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Fragen an die Polizeigeschichte
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Fragen an die Polizeigeschichte

Author: Fachgebiet "Polizeigeschichte und Politische Bildung", Deutsche Hochschule der Polizei

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Polizeiliches Handeln ist seit jeher eng mit politischen Entscheidungsprozessen, gesellschaftlichen Erwartungen und bestehenden Machtverhältnissen verwoben. "Fragen an die Polizeigeschichte" nimmt dieses Verhältnis von Polizei, Politik und Gesellschaft in den Blick und arbeitet dabei wie unter einem Brennglas: Eine Leitfrage und eine einzelne Quelle – ein Bild, ein Objekt oder ein prägnantes Zitat – dienen als Ausgangspunkt, um Schlüsselmomente sichtbar zu machen und aus ihnen heraus eine größere Geschichte zu erzählen.

"Fragen an die Polizeigeschichte" ist ein Projekt des Fachgebiets "Polizeigeschichte und Politische Bildung" der Deutschen Hochschule der Polizei.

Konzept, Redaktion und Texte: Gundula Gahlen, Doris Kock und Pauline van Moll.
3 Episodes
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### Ist die Polizei eigentlich ein Männerberuf? Viele würden heute antworten: Nicht mehr. Frauen arbeiten inzwischen in Deutschland in allen Bereichen der Polizei. Doch ein Blick in die Geschichte zeigt: ihr Weg dorthin war alles andere als einfach. Diese Folge zeichnet die bewegte Geschichte von Frauen in der Polizei seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts nach und fragt: Wie prägten Geschlechtervorstellungen die ersten Einsatzbereiche für Frauen in der Polizeiarbeit? Wie veränderte sich die Rolle von Polizistinnen in der Weimarer Republik, im Nationalsozialismus und nach 1945? Und was bedeutet diese Geschichte für Gleichberechtigung in der Polizei heute? Klar wird: Die Integration von Frauen in die Polizei ist eine Geschichte von gesamtgesellschaftlichen und innerpolizeilichen Auseinandersetzungen und Widerständen – und von starken Frauen, die sich davon nicht haben aufhalten lassen.
Anlässlich des 2026 erstmals begangenen Tages der Demokratiegeschichte richtet diese Folge den Blick auf den 18. März als Datum umkämpfter Demokratie in Deutschland. Der Tag erinnert an historische Momente, in denen die demokratische Ordnung nicht selbstverständlich war, sondern verteidigt oder neu erkämpft werden musste. Im Mittelpunkt dieser Folge steht der Kapp-Putsch von 1920, ein Putschversuch rechtsgerichteter Militärs, Freikorps und ziviler Unterstützer gegen die noch junge Weimarer Demokratie, der erst durch einen reichsweiten Generalstreik der Zivilbevölkerung zum Scheitern gebracht wurde. Wie kam es zu dem Putsch und welche politischen und gesellschaftlichen Voraussetzungen machten ihn möglich? Wie verhielt sich die Polizei in dieser Situation – zwischen offenem Mitmachen, aktivem Widerstand und einem vielfach praktizierten Nicht-Einschreiten? Und was bedeutete diese vermeintliche „Neutralität“ der Polizei in einem Moment, in dem die demokratische Ordnung selbst infrage stand? Die Folge ordnet den Kapp-Putsch historisch ein und zeigt, wie staatliche Institutionen in demokratischen Krisen handeln – oder nicht handeln. Am Beispiel der Polizei wird deutlich, warum Neutralität nicht zwingend eine unpolitische Haltung ist und weshalb Fragen nach demokratischer Verantwortung bis heute relevant bleiben.
Was hat der Tod von George Floyd mit Polizeigeschichte zu tun? In dieser Folge blicken wir hinter das Ereignis von 2020 und ordnen den Fall historisch ein: Warum wurde gerade der Fall George Floyd zu einem weltweiten Symbol? Was sagt er aus über die lange Geschichte von Polizei und strukturellem Rassismus in den USA? Und warum ist dieser Fall auch in Deutschland für Debatten über Racial Profiling, Vertrauen in die Polizei und demokratische Verantwortung relevant? Wir zeichnen zentrale Linien von den Slave Patrols über die Jim-Crow-Ära bis in die Gegenwart nach und zeigen institutionelle Routinen, Deutungsmuster und Machtverhältnisse auf, die über Generationen hinweg fortwirken.
Dieses Foto aus dem Jahr 1933 zeigt einen Schutzpolizisten und einen SS-Mann nebeneinander – ein Bild, das mehr ist als ein Zufallsmoment. Es markiert den Beginn eines Prozesses, in dem Polizei und SS Schritt für Schritt immer enger miteinander verschmelzen. Welche Botschaft sollte dieses gemeinsame Auftreten 1933 vermitteln? Wie veränderte sich die Polizei, als politische Milizen an ihrer Seite auftraten – und nach und nach Einfluss auf ihre Strukturen gewannen? Wann wurde aus einem Nebeneinander eine gezielte organisatorische Verschmelzung? Und was offenbart dieser Prozess darüber, wie staatliche Gewalt im Nationalsozialismus aufgebaut, legitimiert und genutzt wurde? Diese Folge untersucht, wie aus zwei getrennten Akteuren ein politisch gesteuerter Sicherheitsapparat entstand – und wie die Polizei dadurch ihre Bindung an rechtsstaatliche Prinzipien verlor und zu einem Werkzeug nationalsozialistischer Gewalt wurde.
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