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Wissen Erinnern
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Wissen Erinnern

Author: Frank Schweitzer

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Dieser Podcast spürt das vergessene Wissen auf, das in unserer Kultur, in der Religion, in alltäglichen Ritualen gespeichert war - bis jetzt. "Alles Wissen ist Wiedererinnern", meinte Platon. Aber was wird passieren, wenn sich niemand mehr erinnert?
13 Episodes
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Die Geschichte vom verlorenen Sohn beschreibt den Weg zur Reife. Schuld erkennen und Reue zeigen gehört dazu. Aber die Erfahrungen in der Fremde können uns menschlicher und authentischer werden lassen. Ganz nebenbei lernen wir, dass es im Leben nicht nur um die Verteilung materieller Güter geht. Für die gilt: Was ich dem einem gebe, kann ich nicht dem anderen geben. Wer aber Liebe oder Weisheit teilt, hat davon nicht weniger. Vielleicht sogar mehr.
Parzival - ein grosser Name! Aber was ist seine Geschichte? Wurde er als Gralskönig geboren? Oder als Ritter der Tafelrunde von König Artus? Ganz im Gegenteil. Er war ungebildet, unhöflich, unverständig. Und er hat Schuld auf sich geladen. Kein Wunder, dass er Gott hasst und erst einmal untertaucht. Zum Glück ist das nicht das Ende seiner Entwicklung.
Der Weg zur Reife ist mit klugen Sprüchen gepflastert: "Werde, der Du bist!", "Erkenne Dich selbst!" Wo, bitte, geht es zur Selbsterkenntnis? "Wer zu sich selbst finden will, darf andere nicht nach dem Weg fragen", meint Paul Watzlawick. Was sollen wir statt dessen machen? Meine Antwort: Fehler. Die Begründung gibt es im Podcast.
Maturitas: 7 Aufgaben

Maturitas: 7 Aufgaben

2026-02-1815:37

Ohne Märchen wird keiner gross! Sneewittchen lernt im Wald von den 7 Zwergen den symbolischen Umgang mit Macht (Gold), Emotionen (Silber), Aggression (Eisen), Vermittlung (Quecksilber), Herrschaft (Zinn), Liebe (Kupfer) und Verantwortung (Blei). Das schützt sie nicht vor der Hinterhältigkeit der Stiefmutter. Manche Erfahrungen muss man selbst machen. ("Sneewittchen" ist die plattdeutsche Variante von "Schneeweiss-chen") Literaturnachweis: Sneewittchen - Die alchemistische Verwandlung im Märchen (Manto Verlag Zürich 2022)
Das könnte ein Drehbuch für den “Tatort” am Sonntagabend sein: Ein Mädchen, sieben Jahre alt, soll heimtückisch ermordet werden. Und das Motiv? Hass, gekränkte Eitelkeit, Neid. Die Frage, ob es in diesem Märchen vielleicht um eine andere Wirklichkeit geht, kommt gar nicht erst auf. Und doch ist es so, wie uns die vielen Symbole im Märchen verraten. Die drei Farben, Schwarz, Weiss und Rot, verweisen auf die Alchemie. Sneewittchen durchlebt einen Prozess, dessen Ziel die Verwandlung und Erneuerung ist - und zwar im weitesten Sinne. (“Sneewittchen” ist die plattdeutsche Variante von “Schneeweiss-chen”) Literaturnachweis: Sneewittchen - Die alchemistische Verwandlung im Märchen (Manto Verlag Zürich 2022)
Wer kennt sie noch, die zwei Teile von Goethes "Faust" Drama? Höchstens einige Zitate. "Dass ich erkenne, was die Welt/ im innersten zusammenhält" - Faust, der rastlose Naturforscher. "Auf freiem Grund mit freiem Volke stehn" - Faust, der visionäre Sozialreformer. So war das nicht gemeint. Hier geht es um eine Tragödie: Der Faust des Dramas, am Anfang umnachtet, ist am Ende blind. Wir folgen seinen Bestrebungen in der Magie und der Alchemie. Und stossen auf Goethes eigene Erfahrungen mit diesen Themen.
Das Ziel der Alchemie ist die Verwandlung und Erneuerung, und zwar im weitesten Sinne. Wir klären, was es damit auf sich hat. Es lassen sich drei Ausrichtungen unterscheiden, die aber keinesfalls getrennt werden können. Das wohl bekannteste Ziel der Alchemie ist die Umwandlung von unedlen Metallen, wie Blei und Zinn, in edle Metalle, wie Silber und Gold. Die zweite Richtung befasst sich mit der Heilung von Krankheiten und der Verlängerung des Lebens, bis hin zur Unsterblichkeit. Und die dritte Ausrichtung hat die Läuterung des Menschen selbst zum Ziel. Symbol dieser nur scheinbar unterschiedlichen Ziele ist der "Stein der Weisen". Ferne Vergangenheit? Nicht, wenn wir von Paracelsus, Boyle oder Newton sprechen.
Schon dreitausend Jahre vor Christus wurden in Mesopotanien Planetenbeobachtungen in Keilschrift dokumentiert. Die Messreihen füllen tausende von Tontafeln. Wozu sollte das gut sein? Besonderes Interesse rief die Venus hervor, die als Morgen- oder als Abendstern erscheint. "Luzifer" - der Lichtbringer, so hiess der Morgenstern auf Lateinisch. Was haben wir daraus gemacht? Wir erklären die Geschichte und vergessen dabeiauch Jesus und Maria nicht.
Die drei Weisen aus dem Morgenland bringen nicht nur Gaben, sie bringen auch ihre Religion mit zur Krippe. Ein culture clash der besonderen Art: Der etablierte Zoroastrismus, eine dualistische Religion, trifft auf das junge Christentum, eine monotheistische Religion. Genauer betrachtet ist das ein Dauerthema für Jahrhunderte. Wir erklären die Hintergründe.
Direkt im Anschluss an das Weihnachtsfest folgt am 6. Januar Epiphanias, besser bekannt als Drei-Königs-Fest. Woher kamen die "Weisen", die das Christuskind anbeten wollten? Was haben ihre Gaben zu bedeuten? Wir klären diese Zusammenhänge, die dem Weihnachtsfest eine höhere Würde und Vollkommenheit verleihen.
"Bereite dich, Zion, mit zärtlichen Trieben, den Schönsten, den Liebsten, bald bei dir zu sehen. -- Deine Wangen müssen heut viel schöner prangen, -- Eile, den Bräutigam sehnlichst zu lieben!“ heisst es im Weihnachtsoratorium. Das ist doch einigermassen überraschend in einer Geschichte, die von der Geburt des Jesuskindes handelt. Hier wird ein ganz anderes religionsgeschichtliches Thema aufgegriffen, das der Hochzeitsmystik und der Brautmystik. Wir klären, was das mit Weihnachten zu tun hat.
Weihnachten steht nicht nur in Beziehung zur Wintersonnenwende. Das Fest füllt auch die 12-tägige Lücke zwischen dem Mond- und dem Sonnenkalender. Die Geschenke gibt es nicht mehr am Nikolaustag, sondern an Heiligabend, vor dem Weihnachtsfest. Wir klären, warum das so ist.
Für das Weihnachtsfest wird vieles wiederverwendet, Musik für das Weihnachtsoratorium, aber auch Versatzstücke des römischen Kaiserkults. Das Wissen darüber führt uns Weihnachten auf eine neue Weise vor Augen: nicht nur als religiöses, sondern auch als kulturhistorisches Erbe, das es zu bewahren gilt.
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