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Kultur Kompass
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Maya Hakvoort hat Musikgeschichte geschrieben – genauer gesagt Musical-Geschichte. Sie war mehr als tausendmal Kaiserin Elisabeth, hat auf den großen Bühnen Europas und Asiens gespielt und ist für Generationen von Musicalfans bis heute untrennbar mit dieser einen Rolle verbunden. Doch wer glaubt, Maya Hakvoort ruhe sich auf dieser eigenen Legendenerzählung aus, irrt gewaltig.
Gerade 60 geworden, steht sie so neugierig, so präsent und spielfreudig auf der Bühne wie eh und je. Während viele Künstlerinnen ein Leben lang den jugendlichen Heldinnen nachjagen, ist sie längst dort angekommen, wo die spannendsten Figuren warten: bei Frauen mit Erfahrung, mit Abgründen, mit Witz und Haltung. Sie hat den Weg von den großen romantischen Ikonen zu den vielschichtigen Charakterrollen nicht nur vollzogen, sondern ganz aktiv mitgestaltet.
Ein Gespräch über das Singen als Kraftquelle und die Natur des Bösen, über den Wechsel von den dramatischen Partien ins komische Fach, die Ungeduld junger Kollegen und warum optimistische Rollen uns allen gerade heute guttun.
In der digitalen Gesellschaft lässt sich eine neue Lust beobachten – an der Unmündigkeit. Wir lagern Entscheidungen wie die beste Route, den nächsten Lieblingssong oder das Schreiben eines Textes nur allzu gerne an Maschinen aus. „Betreutes Denken“ nennt Konrad Paul Liessmann diese Entwicklung beim 29. Philosophicum Lech, das er gemeinsam mit der Schweizer Philosophin Barbara Bleisch leitet.
Im Kultur Kompass sprach der in Wien lebende und lehrende Liessmann über die gesellschaftlichen Folgen der Digitalisierung, über diese neue Lust an der Bevormundung, die Bequemlichkeit des Menschen und die Anstrengungen des Denkens, über das Verlernen von Kulturtechniken durch technischen Fortschritt und darüber, warum wir intellektuell auf ein neues Mittelalter zusteuern.
Wo hört die Liebe zur Kunst auf und ab wann verselbstständigen sich die Mechanismen des Kunstmarktes? Ist die größte Wertsteigerung eines Gemäldes der Tod des Künstlers? Der Wiener Kunstexperte, Autor und Galerist Christof Habres spricht in dieser Folge über die verrückten Mechanismen des internationalen Kunstmarktes. Im Gespräch mit Judith Belfkih geht er der Frage nach, wie viel Kunst eigentlich kosten darf, ab wann Preise für ein Gemälde unmoralisch werden oder reine Spekulation. Und die beiden erörtern die Frage, wem Meisterwerke der Menschheitsgeschichte überhaupt gehören sollten - der Öffentlichkeit oder privaten Sammlern.
Kaum ein Theater steht in Wien so sehr für Tradition wie die Josefstadt. Ein Haus mit über 230 Jahren Geschichte, mit großem Ensemble, und einem besonders treuen Publikum.
Mit Marie Rötzer als Direktorin beginnt nun eine neue Ära. Nach ihrer Zeit als künstlerische Leiterin des Landestheaters Niederösterreich übernimmt sie die Josefstadt als erste Frau regulär an der Spitze des Hauses.
Doch wie verändert man ein Traditionshaus, ohne seine Identität zu verlieren? Wie viel Neuanfang verträgt die Josefstadt? Und woran wird man merken, dass tatsächlich eine neue Zeit begonnen hat?
Im Kultur Kompass spricht Marie Rötzer über einen Neuanfang jenseits des großen Knalls, Theater als eine Art Ersatzfreiheit und warum wir ein neues Sehen, ein neues Spüren brauchen.
Österreich versteht sich als Musikland. Wir feiern Mozart und Schubert, sind stolz auf unsere Opernhäuser und Orchester. Gleichzeitig findet ein großer Teil des Musiklebens fernab der Schlagzeilen statt: in Pfarrheimen, Schulsälen und Vereinsräumen, wo Woche für Woche Menschen miteinander als Chor singen.
Doch was geschieht eigentlich, wenn Menschen miteinander singen? Warum fühlen wir uns danach oft glücklicher? Was macht das Singen mit Körper und Seele? Was lernen Kinder und Erwachsene im Chor fürs Leben – jenseits von Taktzahlen und Notenwerten.
Über diese faszinierende Kraft des Singens spricht Judith Belfkih mit den Musikpädagogen und Chorleitern Mira Blaschek, Thomas Holmes und Johannes Kerschner bei den Familienmusiktagen der Vokalakademie Niederösterreich in Horn. Die drei sind nicht nur selbst leidenschaftliche Musiker, sie geben ihre Begeisterung auch weiter. Was einen Chor zu mehr macht als die Summe der Stimmen? Da sind sie sich einig – das bleibt letztlich ein magischer Moment, den man nur selbst erleben kann.




