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Arkham Insiders
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Lovecraft und alte Häuser: ein immer interessantes Thema. Was bisher noch fehlte in der Liste von Bauwerken war – eine Brücke. Genau die spielt aber eine entscheidende Rolle in der posthumen Derleth-Lovecraft-Teamwork „The Horror from the Middle Span“ („Das Grauen vom mittleren Brückenbogen“), die erstmals 1967 in der Arkham House-Anthologie Travellers by Night erschien.
Wir stoßen hier auf ein bekanntes Phänomen des Aberglaubens, dass nämlich das Einmauern oder Versenken von etwas Lebendigem in ein (neues) Bauwerk Unglück abhalten soll. Dieses grausige Opferritual wird in der vorliegenden Geschichte allerdings etwas anders interpretiert, denn hier geht es vielmehr darum, eine ultrakosmische, schwarzmagische Bedrohung zu bannen.
Schauplatz ist wieder einmal die Gegend rund um Dunwich. Ja, Derleth schreckt auch nicht davor zurück, eindeutig die klassische Lovecraft-Erzählung „Das Grauen von Dunwich“ („The Dunwich Horror“) zu referenzieren. Ob ihm mit „The Horror from the Middle Span“etwas Ebenbürtiges gelungen ist, sei dahingestellt. Wie so oft leidet das Ganze unter einem überhasteten Finale, wie man überhaupt den Eindruck des Unausgegorenen und Unbeherrschten hat. Resümierend kann man sagen – auch das ist typisch für August Derleth –: ein wilder Fiebertraum …
In diesem Arkham Insiders Podcast berichten wir, was in den letzten Monaten los war und welche Veränderungen sich ergeben haben. Daneben wagen wir einen Ausblick in die Zukunft …
Zwei Folgen zu Stories von August Derleth stehen uns bevor, bevor wir dann in einer abschließenden Episode noch einmal einen Blick auf Derleth werfen. Anschließend wird es wieder verstärkt mit H. P. Lovecraft im Podcast weitergehen. Was genau wir vorhaben – hört einfach mal rein!
Mit „The Dark Brotherhood“ („Die dunkle Brüderschaft“) nehmen wir uns eine der ungewöhnlichsten Zusammenarbeiten zwischen H. P. Lovecraft und August Derleth vor. Die Quellen zu der Story liegen einigermaßen im Dunklen, dürfte aber einerseits in Einträgen in Lovecrafts Notizbuch (Commonplace Book), andererseits in dessen jubelnder Begeisterung für Edgar Allan Poe liegen.
Worum geht es? Die neue Bekanntschaft der beiden Nachtschwärmer Arthur Phillips und Rose Dexter ist ein gewisser Mr. Allan. Der Mann hat frappante Ähnlichkeit mit Edgar Allan Poe – und ist offenbar nicht allein. Mehrere Inkarnationen des Mr. Allan tauchen plötzlich auf den Straßen von Providence auf. Doch was suchen die merkwürdigen Brüder hier? Was wie ein interessantes literarisches Rätsel beginnt, entfaltet sich zu einer klassischen paranoiden SF-Story um Wesen von einem anderen Stern, die menschliche Körper rauben und klonen, um so unentdeckt unter uns wandeln zu können: sogenannte Body Snatchers (zu deutsch etwa „Körperfresser“).
Der Erzählung wohnt wegen der gehäuften Anzahl des Mr. Allan ein gewisser Humor inne; darüber hinaus regt sie dazu an, sich mit Lovecrafts Heimatstadt Providence zu beschäftigen. Markante Orte – z. Bsp. die Benefit Street und das hier gelegene Providence Athenæum – spielen eine wichtige Rolle. Alles in allem eine der besseren Derleth-Lovecraft-Kollaborationen, die wir euch ans Herz legen können. Zuerst erschien „The Dark Brotherhood“ 1966 in der Arkham House-Sammlung The Dark Brotherhood and Other Pieces, auf Deutsch findet sich das gute Stück in dem Band „Die dunkle Brüderschaft“ des Suhrkamp Verlags aus dem Jahr 1987.
Mit The Shadow in the Attic (Der Schatten in der Dachkammer) unternimmt August Derleth den Versuch einer Lovecraft-Ironie. Das sagen nicht die Arkham Insiders – das sagt er selbst. Hauptmerkmal der Story ist eine entscheidende Frauen-Rolle, die dem männlichen Protagonisten überlegen ist und diesen aus einer äußerst brenzligen Situation rettet … Wir beleuchten vor allem diesen Aspekt, spüren jedoch auch Lovecrafts Notizen im Commonplace Book nach und stellen – gemeinsam mit Derleth – fest, dass diese Art von posthumer Kollaboration an einen Endpunkt (oder Tiefpunkt?!) gelangt ist. Doch hört selbst!
Wie so oft, basiert auch die Geschichte, der wir uns diesmal widmen, auf einer oder besser gesagt: auf zwei recht kurzen Notizen von H. P. Lovecraft. Diese nutzte August Derleth, um daraus die Story Witches’ Hollow (dt. Übersetzung: Das Hexenloch) zu fabrizieren. Sie erschien zuerst 1962 in der Arkham House-Sammlung Dark Mind, Dark Heart. Was es mit diesem Buch – und vor allem dem sogenannten Hexenloch in der Nähe von Arkham und seinen merkwürdigen Bewohnern auf sich hat, – erfahrt ihr in diesem 222. Podcast der Arkham Insiders.
Lovecrafts Leben und Werk sind seit vielen Jahren immer wieder Gegenstand und Inspiration für Comics und Graphic Novels. Einer solchen widmen wir uns in dieser Episode der Arkham Inisders.
Die 2024 vom Splitter Verlag herausgebrachte deutsche Übersetzung der Graphic Novel „Le dernier jour de Howard Phillips Lovecraft“ (Der letzte Tag von Howard Phillips Lovecraft), geschrieben von Romuald Giulivo und gezeichnet von Jakub Rebelka, ist ein neues Werk in dieser Reihe von Adaptionen.
Wir erleben hier den letzten Tag des berühmten Schriftstellers, aber auch seine Visionen, die ihn vielleicht in seinen letzten Stunden heimgesucht haben können.
Unterstützt werde ich bei meinen Überlegungen zu diesem Werk von Comicexpertin und Bloggerin Ariane aka Nerd mit Nadel.
Mit The Fisherman of Falcon Point (Der Fischer von Falcon Point) führt uns August Derleth wieder einmal nach Innsmouth. Doch erstaunlicherweise entpuppt sich die 1959 zuerst veröffentlichte, kurze Story gar nicht so sehr als Horrorerzählung. Stattdessen erinnert sie an Lovecrafts Traumlande-Erzählungen und hat einen märchen- oder sagenhaften Ton. Und mit der Hauptfigur des Fischers Enoch Conger schuf Derleth einen ruhelosen Wanderer zwischen den Welten, der an so legendäre literarische Schöpfungen wie den Fliegenden Holländer, den Ewigen Juden (Ahasver) oder den Alten Seemann erinnert.
Ob August Derleth’ The Shuttered Room (Das vernagelte Zimmer) ein gelungenes Beispiel von Fan-Fiction ist, darf diskutiert werden. Die Chuzpe, mit der er Lovecrafts Erzählungen The Shadow over Innsmouth mit dem Schrecken von Dunwich (The Dunwich Horror) mixt, ist erst einmal beeindruckend. Ob es ihm freilich gelungen ist, Lovecrafts Technik, Stil und Atmosphäre zu kopieren oder richtig wiederzugeben, steht ebenfalls zur Debatte.
Vor der Gefahr des Kopierens von Büchern und der Selbstüberschätzung, einen Lovecraft-Podcast zu hosten, nicht zuletzt vor einem möglichen Ende der Arkham Insiders – warnt uns Christian Preiss mit seiner eindringlichen Story Der Fluch des Fotokopierers. Das Ganze ist nicht nur eine erschütternde Momentaufnahme aus der Bibliothek, sondern auch ein Beweis für die sprudelnde Kreativität der Arkham Insiders Gemeinschaft, der wir mittlerweile eine Handvoll Stories zum Thema „Kopierer“ bzw. „Verfluchter Kopierer“ verdanken. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle, die uns bisher mit Einsendungen beehrt haben – wie versprochen, wird Mirko sie alle vertonen.
Ein entsetzlicher Fluch lastet auf der Familie Peabody, seit Jedediah Peabody damals aus Salem nach Wilbraham kam. Dem teuflischen Erbe, das jeweils von einem Ahnen auf den Nachkommen fällt, kann sich kaum einer entziehen … und auch unser Erzähler wird in Ereignisse hineingezogen, bei denen er vom bloßen Zuschauer zum diabolischen Akteur wird.
Neben Einträgen aus dem Commonplace Book von Lovecraft orientierte sich August Derleth bei der Ausarbeitung von The Peabody Heritage (Das Erbe der Peabodys) offensichtlich an Lovecrafts Geschichte Träume im Hexenhaus.
Mit August Derleth’ The Lamp of Alhazred gehen wir zu den Anfängen der Arkham Insiders zurück, in jene Zeit, als wir uns eingehend mit Lovecrafts Biografie befassten. Die Geschichte kann einem behilflich sein, Lovecrafts Biografie, seinen Charakter und seinen ästhetischen Ansatz – wie unter einem Brennglas konzentriert – zu verstehen. Die Idee ist nicht nur originell, sondern auch ein posthumer Freundschaftsbeweis von Derleth gegenüber seinem ehemaligen Mentor.
„Bezüglich der Plot-Ideen im Commonplace Book. Ich wäre extrem vorsichtig, irgendwelche davon zu verwenden – freilich kann man kein Urheberrecht auf eine Idee beanspruchen – vor allem deshalb, weil wir nicht wissen, welche Notizen original von HPL stammen und welche er einfach niedergeschrieben hat, um ein Thema festzuhalten, das er anderswo gelesen hat. Solltest du eines der letzteren benutzen, könntest du dich schnell im Konflikt mit jemandem befinden, der es schon benutzt und sich rechtlich hat schützen lassen.“
Dies schrieb August Derleth am 19. August 1961 an den jungen Ramsey Campbell – und meinte damit im Prinzip sich selbst. Denn unsere heutige Story „The Ancestor“ basiert zwar auf einer kurzen Plot-Beschreibung von Lovecraft, die dieser jedoch nach der Lektüre des Romans The Dark Chamber (1927) von Lenoard Cline (1893 – 1929) notiert hatte. Es ist nicht ganz klar, ob Derleth davon wusste oder nicht: Jedenfalls basiert seine Geschichte auf der zentralen Idee des Buch, dass sich nämlich mithilfe von Drogen und Musik das Erbgedächtnis „anzapfen“ lässt, – auf eigene Gefahr (wie man sich denken kann).
Wir haben hier einen kleinen Trailer bereitgestellt, damit ihr schon mal einen ersten Eindruck bekommt.




