glauben, seinem Rückhalt in der Familie und seinem unternehmerischen Mut sowie von dem Schicksalsschatten, der auf seinen ersten Lebenswochen lag, weil die Ärzte meinten, der mit sechseinhalb Monaten viel zu früh Geborene wäre schwerstbehindert und würde besser sterben.
Michael Kyrath hat wohl den größten Albtraum aller Eltern durchlebt: Am 25. Januar 2023 wurde seine Tochter Ann-Marie gemeinsam mit ihrem Freund Danny in Brokstedt von einem staatenlosen Palästinenser ermordet. Der abgelehnte Flüchtling befand sich trotz ellenlanger Strafakte weiterhin im Land. Seitdem sorgt Michael Kyrath dafür, dass seine Tochter und unzählige andere Opfer nicht in der Namenlosigkeit versinken. Aufgeben, so sagt er, ist keine Option.
Den Dingen auf den Grund gehen, das ist Marcel Luthe wichtig. Etwas wissen wollen und vorher keine Ruhe geben: Mit diesem Ansatz stellte er tausende parlamentarische Anfragen, hielt 2018 eine Wutrede gegen die Relativierung des Holocaust und klagt nun auf Einsicht in Angela Merkels Stasi-Akten. Nach dem Ende seiner parteipolitischen Karriere schwimmt er als Gründer der Good Governance Gewerkschaft weiter gegen den Strom. Ist er Rebell oder Realist? Das fragt ihn Silke Schröder. Ein Gespräch über die Grenzen des Sagbaren, die Bedeutung der Meinungsfreiheit für die Demokratie und die Frage, warum Rechtmäßigkeit wichtiger ist als das subjektive Gefühl von Gerechtigkeit.
Die Lufthansa-Maschine Landshut wurde 1977 von palästinensischen Terroristen bis nach Mogadischu entführt, der Flugkapitän ermordet. Gabriele von Lutzau war Flugbegleiterin der Landshut, und die Passagiere gaben ihr nach der Befreiung durch die GSG9 den Spitznamen „Engel von Mogadischu“. Seitdem hat sie ein zweites neues Leben und wurde zu einer bekannten internationalen Künstlerin. Mit Markus Vahlefeld spricht sie über ihre Erinnerungen und was diese mit ihren Skulpturen, die sie mit der Kettensäge bearbeitet, zu tun haben.
Die westdeutsche Perspektive fasst „Ostalgie“ oft als subjektiven Bewältigungsmechanismus auf. Auch der Kabarettist und Schauspieler Uwe Steimle, der den Begriff in den 1990er Jahren prägte, sieht seine Erfahrungen als DDR-Bürger als unverzichtbares geistiges Fundament – warnt jedoch davor, die Vergangenheit zu verklären. Viel zu oft, sagt Steimle, wird über Ostdeutsche wie über ein fremdes Volk geredet. Humor bleibt seine Form des Widerstands. Wichtig ist ihm, sich selbst nicht zu ernst zu nehmen und über all den Unbill der Gegenwart die Bildung des Herzens nicht zu vernachlässigen.
Das Corona-Regime hat in der Justiz merkwürdigste Blüten getrieben. Noch immer werden Bürger, Wissenschaftler und Polizisten für das Aussprechen der Wahrheit verfolgt und verurteilt. Der bekannteste Fall dürfte der von Michael Ballweg sein. Für sein Engagement saß er fast ein Jahr im Gefängnis Stuttgart-Stammheim. Das Verhalten der Staatsanwälte mutet wie Rechtsbeugung an, dass er ein politischer Gefangener war, liegt auf der Hand. Wie geht es Michael Ballweg nach seinem erfolgten Freispruch?
Der libanesisch-deutsche Filmemacher, Journalist und Autor Imad Karim kam 1977 als Student nach Berlin, nachdem er den Libanon des Bürgerkrieges wegen verlassen hatte. Heute sieht er sich weder als Flüchtling noch als Exilant – Deutschland ist ihm zur Heimat geworden, auch wenn er sagt, das Land mache es einem inzwischen schwer, es zu lieben. Im Gespräch geht es um Erfahrungen von Entfremdung und Selbstachtung, Karims kritischen Blick auf Migration und Islam und den Einfluss biografischer Brüche auf seine filmische Arbeit.
Er ist eine der schillerndsten Stimmen im deutschen Journalismus, Bestsellerautor und erfolgreicher Dokumentarfilmer. Vor fast fünfzig Jahren begann Broder den wiederauferstandenen „neuen“ Antisemitismus von links zu analysieren. Im Gespräch mit Markus Vahlefeld schildert er, warum das Judentum, das sich nach mehr als 2000 Jahren wieder ein Staatsgebilde geschaffen hat, für die Moderne eine Provokation ist: Alles blüht auf und vergeht, nur das Judentum ist gekommen, um zu bleiben.
Juraprofessor, Verteidigungsminister, enger Berater Helmut Kohls. Das Leben und Wirken von Rupert Scholz umspannt die geschichtsträchtigsten Zeiträume bundesrepublikanischer Entwicklung. Als einer der Architekten der deutschen Einheit war er maßgeblich an der Gestaltung der vereinigten Bundesrepublik beteiligt, machte sich aber nie abhängig vom Scheinwerferlicht des Politikbetriebs. Als Wissenschaftler und Autor kommentiert der Berliner Rupert Scholz auch heute noch die Entwicklungen des Rechtsstaats mit Gradlinigkeit und juristischer Klarheit. Silke Schröder blickt mit ihm auf die Pfeiler eines großen Lebens.
Er stammt aus einem universitätsfernen Elternhaus in Wien und hat es bis zur Habilitation in akademische Höhen gebracht. Doch seitdem er führende Politiker und Medienleute von Guttenberg bis Karner und von Schavan bis Brosius-Gersdorf als wissenschaftliche Schwindler bloßgestellt hat, winkt ihm keine Professur mehr. Ist er „links“, oder ist er „rechts“? Hat er überhaupt eine Agenda? Das fragt ihn Markus Vahlefeld. Die Antwort ist, dass Weber die Nase voll hat von der Verlogenheit des ganzen Elitenmilieus und sich als Privatsachverständiger keinen Maulkorb mehr verpassen lassen will und muss.
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