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Digital Public Health Podcast
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Digital Public Health Podcast

Author: Digital Public Health

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Description

In einer Welt, in der digitale Technologien tief in unseren Alltag eingebettet sind, steht die öffentliche Gesundheit an der Schwelle zu einer bedeutenden Transformation. Der "Digital Public Health Podcast" öffnet Dir die Tür zu den vielschichtigen Facetten dieses faszinierenden Wandels. In jeder Episode führen wir Gespräche mit führenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Politikerinnen und Politikern sowie Pionierinnen und Pionieren aus der Start-up-Szene, die an der Schnittstelle von digitaler Innovation und öffentlicher Gesundheitsförderung wirken. 

   

Gemeinsam beleuchten wir nicht nur die Chancen, die digitale Gesundheitslösungen bieten – von verbesserter Informationsverfügbarkeit über die Stärkung präventiver Maßnahmen bis hin zum Kampf gegen globale Gesundheitskrisen. Wir setzen uns auch kritisch mit den Herausforderungen auseinander, die diese Technologien mit sich bringen, wie Ungleichheiten beim Zugang, Datenschutzprobleme und die Gefahr sinnloser Zusatzaufgaben oder gar Schäden durch die Nutzung digitaler Angebote. 

   

Der "Digital Public Health Podcast" zielt darauf ab, ein Licht auf die Arbeit derjenigen zu werfen, die die digitale Transformation im Gesundheitswesen vorantreiben, und gleichzeitig einen kritischen Diskurs über die Notwendigkeit einer ethischen, gerechten und nachhaltigen Integration digitaler Technologien in die öffentliche Gesundheit zu fördern. 

   

Egal, ob Du eine Expertin oder ein Experte auf dem Gebiet bist, oder einfach nur neugierig auf den Einfluss der Digitalisierung auf unsere Gesundheit, dieser Podcast bietet Dir tiefe Einblicke, Inspiration und anregende Diskussionen. Begleite uns auf dieser wichtigen Reise, denn das Thema betrifft uns alle. 

70 Episodes
Reverse
Smartwatches zählen unsere Schritte, Apps versprechen Unterstützung für einen gesünderen Alltag, und die elektronische Patientenakte soll wichtige Gesundheitsdaten bündeln. Auch in der Pflege kommen digitale Anwendungen und KI zum Einsatz. Doch wann helfen diese Technologien wirklich - und welche Risiken bringen sie mit sich? In dieser Live-Ausgabe des Digital Public Health Podcasts diskutieren Host Rasmus Cloes und die Wissenschaftler:innen Prof. Dr. Benjamin Schüz, Dr. Kathrin Seibert und Prof. Dr. Hajo Zeeb, was Digitalisierung für unsere Gesundheit und das Gesundheitssystem bedeuten kann. Es geht um digitale Gesundheitsangebote, elektronische Patientenakten, verlässliche Gesundheitsinformationen im Netz und den Einsatz von Technologien in der Pflege. Auch Datenschutz, Vertrauen, soziale Ungleichheiten und die Frage, wie wirksam digitale Lösungen im Alltag tatsächlich sind, kommen zur Sprache. Ein Gedanke zieht sich durch das Gespräch: Digitale Lösungen sollten an den Bedürfnissen der Menschen ansetzen, gemeinsam mit ihnen entwickelt und auf ihren tatsächlichen Nutzen geprüft werden. Sie können Versorgung unterstützen und Abläufe erleichtern - ersetzen aber weder menschliche Zuwendung noch gute analoge Rahmenbedingungen. Die Veranstaltung fand am 3. Oktober 2026 im Wissenschaftsforum Bremen statt. Sie ist Teil der Reihe „Digital Health Talks - Der Live-Podcast zur Gesundheit der Zukunft" und wurde im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2026 - Medizin der Zukunft vom BMFTR gefördert.
Host Rasmus Cloes spricht mit Prof. Dr. Martin Smollich von der Arbeitsgruppe Pharmakonutrition am Institut für Ernährungsmedizin des UKSH in Lübeck über Ernährungsmythen im Netz und die Arbeit dagegen. Er erklärt, warum erfolgreiche Desinformation fast immer einen kleinen wahren Kern hat, weshalb eine fundierte Widerlegung rund zehnmal so viel Aufwand kostet wie die Behauptung selbst und wie kommerzielle Accounts mit ganzen Redaktionen arbeiten. Am Ende steht eine klare Forderung: unabhängige Wissenschaftskommunikation braucht Geld. Weil ihn Patient:innen inzwischen in fast jedem Therapiegespräch fragen, was sie essen oder weglassen sollen, betreibt er seit rund zehn Jahren Wissenschaftskommunikation: erst als Ernährungsmedizin-Blog mit Studienübersetzungen, seit einigen Jahren vor allem auf Instagram. Sein Argument dafür ist schlicht: Man muss dorthin gehen, wo die Desinformation ist, sonst gewinnt sie von allein. Wirksame Mythen funktionieren laut Martin über einen kleinen wahren Kern, oft garniert mit Fachterminologie - etwa beim Klassiker, Zuckerverzicht hungere Krebs aus, obwohl der Körper Zucker selbst produziert und Tumorzellen flexibel auf Fett und Protein umsteigen. Als Orientierung empfiehlt er statt Einzelmeinungen Leitlinien und Fachgesellschaften sowie konkret den Krebsinformationsdienst und das Portal der Verbraucherzentralen zu Nahrungsergänzungsmitteln. Das strukturelle Problem bleibt die Asymmetrie: Eine Behauptung braucht keinen Aufwand, eine belegte Widerlegung Stunden Recherche. Dazu kommen kommerzielle Interessen, Coachings und Supplement-Shops im Hintergrund, Filterblasen ohne Kommentarfunktion und zunehmend KI-Bots, die die Zeit einzelner Menschen binden. Zugespitzt sieht Martin Ernährungsmythen im Netz nicht als individuelles Pech, sondern als gesellschaftliches Risiko: Wenn Gurus und Fachgesellschaften als gleichwertig erscheinen, delegitimiert das das Wissenschaftssystem insgesamt - wie beim Klimawandel gehe die gemeinsame Faktenbasis verloren, über deren Konsequenzen eine Demokratie erst streiten kann. Seine Forderung an Politik und Stiftungen: unabhängige, nicht kommerzielle Aufklärungsaccounts finanziell fördern, damit Wissenschaftskommunikation nicht länger ehrenamtliche Abendarbeit nach dem Zwölf-Stunden-Tag bleibt.
Die Digitalisierung beeinflusst unsere Gesundheit enorm: Smartwatches zählen unsere Schritte und liefern uns täglich Daten zu unserer Gesundheit, die elektronische Patientenakte soll unsere Gesundheitsdaten übersichtlicher bündeln, Apps versprechen Hilfe beim Abnehmen oder uns zum Sport zu animieren. Auf Social Media ist Gesundheit ein Riesenthema – doch wem kann man eigentlich trauen? In der Pflege versprechen KI und digitale Tools Entlastung im stressigen Arbeitsalltag und eine bessere Versorgung. Das alles führt zur größeren Frage: Kann die Digitalisierung wirklich dabei helfen, unser Gesundheitssystem zu verbessern und dazu führen, dass wir gesünder werden? Und welche Risiken stecken in diesen Entwicklungen? Zu diesen Fragen forschen Bremer Wissenschaftler:innen bereits seit mehreren Jahren im Leibniz WissenschaftsCampus „Digital Public Health“ und in Projekten zu Digitalisierung, KI und Pflege. Wir sprechen auf dem Wissenschaftsforum im Zuge der Einheitsfeier in Bremen darüber mit ihnen live auf der Bühne. Das Publikum hat die Möglichkeit, Fragen rund um das Thema Digitalisierung und Gesundheit zu stellen. Auf der Bühne diskutieren: Rasmus Cloes leitet das Team Transfer und Kommunikation und ist Pressesprecher des Leibniz-Instituts für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS. Seit zwei Jahren ist er Host des Digital Public Health Podcast. Prof. Dr. Benjamin Schüz ist Professor für Public Health mit den Schwerpunkten Prävention und Gesundheitsförderung am Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP) der Universität Bremen und Co-Sprecher des Leibniz WissenschaftsCampus Digital Public Health. Dr. Kathrin Seibert ist Pflege- und Gesundheitswissenschaftlerin am Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP) der Universität Bremen und Krankenschwester. Seit mehreren Jahren forscht sie zu innovativen digitalen Technologien und KI in der Pflege. Prof. Dr. Hajo Zeeb leitet die Abteilung Prävention und Evaluation am Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS und ist Professor für Epidemiologie an der Universität Bremen. Als Sprecher leitet er den Leibniz WissenschaftsCampus Digital Public Health. Die Veranstaltung ist Teil der Reihe „Digital Health Talks – Der Live-Podcast zur Gesundheit der Zukunft“ und wird im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2026 - Medizin der Zukunft vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert. Die Veranstaltungen werden von der Universität Bremen in Kooperation mit dem Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS organisiert. Weitere Informationen zur Veranstaltungsreihe: https://www.digital-public-health.de/dh-talks.html
In dieser Rückblick-Folge diskutieren Host Rasmus Cloes und Christoph Wellbrock, warum Fitness-Apps oft genau die verfehlen, die sie erreichen wollen. Von Pokémon Go über KI-gestütztes Krafttraining bis zum Pflegeheim-Experiment spannen sie den Bogen durch zwei Jahre Forschung. Zum Schluss geht es um eine Machtfrage: US-Konzerne oder eine deutsche, gemeinnützige Dateninfrastruktur, wer sammelt künftig unsere Gesundheitsdaten? Rasmus erinnert zu Beginn an die Folge mit Chen-Chia Pan. Sie erzählte, wie das Handyspiel Pokémon Go Menschen bewegte, die klassische Fitness-Apps nie anrühren würden: Wer Wasser-Pokémon fangen wollte, musste zum Wasser, notfalls zehn Kilometer weit. Klassische Trainings-Apps dagegen verlangen viel Pflege und liefern oft wenig Nutzen. Auch Künstliche Intelligenz stößt beim Krafttraining an Grenzen, zeigt ein Bremer Forschungsprojekt von Bastian Dänekas. Klarer wirkt Bewegung dort, wo persönliche Betreuung dazukommt, etwa bei hochbetagten Pflegeheim-Bewohner:innen, die im Gespräch mit Dr. Thomas Cordes durch gezieltes Training deutlich fitter wurden. Ein Warnsignal sieht Rasmus in der wachsenden Datenabhängigkeit: Gesundheitsdaten aus Smartwatches landen meist bei US-Konzernen wie Apple oder Garmin. Je besser deren Auswertungen werden, desto abhängiger machen sie die Nutzer:innen, mit Folgen auch für das Gesundheitswesen. Seine Alternative: eine gemeinnützige, deutsche Dateninfrastruktur, die Forschung ermöglicht, ohne die Datenhoheit an einzelne Firmen abzugeben. Christoph widerspricht, er sieht die Abhängigkeit gelassener.
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