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Wall Street mit Markus Koch - featured by Handelsblatt
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Author: Markus Koch
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© Markus Koch
Description
Herzlich Willkommen bei dem Podcast „Wall Street mit Markus Koch - featured by Handelsblatt“. Seit Mitte der 90er Jahre berichte ich unter anderem für nTV und das Handelsblatt direkt von der Wall Street und dort auch aus der New Yorker Aktienbörse über das Auf und Ab am amerikanischen Aktienmarkt.
Ob Profitrader oder Privatanleger - dieser Podcast ist für alle, die sich für Aktien, Anleihen, Gold und Rohstoffe, Investieren und Trading interessieren.
Welche Aktien liegen im Trend und welchen geht gerade die Luft raus? Worauf achtet die Wall Street ganz besonders? Wo liegen die Chancen und wo die unterschwelligen Gefahren? Was bewegt die Kurse und worüber spricht man eigentlich gerade in der New Yorker Finanzmeile? Die Antworten gibt es jeden Tag bis spätestens 16 Uhr in diesem Podcast.
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Reverse
Auf den Einbruch folgt der Ausbruch. Nach der zunächst negativen Reaktion auf die gestrige FED-Tagung, hebt die Wall Street am Donnerstag ab. Entlastung liefern heute vor allem Öl und Anleiherenditen. Brent und WTI fallen, die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen sinkt knapp unter fünf Prozent. Saudi-Arabien hofft laut den im Briefing zitierten Berichten, innerhalb weniger Tage etwa die Hälfte seiner Ost-West-Pipeline wieder in Betrieb zu nehmen. Zusätzliche Öltransfers vor Oman sollen die Versorgung ebenfalls verbessern. Eine vollständige Wiederherstellung ist damit noch nicht erreicht. Bei den Unternehmen sticht Generac hervor. Die Aktie steigt vorbörslich um mehr als 30 Prozent nach einer Liefervereinbarung für Amazons Rechenzentren mit einem möglichen Auftragsvolumen von bis zu acht Milliarden US-Dollar. Salesforce erhält nach der Dreamforce höhere Analystenkursziele, gestützt auf die Chancen durch KI-Anwendungen. Das Gegenbild liefert Lennar. Gewinn und Ausblick enttäuschen, die Neuaufträge fallen um neun Prozent. Hohe Zinsen und nachlassende Erschwinglichkeit belasten die Hauskäufer. Die Aktie ist trotzdem nur unwesentlich schwächer, weil die Stimmung schon im Vorfeld der Zahlen negativ war.
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Die Zinserhöhung ist eingepreist – der weitere Kurs der Fed nicht. Die Wall Street steuert nach sechs Verlusttagen innerhalb von sieben Sitzungen auf eine leichte Erholung zu. Die Nasdaq-Futures gewinnen rund 0,5 Prozent, die S&P-Futures etwa 0,2 Prozent. Für die heutige Fed-Entscheidung wird eine Anhebung um 0,25 Prozentpunkte auf 3,75 bis 4,00 Prozent erwartet. Entscheidend werden die neuen Zinsprognosen und die Aussagen von Kevin Warsh. JPMorgans Market-Intelligence-Team hält zwei Zinserhöhungen, im September und Dezember, für wahrscheinlicher als drei. Diese Einschätzung setzt allerdings voraus, dass eine Einigung im Nahen Osten die Ölpreise noch vor Jahresende deutlich sinken lässt. Eine Anhebung ohne konkrete Hinweise auf weitere Schritte könnte laut dem Team sogar einen Kursgewinn des S&P 500 von 0,25 bis 0,75 Prozent ermöglichen. Derweil bleibt der Kostendruck erheblich: Brent kostet knapp 108 US-Dollar, zehnjährige US-Staatsanleihen rentieren bei rund fünf Prozent. Wie stark die Belastungen inzwischen auf Unternehmensgewinne durchschlagen, zeigt J.B. Hunt: Der Transportkonzern erwartet im dritten Quartal fünf bis zehn Prozent weniger Gewinn als im Vorquartal, unter anderem wegen höherer Transportkosten und verzögert greifender Treibstoffzuschläge. Im Technologiesektor sorgen Gespräche zwischen Intel und SK Hynix über eine mögliche Speicherchipproduktion in Ohio für Aufmerksamkeit. SK Hynix betont jedoch, dass bislang keine konkreten Pläne oder Vereinbarungen finalisiert wurden. Die Hoffnung für heute: höhere Leitzinsen, aber keine Aussicht auf einen langen Zinserhöhungszyklus.
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Renditen über 5 Prozent und teures Öl setzen die Wall Street erneut leicht unter Druck. Zehnjährige US-Staatsanleihen rentieren zeitweise bei 5,03 Prozent, der höchste Stand seit 2007. Brent steigt über 107 US-Dollar, während die saudische Ost-West-Pipeline weiterhin ausfällt. Entsprechend starten wir schwächer in den Tag, aber deutlich über den vorbörslichen Tiefs. Vor der morgigen Fed-Entscheidung gilt eine Zinserhöhung als weitgehend erwartet. Entscheidend werden deshalb die neuen Zinsprognosen und die Pressekonferenz: Signalisiert die Notenbank eine kurze Phase mit ein oder zwei Anhebungen oder einen längeren Zinserhöhungszyklus? Wells Fargo wird unterdessen vorsichtiger: Die Strategen senken das Jahresendziel für den S&P 500 von 7.950 auf 7.700 Punkte und sehen zunächst ein Rückschlagrisiko von fünf bis zehn Prozent. Bemerkenswert: Die Gewinnschätzungen steigen trotzdem. Das Problem sind aus Sicht der Bank hohe Bewertungen, nachlassende Liquidität und bereits stark investierte Anleger. Technologie wird auf „Neutral“ zurückgestuft, Gesundheitswerte auf „Übergewichten“ angehoben. Bei Halbleitern erwartet Wells Fargo mindestens einen erneuten Test der Juli-Tiefs. Die Sorge vor einer KI-Bremse erhält dagegen ein Gegengewicht: Broadcom-Chef Hock Tan sieht weiterhin starke Nachfrage und bislang keine Abschwächung. Das Spannungsfeld bleibt: Die Unternehmen liefern – aber hohe Renditen machen ihre Aktien nicht automatisch attraktiv.
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Teures Öl und Zweifel am KI-Investitionsboom belasten die Wall Street: Die Nasdaq-Futures verlieren rund 1,6 Prozent, während Brent auf etwa 108 US-Dollar steigt. Anthropic-Chef Dario Amodei fordert ein langsameres Entwicklungstempo bei besonders leistungsfähiger KI, unabhängige Sicherheitsprüfer und gemeinsame Regeln, auch mit China. Anleger fürchten deshalb geringere Investitionen in Chips und Rechenzentren. Die bisherigen KI-Infrastrukturgewinner geraten unter Druck, während Softwarewerte relativ profitieren. Eine Forderung nach mehr Sicherheit ist allerdings noch kein beschlossener Investitionsstopp. Gleichzeitig verschärft die Stilllegung der saudischen Ost-West-Pipeline die Versorgungssorgen. Laut dem Tagesbriefing könnten die Exportvorräte in Yanbu ohne Wiederinbetriebnahme nur fünf bis sieben Tage reichen; die für heute geplanten Gespräche zwischen Iran und den Golfstaaten wurden verschoben. Für die Fed-Sitzung am Mittwoch wird inzwischen eine Zinserhöhung mit rund 92 Prozent Wahrscheinlichkeit eingepreist. Damit steht die Woche im Zeichen zweier Fragen: Wie stark steigen die Energiekosten noch – und wie viel Wachstum steckt bereits in den Erwartungen an KI?
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Die Inflationsdaten besiegeln eine Zinsanhebung der FED in der kommenden Woche. Auch die Wahrscheinlichkeit einer zweiten Anhebung im Dezember liegt nun bei über 80 Prozent. Die US-Verbraucherpreise stiegen im August wie erwartet. Der Knackpunkt liegt in der Kernrate: Ohne Lebensmittel und Energie beträgt der monatliche Anstieg 0,3 statt der erwarteten 0,2 Prozent. Zudem könnten die inzwischen nochmals gestiegenen Energiepreise die September-Inflation weiter anheizen. Mein Basisszenario bleibt: Die Fed erhöht kommende Woche die Zinsen und legt im Dezember nach. Die Wall Street startet trotzdem erholt in den Tag. Unterstützung kommt vom rückläufigen Ölpreis. Brent fällt auf rund 104 US-Dollar, nachdem für Montag Gespräche zwischen Iran und den Golfstaaten in Oman angekündigt wurden. Von einer nachhaltigen Entspannung kann angesichts der weiterhin gefährdeten Schifffahrtswege jedoch keine Rede sein. Wie stark die Energiekosten Unternehmen inzwischen belasten, zeigt der Möbelhändler RH, der rund 50 Millionen US-Dollar ungeplante Mehrkosten durch den Nahostkonflikt erwartet. Im Technologiesektor überzeugt Oracle mit besseren Zahlen und einem deutlich geringeren Mittelabfluss als befürchtet, während Adobe mit dem Ausblick hinter den Erwartungen zurückbleibt.
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